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9,00
BEST OF THE YEAR

ARTUR
SHESTERIKOV
At the top of his game

FILIP
BARANKIEWICZ
Der Neubeginn
KENNETH
MACMILLAN
JASON A National Celebration
REILLY
20th anniversary with
the Stuttgart Ballet

ADAM COOPER Annette Sudol und


Matthew Bourne´s legendary Simone Segatori
swan still conquers the stage Übertritt ins Profilager

DAS INTERNATIONALE TANZMAGAZIN DEUTSCH/ENGLISCH AUSGABE 6/2017 • ISSN 1613 - 8988


81
roch-valley.de

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DANCE forYOU magazine 1

Editorial

Timeless (Nationaltheater Prag) © Foto Pavel Hejný


L iebe Leserinnen und Leser,

wenn Sie die aktuelle Ausgabe unseres Magazins durchblättern, dann werden Sie bestimmt erneut eines merken: Neben den vielen informativen
Texten lebt ein solches Heft von der Qualität der Fotografien. Sie illustrieren nicht nur den einzelnen Beitrag, sondern dokumentieren auch über den
kurzlebigen Anlass hinaus, was die Tanzkompanien in ihrer Zeit leisten. Späteren vermittelt das einen Eindruck von den Ambitionen und den The-
menstellungen der Choreografen, von der Leistungsfähigkeit der Tänzer und, auch dies, von den ästhetischen Auffassungen der Fotokünstler. Denn
Künstler sind auch sie, viele von ihnen nach einer aktiven Tänzerkarriere nun Fotografen im Folgeberuf.

Genaue Kenntnis dessen, was auf der Bühne geschieht, ist Voraussetzung für ein aussagekräftiges Tanzfoto. Nicht allein der rechte Blickwinkel zählt;
vielmehr noch muss der Fotograf wissen, wann er den Auslöser seiner Kamera betätigt. Das muss einen winzigen Bruchteil sein, ehe eine Endpose
erreicht wird: das maximal erhobene Bein, der exakt zu Ende geführte Arm, die im höchsten Punkt der Hebung angekommene Partnerin. Das sind
rein technische Aspekte. Sollen dramatische Situationen eingefangen werden, eine heftige Auseinandersetzung zwischen zwei Figuren bis hin zum
Kampf, etwa in „Romeo und Julia“ oder in „Schwanensee“, dann muss auch die Atmosphäre stimmen - will der Fotograf dem Betrachter einen au-
thentischen Eindruck des Abends vermitteln. Besonders heikel sind da Gruppenaufnahmen, wenn synchron getanzt wird, so in den „weißen“ Bildern
der großen Klassiker, im Gleichsprung einer Gruppe oder bei der Girlreihe einer attraktiven Revue. Sobald ein Tänzer, eine Tänzerin „aus der Reihe
tanzt“, stört das die Absicht des Choreografen, und, fatal genug, jeder Betrachter kann das sehen.

Was die Sache zusätzlich erschwert: Die Redaktion kann nur aus dem Angebot des jeweiligen Fotografen auswählen und meist bloß ein Foto
veröffentlichen: Das steht dann als optischer Blickfang stellvertretend für die gesamte Inszenierung - zur Freude oder zum Ärger der Kompanie
und des Lesers. Wie uns das diesmal gelungen ist, davon, bitte, überzeugen Sie sich selbst. Es erwarten Sie spannende Interviews, aufschlussreiche
Porträts, kompakte Rezensionen, all dies reich bebildert zur plastischen Vertiefung der Textinhalte. Viel Freude bei der Lektüre! 

Volkmar DRAEGER

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2 DANCE forYOU magazine

On the Cover:
Artur Shesterikov in ‘Back to Bach’ © Angela Sterling

INHALT CONTENTS
9. 4. The Best of the Yea�
Our team of editors and writers nominated the best
we saw in the season 2016-17.

PEOPLE
9. FILIP BARANKIEWICZ
MIHAELA VIERU traf den Ballettdirektor am Nationaltheater
in Prag

13. ARTUR SHESTERIKOV


ALESSANDRO BIZZOTTO meets the Dutch National Ballet‘s

13.
great dancer

17. JASON REILLY


ALESSANDRO BIZZOTTO in conversation with Stuttgart
Ballet‘s Principal

SPEZIAL
20. SOPHIA LINDNER
konzipiert Schuhwerk für Tänzer. MIHAELA VIERU wollte
mehr darüber wissen

22. SYNERGIEN
zwischen Streetdance und zeitgenössischem Tanz

17. 28. STEFAN SIXT SPEZIAL


Wie funktioniert Facebook?

29. INTERNATIONALITÄT IM TANZ


DAGMAR ELLEN FISCHER kommentiert

36. REAL TALK WITH STIJN CELIS


by ARMANDO BRASWELL

30. HOW PILATES HELPS DANCERS? PART 3


Explained by VIKI WESTALL EYRE

SUCCESS STORIES

36. 42. ROCH VALLEY


have always believed that dance is for everyone to enjoy
and participate
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INTERVIEWS
38. ADAM COOPER
UTE FISCHBACH-KIRCHGRABER in conversation
with legendary Big Swan in Matthew Bourne´s version
of „Swanlake“

40. FROM CLASSICAL TO SPANISH DANCE?


LAURENTIU GUINEA catches up with África Paniagua,
Balletmistress at National Ballet of Spain

38. PERFORMANCE
43. KENNETH MACMILLAN - A National Celebration
VIKI WESTALL EYRE reviews the major event in London

45. THE BOY IN THE STRIPED PYJAMAS


VIKI WESTALL EYRE saw Northern Ballet‘s premiere

46. AMERICA NOIR


VOLKMAR DRAEGER sah die Premiere in Magdeburg

47. JOHANNES-PASSION
BORIS GRUHL besuchte Mario Schröders Premiere beim
Leipziger Ballett

48. TIMELESS
MIHAELA VIERU bewundert die erste Premiere

43.
des Nationaltheaters in Prag

50. SHAKESPEARE DREAMS


VESNA MLAKAR sah Yuki Moris Ballett in Regensburg

BALLROOM
51. ANNETTE SUDOL UND SIMONE SEGATORI
UTE FISCHBACH-KIRCHGRABER im Gespräch mit dem wohl
elegantesten deutschen Tanzpaar

1. Editorial 31. News

48. 24. What´s On Stage?


Performance Kalender
34. INFORUM
Tanzausbildung

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51.
Die Fotografen werden namentlich www.danceforyou-magazine.com
DIGITALE AUSGABEN
erhältlich unter goo.gl/pbnMQs

unter dem jeweiligen Artikel genannt.


Best of the Yea�
Auf welchen Bühnen ragen Tänzer heraus? Wo verstehen es Choreografen, das Publikum zu berühren, durch ihre
Kunst zu begeistern? Dance For You Magazine hat seine Korrespondenten nach Höhepunkten der Saison 2016/17
befragt. Je nach Region und beruflichem Radius sind die Antworten unterschiedlich breit ausgefallen; nicht jeder hatte
Gelegenheit, Top-Kompanien in Fülle zu sehen. Umso mehr freuen wir uns über die weit gefächerte Auswahl dieser
Nominierungen, die für hohes Niveau an deutschen wie internationalen Bühnen sprechen. Herzlichen Glückwunsch
allen ausgewählten Tänzerinnen und Tänzern, Choreografinnen, Choreografen sowie Tanzkompanien!
What were the best dancers, best choreographies, performances and dance companies of the year? Our team of
editors and writers nominated the best we saw in the season 2016-17.

HARTMUT REGITZ

Herausragende erscheinung, und in dem Film „Scalamare“ lässt Oliver Preiss


Tänzerpersönlichkeit des Jahres sie einem das Herz stocken. Ihm muss in dem „Van Gogh“-Ballett von Ma-
rio Schröder kein Ohr abgeschnitten werden:
Alina Cojocaru Olga Smirnova Der überragende Solist des Leipziger Balletts
Sie kann einfach alles, ohne dabei ihre ganz Olga Smirnova lässt als Gast von Moskauer kann die Getriebenheit eines Vincent auf kunst-
spezifische Natürlichkeit aufs Spiel zu setzen: Bolshoi Ballett in Monte Carlo in „La Belle“ von voll-künstlerische Weise sichtbar machen.
In der „Kameliendame“ von John Neumeier Jean-Christophe Maillot auf eine sublime Weise
erspürt Alina Cojocaru bis in die Finger- und spüren, wie sinnlich selbst der reinste Tanz sein Adam Russell-Jones
Fußspitzen hinein das Kurtisanen-Schicksal der kann und die Unschuld ihres „Dornröschens“. In „Spectre de la rose“ verwandelt sich Adam
Marguerite Gauthier, um im „Nussknacker“ des Russell-Jones in einen Rosengeist, der sich gleich
Hamburg Ballett nicht minder überzeugend Katja Wünsche Vogel Phönix aus seiner Vergänglichkeit erhebt:
wieder Kind zu sein – und das noch vor der ei- Das muss ihr erst eine mal nachmachen: Wie ei- eine grandiose Leistung, auf die das Stuttgarter
genen Mutterschaft. nen Katja Wünsche beim Ballett Zürich tanzend Ballett allerdings in Zukunft verzichten muss.
teilhaben lässt an einem Schmerz, den Verdi
Beste Tänzerin des Jahres in seiner „Messa da Requiem“ so unbegreiflich Die beste Nachwuchstänzerin
große Musik werden lässt. Jessica Fyfe
Elisa Badenes
Sie kommt aus Australien und tanzt die Bianca in
Vielleicht muss man einfach aus Valencia stam-
Bester Tänzer des Jahres Crankos „Zähmung“, die Kantorka in Volpis „Kra-
men, um sich als Kitri so zu geben wie Elisa Ba-
bat“ oder den Cupido im „Don Quixote“ so leicht-
denes: frech, frivol und dazu noch so fulminant Osiel Gouneo
füßig, lebendig und liebenswürdig, als wäre sie
tanzend, dass die Funken fliegen. Vielleicht Ein Debüt, wie sich das ein Tänzer zu wünschen
schon immer beim Stuttgarter Ballett gewesen.
muss man aber erst im Stuttgarter Ballett groß kann: Osiel Gouneo macht uns als „Spartacus“
geworden sein, um auch in anderen Choreo- beim Bayerischen Staatsballett mit Gefühl, Kraft
Emilie Mazon
grafien perfekt zu sein. und Können das Alter der Choreografie vergessen.
Nicht nur in den Rollen ihrer Mutter Gigi Hyatt
überzeugt Emilie Mazon. In „Anna Karenina“ von
Christina Ciupke Filip Kvacak
John Neumeier verkörpert sie beim Hamburg Bal-
So konsequent in ihrer Körper-Recherche ist Beim Thüringer Staatsballett in Gera gewinnt
lett die Kitty, und das mit einer Ernsthaftigkeit, die
sonst kaum jemand: Auch in „At Close Distan- Filip Kvacak selbst einer Horrorfigur wie dem
angesichts ihrer Jugend mehr als bloß erstaunt.
ce“ arbeitet die Berliner Choreografin als ihre „Dracula“ von Silvana Schröder noch humane
eigene Interpretin minimalistisch – und doch Züge ab – und das tänzerisch wie akustisch.
Der beste Nachwuchstänzer
macht sie einen Riesensprung, und das nicht
nur physisch und konkret. Frank Fannar Petersen Gabriel Figueredo
Über das „Peer Gynt“-Ballett von Johan Inger Noch hat der blutjunge Brasilianer seine Aus-
Sabine Kupferberg kann man, nicht zuletzt auch seiner biografi- bildung an der Stuttgarter John Cranko-Schule
NDT 3 gibt es schon lange nicht mehr. Aber schen Bezüge wegen, geteilter Meinung sein. nicht abgeschlossen. Aber als Tadzio in der Brit-
Sabine Kupferberg bleibt die ewige Muse von Über Frank Fannar Peterson ist man sich einig: ten-Oper „Der Tod in Venedig“ legt er schon mal
Jirí Kylián. In „Last First Touch“ und „Free Fall“ ist Der Solist aus Island gibt seinem Peer ein über- eine „weibliche“ Männlichkeit an den Tag, die
sie nach wie vor eine beherrschende Bühnen- aus persönliches Profil. auf eine spannende Karriere hoffen lässt.
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DANCE forYOU magazine 5

Die beste Tanzkompanie panie Peeping Tom hat zu jedem Thema etwas Henrietta Horn
Eigenes beizutragen: hyperrealistisch, absurd Wie Mary Wigmans „Totentänze I und II“ vor
Deutsche Tanzkompanie und dabei noch so artistisch, dass es einem die hundert Jahren ausgesehen haben, weiß nie-
Wenn ein Ensemble so erfolgreich ums eigene Sprache verschlägt. mand. Aber am Theater Osnabrück fühlt sich
Überleben kämpft wie die Deutsche Tanzkom- Henrietta Horn mitsamt ihrem Team so in ihre
panie in Neustrelitz, muss es dafür einen Grund Der/die beste Choreograf (in) Vorlagen ein, dass beide Werke für die Nachge-
geben, und der ist im nie nachlassenden En- borenen wieder vorstellbar werden.
gagement aller Tänzer und ihres Choreografen Alexander Ekmann
Lars Scheibner zu suchen. Gratulation! So einen „Midsommernattsdröm“ gab’s noch
Christian Spuck
nie. Schon gar nicht von Shakespeare. Wie in
Mit einer Koproduktion der Oper Zürich mit
Nederlands Dans Theater Dresden mischt Alexander Ekman das Ballett
dem Ballett Zürich gelingt es ihm, Verdis „Mes-
Das Spektrum seiner Zeitgenossenschaft so gehörig auf und versetzt selbst der Bühnen-
sa da Requiem“ in den Griff zu bekommen und
weit auffächern zu können wie das Nederlands technik noch einen ironischen Stoß, dass man
etwas ganz Eigenes entstehen zu lassen: ein
Dans Theater ist eine Kunst für sich. Aber die sich als Zuschauer verwundert die Augen reibt.
spartenübergreifendes Gesamtkunstwerk sui
Tänzer und Tänzerinnen von NDT I und II sind generis.
ihr auch gewachsen und verstehen sich auf alle Marco Goecke
Spielarten der Choreografie so souverän, als Zu seinem „Kafka“ für das Stuttgarter Ballett
Jeroen Verbruggen
wäre das selbstverständlich. ist es nicht gekommen. Aber sein „Petruschka“
Er ist der Paradiesvogel unter den jungen Cho-
– mehr als nur als ein Postskriptum zu seinem
reografen, und jedesmal überrascht Jeroen
Peeping Tom „Nijinski“ für Gauthier Dance – beim Zürich Bal-
Verbruggen mit dem ganzen Farbenreichtum
Egal, ob „Vader“, „Moeder“ oder demnächst als let kann sich sehen lassen. Und der „Midnight
seiner Fantasie – zuletzt mit „Where Have all the
dritten Teil einer Familien-Trilogie eine „Kind“ Raga“ für NDT 2 wurde zurecht in den Nieder-
Flowers Gone“ am Staatstheater Nürnberg.
betitelte Produktion: die belgische Tanzkom- landen mit dem „Zwaan“ ausgezeichnet.

BORIS GRUHL VOLKMAR DRAEGER

Beste Tänzer/in des Jahres Die beste Tanzkompanie Beste Tänzerin des Jahres
Elisa Badenes, Stuttgarter Ballett Gauthier Dance Rocío Molina/Spanien
In der Titelrolle der streitbaren „Salome“ von Zehn Jahre Gauthier Dance am Theaterhaus auch als Choreografin von „Caída del Cielo“ für
Demis Volpi so expressiv wie einsam; als Kitri in Stuttgart, eine Erfolgsgeschichte, die ihresglei- ihre umwerfende Präsenz und den Mut, Fla-
„Don Quixote“ exzellent in der Technik, von be- chen sucht, ein weites Spektrum der Stile. Krea- menco neu und größer zu sehen
zauberndem Charme in der Charakterisierung; tionen, die man zu kennen meint, wie Naharins
als Katherina in Crankos „Der Widerspenstigen Reißer „Minus 16“, in neuer, überberstender Ex- Bester Tänzer des Jahres
Zähmung“, alles andere als unterwürfig. pression. Immer wieder mutig auf unbekann-
Andreas Loos/Magdeburg
tem Terrain, demnächst in einer Mischung aus
Oliver Preiss, Leipziger Ballett als überzeugend gestaltende, physisch stark
jugendlichem Übermut, tänzerischer Rasanz
Die Gestaltung der Titelrolle in „Van Gogh“ von geforderte Hauptfigur in Gonzalo Galgueras
und von Melancholie durchzogenem Humor,
Mario Schröder als so berührende wie glaub- imposantem Krimiballett „America Noir“
in „Bullshit“ von Nadav Zelner aus Tel Aviv.
würdige Charakterstudie.
Choreograf/in Bester Choreograf
Nachwuchstänzer Michael Clark/Großbritannien
Christian Spuck, Ballett Zürich
Michael Ostenrath (Palucca Hochschule für für seinen Dreiteiler „to a simple, rock‘n‘roll …
In Verdis „Messa da Requiem“ gelingt, was sich
Tanz zur Dresden Frankfurt Dance Company) song“ als formvolles und zugleich witziges Re-
oft in Ansätzen verliert: die choreografische In-
Mit erstaunlicher Entwicklung in kurzer Zeit. sümee einer langen Karriere
szenierung im Zusammenklang der Solisten,
Individuell und unverwechselbar in der bestän- des Chores und des Balletts, die Abstraktion
digen Ausprägung und Erweiterung kraftvoller, des Tanzes im assoziationsreichen Dialog mit
Beste Company
jugendlicher Präsenz bei sensibler Grundierung. der Direktheit der Totenmesse. In „Nussknacker Michael Clark Company für ihre souveräne
und Mausekönig“ nach E.T. Hoffmanns origi- Beherrschung diverser Stile
Choreografie nalem Text kommen die dunklen Seiten der
Romantik ebenso zum Zuge wie der skurrile Beste Produktion
„Gesichter der Großstadt“ von Rainer Feistel
und absurde Humor, nicht zuletzt durch die Mi-
nach Gemälden von Edward Hopper beim Bal-
schung der Stile aus Tanz und Ballett, am Ende, Jefta van Dinthers Männerduo „Dark Field
lett der Theater Chemnitz als Kammerspiel ein-
die wie selten so glaubwürdige Geschichte er- Analysis“ als gelungenes Zusammenspiel von
samer Seelen in behutsamer Annäherung an
wachender Liebe. vielschichtigem Tanz, sinnstiftender Choreo-
die Menschen in Hoppers Räumen und an den
grafie und atmosphärischem Licht
Orten des Rückzuges, nicht ohne zu erahnende
Visionen individueller Auf- und Ausbrüche.
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6 DANCE forYOU magazine

ISABELL STEINBÖCK

Beste Tänzerin des Jahres Ulian Topor (Staatsballett Berlin) Beste Tanzkompanie
für mitreißende Tanz-Artistik
Iana Salenko (Staatsballett Berlin / Royal Bal- Ballett Dortmund in "Kontraste"
let) für ihren fließend aufeinander abgestimm- Alessio Sanna (ehem. Tanztheater Münster) Eine wandlungsfähige Kompanie auf tänze-
ten Pas de deux mit Marian Walter in Julio und für Energie und tänzerische Dynamik risch hohem Niveau
Tanya Acevedos diesjähriger Gala "balletto and
friends", Theater Münster Nachwuchstänzerin Choreograf/in
Edward Clug (Maribor / Rumänien)
Bester Tänzer des Jahres Tess Voelker, ehem. Juniorballett NRW für be-
merkenswerte Technik und starke Bühnenprä- für "Hora", eine faszinierende Symbiose aus Fol-
Jorge Barani (Kentucky Ballet Theatre, USA) senz klore und zeitgenössischem Tanz
für seine grandiosen Sprünge

ALESSANDRO BIZZOTTO

Outstanding dancer of the Year Alessandra Vassallo as Hippolyta in Bal- Best company of the year
anchine’s “A Midsummer Night’s Dream” at
Nadja Saidakova La Scala Ballet. Paris Opera Ballet
One of the greatest ballerinas of our time. After Technique, strength, lively attitude. She is still in In less than two years, Millepied showed us that
her second maternity leave, she was awarded the corps, but last season as Hippolyta, with her the French maison has the potential to be an ex-
with the “Re Manfredi” Award in Italy as Danc- pointe work and turns, she proved once more plosive company, not just a polished one. Hope-
er of the Year, and she got back on stage at the that she should be at least a Soloist. fully the trend will continue even without him.
Staatsballett Berlin for her final season. Her fare-
well performance as Tatjana in “Onegin” was Martin ten Kortenaar as Lensky in Cranko’s Royal Ballet
breathtaking, worthy of a true ballet superstar. “Onegin” at the Dutch National Ballet. One of the greatest ballet companies today.
The Canadian Grand sujet had both pathos and They have everything – great technicians and
Best dancer of the year innocence in this challenging role. An up-and- actors, a wide repertoire, beautiful productions.
coming debut in Amsterdam. In addition, the ability to mix tradition and mo-
Sarah Lamb for "Rubies" in Balanchine's
dernity.
"Jewels" at the Royal Ballet.
Best choreography/
She keeps surprising. An astonishing and fear-
Dutch National Ballet
less ballerina at her best, never less than dy- new production
The largest ballet company in the Netherlands
namic, and with an exotic refinement.
"Renaissance" by Sébastien Bertaud, creat- stands out as one of the leading ones – not just
ed for the Paris Opera Ballet. in Europe. Its last season was among the most
Amy Watson for "Emeralds" in Balanchine's
When haute couture meets ballet, they said. Set fearlessly interesting ones in recent years.
"Jewels" at the Royal Danish Ballet.
to Felix Mendelssohn-Bartholdy, this ballet is a
Both shiny and delicate – the American Princi-
stylish and promising creation. Best Choreographer of the year
pal dominates the scene with her mesmerizing,
liquescent port de bras. Ted Brandsen
"Symphonic Dances" by Liam Scarlett, creat-
His own version of "Coppelia" at the Dutch Na-
ed for the Royal Ballet.
Muriel Zusperreguy for Kylián's "Bella tional Ballet, back on stage last season, proved
An interesting abstract work, probably a hom-
Figura" at the Paris Opera Ballet. he definitely knows how to make a big classic
age to Zenaida Yanowsky, who left the compa-
It is not a surprise that Kylián chose her for this enjoyable for the new generations as well.
ny at the end of last season.
role and that he keeps wanting her to dance it.
Mysterious and passionate, she is as sensational Christopher Wheeldon
"Dangerous Liaisons" by Cathy Marston, cre-
as always. "Alice's Adventures in Wonderland" is already a
ated for the Royal Danish Ballet.
classic all over the world. Last season it was very
Based on the classic novel by Pierre Choderlos
Young promising talent De Laclos, a fresh portrayal of this famous story
well received at the Royal Danish Ballet too.

