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handballtraining 9+10/07 35

ANSCHLUSSTRAINING
Europameister 2006 (ht 9+10/06), Vize-Weltmeis-
ter 2007 – keine Frage, diese Junioren-National-
mannschaft um Martin Heuberger und Wolfgang
Sommerfeld ist die erfolgreichste DHB-Nach-
wuchsmannschaft der letzten Jahre! Basis ist ein
modernes, umfassendes Trainingskonzept zur
Weiterentwicklung von Nachwuchsspielern im

Foto: Axel Heimken


Rahmen der Anschlussförderung.

Trainingskonzept zur Entwicklung


von Nachwuchsspielern
Trainingsbausteine, -inhalte und Spielkonzept der DHB-Juniorenmannschaft zur Vorbereitung auf
die Junioren-WM 2007.
Ein Beitrag von Martin Heuberger, DHB-Juniorentrainer und Co-Trainer der Männer-Nationalmannschaft

KÖNNENSSTUFE: KINDERHANDBALL (BIS 12 JAHRE): MITTLERER/UNTERER LEISTUNGSBEREICH (AB 19 JAHRE):


JUGENDHANDBALL (12 BIS 18 JAHRE): HÖHERER LEISTUNGSBEREICH (AB RL):

Trainingsbausteine und -inhalte Individuelles Athletiktraining


Die Basis für den Erfolg unserer Mannschaft Auf der Grundlage der regelmäßig beim OSP
im WM-Turnier war wie bei der Männer-Na- Heidelberg durchgeführten Kraftdiagnostik
tionalmannschaft bei der WM auch die 6:0- mussten die Spieler ganzjährig ihr indivi-
Abwehr. Wie Bildreihe 2 (Seite 40/41) zeigt, duelles Krafttrainingsprogramm 2-
haben wir mit der grundsätzlich ballorien- mal/Woche durchführen. Auch in unsere
tierten und je nach Gegnerverhalten auch zentralen Lehrgänge haben wir einfach zu
offensiven Spielweise der Halbverteidiger organisierende Kraftzirkel integriert (siehe
gegen wurfstarke Rückraumspieler eine Seite 42 bis 46). Einen hoher Stellenwert
ähnliche Spielauffassung. haben bei uns auch Übungen zur allgemei-
Auch unser Angriffsspiel orientiert sich am nen und spezifischen Koordination (Seite
variablen Spiel mit unterschiedlichen Aus- 36), die sehr gut z. B. im einleitenden Teil ei-
lösehandlungen (siehe auch Bildreihe 1 auf ner Trainingseinheit durchgeführt werden
Seite 40/41) der Männer-Nationalmann- können.
schaft. Zudem können Spieler wie Uwe
Gensheimer (zum wertvollsten Spieler der Vielseitigkeitstraining mit Spaß
Junioren-WM gewählt) mit ihren individuel- Zu Beginn der WM-Vorbereitung boten wir
len Stärken – sowohl auf der LA- als auch gezielt auch ergänzende Trainingsinhalte
phasenweise auf der RM-Position – das (Trampolin, Kletterwand, Beach-Volleyball,
Spielkonzept variabler gestalten. Karate) an, die nicht nur Spaß brachten,
Die Seiten 36 bis 39 geben einen Überblick sondern den Spielern auch neue Bewe-
darüber, wie wir unsere Nachwuchsspieler gungsaufgaben stellten.
Foto: Frauke Korfsmeier

auf die WM vorbereitet haben; hier sind die Angst überwinden, unter Druck im Team er-
drei zentralen Trainingsbausteine (Athletik, folgreich handeln – das wollten wir den
handballspezifische Inhalte und ergänzen- Spielern in einem Hochseil-Klettergarten
de Vielseitigkeitsschulung) unserer Nach- (Seite 39, Punkt 4) vermitteln – Fähigkei-
wuchsförderung dargestellt. ten, die im Laufe einer WM eine Mannschaft
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Anschlusstraining DHB-Junioren

Trainingskonzept zur Entwicklung von Nachwuchsspielern


1. Athletiktraining
1.1 Krafttrainingsprogramme
Foto: Frauke Korfsmeier (12), Axel Heimken (5)

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Ganzjähriges Heimtraining (2x pro Woche) Kraftzirkel als ein Schwerpunkt bei den Die Grundidee: einfacher Kraftzirkel
nach individuellen Trainingsplänen auf der Lehrgängen vor allem in der Vorberei- mit traditionellen Hallengeräten, die
Basis von Kraftanalysen tungsphase. in fast jeder Halle vorhanden sind.

