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IDW EPS 400 n.F.

Entwurf einer Neufassung des IDW Prüfungsstandards:


Bildung eines Prüfungsurteils und
Erteilung eines Bestätigungsvermerks
(IDW EPS 400 n.F.)
(Stand: 14.12.2016)1
Der Hauptfachausschuss (HFA) des IDW hat den nachfolgenden Entwurf einer Neufassung
des IDW Prüfungsstandards: Bildung eines Prüfungsurteils und Erteilung eines
Bestätigungsvermerks (IDW EPS 400 n.F.) verabschiedet.
Der Entwurf setzt die vom IAASB verabschiedeten Anforderungen des International Standard
on Auditing (ISA) 700 (Revised) „Forming an Opinion and Reporting on Financial Statements“
unter Berücksichtigung der deutschen gesetzlichen Besonderheiten sowie der Regelungen der
Verordnung (EU) Nr. 537/2014 (nachfolgend kurz „EU-APrVO“) um.
IDW EPS 400 n.F. ist Bestandteil der neuen IDW PS 400er-Reihe, mit der die Anforderungen
an den Bestätigungsvermerk künftig in den vom IDW festgestellten deutschen Grundsätzen
ordnungsmäßiger Abschlussprüfung (GoA) geregelt werden. Der Standardentwurf befasst sich
vor allem mit den Regelungen, nach denen Wirtschaftsprüfer als Abschlussprüfer
Prüfungsurteile zum Abschluss und – sofern einschlägig – zum Lagebericht und zu sonstigen
rechtlich vorgeschriebenen Prüfungsgegenständen bildet. Des Weiteren behandelt er Form
und Inhalt eines (uneingeschränkten) Bestätigungsvermerks, der als Ergebnis einer
Abschlussprüfung erteilt wird.
Weitere Bestandteile der neuen IDW PS 400er-Reihe sind
 IDW EPS 401, der die Pflichten des Abschlussprüfers im Zusammenhang mit der
Mitteilung von sog. besonders wichtigen Prüfungssachverhalten im
Bestätigungsvermerk regelt,
 IDW EPS 405, der die Auswirkungen auf Form und Inhalt des Bestätigungsvermerks
behandelt, wenn der Abschlussprüfer ein modifiziertes Prüfungsurteil abgibt, sowie
 IDW EPS 406, der sich mit den Anforderungen beschäftigt, wenn der Abschlussprüfer
Hinweise in den Bestätigungsvermerk aufnimmt.

IDW EPS 400 n.F. und IDW EPS 401, die den Regelfall der Erteilung eines
uneingeschränkten Bestätigungsvermerks behandeln, wurden zeitgleich vom HFA
verabschiedet und werden parallel veröffentlicht. Die Standardentwürfe IDW EPS 405 und
IDW EPS 406 werden derzeit noch vom Arbeitskreis „Bestätigungsvermerk“ entwickelt und
werden voraussichtlich im ersten Halbjahr 2017 vom HFA verabschiedet.
Gegenüber den bisherigen Anforderungen des IDW PS 400 zur Erteilung eines
uneingeschränkten Bestätigungsvermerks ergeben sich insb. folgende Änderungen:
 Der Bestätigungsvermerk ist bei allen Abschlussprüfungen zu adressieren (vgl. Tz. 33).
Bei gesetzlichen Abschlussprüfungen ist er an das geprüfte Unternehmen gerichtet
(vgl. Tz. A18).

1
Vorbereitet vom Arbeitskreis „Bestätigungsvermerk“. Verabschiedet als Entwurf vom Hauptfachausschuss
(HFA) am 14.12.2016.

1
IDW EPS 400 n.F.

 Den Vorgaben des Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetzes (BilRUG) entsprechend hat


sich das Prüfungsurteil über die Prüfung des (Konzern-)Lageberichts für nach dem
31.12.2015 beginnende Geschäftsjahre auch darauf zu erstrecken, ob der (Konzern-
)Lagebericht in allen wesentlichen Belangen den gesetzlichen Vorschriften entspricht
(vgl. u.a. Tz. 19).
 Gemäß Tz. 57 ff. hat der Abschlussprüfer die Berichterstattungspflichten über die
Prüfung des (Konzern-)Lageberichts sowie bestimmte ergänzende Angabepflichten
gemäß EU-APrVO in einem gesonderten Abschnitt im Bestätigungsvermerk mit der
Überschrift „Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen“ (oder einer
geeigneteren Bezeichnung) aufzuführen.
 Handelt es sich bei den neben den maßgebenden Rechnungslegungsgrundsätzen zu
beachtenden gesellschaftsvertraglichen Regelungen ausschließlich um
Gewinnverwendungsvorgaben, scheidet die Aufnahme einer diesbezüglichen Aussage
in den Bestätigungsvermerk aus, weil sich die gesellschaftsvertraglichen
Bestimmungen nicht unmittelbar auf die Rechnungslegung beziehen. Beziehen sich
die gesellschaftsvertraglichen Bestimmungen auf die Rechnungslegung und werden
diese vom Unternehmen eingehalten, ist eine explizite Feststellung im Prüfungsurteil
zu ihrer Einhaltung nicht erforderlich, weil diese Aussage bereits durch die Bestätigung
der Einhaltung der maßgebenden Rechnungslegungsgrundsätze abgedeckt ist (vgl.
Tz. A57).
 Gemäß § 317 Abs. 1 Satz 1 HGB ist die Buchführung in die Prüfung des
Jahresabschlusses einzubeziehen. Diesbezügliche Ausführungen macht der
Abschlussprüfer künftig ausschließlich im Prüfungsbericht.
 Die Anlage zu diesem IDW Prüfungsstandard enthält Formulierungsbeispiele für
Bestätigungsvermerke. Der Bestätigungsvermerk ist zu unterteilen in den Vermerk
über die Prüfung des Abschlusses und – sofern einschlägig – in den Vermerk über die
Prüfung des Lageberichts sowie den Vermerk über die Prüfung von sonstigen
Prüfungsgegenständen. Dabei ist zu beachten, dass die Abschnitte „Prüfungsurteil“
und „Grundlage für das Prüfungsurteil“ jeweils an den Anfang zu stellen sind. Für den
Vermerk über die Prüfung des Abschlusses werden verschiedene
Abschnittsüberschriften vorgeschrieben. Der Vermerk über die Prüfung des (Konzern-
)Lageberichts kann (muss aber nicht) durch eigene Zwischenüberschriften gegliedert
werden, die sich zweckmäßigerweise an die Zwischenüberschriften des Vermerks über
die Prüfung des Abschlusses anlehnen. IDW EPS 400 n.F. enthält Regelungen zur
Verwendung bestimmter Abschnittsüberschriften, damit Bestätigungsvermerke, die in
Übereinstimmung mit den IDW Prüfungsstandards erteilt wurden, leichter erkennbar
sind (vgl. Tz. A14 und A60).
 Gemäß Tz. 55 besteht die Möglichkeit, anstelle der vollständigen Integration der
Beschreibung der Verantwortung des Abschlussprüfers in den Bestätigungsvermerk,
einen Teil dieser Beschreibung in eine Anlage zum Bestätigungsvermerk auszulagern
oder diesbezüglich auf die IDW Website, auf der diese Beschreibung zu finden sein
wird, zu verweisen (vgl. hierzu die Varianten 1b und 1c in der Anlage dieses IDW
Prüfungsstandards).  Ob die Offenlegung des Bestätigungsvermerks nach § 325 HGB
oder dessen Veröffentlichung in Prospekten einer Verweisung auf die IDW Website
entgegensteht, bedarf noch der rechtlichen Klärung.
 Die Vorgabe des Artikels 11 Abs. 1 Unterabs. 1 Satz 1 EU-APrVO, wonach der
Abschlussprüfer den (unterzeichneten) Prüfungsbericht nicht später als den

2
IDW EPS 400 n.F.

Bestätigungsvermerk vorzulegen hat, gilt künftig für alle Abschlussprüfungen (vgl. Tz.
72 Satz 3).
 Die Arbeiten zur Entwicklung von Anforderungen zum Umgang mit zusätzlich zum
Abschluss und Lagebericht dargestellten Informationen, entsprechend ISA 700
(Revised).52 f., konnten vor der Verabschiedung des Standardentwurfs nicht
abgeschlossen werden, da das in IDW EPS 350 n.F. niedergelegte Konzept der
lageberichtsfremden Angaben aufgrund der noch ausstehenden nationalen Umsetzung
der CSR-Richtlinie noch nicht endgültig verabschiedet ist. Dessen Finalisierung ist von
der nationalen gesetzlichen Umsetzung der CSR-Richtlinie abhängig.

Ergänzungs- oder Änderungsvorschläge zu dem Entwurf werden schriftlich an die


Geschäftsstelle des IDW (Postfach 32 05 80, 40420 Düsseldorf oder stellungnahmen@idw.de)
bis zum 30.04.2017 erbeten. Die Änderungs- oder Ergänzungsvorschläge werden im Internet
auf der IDW Website veröffentlicht, wenn dies nicht ausdrücklich vom Verfasser abgelehnt
wird.
Der Entwurf steht bis zu seiner endgültigen Verabschiedung als IDW Prüfungsstandard im
Internet (www.idw.de) unter der Rubrik IDW Verlautbarungen als Download-Angebot zur
Verfügung.
Copyright © Institut der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e.V., Düsseldorf.

Einleitung.................................................................................................................................. 4 
1.  Anwendungsbereich ....................................................................................................... 4 
2.  Übereinstimmung mit den International Standards on Auditing (ISA) ............................. 7 
3.  Anwendungszeitpunkt ..................................................................................................... 7 
4.  Zielsetzung ...................................................................................................................... 8 
5.  Definitionen ..................................................................................................................... 8 
Anforderungen........................................................................................................................ 10 
6.  Bildung eines Prüfungsurteils zum Abschluss .............................................................. 10 
7.  Bildung eines Prüfungsurteils zum Lagebericht bzw. zu sonstigen
Prüfungsgegenständen ................................................................................................. 11 
8.  Art des Prüfungsurteils zum Abschluss......................................................................... 12 
9.  Art des Prüfungsurteils zum Lagebericht bzw. zu sonstigen
Prüfungsgegenständen ................................................................................................. 13 
10.  Aufbau und Bestandteile des Bestätigungsvermerks.................................................... 13 
10.1.  Überschrift ........................................................................................................... 13 
10.2.  Empfänger ........................................................................................................... 13 
10.3.  Vermerk über die Prüfung des Abschlusses ........................................................ 14 
10.3.1. Prüfungsurteil zum Abschluss .................................................................. 14 
10.3.2. Grundlage für das Prüfungsurteil zum Abschluss .................................... 15 
10.3.3. Wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit der Fortführung
der Unternehmenstätigkeit ....................................................................... 15 
10.3.4. Besonders wichtige Prüfungssachverhalte .............................................. 16 
10.3.5. Zusätzliche Informationen ........................................................................ 16 
10.3.6. Verantwortung für den Abschluss ............................................................ 16 

