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Fakultät für Betriebswirtschaft

Munich School of Management

Wirtschaftsinformatik
Vorlesung 1: Einführung / Basics zu Hardware und Software

Dr. Christian Matt


Institut für Wirtschaftsinformatik und Neue Medien
www.wim.bwl.lmu.de
München, Sommersemester 2015
W IRTSCHAFTSINFORMATIK IM SS15

Agenda

• Einführung
• Typische Themenfelder
• Das Fach Wirtschaftsinformatik
• Organisatorisches zur Veranstaltung

• Technische Grundlagen: Hardware und Software


• Architektur eines Rechners
• Hardware
• Software
• Zusammenwirken von Hardware und Software

Relevante Pflichtliteratur:
Mertens et al. (2012): Grundzüge der Wirtschaftsinformatik, S. 13-24.
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W IRTSCHAFTSINFORMATIK IM SS15

Ist das (wirklich) Wirtschaftsinformatik?

• 01100100 01100001 01110011 00100000 01101000 01100101 01110101 01110100


01101001 01100111 01100101 00100000 01110100 01101000 01100101 01101101
01100001 00100000 01101001 01110011 01110100 00100000 01101000 01100001
01110010 01100100 01110111 01100001 01110010 01100101 00100000 01110101
01101110 01100100 00100000 01110011 01101111 01100110 01110100 01110111
01100001 01110010 01100101

2
W IRTSCHAFTSINFORMATIK IM SS15

Medienindustrie: Der Geschäftsansatz des iTunes Store

• Apple bietet über iTunes Musik und andere Dateien an, in der Regel gegen Geld. Von diesen
Erlösen fließt ein Teil an die Urheber (z.B. das Musiklabel) zurück.

• Gewinne erwirtschaftet Apple insbesondere über den Abverkauf mobiler Endgeräte. Diese sind
erforderlich, um die gekauften Songs aus dem iTunes Store zu nutzen.

• Apple wurde mit diesem Konzept von einem Nischenanbieter im PC-Markt zu einem
dominanten Player!

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W IRTSCHAFTSINFORMATIK IM SS15

Der Apple iTunes Store: die Anwendungssysteme dahinter

iTunes Client
auf einem
Mobilen
Endgerät
iTunes
Store auf dem
Apple
Server
iTunesStore
auf einem
Desktop

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W IRTSCHAFTSINFORMATIK IM SS15

Typische Fragestellungen aus der Wirtschaftsinformatik dazu

• Wie ist der iTunes Store funktional ausgestaltet?

• Wie sieht das Geschäftsmodell hinter dem Apple iTunes Store aus? Warum ist es erfolgreich?

• Sollen Inhalte gegen unerlaubte Verwendung technisch abgesichert werden?

• …

5
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Luftfahrtbranche: Online-Ticketbuchung im Vertrieb

• Kunde möchte Flug im Internet


buchen

• System bietet Kunden


unterschiedliche Reiseoptionen

• Zahlung per Kreditkarte o.ä.

• Versand von „virtuellen“ oder


physischen Tickets

• Alltägliches Beispiel zeigt die


Komplexität von
betriebswirtschaftlichen
Anwendungssystemen auf

Quelle: http://www.traveloverland.de 6
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Zusammenspiel von Anwendungssystemen bei der Ticketbuchung

Quelle: Mertens et al. (2012): Grundzüge der Wirtschaftsinformatik, S. 2. 7


W IRTSCHAFTSINFORMATIK IM SS15

Typische Fragestellungen aus der Wirtschaftsinformatik dazu

• Wie sind die Anwendungssysteme ausgestaltet?

• Wie funktioniert ihr Zusammenspiel?

• Inwiefern können die Anwendungssysteme sinnvoll integriert werden?

• Welche operative oder strategische Bedeutung haben derartige Systeme für die beteiligten
Unternehmen und deren Branche?

• …

8
W IRTSCHAFTSINFORMATIK IM SS15

Das Fach Wirtschaftsinformatik – stark komprimiert

Die Anbieter-Sicht: AS als Anwendungssysteme Die Anbieter-Sicht: AS als


Produkt (AS) Ressource

Entwicklung des iTunesStore Geschäftmodell von


iTunes Store Apple?

Entwicklung des TicketSystem Effizienssteigerung?


