Sie sind auf Seite 1von 6

A.

Anspruch des A gegen K auf Übergabe und Übereignung der 100


Bleistifte aus § 433 I 1 BGB.

I. Kaufvertrag
1. Einigung zwischen K und A (-)
2. Einigung zwischen P und A (+)
3. Zurechnung der Erklärung des P dem K
3.1. Wirksamkeit der Stellvertretung gem § 164 BGB
a) Eigene Willenserklärung des P (+)
b) Handeln im Namen von K (+)
c) Vertretungsmacht

aa) Erteilung der Prokura nach § 48 I HGB


 von dem K als Inhaber des Handelsgeschäfts (+)
 ausdrückliche Erklärung des K an P (+)
bb) Widerruf der Prokura (+)
cc) Zwischenergebnis: P handelte nicht mit
erforderlicher Vertretungsmacht
Anmerkung: Der K kann aber dem B das Erlöschen der
Prokura nicht entgegenhalten, wenn die Voraussetzungen des §
15 Abs. 1 HGB vorliegen:

d) Tatbestandsvoraussetzungen des § 15 Abs. 1 HGB:


aa) Einzutragende Tatsache
 Eintragungspflicht des Widerrufs der Prokura:
§ 53 Abs. 2 HGB (+)
bb) Fehlende Eintragung oder Bekanntmachung (+)
cc) Gutgläubigkeit des A (+)
 Kenntnis des A von dem Widerruf der Prokura (-)

 Anmerkung: Die Gutgläubigkeit wird vermutet.

dd) Handeln im Geschäfts- oder Prozessverkehr


 In den Angelegenheiten des K als Inhaber des
Handelsgeschäft: § 53 Abs.1,2 HGB (+)

3.2. Die Voraussetzungen für eine wirksame Stellvertretung


sind erfüllt
4. Ergebnis: K muss sich die Erklärung des P gem § 164 BGB
zurechnen lassen

II. Ein wirksamer Kaufvertrag liegt vor

B. Gesamtergebnis:
A hat gegen K einen Anspruch auf Übergabe und Übereignung der
100 Bleistifte gem. § 433 I 1 BGB.
A. Anspruch des C gegen K auf Kaufpreiszahlung in Höhe von
2.000 Euro gem. § 433 Abs. 2 BGB
I. Kaufvertrag
1. Einigung zwischen K und C (-)
2. Einigung zwischen C und A (+)
3. Zurechnung der Erklärung des A dem K
3.1. Wirksamkeit der Stellvertretung gem § 164 BGB
a) Eigene Willenserklärung des A (+)
b) Handeln im Namen von K (+)
c) Vertretungsmacht
aa) Erteilung der Prokura nach § 48 I HGB
 von dem K als Inhaber des Handelsgeschäfts (+)
 ausdrückliche Erklärung des K an A und B
(gemeinschaftliche Prokura) (+)
 Eintragung gem. § 53 Abs. 1 HGB (+)
 Widerruf der Prokura des B und Erteilung der
Einzelprokura dem A (+)
 Eintragung gem. § 53 Abs. 1, 2 (-)
Anmerkung:

Rechtsfolge für K:
K selbst könnte sich auf die Änderungen gem. § 15 Abs. 1 HGB
nicht berufen.
Rechtsfolge für C:
C hat Wahlrecht, ob er sich auf die eingetragene oder aber auf die
wirkliche Rechtslage beruft. Je nach dem, was ihm günstiger
erscheint.
Anmerkung: Es könnte sich eine Bindung des C aus § 15 Abs. 2 S.
1 HGB ergeben
d) Tatbestandsvoraussetzungen des § 15 Abs. 2 HGB
aa) Einzutragende und richtige Tatsache (-)
3.2. Zwischenergebnis: Weil es für C günstiger ist, sich auf die
wahre Rechtslage zu berufen, sind die Voraussetzungen für
eine wirksame Stellvertretung erfüllt.

4.Ergebnis: Die Erklärung des A ist dem K zuzurechnen; ein


wirksamer Kaufvertrag ist zustande gekommen

B. Gesamtergebnis: C hat Anspruch gegen K auf Kaufpreiszahlung


gem. § 433 Abs. 2 BGB
I. Zustandekommen des Vertrags zwischen A und D

1. Einigung zwischen A und D (-)


2. Einigung zwischen D und P (+)
3. Zurechnung der Erklärung des P dem A
3.1. Wirksamkeit der Stellvertretung gem § 164 BGB
a) Eigene Willenserklärung des P (+)
b) Handeln im Namen von A (+)
c) Vertretungsmacht
aa) Erteilung der Prokura nach § 48 I HGB
 von dem A als Inhaber des Handelsgeschäfts (+)
 ausdrückliche Erklärung des A an P (+)
 Eintragung gem. § 53 Abs. 1 HGB (+)
 Widerruf der Prokura des P (+)
 Eintragung gem. § 53 Abs. 1, 2 (+)
d) Zwischenergebnis: P handelte nicht mit erforderlicher
Vertretungsmacht
Anmerkung: Es könnte sich eine Bindung des D aus § 15 Abs. 2 S.
1 HGB ergeben
e) Tatbestandsvoraussetzungen des § 15 Abs. 2 HGB
aa) Einzutragende und richtige Tatsache (+)
bb) Eintragung und Bekanntmachung (+)
cc) Ausnahme nach § 15 Abs. 2 S. 2
 Kenntnis des D von dem Widerruf der Prokura (-)
Anmerkung:

Den D treffen aber die Nachforschungspflicht und die Beweislast


 Schonfristvoraussetzung - 15 Tage nach der
Bekanntmachung (-)
Anmerkung:

z.T. wird in der Rechtsprechung angenommen, dass ständige


Geschäftsbeziehungen die Parteien verpflichten, den Geschäfts-
partner auf eine eingetragene Veränderung hinzuweisen.

3.2 Die Voraussetzungen einer wirksamen Stellvertretung sind nicht


erfüllt; es fehlt an einer Einigung zwischen A und D über den
Abschluss des Vertrags.

Gesamtergebnis:
Zwischen A und D ist kein wirksamer Vertrag zustande gekommen.