3
IDW EPS 400 n.F.

10.3.7. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des


Abschlusses ............................................................................................. 17 
10.3.8. Ort der Beschreibung der Verantwortung des Abschlussprüfers für
die Prüfung des Abschlusses ................................................................... 20 
10.4.  Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen ............................... 20 
10.4.1. Vermerk über die Prüfung des Lageberichts ............................................ 21 
10.4.1.1.  Prüfungsurteil zum Lagebericht ............................................... 21 
10.4.1.2.  Grundlage für das Prüfungsurteil zum Lagebericht ................. 22 
10.4.1.3.  Wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit
Fortführung der Unternehmenstätigkeit ................................... 22 
10.4.1.4.  Verantwortung für den Lagebericht .......................................... 22 
10.4.1.5.  Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des
Lageberichts ............................................................................ 23 
10.4.1.6.  Ort der Beschreibung der Verantwortung des
Abschlussprüfers für die Prüfung des Lageberichts ................ 24 
10.4.2. Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO ......................................... 24 
10.5.  Name des verantwortlichen Wirtschaftsprüfers ................................................... 24 
10.6.  Ort der Niederlassung des Abschlussprüfers ...................................................... 25 
10.7.  Datum, Unterschrift und Erteilung des Bestätigungsvermerks ............................ 25 
11.  In Gesetzen oder anderen Rechtsvorschriften vorgeschriebener
Bestätigungsvermerk .................................................................................................... 26 
12.  Bestätigungsvermerke für Abschlussprüfungen, die auftragsgemäß unter
ergänzender Beachtung der ISA durchgeführt wurden ................................................. 27 
13.  Sonderfragen beim Bestätigungsvermerk ..................................................................... 27 
13.1.  Kündigung des Prüfungsauftrags ........................................................................ 27 
13.2.  Nachtragsprüfung ................................................................................................ 27 
13.3.  Widerruf des Bestätigungsvermerks .................................................................... 28 
13.4.  Aufschiebende Bedingung ................................................................................... 29 
13.5.  Zusammengefasster Bestätigungsvermerk ......................................................... 30 
13.6.  Gemeinschaftsprüfungen ..................................................................................... 30 
14.  Verwendung des Bestätigungsvermerks....................................................................... 30 
Anwendungshinweise und sonstige Erläuterungen................................................................ 31 
Anlage: Beispiele für Bestätigungsvermerke .......................................................................... 51 

Einleitung
1. Anwendungsbereich
1 Das Institut der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e.V. (IDW) legt in diesem IDW
Prüfungsstandard die Berufsauffassung dar, nach der Wirtschaftsprüfer als
Abschlussprüfer unbeschadet ihrer Eigenverantwortlichkeit Prüfungsurteile zum
Abschluss und – sofern einschlägig – zum Lagebericht und zu sonstigen
Prüfungsgegenständen bilden. Dieser IDW Prüfungsstandard behandelt außerdem
Form und Inhalt des Bestätigungsvermerks, der als Ergebnis einer Abschlussprüfung
erteilt wird. Neben Zielsetzung (Abschn. 4.), Definitionen (Abschn. 5.) und

4
IDW EPS 400 n.F.

Anforderungen (Abschn. 6. – 14.) enthält dieser IDW Prüfungsstandard


Anwendungshinweise und sonstige Erläuterungen (Tz. A1 ff. und Anlage).2
2 IDW EPS 4013 behandelt die Pflicht des Abschlussprüfers, besonders wichtige
Prüfungssachverhalte im Bestätigungsvermerk mitzuteilen. IDW EPS 4054 und IDW
EPS 4065 behandeln die Auswirkungen auf Form und Inhalt des
Bestätigungsvermerks, wenn der Abschlussprüfer ein modifiziertes Prüfungsurteil
abgibt bzw. einen Hinweis zur Hervorhebung eines Sachverhalts oder einen Hinweis
auf einen sonstigen Sachverhalt in den Bestätigungsvermerk aufnimmt. IDW EPS
270 n.F.6 behandelt die Beurteilung der Einschätzung der gesetzlichen Vertreter zur
Fortführung der Unternehmenstätigkeit einschließlich der damit
zusammenhängenden Berichterstattungspflichten im Bestätigungsvermerk. Andere
IDW Prüfungsstandards enthalten ebenfalls Anforderungen, die bei der Erteilung
eines Bestätigungsvermerks zu beachten sind.
IDW EPS 400 n.F. bildet das Rahmenkonzept und regelt die Grundlagen für den
Inhalt eines Bestätigungsvermerks mit nicht modifiziertem Prüfungsurteil. Ob und in
welcher Form das Prüfungsurteil ggf. zu modifizieren ist (d.h. einzuschränken, zu
versagen oder dessen Nichtabgabe zu erklären ist), bestimmt sich nach IDW EPS
405. Dies gilt insb. für den Fall, dass die Anwendung des
Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die
gesetzlichen Vertreter nach Auffassung des Abschlussprüfers unangemessen ist. Ist
dessen Anwendung angemessen, besteht jedoch eine wesentliche Unsicherheit im
Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, ist nach IDW EPS
270 n.F. ein besonderer Abschnitt zur Erläuterung der wesentlichen Unsicherheit in
den Bestätigungsvermerk aufzunehmen. Auch bei der Berichterstattung über
besonders wichtige Prüfungssachverhalte nach IDW EPS 401 geht eine
Modifizierung des Prüfungsurteils vor: Ist das Prüfungsurteil infolge eines
Sachverhalts bspw. einzuschränken oder zu versagen, darf dieser Sachverhalt nicht
als besonders wichtiger Prüfungssachverhalt aufgeführt werden. Auch Hinweise
dürfen in Übereinstimmung mit IDW EPS 406 in den Bestätigungsvermerk nur dann
aufgenommen werden, wenn der zugrunde liegende Sachverhalt nicht zu einer
Modifizierung des Prüfungsurteils nach IDW EPS 405, zu einer Berichterstattung über
wesentliche Unsicherheiten nach IDW EPS 270 n.F. oder zu einer Mitteilung eines
besonders wichtigen Prüfungssachverhalts nach IDW EPS 401 hätte führen müssen.
Diese Hierarchie der sich aus den IDW Prüfungsstandards ergebenden

2
Die Anwendungshinweise und sonstigen Erläuterungen (einschließlich Anlage) enthalten weiterführende
Hinweise zu den Anforderungen dieses Standards sowie zu deren Umsetzung. Insbesondere können sie
a) genauer erläutern, was eine Anforderung bedeuten oder abdecken soll,
b) Beispiele für Prüfungshandlungen enthalten, die unter den gegebenen Umständen geeignet sein können.
Obwohl solche erläuternden Hinweise keine Anforderungen darstellen, sind sie für die richtige Anwendung der
Anforderungen dieses IDW Prüfungsstandards relevant.
3
Vgl. Entwurf eines IDW Prüfungsstandards: Mitteilung besonders wichtiger Prüfungssachverhalte im
Bestätigungsvermerk (IDW EPS 401) (Stand: 14.12.2016).
4
Vgl. Entwurf eines IDW Prüfungsstandards: Modifizierungen des Prüfungsurteils im Bestätigungsvermerk (IDW
EPS 405) (wird derzeit entwickelt).
5
Vgl. Entwurf eines IDW Prüfungsstandards: Hinweise im Bestätigungsvermerk (IDW EPS 406) (wird derzeit
entwickelt).
6
Vgl. Entwurf einer Neufassung des IDW Prüfungsstandards: Die Beurteilung der Fortführung der
Unternehmenstätigkeit im Rahmen der Abschlussprüfung (IDW EPS 270 n.F.) (wird derzeit entwickelt).

5
IDW EPS 400 n.F.

Berichterstattungserfordernisse im Bestätigungsvermerk wird durch das nachfolgende


Schaubild verdeutlicht:

IDW PS 400 n.F. Bestätigungsvermerk – Rahmenkonzept und Grundlagen

IDW PS 405 Modifizierungen des Prüfungsurteils

IDW PS 270 n.F. Fortführung der Unternehmenstätigkeit

IDW PS 401 Besonders wichtige Prüfungssachverhalte

IDW PS 406 Hinweise

IDW PS 400 n.F. Bestätigungsvermerk – Rahmenkonzept und Grundlagen

3 Dieser IDW Prüfungsstandard gilt für die Prüfung eines (vollständigen) Abschlusses
für allgemeine Zwecke (gesetzliche Abschlussprüfungen nach den §§ 316 ff. HGB
sowie andere gesetzliche und freiwillige Abschlussprüfungen, die diesen Prüfungen
nach Art und Umfang entsprechen). Die Grundsätze dieses IDW Prüfungsstandards
gelten auch, wenn im Zusammenhang mit gesetzlichen Abschlussprüfungen über
sonstige Prüfungsgegenstände im Bestätigungsvermerk zu berichten ist. IDW PS
4807 behandelt die Prüfung von Abschlüssen, die nach
Rechnungslegungsgrundsätzen für einen speziellen Zweck aufgestellt wurden. IDW
PS 4908 behandelt die Prüfung von Finanzaufstellungen oder deren Bestandteilen.
Dieser IDW Prüfungsstandard gilt auch für Prüfungen, bei denen IDW PS 480 bzw.
IDW PS 490 anzuwenden sind.
4 Wirtschaftszweigspezifische und sonstige Besonderheiten, die im Einzelfall zu
berücksichtigen sind, bleiben in diesem IDW Prüfungsstandard außer Betracht.
5 Die Anforderungen des IDW PS 400 n.F. zielen darauf ab, ein angemessenes
Gleichgewicht zwischen dem Bedürfnis nach Einheitlichkeit und Vergleichbarkeit von
Bestätigungsvermerken zu erreichen, und entsprechen dem Bedürfnis nach einer
Erhöhung des Werts von Bestätigungsvermerken, indem die im Bestätigungsvermerk
vermittelten Informationen für die Adressaten relevanter gemacht werden.

7
Vgl. IDW Prüfungsstandard: Prüfung von Abschlüssen, die nach Rechnungslegungsgrundsätzen für einen
speziellen Zweck aufgestellt wurden (IDW PS 480) (Stand: 28.11.2014).
8
Vgl. IDW Prüfungsstandard: Prüfung von Finanzaufstellungen oder deren Bestandteilen (IDW PS 490) (Stand:
28.11.2014).