Marion Barbeau as Titania in Balanchine’s that inspired the movie directed by Stephen
Benjamin Millepied
“A Midsummer Night’s Dream” at the Paris Frears too.
The true star of choreography today, perhaps.
Opera Ballet.
After leaving the Paris Opera Ballet (he is highly
She has been getting praise for some years
missed), he got back to US and he keeps creat-
now, but she is still a Sujet (Soloist) in Paris. Her
ing. Last season it was nothing but a pleasure to
performance as Titania, last season, showed
see one of his most famous ballets, "Daphnis et
she has the potential to dance as a Principal.
Chloé", at the Berlin State Ballet.
DANCE forYOU magazine 7

IRATXE DE ARANTZIBIA

Outstanding dancer of the Year Dancer of The Royal Ballet but she was trained Rina Kanehara (Junior Soloist, English National
at The Royal Ballet School and she feels inside Ballet), who won Emerging Award 2017 of Eng-
Marianela Núñez (Principal Dancer, The Royal
her every little detail of the British style. She is a lish National Ballet.
Ballet). A beautiful ballerina in such different
safe gain for a good performance and, of course,
roles like princess Aurora in “Sleeping Beauty” Best production of the Year
the best muse of Liam Scarlett choreographer.
or in George Balanchine’s “Diamonds”.
The revival of “Dance”, choreographed by Lucin-
Steven McRae (Principal Dancer, The Royal
Best dancer of the Year da Childs and danced by Ballet de l'Opéra de Lyon.
Ballet). The Australian dancer Steven McRae
It was a technological challenge to dance this cho-
Natalia Osipova (Principal Dancer, The Royal has developed whole career in The Royal Ballet.
reography in its world première in 1979, because
Ballet). One of the best examples of the new gen- That’s why she has become himself in a good
the dancers had to dance at the same time than
eration of Russian ballerinas. As far as her strong example of its repertoire and style.
the film was been broadcast with the same chore-
Russian technique, she has got deeper interpre-
ographic phrase. But in 2017, the challenges were
tations with the process of maturation as dancer. Young promising Talents of the Year
to show the choreography is not old-fashioned
Edward Watson (Principal Dancer, The Royal YoungGyu Choi (Principal Dancer, Dutch Na- and to record the same ballet with the dancers of
Ballet). A good example of British dancer who is tional Ballet), has just received Alexandra Ra- Ballet de l' Opéra de Lyon, who obviously should
able and accurate to dance a dramatic role like dius Prize 2017 at the beginning of season of dance again at the same time of new version of
in Kenneth MacMillan’s “Anastasia” and strong Dutch National Ballet. His Elegance when he the film recorded by Marie-Hélène Rebois. It was
classical technique roles of repertoire also. dance and also his strong technique and the a big challenge in 1979 and also in 2017.
ability to do easy what it isn’t is marvelous.
Alicia Amatriain (Principal Dancer, Stuttgart Best company of the Year
Ballet) is in her best moment dancing because Anna Ol (Principal Dancer, Dutch National Bal-
The Royal Ballet, amazing in every little detail
of her maturity as an artist. Now she enjoys let) is a name to remember because she is very
of classical, neoclassical or modern productions.
dancing classical works like “Don Quixote” or secure ballerina with her strong technique like
dramatic roles like John Cranko’s “Onegin”. The her long balances. Best Choreograph
key is that she enjoys while she is dancing and
the audience enjoy with her. Aitor Arrieta (Soloist, English National Ballet) who Demis Volpi, who was nominee to prestigious
won Emerging Award 2017 of English National Prix Benois de la Danse as Best Choreographer
Laura Morera (Principal Dancer, The Royal Bal- Ballet and also was promoted to Soloist rank. for his “Salome”.
let). Maybe, she is not the most famous Principal

DAGMAR ELLEN FISCHER VESNA MLAKAR


Herausragende Die beste Tanzkompanie Herausragende
Tänzerpersönlichkeit des Jahres Alvin Ailey American Dance Theater Tänzerpersönlichkeit des Jahres
das sich kurz vor seinem 60. Jubiläum auf Euro- Steven McRae vom Royal Ballet London, weil
Alexandr Trusch, Erster Solist beim Hamburg Ballett
pa-Tournee zeigt er stilistisch stets beste Figur macht und dabei
Beste/r Tänzer/in des Jahres tanztechnisch völlig souverän bleibt. Als Ausnah-
Ballett am Rhein Düsseldorf/Duisburg metänzer ist er ein virtuoser Tausendsassa. Ihn
Maurus Gauthier bei „Gauthier Dance“, weil er
in „Rubies“ – dem Mittelteil von Balanchines „Je-
sich vom großen Talent zur unverwechselbaren Grupo de Rua von Bruno Beltrao wels“ - zu erleben, raubt einem schier den Atem.
Persönlichkeit entwickelt hat für ein unbelastetes Verhältnis zur Tradition Aber auch einen Feencharakter wie Frederick
Ashtons knifflig choreografierten Oberon in „The
Alex Martinez für seinen bodenständigen Part Beste/r Choreograf/in
Dream“ vermag er wunderbar zu verkörpern.
in John Neumeiers „Anna Karenina“
Ohad Naharin für sein Werk „Venezuela“
Beste/r Tänzer/in des Jahres
Pamela Pucheta weil sie zwischen Akrobatischem Sidi Larbi Cherkaoui für seine Offenheit den
Ekaterina Krysanova vom Bolshoi Ballett. Niemand
und Sinnlichem tatsächlich alles tanzen kann anderen Künsten gegenüber
dreht einfache und gedoubelte Fouettés schneller
Beste Nachwuchstänzerin Natalia Horecna, weil sie sich durch Eigenwil- als sie in „Don Quijote“. Die grandiose Technikerin
ligkeit so klar abgrenzt verzaubert ebenso in Alexei Ratmanskys „Le Corsai-
Teresa Silva Dias, bis 2017 Tänzerin beim Bun-
re“ mit ihrer hinreißend-pointierten Einlage des klei-
desjugendballett Demis Volpi, der auch ohne Rückendeckung nen Matrosen. Was für ein tänzerischer Esprit!
seinen Weg machen wird
Ksenia Ryzhkova, die sich seit Igor Zelenskys Di-
German Cornejo, weil er sich – beheimatet im Tan- rektionsantritt beim Bayerischen Staatsballett in di-
go – für andere Stile öffnet und daraus eine aufre- versen Rolleneroberungen als herausragend wan-
gende neue choreografische Handschrift entwickelt delbare Interpretin und tolle Partnerin präsentiert.

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8 DANCE forYOU magazine

Angefangen bei den zerbrechlichen Schönheiten („Spartacus“), Gamzatti („La Bayadère“), Hermia Kino-Live-Übertragungen überzeugen – ebenso
Giselle und Nikija, verliebten Teenagern à la Julia („Sommernachtstraum“) und die Mutter/Herzkö- wie von den Repertoirequalitäten und herausra-
oder Wheeldons Alice, gefolgt von Grigorovichs nigin („Alice“). genden Tänzerpersönlichkeiten des Royal Ballet.
durchtriebener Aegina („Spartacus“) bis hin zu Eine Stippvisite in London, wo gerade Wheeldons
Crankos trotzig-zänkischer Katherina („Der Wider- Der junge Brasilianer Adhonay Soares da Silva „Alice im Wunderland“ wiederaufgenommen
spenstigen Zähmung“). Ryzhkova lebt jede ihrer vom Stuttgarter Ballett. An der Seite der fulminan- wurde, macht allerdings deutlich, dass das Baye-
Partien mit größter Hingabe aus. Es gibt keinen ten Spanierin Elisa Badenes übernahm er bei der rische Staatsballett mittlerweile absolut konkur-
Moment, in dem sie nicht vor Präsenz sprüht. Wiederaufnahmepremiere anstelle von Pablo von renzfähig ist. Kompanien mit Sonderstatus blei-
Sternenfels die Partie des Basilio in Maximiliano ben aufgrund ihrer Chefchoreografen Schläpfers
Die techniktaffe Britin Laurretta Summerscales, Guerras retrofetziger „Don Quijote“-Version. Als Ballett am Rhein und das Hamburg Ballett –
die zu Saisonbeginn vom English National Ballet Hauptrollen-Anfänger sprang und spielte er sich John Neumeier.
zum Bayerischen Staatsballett gewechselt ist. Ihr brillant durchs Stück. Dies brachte dem 2015/16
München-Debüt gab die höchst musikalische ins Ensemble übernommenen Tänzer wohlver- Beste/r Choreograf/in
Erste Solstin als Myrtha in „Giselle“. Dann tanzte sie dient die Berufung zum Solisten ein.
John Neumeier für seine „Anna Karenina“. Fast
die Nikija („La Bayadère“) – an Sergej Polunins Sei-
drei Stunden lang lässt er seine Figuren ihr See-
te, den sie sichtlich anspornte. Was sonst in ihrem Emilie Mazón konnte bereits mehrfach als Neu-
lenleben in einem ergreifend, unmittelbar ver-
zierlichen Persönchen an Witz, Charme und Aus- meiers Julia oder Solveig („Peer Gynt“) überzeugen
ständlichen Gesten- und Bewegungsvokabular
druckstärke steckt, konnte sie mit der Übernahme – und das ohne irgendein besonderes körperli-
ausleben. Die unterschiedlichen Lebensumstände
der Titelpartie von Wheeldons „Alice“ beweisen. ches Hypertalent aufzuweisen. Aura und immense
und -welten charakterisiert er nicht nur tänzerisch,
Bühnenpräsenz sind Mazóns Stärke. In Hamburgs
sondern auch visuell und musikalisch – vergleich-
Jonah Cook, seit dieser Spielzeit zum Ersten Solis- „Anna Karenina“ kreierte Gigi Hyatts 21-jährige
bar seiner akustischen Dramaturgie im „Sommer-
ten des Bayerischen Staatsballetts avanciert. In die Tochter die Rolle der Kitty. Vom Society-Hero
nachtstraum“.
neue Saison startete er als hyperschön tanzender Wronski abserviert und vom Naturburschen Lewin
Lover Lucentio („Der Widerspenstigen Zähmung“) hingebungsvoll umsorgt, verlieh sie ihrem liebes-
Demis Volpi, Stuttgarts geschasster Hauscho-
– darstellerisch so kraftvoll, als habe er in der Som- kranken Irrsinn zeitgenössisch-drastisch Ausdruck.
reograf für sein Ballett „Salome“ und die sparten-
merpause Tag und Nacht nur geschauspielert
übergreifende Inszenierung von Brittens „Death in
und trainiert. Dabei war es schon irre, wie er sich Vielversprechend weiterentwickelt haben sich
Venice“. Letzteres eine bis in die Drehungen und
vergangenes Jahr in Romeo, Lysander (Neumeiers beim Hamburg Ballett außerdem Marc Jubete
Verschiebungen der Kulissen durchchoreogra-
„Sommernachtstraum“), den steppenden Hutma- (ein fantastischer Jesus in Neumeier „Matthä-
fierte Opernregie. Bewegung, Personenspiel und
cher bzw. Herzbuben (Wheeldons „Alice“) oder us-Passion“) und Christopher Evans. 2016 hatte
Einsatz symbolhafter Requisiten, Stimme und Mu-
grausam-imposanten, mit gewaltigen Sprüngen Evans in der Uraufführung von Neumeiers „Turan-
sik verschmelzen zu einem introspektiven Biopic
die Luft durchschneidenden Crassus („Spartacus“) galîla“ einen ersten entscheidenden Part inne.
einer literarischen Figur mit problem-konnotierter
verwandelte. Gerade arbeitet sich der junge Native American
Egobewältigung. Alles sehr sinnlich, sehr intellek-
als Basilio-Zweitbesetzung in Nurejews „Don Qui-
tuell und sehr gut.
Osiel Gouneo, dessen unendliche Drehschrauben jote“-Fassung ein.
und Sprungkapazität einen immer aufs Neue vom
Goyo Montero für seine unvergleichlichen Wer-
Platz reißen. Den smarten Kubaner scheint einfach Beste Tanzkompanie
ke „Monade“ – hier werden Ballett und Chor des
nix bremsen zu können. Damit war er eine Ideal-
2017 muss hier der „Tanzverführer“ Eric Gauthier Staatstheaters Nürnberg zu einer beeindrucken-
besetzung für Grigorovichs um Freiheit ringenden
genannt werden. Dessen Gauthier Dance Com- den Einheit – und „Don Quijote“. Unter Klän-
Spartacus. Beim Bayerischen Staatsballett debü-
pany feierte im März am Theaterhaus Stuttgart gen des Kanadiers Owen Belton entspinnt sich
tierte er zudem als Albrecht, Romeo und Solor.
ihr 10-jähriges Jubiläum. Die auch sozial stark en- Cervantes՚ bekannte Geschichte in einem Lager
Eine herausragende Leistung als Interpret gelang
gagierte Truppe gastiert weltweit mit mehrteili- wahnsinniger, zerlumpter Gestalten. Ein Spiel der
ihm in Neumeiers Doppelrolle Philostrat/Puck
gen Programmen. Mit „Nijinsky“ bescherte Marco Fantasie, das sich an einem Packen Manuskriptsei-
(„Sommernachtstraum“).
Goecke dem Ensemble vergangenes Jahr einen ten entzündet. Ticks und Wahnvorstellungen beu-
biografisch-abendfüllenden Coup, den man gese- teln die zwischen Fiktion und Realität gefangenen
Beste Nachwuchstänzer/in
hen haben sollte. Figuren. Ihre Reise wird zur Angst- und Alptraum-
des Jahres
In derselben Dekade ist es dem Spanier Goyo bewältigung.
Keine tanzte sich beim Bayerischen Staatsballett Montero gelungen, mit seinen Kreationen und
so nachdrücklich und schnell in die Riege der So- einer ganz eigenen Art, choreografisch mit Raum Jiří und Otto Bubeniček für ihre märchenhafte
listinnen wie die junge Wienerin Prisca Zeisel. Au- umzugehen, dem Staatstheater Nürnberg Tanzfassung des „Rusalka“-Stoffs beim Badischen
ßer Ehrgeiz und Fleiß zeichnet diese Tänzerin ein Ballett ein unverwechselbares Profil zu verleihen Staatsballett Karlsruhe
selten natürliches Spieltalent aus. Schon die ver- und die moderne Kompanie fest auf der europäi-
steinerte Miene ihrer Debüt-Rolle Myrtha sprach schen Ballett-Landkarte zu verankern. Yuri Possokhov für seinen modernen Klassiker
Bände. Ihre breite Emotionspalette überraschte „Ein Held unserer Zeit“ nach Michail Lermontows
auch im Pas de deux des Weißen Schwans bei ei- Zu den besten der vorwiegend klassisch tanzen- Romanvorlage für das Bolshoi Ballett. Eine in Zu-
nem Gala-Auftritt. Alle Herausforderungen wusste den Kompanien zählt nach wie vor das Bolshoi sammenarbeit mit Kirill Serebrennikov entstande-
sie überzeugend zu meistern – darunter Aegina Ballett. Davon kann man sich in verschiedenen ne, sehr schlüssige Tanzadaption.

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DANCE forYOU magazine 9

DER NEUBEGINN
Im prächtigen Nationaltheater in Prag - Národní divadlo - feierte das Tschechische Nationalballett
Ende Oktober seine erste Premiere: „Timeless“ unter der Leitung von Filip Barankiewicz. Die mit
Spannung erwartete Produktion wurde ein Riesenerfolg.

P
rag hat viel zu bieten… Waren Sie schon einmal da? Die „Goldene Stadt“ mit ihrem geschichtlichen Erbe gehört
zu den schönsten Hauptstädten Osteuropas. Vor allem die historischen Bauten der Altstadt, die unzähligen Se-
henswürdigkeiten und Museen machen einen Stadtbesuch zu etwas ganz Besonderem. Man schlendert durch
geheimnisvolle Gassen und quert auf verwunschenen Brücken die Moldau. Prag zieht einfach mit seinem Flair Besucher
aus aller Welt in seinen Bann. Das Národní divadlo, 1868 durch den tschechischen Architekten Josef Zitek im Stil der
Neo-Renaissance gebaut, kann auf eine bewegte Geschichte zurückblicken. Viele Tschechen beteiligten sich damals
durch Spenden am Bau des Nationaltheaters, das nur kurz nach seiner Eröffnung 1881 durch ein Feuer vollständig aus-
gebrannt war und so erneut eine Welle der Solidarität hervorgerufen hatte. Dank vieler Geldgaben wurde das Theater
1883 dann mit der Aufführung von Bedřich Smetanas „Libuše“ neu eröffnet. Heute beherbergt das Nationaltheater drei
Künstlersparten - Oper, Drama und Ballett - und gilt als das repräsentativste Theater im ganzen Land. Es wurde zu
einem der Symbole der tschechischen nationalen Identität und gehört somit zum nationalen Kulturerbe.
Einen Tag nach seiner großen Premiere in Prag hatte ich die Gelegenheit, mich mit Ballettdirektor Filip Barankie-
wicz zu unterhalten. Im Interview verriet er mir mehr über seine neue Aufgabe und was er beigesteuert hat, um
das Prager Ballett als eine international anerkannte Ballettkompanie neu zu erschaffen.
Filip Barankiewicz © Martin Divíšek
Probe für Serenade (Ch. George Balanchine) Sophie Benoit, Adam Zvonař, Nikola Márová © Martin Divíšek 10 DANCE forYOU magazine

Es ist vollbracht! Ihre erste Premiere ist jetzt zwei Männer, zwei Frauen oder ein Paar Mann-Frau ist. Es
endlich geschafft. Was geht nun in Ihnen vor? ist zugleich ein Dialog zwischen der Musik Chopins, den
beiden Künstlern auf der Bühne und dem Publikum. Ich
Ich bin einfach glücklich und begeistert, wie unsere Tänze- finde, es ist ein sehr gutes Beispiel, wie Ballett und Tanz
rinnen und Tänzer gemeinsam diese Aufgabe hinbekom- heute überhaupt funktioniert.
men haben. Es ist nicht einfach, ein solches Programm in
weniger als sechs Wochen auf die Beine zu stellen. Meine Sie blicken als erster Solotänzer
Begeisterung gilt aber auch der Tatsache, dass die besten des Stuttgarter Balletts eine große
Ballettkompanien der Welt diese sehr bekannten Werke
Bühnenkarriere zurück und haben auf allen
schon getanzt haben. Und wir nun auf höchstem Niveau
großen Bühnen dieser Welt getanzt.
aufschließen. Dieses Programm ist mit sehr viel Ambition
verbunden - das hätte auch genauso gut schiefgehen kön- Das verdanke ich meinem ehemaligen Ballettdirektor,
nen. Die Chance, Meisterwerke wie Balanchines „Serena- Reid Anderson, der mir erlaubt hat, Gastspiele bei zahl-
de“ und Tetleys „Sacre du printemps“ aufführen zu können, reichen Kompanien auf der ganzen Welt zu geben. Er


war sehr wichtig für unser Ensemble. bot mir die Gelegenheit, nach meiner Karriere auch Trai-
nings zu leiten und mich als Coach zu beweisen. Und das

Wir werden neue zeitgenössischen


nicht nur in Stuttgart. Ich durfte auch mit verschiedenen
Kompanien Crankos Ballette bühnenreif einstudieren. All
Kreationen genauso wie viel mehr diese Erfahrungen, die ich während der Jahre sammeln
konnte, zeigten mir, wie eine Kompanie funktionieren -
Klassisches ins Repertoire aufnehmen oder eben nicht funktionieren kann.

und auf höchstem Niveau zeigen. Sie starten also gerade eine zweite Karriere als
Direktor des Prager Nationalballetts.

Ebenso sehr freut mich die neue Zusammenarbeit mit Ich versuche mich selbst als Künstler ganz zu vergessen,
Emanuel Gat, es hat fast zwei Jahre gedauert, ihn für weil es hier nicht um mich geht, sondern um die Tänzer
Prag zu engagieren. Seine Kreation „Separate Knots“ hat der Kompanie. Mir war, als ich diese Aufgabe annahm, sehr
er speziell für uns entworfen. Sie basiert nicht auf Impro- wichtig, dass sich die Tänzer weiter entwickeln können. Ich
visation, und dieses Timing, wie die Tänzer ihre Aufgabe kenne das Ensemble schon seit 2003 und habe in der Zeit,
hin und her spielen, ist einmalig. Ich finde, die Choreo- als Petr Zuska Leiter hier war, sehr oft gastiert. Naturgemäß
grafie schickt so viele Botschaften - eine davon ist Zärt- ist es nicht immer leicht, einen Wechsel zu durchleben - we-
lichkeit, ein Dialog zwischen zwei Menschen, egal ob es der für mich noch für die Tänzer.

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DANCE forYOU magazine 11

Es war auf jeden Fall eine Herausforderung. Aber die Tänzer Das ist ein tolles Ballett für die ganze Familie und be-
haben mich sehr gut aufgenommen und verstanden, dass sonders für junge Leute. Wir legen dann ein wenig den
wir gemeinsam etwas Neues aufbauen wollen. Sicher, es Schwerpunkt auf slawische Werke mit „Slovanský tem-
dauert alles seine Zeit, und man kann es vor allem nicht in perament“, choreografiert von unserem erster Solotän-
einer Spielzeit schaffen. Wir werden neue zeitgenössische zer Ondřej Vinklát, von Katarzyna Kozielska und Andrei
Kreationen genauso wie viel mehr Klassisches ins Repertoi- Kaidanovsky, also drei jungen Choreografen. Sie werden
re aufnehmen und auf höchstem Niveau zeigen. absolut neue Kreationen schaffen, die im Glashaus, „The
New Stage“, gezeigt werden - einem überaus alternati-
Was hat sich organisatorisch verändert, seit ven Spielort mit interessanter Architektur und offen für


Sie da sind? die vielfältigen Formen des modernen Theaters. Damit

Ich konnte in Prag mit einer neu formierten Kompanie star-


ten, das fand ich ganz toll. Wir haben 65 Tänzer aus der alten
Kompanie übernommen und nach dem Vortanzen im ver-
Ich möchte den Tänzern etwas
gangenen Jahr dann vierzehn neue Tänzer eingestellt, nicht komplett Neues, Anderes zeigen,
nur im corps de ballet, sondern auch Demisolisten oder So-
listen. Toll ebenso, dass unser Ensemble tatsächlich multikulti
als was sie in den letzten Jahren
ist und sich neben den tschechischen Tänzern Kollegen aus gewohnt waren.
vielen Ländern finden. So soll es sein, dass Künstler nicht nach
Ihrem Pass oder ihrer Provenienz beurteilt werden, sondern
nach ihrem Können.
wollen wir ein junges Publikum erreichen, und mein Ziel
Was schätzen Sie, war es einfach oder eher wäre es, Menschen, die nicht täglich ins Theater gehen,
dorthin zu locken. Besonders freue ich mich auf die Pro-
schwer für die Tänzer, sich unter Ihrer Leitung
duktion „Vertigo“ mit Choreografien von Radu Poklita-
neu zu erfinden? ru, Mauro Bigonzetti und Alexander Ekman, dann auf
Ich bin in einer Phase, wo ich erst mal beobachte. Die Tän- „Decadance“ von Ohad Naharin, „The Snow Queen“ in der
zer sind vielleicht an eine andere Arbeitsweise gewöhnt, Choreografie von Michael Corder, „La Bayadère“, choreo-
ich muss ihnen aber für die Entfaltung Zeit lassen. Das grafiert von Javier Torres, „The Little Mermaid“ von Jan
geht nicht von heute auf morgen. Kodet und „Valmont“ von Libor Vaculík. Petr Zuskas „Ro-
meo und Julia”, sein “Solo for the Two of Us” und „Tremble“
Wenn Sie Ihre Kompanie sehen, wo stehen sowie das beliebte “The Nutcracker - A Christmas Carol”
Sie im Vergleich zu anderen Kompanien? von Youri Vàmos dürfen nicht fehlen. Doch nicht nur die
Heimvorstellungen sind wichtig. Mein Ziel ist es, mit der
Vom Niveau gesehen sind alle Tänzer/innen in einer sehr Kompanie auch verstärkt zu gastieren.
guten Form. Nannet Glushak, die bei uns Balanchines „Se-

Filip Barankiewicz © Pavel Hejný


renade“ einstudiert hat, lobte die Tänzer in besonderer Wei-
se: Noch nie war es ihr bei anderen Kompanien gelungen,
das Werk mit zwei komplett verschiedenen Besetzungen
einzustudieren. Das ist schon mal ein großes Kompliment.

Was möchten Sie hier verändern?


Ich möchte den Tänzern etwas komplett Neues, Anderes
zeigen, als was sie in den letzten Jahren gewohnt waren. Die
Suche nach neuen Werken ist ohnehin extrem wichtig für die
Kompanie. Doch es gibt auch so viele tolle klassische Werke,
die man pflegen und auf höchstem Niveau tanzen muss. An-
sonsten würden wir uns nicht weiter entwickeln. Erst nach
diesem Schritt können wir auch weiter aufbauen, zeitgenös-
sische Werke und selbst Tanztheater verinnerlichen - alles
eben, was man im 21. Jahrhundert einfach tanzen muss.

Wie viele Vorstellungen absolvieren Sie jährlich?


