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DerSeenot-Rettungsdienst

- Eine Ephemera-Sammlung -
von
Erinnophilie
Philatelie
Philokartie

Handbuch
Zusammenstellung
und Copyright
Alfred Kruse, Bremen
Vorwort

Das Sammeln ist ein uralter menschlicher Trieb. Die Menschen der Vorzeit
mußten sammeln, was ihnen die Natur als Nahrung anbot. Diese Art des
Sammelns verlor mit zunehmender Zivilisation, mit Arbeitsteilung, Tausch
und Geldwirtschaft ihren ursprünglichen Sinn. Natürlich ist das Ernten in der
heutigen Zeit auch ein Sammeln.
Das Sammeln, wie wir es heute verstehen, läßt sich auf drei Ebenen betrach-
ten: erstens das Sammeln als Freizeitbeschäftigung (Hobby);- zweitens das
wissenschaftliche Sammeln, wie es oft zur kompletten Erforschung eines
Themenbereiches notwendig ist;- drittens das Sammeln als museale Aufga-
be.
Hier interessiert uns das Hobby, dabei eingeschränkt auf Ephemera und ein
eng begrenztes Thema.
Wenn vom Markensammeln die Rede ist, denkt man zunächst ans Briefmar-
ken-Sammeln. Es gibt jedoch auch zahlreiche nichtpostalische Marken, wo-
bei dieses Sammelgebiet als Erinnophilie bezeichnet wird. Neben den Rekla-
me- oder Werbemarken, Ausstellungsmarken, Siegelmarken gehören auch
die Spendenmarken dazu,- also Quittungsmarken, die für einen gespendeten
Geldbetrag abgegeben wurden. Recht zahlreich und in gefälliger Aufmachung
wurden solche Spendenmarken von der Deutschen Gesellschaft zur Rettung
Schiffbrüchiger ausgegeben. Deshalb wurden diese Marken auch zum
Sammelobjekt. Aber auch andere Ausgaben, wie beispielsweise die Ansichts-
karten erfreuen sich unter Sammlern großer Beliebtheit.
So schließt sich der Kreis des Sammelns mit einer weiteren Möglichkeit:
nämlich dem Sammeln von Geld, was nicht anrüchig ist, wenn es wohltätigen
Zwecken dient. Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger tut
es,- muß es tun, um ihre weitreichenden und schwierigen Rettungsaufgaben
erfüllen zu können. Sie erhält keine staatliche Finanzhilfe, sondern stützt
sich ausschließlich auf freiwillige Beiträge und Spenden.
Wir hoffen, daß unser Handbuch, das einem Katalog sehr nahe kommt, nicht
nur neue Anregungen für Sammler gibt, sondern auch Anlaß ist, sich mit der
segensreichen Tätigkeit der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrü-
chiger zu befassen und diese zu unterstützen.

ERINNOPHILIE INTERNATIONAL E.V.


Der Präsident
Heinz Patzer

Für Informationen und Mitarbeit bedanken wir uns bei Hermann Bollhardt, Itzehoe;
Wilhelm Esmann, Bremen; Ludwig Reiss, Walsdorf, H. H. Welder, Coburg .
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Inhaltsübersicht:
Vorwort Seite I
Inhaltsübersicht Seite II
1. Deutsche Gesellschaft
zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS)
1 Entstehung des Rettungswerkes Seite 1-3
2 Entwicklung in der Bundesrepublik Seite 4
3 Entwicklung in der DDR Seite 5
4 heutige Situation Seite 6
2. Die Öffentlichkeitsarbeit
1 Vorläufer Seite 7
2 1 Spendenmarken Seite 9-14
2 Jubiläumsblätter 1990 Seite 15
3 1 Quittungsmarken Seite 16-
2 Sammelbogen
4 Spendenkarten
5 Siegelmarken
6 Beitragsmarken
7 Mitgliedskarten
8 Werbeaufkleber
9 Ansichtskarten
1 Vorläufer
2 offizielle AK der DGzRS
10 Sammelbilder
11 Werbebriefe
12 Jahrbücher
3. Philatelistische Belege
1 Briefmarken
2 Sonder-/ Ersttagsumschläge
3 Werbestempel
4 Absender-Freistempel
4. andere Seenot-Rettungsgesellschaften
1 Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG)
2 Deutsches Rotes Kreuz
3 Ausland
5. Ausstellungen
1 S.O.S. Internationale Ausstellung
für Menschenschutz
6. Verschiedenes
1 Literatur
2 Zeichnungen/Gemälde

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1.
Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS)