6
IDW EPS 400 n.F.

2. Übereinstimmung mit den International Standards on Auditing (ISA)


6 Dieser IDW Prüfungsstandard setzt ISA 700 (Revised)9 unter Berücksichtigung der
deutschen gesetzlichen Besonderheiten sowie der Regelungen der EU-
Abschlussprüferverordnung10 (im Folgenden EU-APrVO11) um.
Gemäß ISA 700 (Revised).31 muss der Abschlussprüfer das Recht haben,
besonders wichtige Prüfungssachverhalte im Bestätigungsvermerk mitzuteilen, selbst
wenn die Mitteilung von besonders wichtigen Prüfungssachverhalten weder von den
ISA noch vom nationalen Recht gefordert wird. Der Mitteilung von besonders
wichtigen Prüfungssachverhalten im Bestätigungsvermerk steht in diesen Fällen nach
deutschem Recht die Verschwiegenheitsverpflichtung entgegen. Daher wurde keine
entsprechende Regelung in diesen IDW Prüfungsstandard aufgenommen. Auch IDW
PS 22012 regelt nicht, dass sich der Abschlussprüfer das nach ISA 700 (Revised).31
i.V.m. ISA 210.A23a13 erforderliche Recht einräumen lassen muss.14
In Abweichung von ISA 700 (Revised).30 sieht dieser IDW Prüfungsstandard die
Pflicht zur Mitteilung von besonders wichtigen Prüfungssachverhalten im
Bestätigungsvermerk nicht für Abschlussprüfungen kapitalmarktnotierter
15
Unternehmen („listed entities“ i.S.v. ISA 220.7 (g) ) vor, sondern für
Abschlussprüfungen bei Unternehmen von öffentlichem Interesse i.S.d. § 319a Abs. 1
Satz 1 HGB (nachfolgend kurz „PIE“) vor. Gleiches gilt für die Anforderung in ISA 700
(Revised).45, nach der der Name des für die Prüfung verantwortlichen
Wirtschaftsprüfers nur für kapitalmarktnotierte Unternehmen, nach diesem IDW
Prüfungsstandard indes für alle PIE anzugeben ist. Die Erleichterungen nach ISA 700
(Revised).45, den Namen des für die Prüfung verantwortlichen Wirtschaftsprüfers
nicht in den Bestätigungsvermerk aufzunehmen, ist nach § 322 Abs. 7 HGB in
Deutschland nicht einschlägig.
Bei ergänzender Anwendung der ISA ist darüber hinaus die Definition eines
kapitalmarktnotierten Unternehmens („listed entity“ i.S.v. ISA 220) anzuwenden.

3. Anwendungszeitpunkt
7 Der IDW Prüfungsstandard gilt für die Prüfung von Abschlüssen für
Berichtszeiträume, die am oder nach dem 15.12.2017 enden. Für die gesetzliche

9
ISA 700 (Revised) „Forming an Opinion and Reporting on Financial Statements“ (Stand: Januar 2015).
10
Verordnung (EU) Nr. 537/2014 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. April 2014 über
spezifische Anforderungen an die Abschlussprüfung bei Unternehmen von öffentlichem Interesse und zur
Aufhebung des Beschlusses 2005/909/EG der Kommission, ABl. EU Nr. L 158 vom 27.05.2014, S. 77; L 170
vom 11.06.2014, S. 66.
11
Die EU-APrVO gilt für Jahres- und Konzernabschlüsse (vgl. Artikel 1 EU-APrVO).
12
Vgl. IDW Prüfungsstandard: Beauftragung des Abschlussprüfers (IDW PS 220) (Stand: 09.09.2009).
13
ISA 210 „Agreeing the Terms of Audit Engagements“ (Stand: Januar 2015).
14
Vgl. IDW EPS 401, Tz. 6 und A10.
15
ISA 220 „Quality Control for an Audit of Financial Statements”, Handbook of International Quality Control,
Auditing, Review, Other Assurance, and Related Services Pronouncements, IFAC 2015, S. 131.

7
IDW EPS 400 n.F.

Prüfung von Abschlüssen von PIE gilt dieser IDW Prüfungsstandard bereits für
Berichtszeiträume, die nach dem 16.06.2016 beginnen.16
4. Zielsetzung
8 Die Zielsetzung des Abschlussprüfers ist,
a) auf der Grundlage der Beurteilung der aus den erlangten Prüfungsnachweisen
gezogenen Schlussfolgerungen Prüfungsurteile zum Abschluss und – sofern
einschlägig – zum Lagebericht bzw. zu sonstigen Prüfungsgegenständen zu
bilden und
b) diese Prüfungsurteile durch einen Bestätigungsvermerk schriftlich klar zum
Ausdruck zu bringen.

5. Definitionen
9 Die folgenden Begriffe haben für Zwecke dieses IDW Prüfungsstandards die
nachstehende Bedeutung:
a) Abschluss für allgemeine Zwecke: Abschluss, der nach
Rechnungslegungsgrundsätzen für allgemeine Zwecke aufgestellt wurde, auch
wenn dies aufgrund eines besonderen Anlasses erfolgte.17
b) Finanzaufstellung: Eine strukturierte Darstellung vergangenheitsorientierter
Finanzinformationen (einschließlich der dazugehörigen erläuternden Angaben).
Finanzaufstellungen informieren unter Beachtung der maßgebenden
Rechnungslegungsgrundsätze über die wirtschaftlichen Ressourcen oder
Verpflichtungen eines Unternehmens zu einem bestimmten Zeitpunkt bzw. über
deren Veränderungen in einem bestimmten Zeitraum (vgl. Tz. A1).
c) Lagebericht: Lagebericht nach § 289 HGB bzw. Konzernlagebericht nach § 315
HGB.
d) Maßgebende Rechnungslegungsgrundsätze: Die von den gesetzlichen Vertretern
bei der Aufstellung des Abschlusses und Lageberichts gewählten
Rechnungslegungsgrundsätze, die angesichts der Rechtsform, Größe und
Geschäftstätigkeit des Unternehmens sowie des mit dem Abschluss und
Lagebericht verfolgten Zwecks vertretbar sind oder durch einen Standardsetter
oder Rechtsvorschriften vorgeschrieben werden (vgl. Tz. A2). Für Abschlüsse
wird unterschieden zwischen:
a. Rechnungslegungsgrundsätze zur sachgerechten Gesamtdarstellung18 (bei
gesetzlichen Prüfungen von Abschlüssen nach HGB und IFRS: „Vermittlung
eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der
Vermögens-, Finanz- und Ertragslage“): Rechnungslegungsgrundsätze, die
(vgl. Tz. A3–A4)

16
Für eine frühere Anwendung vgl. IDW Prüfungsstandard: Rechnungslegungs- und Prüfungsgrundsätze für die
Abschlussprüfung (IDW PS 201) (Stand: 05.03.2015), Tz. 31 a Satz 2.
17
Vgl. IDW PS 480, Tz. 12 d).
18
In den ISA: „Regelwerk zur sachgerechten Gesamtdarstellung“.

8
IDW EPS 400 n.F.

i. explizit oder implizit über die konkreten Bestimmungen der


Rechnungslegungsgrundsätze hinausgehende Angaben im Abschluss
fordern, wenn sonst keine sachgerechte Gesamtdarstellung durch den
Abschluss erreicht wird,
oder
ii. explizit eine Abweichung von diesen Grundsätzen fordern, wenn sonst
in äußerst seltenen Fällen keine sachgerechte Gesamtdarstellung
durch den Abschluss erreicht wird.
b. Rechnungslegungsgrundsätze zur Ordnungsmäßigkeit:19
Rechnungslegungsgrundsätze, die nicht mindestens eine der in den
vorstehenden Punkten (i) und (ii) genannten Anforderungen enthalten (vgl.
Tz. A5).20
e) Nicht modifiziertes Prüfungsurteil: Ein Prüfungsurteil, das der Abschlussprüfer
abgibt, wenn er zu dem Schluss gelangt, dass der Abschluss oder der
Lagebericht in allen wesentlichen Belangen in Übereinstimmung mit den
maßgebenden Rechnungslegungsgrundsätzen aufgestellt ist bzw. ein sonstiger
rechtlich vorgeschriebener Prüfungsgegenstand den maßgebenden gesetzlichen
Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht.21
f) Rechnungslegungsgrundsätze für allgemeine Zwecke:
Rechnungslegungsgrundsätze, die den gemeinsamen Informationsbedürfnissen
einer Vielzahl von unterschiedlichen Adressatengruppen dienen.22
g) Sonstige Prüfungsgegenstände: Informationen bzw. Sachverhalte (über die im
Abschluss und Lagebericht enthaltenen hinaus), zu denen nach gesetzlichen
Vorschriften im Bestätigungsvermerk ein gesondertes Prüfungsurteil abzugeben
oder über die im Prüfungsbericht zu berichten ist.
10 Für die Zwecke dieses IDW Prüfungsstandards umfasst der Begriff „Unternehmen“
nicht nur Unternehmen im rechtlichen Sinne, sondern auch Konzerne und andere
Einheiten (vgl. Tz. A6).
11 Mit dem Begriff „Abschluss“ ist in diesem IDW Prüfungsstandard ein (vollständiger)
Abschluss für allgemeine Zwecke einschließlich der damit zusammenhängenden
Angaben gemeint. Die Anforderungen der maßgebenden
Rechnungslegungsgrundsätze legen Form und Inhalt des Abschlusses sowie die
Bestandteile eines Abschlusses fest. Die Angaben zum Abschluss enthalten i.d.R.
eine Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden und andere
erläuternde Informationen.

19
In den ISA: „Regelwerk zur Normentsprechung“.
20
Vgl. IDW PS 480, Tz. 12 h).
21
In Tz. 36–37, 39 und 61–62 werden die Formulierungen behandelt, die bei Rechnungslegungsgrundsätzen zur
sachgerechten Gesamtdarstellung bzw. bei Rechnungslegungsgrundsätzen zur Ordnungsmäßigkeit verwendet
werden, um dieses Prüfungsurteil auszudrücken.
22
Vgl. IDW PS 480, Tz. 12 f).