Die Kompanie hat zum Glück 120 Vorstellungen im Jahr,
und in der aktuellen Spielzeit bekommen wir dreizehn
Titel, insgesamt ein anspruchsvolles Programm! „La Fille
Mal Gardée“ von Sir Frederick Ashton wird am 19. April
2018 Premiere feiern.
Filip Barankiewicz © Roman Novitzky 12 DANCE forYOU magazine

Wie ist das Ballettpublikum hier in Prag? lem, dass – wie in den früheren Osteuropäischen Ländern
praktiziert - das Budget nicht immer zusammengehört.
Sie haben es gestern Abend gehört! (lachend). Komi- Das heißt, was wir für die Stücke und Repertoire ausge-
scherweise war gestern bei der Premiere kein gewohntes ben, hat nichts zu tun hat damit, was die Tänzer an Gage
Ballettpublikum im Saal. Der war voll mit VIP’s, Business- verdienen. Das ist ein Problem, womit auch mein Vorgän-
leuten, Gästen und Sponsoren. ger sehr viel gerungen hat. Sicher ist, dass dieser Prozess
sehr lange dauern wird, aber dafür werde ich mich auch
In Deutschland ist es weniger üblich, gerne beim Kulturministerium einsetzen.
dass das Publikum zwischen den Sätzen
applaudiert.Hier hat das Publikum getobt, Ist Prag Ihr Endziel als Ballettdirektor?
sie wollten nicht mehr aufhören. Würden Sie gerne später nach Deutschland
zurückkommen?
Richtig, das Prager Publikum ist sehr warmherzig und
liebt sein Ballett. Das kann ich auch von meinen früheren Das weiß ich nicht, ich denke jetzt nicht darüber nach.
Auftritten hier berichten. Die Tänzer haben es nun direkt Ich muss sehen, wie ich hier vorankomme, und glaube,
erlebt und gefühlt, was für ein Privileg es ist, in einem sol- dass in dem Moment, in dem ich sagen würde, ich bleibe
chen Theater vor einem solchen Publikum zu tanzen. Das hier nur fünf oder zehn Jahre, also in Zeitdruck wäre, gar
gibt es wirklich nicht überall! nichts funktionieren würde. Um Kunst gesellschaftspoli-
tisch wirken zu lassen und so ein anspruchsvolleres Pub-
Wie ist Ihre Kompanie finanziell aufgestellt? likum zu erziehen, dafür braucht man bekanntlich Geld.
Und wenn das Geld nicht da ist für die Tänzer, dann kann
Wir sind kein eigenständiges Ensemble, sondern Teil ei- das ein Problem sein. Doch wir haben zum Glück auch
nes Dreisparten-Hauses, und so wird es auch vom Budget tolle Helfer! Ich habe mit Freude erst gestern erfahren,
her aufgeteilt. Hier in Prag funktioniert es ähnlich wie dass einer unserer großen Sponsoren, die Raiffeisenbank,
in anderen Opernhäusern weltweit. Es ist kein Geheim- uns mehr Geld zuwendet. Das bestätigt unseren Einsatz!
nis, dass eine Ballettkompanie, nicht nur hier, sondern
an mehreren Theatern, den größeren Anteil am Etat be- Wie ich Sie einschätze, bereiten Sie gerade
kommt. In dieser Spielzeit bringen wir drei Premieren Ihre nächste Spielzeit vor. Verraten Sie mir
heraus, ich hoffe aber - bald, wenn die neue Staatsoper mehr dazu?
wieder geöffnet wird -, dass wir mindestens vier Neupro-
duktionen zeigen können. Das ist das Minimum für eine Es bleibt spannend abzuwarten, aber ich sage schon mal:
80-Tänzer-Kompanie. Im Vergleich mit Schauspiel und Freuen Sie sich darauf! 
Oper sind wir fast immer ausverkauft, haben eine Aus- Das Gespräch führte Mihaela VIERU
lastung von über 95 Prozent. Natürlich gibt es das Prob-
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ARTUR SHESTERIKOV
At the top of his game

Debuts, jumps, castings, patience,


perfectionism, and that feeling of being
fit and in shape. At the Dutch National
Ballet today, no man shines brighter than
Artur Shesterikov in Balanchine's 'Apollo' © Angela Sterling

the Russian Principal dancer. This season


he seems happy to dance even more than
before, in spite of having fewer breaks to
rest. During one of them, ALESSANDRO
BIZZOTTO caught up with him.
He is used to transition from milestones of the repertoire
to contemporary pieces, scoring some of his personal
bests with performances in Balanchine’s hits such as “Di-
amonds” in “Jewels”, “Theme and Variations” and “Violin
Concerto”. Now, as he is about to interpret again a dream
role for many dancers, the prince in “The Sleeping Beau-
ty”, he seems glad to open up about his life and his artistic
vision. Married to another star of the Dutch National Bal-
let, Principal Maia Makhateli, he has been playing a new
role too for the last months – being a father. His son Luka
was born last April.

How is he?
He is fine! He is seven months now and he is growing well.
Maia and I are both very busy!

Guess you sleep less in these months.


Artur Shesterikov in 'Giselle' © Angela Sterling

Yes, I am not sleeping that much! Not every night, it de-


pends. It is not too bad however, I don’t feel exhausted.

You told me more than once that it was your


parents’ idea to send you to ballet class in
Perm.
It was. I was ten years old and, of course, I still didn’t
know what I wanted to do in my life. At first, I was scep-
tical about taking ballet classes – it did not look like a
male thing to me! I tried in any case, and I didn’t find it so

N
ot every male dancer can do what Artur Shesterik- bad. Over the years, it became more and more interest-
ov does. From Siegfried in “Swan Lake”, the role ing. I started loving to jump, to turn… I was very much
that gained him the promotion to Principal, to into technicality and into learning male variations. While
William Forsythe – with a whole group of Neumeier, Asht- I was a student I loved watching very technical ballets
on, Millepied, McGregor and, of course, van Manen roles at the theatre. You know, I saw Cranko’s “Onegin” for the
first time when I was eleven and I must admit I didn’t
– the Russian-born Principal of the Dutch National Ballet
like it that much at that time, as there weren’t enough
has already built a reputation and a career out of both
technical tricks for the male character! While I was stud-
mastering technical tricks and capturing the essence of
ying ballet, a personal favourite was “Don Quixote” – it
each choreography.


was so exciting to watch Basile’s variations and I started
dreaming about performing them one day. However,
things have changed – I had my debut as Onegin last
I feel pretty fit today. I think I am at the season and I just loved it. I was totally carried away with

top of my game, professionally speaking, that story.

and stronger that some years ago. It Who offered you the opportunity to join the

requires concentration and dedication. Dutch National Ballet?


Ted Brandsen, our artistic director. I had been perform-
ing for five years with Perm State Opera and Ballet and
we were on tour in Amsterdam, and one day I got the
He grew up in Perm, where both his parents were danc- chance to take a class with the Dutch National Ballet. I
ing at the Perm State Opera and Ballet Theatre. After join- had already heard about the company and I was thrilled
ing the leading Dutch ballet company in 2007, it took just to be in its studios that day. Ted saw me on that occa-
five years for him to reach the top rank. Each time we've sion and offered me a contract. I always wanted to leave
spoken in recent years, Shesterikov has always talked Russia, though I was not unhappy there… I was simply
about his profession with calm but iron fondness. It looks curious to try something new and different. I had no
like he often thinks twice before saying something, and doubts and I immediately agreed to join the Dutch Na-
no doubt, he is a rigorous professional. tional Ballet.
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In Russia they have many more jumps. While I think at the Mariinsky they are more conservative
Several ballet masters says they have a and academical. Every company is different and we can-
not generalize. In Russia they are even less familiar with
normal class with big jumps nearly every
modern dance. That’s why I feel like I started developing
day, and there lies the secret of their
my own style in a diverse way once I moved to the Neth-
stamina. Is that true in your opinion? erlands from Russia – I experienced several contemporary


I prefer Western European classes. At the Dutch National styles which trained my body and my muscles differently.
Ballet, as an example, at least half of the classes are more
concentrated on the barre. I like it as it gives me time to
warm up my body in a much better way. In Russia they I like to work on details. While
jump more, it is true – I remember that, after a short cen-
tre, it was often straight into jumps, and we did many al-
rehearsing I try every time to improve
legro exercises. I can’t say that way of working is better or anything that can be improved. So yes, I
worse. Nevertheless, I can tell you I prefer the way I am
working today here in Amsterdam, rehearsing particular
think I am a perfectionist in many ways.
jumps each time I have to execute them on stage. If my
next character has big jumps, I work a lot on big jumps,
but if he has many faster jumps, I work on coordination Have you found any character closer to your
and I do faster jumps in class and in rehearsal. personality than other ones, after becoming
a Principal?
Some years ago Alessandra Ferri told me the
Last season I had two very important debuts: I danced for
Russian style today is “screamed” out.
the first time the title role in “Onegin”, as I said earlier, and
At the Bolshoi sometimes they overdo it, emotionally as Solor in “La Bayadère”. A superb dramatic character and
well. You know, they have a big stage and a very numer- one of the biggest male roles of the classical repertoire. I
ous audience every night – they must do so somehow, can’t say I felt they were closer to myself than other char-
in order to let people who are sat in the back row under- acters such as Albrecht or Basile, but I felt they both repre-
stand what’s going on on stage. sented exceedingly important opportunities for me. >>
Artur Shesterikov in 'Diamonds' with Maia Makhateli © Het Nationale Ballet

Artur Shesterikov in Balanchine’s ‘Apollo’ © Angela Sterling

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Artur Shesterikov in the 3rd act of 'Onegin' © Altin Kaftira
Other ones need a break in order to keep going, to let
their little injuries heal if they have some… to take their
mind out of the ballet world, which is also important. I am
one of those who needs a bit of rest, honestly. Not too
long – one week or two at most. Having a couple of such
breaks a year would be perfect, though they don’t always
happen the way I wish.

Hyperextensions have become more and


more popular even with male dancers. Do
you like them?
It looks like it has become a necessity today to stretch to
maximum extension. I don’t mind actually, it all depends
on the way a dancer hyperextends and what he or she is
dancing in that moment. Let’s just think about Baryšnikov,
after all – he already looked pretty good thirty, thirty-five
years ago.

Are you a perfectionist?


I like to work on details. While rehearsing I try every time
to improve anything that can be improved. So yes, I think
I am a perfectionist in many ways.

How physically fit are you?


Walk us through a typical casting process at
I feel pretty fit today. I think I am at the top of my game,
the Dutch National Ballet. professionally speaking, and stronger that some years
It is never the same! It changes for every production. ago. It requires concentration and dedication: I never
Normally the Principals dance first roles here. When cho- miss class, I try to balance work and life the best possible
reographers come to Amsterdam to stage their ballets, way, I go to the gym to work on my upper body when I
they normally see us all in class and then they make their have time.
choices. John Neumeier works like this, for example, he
does his own casting. As for the classical repertoire, choic- What’s next for you this season?
es are up to our director.
After the November tour at the Mariinsky with the com-
pany, where we will perform Alexei Ratmansky's “Piano
In such cases, do Principals talk to him in Concerto #1”, I’ll be back to the role of Prince Florimund in
advance sharing their opinions? “The Sleeping Beauty” – I will dance the opening night on
December 9, and I am already excited! I’ll reprise anoth-
Many do so, girls mostly! Frankly, I can say that generally I
er important role this season, which I danced more than
don’t. I trust Ted’s vision.
once here and abroad as a guest, Basile in “Don Quixote”.

Are you a quick learner in rehearsal?


What kind of partner are you? Maia told me
I think I am! My method is a fast one, even though every you are very patient in rehearsal…
role is different and it is normally hard to plan every step
of the learning process. Again, it depends. When I am She is not the only one to say so! Several ballerinas I
back to a role, of course, everything flows more quickly worked with do, including girls I don’t dance regularly
and easily, though let me say that when it comes to big with…. I remember Diana Vishneva saying something
ballets it usually takes a month to get perfectly ready for like that as well, when we danced Hans van Manen’s “Live”
the role, or even more. a couple of years ago. So I guess it is true! I have always
thought it is extremely important to listen to your partner
Are you one of those who think a Principal and to understand her needs.

must always keep improving, never stopping,


Who cooks the most at home? You or Maia?
and always looking forward?
Maia maybe. But I also enjoy cooking at times! 
We are all different, I guess. Some colleagues prefer not to
stop at all, even for a couple of days.
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DANCE forYOU magazine 17

Jason Reilly
Working harder
Jason Reilly als Hamlet (Ch. Kevin O'Day), Photo by Stuttgarter Ballett

As he celebrates his twentieth anniversary with the Stuttgart


Ballet, the Canadian-born Principal talks to ALESSANDRO
BIZZOTTO about the thrills of his career and his
hopes for the future, and explains why today
he is not dancing for himself anymore.

A
s he tells me about what’s on the plate for him next, Jason Reilly talks with a soft tone and a well-mannered composure. It takes
some questions for him to burst into his first, genuine laugh and to turn our conversation into a playful chat.
It looks as if he is more thrilled by the mere fact of dancing than by the important anniversary he celebrates this year, and that’s the
main reason of our interview: this is his twentieth season with the Stuttgart Ballet.
Born in Canada and trained at the National Ballet School Toronto, he left his own country just after his graduation to move to Stuttgart, where
he has been a Principal since the 2003/2004 season, soon becoming one of the most in-demand dancers of the company. >>

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Was Europe a better place to pursue a who graced the stage of the Stuttgart I would not say they were stressful. They were
career in ballet to your student’s eyes? Opera House in the late 90s and in more emotional for sure, but I didn’t feel stres-
sed. There was a different energy going on tho-
the 2000s, such as Sue Jin Kang, Elena
After finishing the ballet school, I wanted to re- se nights – tension and excitement were in the
main in Canada actually, in order to stay close
Tentschikowa, Maria Eichwald. How
air. I can only imagine how those stars felt that
to my friends and to my family in Toronto. Then was that? night, how could it have been for them, bidding
Reid Anderson, who had been artistic director their farewell after so many years with their
At the very beginning, I was terrified! You know,
of the National Ballet of Canada from 1989 to companies.
they were among the best ballerinas in the wor-
1996 and who knew me as a ballet student, of-
ld, and they had already danced with fantastic
fered me a job in Stuttgart. I accepted. I thought Are you more stressed today than
partners! However, they were all so professional!
about staying at the Stuttgart Ballet for a couple twenty years ago, on the occasion of
They helped me a lot, dancing opposite them
of years, to gain some experience here and then
was an amazing learning experience, which an important show?
get back to Canada. But, as you know, now it is
made me grow as an actor as well. When you tell
twenty years later – and I am still in Stuttgart! I really think it is about a different kind of stress.
a story with your stage partner, you must learn
When I was younger, I was always hoping for
how to work both on the technique and on the
If you look back at your artistic path, my ballerina to be happy and to trust me, and
character… and I felt like I was becoming a bet-
what do you think are its highlights not to miss steps or to make technical mista-
ter actor every time I worked with Sue Jin, with
so far? Maria, with Elena in a studio or stepping onto a
kes. Today, whenever I dance, particularly abro-
ad, I feel the responsibility of representing my
stage with them. It was a dream in many ways.
Becoming a Principal with the company – that’s a company well.
highlight for sure! I am so proud of being a Princi- Afterwards I had the privilege to dance with
pal dancer here. All the opportunities I have been such ballerinas as Alicia Amatriain, Anna Osa-
dcenko, Hyo-Jung Kang, Alina Cojocaru, Polina
What’s most important for an
given were highlights as well… you know, all the
Semionova and Shoko Nakamura. aspiring ballet dancer? Ambition?
characters I had the chance to play. In addition,
Hard work? Self-confidence?
I must say, working with so many fantastic col-
leagues every day. It really kept me motivated. Over the years, you also partnered
Everything. Dedication too. In addition, lo-
great stars on the occasion of their yalty. When young dancers find a place that
Since you started dancing, you farewells. Not only Sue Jin but also gives them chances to develop their artistic
have had the chance to partner the Evelyn Hart and Nadja Saidakova. Were personality, I think they owe a certain loyalty
glorious generation of ballerinas those performances more stressful? to that place.

Jason Reilly and Elisabeth Mason in Dornröschen (Ch. Marcia Haydée)


Photos by Stuttgarter Ballett/Ulrich Beuttenmüller
Jason Reilly als Romeo (Ch. John Cranko)

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DANCE forYOU magazine 19

You just had a daughter. Does having


Jason Reilly als Onegin (Ch. John Cranko) Photo by Stuttgarter Ballett

Jason Reillly as Stanley Kowalski with Alessandra Ferri in Endstation Sehnsucht


(Ch. John Neuemeier) Photo by Stuttgarter Ballett
a child change your priorities? Several
dancers told me that, after having a
baby, they stopped focusing just on
themselves and on their shows…
For sure! Let’s talk about my routine before a
performance, as an example. I used to have a
late lunch, to rest a little, to take my time. To-
day things have changed – after the morning
rehearsals, I run home, I try to eat, I play with
my daughter and then I run back to the Opera
House. Every day I wake up at six o’clock now
and, when my working day has finished, I rush
home in order to spend time with my daughter
instead of going out with friends for a beer. Ob-
viously, I am busier now and I must work harder.
Lately, I see many young dancers in their early I just hope everything will work well. I have no
I really like the idea that one day she will come to
twenties joining companies and leaving them doubt Tamas will be a great director for us all.
see my performances, that she will sit in the au-
after two years. Not just in Stuttgart. I under- After hearing his ideas for the future, I feel his
dience at the Opera House and see dad dancing
stand that, at times, someone might feel he or vision is impressive and we are looking forward
Onegin. That’s why I feel like I am not working
she didn’t find the right place, but in general I to it! He will keep us motivated and he will keep
and dancing for myself anymore – today I work
would say that you can develop as an artist best nurturing rising talents.
for her and for Anna.
when you trust your director and ballet masters
because they will provide support and space in Do you miss your home country
which to grow. If you could make a wish that would
sometimes?
come true, would it be to create a
How do you keep healthy and try to new ballet with Forsythe or Kylián, or Yes, I do. My life and my future are here in Stutt-
avoid injuries? to dance a new big role such as Des gart now. Nevertheless, sometimes I happen
to find myself missing my family and my old
Grieux in MacMillan’s “Manon”?
I do cross training, I go to the gym and I have friends. I think about Canada every day, par-
been doing physiotherapy for five years. It is Such a tough question! Creating something ticularly during holidays such as Halloween
normal for me, in some ways, as I have always new with Forsythe or Kylián would be a dream. and Christmas… you know, I think about how
done many physical activities… You know, I was But I must say that dancing “Manon” is definitely Toronto may look, I imagine how great it would
a young boy when I started training at the gym my last dream: I have always wanted to be Des be to be there.
and swimming, and I’ve never stopped. I feel my Grieux in that ballet. I think I’d go for “Manon”.
body needs it. Companies such as the Royal
In less than one year Tamas Detrich Danish Ballet and the Paris Opera
Have you found your balance will take over from Reid Anderson as Ballet force dancers to retire at
between ballet and other sports? Director of the Stuttgart Ballet. What a mandatory age. As a dancer
I think so. Doing body building and cross trai- are your expectations? who is celebrating his twentieth
ning has never stressed my muscles so far. In anniversary with his company,
Jason Reilly in Requiem (Ch. kenneth MacMillan) Foto Stuttgarter Ballett

these weeks I am working on “Swan Lake”, on


what’s your opinion on this issue?
“Onegin” and on two mixed bills, and I feel per-
fectly fine. Honestly, it is hard to say what the best soluti-
on is. I think I’d like to have the power to choo-
Last year Stuttgart Principal dancer se when to stop. Each dancer should be free to
Anna Osadcenko told me she is lucky as listen to his body and to keep on performing as
she doesn’t need to do anything besides long as his body and his mind allow him to do
dancing and rehearsing to keep fit. so. I still feel really good and in shape. Maybe
in a few years, I will think about changing my
She is my fiancée, you know, and she is lucky! repertoire. But no doubt I think it would be fair
Luckier than me. Her metabolism is incredible. for every dancer to have the choice to choose
As far as I am concerned, I keep training a little when to bid farewell. 
and doing some physical exercise even when
we are on holiday. If I rested the way Anna does
during our weeks off, I would start getting fatter.
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REACT

Design-Studentin
SOPHIA LINDNER
konzipiert Schuhwerk
für Tänzer
Frau Lindner, so wie Sie meinen, Gesprächen appellierte auch er: „Moderne Technik Die Spitzenschuhtechnik ist ungefähr
gibt es heute sehr viel Nachholbedarf beim Schuhwerk von Tänzern kann ihren Komfort 200 Jahre alt und basiert auf
und vor allem ihre Sicherheit wesentlich verbessern.
in der Technologie und Bearbeitung strengen Regeln, die nicht nur eine
Dieses Projekt ist definitiv ein Weg dorthin.“
von Spitzenschuhen. Wie haben Sie korrekte Tanzausführung verlangen,
das festgestellt? Haben Sie bereits mit Tänzerinnen um Unfälle zu vermeiden. Welche
und/oder Ballettmeisterinnen/ Verletzungsgefahren kann/könnte man
Da ich selbst vierzehn Jahre Ballett getanzt habe,
Ballettlehrerinnen über Ihre Erfindung mit Ihrem Spitzenschuh vermeiden?
hatte ich genug Zeit, mir ein authentisches Bild zu
machen. Ich spreche also aus eigener Erfahrung, gesprochen? Welche Erfahrungen Die Tänzerinnen klagen über enorme Schmer-
wenn ich sage, dass immenser Nachholbedarf haben Sie damit gemacht? zen. Folgen sind etwa, dass der Fuß nicht mehr
herrscht. Es gibt Merkmale, die sofort auffallen, schmerzfrei gestreckt werden kann. Oft sind
wenn man selbst in Spitzenschuhe schlüpft. Zum Ich habe mich sehr gefreut über solch zahlreiche
es Druckschmerzen und Schwellungen, sowie
Beispiel existiert kein „Rechts“ und „Links”. Bei je- und positive Resonanz aus der Fachwelt, direkt
schwerwiegende Spätfolgen, die als chronischer
nach der Veröffentlichung durch den James Dyson
dem gewöhnlichen Schuh würden wir uns fragen, Zustand akzeptiert werden. Ohne das passende
Award: Ich erhielt Feedback von Tänzerinnen und
ob das gesund sein kann?! Ein anderes Beispiel ist Schuhwerk würde Spitzentanz nicht funktionie-
Tänzern, Ballettpädagoginnen, Ballettmeisterinnen
die ausgehärtete Sohle - können Sie sich vorstel- ren. Die feste Sohle hilft natürlich, den Fuß mit
und Ballettdirektoren, sowie aus dem tanzmedizi-
len, in Schuhen zu laufen, deren Sohle sich kaum weniger Kraftaufwand zu halten. Auf der anderen
nischen Bereich. Der Vorstand des TAMED, Tanzme-
biegen lässt? Natürlich habe ich zusätzlich sehr viel Seite kann eine zu feste Sohle die Muskulatur zu-
dizin Deutschland e. V., hat mich zum 14. Kongress
über die Herstellung der Schuhe recherchiert, was sätzlich belasten. REACT hat eine neuartige Sohle,
für Tanzmedizin 2018 eingeladen, um das Spitzen-
einen enormen Rückschritt in Bezug auf den Stand die trotz Stabilität auch Flexibilität bietet, um die-
schuh-Konzept REACT vorzustellen. Dem Feedback
der Technik aufdeckt. Spitzenschuhe werden oft- ses Problem zu eliminieren.
zufolge wartet man regelrecht auf etwas Neues.
mals wie vor Hunderten von Jahren mit aufwendi- Ob man unverletzt bleibt, ist freilich auch eine
ger Handarbeit produziert. Zudem muss ein Paar Frage von körperlichen und konstitutionellen
Haben Sie den Schuh bereits
Spitzenschuhe erst einmal stark umgestaltet wer- Elementen, von der Trainingsbelastung, der Häu-
produzieren und ausprobieren können?
den, um sich dem Fuß besser anzupassen und die figkeit, Länge und Härte des Trainings. Wenn eine
Schmerzen überhaupt erträglich zu machen. Aktuell bin ich auf der Suche nach einem Partner. Kleinigkeit nicht passt, gibt es für das System im-
Mit Türangel, Hammer, Zangen, Scheren, Rasier- Erste Reaktionen aus der Fachwelt zeigen, dass mer schneller Probleme. Die zeigen sich dann am
klingen, Alkohol, heißem Wasser und Muskelkraft ein innovativer Spitzenschuh aus medizinischer, schnellsten an der größten "Sollbruchstelle", den
wird ein neuer Schuh geschlagen, verzerrt, ge- ökonomischer und nicht zuletzt gestalterischer Sprunggelenken und den Geweben drum herum.
formt, von der harten Unbeweglichkeit zu einem Sicht eine echte Nische ist. Nun gilt es, das Konzept Man sieht, dass ein individualisierter Schuh von
duldsameren Material für den Fuß. Besonders in zu realisieren und als physisches Produkt auf den absoluter Notwendigkeit ist.
den Anfängen des Projektes habe ich eng mit Kai Markt zu bringen. Um die Vision durchzusetzen Die Tape-Struktur des Spitzenschuhes verbessert
Schabel, Heilpraktiker für Osteopathie, zusammen- und die Revolution ins Rollen zu bringen, benö- auch die Propriozeption. Das Tape sorgt für eine
gearbeitet. Er unterrichtet als Dozent für Tanzmedi- tige ich die Unterstützung einer Firma, die bereit schnellere Kanalisierung der Lymphe, so wird die
zin an der John Cranko Schule, der Ballettakademie ist, den Schuh in die Entwicklung zu geben und zu Reaktionszeit des Muskels über das Nervensystem
der Staatstheater Stuttgart. Bereits in den ersten produzieren. beschleunigt.
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DANCE forYOU magazine 21