1.2 Allgemeines Koordinationstraining

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Mit Übungen auf instabilen Untergründen (Wackelbretter etc.) Übungen mit unterschiedlichen Bällen (Bild 4) schulen die Wahr-
werden vor allem die intramuskuläre Koordination und die proprio- nehmungsfähigkeit und verbessern das Zusammenwirken von
zeptiven Fähigkeiten gefördert. rechter und linker Gehirnhälfte (Gehirn-Integrationstraining).

1.3 Handballspezifisches Koordinationstraining

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Den Ball hochwerfen, den Partner umlaufen und den Ball wieder führen wir vor allem im einleitenden Teil einer Trainingseinheit
auffangen (Bild 1) verbessert Beinarbeit und Wahrnehmung. Koor- durch. Pässe oder Wurftäuschungen auf Medizinbällen (Bild 3)
dinationsläufe durch Reifen (Bild 2) oder über Matten bzw. Bänke und Bänken(Bild 4) fördern die intramuskuläre Koordination.
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1.4 Schnelligkeit 1.5 Grundlagenausdauer

Nach Analysen des OSP Heidelberg (Feldstufentest) absol-


Die Antrittsschnelligkeit schulen wir mit Sprints bis 20 m oder
vierten die Spieler ganzjährig Ausdauerläufe nach individu-
mit kurzen Abwehrbewegungen. Wichtig sind auch azyklische
ellen Trainingsvorgaben. In die WM-Vorbereitung integrier-
Sprintbewegungen nach optischen/akustischen Signalen.
ten wir Fahrtspiele mit Tempowechsel.

1.6 Beweglichkeitsprogramm

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Das Beweglichkeitsprogramm mit gezielten Dehnübungen – als
gezielte Muskelentspannung. Im einleitenden Teil einer Trainingseinheit
Einzel- oder Partnerübung – führen wir nicht mehr zu Beginn,
führen wir eher dynamische Übungen mit Anforderungen an Wahrnehmung
sondern als Abschluss belastender Trainingseinheiten durch.
und Koordination durch.
Ein Ziel ist die schnellere Regenerationsfähigkeit sowie die

A N Z E I G E

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Anschlusstraining DHB-Junioren

Trainingskonzept zur Entwicklung von Nachwuchsspielern


2. Handballspezifische Trainingsbausteine
2.1 Positionschulung
Foto: Frauke Korfsmeier (12), Axel Heimken (6)

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Schwerpunkt der regelmäßig in der Vorbereitung durchgeführten Wurftechniken (siehe z. B. Sprungwurf zur Gegenseite des KM
positionsspezifischen Schulung ist die Förderung der individuellen in Bild 2), aber auch die Wurfstabilität mit Gegnerkontakt
Besonderheiten bzw. Stärken der Spieler auf den jeweiligen Positio- (Bild 3) stehen hier im Vordergrund. Hinzu kommt das regel-
nen. Täuschungen und Grundbewegungen (Bild 1), spezifische mäßige Spezialtraining der Torwarte (Bild 4).

2.2 Kleingruppentraining

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Das Kleingruppentraining erfolgt spielnah in den Grundspielen. Im Kleingruppenkooperation ist auch im Grundspiel 5 gegen 5
Spiel 4 gegen 4 ist vor allem die Kooperation zwischen Rückraum- (ohne Kreisspieler) der Schwerpunkt: Überzahlspiel aus dem
und Kreisspielern gefragt. Stoßen und Kreuzen im Rückraum wer- Stoßen-Zurückstoßen, variable Folgehandlungen aus dem
den mit unterstützenden Sperren/Wechselsperren kombiniert. Kreuzen oder dem Übergang eines Außen bzw. des RM

3. Ergänzende Vielseitigkeitsschulung

Im Konditionslehrgang zu Beginn der WM-Vorbereitung wurden Angst überwinden, Körperbe- Beach-Volleyball zur Regene-
ergänzend andere Sportarten durchgeführt. Kampfsportähnliche herrschung, Koordination und ration. Gleichzeitig erfolgt im
Bewegungen sollten Flexibilität, Körperbeherrschung und -kon- Gleichgewichtsvermögen Sand eine sehr gute Fuß-Stabi-
trolle aber auch die Präzision kontrollierter Aktionen vermitteln. schult das Trampolin. lisierung.
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2.3 Handballspezifische Schnelligkeit in Grundspielen

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Grundbewegungen und die ballorientierte Das schnelle Umschalten aus der 6:0-Abwehr (Bild 2) von beiden Außenverteidiger-Posi-
Ausrichtung aller Abwehrspieler, verbun- tionen (1. Welle) und das Nachrücken der 2. Welle und der sofortige Übergang zum
den mit spezifischer Beinarbeit wird in der Positionsangriff mit Auslösehandlungen (z. B. langes Kreuzen; Bild 3) waren Schwerpunk-
Grundübung 3 gegen 3 geschult. te im Training des Tempospiels.