9
IDW EPS 400 n.F.

Anforderungen
6. Bildung eines Prüfungsurteils zum Abschluss
12 Der Abschlussprüfer muss sich ein Prüfungsurteil zum Abschluss bilden.
13 Um dieses Prüfungsurteil zu bilden, muss der Abschlussprüfer zu dem Schluss
kommen, ob hinreichende Sicherheit darüber erlangt wurde, ob der Abschluss als
Ganzes frei von – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – wesentlichen falschen
Angaben ist. Dabei ist Folgendes zu berücksichtigen:
a) die vom Abschlussprüfer in Übereinstimmung mit IDW PS 261 n.F. gezogene
Schlussfolgerung darüber, ob ausreichende und angemessene
23
Prüfungsnachweise erlangt wurden,
b) die vom Abschlussprüfer in Übereinstimmung mit IDW PS 250 n.F. gezogene
Schlussfolgerung darüber, ob nicht korrigierte falsche Angaben einzeln oder
insgesamt wesentlich sind24, und
c) die nach den Tz. 14–17 erforderlichen Beurteilungen.
14 Der Abschlussprüfer muss beurteilen, ob der Abschluss in allen wesentlichen
Belangen in Übereinstimmung mit den Anforderungen der maßgebenden
Rechnungslegungsgrundsätze aufgestellt ist.25 Diese Beurteilung muss die
qualitativen Aspekte der Anwendung der Rechnungslegungsmethoden des
Unternehmens berücksichtigen, einschließlich Anzeichen für eine einseitige
Ermessensausübung der gesetzlichen Vertreter (vgl. Tz. A7–A9).
15 Insbesondere muss der Abschlussprüfer beurteilen, ob unter Berücksichtigung der
Anforderungen der maßgebenden Rechnungslegungsgrundsätze
a) die ausgewählten und angewandten bedeutsamen Rechnungslegungsmethoden
im Abschluss angemessen angegeben sind (vgl. Tz. A9);
b) die ausgewählten und angewandten Rechnungslegungsmethoden mit den
maßgebenden Rechnungslegungsgrundsätzen in Einklang stehen und
angemessen sind;
c) die von den gesetzlichen Vertretern ermittelten geschätzten Werte in der
Rechnungslegung vertretbar sind;
d) die im Abschluss dargestellten Informationen relevant, verlässlich, vergleichbar
und verständlich sind;
e) der Abschluss angemessene Angaben liefert, damit die vorgesehenen
Adressaten die Auswirkungen von wesentlichen Geschäftsvorfällen und
Ereignissen auf die im Abschluss vermittelten Informationen verstehen können,
und

23
IDW Prüfungsstandard: Feststellung und Beurteilung von Fehlerrisiken und Reaktionen des Abschlussprüfers
auf die beurteilten Risiken (IDW PS 261 n.F.) (Stand: 14.06.2016).
24
Vgl. IDW Prüfungsstandard: Wesentlichkeit im Rahmen der Abschlussprüfung (IDW PS 250 n.F.) (Stand:
12.12.2012).
25
In den Tz. 36–37 und 39 werden die Formulierungen behandelt, die bei Rechnungslegungsgrundsätzen zur
sachgerechten Gesamtdarstellung bzw. bei Rechnungslegungsgrundsätzen zur Ordnungsmäßigkeit verwendet
werden, um dieses Prüfungsurteil auszudrücken.

10
IDW EPS 400 n.F.

f) die im Abschluss verwendete Terminologie, einschließlich der Bezeichnung der


einzelnen Finanzaufstellungen, angemessen ist.
16 Wenn der Abschluss in Übereinstimmung mit Rechnungslegungsgrundsätzen zur
sachgerechten Gesamtdarstellung aufgestellt ist, muss die nach den Tz. 14–15
erforderliche Beurteilung auch umfassen, ob der Abschluss eine sachgerechte
Gesamtdarstellung erreicht. Die Beurteilung, ob mit dem Abschluss eine
sachgerechte Gesamtdarstellung erreicht wird, erstreckt sich auf folgende Aspekte:
 die Darstellung des Abschlusses insgesamt sowie Inhalt und Aufbau des
Abschlusses, einschließlich der damit zusammenhängenden Angaben, und
 die sachgerechte Gesamtdarstellung der zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle
und Ereignisse.
17 Der Abschlussprüfer muss beurteilen, ob der Abschluss die maßgebenden
Rechnungslegungsgrundsätze angemessen benennt oder beschreibt (vgl. Tz. A11–
A12).
18 Wenn die gesetzlichen Vertreter ergänzend zu den von den maßgebenden
Rechnungslegungsgrundsätzen geforderten Rechnungslegungsbestandteilen
Angaben zu den Finanzaufstellungen, eine Kapitalflussrechnung, eine
Eigenkapitalveränderungsrechnung oder eine Segmentberichterstattung als
Bestandteil des Abschlusses freiwillig unter vollständiger Beachtung der
maßgebenden Rechnungslegungsgrundsätze aufgestellt haben und der
Abschlussprüfer beauftragt wird, einen dieser zusätzlichen
Rechnungslegungsbestandteile zu prüfen, hat sich der Bestätigungsvermerk auch
darauf zu erstrecken.

7. Bildung eines Prüfungsurteils zum Lagebericht bzw. zu sonstigen


Prüfungsgegenständen
19 In Bezug auf den Lagebericht muss sich der Abschlussprüfer unter Beachtung des
IDW EPS 350 n.F.26 ein Prüfungsurteil darüber bilden, ob dieser in allen wesentlichen
Belangen in Übereinstimmung mit den maßgebenden
Rechnungslegungsgrundsätzen aufgestellt ist; das heißt, ob
a) der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Unternehmens
vermittelt sowie
b) der Lagebericht in allen wesentlichen Belangen:
i) mit dem Abschluss in Einklang steht
ii) den gesetzlichen Vorschriften entspricht und
iii) die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt.
20 Wenn die gesetzlichen Vertreter ohne gesetzliche Verpflichtung einen Lagebericht
freiwillig unter vollständiger Beachtung der maßgebenden

26
Vgl. Entwurf einer Neufassung des IDW Prüfungsstandards: Prüfung des Lageberichts im Rahmen der
Abschlussprüfung (IDW EPS 350 n.F.) (Stand: 13.01.2016).

11
IDW EPS 400 n.F.

Rechnungslegungsgrundsätze aufgestellt haben und der Abschlussprüfer beauftragt


wird, diesen zu prüfen, hat sich der Bestätigungsvermerk auch darauf zu erstrecken.
21 In Bezug auf sonstige Prüfungsgegenstände muss sich der Abschlussprüfer ein
Prüfungsurteil darüber bilden, ob diese in allen wesentlichen Belangen den
maßgebenden gesetzlichen Vorschriften entsprechen.
22 Prüfungsurteile zu sonstigen Prüfungsgegenständen dürfen in den
Bestätigungsvermerk nur dann aufgenommen werden, wenn eine Rechtsnorm dies
vorsieht. Sehen gesetzliche Vorschriften eine Erweiterung des Prüfungsgegenstands,
nicht aber die Aufnahme eines Prüfungsurteils darüber im Bestätigungsvermerk vor,
trifft der Abschlussprüfer die Prüfungsaussagen ausschließlich im Prüfungsbericht
nach IDW EPS 450 n.F.27

8. Art des Prüfungsurteils zum Abschluss


23 Der Abschlussprüfer muss ein nicht modifiziertes Prüfungsurteil zum Abschluss
abgeben, wenn er zu dem Schluss gelangt, dass der Abschluss in allen wesentlichen
Belangen in Übereinstimmung mit den maßgebenden
Rechnungslegungsgrundsätzen aufgestellt ist.
24 Wenn der Abschlussprüfer
a) auf der Grundlage der erhaltenen Prüfungsnachweise zu dem Schluss gelangt,
dass der Abschluss als Ganzes nicht frei von wesentlichen falschen Angaben ist,
oder
b) nicht in der Lage ist, ausreichende und angemessene Prüfungsnachweise zu
erhalten, um zu der Schlussfolgerung zu gelangen, dass der Abschluss als
Ganzes frei von wesentlichen falschen Angaben ist,
muss er das Prüfungsurteil zum Abschluss im Bestätigungsvermerk in
Übereinstimmung mit IDW EPS 405 modifizieren.
25 Wenn ein Abschluss, der in Übereinstimmung mit den Anforderungen von
Rechnungslegungsgrundsätzen zur sachgerechten Gesamtdarstellung aufgestellt ist,
gleichwohl keine sachgerechte Gesamtdarstellung erreicht, muss der
Abschlussprüfer den Sachverhalt mit den gesetzlichen Vertretern erörtern und je
nach den Anforderungen der maßgebenden Rechnungslegungsgrundsätze und je
nachdem, wie der Sachverhalt geklärt wird, entscheiden, ob es erforderlich ist, das
Prüfungsurteil zum Abschluss im Bestätigungsvermerk in Übereinstimmung mit IDW
EPS 405 zu modifizieren (vgl. Tz. A13).
26 Wenn der Abschluss in Übereinstimmung mit Rechnungslegungsgrundsätzen zur
Ordnungsmäßigkeit aufgestellt ist, ist der Abschlussprüfer nicht zur Beurteilung
verpflichtet, ob der Abschluss eine sachgerechte Gesamtdarstellung erreicht. Wenn
der Abschlussprüfer zu dem Schluss gelangt, dass der Abschluss irreführend ist,
muss der Abschlussprüfer den Sachverhalt mit den gesetzlichen Vertretern erörtern

27
Vgl. Entwurf einer Neufassung des IDW Prüfungsstandards: Grundsätze ordnungsmäßiger Erstellung von
Prüfungsberichten (IDW EPS 450 n.F.) (Stand: 14.12.2016).

12
IDW EPS 400 n.F.

und muss je nachdem, wie dieser geklärt wird, entscheiden, ob und wie dies im
Bestätigungsvermerk mitzuteilen ist (vgl. Tz. A14).

9. Art des Prüfungsurteils zum Lagebericht bzw. zu sonstigen


Prüfungsgegenständen
27 Der Abschlussprüfer muss ein nicht modifiziertes Prüfungsurteil zum Lagebericht
abgeben, wenn er zu dem Schluss gelangt, dass der Lagebericht in allen
wesentlichen Belangen in Übereinstimmung mit den maßgebenden
Rechnungslegungsgrundsätzen, wie in Tz. 19 beschrieben, aufgestellt ist.
28 Wenn der Abschlussprüfer
a) auf der Grundlage der erhaltenen Prüfungsnachweise zu dem Schluss gelangt,
dass der Lagebericht nicht in allen wesentlichen Belangen in Übereinstimmung
mit den maßgebenden Rechnungslegungsgrundsätzen, wie in Tz. 19
beschrieben, aufgestellt ist, oder
b) nicht in der Lage ist, ausreichende und angemessene Prüfungsnachweise zu
erhalten, um zu der Schlussfolgerung zu gelangen, dass der Lagebericht in allen
wesentlichen Belangen in Übereinstimmung mit den maßgebenden
Rechnungslegungsgrundsätzen, wie in Tz. 19 beschrieben, aufgestellt ist,
muss er das Prüfungsurteil zum Lagebericht im Bestätigungsvermerk in
Übereinstimmung mit IDW EPS 405 modifizieren.
29 Wenn der Abschlussprüfer zu dem Schluss gelangt, dass der Lagebericht nicht in
allen wesentlichen Belangen in Übereinstimmung mit den maßgebenden
Rechnungslegungsgrundsätzen, wie in Tz. 19 beschrieben, aufgestellt ist, muss der
Abschlussprüfer den Sachverhalt mit den gesetzlichen Vertretern erörtern und muss
je nachdem, wie dieser geklärt wird, entscheiden, ob es erforderlich ist, das
Prüfungsurteil zum Lagebericht im Bestätigungsvermerk in Übereinstimmung mit IDW
EPS 405 zu modifizieren.
30 Entsprechendes gilt für die Art des Prüfungsurteils zu sonstigen
Prüfungsgegenständen.

10. Aufbau und Bestandteile des Bestätigungsvermerks


31 Der Bestätigungsvermerk bedarf der Schriftform (vgl. Tz. A15–A17).

10.1. Überschrift
32 Der Bestätigungsvermerk muss die Überschrift „Bestätigungsvermerk des
unabhängigen Abschlussprüfers“ tragen (vgl. Tz. A18).