Im Spitzenschuh lastet das gesamte Körperge- Ein Paar Spitzenschuhe hält je Alle Schuhe sehen gleich aus. Wo Neuerung und
wicht auf den Zehen. Um den Druck zu minimie- nach Erfahrung der Profiballerinen Innovation stattfindet, sollte man es auch sehen
ren, wird die sogenannte Zehenbox im Schuh mit können. Zudem ist die Wahrung der Ästhetik
zwischen zwei und zwölf Stunden. Bei
einem weichen Silikon gefüllt, in dem die Zehen- enorm wichtig. Das neue Design beinhaltet Merk-
Schülerinnen oder Studenten, die nicht
form der jeweiligen Tänzerin abgegossen ist. So male, welche die Illusion der optischen Verlänge-
so oft trainieren, halten sie vielleicht eine
verteilen sich Druck und Gewicht auf alle Zehen rung des Beins unterstützen und gleichzeitig den
Woche oder bis drei Monate. Wie können Schuh auf den aktuellen Stand der Zeit bringen.
gleich.
REACT-Spitzenschuhe länger halten? Das sinkende Gesundheitsrisiko sollte Argument
In der Regel werden Spitzenschuhe für Die Haltbarkeit wird durch die von vornherein flexi- genug sein. Die Ballettkarriere beginnt meist mit
mehrere Niveaus vom Anfänger bis ble Sohle verlängert. Sie muss nicht erst eingetanzt dem Einverständnis der Eltern. Auf ihnen lastet so-
werden.“Eintanzen”bedeutet, dass die Sohle flexibel mit eine große Verantwortung. In der Regel sorgen
zum Fortgeschrittenen, für Fußformen,
gemacht werden muss - nicht zuletzt mit Hilfe von sie sich um die Gesundheit ihrer Kinder und befür-
Fußprofile usw. produziert. Haben diversem Werkzeug. Das Material der Sohle muss worten eine Ausbildung, welche die gesundheitli-
Sie so etwas auch für Ihre REACT- also erst beschädigt werden, um den optimalen chen Probleme reduziert.
Spitzenschuhe vorgesehen? Grad zu erreichen. “Beschädigt” wiederum bedeu- REACT umzusetzen bedeutet, die Diskrepanz zwi-
Fotos von Petra Jaschke

tet, dass das Material ab diesem Punkt kaputt ist und schen dem Stand der Technik und den tatsäch-
Sie haben Recht - Individualisierung ist das A und durch den Tanz weiter zerstört wird. Viele kleine Ris- lichen Anforderungen einer jeden Tänzerin zu
O. Oftmals haben Profitänzerinnen den eigenen se im Material ermöglichen die Flexibilität - machen verschmälern und gleichsam respektvoll mit der
Leisten beim Schuhmacher hinterlegt, damit ihr den Schuh aber auch schnell instabil. Dann gilt er als Tradition und der Ästhetik umzugehen. Tänzerin-
Schuh bestmöglich angepasst werden kann. Die- “zertanzt", und das nächste Paar muss her. Diesen nen arbeiten hart, und ich würde sie gerne dabei
ser Grad der Individualisierung ist leider sehr ge- viel zu kurzen und nicht gerade sehr ökonomischen unterstützen, ihr Kapital - ihre Füße - bestmög-
ring, da, wie schon erwähnt, nicht einmal “Rechts“ Lebenszyklus gilt es zu verhindern mit einer Sohle, lich zu schützen. Die „Sportart“ Tanz zeichnet sich
und „Links” existiert. Beim Spitzenschuhkonzept die von Anfang an “tanzbereit” ist und nicht zerstört durch enorme Präzision und Höchstleistung aus
REACT geht es zu hundert Prozent um die indivi- werden muss, um überhaupt praktikabel zu sein. – das dürfen wir auch vom Equipment erwarten.
duelle Passform. Der Fuß der Tänzerin steht im Vor- Aktuell braucht eine Solotänzerin während der
Es gibt zurzeit sehr viele Anbieter
dergrund. Mit Hilfe von neuesten Technologien ist Spielzeit etwa 100 Paar Schuhe. Diese Zahl sollte
auf dem Markt, und es ist natürlich
es möglich, ein Standardmodell zu umgehen. Der sich mindestens halbieren, genauso wie das hohe
Schuh wird bestmöglich auf die Bedürfnisse der
Geschmacksache oder Gewöhnung,
Gesundheitsrisiko. Innovation, Nachhaltigkeit und
Tänzerin, bisweilen auch des Tänzers angepasst. welchen Schuh man selbst auswählt. Gesundheit auch im Ballett - in einer Zeit, in wel-
In erster Linie geht es darum, die persönliche Fuß- Wie möchten Sie sich auf dem Markt cher Höchstleistungssport und Technologie un-
form aufzugreifen und mit ihr zu arbeiten - egal ob positionieren, damit Kunden Ihre zertrennlich sind. 
Anfänger oder Fortgeschrittener. Produkte bevorzugen? Das Gespräch führte Mihaela VIERU

Kommentar:
Tanja Kelping, ehemalige Bühnentänzerin, Tanzpädagogin und Ballettmeisterin (Vorstand des Deutschen Berufsverbands für Tanzpädagogik):
„Ich freue mich darüber, dass endlich jemand die fest gefügten Mauern aus Traditionen und “das macht man einfach so” in der Ballettwelt versucht
einzurennen. Spitzenschuhe sind dringend überarbeitungswürdig. Viele würden den Schuh gern schon in der Praxis einsetzen. Vor allem Ex-Balle-
rinen klagen über Spätfolgen und hätten sich einen gesünderen Schuh schon früher gewünscht.“

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Flying Steps - Red Bull Flying Bach, Foto Carlo Cruz

Streetdance wurde ursprünglich

Streetdance
auf der Straße getanzt und entwickelt
- fernab von professionellen
Tanzschulen. Der impulsive und
kommunikative Tanzstil lebt von den
Einflüssen anderer Tanzrichtungen.
Unsere Autorin Susanne Lettner

Vibes
hat sich in Berlin umgesehen und
gefragt, welche Synergien sich aus
der Kombination von Streetdance
und zeitgenössischem Tanz ergeben
können.

O
bwohl beide Welten so unterschiedlich und wird in diesem Jahr noch seine Ausbildung Schwierigkeiten und Chancen bei
sind, verbindet sie die gleiche Energie, in zeitgenössischem Tanz abschließen. „Wenn der Kombination von Streetdance
„ und sie passen dadurch hervorragend
zusammen“, beschreibt Michael ‚Mi-
kel’ Rosemann, der ein langjähriges Mitglied der
Streetdance und zeitgenössischer Tanz aufeinan-
dertreffen, ist das Potenzial für neue Kreationen
grenzenlos. Streetdance-Styles wie z.B. Popping
und zeitgenössischem Tanz
„Die erste Herausforderung ist, die unterschied-
Flying Steps ist. „Bei unserer Show ‚Red Bull Flying können einem zeitgenössischen Stück viel Kon- lichen Tanzrichtungen zu verstehen. Bevor man
Bach‘ tanzen sowohl die urbanen Tänzerinnen und trolle und unglaublich starke Akzente verleihen. das nicht kann, ist es schwer, sich darauf einzu-
Tänzer als auch die zeitgenössischen Tänzerinnen Andersherum kann zeitgenössischer Tanz einem lassen. Was sind die Eigenarten der Musik, wie
und Tänzer zu der gleichen Musik. In dem Fall zu funktioniert der Tanz? Man muss sich mit beiden
Streetdancer neue Dimensionen, Qualitäten und
der klassischen Musik des Wohltemperierten Kla- Seiten beschäftigen. Am Beispiel von ‚Red Bull
Bewegungsrichtungen verleihen“, erzählt Gian
viers von J.S. Bach. Beide Tänzergruppen sind offen, Flying Bach‘ haben wir uns mit Opernregisseur
Marco Meier.
Christoph Hagel zusammengeschlossen. Er hat
frei im Geist, gehen aufeinander zu und gestalten
Max Makowski unterrichtet zeitgenössischen uns geholfen, das Stück von Bach richtig zu ver-
so gemeinsam etwas völlig Neues. Sich auf einen
Tanz beim Tanz- und Bewegungsstudio motion*s stehen. Gemeinsam haben wir uns dann über-
anderen Tanzstil einzulassen und sich ihm zu öff-
in Berlin und beschäftigt sich auch mit Streetdan- legt, wie sich die verschiedenen Fugen visuali-
nen, das ist etwas ganz Besonderes.“ Mikel ist seit
ce: „Es können interessante Synergien zwischen sieren lassen – mit Powermoves, Headspins und
der ersten Show Mitglied des Ensembles von „Red
Streetdance und zeitgenössischem Tanz ent- Pirouetten“, erklärt Michael ‚Mikel’ Rosemann und
Bull Flying Bach“ – bis Ende 2014 stand er bei jeder
stehen, weil beide Stilrichtungen voneinander führt weiter aus: „Die Chance liegt darin, sich dem
Show auf der Bühne. Heute ist Mikel bei der Pro-
lernen und sich entwickeln können. Sie haben anderen Tanzstil zu öffnen und den eigenen Ho-
duktion vor allem für das künstlerische Manage-
einen komplett verschiedenen Hintergrund und rizont zu erweitern. Beide Tanzstile sind frei und
ment und die Workshops der jeweiligen lokalen
eine andere Geschichte, wobei das urbane Fee- können sich immer wieder neu erfinden und
B-Boy Szene verantwortlich. In „Red Bull Flying
ling des Streetdance auf einer zeitgenössischen erweitern.“ In ihrer Visualisierung „Red Bull Flying
Bach“ kombinieren sie Breakdance und klassische
Theaterbühne plötzlich eine andere Bedeutung Bach“ sprengen sie die Grenzen zwischen Hoch-
Musik miteinander.
bekommt. Mir stellt sich dabei die Frage, wie man und Jugendkultur - und das mit Klavier, Cemba-
Gian Marco Meier unterrichtet Streetdance bei der Natur des Streetdance treu bleibt, da er ja lo und elektronisch verfremdeten Beats, sowie
der Bühnentanzschule DANCEWORKS berlin nicht für die Bühne geschaffen ist.“ Headspins, Powermoves und Freezes.
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Max Makowski sieht im Streetdance eine Chance ne Horizonte aktiv zu erweitern: „Ich bin selbst
für den zeitgenössischen Tanz, er selbst hat zeit-
genössischen Bühnentanz an der Hochschule für
Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am
gerade dabei, urbane Tanzstile tiefer zu erkun-
den, und genieße es sehr. Als Tänzer und Tänze-
rin sollte man immer so viel Verschiedenes wie
impressum
Main studiert: „Zeitgenössische Tänzerinnen und möglich ausprobieren, um den Körper gut ken-
Tänzer sind manchmal sehr in Formen, Technik nenzulernen und die verschiedenen Stile in ver- ISSN 1613-8988

und Perfektion verfangen, was meiner Meinung schiedenen Bereichen anzuwenden“, macht Max Verlag:
MIVI Media und Verlag
nach oft aus ihrem Hintergrund im Ballett ent- Makowski deutlich. Rotkreuzstr. 58a
steht, während es im Streetdance viel mehr um 85435 Erding, Germany
Auch Michael ‚Mikel’ Rosemann bestätigt dies: www.danceforyou-magazine.com
die Musik und um den Genuss des Tanzens geht.“
„Offen sein für Neues und viel ausprobieren. Herausgeber:
„Die Möglichkeiten werden größer, denn man
Sich nicht nur im eigenen Tanzgenre umsehen, Mihaela Vieru
kann sich sozusagen das Beste aus zwei Welten
sondern auch mal in anderen Bereichen schnup- Redaktion / Editor:
nehmen und daraus formen, was man möchte. Mihaela Vieru
pern. Austesten, ob es sich gut anfühlt, und das Volkmar Draeger
In meinem Streetdance-Unterricht benutze ich
dann mit dem eigenen Stil kombinieren und Isabell Steinböck
auch Vergleiche aus dem zeitgenössischen Be- Ute Fischbach-Kirchgraber (Ballroom)
diesen dadurch viel individueller machen. Neu-
reich und sogar Ballett, um Tänzern mit einem Korrespondenten/Correspondents:
gierde ist das A und O.“ Mit „Red Bull Flying Bach“ Claudia Brufau, Alessandro Bizzotto, Armando
zeitgenössischen Hintergrund Bewegungsabläu-
revolutionierten sie Breakdance, denn sie waren Braswell, Dagmar Ellen Fischer, Boris Gruhl, Ute
fe aus dem Streetdance besser erklären zu kön- Fischbach-Kirchgraber, Vesna Mlakar, Stefan Sixt,
die Ersten, die zeigten, wie kunstvoll dieser Tanz- Hartmut Regitz, Hans-Theodor Wohlfahrt, Iratxe de
nen“, sagt Gian Marco Meier. Sein Ziel als Lehrer Arantzibia, Viki Westall
stil sein kann, und sprachen alle Altersgruppen
ist es, den Studenten eine starke Grundlage für
gleichermaßen an. Anzeigen/Advertising:
eine Vielzahl von Urban Styles und ein Gefühl für ads@danceforyou-magazine.com
die verschiedenen Stilrichtungen und musikali- „Tänzern mit einem klassischen und zeitgenös-
Leser-Service, Info/ subscription, info
schen Unterschiede mitzugeben. Er tanzt mehr sischen Hintergrund, die sich etwas vor Street- Tel. +49 8122 8471-669
Fax +49 8122 8471-670
als sein halbes Leben Hip-Hop und ist neben zeit- dance scheuen, würde ich empfehlen, sich über E-Mail: info@danceforyou-magazine.com
genössischem Tanz versiert in anderen Stilen wie Jazzdance langsam an Streetdance heranzutas-
ABO:
Dancehall und Commercial Dance. ten, weil dessen Qualitäten und Techniken eine www.danceforyou-magazine.com/store.html
gute Mitte zwischen Streetdance und Contem-
porary bilden“, gibt Gian Marco Meier noch als Abo & Service
Horizonte erweitern Das Magazin veröffentlicht Artikel in deutscher und
Tipp.  englischer Sprache.
Erscheinungsweise / frequency: 6 x pro Jahr
Egal ob Streetdance oder zeitgenössischer Tanz, Das Jahresabo (6 Ausgaben, Versandkostenfrei)
Susanne LETTNER
sich in anderen Tanzgenres umzusehen hilft, sei- kostet 36,00 € inkl. 7% MwSt. Weltweit kostet das
Jahresabo 49,00 €, inkl. 7% MwSt. zzgl. Versand-
kosten. Bitte beachten Sie: Die Kündigung beträgt
Gian Marco Meier, Foto Danceworks Berlin

Max Makowski, Foto Victor Frankowski

6 Wochen zum Ende des Bezugszeitraums, ansons-


ten verlängert sich das Abonnement um ein Jahr. Die
Kündigung bedarf der Schriftform (Post, Fax, E-Mail).

Subscription:
Feature in German and English
Dance for you magazine is issued 6 times a year.
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abo. Pupils and students save 40% on printed
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Die Flying Steps sind eine der erfolgreichsten Urban Dance Companies weltweit und begeistern seit Jahren mit Distributed: national and international

atemberaubenden Shows und einzigartigen Choreografien. Gegründet wurden sie 1993 von Vartan Bassil und Kadir Druckunterlagenschluss - Siehe Mediadaten unter:
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„Red Bull Flying Bach“ und „Red Bull Flying Illusion“ auf Tour und faszinierten mittlerweile über 650.000 Zuschauer in
35 Ländern weltweit. Weitere Informationen: www.flyingsteps.com Nachdruck nur mit ausdrücklicher Genehmigung
Nächste Termine: des Verlages und unter voller Quellenangabe. Für
eingesandte Manuskripte und Bildmaterialien, die
„Red Bull Flying Illusion“: 17.05. - 10.06.2018, Berlin, Potsdamer Platz nicht ausdrücklich angefordert wurden, übernimmt
„Red Bull Flying Bach“: 25.05.2018, Korbach, Hessentag + 26.05.2018, Dresden, Musikfestspiele der Verlag keine Haftung. Die mit Namen gekenn-
zeichneten Artikel geben nicht unbedingt die Mei-
nung der Redaktion wieder.
Max Makowski
Max Makowski ist Gastdozent für zeitgenössischen Tanz bei motion*s. Er studierte an der Hochschule für Musik und Please do not send original photographic material
by post. Photos sent by email need to be 300 dpi
Darstellende Kunst in Frankfurt am Main. Zur Zeit arbeitet er mit Marco Da Silva Ferreira in Portugal zusammen und and should be clearly captioned in File Info. We can-
ist seit Januar 2017 auf Tour mit dessen aktuellem Stück BROTHER. Außerdem arbeitet er an einem eigenen Stück not be held responsible for items which go astray
in transit.
für 2018. Im Januar 2018 wird Max für eine Opernaufführung in der Mailänder Scala erneut zur Hofesh Shechter
Company zurückgehen. Weitere Informationen: www.maxmakowski.com © MIVI Verlag • Alle Rechte vorbehalten.
WHAT´S
ON
STAGE Please send the listing information in time to
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DEUTSCHLAND Theater Dortmund


www.theaterdo.de
ballettKIEL
www.theater-kiel.de
08.12 Der Nussknacker 08.12;03,06,09,20,28.01 La Sylphide
Bayerisches Staatsballett
16,22,30.12;31.01 Schwanensee
www.bayerisches.staatsballett.de Aalto Ballett Theater Essen 25,27.12 Coppelia
25.11;01.12 Anna Karenina www.theater-essen.de 12.01 A Day in Live – Traumfänger
22,26,28.12 Alice in Wunderland 01.12 3By Ekman
5,7,10.01 Spartacus 14,15,30.12;01.01 La vie en rose Oper Leipzig
11-14.01 Don Quijote 21,29.12;4.01 Der Nussknacker www.oper-leipzig.de
18,20.01 Ein Sommernachtstraum 27,31.01 Schwanensee 01,05,06,18-20,23,25.12 Der Nussknacker
25.01 La Bayadere 22.01 Blue Monday
Landestheater Eisenach 25.01 Bolero / Le sacre du printemps
Ballett Augsburg www.theater-eisenach.de
www.theater-augsburg.de 22,29.12;07,28.01 Dornröschen Theater Magdeburg
26.11;03,10,16,23,28.01;04,20,28.01 Schwanensee 14.01 Der Glöckner von Notre Dame www.theater-magdeburg.de
26.11;10,17,23,28.12 Der Nussknacker
Staatsballett Berlin Theater Freiburg
07.12 Le Corsaire
www.staatsballett-berlin.de www.theater.freiburg.de
13.01 Coppelia
24,25.11 Maillot i Millepied 01,02.12 Ply,New Edit
19.01 America Noir
01,07,08.12:01,03.01 Der Nussknacker 05,ß9.12 Tnazkino
11.12;24.01 Duato / Schechter 20.01 Sunny ballettmainz
05,18,26.01 Jewels 28.01 Physical Lab I www.staatstheater-mainz.de
19,22,25.01 Schwanensee 06,16.12;04,06,26,28.01 Soul Chain
Schleswig-Holsteinischen Landestheater
Theater Bielefeld www.sh-landestheater.de Nationaltheater Mannheim
www.theater-bielefeld.de 02,05,10,17,21,26.12;24,27.01 Don Quichote www.nationaltheater-mannheim.de
26.11;09,21,25.12 Romeo und Julia 29.11;08,26.12;09,20.01 Der Tod und das Mädchen
27.01 Hautnah Gauthier Dance
www.theaterhaus.com 12.12 New Steps – Bolero
20-23.12 Nijinski 21,30.12;06.01 Let’s Beat
Staatstheater Braunschweig
www.staatstheater-braunschweig.de 12-14.01 Mega Israel
Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin
01-013.12 Tnazwärtz: ich&ich&ich www.theater-schwerin.de
Bühnen der Stadt Gera
05,21,30.10;11,23.01 Peer Gynt 27.11;19.12 Mazl Tov
www.tpthueringen.de
27.11;07,13,19.12 B.Boy Don’t Cry
26.11;09,10,11,15,26.12 Der Nussknacker
Theater Nordhausen
Stadttheater Bremerhaven www.theater-nordhausen.de
Stadttheater Gießen
www.stadttheaterbremerhaven.de 02,19.12;14.01 Romeo und Julia
www.stadttheater-giessen.de
26.11;06,14,16,29.12;14.01 Romeo und Julia
30.01;26.12 Auftauchen
02,29.12;19.01 Lyrical Staatstheater Nürnberg
Theater Chemnitz www.staatstheater.nuernberg.de
www.theater-chemnitz.de Hamburg Ballett 09,12,14,16,20,25,27.12;13,15,20,28,31.01 Dürer’s Dog
25,11;03,09.12;10,11,21.01 Das Dschungelbuch www.hamburgballett.de
26.11;26.01 Mavericks and Sheep 10,12,14,15.12;18,21.01 Don Quixote Theater Osnabrück
06,07,16.12 Ein Weihnachtsgeschichte 20-31.12;1o1 Weihnachtsoratorium I – IV www.theater-osnabrueck.de
12,21.12 Die Schneekönigin 04,05,09,10,11,13.01 Der Nussknacker 26,30.11;01,17,22,28.12 Home,Sweet Home
30,31.12 Lampenfieber – It’s Show time 23,26.01 Die kleine Meerjungfrau 10,13,19,25.12;04.01 Schwanensee
www.landestheater-coburg.de Theater Hagen Oldenburgische Staatstheater
29.11;09,19.01 Afterdark www.theater-hagen.de www.staatstheater.de
09,12,15,21,23,25,29.12;06.01 Der Nussknacker 13,21,25.01 Dancing Souls 28.11;01,06,10,20.12 Drei Generationen
27.01 Schläpfer / Jully / Blaska
Deutsche Oper am Rhein Opernhaus Halle
Ballett am Rhein www.opernhaus-halle.de Pfalztheater Kaiserslautern
www.ballettamrhein.de 29.11;03,13.12;19.01 Die Kameliendame www.pfalztheater.de
02.12 b32 08-28.12 Der Nussknacker 16,21,29.12;03,07,16,21.01 Sutherlands Giselle
16,20,23,26,30.12;04,07,21.01 b33 30.12;27.01 Grovin’Bodie
14,15.01 Schnewittchen Musiktheater im Revier Gelsenkirchen
Staatstheater Darmstadt www.musiktheater-im-revier.de
www.staatstheater-darmstadt.de Ballett der Staatsoper Hannover 01,02,07.12;14,26.01 Old, New, Borrowed, Blue
06,07.12 Zaurak www.oper-hannover.de
08,16,25.12;13.01 Eine Winterreise 09,12,18.12;14,17,20,26.01 Daphnis -Lost Love Theater Pforzheim
15,16.12 Makulatur www.theater-pforzheim.de
10,11.01 The Wanderers Peace Theater und Orchester Heidelberg 02,03.12 Schwim wenn du kannst
www.theaterheidelberg.de
Anhaltisches Theater Dessau 09,26.12 Khöra Theater Regensburg
www.anhaltisches-theater.de 23,30,31.12;17.01 Bacon www.theaterregensburg.de
02,25.12;13.01 Schneewittchen 06,21,29,31.12;14,19,20,30.01 Dusk 29,30.12;03,04,08,10,12.01 Shakespeare Dreams
und die sieben Zwergen
05,07.12 Junge Choreografen Badisches Staatstheater Karlsruhe Saarländisches Staatstheater
www.staatstheater.karlsruhe.de www.theater-saarbruecken.de
Sächsische Staatsoper Dresden 02.12;19,30.01 Rusalka 26.11;01,03,08,25.12;07.01 Dornröschen
www.semperoper.de 08,09,13,25.12;06,14,31.01 Der Nussknacker 28,29.11 Goldberg
27.11;03,07,10,13,17,23,25.12 Der Nussknacker 20.12;27.01 . Anne Frank
31.01 Impressing the Czar 29.12;21,24.01 Romeo und Julia

www.danceforyou-magazine.com
Stuttgarter Ballett DENMARK
www.stuttgart-ballet.de
26.11 Cranko Pur
The Royal Danish Theatre
06,09,14,15,18,23,25,30.12;16.01 Schwanensee
www.kglteater.dk
13,17,20,21.01 Begegnungen 25,26,28,30.11;01-06.12 Sorela – a portrait
Tanzhaus NRW 01-22.12 The Nutcracker
www.tanzhaus-nrw.de 14.12;27,30,31.01 The Vampire Revolution
01,02.12 Zaurak 20.01 Dans2Go
02-05.12 Stille
08,09.12 minor matter
14,15.12 The Hidden Door ENGLAND
19-21.12 im Not
The Royal Ballet
Theater Vorpomern www.roh.org.uk
www.theater-vorpommern.de 30.11;01.12 Noumena
01,03,08,27,30.12 Der Nussknacker 29,30.11;01,02,06,07,11,16.12 Sylvia
17,22,26.12;07.01 Rapsody in Gershwin 05.12-10.01 The Nutcracker
13,28.01 Casanova
English National Ballet
Tanztheater Wuppertal – Pina Bausch www.ballet.org.uk
www.pina-bausch.de 29.11-06.01 The Nutcracker
Dez.2017 On Tour 09-13.01 Song of the Earth / La Sylphide
21-28.01 Die Sieben Todsünden 16-20.01 La jeune homme et la mort / La Sylphide

