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MaLo L.

Meffert, 395703
SS 2020 Übungsblatt 1 P. Wotruba, 395283
18. April 2020 J. Mietz, 394543

Aufgabe 2

(a) {f, 1} mit f (x1 , x2 , x3 ) = 1 ⇐⇒ |{i ∈ 3|xi = 0}| = 2

f (1, 1, 1) = 0 (1)

(1)
f (x, y, f (1, 1, 1)) = f (x, y, 0)
(2)
=x∧y

f (x, 1, 1) = ¬x (3)

Da {∧, ¬} funktional vollständig ist, ist auch {f, 1} funktional vollständig.

(b) {∨, ∧, 0, 1}

Die Funktionen ∨, ∧, 0, 1 sind monoton steigend. Eine Verkettung von monoton steigenden Funktionen
ist ebenfalls monoton steigend. Daher lässt sich die Negation (nicht monoton steigend) nicht als
Verkettung der Funktionen ∨, ∧, 0, 1 darstellen. Damit ist {∨, ∧, 0, 1} nicht funktional vollständig.

(c) z.z: mit {∨, ∧, 0, 1} lässt sich jede mon. Funk. erzeugen
Sei ϕ beliebige monotone boolesche Funktion.
Sei nun ϕDN F die Funktion ϕ in DNF.
Erzeuge nun ϕ0DN F aus ϕDN F durch entfernen aller negierter Iterale.
Wegen der Monotonie gilt ϕ0DN F ≡ ϕDN F (*).
Somit lässt sich ϕ mit {∨, ∧, 0, 1} erzeugen.

(*) Sei a = a1 ∧ ... ∧ an Disjunktionsglied von ϕDN F


Sei aj , j ∈ n negiertes Iteral.
Dann ist b = a1 ∧ ... ∧ ¬aj ∧ ... ∧ an ebenfalls in ϕDN F (da sonst die Monotonie verletzt wäre).
Demnach ändert das Entfernen des Iterales aj nichts an der Semantik von ϕDN F .

(d) {g, 1} mit g(x1 , x2 , x3 ) = 1 ⇐⇒ |{i ∈ 3|xi = 0}| ≤ 2

g(x, y, 1) = x∧y (4)

Da {∧} funktional vollständig ist, ist auch {g, 1} funktional vollständig.

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Aufgabe 3

(a) (A ∧ B → D) ∧ (A ∧ B ∧ C → 0) ∧ (1 → A) ∧ (A → B) ∧ (D → E) ∧ (B ∧ D → F )

0 (A∧B→D)∧(A∧B∧C →0)∧(1→A)∧(A→B)∧(D→E )∧(B∧D→F )

1 *

2 * * - *

3 - - - - *

4 - * - * - - - *

5 - - * - - - - - -

6 - - - - - - - - * - *

7 - - - - - - - - - * - - *

Tabelle 1: Markierungsalgorithmus; ∗: neu markiert, -: bereits markiert

(b) {(A ∧ D → W ), (A ∧ C → B), (V → C), (A ∧ W → V ), (B → 0)} |= (D ∧ A → 0)


Gesucht ist ein Modell der menge Φ

Φ = {(A ∧ D → W ), (A ∧ C → B), (V → C), (A ∧ W → V ), (B → 0)} (5)

Ein solches Modell muss Modell zu jeder AL ϕ ∈ Φ sein und damit auch zu:
^
ψ := ϕ = (A ∧ D → W ) ∧ (A ∧ C → B) ∧ (V → C) ∧ (A ∧ W → V ) ∧ (B → 0)
| {z } | {z } | {z } | {z } | {z } (6)
ϕ∈Φ :=ϕ1 :=ϕ2 :=ϕ3 :=ϕ4 :=ϕ5

Modelle I zu ψ müssen folgende Bedienungen erfüllen:

(i) I(B) = 0, aus ϕ5

(ii) I(A) = 0 oder I(C) = 0, aus ϕ2

(iii) Wenn I(C) = 0 dann I(V ) = 0, aus ϕ3

(iv) Wenn I(V ) = 0 dann I(A) = 0 oder I(W ) = 0, aus ϕ4

(v) Wenn I(W ) = 0 dann I(A) = 0 oder I(D) = 0, aus ϕ1

Das Bedeutet, dass egal wie wir wählen, immer entweder I(A) = 0 oder I(D) = 0, daher gilt:

[[(D ∧ A → 0)]]I = [[(0 → 0)]]I = [[(1)]]I = 1 (7)

Und somit sind alle Modelle I von Φ auch Modelle von (D ∧ A → 0). Daher gilt die Aussage
Φ |= (D ∧ A → 0)

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Aufgabe 4

(a) Beweisen oder Widerlegen sie die Abgeschlossenheit von Horn-Formeln unter Vereinigung bzw.
Schnitt.