TicketSystems Neuer e-Service

... als Teil der


IT-Landschaft von
Konsument/
Unternehmen

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W IRTSCHAFTSINFORMATIK IM SS15

Das Fach Wirtschaftsinformatik – die ganze Breite


Vorlesung
„Digitale Unternehmung“
IuK-Systeme

Software-
Software-
Anwendungssysteme Nutzung in
Bereitstellung
Unternehmen

Übung zur WI-Vorlesung, Teil 2 der WI-Vorlesung


Teil 3 der WI-Vorlesung,
Fokus Software-Entwicklung Fokus Inf-Mgt.

IuK-Technologien

Teil 1 der WI-Vorlesung

Quelle: In Anlehnung an Hess (2013): Wirtschaftsinformatik als akademisches Fach: Fokus Anwender-Unternehmen oder doch mehr?, S. 8. 10
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Wirtschaftsinformatik (“IT for Managers”) auf Bachelor-Stufe an der LMU

Vertiefungsveranstaltungen zu Vertiefungsveranstaltungen zu
Digitalen Medien (WIM) E-Commerce (ECM)
Zweiter
Studien-
abschnitt
des BWL Digitale Unternehmung
Bachelor Vorlesung
 IT-basierte Konzepte in der Unternehmenssteuerung (z.B. Virtuelle Unternehmen)
 IT-basierte Konzepte im operativen Bereich (z.B. Suchmaschinenoptimierung)

Erster Wirtschaftsinformatik
Studien-
abschnitt Vorlesung Übung und Tutorium
des BWL  Technologische Grundlagen  Entwicklung betrieblicher
Bachelor  Integrierte betriebliche Anwendungssysteme
Anwendungssysteme
 IT-Management

Vorbereitung
(optional) PC Grundlagenkurs Excel Crash-Kurs

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W IRTSCHAFTSINFORMATIK IM SS15

Aufbau der Veranstaltung “Wirtschaftsinformatik”

Wirtschaftsinformatik

PC-
Hörsaalübung Grundlagen
Vorlesung und
Tutorium Excel-
Crashkurs

(Bei Bedarf)

Sämtliche Informationen zur Veranstaltung finden Sie unter:


http://www.wim.bwl.uni-muenchen.de/courses/wirtschaftsinfo/ss15/index.html
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W IRTSCHAFTSINFORMATIK IM SS15

Gesamtüberblick WI im SS 2015
13.04. 20.04. 27.04. 04.05. 11.05. 18.05. 26.05. 01.06. 08.06. 15.06. 22.06. 29.06. 06.07. 13.07.
-19.04. -26.04. -03.05. -10.05. -17.05. -25.05. -31.05. -07.06. -14.06. -21.06. -28.06. -05.07. -12.07. -19.07.

Technologien Anwendungssysteme Informationsmanagement


HW & Unt. Unt. Endkd.- Wechs. Wirtsch. Leistg..
Daten 1. Mai Netze Wdh. Wdh.
SW intern übergr. orient. wirk. lichkeit tiefe

Konzeption

SWE ERM SQL EPKs PM

Implementierung
VBA Variab- Prog. Anwen-
Dialoge
Einf. len ablauf dung

Vorlesung Übung Tutorium Frei

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W IRTSCHAFTSINFORMATIK IM SS15

Vorlesung: Dozent
Dr. Christian Matt

E-Mail: matt@bwl.lmu.de
Sprechstunde: Di. 15-16 Uhr (Anmeldung erwünscht)
Raum: 214, Ludwigstraße 28 VG
Telefon: 089-2180-6381

• Forschung
• Digital Life
• Management & Digitalisierung
• E-Commerce & Empfehlungssysteme
• Privacy

• Lehre (Auswahl)
• Vorlesung Wirtschaftsinformatik (B.Sc.)
• Vorlesung Digitale Unternehmung (B.Sc.)
• Seminar Digital Life (M.Sc.)
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W IRTSCHAFTSINFORMATIK IM SS15

Vorlesung: Themen und Termine

VL Datum Thema Themenblock


1 17.04. Einführung / Basics zu Hardware und Software
Technologische
2 24.04. Daten und Datenbanken
Grundlagen
3 08.05. Netze und das Internet
4 15.05. Unternehmensinterne Anwendungssysteme
5 22.05. Unternehmensübergreifende Anwendungssysteme Integrierte
betriebliche
6 29.06. Endkundenorientierte Anwendungssysteme Anwendungssysteme
7 05.06. * Aufgaben zum ersten und zweiten Teil
8 12.06. Management des Alignments
9 19.06. Outsourcing und Standardsoftware Betriebliches
10 26.06. Wirtschaftlichkeit von IT-Investitionen Informationsmanagement
11 03.07. * Hinweise und Beispielaufgaben zur Klausur

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W IRTSCHAFTSINFORMATIK IM SS15

Hörsaalübungen: Betreuende Assistenten

Benedikt Berger, M.Sc.