Rambert Dance Company


AUSTRALIEN www.rambert.org.uk

Birmingham Royal Ballet


The Australian Ballet www.brb.org.uk
www.australianballet.com.au 26.11-13.12;28-31.12 The Nutcracker
05-22.12 Alice’s Adventures in Wonderland
Sadler's Wells
State Theatre www.sadlerswells.com
www.artscentremelbourne.com.au 23.11-31.12 The Snowman
08-09.12 Coppelia 30.11-02.12 Swan Lake / Loch na hEala
09.27.12 Cindarella
Lyric Theatre, QPAC
13-24.12 The Little Match Girl
www.qpac.com.au
19,20.01 Le Recital des Postures
08-16.12 Nutcracker
Scottish Ballet
www.scottishballet.co.uk
BELGIEN 09-20.12 The Nutcracker

Opera Antwerpen
www.operaballet.be ESTONIA
02-12.12 Ravel - Debussy
20-28.01 Faust Estonian National Opera
www.opera.ee
26.11 A Streetcar named Desire
CANADA 29.11 Ballet Evening : Othello / Dances Miniatures
02-29.12 The Nutcracker
National Ballet of Canada 12.01 Swan Lake
www.national.ballet.ca 24.01 Modigliani – the Cursed Artist
09-30.12 Nutcracker 26,27.01 Jazz Ballet Club
Ian. 2018 On Tour 28.01 Snow White and the 7 Dwarfs

Les Grands Ballet Canadien de Montréal


www.grandsballets.com FINNLAND
14-30.12 Nutcracker
Finnish National Opera
www.operafin.fi
CZECH REPUBLIC 01-22.12 The Nutcracker
13-30.01 11 Land of Kalevala
Janacek Theatre
www.ndbrno.cz
25,26,28-30.11;01-03.12;27-30.01 West Side Story FRANKREICH
16.12 Edith, der Spatz aus Vorstadt
21,22.12 Kontraste Aix-en-Provence
28,30.12 Schwanennsee Centre Chorégraphique National
09,12-14.01 Black and White www.preljocaj.org
The Prage State Opera Maison de la danse
www.narodni-divaldlo.cz www.maisondeladanse.com
26.11;01,03.12;10,11.01 The Little Marmaid 06-09.12 Chotto Desh
29.11 Timeless 13-22.12 Biophony / Sand
06.12 Valmont
Weitere Ballette und Opern
09-13.01 Home Alone
08,09,11,12,16,21,22,25,28,30.12 The Nutcracker finden Sie auf der WeBSite
16-21.01 Ailey II
13,24,27.01 The Snow Queen 24-29.01 La Belle au Bois dormant
16,17.01 Vertigo
30.01 Romeo and Juliet Ballet National de Marseille
www.ballet-de-marseille.com
On Tour
Die Nummer 1 in Europa für Tanzbekleidung

Ballet de L´Opéra Arnhem


Introdans Ensemble for Youth
POLEN
www.opera-de-paris.fr
04-31.12 Play www.introdans.nl
Teatr Wielki-National Opera
09.12-06.01 Don Quichotte On Tour
www.teatrwielki.pl
Brüssels Kaaitheater 26.11 Swan Lake
Strasbourg/Mulhouse/Colmar 09,10.12 Darkness
Opéra National du Rhin www.kaaitheater.be
29,30.11 Andrada 15-23.12 The Nutcracker
www.opera-national-du-rhin.com 25,26,28.01 Pupa
06.12 Meyoucycle
11-14.01 Chaplin
26,27.01 Croud
Théâtre du Capitole Maastricht RUMÄNIEN
www.theatre-du-capitole.org Theatre an het Vrijthof
24-28.01 Les liasons dangereuse / Cantata www.theateraanhetvrijthof.nl Opera Națională București
02.12 I / II / III / IIII www.operanb.ro
23.12 Scala 03.12 Amorul Vrăjitor
ITALIEN 28.12 Titanic 13.12 Lacul lebedelor
16.01 Antithesis,the future of the image 14.12 Magazinul de păpuși
Mailand 20.10 Even Worse
26.01 Iside out Opera Națională Română Timișoara
Teatro alla Scala
27.01 via Kanana www.ort.ro
www.teatroallascala.org
28.01 Vliger zonden kord 6+ 28,29.11 Lacul Lebedelor
17.12-13.01 La Dame aux camelis 06.12 Giselle
25,27,30.01 Goldberg Variationen 12.01 Dancing Queen
Atterballetto NEUSEELAND Opera Națională Română Cluj-Napoca
www.aterballetto.it www.operacluj.ro
On Tour Aucland Live 29.11 Spărgătorul de nuci
www.aucklandlive.co.nz
02.ß3.12 Tomorrowland
JAPAN RUSSLAND
Tokyo Bunka Kaikan Theatre NORWEGEN Mariinsky Ballet
www.mariinskiy.com
www.t-bunka.jp/en
Den Norske Opera 26.11;10,18.12;07,10,31.01 Giselle
08,ß9.12 The Nutcracker
www.operaen.no 28.11 Chopeniana / Firebird
17.12 Casse Noisette
02-22.12 The Nutcracker 29.11;11,13,26.12;25,26.01 Le Corsaire
26.12 150th Aniversary Ballet Gala 30.11;09.01 Yaroslavna.The Eclipse
06-14.12 Jingle Horse
27,30.01 Onegin 02-31.12;02-08.01 The Nutcracker
Hyogo Performing Arts Center
05,06.12;12.01 Swan Lake
www1.gcenter-hyogo.jp/english
07,25.12 Ballets of Fokine
28,29.11 Die Zauberflöte / Gala Performance
ÖSTERREICH 09,21.12 Carmen Suite
15.12 The Fontain of Bakhchisarai
16,17.12 The Little Humpbacked Horse
MONACO Ballett der Wiener Staatsoper und Volksoper
www.dasballett.at 22,24.12 Don Quixote
17,20.12 Verklungene Feste 7 Joseph Legende 13.12 La Sylphide
Monte-Carlo Opera 23,28.12;06,09.01 Der Nussknacker 30.12 Anna Karenina
www.balletsdemontecarlo.com 21-30.01 Peer Gynt 03.01 Petrouchka / Firebird
28.12-05.01 La Megere Apprivoisee 05.01 SeasonS
19-21;31.01 Cendrillon Tiroler Landestheater und Orchester GmbH Innsbruck 06,07.01 Stone Flower
26-28.01 Maillot-Kylian www.landestheater.at 13,14.01 The Bronze Horseman
26,29.11;02,10.12;10,17,26.01 Macbeth 28.01 Shurale
16,22,29-31.12;07,12,28.01 West Side Story
Bolshoi Ballet
NIEDERLANDE 14,19.01 Edith Piaf. Der Spatz von Paris
www.bolshoi.ru
Landestheater Linz 26.11;19-21.01 Romeo and Juliet
Amsterdam www.landestheater-linz.at 28,29.11 Dance Inversion / Inter. Contemporary Dance Festival
Het Nationale Ballett 09,20,29.12;03.01 Die kleine Meerjungfrau 02,03.12 La Fille mal gardee
www.het-ballet.nl 17.12 Musik for a While 09,10.12 Nureyev
09.12-01.01 The Sleeping Beauty 14-30.01 Der Tod und das Mädchen 13-16.12 The Flame of Paris

www.danceforyou-magazine.com
17-20.12;10-12.01 Don Quixote
23-31.12;02-07 Nutcracker
Kurtheater Baden
www.kurtheater.ch
TÜRKEY
13,14,16.01 Swan Lake 01,02.12 aMiro
Ankara State Opera and Ballet
17.01 The Taming of Shrew 05.12 Schwanensee
www.dobgm.gov.tr
25-28.01 Onegin 17.01 Shechter / Arias
07.12 Harem
31.12 The Sleeping Beauty
Stadttheater Bern 14,30.12;11,13,25.01 Findikkiram
www.stadttheaterbern.ch 18.01 Zorba
20,26.01 Töre
SERBIA 13,20,28.12;13.01 Sacre / Faun / Bolero

Bejart Ballet Lausanne Istanbul State Opera and Ballet


Ballett Nationaltheater Belgrad www.bejart.ch www.dobgm.gov.tr
www.narodnopozoriste.rs On Tour 19,24.12 Giselle
01.12 Queen Margot 23,27.12 Findikkiran
05.12 Who is singing out there Compagnie Linga
www.linga.ch
On Tour USA
SPANIEN
Zürich Opernhaus New York City Ballet
Compania National de Danza www.opernhaus.ch www.nycballet.com
www.cndanza.mcu.es 01,02,07.12 Gods and Dogs 26,30.11;1-31.12 The Nutcracker
On Tour 09,12,17.12 Nussknacker und Mauskönig 23,27,28.01 All Balanchine Nr.1
13-30.01 Emergence 24,27,30.01 All Balanchine Nr 2
Victor Ullate Ballet 25,31.01 21-st Century Choreographers
www.victorullateballet.com
On Tour SCHWEDEN Pacific Northwest Ballet
www.pnb.org
Teatro Arriaga The Cullberg Ballet 26.11-28.12 The Nutcracker
www.teatroarriaga.com www.cullbergballet.se
07.01 20 Urte 29.11 The Mental Staates of Sweden in Dance Boston Ballet
19,20.01 Aparicion www.bostonballet.org
Göteborg Ballet 03-12.11 Obsidian Tear
www.opera.se 26.11- 28.12 The Nutcracker
SCHWEIZ On Tour
The Georgia Ballet
www.georgiaballet.org
Theater Basel
www.theater-basel.ch UNGARN 01-03.12 The Nutcracker
26,30.11;14.12 Shechter / Arias Miami City Ballet
04,09,16,20,26.12;11,16,20.01 Schwanensee Hungarian State Opera www.miamicityballet.org
11,17.12 Das Ende von Eddy www.opera.hu 15-30.12 The Nutcracker
19,22.12 Der Nussknacker 02-31.12 The Nutcracker 12.01-04.02 Program Two

AUDITION
STUTTGART BALLET’S DESIGNATED ARTISTIC DIRECTOR
TAMAS DETRICH IS HOLDING AN AUDITION FOR DANCERS
(FEMALE/MALE) FOR THE 2018/19 SEASON.

The company’s extremely diverse repertory ranges from Date:


classical, neoclassical and contemporary to new work.
Each season includes major international tours.
SUNDAY, FEBRUARY 4 TH, 2018
The audition is by invitation only.
Dancers should have a classical technique of the highest
Please send your full CV (including age, height, weight)
standard as well as training in contemporary dance and
as well as recent photos (head shot and full body shot
strong partnering skills.
in classical ballet poses). Please also send a link of your
videos (ladies on pointe).
Height requirements: Female: 165 – 171 cm / Male: 180 –
190 cm. Selected dancers will be invited to perform a classi-
Please send all information to:
cal variation which they have prepared in advance (please
audition.stuttgartballet@staatstheater-stuttgart.de
bring your music with you on a CD).
(Attachments should not be larger than 4 MB; please do
not send videos via email.)

www.stuttgart-ballet.de
28 DANCE forYOU magazine

Stefan Sixt Spezial:

Gute Freunde
M
enschen fortgeschrittenen Alters sind nicht familientauglich. Nur wenn Sie regelmäßig posten, sind und dass in Kürze der Vorverkauf beginnt, wird
dafür bekannt, dass sie sich auf Facebook werden Sie wahrgenommen. Ich poste z.B. den "stu- damit weder viele Freunde noch Likes gewinnen. Die
tummeln. Ganz im Gegenteil! Trotzdem ist dent of the day", Sie können aber auch das Tanzge- richtige Mischung macht’s: ein bisschen Persönliches,
ausgerechnet Oma auf Facebook. Sie hat dort zwar dicht der Woche verfassen, ein Fotorätsel (wer kennt ein bisschen Kuriosa, ein bisschen Business-News!
nicht viele Freunde, genau genommen nur zwei. diesen Tänzer?), den Veranstaltungstipp des Monats
Sie sehen, liebe Leser, Facebook legt Ihnen die Welt zu
Aber auf diese zwei kommt es an. Es sind ihre Enkel! oder das Kurzportrait eines Lehrers. Heutzutage aber
Füßen, aber Sie müssen eine ganze Menge dafür tun.
Und im Gegensatz zu früher, als die Enkel nur in ho- immer politisch korrekt! Keine Fotos von Kindern,
Sie brauchen gute Ideen, witzige Fotos – und einen
möopathischen Dosen bei ihr auftauchten, ist Oma ohne das mit den Eltern abzuklären, und keine Tipps
langen Atem. Dann bauen Sie einen großen Perso-
jetzt stets im Bilde, was so "läuft". Sie kennt die doofe zum Abnehmen.
nenkreis auf, der regelmäßig von Ihrer Arbeit erfährt
Mitschülerin, die süüüüße Katze und die Ballettleh-
3. Sie brauchen "Likes". Wenn Ihre FB-Freunde einen und Ihrer Laufbahn folgt.
rerin. Und seit geraumer Zeit traut sie sich sogar zu
Ihrer Posts besonders cool finden, klicken sie auf die
"liken". Was die Enkel voll geil finden. Zum Abschluss möchte ich nochmals Ihre Be-
Like-Taste. Viele Likes sind gleichbedeutend mit viel
denken zerstreuen. Wenn Sie keine Dummheiten
Im letzten Heft, liebe Leser, war die Rede davon, wie Sie Ehre, also versetzen Sie sich in die Haut Ihrer Freun-
posten, wenn Sie fremde Posts nicht zickig und ag-
Ihren Namen bekannt machen. Facebook bietet Ihnen de, bevor Sie posten. "Ich liebe Bad Wursthofen" liked
gressiv kommentieren, und wenn Sie sich vor allen
dafür – kostenlos – eine perfekte Basis. Ich habe das vermutlich nur der Bürgermeister, ein Jugendfoto
Dingen von radikalen Seiten fernhalten, werden Sie
nicht wissenschaftlich untersucht, aber gehen Sie mal von Ihnen persönlich im Spagat hingegen hat das Po-
vermutlich nie Drohungen und Hass-Posts bekom-
davon aus, dass 98 % Ihrer Schülerinnen und 98 % der tential für 20 Likes. Eine echte Garantie für Likes sind
men. Ich bin seit 2008 auf Facebook und habe über
Freundinnen Ihrer Schülerinnen auf Facebook sind. Ja, immer Gruppenfotos. 20 Personen auf dem Foto und
5000 "Freunde". Und alle sind nette Menschen. Be-
und weil der Berg nicht zum Propheten kommt, muss "girls, Ihr wart großartig" drunter ist gut für 60 Likes.
suchen Sie mich und das Dance for You Magazine
der Prophet zum Berg gehen. Machen Sie mit! Und zum Schluss noch der Praxistipp: Seien Sie selbst
auf Facebook, ich bin sicher, wir werden richtig gute
nicht sparsam damit, zu liken. Auch auf Facebook
Und jetzt kommt die schlechte Nachricht: Nur weil Sie Freunde. 
wäscht eine Hand die andere…
einen Account eröffnen, werden Skie nicht gleich be-

LABAN/BARTENIEFF
rühmt. Vorher müssen Sie viel Arbeit investieren, und 4. Sie brauchen "geteilte Inhalte". Wenn Freunde ei-
Sie sollten ein gutes Konzept haben. Denn Facebook nen Ihrer Beiträge besonders gelungen und interes-
ist zwar leicht zu bedienen, funktioniert in den Köpfen sant finden, können sie ihn mit den anderen Freun- BEWEGUNGSSTUDIEN
der Menschen hingegen sehr komplex. Packen wir’s an: den "teilen". Dann sehen die Nachricht nicht mehr
ormat
nur Ihre 200 Freunde, sondern auch die 500 Freunde
o c h e nend-F
1. Sie brauchen "Freunde". Natürlich fangen Sie mit
hes W 018
Deutsc mber 2
Ihres Freundes. Und wenn auch da wieder der eine
Ihrem engsten Umfeld und mit Ihren Schülern an. : S e p t e
Danach wird’s ernst. Fragen Sie Personen an, die Sie
oder andere teilt, kommt die Spirale in Gang, und es
Beginn
hagelt neue Likes und neue Freundschaftsanfragen.
zwar nicht kennen, die aber zu Ihnen passen. Tänzer
Auf diese Art werden manche Posts vielmillionenfach
aus dem Stadttheater und den Ballettdirektor. Den
gesehen, das sind dann aber meist weder Katzen-
Bürgermeister, den Kulturamtsleiter und – ja – Kolle-
noch Ballettfotos, sondern Filme, in denen ein netter
gen und Konkurrenz. Sie werden sich wundern, kaum
Elefant einen jungen Löwen vor dem Ertrinken aus
jemand lehnt die Anfrage ab. Schließlich sind auch
dem Schlamm rettet.
die anderen Facebooker auf der Suche nach neuen
und hoffentlich nützlichen "Freunden". Der nächste 5. Sie brauchen “Tags“. "To tag" heißt auf englisch
Schritt ist, "Freunde von Freunden" anzufragen, und "markieren". Sie können auf Facebook Namen und
je größer die Schar Ihrer neuen Freunde wird, desto Fotos von (befreundeten) Personen "tagen", also mar-
häufiger werden auch Sie selbst Freundschaftsan- kieren, dann wird der Beitrag auch den Freunden die-
fragen bekommen. Da sollten Sie, siehe oben, nicht ser Person angezeigt. Vielleicht finden diese Freunde
ablehnen, wenn es sich nicht gerade um den Vor- das wiederum bemerkenswert und liken oder teilen
FORTBILDUNG BASIC/
sitzenden der örtlichen Hell’s Angels handelt. Denn gar. Ganz offensichtlich sind dafür wieder Gruppenfo- Z E R T I F I K A T S -
hier wird Facebook komplex. Ihre Freunde sehen, tos geeignet: "Gratulation zur bestandenen Prüfung" P R O G R A M M
welche anderen Freunde Sie haben. Und wenn da die – und dann jedes Gesicht mit dem zugehörigen Na-
falschen Personen dabei sind, werden Sie mit einem men versehen. Aus 20 "Views" (Gesehenwerden) wer- Leitung: Antja Kennedy
Mausklick "geblockt". den so vielleicht 2000. Telefon: +49 30 52282446
2. Sie brauchen "Posts", also kurze Veröffentlichun- 6. Last but not least: Sie brauchen Inhalte! Wer nur info@laban-bartenieff-berlin.de
gen, gerne mit Foto oder gar Film. Posts sollten kurz publiziert, dass nächste Woche ein neuer Ballettkurs www.laban-bartenieff-berlin.de
und knackig sein, gerne witzig, freundlich und immer beginnt, dass nagelneue Schläppchen eingetroffen
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DANCE forYOU magazine 29

Kolumne: Aus der Dis-TANZ

#1: Grenzenlos Artistic Director: Eric Gauthier

Territoriale Abspaltung, das Schließen von Grenzen und die (Rück)


Besinnung auf eine scheinbar einheitliche Volksgemeinschaft – Gauthier Dance//Dance Company Theaterhaus Stuttgart
Vokabeln aus dem 19. Jahrhundert? Leider nicht. Nationalistische sucht/is looking for
Tendenzen sind auf dem Vormarsch.

Im 19. Jahrhundert war Nationalismus fortschrittlich (er vereinte


2 Ballettmeister/innen ab 1. Juni 2018
in Vollzeit, befristet
zahllose kleine Hoheitsgebiete unbedeutender Adeliger zu einem
größeren Ganzen). Aber damals glaubte man auch noch, dass Kno- 2 Ballet Masters from June 1, 2018
full-time positions, fixed-term contracts
blauch gut gegen Vampire sei…

Das wissen wir heute besser. Oder? Das Aufgabengebiet umfasst unter anderem:
Begleitung der Touren/Gastspiele der Company,
Wenn man sich anschaut, wo überall auf der Welt Randgruppen,
Ballettunterricht für die Company sowie die täglichen Proben
Minderheiten und Religionsgemeinschaften auch noch im 21. The job profile includes:
Jahrhundert mit staatlicher Unterstützung ausgegrenzt, vertrieben Supporting the company on tour
oder sogar ermordet werden, muss man daran (ver)zweifeln. Als Teaching ballet class and daily rehearsals
hätte man nichts aus der Vergangenheit gelernt, werden Fronten
und Feindbilder aufgebaut, die von außen betrachtet willkürlich
oder gar rassistisch erscheinen.