2.4 Taktisches Spielkonzept für Angriff und Abwehr

Schwerpunkte der Angriffsschulung: Klein- Das Training von Auslösehandlungen und Grundlage des Abwehrkonzepts ist die
gruppenspiel und Kooperationen mit dem das Weiterspielen erfordern taktische Dis- offensive, ballorientierte 6:0. Offensives
Kreisspieler aus dem Positionsangriff ziplin. Hier: Die Abwehr binden, um dann Bekämpfen wurfstarker Rückraumspieler
oder im Rahmen von Auslösehandlungen die Überzahl zur Gegenseite auszuspielen. hat Priorität vor der Blockabwehr.

4. Motivationstraining

Klettern an einer Steilwand erfordert nicht Während der Vorbereitung hat die Mannschaft einen Hochseilgarten besucht. Bei dieser
nur eine gewisse Überwindung. Nebenbei nicht ganz alltäglichen Maßnahme sollten die Spieler lernen, in unbekannten Situationen
wird auch sehr gut die Ganzkörperkraft und unter Druck im Team zu agieren, sich gegenseitig zu helfen und zu sichern. Eine moti-
entwickelt. vierende Maßnahme, die auch zur Teambildung beigetragen hat.
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Anschlusstraining DHB-Junioren

Trainingskonzept zur Entwicklung von Nachwuchsspielern


Bildreihe 1: Auslösehandlung übergang RM mit Gegenziehen des Kreisspielers

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Alle Fotos: Axel Heimken

In Bild 1 verlagert RM zunächst nach rechts, um so den VM der 5:1- ter diagonaler Vorwärtsbewegung nach innen annimmt (Bilder 2
Abwehr aus der Mitte zu ziehen. Deutlich ist zu erkennen, wie RL und 3), zieht der KM gegen die Laufrichtung des RL nach außen
ohne Ball im Rücken von HR startet. Während RL den Ball mit wei- (Bilder 2 und 3). Gleichzeitig versucht RM, sich mit einem Über-

Spielkonzept Angriff: flexibles Spiel Dann ist das Timing von RL und KM wichtig; Spielvarianten
aus Auslösehandlungen sie müssen gleichzeitig starten: Agiert HR in der Eröffnung eher defensiv,
Bestimmendes Merkmal im Angriff der erst- 䊉 RL startet aus dem „toten“ Winkel im stellt KM eine Sperre gegen ihn. Daraus kön-
plazierten Mannschaften bei der Junioren- Rücken des ballorientiert agierenden Gegen- nen sich je nach Abwehrverhalten bereits er-
WM war das flexible Spiel aus verschiedenen spielers HR (Bild 1 in Bildreihe 1) und läuft neut Abschlusshandlungen ergeben.
Auslösehandlungen. Dies trifft neben unse- bogenförmig weit nach innen in den Pass von Das Grundmuster dieser Auslösehandlung
rer Mannschaft sowohl auf Schweden als RM. Sein Ziel muss es sein, seinen Gegen- kann auch gegen eine 6:0-Abwehr ange-
auch auf Dänemark (3. Platz) zu. Lediglich spieler möglichst zu überlaufen. wandt werden, z. B. um Kooperationsfehler
Kroatien (4. Platz) agierte – wie die Männer- 䊉 Gleichzeitig zieht KM gegen die Laufrich- zwischen HR und IR zu nutzen. Weitere Folge-
Nationalmannschaft um Ivano Balic – eher tung des RL nach außen. Sein primäres Ziel handlungen ergeben sich im Kleingruppen-
aus dem typischen Kleingruppenspiel mit in- ist es, den HM aus dem Abwehrzentrum zu spiel aus dem 2:4-Angriff.
dividuellen Aktionen. ziehen (Bild 4 in Bildreihe 1). Damit ist die Ab-
Als Beispiel für die flexible Spielweise nach wehr in der Mitte geöffnet. Agiert HR offensiv
Auslösehandlungen wird im Folgenden der gegen RL, ergibt sich zudem die Möglichkeit
Übergang von der RM-Position erläutert. des direkten Kreisanspiels (Abb. 1).
Weitere Handlungsmöglichkeiten entstehen
Eröffnung: Raumverlagerung und für den RL je nach Verhalten der Abwehr:
Gegenziehen (Abb 1.) 䊉 Anspiel des RM im freien Abwehrzentrum,

Grundvoraussetzung ist die raumverlagern- wenn sich z. B. der VM in Richtung RR orien-


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de Vorwärtsbewegung des RM. Das Ziel ist, tiert oder sich überlaufen lässt. 1 3
䊉 den vorgezogenen offensiven VM der 5:1- 䊉 Hilft HL nach innen aus bzw. erfolgt keine