(Erster Ansprechpartner)

E-Mail: benedikt.berger@bwl.lmu.de
Sprechstunde: nach Vereinbarung
Raum: 323, Ludwigstraße 28 VG
Telefon: 089-2180-6392

Simon Bründl, M.Sc. Tina Morlok, B.Sc.

E-Mail: bruendl@bwl.lmu.de E-Mail: morlok@bwl.lmu.de


Sprechstunde: nach Vereinbarung Sprechstunde: nach Vereinbarung
Raum: 319, Ludwigstraße 28 VG Raum: 323, Ludwigstraße 28 VG
Telefon: 089-2180-2079 Telefon: 089-2180-6395

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W IRTSCHAFTSINFORMATIK IM SS15

Hörsaalübungen und Tutorien: Konzept


• Hörsaalübungen (1. Semesterhälfte: 20.04.2015 – 20.05.2015)
• Inhalt: Grundlagen der Softwareentwicklung
• Vermittlung des Übungsstoffes
• 6 Übungstermine pro Woche
• Betreut durch Assistenten
• Keine Anmeldung nötig

• Tutorien (2. Semesterhälfte: 27.05.2015 - 02.07.2015)


• Inhalt: Programmierung mit Visual Basic for Applications (VBA)
• Rechnertutorien im CIP-Pool
• Bearbeitung und Diskussion von Übungsaufgaben in Kleingruppen
• Klärung von Fragen, Wiederholung und Klausurtraining
• 24 Tutorientermine
• Betreut durch studentische Tutoren (geschult und koordiniert durch den Lehrstuhl)
• Anmeldung erforderlich

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Hörsaalübungen: Termine und Themen


• Termine
• Montag 10:15-11:45 Uhr s.t., Raum A 125 (Geschwister-Scholl-Pl. 1)
• Montag 14:15-15:45 Uhr s.t., Raum B 006 (Geschwister-Scholl-Pl. 1)
• Montag 16:00-17:30 Uhr s.t., Raum B 006 (Geschwister-Scholl-Pl. 1)
• Mittwoch 10:15-11:45 Uhr s.t., Raum W 201 (Lehrturm)
• Mittwoch 14:15-15:45 Uhr s.t., Raum A 120 (Geschwister-Scholl-Pl. 1)
• Mittwoch 16:00-17:30 Uhr s.t., Raum A 120 (Geschwister-Scholl-Pl. 1)

• Themen

Nr. Thema Betreuer


1 Software-Engineering im Überblick Benedikt Berger
2 Das Entity Relationship Model Simon Bründl
3 Structured Query Language Simon Bründl
4 Ereignisgesteuerte Prozessketten Tina Morlok
5 Projektmanagement Tina Morlok

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Unterlagen
• Vorlesung und Hörsaalübungen
• Download unter: https://lsf.verwaltung.uni-muenchen.de
• Sie benötigen dazu Ihre Campus-Benutzerkennung

• Tutorien
• Die Aufgaben und Lösungen sind auch im Internet verfügbar (siehe Link oben)
• Die Lösungen werden jeweils nach der jeweiligen Tutorienwoche eingestellt

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Literatur
• Pflichtliteratur
• Mertens, P., Bodendorf, F., König, W., Picot, A., Schumann, M., Hess, T. (2012):
Grundzüge der Wirtschaftsinformatik, 11. Auflage, Berlin: Springer.

• Ergänzende Literatur
• Heinrich, L., Heinzl, A., Riedl, R. (2011): Wirtschaftsinformatik: Einführung und
Grundlegung, 4. Auflage, Berlin: Springer.
• Stahlknecht, P., Hasenkamp, U. (2005): Einführung in die Wirtschaftsinformatik,
11. Auflage, Berlin: Springer.
• Laudon, K. C., Laudon, J. P., Schoder, D. (2010): Wirtschaftsinformatik – Eine Einführung,
2. Auflage, München: Pearson Studium.