1. Die Entstehung des Rettungswerkes


Vor mehr als 130 Jahren waren die Küsten von Nord- und Ostsee nur dünn
bevölkert und auf den Inseln wohnten nur wenige Menschen, die sehr arm
waren und schlecht und recht von dem lebten, was ihnen das Meer gab. Der
Fischfang, den sie betrieben, war harte und gefahrvolle Arbeit, und wenn
Strandgut an ihre Küsten angeschwemmt wurde, betrachteten sie das als ein
hochwillkommenes Geschenk der See, das ihnen gelegentlich zu Dingen
verhalf, die sie sonst hätten entbehren müssen.
Wenn es aber Strandgut geben sollte, dann mußten auch Schiffe unterge-
hen. Darüber machte sich die arme Küstenbevölkerung aber wenig Gedan-
ken, denn man erinnerte sich in den Familien noch gut an alte Geschichten
und Berichte, nach denen fremde Schiffe und Seeräuber die Küstenorte über-
fallen und gebrandschatzt hatten. Man wußte auch, daß die Schiffe, die drau-
ßen vorbeifuhren,reichen Leuten gehörten, und wenn Sturm aufkam, sagten
die Leute "Gott schneidet das Brot" und meinten damit, daß er die Schiffe
untergehen ließe, um den Reichen etwas von ihrem Überfluß zu nehmen und
es den Armen zukommen zu lassen.
Nach dem Strandrecht, das damals galt, wurde das Strandgut aber nur dann
Eigentum des Finders, wenn von dem untergegangenem Schiff niemand am
Leben blieb. Deshalb hat man oft untätig zugesehen, wenn die in der Nähe
der Küste gestrandeten Schiffe und die darauf befindlichen Menschen einen
aussichtslosen Kampf mit der wilden und unerbittlichen See führten und
schließlich umkamen. Ja, man betete sogar: "Herrgott, wenn du schon Schif-
fe untergehen läßt, dann tue es bitte an unserer Küste" oder man bat: "Gott
segne unseren Strand".
Als sich 1860 einmal wieder große Schiffskatastrophen ereigneten und viele
Menschen ums Leben kamen, da waren es einige Menschenfreunde, die sich
sagten: "So geht das nicht weiter, da muß etwas getan werden." Sie, die in
Sicherheit an Land arbeiteten, erließen Aufrufe in den Zeitungen, schilderten
die Verhältnisse und riefen zur Gründung von Rettungsvereinen an der Küste
auf. Von behördlicher Seite urteilte ein Fachman nach seinem Besuch an der
Küste, daß niemand es wagen würde, sich selbst in Gefahr zu begeben, um
andere zu retten.

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Auslaufen des Rettungsbootes

Trotz dieser Widerstände hatten sich den Menschenfreunden viele andere


angeschlossen, und tatsächlich bildeten sich im Laufe der folgenden Jahre
an verschiedenen Stellen der deutschen Küste Rettungsvereine, die alle den
guten Willen hatten zu helfen, obwohl sie vielfach nicht soweit kamen, wirk-
lich Rettungsstationen einzurichten und mit Booten auszurüsten.
Am 29. Mai 1865 wurden diese örtlichen Rettungsvereine zu der "Deutschen
Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger" zusammengeschlossen, die seit-
dem ihren Sitz in Bremen hat.
Erst durch diesen Zusammenschluß war es möglich, das Rettungswerk an
den deutschen Küsten einheitlich zu gestalten. An den wichtigsten Küsten
wurden Ruder-Rettungsboote mit Hilfssegler eingesetzt und man erfand kleine
Kanonen und später Raketen, mit denen Leinen zu einem gestrandeten Schiff
geschossen werden konnten.Die Küstenbevölkerung wurde für das Rettungs-
werk gewonnen, und dem schlechten Wort "Gott segne unseren Strand" setzte
die Deusche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger das Wort "Gott segne
das Rettungswerk" entgegen.
Viele Menschen, die sonst rettungslos verloren gewesen wären, konnten nun
aus Seenot gerettet werden, und dabei kamen oftmals auch die Retter, die
sich selbstlos einsetzten, in große Gefahr. Viele von ihnen haben im Ret-
tungsdienst ihr Leben gelassen, denn sie hatten nur offene Rettungsboote
zur Verfügung und mußten unbeschreibliche Strapazen und Gefahren bei
ihren Einsatzfahrten bestehen.
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1.
Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS)

Fortsetzung

Rettungsboot beim Schiff

Mit der Erfindung des Benzinmotors trat dann eine grundlegende Änderung
ein: man konnte anstelle der Muskelkraft der Rettungsmänner die Kraft der
Motoren einsetzen. Aber erst die zuverlässigen, raumsparenden Dieselmo-
toren gaben den Rettungsbooten die Sicherheit, die für diese schweren und
gefährlichen Einsätze unentbehrlich ist. Jetzt wurde die Flotte auch auf ge-
deckte Rettungsboote umgestellt, die der Besatzung Schutz vor Sturm und
Brechern boten und ihre Kräfte für den eigentlichen Rettungseinsatz schon-
ten.
Im Zweiten Weltkrieg wurde das humanitäre Werk unter dem Schutz der
Genfer Konvention fortgesetzt. Durch die Verminung des Küstenvorfeldes
wurde die Gesellschaft genötigt, den Bau größerer, hochseefähiger Motor-
rettungsboote durchzuführen und diese von vorgeschobenen Seepositionen
aus operieren zu lassen.

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1.
Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS)

2. Die Entwicklung in der Bundesrepublik

Nach dem zweiten Weltkrieg, als alles darnieder lag, begann die Rettungs-
gesellschaft sofort wieder mit dem Aufbau.
Die während des Zweiten Weltkriegs gebauten hochseefähigen Motor-Ret-
tungsboote bildeten auch in diesen Nachkriegsjahren den Kern der Rettungs-
flotte, waren sie doch von Anfang an robust und zuverlässig konstruiert. Sie
genügten aber mit ihren 8 bzw. 10 Knoten schnellen Motoren später nicht
mehr den Anforderungen, welche die Verlagerung des Seeverkehrs in küsten-
ferne Tiefwasserwege und der Trend zu immer größeren Schiffen an den
Rettungsdienst stellten.
Nach sorgfältigen, umfassenden Versuchen entstand daher Mitte der 50er
Jahre als Eigenentwicklung der Gesellschaft der weltweit beachtete Grund-
typ des schnellen Seenotkreuzers mit Tochterboot, der auch heute noch das
nach wie vor moderne, unverzichtbare Rückgrat der Flotte darstellt.

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1.
Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS)

3. Die Entwicklung in der DDR

Karte der Rettungsstationen an der Ostseeküste


vor 1945

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs lief die Entwicklung ...

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