(a.i) Vereinigung
Widerlegen durch Beispiel: Sei ϕ = (A ∧ B → 0) Seien des weiteren I1 , I2 Interpretationen mit:

I1 (A) = 0, J1 (B) = 1 ⇒ I1 |= ϕ
(8)
I2 (A) = 1, J2 (B) = 0 ⇒ I2 |= ϕ

dann gilt für I∪ = I1 ∪ I2 :

I∪ (A) = 1, I∪ (B) = 1 ⇒ I∪ 6|= ϕ (9)

(a.ii) Schnitt
Def. I∩ := I1 ∩ I2
Jedes Konjunktionsglied ϕ einer Horn-Formel hat folgende Form:

ϕ = (X1 ∧ ... ∧ Xn → X) (10)

Fall 1: [[X1 ∧ ... ∧ Xn ]]I1 = 0 und [[X1 ∧ ... ∧ Xn ]]I2 = 0


⇒ [[X1 ∧ ... ∧ Xn ]]I∩ = 0 ⇒ I∩ |= ϕ

Fall 2: [[X1 ∧ ... ∧ Xn ]]I1 = 1 und [[X1 ∧ ... ∧ Xn ]]I2 = 0


⇒ [[X1 ∧ ... ∧ Xn ]]I∩ = 0 ⇒ I∩ |= ϕ

Fall 3: [[X1 ∧ ... ∧ Xn ]]I1 = 0 und [[X1 ∧ ... ∧ Xn ]]I2 = 1


⇒ [[X1 ∧ ... ∧ Xn ]]I∩ = 0 ⇒ I∩ |= ϕ

Fall 4: [[X1 ∧ ... ∧ Xn ]]I1 = 1 und [[X1 ∧ ... ∧ Xn ]]I2 = 1


⇒ [[X1 ∧ ... ∧ Xn ]]I∩ = 1 und I1 (X) = 1 sowie I2 (X) = 1
⇒ I∩ (X) = 1
⇒ [[X1 ∧ ... ∧ Xn → X]]I∩ = 1
⇒ I∩ |= ϕ

Insgesamt gilt also für jedes Konjunktionsglied ϕ: I∩ |= ϕ, da jedes Konjunktionsglied durch I∩


modelliert wird, wird auch die gesamte Horn-Formel durch I∩ modelliert.

(b) ne du lass ma...

(c) Beweisen oder widerlegen Sie, dass folgende Formeln äquivalent zu einer Horn-Formel sind.

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(c.i) ((A ∧ B) → (C ∧ D)) ∧ (X → ¬X)

((A ∧ B) → (C ∧ D)) ∧ (X → ¬X) ≡ ((A ∧ B) → C) ∧ (A ∧ B) → D)) ∧ (¬X ∨ ¬X)


≡ (A ∧ B → C) ∧ (A ∧ B → D) ∧ (¬X) (11)
≡ (A ∧ B → C) ∧ (A ∧ B → D) ∧ (X → 0)

(c.ii) ((A ∧ B) → (C ∨ D)) ∧ (¬X → ¬Y )

Für I1 , I2 mit:

1 falls C ∈ {A, B, C}
I1 (C) =
0 sonst
 (12)
1 falls C ∈ {A, B, D}
I2 (C) =
0 sonst

gilt:

1 falls C ∈ {A, B}
I∩ (C) = (I1 ∩ I2 )(C) = (13)
0 sonst

Des weiteren gilt:

[[((A ∧ B) → (C ∨ D)) ∧ (¬X → ¬Y )]]J1 = [[(1 → 1) ∧ (1 → 1)]]J1 = 1


(14)
[[((A ∧ B) → (C ∨ D)) ∧ (¬X → ¬Y )]]J2 = [[(1 → 1) ∧ (1 → 1)]]J2 = 1

aber:

[[((A ∧ B) → (C ∨ D)) ∧ (¬X → ¬Y )]]J∩ = [[(1 → 0) ∧ (1 → 1)]]J∩ = 0 (15)

Damit ist ((A ∧ B) → (C ∨ D)) ∧ (¬X → ¬Y ) nicht unter Schnitt abgeschlossen und kann somit nach
Aufgabenteil (a) keine Horn-Formel sein.

(c.iii) ((Z ∧ Y ) → (Y ∧ ¬X)) ∧ ¬(¬Y → (¬Y ∧ Z)) ∧ Z

((Z ∧ Y ) → (Y ∧ ¬X)) ∧ ¬(¬Y → (¬Y ∧ Z)) ∧ Z


≡ (Z ∧ Y → Y ) ∧ (Z ∧ Y → ¬X) ∧ ¬(Y ∨ (¬Y ∧ Z)) ∧ Z
≡ (Z ∧ Y → ¬X) ∧ ¬((Y ∨ ¬Y ) ∧ (Y ∨ Z)) ∧ Z
(16)
≡ (Z ∧ Y → ¬X) ∧ ¬(Y ∨ Z) ∧ Z
≡ (Z ∧ Y → ¬X) ∧ (¬Y ∧ ¬Z) ∧ Z
≡ (Z ∧ Y → ¬X) ∧ (¬Y ) ∧ (¬Z) ∧ (Z)