• Fachzeitschrift
• “WIRTSCHAFTSINFORMATIK”: Relevanteste deutschsprachige Zeitschrift im Bereich
Wirtschaftsinformatik, erscheint auch übersetzt ins Englische unter dem Namen “Business
& Information Systems Engineering” (http://www.bise-journal.com/)

• Weitere relevante Literatur finden Sie z.B. in der Fachbibliothek Wirtschaftswissenschaften und
Statistik (Ludwigstr. 28/I Vordergebäude)

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W IRTSCHAFTSINFORMATIK IM SS15

Klausur
• Donnerstag, 23.07.2015, 11:00 - 12:00 Uhr (unverbindliche Angabe)
Nachholklausur: im Klausurenzeitraum des WS 2015/16

• Klausuraufbau

Vorlesung Hörsaalübung und Tutorium

Wissensteil (MC-Fragen) Wissensteil (MC-Fragen)

Anwendungsteil Anwendungsteil
=> Problemlösung => Problemlösung

• Klausurrelevanter Stoff: Die Klausur basiert auf den in der Vorlesung, in der Übung und im
Tutorium (!) dargestellten Inhalten.

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Agenda

• Einführung
• Typische Themenfelder
• Das Fach Wirtschaftsinformatik
• Organisatorisches zur Veranstaltung

• Technische Grundlagen: Hardware und Software


• Architektur eines Rechners
• Hardware
• Software

Relevante Pflichtliteratur:
Mertens et al. (2012): Grundzüge der Wirtschaftsinformatik, S. 13-24.
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Eingabe-Verarbeitung-Ausgabe-Prinzip (EVA)

Quelle: Schwarzer/Krcmar (2010): Wirtschaftsinformatik, S. 9. 23


W IRTSCHAFTSINFORMATIK IM SS15

Architektur von Rechner: von Neumann-Ansatz Externer


Speicher

Zentraleinheit

Prozessor (CPU)

Ausgabewerk
Eingabewerk Daten
Dateneingabe Rechenwerk Datenausgabe
z. B. Tastatur Adressen Hauptspeicher z. B. Bildschirm
oder Maus (Daten, oder Drucker
Steuerung Befehle)
Befehle
Steuerwerk
Adressen

• Innerhalb der CPU


• Das Steuerwerk entnimmt die Befehle aus dem Hauptspeicher, entschlüsselt diese und
steuert die Reihenfolge, in der die Befehle des Programms abgearbeitet werden.
• Das Rechenwerk übernimmt die Befehle vom Steuerwerk sowie die zur Ausführung der
Befehle notwendigen Daten aus dem Hauptspeicher und führt die Befehle aus.

Quelle: Mertens et al. (2012): Grundzüge der Wirtschaftsinformatik, S. 14. 24


W IRTSCHAFTSINFORMATIK IM SS15

Von Relais und Röhren…

Quelle: http://www.hs.uni-hamburg.de/DE/GNT/hh/biogr/zuse.htm 25
W IRTSCHAFTSINFORMATIK IM SS15

…zu Transistoren und integrierten Schaltkreise in heutigen Prozessoren

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Leistungsfähigkeit von Prozessoren

Verarbeitungsschritte
Taktzahl = (in Hertz)
Zeiteinheit

• z.B. Intel Pentium IV 1,6 GHz


• z.B. Intel Core 2 Duo 2,4 GHz
• z.B. Intel Core i7 3,0 GHz

Architektur dient zur Unterstützung…

• der Verarbeitung von multimedialen Informationen, z.B. Intel Pentium MMX.


• mobiler Arbeitsumgebungen, z.B. Intel Centrino oder Intel Atom.

Busse dienen der Kommunikation (interne und externe


Datenwege)

• Datenbus: Verknüpfung von Hauptspeicher und Rechenwerk


• Adressbus: Verknüpfung von Hauptspeicher und Steuerwerk

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W IRTSCHAFTSINFORMATIK IM SS15

Leistungsfähigkeit von Prozessoren: Moore‘s Law

Quelle: Moore (1965): Cramming more components into integrated circuit, S. 4. 28


W IRTSCHAFTSINFORMATIK IM SS15

Der Hauptspeicher
• Aufgaben
• Aufnehmen der Programme, die zur Bearbeitung anstehen
• Befehle für den Zentralprozessor bereithalten
• Die während der Verarbeitung benötigten Daten bereitstellen sowie die entstehenden
Ausgabedaten speichern
• Jeder Speicherplatz des Hauptspeichers ist fortlaufend adressiert und enthält ein
Speicherwort als kleinste für den Benutzer zugängliche Einheit.

