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Knecht auf dem Hof ‚Nack‘ in

Groß Meckselsen
Am Sonntag den 2. September bin ich
bei Hartmut auf dem Hof angekommen.
Wir stehen um halb sechs auf. Die ersten
beiden Morgen muss er mich ein zweites
mal wecken. Meine Decke ist sehr dick
und flauschig, die Fenster einfach , so ist
es recht kalt im Raum und die Decke noch
kuschliger.

Hinter dem Haus ist ein großes Loch,


ich schätze es gehen 16 m3 rein, was sich
bestätigen soll: wir brauchen fünf bis
sechs Anhänger voll Erde. Das Loch rührt
von mit Heizöl kontaminierter Erde her
welche entsorgt werden musste.
Da der Hinterhof recht eng ist, fällt das
Rangieren mit dem doppelachsigen An-
hänger schwer.
Der Rangeur hats schwör.
Morgens wird ein kleiner Happen
gegessen: eine Birne, ein Brot mit
Marmelade und dann ab in den
Bullenstall.
Die großen Köpfe zerren an den
Hälsen, wenn ich nach dem Mais
das Kraftfutter verteile und dicke
Zungen lecken Besenstiele und alles
in Reichweite.
Es ist kalt draußen und ich freue
mich auf die Wärme im Boxenlauf-
stall wo die Milchkühe sind. Kurz
nach dem ich dass Futter verteilt
habe schaue ich mir die gleichmäßig
gen Boden gerichteten Köpfe der
Milchkühe an: ein beruhigendes Bild
voller Symmetrie.
Um acht gibt es das richtige Früh-
stück, welches bereits fertig berei-
tet ist, genau wie das Mittag- und
Abendessen, was auch völlig in
Ordnung ist, da wir fast den gesam- die Jungdinger
ten Tag arbeiten.
Aber: Erfolgreiche Bauern fahren Deutz.
Man beachte die aus den Wunden wachsenden Eichen: auf dem Land
funktioniert der ewige Kreislauf des Lebens noch.
Mein Lieblingsbulle. Ich nenne ihn Bronco.

Der Bulle neben ihm brüllt gern und mag


es wenn es mal mit der Schaufel über den
Rücken geht
Drogendelikte sind in dieser Idylle nahe Sittensen praktisch nicht existent. Die
Staatsgewalt ist sehr bürgernah, scheut aber auch keine Kuhstallrazzia auf der
Sucher nach psychoaktiven Pilzen.
Als ich noch pünktlich aufstand und nicht die
Gleitzeit in Anspruch nahm, fing ich im Stall
der trächtigen Kühe damit an ihren Kot mit ei-
nem Spezialbesen durch die Roste zu befördern.

Wenn ich im Boxenlaufstall das Futter in die Trö-


ge geschaufelt habe , nehme ich die Schaufel auf
die Schulter und trommle auf dem Stiel so dass
das Leichtmetall schwingt und als Musikinstru-
ment taugt. Die Kühe hören auf zu fressen und
schenken mir ihre ungeteilte Aufmerksamkeit.
Die Menschen auf dem
Land mögen standesge-
mäße Automobile und
ordentlich gepflasterte
Parkplätze um diese
Ab- und Auszustellen.

In lebendigem blau beleuchtetes Wohnhaus, welches von innen


aus einer Scheune heraus gebaut wurde da keine Baugenehmi-
gung erteilt wurde die das Errichten auf dem Platz der Scheune
erlaubt hätte. Der Hof ist mit grauem Wachbeton ausgelegt der
durch dreieckige Steine aufgepeppt wurde.
Der Bullenstall
Beim Füttern sind die Tränken auf Kot zu untersuchen!

Während ich die Bullen gefüttert habe, hat es keiner gewagt in die Tränke zu kacken.
Gegenüber von dem hier ist einer dem ich
Queen of the Hill: Nora
leider mit der Forke in die Nase gepiekt
habe. Kam Blut raus.
Die großen Drei aus der letzten Reihe

Bronco kenn ich nich kein Name


anfangs scheu frech
später streichelbar laut
zutraulich
mag streicheln
Rücken mit Schaufel kratzen
Als ich Knecht war wurden drei
Kälber geboren. Ich bin nie
dabei gewesen.
Der erste Sohn
Letztlich war ich einen großen Teil der Zeit damit be-
schäftigt Mengen, Zeit und Volumina abzuschätzen.

„Wat meinst du wa feel Karrn Mess hier


bin sund? „Ick gleuv soeben!“ „Denn sech
ick ach.“ Es waren 7 Schubkarren voll Mist.
Danke Fau Kuh das du mit deinenen 7 magi-
schen mägen so viel gras frisst, dann muss ich
es nicht tun.