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Aufgabe 5

(a) Φ |= ϕ ⇒ Ψ |= ϕ

(a.i) Ψ⊆Φ
Gilt nicht allgemein: Sei Φ = {(X ∨ Y ), (X ∨ ¬Y )}, ϕ = X und Ψ = {(X ∨ Y )}
Dann gilt für alle Modelle I von Φ:

I(X) = 1 ⇒ I |= ϕ ⇒ Ψ |= ϕ (17)

Für Ψ hingegen kann I(X) = 0 gelten (mit I(Y ) = 1), daher gilt für diese Modelle:

I(X) = 0 ⇒ I 6|= ϕ ⇒ Ψ 6|= ϕ (18)

(a.ii) Ψ⊇Φ
Gilt allgemein: Durch das Hinzufügen von Formeln zu Φ wird die Menge der Modelle von Φ verkleinert
(oder bleibt gleich), es gilt also:

{I|I |= Ψ} ⊆ {I|I |= Φ} (19)

Des weiteren gilt:

Φ |= ϕ ⇐⇒ ∀I ∈ {I|I |= Φ} : I |= ϕ (20)

Daher gilt insbesondere:

∀I ∈ {I|I |= Ψ} ⊆ {I|I |= Φ} : I |= ϕ ⇐⇒ Ψ |= ϕ (21)

(b) (∀ψ ∈ Ψ : Φ |= ψ) ∧ (Ψ |= ϑ) ⇒ (Φ |= ϑ)

(∀ψ ∈ Ψ : Φ |= ψ) ⇒ Für alle Modelle IΦ von Φ gilt: IΦ ist Modell zu Ψ


(Ψ |= ϑ) ⇒ Für alle Modelle IΨ von Ψ gilt: IΨ ist Modell zu ϑ

⇒ Für alle Modelle IΦ von Φ gilt: IΦ ist Modell zu Ψ und damit ebenfalls Modell zu ϑ
⇒ Ψ |= ϑ

T
(c) Sei Φ0 ⊇ ... ⊇ Φn und Φn |= ϕ∀n ∈ N dann gilt: Φn |= ϕ
n∈N

Da jede Menge Φk , k ∈ N\{0} Obermenge zu Φ0 ist, gilt:


\
Φn = Φ0 (22)
n∈N

Des Weiteren gilt: Φn |= ϕ∀n ∈ N und damit insbesondere:

Φ0 |= ϕ
\ (23)
⇒ Φn |= ϕ
n∈N

5
(d) (Φ |= ϑ ∧ ¬ϑ ∈ Φ) ⇒ Φ unerfüllbar

Da (Φ |= ϑ ∧ ¬ϑ ∈ Φ) gilt, muss gelten:

Φ ∪ {¬ϑ} |= ϑ (24)

Angenommen Φ ist erfüllbar, dann ex. ein Modell I, für das gilt:

I |= Φ ⇒ I |= ¬ϑ (25)

Des weiteren muss aber gelten, dass I |= ϑ. Das kann nicht gelten, aus Widerspruch folgt Behauptung.

(e) (Φ |= ψ) ⇐⇒ (Φ0 |= ψ) für alle endlichen Φ0 ⊆ Φ

Aus Aufgabenteil (a) folgt, dass (Φ |= ψ) ⇒ (Φ ⊇ Φ0 |= ψ) nicht im allgemeinem gilt. Daher findet sich
im manchmal eine Teilmenge Φ0 ⊆ Φ sodass Φ0 6|= ψ. Damit ist die Aussage widerlegt.

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Aufgabe 6
z.z: Auf jeder Menge A ex. eine lineare Ordnung.

(a) Induktion für endliche Mengen

(b) Kompaktheitssatz

Für alle Elemente a, b, c ∈ A, a 6= b muss gelten:

(i) Irreflexivität: ¬Ra,a

(ii) Transitivität: Ra,b ∧ Rb,c → Ra,c

(iii) Totalität: ¬Ra,b ∨ Rb,a

Definiere Φ durch:

Φ ={¬Ra,a |a ∈ A}
∪{Ra,b ∧ Rb,c → Ra,c |a, b, c ∈ A} (26)
∪{¬Ra,b ∨ Rb,a |a, b ∈ A, a 6= b}

Nach Kompaktheitssatz ist Φ erfüllbar wenn jede endliche Teilmenge von Φ erfüllbar ist.
Sei Φ0 eine beliebige, endliche Teilmenge von Φ.
Sei A0 ⊂ A endliche Teilmenge von A, welche alle in Φ0 vorkommenden Elemente aus A enthält.
Nach Aufgabenteil (a) existiert eine lineare Ordnung R für A0 . Aus dieser linearen Ordnung lässt sich
eine Interpretation I erstellen mit

I(Ra,b ) = 1 ∀(a, b) ∈ R
(27)
I(Ra,b ) = 0 ∀(a, b) ∈
/R

I ist Modell zu Φ0 . Damit ist Φ0 erfüllbar.