• Bestandteile

Arbeitsspeicher Festwertspeicher
Random Access Memory (RAM) Read-only Memory (ROM)

Alle Programme müssen zum Zeitpunkt Aufbewahrung wichtiger, grundlegender Teile


ihrer Ausführung vollständig oder partiell des Betriebssystems, auf die beim Start des
im Arbeitsspeicher zur Verfügung stehen. Rechners automatisch zugegriffen wird.

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W IRTSCHAFTSINFORMATIK IM SS15

Bits, Bytes und Speicherworte


• Bit
• Grundlegende Einheit in der Informationstechnik
• Darstellung von binären Zuständen (0/1, true/false, Spannung über/unter Schwellenwert)
- 1 Bit: 21 = 2 mögliche Zustände darstellbar
- 2 Bit: 22 = 4 mögliche Zustände darstellbar
- n Bit: 2n mögliche Zustände darstellbar
• Datenübertragungsraten werden in Bit angegeben (z.B. von Breitbandverbindungen)
- DSL bis ca. 16 Mbit/s = 16x106 bit/s downstream, 1 Mbit/s = 1x106 bit/s upstream

• Byte
• 1 Byte entspricht einem Tupel von 8 Bit (ein „Oktett“)
• Grundeinheit für Speicherkapazitäten (z.B. von Festplatten)
- Kilobyte, Megabyte, Gigabyte, Terabyte, …
- Uneinheitlicher Gebrauch (eine 10 GB-Festplatte bedeutet z.B. meist 10 x 109 Byte)

• Speicherworte: Direkt adressierbare Speicherzellen (Größe in PCs: 2 oder 4 Byte)

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W IRTSCHAFTSINFORMATIK IM SS15

Einteilung von Massenspeichern

Massenspeicher

Sequentielle Direktzugriffs-
Speicher speicher

Magnet- Magnetband- Magnet- Optische Halbleiter-


Disketten
bänder kassetten platten Speicher speicher

Festplatten CD-ROMs ROMs


RAMs
Wechselplatten DVDs SSDs
USB-Sticks

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W IRTSCHAFTSINFORMATIK IM SS15

Eingabe-/Ausgabegeräte
Maus/Trackball Tastatur Drucker Kamera, Mikrofon

Lightpen Optische Belegleser Touchscreen Mikrofilm


z.B. Bar-Code Scanner

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W IRTSCHAFTSINFORMATIK IM SS15

Der „Heimcomputer“ im Jahr 2004 (aus der Sicht von 1954)

33
W IRTSCHAFTSINFORMATIK IM SS15

Einige aktuelle Trends…

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W IRTSCHAFTSINFORMATIK IM SS15

The Magic Inside the Machine

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Software

• Software umfasst
• Programme (d.h. maschinenausführbare Algorithmen) sowie
• Daten (als Input und Output der Programme).

• Software legt fest, wie und auf welche Art und Weise ein softwarebetriebenes Gerät (Hardware)
funktioniert. Ohne Software kann die Hardware nicht verwendet werden. Software kann in
Systemprogramme und Anwendungsprogramme unterteilt werden.

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W IRTSCHAFTSINFORMATIK IM SS15

Was ist ein Algorithmus?

• Unter einem Algorithmus versteht man allgemein eine Handlungsvorschrift zur Lösung
eines Problems oder einer bestimmten Art von Problemen.

• In Form von Computerprogrammen und elektronischen Schaltkreisen steuern sie Computer


und andere Maschinen.

• Eigenschaften von Algorithmen


• Diskretheit: Ein Algorithmus besteht aus einer Folge von Schritten.
• Determiniertheit: Bei gleichen Startbedingungen erzeugt er stets dasselbe Endergebnis.
• Eindeutigkeit: Nach jedem Schritt lässt er sich auf höchstens eine Art fortsetzen.
• Endlichkeit: Er endet nach endlich vielen Schritten.