Da ist es immer wieder verblüffend festzustellen, dass solche Din- Bitte senden Sie Ihre Bewerbung per Email an:
Please send your application by email to:
ge in einem funktionierenden Tanzensemble keine (oder kaum
Lisa.Beck@theaterhaus.com
eine) Rolle spielen. Natürlich sind Ballettkompanien keine Inseln
der Seligen, aber doch ein Mikrokosmos der Gesellschaft – und Theaterhaus Stuttgart | KBB Tanz | Siemensstr. 11 | 70469 Stuttgart
damit könnten sie zu einer Art Vorbild werden, wie Menschen
unterschiedlichster Herkunft miteinander auskommen. Selbstre-
UNIVERSITY OF MUSIC AND PERFORMING ARTS
dend gibt es in jeder Gruppe, die sich nicht freiwillig, sondern aus
gemeinsamen beruflichen Interessen zusammenfindet, Animositä-
ten. Und ganz sicher sind Freundschaften nicht zwischen allen Mit- An der
gliedern sinnvoll oder überhaupt möglich. Aber dass die Verschie- STAATLICHEN HOCHSCHULE FÜR MUSIK
UND DARSTELLENDE KUNST MANNHEIM
denheit von Sprache, Kultur oder Glaube einer Verständigung im ist frühestens zum Herbstsemester 2018/19
folgende Stelle zu besetzen:
Alltag im Weg steht, ist unter Tänzern verdammt unwahrscheinlich.
Dabei arbeiten sie mitunter oft und lange gemeinsam: Nicht nur
Akademischer(r) Mitarbeiter(in)
beim täglichen Training, den anschließenden Proben und einer
abendlichen Vorstellung sind sie zur Gemeinschaftlichkeit verdon-
für Ballettkorrepetition TV-L E 12
nert, auch auf teilweise langen Tourneen verbringen sie Tag und Es kommen ausschließlich Pianisten/Pianistinnen in Frage, die die spe-
Nacht zusammen. Eine überschaubare Gruppe, wie beispielsweise zielle Literatur für Tanzbegleitung einschließlich tänzerischer Original-
kompositionen gut vom Blatt spielen sowie improvisieren können. Die
das Bundesjugendballett, hockt mitunter zu zehnt in einem kleinen Vergütung erfolgt nach E 12 TV-L. Das Dienstverhältnis ist auf zwei
Jahre befristet. Wird das Dienstverhältnis nach Fristablauf fortgesetzt,
Bus, unterwegs zum nächsten Aufführungsort. Sprachbarrieren? findet kein neues Auswahlverfahren statt.
Kein Thema. Hautfarbe? Ohne Bedeutung. Nationalität? Vollkom- Die Hochschule legt besonderen Wert auf die Bereitschaft zu interdis-
ziplinärer Zusammenarbeit sowie auf die engagierte Mitarbeit in den
men egal. Sicher: Anders als eine zufällig zusammen gewürfelte Gremien. Der Umfang der Lehrverpflichtung richtet sich nach der
LVVO-KHS. Bei Akademischen Mitarbeitern werden ihr Umfang sowie
Menschengemeinschaft eines Mietshauses oder einer Kleinstadt die weiteren Aufgaben vom Präsidenten festgelegt. Vollzeitstellen sind
haben Tänzer ein gemeinsames Ziel: Die nächste Vorstellung gut grundsätzlich teilbar. Schwerbehinderte Bewerber/innen werden bei
entsprechender Eignung bevorzugt eingestellt. Frauen werden nach-
über die Bühne zu bringen. Und dafür ist es essentiell, sich auf die drücklich zur Bewerbung aufgefordert.
Kollegen verlassen zu können. Denn sie sind tatsächlich aufeinan- Die Bewerbungsunterlagen müssen Angaben zum künstlerischen und
pädagogischen Werdegang und Kopien der Urkunden über die Schul-
der angewiesen. Also stellen sie ein Zusammengehörigkeitsgefühl und gegebenenfalls Hochschulabschlüsse enthalten (eine Rücksen-
dung erfolgt nicht). Bitte senden Sie die Unterlagen
her – allen unterschiedlichen privaten Interessen zum Trotz. Was
bis zum 30.12.2017
würde passieren, wenn sich eine Hausgemeinschaft oder einige
an die
Bewohner einer Kleinstadt regelmäßig zum Tanzen träfen? Mehr
Akzeptanz gegenüber der Andersartigkeit eines Nachbarn? Diesen Staatliche Hochschule für Musik und Darstellende Kunst
Mannheim
Zweck könnte sogar ein Nationaltanz erfüllen!  Präsidium
N 7, 18
Dagmar Ellen FISCHER 68161 Mannheim

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30 DANCE forYOU magazine

How Pilates

Photos Matt Pereira Photography


Helps Dancers
- Continued -

Scapular Stabilisation
This is an area in which the advanced dance student will more easily
excel than the general public, where those who spend much of their
work time in sitting position will invariably have problems. However, the
correct recruitment of the stabilizing muscles for the scapular must not
be overlooked in dance training in the quest for seemingly effortless port
de bras. The neck needs to be free and relaxed with the shoulders held
down in place whatever else is going on with the rest of the body. The
stronger activists, the upper trapezius in particular, are always eager to
kick in to hold the shoulders from above (very evident in office workers
where bad sitting posture over-stretches and weakens the stabilizing
muscles with the tendency to spend long hours round shouldered in
front of a computer with the head jutted forward). This, however, is still
common in dance students who struggle with their posture (so most of
Core Stability them!) or have tightness across their pectoral muscles, so Pilates exerci-
ses can help them find the correct muscle recruitment to facilitate their
Core stability lies at the heart of the Pilates technique and is pro- scapulohumeral rhythm and thus free their port de bras. This is especially
bably the area from which dancers, and indeed all high perfor- necessary to avoid strain in the upper body area when put under pres-
ming athletes, benefit most. sure by increased aerobic effort required for more demanding enchain-
ment, particularly sustained allegro work. Classical ballet also calls for the
Unlike most gym training, Pilates advocates the use of the trans-
shoulders to be firmly down in place when the arms are elevated above
versus abdominus by performing abdominal exercises in the
the shoulders (for example 5th position) which is an unnatural kinaes-
‘neutral spine’ position, and not flattening the back into the floor
thetic action for the body, therefore muscle engrams have to be entren-
when prone. These stabilizers are one’s core strength, allowing
ched in order for this to be second nature.
the body the ability to move limbs and load without disturbing
the whole, a hugely efficient way of conserving energy, therefo- Both male and female dancers require tremendous physical strength
re leaving more for endurance. The stronger rectus abdominus in their upper bodies for pas de deux, whose choreographic contents
plays its part in torso flexion but as an agonist, can work to 100% are becoming ever more challenging and extreme. I recommend ta-
capacity, but will quickly tire. Although a ‘6-pack’ look may be king all your Pilates tools with you in to the fitness studio to face those
some people’s goal, the female dancer markedly needs a leaner weights, as you need to be assiduous in your scapular stabilization to
line. The use of transversus gives the abdomen it’s most drawn avoid injury.
in position. Viki WESTALL-EYRE

The Pilates refrain of “Breathe in wide and full, draw the navel to
the spine, exhale keeping the stomach in’ whilst a movement is
being executed begins compiling this inner strength which is
not quick or easy to achieve. My established Pilates class of 15
years (comprised of mainly mature ladies) have far greater core
stability than my new 19-year-old recruits to the Graduate class
at Northern Ballet Academy! The true test of the simple ‘Double
Knee Fold’ – the ability to raise the 2nd leg to the chair position
without a hint of a stomach bulge – soon reveals the absence of
the ability to recruit transversus on it’s own. For a supporting mu-
scle, it has to be remarkably well toned to hold the weight of the
leg without help from it’s friends. This single exercise certainly re-
built my centre after a Caesarean section, so I know it is perfectly
possible to go from zero to hero with time and training.

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Die Audition
für 14- bis 15-Jährige
professionelle
mit guter Vorbildung
News Ballettschule in Klassischem Ballett
mit eidg. Fähig- zur Aufnahme in das
▷ Ballett im Kino
Nutcracker©ROH 2017

keitszeugnis, 1- Lehrjahr der profes-


„Nussknacker” des Royal Ballets live im Kino sionellen Bühnentan-
EFZ zausbildung
Am 5. Dezember wird die Wiederaufnahme des
03.03.2018
„Nussknacker“ am Royal Ballet weltweit live im
Kino übertragen. Passend zur Weihnachtszeit Schnuppertage Easter School
lebt die phantastische Welt mit magischen Mäu- für 10- bis 14-jährige 3-tägiger Workshop
sen, wachsendem Weihnachtsbaum und die ballettbegeisterte für ballettbegeisterte
Schlacht zwischen Spielzeugsoldaten mit der Mädchen und Jungen 10- bis 15-Jährige.
17.–19.01.2018 30.03.–01.04.2018
Mäusearmee wieder auf. Die berühmte Zucker-
fee wird getanzt von Royal Ballet Primaballerina 2-stufige Aufnah- Galavorstellungen
Sarah Lamb. meprüfung für fussspuren XIV
Informationen: www.rohkinotikets.de. 11- bis 12-Jährige Theater Winterthur,
zur Aufnahme ins 30.06 & 01.07.2018
Ausbildungssystem Opernhaus Zürich,
▷ Dokumentation „Oper L´Opera de Paris”
20.01.2018 07.07.2018
Jean-Stéphane Bruns Dokumentation „Oper L´Opera de Paris”, die
beim Filmfest München Premiere feierte, kommt am 28. Dezember tanzakademie.ch
in die Kinos. Ob klassisches Ballet oder Musiktheater, hier blickt man

Tanz
hinter die Kulissen einer der berühmtesten Bühnen der Welt und er-
lebt Szenen voll menschlicher Leidenschaften – ironische, heitere und

Akademie
ernste.

Zürich
▷ Zum 25. Todestag von Kennth MacMillan:
Blythe Newman, Zhi Le Xu © Jochen Klenk

„Romeo und Julia“ in Karlsruhe


Im Gedanken an Kenneth MacMillan nimmt das
Staatsballett Karlsruhe dessen Meisterwerk „Ro-
meo und Julia“ wieder ins Programm. Dieses 1965
entstandene Werk ist das erste abendfüllende
Ballett Mac Millans für das Royal Ballet in London.
Inzwischen ist diese psychologisch fein ziselier-
te Umsetzung der größten Liebestragödie aller
Zeiten zu einem Werk mit Weltrang avanciert.
Informationen: www.staatstheater-karlsruhe.de.

▷ TANZallianz in Heidelberg
M. Lautenschläger, R. Gonzales, B. Fauser,
L. Guhl, H. Schultze, N. Linning, Dr. J. Gerner

Theater und Orchester Heidelberg sowie das Unterwegs-


Theater bieten vom 24. Februar bis 4. März ein umfang-
reiches Programm mit Gastspielen und Eigenproduktio-
nen an. Dabei erhält der Zuschauer vielfältige Einblicke
in die aktuellen Entwicklungen der nationalen und in-
ternationalen Tanzszene. Die Tanzbiennale findet bereits
zum dritten Mal statt.
Informationen: tanzbiennale-heidelberg.de.

▷ New Yorker Ballet Hispanica in Neus


Carmen Ballet Hispanico © Paula Lobo

Das ganze Spektrum der Latinokulturen bringt


das New Yorker Ballet Hispanica im Rahmen der
Internationalen Festwochen auf die Bühne der
Stadthalle Neuss. Für sein Programm „Bury Me
Standing“ ließ sich der spanische Choreograph
Ramón Oller von der einzigartigen Kultur der
Zigeuner und Roma inspirieren. Pablo Picasso
stand Pate für „CARMEN,maquia”, das moderne,
körperlich aufgeladene, sinnliche Choreogra-
phie verbindet mit Paso Doble und Flamenco. 

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32 DANCE forYOU magazine

VERLOSUNG „MORD IM ORIENTEXPRESS“


Zum Kinostart des Films "Mord im Orientexpress" am 9. November haben wir
4 x Fan-Pakete mit je 2 Kinotickets und dem Buch verlost. Die Glücksfee hat gezogen...
...und gewonnen haben:
■ Jennifer H. aus Stuttgart ■ Christa M. aus Garmisch-Partenkirchen
■ Andrei S. aus Nürnberg ■ Sara W. aus München

Alvin Ailey and Judith Jamison (1969) © Photo by Jack Mitchell


Judith Jamison (2010) © Photo by Andrew Eccles
BOSTON TRIBUTE TO ALVIN AILEY
A four-month salute to the 50th anniversary of Alvin Ailey American Dance Theater starts
with a December 6 event that features Ailey Artistic Director Emerita Judith Jamison and key
members of Boston’s arts and dance community. The symposium takes place at John Han-
cock Hall, where the company made its Boston debut with Jamison as a company member.
“REVELATIONS: The Legacies of Alvin Ailey and Elma Lewis” honors the lasting impact of Ai-
ley’s internationally recognized choreography alongside the enduring influence of Boston
educator and social justice advocate Elma Lewis. Lewis’ passion for student engagement in
the arts mirrored Ailey’s mission to keep African-American stories and traditions alive. Both
Ailey and Lewis have generations of devotees in Boston, as well as former colleagues – seve-
ral of whom will join Jamison on stage or appear as featured guests at the event.

Jean Paul Gaultier © Peter Lindbergh

JEAN PAUL GAULTIER`S FASHION-REVUE AT FOLIES BERGÈRE IN PARIS


Jean Paul Gaultier is shaking up Paris once again by inventing a new kind of entertainment
between a revue and a fashion show. Eccentric, scandalous, provocative, exuberant and
funny as ever he creates an extraordinary production with actors, dancers and circus artists
on the stage. They play outlandish, passionate, rude, sexy, sassy creatures and personalities.
Gauthier designed tens of new exclusive outfits to incorporate within an exuberant sceno-
graphy – without forgetting to invite his most iconic creations! To carry through with this
project, he collaborated with the best in their field, such as actress, scriptwriter and director
Tonie Marshall, who co-directs the show, and Marion Motin (Madonna, Christine and the
Queens, Stromae, RESISTE, the musical...) for choreography. From disco to funk, from pop to
rock and also new wave and punk, the Fashion Freak Show is an explosive playlist of hits that
have inspired the artist throughout his life. Info: www.foliesbergere.com 

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DANCE forYOU magazine 33

Sächsischer Tanzpreis 2017


„Gesichter der Großstadt“ beim Ballett Chemnitz

I
n den Kulissen aus Edward Hoppers „Bilder der amerikanischen Seele“

Gesichter der Großstadt v. Theater Chemnitz, Foto Dieter Wuschanski.


präsentiert das Theater Chemnitz „Gesichter der Großstadt“. Kargheit ist
das Mittel Hoppers, das es in gemalten Szenen der Einsamkeit und des
Stillstandes möglich macht, Details des eigenen Lebens hineinzuprojizie-
ren - was unterschiedliche tänzerische Zugriffe erlaubt. So geht bei diesem
zweiteiligen Theaterabend Reiner Feistel der Frage nach, wie die hier in see-
lischen und körperlichen Stillstand eingeschlossenen Menschen an jene Ort
und in jene Situation geraten sind und wie sie sie wieder verlassen könnten.
Yiming Xu dagegen löst die räumliche Begrenzung auf und führt die Tänze-
rinnen und Tänzer aus den Situationen der Vereinzelung in die Anonymität
einer Gruppe von Menschen.
So begründet die Jury ihr Votum: „Feistels Choreografien sind von großer
Zuneigung getragen, die sich aus Hoppers Bildern herleitet. Die einsamen
haben das nun in einem dreiteiligen, auf zwei Jahre angelegten Projekt ge-
Menschen werden nicht bloßgestellt, Vergeblichkeiten misslingender Kom-
wagt, und dafür wurde ihnen der Sächsische Tanzpreis zuerkannt. Dass das
munikation nicht ausgestellt. Ein Hauch von Sehnsucht durchzieht diese
Projekt in Dresden herauskam, einem Ort, der besonders durch Fremden-
Szenen, wenn sich bei Versuchen minimaler Annäherungen zarte Visionen
feindlichkeit, Nationales Denken und Rechtslastigkeit öffentlich in Erschei-
der Überwindung ihrer Einsamkeit erahnen lassen. So wie diese kammer-
nung tritt, erforderte einen ganz eigenwilligen künstlerischen Zugang, der
spielartigen Szenen ihre Kraft und Berührung aus der individuellen Präsenz
Heimat auslotet zwischen Lokalpatriotismus und Sehnsuchtsort. Möglich
der Tänzerinnen und Tänzer beziehen, so auch bei gänzlich anderer cho-
gemacht wurde das durch die Zusammenarbeit der guts company mit dem
reografischer Gestaltung in den Szenen von Yiming Xu im jetzt von Hans
Fonds Doppelpass der Kulturstiftung des Bundes und dem Dresdner Soci-
Winkler großflächig geweiteten Raum mit zu Silhouetten gefügten Motiven
etätstheater. Assoziative Tanzbilder, ergänzt durch eigene Texte, sowie die
der Bilder als Begrenzung am Bühnenhorizont. Der Choreograf nimmt die
individuelle Ausdruckskraft der Tänzer, unterstützt Gnadenchor, unterstützt
Momente des Aufbruchs der Einzelnen von Reiner Feistel auf und an. Dies
durch den Dresdner Gnadenchor schufen den rechten Erlebnisraum, um
geschieht durch überzeugende Zusammenführung verschiedener Formen
Themen wie Angst, Wahn und Obsession sichtbar zu machen. In der Be-
des zeitgenössischen Tanzes und der Herausstellung des persönlichen Be-
gründung der Jury heißt es: „Hier war ein ganz eigenwilliger künstlerischer
wegungsduktus der einzelnen Tänzerinnen und Tänzer. ... Versuche des Auf-
Zugang gefragt, der in dieser Inszenierung in besonderer Weise gelungen
oder Ausbruchs, Aktionen einzelner Individuen bleiben bizarr und absurd
ist. Die erste Produktion des inzwischen abgeschlossenen Projektes „Das Ei-
wie kleine Lichtblitze, die sie nicht davor bewahren können, einverleibt zu
gene/HEIMAT“ – prämiert bereits im April 2016 mit fünf Tänzerinnen und
werden in der Anonymität der Massen großer Städte.“
dem Dresdner Gnadenchor – scheut nicht die Darstellung deutschtümeln-
der Klischees, stellt aber auch Fragen nach Identität, sprachlicher Verwurze-
HEIMAT v. Johanna Roggan, Foto Benjamin Schindler

lung und der Verortung unserer Sehnsucht in Familie und Heimat.” 

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WILL BE PUBLISHED END OF JANUARY 2018

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Ursula-Cain-Förderpreis für „Das Eigene/HEIMAT“
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Choreografin Johanna Roggan und Dramaturgin Célestine Hennermann
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34 DANCE forYOU magazine

INFORUM Tanzausbildung
PALUCCA HOCHSCHULE FÜR TANZ DRESDEN
Hochschule für Tanz, Basteiplatz 4, 01277 Dresden
Tel. +49 (0)351-25906-0,
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Deutschland mit Studiengängen Bühnentanz,
Choreografie und Tanzpädagogik
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INTERNATIONAL
Staatliche Ballettschule Berlin DANCE ACADEMY BERLIN
Erich-Weinert-Straße 103, 10409 Berlin Ausbildungsstätte für
Tel. +49 030-405779-70; Bühnentanz
Fax +49 030-405779-19 anerkannte Berufsfachschule
Berufsbildung mit integrierter Schulausbildung nach §102 BaföG berechtigt
Klasse 5 bis Abitur und Studiengang Tel.: +49 (0) 30 873 88 18
Bühnentanz www.international-dance-academy-berlin.com
www.ballettschule-berlin.de

CDSH-CONTEMPORARY DANCE SCHOOL


TANZPARTERRE Ballettschule des HAMBURG BALLETT
HAMBURG
Himmelstr. 10-16, 22299 Hamburg, Caspar-Voght-Str. 54; 20535 Hamburg,
Staatlich anerkannte Berufsfachschule
Tel. +49-40-475865 Tel: +49 40 21118830/31;
für zeitgenössischen Tanz,
Leitung: Mona Brandenburg, Fax: +49 40 21118888,
Bafög anerkannt, Stresemannstraße 374;
Prof. Training täglich 11-13 E-Mail:Schule@hamburgballett.de;
22761 Hamburg,
Uhr in Modern und klass. akad. Tanz www.hamburgballett.de
Tel. +49 40 41924560;
www.tanzparterre.de
info@cdsh.de; www.cdsh.de

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New York City Dance School GmbH Staatliche Hochschule für Musik und
18-monatige Ausbildung zum professionellen Tänzer, Darstellenden Kunst
Choreografen und Tanzpädagogen Mannheim - Akademie des Tanzes
Leitzstraße 4 | 70469 Stuttgart | Deutschland N7, 18 - 68161 Mannheim,
T +49 ⁄ 711 ⁄ 856316 | F +49 ⁄ 711 ⁄ 857816
Tel. 0621/292-3515,
E info@professional-dance-academy.de
Fax 0621/292-2238,
Leitung: Andreas Frey,
E frey@professional-dance-academy.de adt@muho-mannheim.de;
Gesprächstermine nach Absprache per E-Mail mit Andreas Frey www.akademiedestanzes.de
W www.professional-dance-academy.de

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Tanz- und Theaterwerkstatt e.V. Kurse,
für tanz Bühnentanz
Projekte, Produktionen,
und Tanzpädagogik / BaföG;
Hindenburg Str. 29; 71638 Ludwigsburg,
Humboldtstr. 3; 79098 Freiburg
Tel. 07141-78891-40,
Tel.: 0761/72524 Fax: 0761/7071238
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akademie@danceemotion.de;
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Stijn Celis, Photo by Saarländisches Staatstheater 36 DANCE forYOU magazine

Real Talk …with STIJN CELIS


Artistic Director of the Saarlandisches Staatstheater Ballett.
By Armando BRASWELL

When someone is being interviewed, they always put their best face forward. "Real Talk " is designed to help young
dancers and professionals by providing them with the whole truth about the problems faced by artists...on stage and off.
Stijn Celis is currently at Ballett Theater Basel restaging his Swan Lake. Armando Braswell grabbed him after his
rehearsal to have a moment of Real Talk…

How do you warm up? that dancers have in the studio…I use to be do anything about it. But if I see a potential
more susceptible to that, but I have learned chance to change it, I do.
I would say I always try to go with a mindset to work my way around those things.
that will produce a positive outcome for wha- Being 2nd cast or a cover…
tever I must achieve that day. I usually make Mistakes made at auditions…
sure my body is one, relaxed… Maybe I’ll do In a dancer’s career, there is a time to be a first
few stretching exercises and then I am good Dancers where their motives are not clear… cast and a time to be a second cast. Being a
to go. I breathe in and out very deeply and why they are there. There is a sense of mi- second cast often doesn’t seem rewarding,
try to make this performance, rehearsal or sunderstanding in their body or not really in but it is the most difficult position in the
class into a unique experience…I am aware agreement with they are doing. I would say a lineup. You get less attention, but you have
of that. I see to it, that I make this in to so- lack of conviction, which is not attractive or make sure the quality is there and that you
mething I have never experienced before. I not interesting. can deliver. I always choose people for the
also regard these moments as an opportuni- second cast, that I am confident will give as
ty to improve or change. good a performance as the first cast. For me
Dancing with someone you don't there is no big difference. Often one must
Do you have a "Pet Peeve"? get along with… choose, and it is like that.
Something that annoys you about
It is very rare that I don’t like people. When I
dancers, directors, choreographers? Saving and improving energy…
have an experience that would be like that,
I am very sensitive to people who do not I tend be very curious and want to under- Make sure to have the correct mindset and
have the ability to listen. People who like to stand why is there this kind of dislike. Is it focus on what you are doing. It is all a mat-
hear themselves talk. Other than that, I try not just a projection of myself? And If I spot ter of awareness and how you channel your
not to be too sensitive to some of the “ticks” that the dancer has a dislike for me, I cannot energy.
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Tanz
Sie verfügen über eine
profunde Klavierausbildung

Akademie
I wish young dancers would… und besitzen ausgeprägte
Improvisationsfähigkeiten.

Zürich
I just think of the young dancers I have in my company and what I
Sie haben mehrjährige
would wish… That is a very hard question. Be more alert sensitive
to what more experienced dancers can bring to them. Often young
Erfahrung in Begleitung
dancers are just rolling out of school, and they have a sense that they eines Ballettunterrichts
are there… in the forefront of the state of the art… that is when the Die Zürcher Hochschule auf professionellem Niveau
trajectory starts. And to continue the canon, should be aware that the der Künste gehört zu den (Klassischer Tanz, Pas de
older more experienced dancers have gone through that trajectory
führenden Kunsthoch- deux, Charaktertanz und
already and they can benefit and learn from that, just by watching
schulen Europas. Die Tanz kennen das Klassische
them in the rehearsals and seeing all the hard work. That would be my
Akademie Zürich, die Ballettrepertoire). Das
wish for younger dancers.
professionelle Ballettschule Pensum umfasst rund 20
What would you change in the dance world? für Klassischen Tanz in Unterrichtslektionen
der Schweiz, bildet junge, pro Woche.
There is huge margin for improvement in the dance world of cour- —
nationale und internatio-
se. I find there is a very strong dance lobby sometimes, that thinks
nale Nachwuchstalente Wir bieten Ihnen eine
in one track. I would be in favor of a bigger, broader communication
amongst dance companies. A bigger flow of communication and in- zu professionellen Bühnen- herausfordernde Tätigkeit
formation in the dance world. tänzerInnen aus. in einem engagierten
Umfeld und einem lebhaf-
Is there something you would do different ten Schulbetrieb. Es erwar-
if you could do it again? Wir suchen auf tet Sie eine interessante

I am very fortunate to have achieved what I set out for in the dance den 1. August Zusammenarbeit mit einem
eingespielten Team von
world. I wouldn’t do that any different... I think be more confident ear-
lier. If you are quite wise, you can ride the “wave of confidence” much
2018 internationalen Lehrkräften.
sooner. It is a huge strength and a useful quality. Privately I would in- —
vest more time in friends and family. 
Ballettpianistin / Bewerbung
Bis zum 26. Januar 2018
Ballettpianisten,
The legend of Joseph wth Svetlana Gileva and Jiri Bubenicek (Semperoperballett) Photo by Costin Radu

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70 – 90% Es werden nur Online-
Bewerbungen akzeptiert.

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Adam Cooper catches the Merry Widow (Alexandra Reinprecht) Photo by Thomas Kirchgraber 38 DANCE forYOU magazine

The theatrical Power of


ADAM COOPER
Matthew Bourne´s legendary swan still conquers the stage
When there is a dancer to wear wings on the stage it is him: Adam Cooper, legendary Big Swan in Matthew
Bourne´s version of „Swanlake“. Twenty years later he again is wearing wings, now as an angel of death in the new
production of „Merry Widows” at the Gärtnerplatztheater in Munich. UTE FISCHBACH-KIRCHGRABER meet
him there and talked about old ballet days but also about doing something like Operetta.