10.2. Empfänger
33 Der Bestätigungsvermerk ist zu adressieren (vgl. Tz. A19).

13
IDW EPS 400 n.F.

10.3. Vermerk über die Prüfung des Abschlusses


10.3.1. Prüfungsurteil zum Abschluss
34 Der erste Abschnitt des Vermerks über die Prüfung des Abschlusses muss das
Prüfungsurteil enthalten und mit der Überschrift „Prüfungsurteil zum Abschluss“
versehen sein.
35 Der Abschlussprüfer muss in dem Abschnitt „Prüfungsurteil“ im Vermerk über die
Prüfung des Abschlusses außerdem
a) das Unternehmen nennen, dessen Abschluss geprüft wurde,
b) erklären, dass der Abschluss geprüft wurde,
c) die Bezeichnungen der einzelnen Finanzaufstellungen nennen, aus denen der
Abschluss besteht (vgl. Tz. A20),
d) auf die Angaben zu den Finanzaufstellungen einschließlich … [für HGB-
Abschlüsse: der dort dargestellten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden / für
IFRS-Abschlüsse: der Zusammenfassung der bedeutsamen
Rechnungslegungsmethoden] hinweisen, und
e) den Stichtag bzw. den Berichtszeitraum der einzelnen Finanzaufstellungen
angeben, aus denen der Abschluss besteht (vgl. Tz. A21).
36 Wenn der Abschlussprüfer ein nicht modifiziertes Prüfungsurteil zu einem Abschluss
abgibt, der in Übereinstimmung mit Rechnungslegungsgrundsätzen zur
sachgerechten Gesamtdarstellung aufgestellt ist, muss das Prüfungsurteil lauten:
„Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 zweiter Halbsatz HGB erklären wir, dass nach unserer
Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse der beigefügte
… [Jahres- / Konzernabschluss] in allen wesentlichen Belangen den … [maßgebende
Rechnungslegungsgrundsätze] entspricht und unter Beachtung der [maßgebende
Vorschriften] ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der
Vermögens- und Finanzlage … [der Gesellschaft / des Konzerns] zum … [Datum]
sowie … [ihrer / seiner] Ertragslage für das Geschäftsjahr vom … [Datum] bis zum …
[Datum] vermittelt“ (vgl. Tz. A22–A33).
37 Wenn der Abschlussprüfer ein nicht modifiziertes Prüfungsurteil zu einem Abschluss
abgibt, der in Übereinstimmung mit Rechnungslegungsgrundsätzen zur
Ordnungsmäßigkeit aufgestellt ist, muss das Prüfungsurteil lauten:
„Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 zweiter Halbsatz HGB erklären wir, dass nach unserer
Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse der beigefügte
… [Jahres- / Konzernabschluss] in allen wesentlichen Belangen den … [maßgebende
Rechnungslegungsgrundsätze] entspricht.“ (vgl. Tz. A30–A33).
38 Wenn es sich bei den maßgebenden Rechnungslegungsgrundsätzen, auf die im
Prüfungsurteil Bezug genommen wird, nicht um die vom International Accounting
Standards Board herausgegebenen IFRS oder die vom International Public Sector
Accounting Standards Board herausgegebenen IPSAS handelt, ist im Prüfungsurteil

14
IDW EPS 400 n.F.

zum Abschluss der Rechtsraum zu nennen, aus dem die


Rechnungslegungsgrundsätze stammen.
39 Wenn der Abschlussprüfer ein nicht modifiziertes Prüfungsurteil zum Abschluss
abgibt, hat das Prüfungsurteil außerdem folgende weitere Aussage zu enthalten:
„Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 erster Halbsatz HGB erklären wir, dass unsere Prüfung
zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des … [Jahres- /
Konzernabschlusses] geführt hat.“

10.3.2. Grundlage für das Prüfungsurteil zum Abschluss


40 Der Vermerk über die Prüfung des Abschlusses muss unmittelbar nach dem
Abschnitt „Prüfungsurteil zum Abschluss“ einen Abschnitt mit der Überschrift
„Grundlage für das Prüfungsurteil zum Abschluss“ enthalten, in dem der
Abschlussprüfer (vgl. Tz. A34)
a) erklärt, dass die Prüfung in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der
vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze
ordnungsmäßiger Abschlussprüfung [sowie unter ergänzender Beachtung der
International Standards on Auditing (ISA)] durchgeführt wurde,
b) auf den Abschnitt im Bestätigungsvermerk hinweist, der die Verantwortung des
Abschlussprüfers gemäß diesen Vorschriften und Grundsätzen [sowie
ergänzenden Standards] weiter beschreibt,
c) erklärt, dass er in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und
berufsrechtlichen Vorschriften von dem Unternehmen unabhängig ist und die
sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen
Anforderungen erfüllt (vgl. Tz. A35–A37), und
d) erklärt, dass er der Auffassung ist, dass die erlangten Prüfungsnachweise
ausreichend und angemessen sind, um als Grundlage für das Prüfungsurteil zu
dienen.
41 Falls die Anforderungen der EU-APrVO zu beachten sind, hat die Erklärung nach Tz.
40 a) auch die EU-APrVO einzubeziehen. Gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-
APrVO hat der Abschlussprüfer des Weiteren in diesem Abschnitt zu erklären, dass
er keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO
erbracht hat und bei der Durchführung der Abschlussprüfung seine Unabhängigkeit
von dem Unternehmen gewahrt hat (vgl. Tz. A35).

10.3.3. Wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit der Fortführung der


Unternehmenstätigkeit
42 Der Abschlussprüfer muss für die ggf. erforderliche Berichterstattung im Vermerk
über die Prüfung des Abschlusses im Zusammenhang mit wesentlichen
Unsicherheiten über die Fortführung der Unternehmenstätigkeit (§ 322 Abs. 2 Satz 3
HGB) IDW EPS 270 n.F. beachten (vgl. Tz. A38). Wenn das Unternehmen

15
IDW EPS 400 n.F.

diesbezügliche Angaben im Lagebericht vorgenommen hat, genügt ein Verweis auf


den Hinweis im Vermerk über die Prüfung des Lageberichts.
10.3.4. Besonders wichtige Prüfungssachverhalte
43 Bei gesetzlichen Prüfungen eines Abschlusses für allgemeine Zwecke von PIE
verpflichtet Artikel 10 Abs. 2 Buchst. c) EU-APrVO den Abschlussprüfer, eine
Beschreibung der bedeutsamsten beurteilten Risiken wesentlicher falscher
Darstellungen, die auch als besonders wichtige Prüfungssachverhalte bezeichnet
werden, im Bestätigungsvermerk darzulegen. Diese Berichterstattung muss der
Abschlussprüfer in Übereinstimmung mit IDW EPS 401 vornehmen (vgl. Tz. A39).
44 Wenn der Abschlussprüfer außerhalb der Anwendung der Tz. 43 aufgrund einer
ausdrücklichen schriftlichen Vereinbarung mit dem Unternehmen verpflichtet ist,
besonders wichtige Prüfungssachverhalte im Bestätigungsvermerk mitzuteilen, muss
er dies in Übereinstimmung mit IDW EPS 401 vornehmen (vgl. Tz. A39 f.).

10.3.5. Zusätzliche Informationen


45 Sofern einschlägig hat der Abschlussprüfer im Bestätigungsvermerk über zusätzliche
Informationen, die im Zusammenhang mit dem Abschluss und Lagebericht
weitergegeben werden in Übereinstimmung mit IDW EPS 202 n.F.28 i.V.m. IDW EPS
406 zu berichten.

10.3.6. Verantwortung für den Abschluss


46 Der Bestätigungsvermerk muss einen Abschnitt mit der Überschrift „Verantwortung
[…] für den Abschluss“ enthalten (vgl. Tz. A41).
47 Dieser Abschnitt im Bestätigungsvermerk beschreibt die Verantwortung der
gesetzlichen Vertreter für (vgl. Tz. A41–A44)
a) die Aufstellung des Abschlusses in Übereinstimmung mit den maßgebenden
Rechnungslegungsgrundsätzen und für solche internen Kontrollen, die die
gesetzlichen Vertreter … [für HGB-Abschlüsse: in Übereinstimmung mit den
Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben / für
IFRS-Abschlüsse: als notwendig bestimmt haben29], um die Aufstellung eines
Abschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen – beabsichtigten oder
unbeabsichtigten – falschen Angaben ist (vgl. Tz. A41), und
b) die Beurteilung der Fähigkeit des Unternehmens zur Fortführung der
Unternehmenstätigkeit30 und, ob die Anwendung des
Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit
angemessen ist, sowie – sofern einschlägig – die Angabe von Sachverhalten im

28
Vgl. Neufassung des IDW Prüfungsstandards: Die Verantwortung des Abschlussprüfers im Zusammenhang mit
zusätzlichen Informationen (IDW EPS 202 n.F.) (wird derzeit entwickelt).
29
Vgl. in diesem Zusammenhang auch IDW Stellungnahme zur Rechnungslegung: Anforderungen an die
Ordnungsmäßigkeit und Sicherheit IT-gestützter Konsolidierungsprozesse (IDW RS FAIT 4) (Stand:
08.08.2012).
30
Vgl. IDW EPS 270 n.F.

16
IDW EPS 400 n.F.

Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit. Die Erläuterung


der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für diese Beurteilung muss eine
Beschreibung enthalten, unter welchen Voraussetzungen die Anwendung des
Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit
angemessen ist.
48 In diesem Abschnitt des Bestätigungsvermerks muss neben den für die Aufstellung
Verantwortlichen auch das für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses
zur Aufstellung des Abschlusses verantwortliche Aufsichtsorgan genannt werden, es
sei denn, es besteht Personenidentität. Liegt keine Personenidentität vor, muss sich
die Überschrift dieses Abschnitts auch auf „das Aufsichtsorgan“ beziehen (vgl. Tz.
A45–A46).
49 Wenn der Abschluss in Übereinstimmung mit Rechnungslegungsgrundsätzen zur
sachgerechten Gesamtdarstellung aufgestellt ist, muss sich die im Vermerk über die
Prüfung des Abschlusses enthaltene Beschreibung der Verantwortung für den
Abschluss, in Abhängigkeit von den gegebenen Umständen, auf „die Aufstellung und
sachgerechte Gesamtdarstellung dieses Abschlusses“ oder auf „die Aufstellung eines
Abschlusses und dafür, dass dieser ein den tatsächlichen Verhältnissen
entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage vermittelt“ beziehen
(vgl. Tz. A2).