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W IRTSCHAFTSINFORMATIK IM SS15

Beispiel: Der „Kaffeekoch-Algorithmus“

Schritt 1: Lege fest, wie viele Tassen Kaffee gekocht werden sollen und weise diesen Wert der
Variablen AnzahlTassen zu.

Schritt 2: Fülle eine AnzahlTassen entsprechende Menge Wasser in den dafür vorgesehenen Behälter.

Schritt 3: Stecke einen Kaffeefilter in den dafür vorgesehenen Behälter.

Schritt 4: Wenn der Kaffeetrinker ein Informatiker ist, dann setze die Variable TeelöffelProTasse auf 2,
sonst auf 1.

Schritt 5: Setze die Variable Zähler auf 0.

Schritt 6: Solange die Variable Zähler kleiner ist als der Wert AnzahlTassen x TeelöffelProTasse ist,
führe folgende Schritte aus:
• Schritt 6.1: Fülle einen Teelöffel Kaffeepulver in den Filter
• Schritt 6.2: Erhöhe den Wert von Zähler um 1

Schritt 7: Schiebe den Kaffeefilter ein.

Schritt 8: Stelle die Kaffemaschine an.

Quelle: Rautenstrauch und Schulze (2003): Informatik für Wirtschaftswissenschaftler und Wirtschaftsinformatiker, S.55-56 38
W IRTSCHAFTSINFORMATIK IM SS15

Zur Komplexität von Algorithmen

• Die Komplexität eines Algorithmus ist der Rechenaufwand, den ein Algorithmus zur Lösung
eines Problems benötigt.

• Kenntnis der Komplexität ist relevant für eine Abschätzung des Rechenzeitverbrauchs.

• Formale Darstellung der Komplexität: O(f(n))


wobei O = Rechenaufwand, n = Parameter des Problems

• Komplexität kann etwa polynomial, z.B. O(n2), oder exponentiell, z.B. O(2n), sein.

• Man unterscheidet im Wesentlichen zwei Klassen von Problemtypen anhand des


Rechenaufwands, den sie im ungünstigsten Fall zur optimalen Problemlösung benötigen:
• Klasse P: Probleme sind mit polynomialem Aufwand lösbar. Der Rechenaufwand zur
Lösung wächst also maximal polynomiell mit der Größe des Problems.
• Klasse NP: Es ist bisher kein Algorithmus bekannt, mit dem das Problem mit
polynomialem Aufwand lösbar wäre.

Quelle: Domschke/Drexl (2005): Einführung in das Operations Research, S. 115-116 39


W IRTSCHAFTSINFORMATIK IM SS15

Formalisierbarkeit und Berechenbarkeit eines Problems

• Nicht jedes Problem ist formalisier- und berechenbar!

• Viele Aktivitäten und Prozesse können nicht oder nur unzureichend formal abgebildet werden.
Vom Grad der Formalisierbarkeit hängt der Grad der Automatisierbarkeit bzw. der technischen
Unterstützung eines Problems ab.

• Der Begriff der Berechenbarkeit besagt, dass ein Problem berechenbar ist, wenn es einen
(terminierenden) Algorithmus zu dem Problem gibt, d. h. dass das Problem in endlicher Zeit
gelöst werden kann. Es gibt aber auch Probleme, die sich zwar formal-mathematisch
beschreiben lassen, die aber nicht berechenbar sind.

Nicht jede betriebliche Aufgabe kann


sinnvoll durch AS unterstützt werden.

Quelle: Domschke/Drexl (2005): Einführung in das Operations Research, S. 115-116 40


W IRTSCHAFTSINFORMATIK IM SS15

Klassifizierung von Software

Standardsoftware Individualsoftware

z.B. eigens entwickelte


z.B. ERP-Software
Anwendungssoftware Software zur Kontenführung
von SAP
in einer Bank

z.B. MS Windows
Systemsoftware ?
von Microsoft

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W IRTSCHAFTSINFORMATIK IM SS15

Systemsoftware: Betriebssystem (Operating System, OS)

• Aufgaben
• Bereitstellung eines Systems zur Dateiverwaltung
• Verwaltung der Hardwarebetriebsmittel (Prozessor, Hauptspeicher, Peripheriegeräte)
• Administration der Benutzeraufträge und Überwachung der Programmabläufe
• Bereitstellung einer Mensch-Maschine-Schnittstelle (Kommunikation mit dem System)