Mr. Cooper, just from the start I am grateful for my education. Our father As we know you did classical ballets
you had a profound education in was a musician, I sang in the choir, and star- like Romeo and Juliet, Manon
ted very young to play instruments - violine,
performing arts, not only dancing Lescaut, also Onegin, but it seems
piano and drums. So, I like many types of mu-
ballet but also singing and acting. you have a favour for less romantic
sic, also rock.
So is it quite natural for you to As children we often went to church and the-
and more dynamic dancing.
perform shows and musicals and re was a dramatic group, so I played theater. Do you prefer modern?
do choreographies like now at the I remember we did a lot of pantomime. Five
Adam Cooper: I was always a type-like
Gärtnerplatztheater in Munich…. years at ArtsEd School I learned to sing, to
cast. More dynamic, so I never did lyrical
act, to do ballet and modern dance. The big
roles. I loved it. Most I enjoyed William For-
Adam Cooper: I consider myself very lucky to question arose at the age of16 years: which
sythe`s Herman Schmerman and prince
have the opportunity so do so many different direction should I take? There were so many
Rudolf in „Mayerling”, there were challen-
things. I have done classical ballet, modern options. Some told me to do ballet, others to
ging pas de deux and his diverse connec-
dance, musical-theatre, also TV and now I am be a musician… But what should I do? So, I
tions to women.
more into choreography und producing. So, followed my elder brother and got engaged
all is quite different. in the Royal Ballet Company.
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DANCE forYOU magazine 39

You retired form doing classical let I had more confidence, so that helps also Adam Cooper: When the manager of Gärt-
ballet very young being 26 years your dancing. nerplatztheater Josef Köpplinger told me to
play the role of the death, it was strange but
old - an age other dancers start
Perhaps it is very German to think it became much clearer working on it. He is a
their career as principals… Any
that there is the great very earnest character that develops. He is a shadow over
special reason? all people - specially over the widow. She is
art and all things you can laugh
his target. But he realizes he has to wait a bit,
Adam Cooper: I left the company, but I conti- at are not very serious and only
nued doing ballet as a guest. Of course it was and meantimes decides to have fun. He is
a deterior entertainment… You
a great experience, for I met unbelievable rounded. But it is difficult to perform. When
don´t have this problem? you dance you have the steps as narrative,
dancers like Margot Fontaine and I met cho-
reographer MacMillan. Being in a company Adam Cooper: There are a lot of British peo- when you sing, you heave the music. But all
you have another environment, it is like a ple who also think like that. For me there is I have as death is the power of the body. It
pressure cooker. You don´t have to concen- only one art. If you do from mostly ballet to was a great challenge. It is also complicated
trate on your dancing only but you have to mostly musical, there is a great freedom. The- to find all my cues (Stichwort) - for there is a
impress others. se are different styles. I did Leonard Bernstein lot of German dialogue…
The big turning was „Swanlake” 1995. It ope- „Candide” and I did the „Kinks”. You jump from
ned my eyes to all that was possible. It was one to another. You work as actor as well as
a great experience. „Swanlake” was the first choreographer. Do you plan
role I did more than 12 performances a year. I You can be very earnest within being creating a new ballet?
did it 30 times. Mostly in a company you do a funny. Now at Gärtnerplatz you act
Adam Cooper: Some plans I can not speak
role only two or three times a year. You find so on stage as a permanent angel of about yet. But I will be in Japan and do some
much more when you do it several times, you
death - for all the world of the „Merry production in London. At the moment I work
start to live the role. You feel at home. Other-
Widow” will never be the same with on Leonard Bernsteins first Musical „On the
wise it always feels like the first time, there is
an extra nervous energy which don´t allow the start of the world war at the - not Town“.

you to breeze in the role. really happy - end of the play. Danilo
will never go to Maxim any more and How to you get inspired?
The ballet-world knows you for not only for being in love seriously. Adam Cooper: When I started I did all I was
doing this „Swanlake”. It is cult The people in the play don´t know asked for, even when you don´t feel well. Mu-
round the world to know you as but the audience knows… How sic is the first thing. Then there is the narra-
big swan. Was it a burden for you difficult is it to be on stage with tive: which story do you tell, then there are
to be identified with this role? Gay the people you work with. I work with the
nothing to say, not really steps to
possibilities they have. But they also give me
people round the world treat you dance (- of course we would have
energy and understanding. 
like kind of a saint… liked you to dance a little more -) but
Adam Cooper: When Matthew Bourne asked
always to be present as a threat?
me to do this leading role it was bold, it was
a risk. The rest is history. It was a crazy time.
First the pressure in the company and sud-
denly to be in Japan and in America meeting
famous actors on the Broadway… Everybo-
Adam Cooper: Death is his hobby-horse Photo by Ute Fischbach-Kirchgraber

dy who saw this „Swanlake” liked it. I never


thought it a burden – I was very thankful. It
allowed me to be known as performer.

You danced and started to do


shows, TV and film. Everybody
knows about your jumping
abilities and still can see in „Billy
Elliot”. Nowadays Sergei Polunin
is criticized for his appearance in
Agatha Christie´s „Murder on the
Orient Express“…
Adam Cooper: All I want is to affect the audi-
ence emotionally. Doing more than only bal-

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África Paniagua Photo by Miguel Palacios 40 DANCE forYOU magazine

From classical to Spanish Dance


África Paniagua, you have a coordinated and musical, which greatly faci- think it's worth not staying stuck in what we
preparation in philosophy, you litates the work. During the class I stress very know works or serves the public, not even in
much the quality and the way in which they what we know that satisfies ourselves if not
have formed like classic dancer with
execute the movement. I want to make them look a little further, in every detail, in every
Fernando Bujones, and now you
especially aware and careful with that type of sensation, to be more meticulous or deman-
are maître de ballet of the National ding, I think it is a path that can be interesting
work to which they are less accustomed.
Ballet of Spain. What has been the to travel. At first we may feel a little lost, may-
double transition, first from dancer The language of dance is common, be it is a bit scary to abandon the artist pose;
to teacher and the second from but Spanish dancers transmit a lot that way of ego is usually a shell that protects
classical to Spanish dance? us in a certain way but also we have a lot of
of passion in everything they do.
freedom. Making that effort I think is the best
The truth is that the first transition went smoo- With this extra charge of energy, it way to find who you really are as a dancer or
th and without being aware of it, everything is easy for the technical execution at least get in the way of looking for it.
happened in a very natural way. Still today to pass in the background. Will you I like honesty in interpreters, maybe when
I feel connected as a dancer and I have a lot need a more agile eye? we try to "sell something" we miss the op-
to learn to transmit what I accumulated in my portunity to be the best we could be. In this
carrier. Moving from the field of classical and Hahaha ... Yes ... especially for dancers with sense the dancer needs the support of maître
neoclassical dance to giving class to professi- great possibilities my effort is always in the of ballet. I believe that the technique can not
onal dancers of Spanish dance meant an im- same direction. It is easy to be self-indulgent in any case be in the background as it is the
portant change. In general, the Spanish dan- and conform when the interpreter works as vehicle and the tool, the dancer of any disci-
cers turn very well, jump and perform in a very an actor, or you feel that your feeling must pline must know how to use it to be able to
organic way; they are, in broad strokes, very prevail over your rigor and self-demand. I express themselves.
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DANCE forYOU magazine 41

By this I mean that for me a good dancer does

Sorolla, Ballet nacional de España Photo by Outumuro


not differentiate a technical plane and an arti-
stic one but that they both meet and are loca-
ted in the same area. As a dancer you have to
try to dance from that place, and as teachers
or choreographers I think you have to try to
take the dancer there. If it is a matter of dan-
cing, movement and bodies, I consider it more
accurate to speak of feelings than of senti-
ments. From the body we can achieve much
more truth than from the pose or the gesture.
Dancing should not be an art of simulation.

The activity of the National Ballet


of Spain is very similar to any
dance company in the world, but
its characteristics are unique. What sionals with whom I have worked. The rigor of interpreting dance, music, another way to
aspects did you want to highlight? and discipline of academic dance as a tool of move the arms, to break the body ...
improvement and knowledge of one's own
The National Ballet of Spain it is the only com- body. Learn to listen to it and not just judge Madrid, a unique case in the world,
pany in the world that has in his repertoire all it. In the same time, they could bring to the has two dance companies, one is
four disciplines that make up the Spanish classical ballet new dimensions of musicality, the National Dance Company with
dance: folklore, flamenco, escuela bolera and dynamics, movement of the arms and hands,
stylized dance. Although their activity is not
a classic profile with neo-classical
the "pellizco".
the classical ballet, in general, they treat the touches, and the second, the
classical ballet with great respect and confi- The National Ballet of Spain is National Ballet of Spain, true to a
dence towards work. They are aware of what
one of the few companies that tradition and a repertoire much
is needed is the ballet class not only as a more "classical" in which you feel
warm-up to start their day before the rehear-
safeguard the "escuela bolera". Do
you still keep it in your repertoire? very comfortable. Do you think it
sals but as training to improve their qualities.
In this sense I feel that the work of the ballet
could be the case that dancers from
Unfortunately, the “escuela bolero” is a part of one company ended up dancing in
teachers is supported and the class is percei-
the Spanish dance that is being lost. Almost
ved as necessary to continue to grow as pro- the other?
no new choreographer opts for this discipline
fessionals in their day to day activity.
as it is much less commercial and difficult to I do not see it very likely, but in any case it
fusion with other disciplines. The BNE cont- would seem more possible that a Spanish
What part of the classical dance do
inues to put on choreographies repertoire dance dancer who was very well trained in
you want to convey?
of School Bolera, I consider that it is funda- classical dance could interpret certainly a
I would like to be able to pass on to them mental that a National company safeguard piece of the neoclassical or contemporary
what has been useful to me and I have le- that repertoire. The Bolero School is not clas- repertoire that the other way around. 
arned from the different teachers and profes- sical ballet with castanets, it is another way Laurentiu GUINEA
Ballet nacional de España in Solea, Photo by María Alperi
Sorolla, Ballet nacional de España Photo by Outumuro

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42 DANCE forYOU magazine

SUCCES STORIES

Roch Valley
T
he Roch Valley brand has its origins in the

© Roch Valley
North West of England, an area known for
its lively arts and culture, and especially
for its love of dance.
Roch Valley began and remains a family business
started by husband and wife team Jack and Mari-
anne Doughty in 1969. Madame Marianne, famous
for her dancing academy near Manchester was al-
ready an influential examiner and board member
of the United Kingdom’s prestigious Imperial Soci-
ety of Dance (I.S.T.D).
Initially operating from a number of retail outlets esty in the dancewear industry and these values
throughout the North West, it soon became obvious run right through the company.
that the quality and range of goods on offer was not “We believe that our people are at the very heart
keeping up with the growth in the burgeoning dance of everything we do, we encourage and nurture
market, it was decided therefore that the company our employees and we have a strong commitment
would diversify by manufacturing its own garments to the personal and professional development of
and shoes, it was also decided that these products everyone who works within the organization. We
would now be sold nationwide and gradually ex- have a commitment to sourcing the highest quali-
panded throughout Europe and the rest of the world. ty fabrics and products in a responsible and ethical
Roch Valley have always believed that dance is for way, we hold our responsibility to our community


everyone to enjoy and participate in, no matter and the dance world in the highest regard. The


what age, nationality, or level of ability, this ethos Roch Valley brand is now prevalent in almost all
has been the driving force behind our success as of the independent dancewear retailers through-
CUSTOMER COMMENTS
we have grown throughout the decades. The suc- out the UK, and many shops and schools across
“As a dance teacher my school’s uniform
cess company have concentrated on making the Europe and worldwide are supplied by us, over-
is so important to me. It sets me apart
highest quality performance dance clothing, and is seas accounts are supported by our multilingual
when new parents come to see the school.
priced at a level which is still affordable to everyone sales team. Our development team are constantly It makes the school look professional and
regardless of social status or income, our clothing striving to further improve our offer through inno- well organised when they see all the happy
is worn by everyone from the tiny child taking her vation, testing and design to take us into the fu- children in their uniform. For nearly 30
first tentative steps at ballet class to the principal ture with confidence. We employ over 100 people years I have been using Roch Valley. It’s a
dancer with a world famous ballet company. across our manufacturing, wholesale and retail op- simple decision… top quality at a price the
The company managed in a highly professional eration, and we are proud to still be a 100% private- parents can’t complain about!”
but caring and responsible way. ly owned British company, we are also proud to be Bernadette Heys
Roch Valley have a reputation for integrity and hon- part of Europe and to be citizens of the world.”  Founder and Owner
Bernadette Heys School of Theatre Dance

“As a retailer who supplies ballet schools in


Denmark, I can thoroughly recommend Roch
Valley as my main supplier. The quality of their
items are super – and I know I can always rely
on them to offer a fast and friendly service. To
sum up, I’d be lost without them!”
Sylvia Laidlow-Petersen
Daisy Dance Shop, Denmark

“My number one supplier!


Always reliable, friendly and the quality
and fit of their garments is second to none.”
Claire Caley
Quality Leotards, Felixstowe

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DANCE forYOU magazine 43

Kenneth MacMillan
A National Celebration
at Royal Opera House, London
Gloria, The Judas Tree, Elite Syncopations

It is 25 years since the untimely death of the great choreographer Sir Kenneth MacMillan, whose brilliant
creations for The Royal Ballet shaped the course of the company and cemented the kudos of the style and quality
of British Ballet. Kevin O’Hare, Director of the Royal Ballet, wanted to mark this essential historic moment
in a special way, and felt that, as MacMillan’s work enriches the repertoires of companies around the world,
it should therefore be a national celebration. So, for the first time ever, the major UK companies (The Royal
Ballet, English National Ballet, Scottish Ballet, Northern Ballet and also the Yorke Dance Project) have
joined to perform together under The Royal Opera House’s roof for two weeks of performances.

D
ame Nanette de Valois commis-

Yasmine Naghdi in Elite Syncopations. ROH, Photo by Bill Cooper


sioned MacMillan’s first professi-
onal work, Danses Concertantes,
back in 1955, and he continued
to create ballets until his demise in 1992.
He became Artistic Director of Deutsche Oper
Ballet in 1966 and returned to the Royal Ballet
to take over the similar post, succeeding Sir
Frederick Ashton, from 1970 – 77.
His more than 60 works are varied, from the
abstract to psychological drama, sometimes
sublimely beautiful, sometimes deeply sho-
cking - he never baulked in dealing with
profoundly uncomfortable subjects. Possibly
his most famous legacy lies in the enormity
of his narrative 3 act ballets – Romeo and
Juliet, Mayerling, Manon, Anastasia, Prince
of the Pagodas, although his shorter works
gave him free rein to experiment in all areas,
always displaying a rich physicality. His last
piece was created for the National Theatre’s
production of Roger and Hammerstein’s Ca-
rousel.
For his wife, Deborah MacMillan, the exciting
thing is seeing his ballets grow with time, and
to witness new interpretations from younger
dancers. She also applauds the generosity of
spirit of original cast members in passing on
their specially created roles, wanting their in-
heritors to do even better than they did.
>>
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44 DANCE forYOU magazine

Certainly, this ambitious project could not Bur it was Riku Ito who impressed, with soa- milarly potent performance, and his eventual
have been realized without the specialized ring leaps and an anguish that did not stem murder was sickening. It was certainly an im-
coaching for all of the ballets across all of the his quintuple off balance pirouettes. A very mensely powerful piece, and the Royal ballet
companies from the dancers who had wor- moving performance. men were convincingly pack-like, but it was
ked directly with Kenneth. almost too much to take in such a short space
The Judas Tree, performed by the Royal Bal- of time. Certainly the audience welcomed a
The performance I attended opened with let, is a visceral work. Set in a building site on restorative interval drink.
Northern Ballet dancing Gloria, based on Canary Wharf in the 70’s, it is nevertheless
Vera Britten’s book about World War 1, ‘Tes- inspired by the age old story of Judas’s be- The closing Elite Syncopations with full rag-
tament of the Youth’. MacMillan’s father had trayal of Jesus. The Judas Tree, it is said, bears time band on stage is a consummate crowd
been gassed at the Battle of the Somme, and purple flowers that have been turned to red pleaser, a cocktail of vaudeville and comedy
although he didn’t talk about it much it ob- by drops of Judas’ blood when he hanged guaranteed to entertain. There are however,
viously profoundly affected him. Set to Pou- himself. MacMillan, always sparing on the as usual with MacMillan, considerable physi-
lenc’s glorious Gloria in G major. It is a lament program notes as he wanted to engage the cal demands beneath the froth and the frolic,
for a generation lost. Northern Ballet rose to audience enough to work it out for themsel- but all well accomplished by principals from
the occasion and caught the grief, hope and ves, illuminates the ‘reap what you sew’ idea across the companies. The Royal Ballet’s Lau-
horror in equal measure, with interchanging with The Foreman (Thiago Soares every bit as ra Morera gave a glisteningly suave perfor-
patterns, shapes and lines exact. Beautiful macho as you could want) hanging himself mance in Calliope Rag, BRB’s Maureya Lebo-
Minju Kang’s expressive port de bras dripped after the betrayal of his friend and indeed witz and Mathias Dingman danced a sweetly
tears as the central Madonna figure, and she the very graphic gang rape of his girl on romantic Alaskan Rag, and Northern Ballet’s
was ably partnered by Guiliano Contardini who he wished revenge. As the only female Kevin Poeung zipped through the demands
throughout the sustained adagios. Sarah in the piece Lauren Cuthbertson was stun- of Friday Night without disturbing a slickly oi-
Chun was the one bright spark, radiantly pi- ning. Long legged and sassy, she remained led hair on his head. A truly celebratory per-
rouetting across the vast stage, and tossed completely dominant in this turbo charged formance and a little piece of history. 
blithely between Sean Bates, Ashely Dixon masculine environment until brutality asser-
and Nicola Gervasi, all accomplished dancers. ted itself. Her ‘lover’ Edward Watson gave a si- Viki WESTALL-EYRE
Precious Adams in Elite Syncopations. © ROH, 2017. Photographed by Bill Cooper

The Judas Tree. Lauren Cuthbertson and Edward Watson, ROH, 2017. Photo by Bill Cooper.

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Filippo Di Vilio as Shmuel in The Boy in the Striped Pyjamas, Photos Emma Kauldhar DANCE forYOU magazine 45

Hannah Bateman as the Mother and Sean Bates as Lieutenant Kotler


in The Boy in the Striped Pyjamas
The Boy in the Striped
Pyjamas at Northern Ballet
T
he Boy in the Striped Pyjamas, written by Mlindi Kulashi as ‘The Fury’, (the Fuhrer) not so obviously by his shallow, spikey sister
by John Boyne, was published back whose serpent like writhings cover the stage Gretel (Antoinette Brooks-Daw – splendidly
in 2005. This moving story, centring preventing escape. Lieutenant Kotler, an SS annoying, another talent to watch). De And-
around two young boys sitting on either side of officer stationed at Auschwitz, falls under The rade has to be complimented on his ability to
a death camp fence, made such an impact that Fury’s spell completely, creating a cruel, nar- create his characters through their steps and
it has since been adapted for screen and for the cissistic, tyrannical Aryan. Sean Bates’ blonde movements, especially as he was not always
stage, and has stirred the hearts of many. hair and imposing bearing fit the part, and his aided by the music. This specially commis-
On seeing the film, Northern Ballet’s Artistic outbursts of rage and nonsensical beatings sioned score by Gary Yershon was at times
Director, David Nixon OBE, was so moved were shocking. However, he needs to work extremely atmospheric and disturbing, but
that he knew he wanted this story to be told on his timing and eye contact for his lechery at others it’s modal form was almost too cle-
in dance. He approached his Artistic Associa- to be truly skin-crawling. Hannah Bateman as ver for the good of the plot. I did especially
te Daniel de Andrade, fresh from choreogra- the Commandant’s wife and Bruno’s mother like his theme for Shmeul – the imprisoned
phing ‘Nijinsky – God of the Dance’ for Slovak looks every inch the 40’s film star, and it is of Jewish boy, haunting and mournful.
National Ballet, to create a full-length work course Bruno that is our central character and
for his company. De Andrade also felt that the spark of goodness in the dark. And Mat- Filippo di Vilio made a credibly frail and
dance could portray the polarity between thew Koon is absolutely Bruno. desperate Shmeul, whose blossoming trust
the tyranny and purity of spirit exposed in and delight in Bruno’s friendship was truly
this sensitive subject. Koon is already attracting attention for his touching. As the gas chamber doors close at
technical prowess, line and elevation, but the end of Act 2 on the 2 boys, standing hand
There is a great deal of story to be told, and what makes him so special is the way he in hand, we are wretched for their fate but
de Andrade achieves clarity in the unfolding wears his heart on his sleeve. One can read also heartened by their togetherness, the shi-
of the events. The first act introduces us to every nuance of every thought his character ning light of their friendship immune to evil.
an SS General, newly promoted to Comman- is experiencing. He also has a smile of tre- Mark Henderson’s lighting was admirable
dant, and his family, and their move away mendous charm and radiance which exac- throughout, as were the commitment of the
from Berlin to ‘Out-With’ (Auschwitz). Javier tly suits the young carefree boy Bruno. His artists of Northern Ballet in portraying the
Torres makes an imposing Commandant, innocent leapings and tumblings through victims of the Holocaust.
and portrays the juxtaposition of his moral the first act endear him to us from the start, Not a light-hearted evening’s entertainment,
descent as his work becomes ever more mer- and it is obvious that he is adored by his pa- but gripping all the same, and an opportuni-
ciless, and his love for his family convincingly. rents and Grandparents (Victoria Sibson fine ty to think and reflect. 
He is manipulated by an evil force embodied as the disapproving Grandmother) although Viki WESTALL-EYRE
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46 DANCE forYOU magazine

Hommage an ein düsteres filmisches Genre

Gonzalo Galgueras „America Noir“


fesselt Magdeburgs Zuschauer
W
ho Shot The Sheriff?“ als Wes-

America Noir (Ch. Gonzalo Galguera) Andreas Loos und Narissa Course, Foto Andreas Lander
tern-Ballett in Schwerin, Agatha
„ Christies „Mord im Orient-Express“
beim NRW-Juniorballett, und in Magdeburg
„America Noir“ als Hommage an den Film
noir aus den USA der 1940/50er. Ballettchef
Gonzalo Galguera reizt daran die zwielichti-
ge Atmosphäre um desparate Figuren, Mord,
realen oder geträumten, um Schuld ohne
nähere Begründung und Flucht - vor ech-
ten Verfolgern oder den Qualen in sich. Sei-
ne Story knüpft der kubanische Choreograf
an Musik US-amerikanischer Komponisten
aus sieben Jahrzehnten. In den fünf Episo-
den von „America Noir“, was hier eben nicht
die Hautfarbe meint, hetzt ein Mann durchs
Land, auf der Suche nach einer Bindung und
somit Erlösung von jenen Schuldgefühlen,
ohne dass sie ihm zuteil wird. dauerhaften Begegnung. Erste Station ist die genden Polizisten versteckt. Teilen aus Aaron
Denn ihm lastet in nebliger Weite zur schrof- Scheinwelt des Films. Vor dem Standbild ei- Coplands „Appalachian Spring“, entstanden
fen Rhythmik von Joan Towers „Tambor“ eine nes Kusses flirtet er zu jazzigen Klängen von einst für Martha Graham, als nervösem Ein-
Tote auf der Schulter. Ob er Täter ist oder sie William Grant Still mit der Diva, sie elegant stieg schließt sich ein zaghaftes Liebesduett
bloß eine Versagensmetapher, bleibt in der tändelnd, er ein seelisch Zerrissener, der sich voller Hebe-, Schleuder- und Drehformen
Manier des Film noir unklar. Zwei Polizisten ihr mehr verzweifelt als begehrend nähert. an, dessen schmerzliches Uneinssein der
drangsalieren den Mann im Verhör, er kann Der Traum zerplatzt ebenso wie die nächste Gefühle Samuel Barbers „Adagio for Strings“
fliehen, auch, von einer schwingenden Lam- Illusion in der nächtlichen Bläue eines Fanta- umflort: in Bühnenbild und Choreografie die
pe umflackert, aus seinem inneren Gefängnis. sieparks. Hier fährt er mit einem Cabrio ein, stimmigste Episode.
Angst treibt ihn um. Drei Frauen begegnet er hier erwartet ihn eine sanfte junge Frau voller Auch im hektischen New York, von Pro-
in seiner Unrast, mit keiner kommt es zu einer Hingabe - so sehr, dass sie ihn vor den verfol- jektionen markiert, findet der Mann keine
Partnerin. Inmitten uniformer, puppenhaft
funktionierender Wesen, an den filmischen
Ensemblefoto von Andreas Lander

