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17.3.2020 Mietzahlung kann wegen Coronavirus wohl vielfach ausgesetzt werden - Wirtschaftspolitik - derStandard.

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GESCHÄFTSAUSFALL

Mietzahlung kann wegen Coronavirus wohl vielfach


ausgesetzt werden
Die Corona-Krise dürfte dazu berechtigen, bei Ausfällen die Miete anzupassen oder
auszusetzen. Allerdings müssen dabei einige Faktoren berücksichtigt werden
Andreas Schnauder 16. März 2020, 14:46 374 Postings

Zumindest bei der Miete könnte es für Geschäfte eine Entlastung geben – die freilich den Eigentümer
belasten würde.
Foto: APA/Robert Jäger

Die Coronavirus-Krise und die damit verbundenen Geschäftsausfälle wiegen schwer. Während
eine Entschädigung für den Verdienstausfall durch den Staat mit dem Covid-19-
Maßnahmengesetz ausgeschlossen wurde und Hilfen erst beantragt werden können, gibt es
für Mieter zumindest einen Hoffnungsschimmer. Die meisten Experten sind überzeugt, dass
eine Mietzahlung rückgefordert werden kann.

Im Allgemeinen bürgerlichen Gesetzbuch ist nämlich geregelt, dass der Mietzins entfällt, wenn
das Objekt wegen außerordentlicher Zufälle nicht benutzt werden kann. Abgesehen davon
könne der Mietvertrag auch aufgelöst werden, wenn Lokal oder Gebäude auf absehbare Zeit
nicht gebrauchsfähig seien, meint Johannes Kautz von der Rechtsanwaltskanzlei DLA Piper
Weiss-Tessbach.

Außerordentlich

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Doch zurück zur Aussetzung der Zahlung. Als außerordentliche Zufälle sind elementare
Ereignisse anzusehen, die von Menschen nicht beherrschbar sind. Darunter fallen Kriege,
Erdbeben oder Seuchen, erläutert Maximilian König von Bitterl König Rechtsanwälte. Die
behördlich angeordneten Schließungen seien eine unmittelbare Reaktion auf diesen
"außerordentlichen Zufall". Das lasse sich nicht zuletzt aus der Einstufung des Coronavirus
durch die Weltgesundheitsorganisation als Pandemie ableiten.

Allerdings lohnt ein Blick in den Mietvertrag, denn hier können abweichende Bedingungen
vereinbart worden sein. So ist es denkbar, dass es Abmachungen gibt, wonach im Falle von
außerordentlichen Zufällen der Mieter haftet. Jedenfalls sollten Mieten nur noch unter
Vorbehalt bezahlt werden, raten die Experten. Denn wenn dieser Schritt unterbleibt, könnte dies
als konkludenter Verzicht auf eine Mietzinsminderung gewertet werden. Einfach weniger oder
gar nicht zahlen, könnte sich hingegen als riskant erweisen. Denn es ist damit zu rechnen, dass
man wegen Mietrückstands oder sogar auf Räumung geklagt werde.

Wer etwas sparen kann

Und für wen gibt es nun die Möglichkeit, an der Miete zu drehen? Jedenfalls für Betriebe, die
direkt von der Schließung betroffen sind, meint Kautz. Konkret wären das also die
angeordneten Sperren, beispielsweise für Nachtclubs, bestimmte Händler und andere
Geschäfte. Auch Büros könnten daher unbrauchbar sein. Vielfach werde das Coronavirus auch
zu einer teilweisen Beeinträchtigung führen und zur Reduktion oder Rückforderung der Miete
berechtigen, meinen Fachleute.

Es wird auch die Rechtsauffassung vertreten, dass geöffnete Geschäfte einen kompletten
Rückforderungsanspruch haben, wenn das Lokal nur mit Verlust betrieben werden kann. Hält
diese Rechtsmeinung auch vor den Gerichten, könnte auf die Immobilienbesitzer ein gröberer
Schaden zukommen, würden sie doch sowohl im Falle von Schließungen als auch von
massiven Umsatzeinbußen mit Mietzinsaussetzungen konfrontiert werden.

Gutachten eindeutig

Allerdings sei das gesellschaftlich sinnvoller als den ohnehin hart getroffenen
Gewerbetreibenden auch die Mietkosten aufzuhalsen, schreibt ein Gutachter, der anonym
bleiben will: "Die Vermieter erleiden zwar eine schmerzliche, in aller Regel aber verkraftbare
Einkommenseinbuße. Gewerbetreibende und deren Angestellte wären bei einem anderen
Ergebnis in ihrer wirtschaftlichen Existenz, mit auch negativen Folgen für die Vermieter,
bedroht." (Andreas Schnauder, 16.3.2020)

Weiterlesen:

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Österreicher bunkern Bargeld [http://www.derstandard.at/story/2000115769045/oesterreicher-bunkern-


wegen-coronavirus-krise-vermehrt-bargeld]

Hamsterkäufe laut Lebensmittelherstellern nicht notwendig


[http://www.derstandard.at/story/2000115765370/lebensmittelindustrie-betont-hamsterkaeufe-nicht-notwendig]

Schramböck: Einbußen von bis zu 80 Prozent


[http://www.derstandard.at/story/2000115765370/lebensmittelindustrie-betont-hamsterkaeufe-nicht-notwendig]

Hamstern im Handel [http://www.derstandard.at/story/2000115723559/hamstern-im-handel-volle-


einkaufswaegen-und-leere-regale]

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