• Eigenschaften moderner Betriebssysteme


• Grafische Benutzerschnittstelle (Graphical User Interface – GUI)
• Möglichkeit der Batch- und Dialogverwaltung
• Multitasking und Multiusing
• Hierarchische Dateiverwaltung

• Beispiele
• Microsoft Windows: Am häufigsten verwendetes Betriebssystem für PCs, Multitasking
• Unix: Viele Hersteller (Sun, IBM, Siemens, Hewlett-Packard), Multitasking und Multiusing
• Linux (z.B. Ubuntu): Unix-Derivat, kostenlos verfügbar, Open-Source-Entwicklung
42
W IRTSCHAFTSINFORMATIK IM SS15

1 Lege fest, wie viele Tassen Kaffee gekocht werden sollen und weise

Übersetzungsprogramme 2
diesen Wert der Variablen AnzahlTassen zu.

Fülle eine AnzahlTassen entsprechende Menge Wasser in den dafür


vorgesehenen Behälter.

3 Stecke einen Kaffeefilter in den dafür vorgesehenen Behälter.

4 Wenn der Kaffeetrinker ein Informatiker ist, dann setze die Variable
Quellcode / Quelltext TeelöffelProTasse auf 2, sonst auf 1.

5 Setze die Variable Zähler auf 0.

6 Solange die Variable Zähler kleiner ist als der Wert AnzahlTassen x
TeelöffelProTasse ist, führe folgende Schritte aus:
Compiler / Interpreter • Schritt 6.1: Fülle einen Teelöffel Kaffeepulver in den Filter
• Schritt 6.2: Erhöhe den Wert von Zähler um 1
 Compiler übersetzen das gesamte 7 Schiebe den Kaffeefilter ein.
Quellprogramm „in einem Stück“ 8 Stelle die Kaffemaschine an.
 Interpreter arbeiten jeden Befehl
einzeln ab

Zeichen ASCII-Code
Programm mit offenen Adressen + 0010 1011
(noch nicht lauffähig)
0 0011 0000
Linker (Binder): 1 0011 0001
 Zur Einbindung von Hilfsprogrammen
A 0100 0001
(z.B. Bibliotheken für die Ein- und
Ausgabesteuerung) a 0110 0001
 Umwandlung der symbolischen Adressen der
Funktionen und Variablen in konkrete
Speicheradressen
10110001 10101010 11110010 00101100

Fertiger Objektcode 00101101 11010110 10100101 01011110

10110001 10101010 11110010 00101100

43
W IRTSCHAFTSINFORMATIK IM SS15

Dienstprogramme und Treiber

• Dienstprogramme
• Ermöglichen die Abwicklung systemorientierter, anwendungsneutraler Aufgaben
• Beispiele:
- Sortierprogramme
- Suchprogramme (Hilfsprogramme)
- Kopieren von Dateien
- Datensicherung
- Optimierung der Speicherorganisation

• Treiber
• Programme, die als Übersetzer zwischen Protokollen verschiedener Funktionseinheiten
bzw. zwischen Programmen und Funktionseinheiten agieren
• Beispiele:
- Druckertreiber
- Grafikkartentreiber
- Webcamtreiber
44
W IRTSCHAFTSINFORMATIK IM SS15

… und was ist dann eine App?

• „App“ steht für Application Software, typischerweise verwendet


• im Kontext neuer mobiler Endgeräte (wie SmartPhones und Tablet PCs) und
• mit Abruf über ein Icon.

• Beispiele
• Evernote
• WhatsApp
• Skype
• ...

45
W IRTSCHAFTSINFORMATIK IM SS15

Zusammenwirken von Hardware und Software: der „IT Stack“

Daten
• Vertikale Problematik:
Daten (z.B. ein Musikstück) benötigen eine
Anwendungssoftware (z.B. einen bestimmten
Media Player), die dieses auch verarbeiten kann.
Anwendungssoftware Anwendungssoftware benötigt Systemsoftware
(z.B. ein Betriebssystem) ….

• Horizontale Problematik: Wie kann man Daten


zwischen verschiedenen Systemen austauschen
Systemsoftware
„IT-Infras-  Relevant im betrieblichen Kontext
truktur“  Relevant im privaten Kontext
 …
Hardware

46