Meilenstein „Metropolis“ erinnernd, verwi-


ckelt ihn eine Kokette ohne wirkliche Absich-
ten in ein Werbespiel, das ihn in tiefere Un-
ruhe stürzt. John Adams‘ „Chairman Dances“,
peitschend dann Philip Glass' „The Canyon“
befeuern das. Als Wahnbild bedrängen den
Mann seine drei Favoritinnen und lassen ihn
zwischen Gittern mit der Toten des Beginns
zurück: Jedem seine Leiche auf dem Kreuz,
dies die Botschaft eines gelungenen Ausflugs
in düstere filmische Gefilde, virtuos neoklas-
sisch in der Bewegungssprache, mit Andreas
Loos als prägnantem Mann und der kontrast-
stark musizierenden Magdeburgischen Phil-
harmonie unter ihrer russischen Gastdirigen-
tin Anna Skryleva. 
Volkmar DRAEGER
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DANCE forYOU magazine 47

Ganz nah bei Bach, ganz nah bei uns


Mario Schröders Choreografie
„Johannes-Passion“ beim Leipziger Ballett
B
achs Johannes-Passion wurde am nikation zu ahnen, direkter oder indirekter, in Kontext gegenwärtiger Erfahrungen nicht un-
Karfreitag, 7. April 1724, erstmals auf- Beziehung zu dem, was geschieht, geschildert bedingt nach Jerusalem führen muss.
geführt, wie damals üblich im Gottes- oder betrachtet wird. Sonst gibt es die unter-
Chor, Solisten, das Gewandhausorchester un-
dienst. Nach dem Evangelium des Johannes schiedlich charakterisierten Gruppen, vor allem
ter der Leitung von Paul Goodwin bleiben im
schildert der Evangelist in Rezitativen das Ge- die zwölf Apostel, eigentlich die Jünger, denen
Graben, der Chor ist geteilt, Männerstimmen
schehen von der Gefangennahme bis zum Be- das Hauptinteresse des Choreografen gilt.
rechts, Frauen links. Eine herausragende ge-
gräbnis Jesu.
Bestimmend ist eine Grundidee: Es geht nicht sangliche Leistung bietet der Tenor Martin
Jesus, eine Magd, ein Knecht, Petrus und Pilatus um die Passion des Jesus von Nazareth, es geht Petzold als Evangelist, auch so dass man jedes
werden als selbständige Einzelpersonen mit um die Passion des Menschen, auch nicht um Wort versteht, woran es sonst leider mangelt.
knappen, charakterisierenden Szenen geführt. den Verrat, um die Verleugnung des Petrus, an Schade, wäre wichtig und könnte den persön-
Der Chor übernimmt in kurzen Szenen die Dar- Grausamkeiten und politischer Stimmungs- lichen Dialog der Assoziationen befördern an-
stellung der Jünger Jesu, der Römer, des Volkes, mache mangelt es ja auch nicht, auch nicht an gesichts dieser bildkräftigen, choreografischen
der Juden und der Priester. Hoffnungszeichen, wie in einer berührenden Inszenierung auf der Bühne von Paul Zoller, der
Szene der Solidarität des Johannes und der Ma- massive Säulen immer wieder bedrohlich her-
Mario Schröders choreografische Urauffüh-
ria unterm Kreuz. ab und herauf fahren fahren lässt, die am Ende
rung ist ein Beitrag der Oper Leipzig zum Re-
umgestürzt sind, darunter Menschen, was nun
formationsjubiläum. Der Johannes-Passion Deutlich wird das immer, wenn bei den zwölf
in aller Deutlichkeit an aktuelle Kriegs- und Zer-
sind dramatische Qualitäten eigen, ein Drama weiß gekleideten Tänzerinnen und Tänzern, störungsszenen erinnert.
in fünf Akten: Verrat und Gefangennahme, Ver- jeder und jede etwa zum Jesus werden kann.
leugnung, Verhör und Geißelung, Kreuzigung Die Choreografie hält immer wieder inne, setzt Zum betrachtenden Chor „Ruhet wohl, ihr hei-
und Tod, Grablegung. Szenisch komponiert, er- meditative Bilder, will von heutigen Erfahrun- ligen Gebeine“ bedecken die Erzähler diese
zählend und betrachtend, der Chor auch in der gen ausgehend der Vielfalt eine Chance geben, Menschen mit weißen Tüchern.
Tradition der griechischen Tragödie, kommen- einander auszuhalten, aufzuhelfen, festzuhal- Dann fällt Regen. Weint der Himmel? Zumin-
tierend, betrachtend. ten und loszulassen. Und somit lässt sich diese dest der Theaterhimmel, der Bühnenhimmel.
Schröders choreografische Korrespondenz ist in die Gegenwart weisende choreografische Zum Schlusschoral kommen die Menschen
keine Handlung im üblichen Sinne. Nur die Tän- Deutung ganz im Sinne Bachs annehmen, aus den Leichentüchern heraus, wie Gewürm
zer Yan Leiva und Anna Jo werden als Erzähler der die Menschen seiner Zeit ansprechen und zunächst, dann stehen sie auf, sicher nicht im
benannt. Auch sie erzählen nicht im üblichen bewegen wollte. Bevor der erste Ton erklingt, Sinne einer Auferstehung, aber einer Hoffnung,
Sinne. Sie kommentieren bestenfalls in assozia- wenn die Türen geschlossen sind, das Licht im die über tödliche Erfahrungen hinaus weist,
tiven Haltungen, sind fast durchgehend dabei, Saal verlischt, hört man den fernen Ruf eines schon. 
mitunter ist so etwas wie individuelle Kommu- Muezzin und das Gebet eines Juden, was ja im Boris GRUHL

Johannes-Passion (Ch. Mario Schröder) Foto Ida Zenna

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Le Sacre du Printemps, Nationaltheater Prag, (Ch. Glen Tetley) Foto Pavel Hejný
TIMELESS

Die erste Ballettpremiere


im Nationaltheater in Prag
Z
eitlos klassische Ballettwerke waren Geschichten zu erzählen als andere Balan- Ogimoto sich hinein tanzen in die technisch
schon immer ein Garant für Erleb- chine-Ballette, wenngleich kein Libretto anspruchsvollen Rollen mit vielen Pirouet-
nisse, die unter die Haut gehen, das zugrunde liegt. Seine Musik schrieb der ten, Sprüngen, Chaînés-Drehungen und
Publikum liebt sie seit jeher. Und moderne Komponist selbst aus einer Art Mozart-Ver- Allegro-Sequenzen. Im Kern ist „Serenade”
Werke? Bezeichnen sie nicht die Umbrüche, ehrung heraus, und obwohl er sich nicht eine Ensemble-Arbeit, hat aber eine abstrak-
wie sich (Tanz)Kunst gegenwärtig erfindet? besonders für die Musik Bachs begeisterte, te Beziehung zwischen fünf Solisten, drei
Also warum nicht zwei Klassiker und eine übernahm er in seiner Serenade aus dem Frauen und zwei Männern - in Prag von den
zeitgenössische Uraufführung präsentieren? Jahr 1880 mehr barocke Einflüsse als er ei- Solisten Dmytro Tenytskyy und Giovanni Ro-
So lud Ballettdirektor Filip Barankiewicz zur gentlich beabsichtigte. Die Faszination der tolo interpretiert. Am Ende des Balletts spürt
ersten Premiere der Spielzeit ein. Wie der Titel „Serenade“ kann man leicht nachvollziehen, man im Saal, wie Emotionen sich ausbreiten,
„Timeless“ verrät, stellt das Prager Ballett sein wenn die Schritte sich in einem natürlichen als das „Walzermädchen“ Aya Watanabe zu
Konzept von zwei Meisterwerken und einer Fluss entwickeln, Energie übertragen und Boden fällt, um von vier Männern angeho-
Neuschöpfung vor – mit allen Symbiosen, die auf die latente Musik – ohne explizite Hand- ben und von der Bühne getragen zu werden,
daraus entstehen. lung – eine Geschichte sowohl musikalisch während sie sich rückwärts wölbt.
als auch choreografisch erzählen. Dass ein
Der Abend beginnt mit George Balanchines In Gegensatz dazu fordert der aus Israel
Ballett-Publikum sich nicht für dieses Werk
„Serenade“ (für Prag von Nanette Glushak stammende Choreograf Emanuel Gat in sei-
begeistern lässt, ist undenkbar.
einstudiert), die ihre Uraufführung 1934, ein nem neuen Duett „Separate Knots“ eine kom-
Jahr nach Balanchines Ankunft in Amerika, So löst das Öffnen des Vorhangs und der An- plett verschiedene Art des Ausdrucks. Für sei-
erlebte. Choreografiert zu Tschaikowskys blick von 17 Frauen in bodenlangen hellblauen ne Prager Kreation kombiniert er den ersten
Serenade für Streicher Op. 48, ist das Ballett Kleider und hochgehobenen Arme im Saal und letzten Satz der dritten Klaviersonate
zu einer Ikone für den Balanchine-Stil und eine Welle von Aha-Effekten aus. Das weibli- von Chopin, die der Pianist Marcel Levický
dessen Technik geworden: klassisch und che Corps de Ballet – die Bewegungen erin- auf der Bühne des Nationaltheaters interpre-
klar, organisch und menschlich. Obwohl nern an die Wilis in „Giselle“ – präsentiert sich tiert, in einem subtilen musikalischen Dialog
Tschaikowskys Musik bisweilen für abs- gleichmäßig und fließend, während die Solis- mit der Tänzerin Morgane Lanoue und dem
trakt gehalten wird, scheint Serenade mehr tinnen Aya Watanabe, Alina Nanu und Miho Tänzer Federico Ievoli.
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Serenade (Ch. G. Balanchine) Aya Watanabe, Giovanni Rotolo, Foto Pavel Hejný DANCE forYOU magazine 49

Le Sacre du Printemps, Nikola Márová und Michal Štípa, Foto Pavel Hejný
Gat, ein Freigeist und Querdenker, ein Adept Und auch anders als bei Nijinsky wählt Tetley Mustern zu den ultramodernen Elementen
von „sich selbst steuernden Systemen“ ist be- keine Frau, sondern einen Mann als Haupt- zu wechseln, die „Le Sacre” beherrschen. "
kannt dafür, seinen Tänzern freien Raum zu rolle des Auserwählten Opfers. In Prag ist es schrieb Natalia Makarova in ihrer „Dance Au-
geben für ihren ganz individuellen Ausdruck. Ondřej Vinklát, der virtuos diese Kraftpassagen tobiography“.
Auch in „Separate Knots“ lässt er den Tanz- meistert. Für das gesamte Ensemble, doch vor
So sorgte also die erste Ballettpremiere des
paaren (die entweder von Mann/Frau, zwei allem für die männlichen Tänzer (bekleidet in
Prager Balletts für einen spannenden Neu-
Frauen oder zwei Männern getanzt werden ihren bemalten Leoparden-ähnlichen Shorts)
beginn. Dieses Programm macht neugierig
können) und der Interpretation freien Lauf. ist das Stück eine tour de force. Sie müssen
auf mehr. Mit wiederholtem – in Deutsch-
Verknotungen der Körper, immer wieder- regelrecht ihrem Überlebensinstinkt folgen,
land ungewohntem – Szenenapplaus und
kehrende Variationen mit tiefen Pliés und was aber die Ästhetik dieser Arbeit zum Vor-
stürmischen Standing Ovations belohnte das
Wellenbewegungen fragen: Wie flexibel sind schein bringt. „Die Schritte in „Sacre”, beson-
Premierenpublikum die Künstler an diesem
wir Zuschauern, und wie wirkt die Spannung ders die Kontraktionen sind schwierig und
Abend reichlich. 
und die sich lösende Energie bei der Betrach- für klassischen Tänzer absolut ungewöhnlich.
Mihaela VIERU
tung jedes einzelnen Paars auf uns? Es ist eine große technische Herausforderung
für den Körper, von reinen akademischen
Die letzte Choreografie des Abends, bewusst
einem anderen Erneuerer und vielbeach-
teten Choreografen des 20. Jahrhunderts
gewidmet, brachte das Publikum regelrecht
zum Toben: Glen Tetleys „Le Sacre du Prin-
temps“. Strawinskys spannungsgeladene,
epochale „Le Sacre”, das zu den spektakulärs-
ten Musikwerken des 20. Jahrhunderts zählt,
diente zahlreichen Choreografen als Inspira-
tion und Herausforderung zugleich. Tetley,
einer der ersten Choreografen, der klassische
und zeitgenössische Tanzstile mischte, schuf
1974 seine eigene Vision erstmals für das
Bayerische Staatsopernballett in München.
Separate Knots, Kristina Kornová, Kristýna Němečková, Foto Pavel Hejný

Sein Meisterwerk ist inzwischen seit Jahren


zum festen Bestandteil im Repertoire vieler
Ballettkompanien geworden. Für das Prager
Ballett haben Bronwen Curry und Alexander
Zaitzev das Ballett einstudiert. Zaitzev be-
gegnete Glen Tetley 1995 bei seiner Erstauf-
führung an der Dresdner Semperoper und
tanzte oft die Rolle des männlichen Opfers in
„Le Sacre“.

Als Gesamteindruck wirkt dieses Werk wie


ein Perpetuum mobile an frenetischen Wäl-
zen und Springen, kraftvoll und komplex,
körperlich sicher viel anstrengender und wil-
der als das seines Vorgängers Vaclav Nijinsky.

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50 DANCE forYOU magazine

Stimmiger Shakespeare-Cocktail
Yuki Moris Ballett am Theater Regensburg startet
mit „Shakespeare Dreams“ erfolgreich in die fünfte Saison

W
as passiert, wenn sich zwei Cho- dem findigen Schrittmaterial beider Choreo- gruppendynamische Sequenzen eintaucht,
reografen des Vehikels Traum be- grafien konkret Fassbares steht. Anfangs – in im Stil von Pina Bausch mit ausgebreiteten
dienen, um Shakespeares komple- Yuki Moris „Allegoria“ – die gesamte, durch Armen im Regen. „Human“ überzeugt auf-
xes Werk zu knacken? Wenn ihr Fokus dabei Intrigen, Liebe, Begehren, Manipulation, Täu- grund seiner starken, imaginären, gut struk-
nicht auf bekannte Storyboards des berühm- schung oder Machtfragen konditionierte Ge- turierten Ästhetik – Gender hin oder her.
ten Dramatikers zielt, sondern sie vielmehr fühlspalette Shakespearescher Charaktere.
die Quintessenz seiner unzähligen Arbeiten Beide Werke dominiert ein exponiert agie-
im Visier haben? „Human“ von Alessio Burani beschäftigt sich rendes Paar. Bei Mori sind dies Simone Elliott
Urplötzlich bevölkern schwarze Gestalten anschließend mit Geschlechterindifferenz. und Alessio Burani. Sie tragen rot. Über zwei
mit riesigen Halskrausen die Bühne – per Die Praxis des elisabethanischen Theaters, Seitentüren arbeiten sie sich vor. Atmen,
Zeitmaschine vors Publikum katapultiert. Das Frauen von Burschen spielen zu lassen, dient brabbeln, glucksen. Unverständliche Relikte,
aus seiner Epoche gekickte Kollektiv gibt sich ihm als Aufhänger. Seinen historischen Zu- die wohl auf Shakespeares wortgewaltigen
aufgekratzt und emotionsbetont. Die Tänzer gang unterstreicht musikalisch Henry Purcell. Sprachfundus verweisen. Mit jedem Sound-
scheinen innerlich zu brodeln oder etwas Der aus Arezzo stammende Tänzer (der 2012 wechsel kommen sie sich körperlich näher. In
auszukochen. Verschwörerisch nimmt das mit Mori nach Regensburg kam) kreierte da- unterschiedlichsten Beziehungskonstellatio-
tanztechnisch gewiefte Sextett via eindring- mit erstmals ein Repertoirestück für seine nen wird sich umworben, verführt, betrauert
lichen Blicken Kontakt zu den Zuschauern Kompanie. oder bekämpft.
auf. Dazu rauscht eine Scarlatti-Bearbeitung Unter einem Tuch rekelt sich ein Mädchen. Der Doppelabend wirkt in Monika Frenz‘
durch den nebelgeschwängerten Raum. Im Als Lucas Roche Machado wie magisch an- reduziert-traumhafter Ausstattung gefällig
Hintergrund werden Torsos sichtbar. Origi- gezogen aus dem Parkett auf die Bühne kra- – und kommt zugleich geheimnisvoll-mehr-
nelle Idee, diese zu choreografischen Requi- xelt, und die Tänzerin mitsamt von der Decke deutig, ja mysteriös-doppeldeutig daher.
siten umfunktionierten Kleiderpuppen. wallendem Stoff umarmt, muss man unwill- Spiegelfolien verzerren das Seherlebnis.
Träume entführen uns in rätselhaft-packende kürlich an Romeo und Julia denken. Später Offen ausgetanzte Gesten beflügeln Asso-
Welten. Ein dem Unterbewusstsein entris- verteilt sich ein Quartett aus zwei Frauen ziationen, weniger augenfällige, im Schutz
senes Universum aus Gedankenfetzen und und zwei Männern auf Korridore aus luftigen von Dunkelheit bzw. der Gruppe ausgeführte
Phantasmagorien. Diese inhaltlich mit rea- Gardinen, die zur Projektionsfläche für Intimi- Bewegungen stimulieren die Phantasie. Nach
listischen Maßstäben zu begreifen, bleibt bei täten werden. Man sieht Gesichter, Füße, die gut eineinhalb Stunden belohnt tosender
„Shakespeare Dreams“ (UA 29.10.) meist un- sich an Rücken reiben, Hände usw. Ihr letztes Applaus die Interpreten. 
möglich. Klar erkenntlich ist aber, dass hinter Solo tanzt Simone Elliott, die immer wieder in Vesna MLAKAR
Shakespeare Dreams, Allegoria (Ch. Yuki Mori) Foto Bettine Stöß
DANCE forYOU magazine 51

Eleganz und exquisites Tanzen sind ihr Markenzeichen: Annette Sudol und Simone Segatori Foto von Thomas Kirchgraber

Annette Sudol und Simone Segatori

“Niemals aufgeben” ist ihr Motto


Annette Sudol und Simone Segatori, das wohl eleganteste deutsche Tanzpaar, hat nach einer langen, fast überlangen
Amateur-Karriere nun den Übertritt ins Profilager bekannt gegeben.
Eine lange erwartete Entscheidung, denn die beiden mussten ewig hinter Benedetto Ferrugia/Claudia Köhler
anstehen - die ihrerseits viele Titel einheimsen mussten, ehe sie in die neu gegründete Professional-Sektion wechseln
durften, wo sie weiterhin Weltmeistertitel sammeln. Jedenfalls waren Annette Sudol und Simone Segatori schon
dreifache Weltmeister im Kürtanzen der Amateure, bis sie zum erstmal Deutsche Meister werden durften. Ein Titel,
der ihnen also sehr viel bedeutet und vor allem ihr Herz wärmt, wie sie 2013 verlautbarten. Im Jahr darauf krönten
sie ihre Karriere mit dem Weltmeistertitel Amateure Standard.

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52 DANCE forYOU magazine

Ein glückliches Paar also? Ja und Nein. Denn Erscheinung getreten und den Willen, sich als vom WDSF gewünschten extremen Shapes
Annette Sudol /Simone Segatori sind im alleinige Vertreter allen Tanzsport der Welt für den WDC-Auftritt reduziert aber nicht
Grunde Opfer von Verbandspolitik. Dieses (und die Olympiagelder) unter den Nagel zu verhindern können, dass sie im Vergleich zu
sympathische Ausnahmepaar passte nämlich reißen. Wie es scheint, gibt es im Hintergrund den anderen ein winziges bisschen abrupt
perfekt zur Tanzauffassung gerade auch der doch einige Bestrebungen, den unsinnigen wirkten, dafür aber äußerst musikalisch und
Professionals mit ihrer Eleganz und Ausge- Kampf zu beenden und die Tanzwelt wieder besser vorbereitet. Auf jeden Fall große Tan-
reiftheit, als der Verband die Ziele verschob. zu vereinen. Zumindest die Möglichkeit zu zen. Die Zukunft, wenn sie an mehr Turnieren
Ab sofort wollte man nicht mehr kunst- und schaffen, dass Tänzer bei beiden Verbänden dieser Art teilnehmen, wird sicher ihr wahres
stilvoll tanzen, sondern dynamisch, sportlich, tanzen können und selbst herausfinden, was Potential des künstlerischen Tanzens zeigen.
am besten sogar mit Akrobatik-Einlagen. ihnen persönlich mehr zusagt. Dann könnte Auf jeden Fall haben Annette Sudol und Si-
Und das war etwas, was den Konkurrenten es nur Gewinner geben - denn zwei verschie-
mone Segatori noch jede Menge Spaß am
Benedetto Ferrugia/Claudia Köhler sehr ent- dene Tanzausrichtungen bieten mehr Mög-
Tanzen. Simone Segatori: „Wir träumen im-
gegenkam. lichkeiten.
mer noch davon, mehr aus unseren Dancing
Das Ergebnis ist - wie Annette Sudol und Si- Skills herauszuholen und eines der besten
Dass Annette Sudol und Simone Segatori so
lange durchgehalten haben, liegt an ihrer mone Segatori es mögen - eine Herausforde- Tanzpaare zu werden. Nicht das Beste zu sein
eisernen Disziplin und dem Willen, niemals rung. Platz 16, also nicht einmal Semifinale im Verhältnis zu anderen, sondern das Beste
aufzugeben. Ihre geradezu philosophischen ist sicher nicht ihr Platz. Doch sie müssen zu tun, was wir können, einen persönlichen
Haltung, nicht nur den Wettbewerb mit an- erst wieder in diese andere Art zu tanzen hi- Stil zu haben, uns zu behaupten und ein Vor-
deren Paaren zu sehen, sondern vor allem neinfinden. Auf Tanz-Blogs wurde ihr Auftritt bild für die nächste Generation zu sein.“ 
eine Herausforderung an sich selbst, die treffend kommentiert. Demnach haben die Ute FISCHBACH-KIRCHGRABER
beste Performance abzuliefern, hat ihnen si-
cherlich dabei geholfen. Annette Sudol sagt
in einem Interview: „Gewinnen ist natürlich
sehr gut, nicht alle Paare, die antreten, sind
in der Lage zu gewinnen. Also ist gewinnen
gut, aber es ist nicht das Wichtigste. Für uns
ist das der Weg, der uns dahin gebracht hat.
Schweiß, Tränen, Lachen, was wir uns für Ge-
danken über die Choreographie gemacht ha-
ben, über die Technik, um sie zu verbessern,
um unser Tanzen fürs Publikum interessant
zu machen. So sind wir geworden, wie wir
sind. Wir hatten von Anfang an eine Menge
Erfahrungen, auch schlechte… Schlechte
Wertungen heißt für uns, dass wir es nicht
geschafft haben, den Wertungsrichtern zu

Die vielfachen Kür-Weltmeister überzeugen mit verfeinerten Dancing Skills. Foto Thomas Kirchgraber
zeigen, was wir wirklich können“.

Einfach machen es sich die beiden also


wirklich nicht. Auch nicht bei ihrem ersten
Profiturnier, bei dem sie gleich einen Pau-
kenschlag gesetzt haben: sie sind bei der
„International" gestartet, im Mutterland des
Tanzsports, in England. Also im ursprüngli-
chen Professional-Lager, das weitaus stär-
ker besetzt ist und international attraktiver
- wenn man da auch anders tanzt. So wie es
Annette Sudol und Simone Segatori wohl
eher entspricht.

Aus der Sicht der Worlddancesport Federation


(WDSF) sind die beiden beim „falschen" Ver-
band angetreten, nämlich beim World Dance
Council (WDC). Wenn es wirklich stimmt,
dass sie die offizielle Erlaubnis dazu hatten,
wäre das eine wunderbare Sache, denn bis-
her ist die WDSF nur durch strikte Verbote in
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