10.3.7. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Abschlusses


50 Der Vermerk über die Prüfung des Abschlusses muss einen Abschnitt mit der
Überschrift „Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Abschlusses“
enthalten.
51 Der Abschlussprüfer muss in diesem Abschnitt des Vermerks über die Prüfung des
Abschlusses (vgl. Tz. A47)
a) erklären, dass die Zielsetzung des Abschlussprüfers ist,
i) hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Abschluss als
Ganzes frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten –
falschen Angaben ist, und
ii) einen Vermerk zu erteilen, der das Prüfungsurteil zum Abschluss
beinhaltet.
b) erklären, dass hinreichende Sicherheit ein hohes Maß an Sicherheit ist, aber
keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter
Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen
Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung [sowie unter ergänzender
Beachtung der ISA] durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche
Angabe stets aufdeckt, und

17
IDW EPS 400 n.F.

c) erklären, dass falsche Angaben aus Verstößen31 oder Unrichtigkeiten32 resultieren


können, und entweder
i) beschreiben, dass sie als wesentlich angesehen werden, wenn
vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder
insgesamt die auf der Grundlage dieses Abschlusses getroffenen
wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen, oder33
ii) eine Definition oder Beschreibung der Wesentlichkeit gemäß den
maßgebenden Rechnungslegungsgrundsätzen geben (vgl. Tz. A48).
52 Der Abschlussprüfer muss in diesem Abschnitt außerdem (vgl. Tz. A47)
a) erklären, dass – als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit § 317
HGB unter Beachtung der vom IDW festgestellten deutschen Grundsätze
ordnungsmäßiger Abschlussprüfung [sowie unter ergänzender Beachtung der
ISA] – der Abschlussprüfer während der gesamten Abschlussprüfung
pflichtgemäßes Ermessen ausübt und eine kritische Grundhaltung bewahrt, und
b) eine Abschlussprüfung beschreiben, indem erklärt wird, dass die Verantwortung
des Abschlussprüfers ist,
i) die Risiken wesentlicher – beabsichtigter oder unbeabsichtigter – falscher
Angaben im Abschluss zu identifizieren und zu beurteilen,
Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken zu planen und
durchzuführen sowie Prüfungsnachweise zu erlangen, die ausreichend und
angemessen sind, um als Grundlage für das Prüfungsurteil zu dienen.
Darüber hinaus ist anzugeben, dass das Risiko, dass wesentliche falsche
Angaben nicht aufgedeckt werden, bei Verstößen höher ist als bei
Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken,
Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Angaben
bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können;
ii) ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen
Kontrollsystem zu gewinnen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter
den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel,
ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems des
Unternehmens abzugeben. In den Fällen, in denen der Abschlussprüfer
über deutsches Recht hinausgehend auch die Pflicht hat, im
Zusammenhang mit der Prüfung des Abschlusses ein Prüfungsurteil zur
Wirksamkeit des internen Kontrollsystems abzugeben, entfällt der Satzteil,
dass die Würdigung des internen Kontrollsystems durch den
Abschlussprüfer nicht das Ziel hat, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des
internen Kontrollsystems des Unternehmens abzugeben;
iii) die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten
Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den

31
In den ISA: „dolose Handlungen“.
32
In den ISA: „Irrtümer“.
33
Vgl. IDW PS 250 n.F., Tz. 5.

18
IDW EPS 400 n.F.

gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit


zusammenhängenden Angaben zu beurteilen;
iv) Schlussfolgerungen zu ziehen über die Angemessenheit der Anwendung
des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der
Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie auf der
Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche
Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten
besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Unternehmens zur
Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Darüber hinaus
ist anzugeben, dass falls der Abschlussprüfer zu dem Schluss kommt, dass
eine wesentliche Unsicherheit besteht, er verpflichtet ist, im
Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Abschluss oder
im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben
unangemessen sind, das Prüfungsurteil zu modifizieren. Des Weiteren ist
anzugeben, dass der Abschlussprüfer seine Schlussfolgerungen auf der
Grundlage der bis zum Datum des Bestätigungsvermerks erlangten
Prüfungsnachweise zieht. Ferner ist anzugeben, dass zukünftige
Ereignisse oder Gegebenheiten jedoch dazu führen können, dass ein
Unternehmen seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann;
v) falls der Abschluss nach Rechnungslegungsgrundsätzen zur
sachgerechten Gesamtdarstellung aufgestellt ist: die Gesamtdarstellung,
den Aufbau und den Inhalt des Abschlusses, einschließlich der Angaben,
zu beurteilen, sowie zu beurteilen, ob der Abschluss die zugrunde
liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass eine
sachgerechte Gesamtdarstellung erreicht wird.
c) bei Konzernabschlussprüfungen zusätzlich die Verantwortung des
Konzernabschlussprüfers beschreiben, indem erklärt wird (vgl. Tz. A49), dass
i) es die Pflicht des Konzernabschlussprüfers ist, ausreichende und
angemessene Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen
der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns
einzuholen, um ein Prüfungsurteil zum Konzernabschluss abzugeben;
ii) der Konzernabschlussprüfer für die Anleitung, Überwachung und
Durchführung der Konzernabschlussprüfung verantwortlich ist;
iii) der Konzernabschlussprüfer die alleinige Verantwortung für das
Prüfungsurteil trägt.
53 Falls die Anforderungen der EU-APrVO zu beachten sind, haben die Erklärungen
nach Tz. 51 b) und 52 b) i)) auch die EU-APrVO einzubeziehen.
54 Der Abschlussprüfer muss in dem Abschnitt „Verantwortung des Abschlussprüfers für
die Prüfung des Abschlusses“ im Vermerk über die Prüfung des Abschlusses
außerdem Folgendes erklären (vgl. Tz. A47):
a) stets: dass der Abschlussprüfer mit dem Aufsichtsorgan u.a. den geplanten
Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame
Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen

19
IDW EPS 400 n.F.

Kontrollsystem, erörtert, die der Abschlussprüfer während der Abschlussprüfung


feststellt;
b) bei Abschlussprüfungen von PIE: dass der Abschlussprüfer gegenüber dem
Aufsichtsorgan eine Erklärung abgibt, dass er die relevanten
Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten hat, und mit ihm alle Beziehungen
und sonstigen Sachverhalte erörtert, von denen vernünftigerweise angenommen
werden kann, dass sie sich auf die Unabhängigkeit des Abschlussprüfers
auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen (vgl. Tz. A50–A51);
c) bei Abschlussprüfungen von PIE und anderen Unternehmen, bei denen
besonders wichtige Prüfungssachverhalte in Übereinstimmung mit IDW EPS 401
mitgeteilt werden: dass von den Sachverhalten, die mit dem Aufsichtsorgan
erörtert werden, der Abschlussprüfer diejenigen Sachverhalte bestimmt, die für
die Prüfung des Abschlusses des aktuellen Berichtszeitraums am bedeutsamsten
waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Der
Abschlussprüfer beschreibt diese Sachverhalte im Vermerk über die Prüfung des
Abschlusses, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die
öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

10.3.8. Ort der Beschreibung der Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung
des Abschlusses
55 Die Beschreibung der Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des
Abschlusses, wie in Tz. 52–54 gefordert, muss enthalten sein (vgl. Tz. A52):
a) innerhalb des Vermerks über die Prüfung des Abschlusses,
b) innerhalb einer Anlage zum Bestätigungsvermerk, wobei in diesem Fall der
Vermerk über die Prüfung des Abschlusses einen Verweis auf die Stelle enthalten
muss, an der die Anlage zu finden ist (vgl. Tz. A53), oder
c) innerhalb des Vermerks über die Prüfung des Abschlusses durch einen
gesonderten Verweis auf die Stelle der Website des IDW, an der diese
Beschreibung zu finden ist34 (vgl. Tz. A54–A55).
56 Wenn der Abschlussprüfer sich auf eine Beschreibung der Verantwortung des
Abschlussprüfers auf der IDW Website bezieht, muss er sich vergewissern, dass
diese Beschreibung die Anforderungen in den Tz. 52–54 dieses IDW
Prüfungsstandards behandelt und zu diesen nicht in Widerspruch steht (vgl. Tz. A54).

10.4. Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen


57 Der Abschlussprüfer darf den Bestätigungsvermerk über die in den IDW
Prüfungsstandards zum Bestätigungsvermerk geregelten Grundsätze hinaus um
zusätzliche Aussagen nur dann erweitern, wenn gesetzliche Vorschriften eine solche

34
Ob die Offenlegung des Bestätigungsvermerks nach § 325 HGB oder dessen Veröffentlichung in Prospekten
einer Verweisung auf die IDW Website entgegensteht, bedarf noch der rechtlichen Klärung.

20
IDW EPS 400 n.F.

Erweiterung ausdrücklich verlangen (vgl. Tz. A56–A57). Wenn der Abschlussprüfer


im Bestätigungsvermerk Angabepflichten zur Prüfung des Lageberichts, ergänzenden
Angabepflichten gemäß EU-APrVO oder anderen Spezialgesetzen nachkommt,
müssen diese sonstigen Pflichtangaben in einem gesonderten Abschnitt im
Bestätigungsvermerk mit der Überschrift „Sonstige gesetzliche und andere rechtliche
Anforderungen“ oder einer anderen, dem Inhalt des Abschnitts entsprechenden
Überschrift aufgeführt werden. Falls die sonstigen Pflichtangaben auch die Prüfung
des Abschlusses betreffen, müssen diese nicht in einem gesonderten Abschnitt
gemacht werden (vgl. Tz. A58).
58 Wenn die sonstigen Pflichtangaben im „Vermerk über die Prüfung des Abschlusses“
gemacht werden, müssen diese von den übrigen für diesen Vermerk geforderten
Angaben deutlich abgegrenzt werden (vgl. Tz. A58).
59 Wenn der Bestätigungsvermerk einen gesonderten Abschnitt enthält, der sonstige
Pflichtangaben behandelt, müssen die Anforderungen der Tz. 31–54 dieses IDW
Prüfungsstandards in einem Abschnitt mit der Überschrift „Vermerk über die Prüfung
des Abschlusses“ enthalten sein. Der Abschnitt „Sonstige gesetzliche und andere
rechtliche Anforderungen“ muss auf den Abschnitt „Vermerk über die Prüfung des
Abschlusses“ folgen (vgl. Tz. A58).

10.4.1. Vermerk über die Prüfung des Lageberichts


10.4.1.1. Prüfungsurteil zum Lagebericht
60 Der erste Abschnitt des Vermerks über die Prüfung des Lageberichts muss das
Prüfungsurteil enthalten (vgl. Tz. A59–A61).
Der Abschlussprüfer muss in dem Vermerk außerdem
a) das Unternehmen nennen, dessen Lagebericht geprüft wurde,
b) erklären, dass der Lagebericht geprüft wurde, und
c) den Berichtszeitraum des Lageberichts angeben.
61 Wenn der Abschlussprüfer ein nicht modifiziertes Prüfungsurteil zum Lagebericht
abgibt, muss dieses Prüfungsurteil lauten (vgl. Tz. A62):
„Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
vermittelt der beigefügte … [(Konzern-)Lagebericht] insgesamt ein zutreffendes Bild
von der Lage … [der Gesellschaft / des Konzerns]. In allen wesentlichen Belangen
steht der … [(Konzern-)Lagebericht] in Einklang mit dem … [Jahres- /
Konzernabschluss] [und ggf. mit dem Einzelabschluss nach § 325 Abs. 2a HGB],
entspricht den gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der
zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.“
62 Wenn der Abschlussprüfer ein nicht modifiziertes Prüfungsurteil zum Lagebericht
abgibt, hat das Prüfungsurteil außerdem folgende weitere Aussage zu enthalten:
„Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des …
[(Konzern-)Lageberichts] geführt.“

21
IDW EPS 400 n.F.

10.4.1.2. Grundlage für das Prüfungsurteil zum Lagebericht


63 Der Vermerk über die Prüfung des Lageberichts muss unmittelbar nach dem
Prüfungsurteil die Grundlage für das Prüfungsurteil zum Lagebericht beschreiben,
indem erklärt wird, dass
a) die Prüfung des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 Abs. 2 HGB und
unter Beachtung der vom IDW festgestellten deutschen Grundsätze
ordnungsmäßiger Lageberichtsprüfung35 durchgeführt wurde (vgl. Tz. A63), und
b) der Abschlussprüfer der Auffassung ist, dass die erlangten Prüfungsnachweise
ausreichend und angemessen sind, um als Grundlage für das Prüfungsurteil zu
dienen.