Abwehr aus dem Zentrum zu ziehen, um so rechtzeitige Absprache zwischen ihm und
䊉 Platz für den nach innen stoßenden RL zu VM, ergibt sich ein Überzahlspiel auf der rech-
schaffen. ten Seite (Abb. 1).
Abb. 1

Bildreihe 2: Grundspielweise der 6:0 Abwehr

IL AL
HR
IR
1 2 3
Die Bilder 1 und 2 zeigen zunächst das Abwehrdreieck gegen den Da HL mit dem Kreisspieler weit eingerückt ist (Bilder 2 und 3),
RM: HR und IL sichern defensiv hinter dem offensiven IR. Sehr gut rückt der AL nach innen und täuscht eine offensive Aktion gegen
ist das ballorientierte Abwehrverhalten des IL, der rückwärtig den RR vor (Bild 3). Die Abwehr gewinnt so Zeit, damit HL seinen
Passweg zum KM abschirmt (Bild 2). Gegenspieler wieder in korrekter Grundposition annehmen kann
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gang im freien Abwehrzentrum – HM hat den KM begleitet – freizu- fen zu können (Bild 5). RL entscheidet sich situationsgerecht für
laufen (Bild 4). In Bild 5 rückt der linke Außenverteidiger weit nach den langen Diagonalpass zum freien RA (Bilder 5 und 6), der im
innen, um einen möglichen Parallelstoß-Pass von RL zu RR angrei- Folgenden viel Platz zum Sprung in den Torraum hat (Bild 6).

Spielkonzept Abwehr: 䊉 bei Überzahl des Angriffs die Passwege zu Innenverteidiger entstehen, was eine inten-
gegnerorientierte 6:0 Abwehr RL bzw. zu RR attackieren (Bilder 3 und 7 in sive Verständigung zwischen den Abwehr-
Grundlage unseres Abwehrspiels ist eine ball- Bildreihe 2). spielern erfordert.
orientierte 6:0-Abwehr, wie sie auch die Män- Bei der gegnerorientierten Vorbereitung auf Insgesamt hat sich die Strategie, sich aus
ner-Nationalmannschaft bei der WM in die- die WM-Spiele haben sich Spielvarianten zu einer Grundformation heraus flexibel an die
sem Jahr gespielt hat. Die Grundspielweise dieser grundlegenden Spielweise der 6:0-Ab- jeweilige Spielweise des Gegners anzupas-
verdeutlicht Bildreihe 2: wehr ergeben: sen, durchaus bewährt. Wie schon bei der
䊉 Abwehrdreieck gegen den ballbesitzenden Europameisterschaft 2006 stellten wir im
Rückraumspieler Offensive Halbverteidiger (Abb. 2) Zusammenspiel mit den herausragenden
䊉 möglichst vor dem Kreisspieler verteidigen In den Spielen gegen Ägypten und auch Torhütern die beste Abwehr des WM-Turniers.
䊉 antizipatives Abwehrverhalten von AR/AL gegen Schweden wurde die gewohnte Koope- Diese Mischung aus defensiveren und aktiv-
ration zwischen Halb- und Innenverteidiger offensiven Spielweisen und unser Abwehr-
dahingehend verändert, dass wurfstarke RR- grundsystem sind auch ein Ergebnis der
bzw. RL-Spieler vom jeweiligen Halbverteidi- DHB-Rahmentrainingskonzeption, die ein
ger sehr offensiv angegriffen wurden. heute notwendiges breites Repertoire von
Bei Bewegungen dieser Rückraumspieler mit unterschiedlichen Abwehrspielweisen über
Ball nach innen erfolgte kein Übergeben/ die einzelnen Jahrgangs- und Trainingsstu-
Übernehmen. Stattdessen begleitete der fen systematisch entwickelt – bis hin zur
Halbverteidiger seinen Gegenspieler offensiv Grundphilosophie von Heiner Brands 6:0-
nach innen (Abb. 2). Abwehr, in der die Spieler aus einer flexiblen,
Wie Abb. 2 zeigt, können bei dieser takti- aktiven 6:0-Abwehr agieren und im Sinne des
schen Änderung der grundlegenden Abwehr- Gesamtsystems auch ihre individuellen
kooperation in Notfällen kurzfristige Posi- Stärken einsetzen dürfen.
tionswechsel zwischen dem Halb- und dem
Abb. 2

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(Bild 4). Schwierig ist die Aufgabe für den IL, der den sperrenden Bild 6: Mit dem Rückpass zu RM agiert die Abwehr wieder stabil im
KM ballorientiert nach vorn umlaufen will, um ein Anspiel ab- perfekten Abwehrdreieck. Im Folgenden schließen HR und IR den
blocken zu können (Bild 4). Durchbruchsraum für RM (Bild 6), während der AR den Passweg zu
RL aktiv bedroht (Bild 7).