10.4.1.3. Wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Fortführung der


Unternehmenstätigkeit
64 Der Abschlussprüfer muss für die ggf. erforderliche Berichterstattung im Vermerk
über die Prüfung des Lageberichts im Zusammenhang mit wesentlichen
Unsicherheiten über die Fortführung der Unternehmenstätigkeit (§ 322 Abs. 2 Satz 3
HGB) IDW EPS 270 n.F. beachten (vgl. Tz. A38). Wenn das Unternehmen
diesbezügliche Angaben im Abschluss vorgenommen hat, genügt ein Verweis auf
den Hinweis im Vermerk über die Prüfung des Abschlusses.

10.4.1.4. Verantwortung für den Lagebericht


65 Der Vermerk über die Prüfung des Lageberichts muss eine Erläuterung der
Verantwortung der für die Aufstellung des Lageberichts Verantwortlichen enthalten.
Darin ist zu beschreiben, dass die gesetzlichen Vertreter
a) verantwortlich sind für die Aufstellung eines Lageberichts, der insgesamt ein
zutreffendes Bild von der Lage des Unternehmens vermittelt sowie mit dem
Abschluss in Einklang steht, den gesetzlichen Vorschriften entspricht und die
Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, und
b) ferner verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme) sind, die
sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in
Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften
zu ermöglichen, und um angemessene und ausreichende Nachweise für die
Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.
66 Im Vermerk über die Prüfung des Lageberichts muss neben den für die Aufstellung
Verantwortlichen auch das für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses
zur Aufstellung des Lageberichts verantwortliche Aufsichtsorgan genannt werden, es
sei denn, es besteht Personenidentität.

35
Vgl. IDW EPS 350 n.F.

22
IDW EPS 400 n.F.

10.4.1.5. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Lageberichts


67 Der Abschlussprüfer muss im Vermerk über die Prüfung des Lageberichts erklären,
dass
a) die Zielsetzung des Abschlussprüfers ist,
i) hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Lagebericht insgesamt
ein zutreffendes Bild von der Lage des Unternehmens vermittelt sowie in
allen wesentlichen Belangen mit dem Abschluss sowie mit den bei der
Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den gesetzlichen
Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen
Entwicklung zutreffend darstellt, und
ii) einen Vermerk zu erteilen, der das Prüfungsurteil zum Lagebericht
beinhaltet,
b) er im Rahmen einer Abschlussprüfung den Lagebericht in Übereinstimmung mit §
317 Abs. 2 HGB unter Beachtung der vom IDW festgestellten deutschen
Grundsätze ordnungsmäßiger Lageberichtsprüfung prüft, und
c) in diesem Zusammenhang hervorgehoben wird, dass
i) die Prüfung des Lageberichts in die Prüfung des Abschlusses integriert ist,
ii) der Abschlussprüfer ein Verständnis von dem für die Prüfung des
Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme)
gewinnt, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen
Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil
zur Wirksamkeit dieser Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme)
abzugeben,
iii) der Abschlussprüfer Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen
Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht
durchführt. Darüber hinaus ist anzugeben, dass auf Basis angemessener
und ausreichender Prüfungsnachweise dabei insbesondere die den
zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde
gelegten bedeutsamen Annahmen nachvollzogen und die Vertretbarkeit
dieser Annahmen sowie die sachgerechte Ableitung der
zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen beurteilt werden.
Ferner ist zu erklären, dass ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den
zukunftsorientierten sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen nicht
abgegeben wird. Darüber hinaus ist zu erklären, dass ein erhebliches
unvermeidbares Risiko besteht, dass künftige Ereignisse wesentlich von
den zukunftsorientierten Angaben abweichen werden, und
iv) der Abschlussprüfer zu den einzelnen Angaben im Lagebericht ebenfalls
kein eigenständiges Prüfungsurteil abgibt, sondern ein Prüfungsurteil zum
Lagebericht als Ganzes.

23
IDW EPS 400 n.F.

10.4.1.6. Ort der Beschreibung der Verantwortung des Abschlussprüfers für die
Prüfung des Lageberichts
68 In Bezug auf den Ort der Beschreibung der Verantwortung des Abschlussprüfers für
die Prüfung des Lageberichts gilt die Tz. 55 entsprechend, wobei bei der Wahl des
Ortes einheitlich vorzugehen ist.

10.4.2. Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO


69 Gemäß Artikel 10 EU-APrVO hat der Bestätigungsvermerk über die gesetzliche
Prüfung von Abschlüssen von PIE ferner innerhalb des Abschnitts „Sonstige
gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen“ (vgl. Tz. 57) einen gesonderten
Abschnitt mit der Überschrift „Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO“ mit
folgenden Angaben zu enthalten (vgl. A64–A67):
a) die Angabe, von wem oder von welchem Organ der oder die Abschlussprüfer
bzw. die Prüfungsgesellschaft(en) bestellt wurden (vgl. Tz. A64)
b) die Angabe des Datums der Bestellung der Abschlussprüfer bzw. der
Prüfungsgesellschaften und der gesamten ununterbrochenen Mandatsdauer,
einschließlich bereits erfolgter Verlängerungen und erneuter Bestellungen
c) die Bestätigung, dass das Prüfungsurteil mit dem in Artikel 11 EU-APrVO
genannten zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss (Prüfungsbericht) in
Einklang steht (vgl. Tz. A65)
d) die Angabe der Leistungen, die vom Abschlussprüfer oder der
Prüfungsgesellschaft oder für das geprüfte Unternehmen oder das bzw. die von
diesem beherrschte(n) Unternehmen zusätzlich zur Abschlussprüfung erbracht
wurden und die im Lagebericht oder in den Abschlüssen nicht angegeben
wurden (vgl. Tz. A66).
Im Zusammenhang mit Buchst. c) hat der Abschlussprüfer zu beachten, dass der
Bestätigungsvermerk gemäß Artikel 10 Abs. 3 Satz 1 EU-APrVO außer diesem
Verweis keinerlei Querverweise auf den Prüfungsbericht enthalten darf.

10.5. Name des verantwortlichen Wirtschaftsprüfers


70 Der Bestätigungsvermerk muss bei der gesetzlichen Prüfung eines Abschlusses für
allgemeine Zwecke von PIE einen Abschnitt mit der Überschrift „Verantwortlicher
Wirtschaftsprüfer“ enthalten. In diesem Abschnitt muss der Name des für die Prüfung
verantwortlichen Wirtschaftsprüfers i.S.d. IDW EQS 136 genannt werden.

36
Vgl. Entwurf eines IDW Qualitätssicherungsstandards: Anforderungen an die Qualitätssicherung in der
Wirtschaftsprüferpraxis (IDW EQS 1) (Stand: 04.10.2016), Tz. 12.

24
IDW EPS 400 n.F.

10.6. Ort der Niederlassung des Abschlussprüfers


71 Gemäß § 322 Abs. 7 Satz 1 HGB ist im Rahmen der Unterzeichnung des
Bestätigungsvermerks der Ort der Niederlassung des Abschlussprüfers bzw. der
Prüfungsgesellschaft anzugeben.

10.7. Datum, Unterschrift und Erteilung des Bestätigungsvermerks


72 Der Bestätigungsvermerk ist unabhängig vom Prüfungsbericht zu erteilen und im
Prüfungsbericht wiederzugeben. Er ist auf dem Jahresabschluss anzubringen oder
mit diesem, ggf. mit dem Lagebericht sowie ggf. mit sonstigen Prüfungsgegenständen
fest zu verbinden. Der Abschlussprüfer hat den Prüfungsbericht nicht später als den
Bestätigungsvermerk vorzulegen.37
73 Der Abschlussprüfer hat nach § 322 Abs. 7 Satz 1 HGB den Bestätigungsvermerk
unter Angabe des Tages der Unterzeichnung zu unterzeichnen.
74 Das Datum des Bestätigungsvermerks, und damit dessen Erteilung, darf nicht vor
dem Datum liegen, an dem der Abschlussprüfer ausreichende und angemessene
Prüfungsnachweise als Grundlage für das Prüfungsurteil zum Abschluss und – sofern
einschlägig – zum Lagebericht sowie zu sonstigen Prüfungsgegenständen erlangt
hat38 (vgl. Tz. A68–A70), einschließlich
a) einer umfassenden Versicherung der gesetzlichen Vertreter über die
Vollständigkeit der erteilten Aufklärungen und Nachweise
39
(Vollständigkeitserklärung) und
b) einer Erklärung der gesetzlichen Vertreter, dass sie die Verantwortung für diesen
Abschluss und – sofern einschlägig – für den Lagebericht sowie für die sonstigen
Prüfungsgegenstände übernommen haben.40
75 Der Bestätigungsvermerk ist zumindest von dem für die Auftragsdurchführung
verantwortlichen Wirtschaftsprüfer eigenhändig zu unterzeichnen (vgl. Tz. A71).
Gemäß § 322 Abs. 7 Satz 1 HGB hat im Fall des § 322 Abs. 6a HGB
(Gemeinschaftsprüfungen) die Unterzeichnung durch alle bestellten Personen zu
erfolgen.
76 Ihrer Unterschrift unter den Bestätigungsvermerk haben Wirtschaftsprüfer nach § 18
WPO die Berufsbezeichnung „Wirtschaftsprüfer(in)“ ohne Verwendung anderer
Berufsbezeichnungen hinzuzufügen.
77 Wird der Bestätigungsvermerk über eine Prüfung erteilt, die den Berufsangehörigen
gesetzlich vorbehalten ist, hat der Abschlussprüfer den Bestätigungsvermerk nach §
48 Abs. 1 WPO mit dem Berufssiegel zu versehen (vgl. Tz. A16).

37
Vgl. IDW EPS 450 n.F., Tz. 117.
38
Vgl. IDW EQS 1, Tz. 130.
39
Vgl. IDW Prüfungsstandard: Erklärungen der gesetzlichen Vertreter gegenüber dem Abschlussprüfer (IDW PS
303 n.F.), (Stand: 09.09.2009)., Tz. 24.
40
Vgl. IDW PS 303 n.F., Tz. 12.

25
IDW EPS 400 n.F.

78 Die Erteilung eines Bestätigungsvermerks unter Bezugnahme auf die IDW


Prüfungsstandards ist nur zulässig, sofern auch die Anforderungen dieses IDW
Prüfungsstandards vollumfänglich beachtet und die nach diesem IDW
Prüfungsstandard geforderten Aussagen nicht relativiert werden. Im Übrigen darf der
Wirtschaftsprüfer einen Bestätigungsvermerk nur erteilen, wenn dies von Gesetzen
oder anderen rechtlichen Vorschriften ausdrücklich vorgeschrieben ist. Ansonsten
darf kein Bestätigungsvermerk erteilt werden. Für Prüfungen mit einem
abweichenden Prüfungsgegenstand (kein Abschluss für allgemeine Zwecke) oder
Prüfungsumfang (keine Prüfung mit hinreichender Sicherheit) darf kein
Bestätigungsvermerk erteilt werden, es sei denn, dies ist durch Rechtsvorschriften
oder andere IDW Verlautbarungen geregelt. Erfolgt eine Prüfung nach IDW PS 480
oder IDW PS 490, hat der Wirtschaftsprüfer die Vorgaben dieser IDW
Prüfungsstandards zu beachten.
11. In Gesetzen oder anderen Rechtsvorschriften vorgeschriebener
Bestätigungsvermerk
79 Wenn der Abschlussprüfer aufgrund von Gesetzen oder anderen Rechtsvorschriften
verpflichtet ist, einen bestimmten Aufbau oder Wortlaut des Bestätigungsvermerks zu
verwenden, darf der Bestätigungsvermerk nur dann auf die vom Institut der
Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger
Abschlussprüfung Bezug nehmen, wenn er mindestens die folgenden Bestandteile
enthält:
a) eine Überschrift
b) einen Empfänger, wie nach den Umständen des Auftrags erforderlich
c) einen Urteilsabschnitt, in dem das Prüfungsurteil zum Abschluss abgegeben und
auf die zur Aufstellung des Abschlusses angewandten maßgebenden
Rechnungslegungsgrundsätze Bezug genommen wird (einschließlich der
Nennung des Rechtsraums, aus dem das Regelwerk der Rechnungslegung
stammt, wenn es sich nicht um die International Financial Reporting Standards
(IFRS) oder die International Public Sector Accounting Standards (IPSAS) handelt
d) eine Benennung der Finanzaufstellungen des Unternehmens, die geprüft wurden
e) eine Erklärung, dass der Abschlussprüfer in Übereinstimmung mit den deutschen
handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften von dem Unternehmen
unabhängig ist und die sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung
mit diesen Anforderungen erfüllt
f) sofern einschlägig: einen Abschnitt, der die Anforderungen an den
Bestätigungsvermerk gemäß IDW EPS 270 n.F. berücksichtigt und zu diesen
nicht in Widerspruch steht
g) sofern einschlägig: einen Abschnitt „Grundlage für das … [eingeschränkte /
versagte] Prüfungsurteil“, der die Anforderungen an den Bestätigungsvermerk
gemäß IDW EPS 270 n.F. berücksichtigt und zu diesen nicht in Widerspruch steht
h) sofern einschlägig: einen Abschnitt, der die von IDW EPS 401 geforderten
Informationen oder zusätzliche Informationen über die Abschlussprüfung enthält,

26
IDW EPS 400 n.F.

die durch Gesetze oder andere Rechtsvorschriften vorgeschrieben sind, und der
die Anforderungen an den Bestätigungsvermerk in IDW EPS 401 berücksichtigt
und zu diesen nicht in Widerspruch steht41
i) sofern einschlägig: einen Abschnitt, der die Berichterstattungsanforderungen des
IDW EPS 202 n.F. i.V.m. IDW EPS 406 erfüllt
j) eine Beschreibung der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für die
Aufstellung des Abschlusses und die Nennung des für die Überwachung des
Rechnungslegungsprozesses verantwortlichen Aufsichtsorgans, die die
Anforderungen in den Tz. 46–49 berücksichtigt und zu diesen nicht in
Widerspruch steht
k) einen Hinweis auf die vom IDW festgestellten deutschen Grundsätze
ordnungsmäßiger Abschlussprüfung und die Gesetze oder anderen
Rechtsvorschriften sowie eine Beschreibung der Verantwortung des
Abschlussprüfers für die Abschlussprüfung, die die Anforderungen in den Tz. 50–
54 berücksichtigt und zu diesen nicht in Widerspruch steht (vgl. Tz. A52–A55)
l) Ort der Niederlassung des Abschlussprüfers bzw. der Prüfungsgesellschaft
m) Datum des Bestätigungsvermerks
n) Unterschrift des Abschlussprüfers.

12. Bestätigungsvermerke für Abschlussprüfungen, die auftragsgemäß unter


ergänzender Beachtung der ISA durchgeführt wurden
80 Der Abschlussprüfer darf im Bestätigungsvermerk zusätzlich zu den vom IDW
festgestellten deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung auf die
ISA nur Bezug nehmen, wenn er beauftragt worden ist, eine Abschlussprüfung unter
ergänzender Beachtung der ISA durchzuführen, und bei der Durchführung der
Prüfung auch die ISA eingehalten hat (vgl. Tz. A72–A73).

13. Sonderfragen beim Bestätigungsvermerk


13.1. Kündigung des Prüfungsauftrags
81 Wird ein Prüfungsauftrag vorzeitig beendet, so darf weder ein Bestätigungsvermerk
noch ein Prüfungsvermerk erteilt werden (vgl. Tz. A74).

13.2. Nachtragsprüfung
82 Werden der Abschluss oder der Lagebericht nach Vorlage des Prüfungsberichts
geändert, hat der Abschlussprüfer diese Unterlagen gemäß § 316 Abs. 3 HGB erneut
zu prüfen, „soweit es die Änderung erfordert“ (vgl. Tz. A75).42

41
Vgl. IDW EPS 401, Tz. 14 ff.
42
Vgl. IDW Prüfungsstandard: Ereignisse nach dem Abschlussstichtag (IDW PS 203 n.F.) (Stand: 09.09.2009),
Tz. 22 ff.

27
IDW EPS 400 n.F.

83 Der ursprünglich erteilte Bestätigungsvermerk ist nach § 316 Abs. 3 Satz 2 HGB
aufgrund der Nachtragsprüfung entsprechend zu ergänzen. Wenn durch die
Änderung ursprünglich wesentliche Nichtübereinstimmungen des Abschlusses oder
des Lageberichts mit den maßgebenden Rechnungslegungsgrundsätzen beseitigt
oder neue wesentliche Nichtübereinstimmungen begründet werden, hat der
Abschlussprüfer den Bestätigungsvermerk entsprechend neu zu formulieren.
84 In den Bestätigungsvermerk zur Nachtragsprüfung ist ein Hinweis nach den Grund-
sätzen des IDW EPS 406 aufzunehmen. Dieser Hinweis hat zu enthalten (vgl. Tz.
A76):
a) eine Erklärung, dass der Bestätigungsvermerk auf Grundlage der ursprünglichen,
abgeschlossenen Abschlussprüfung sowie der Nachtragsprüfung erteilt wird
b) eine Erklärung, dass der Bestätigungsvermerk sich auf einen geänderten
Abschluss oder Lagebericht bezieht
c) eine Bezeichnung des Gegenstands der Änderung im geänderten Abschluss oder
Lagebericht, sowie
d) eine Erklärung, ob die Nachtragsprüfung zu einer Modifizierung des den
Abschluss oder Lagebericht betreffenden Prüfungsurteils geführt hat.
Ferner ist auf die Angabe im Abschluss oder im Lagebericht zu verweisen, die die
Änderung begründet und erläutert, falls eine solche Angabe nach den maßgebenden
Rechnungslegungsgrundsätzen erforderlich ist.
85 Der Bestätigungsvermerk ist mit dem Datum der Unterzeichnung des ursprünglichen
Bestätigungsvermerks und dem Datum der Beendigung der Nachtragsprüfung, d.h.
mit Doppeldatum, zu unterzeichnen. Bei der zweiten Datumsangabe muss dargestellt
werden, auf welche Änderung des ursprünglichen Abschlusses oder Lageberichts
sich das Datum bezieht.

13.3. Widerruf des Bestätigungsvermerks


86 Erkennt der Abschlussprüfer nach Erteilung des Bestätigungsvermerks, dass die Vor-
aussetzungen für die Erteilung dieses Bestätigungsvermerks nicht vorgelegen haben,
und ist das Unternehmen nicht bereit, die notwendigen Schritte zu einer
entsprechenden Änderung des geprüften Abschlusses oder Lageberichts und zur
Information derjenigen zu unternehmen, die von dem geprüften Abschluss oder
Lagebericht Kenntnis erlangt haben, ist der Abschlussprüfer zum Widerruf des
erteilten Bestätigungsvermerks verpflichtet (vgl. Tz. A77–A78), es sei denn
a) die Vermeidung eines falschen Eindrucks über das Ergebnis der
Abschlussprüfung aufgrund von Informationen der Adressaten des
Bestätigungsvermerks ist bereits auf andere Weise sichergestellt (vgl. Tz. A79),
oder
b) ein geänderter Abschluss oder Lagebericht erreicht die Adressaten nicht
wesentlich später als ein möglicher Widerruf, oder
c) der Mangel ist für die Adressaten nicht mehr von Bedeutung (vgl. Tz. A80).

28
IDW EPS 400 n.F.

87 Der Abschlussprüfer hat den Widerruf des Bestätigungsvermerks zu begründen und


schriftlich an den Auftraggeber (§ 318 Abs. 1 Satz 4 HGB) sowie an das geprüfte
Unternehmen zu richten (vgl. Tz. A81). Darüber hinaus hat der Abschlussprüfer
geeignete Maßnahmen zu ergreifen, dass alle, die Kenntnis von dem ursprünglichen
Bestätigungsvermerk erlangen konnten, auch von dem Widerruf Kenntnis erlangen
können.
88 Wird der Abschluss oder Lagebericht nach dem Widerruf des Bestätigungsvermerks
geändert, sind die Änderungen von dem Abschlussprüfer im Rahmen einer
Nachtragsprüfung i.S.d. § 316 Abs. 3 HGB zu prüfen, für die die Anforderungen der
Tz. 82–85 gelten.
89 Wird der Abschluss oder Lagebericht auch nach dem Widerruf nicht geändert, so hat
der Abschlussprüfer einen neuen Bestätigungsvermerk unter Berücksichtigung der
nachträglich gewonnenen Erkenntnisse zu erteilen.

13.4. Aufschiebende Bedingung


90 Wurden in dem geprüften Abschluss bereits Sachverhalte berücksichtigt, die erst
nach Abschluss der Prüfung wirksam werden, darf der Bestätigungsvermerk unter
einer aufschiebenden Bedingung erteilt werden, wenn (vgl. Tz. A82–A85)
a) der noch nicht wirksame Sachverhalt nach Eintritt der Voraussetzung für seine
Wirksamkeit auf den geprüften Abschluss zurückwirkt (vgl. Tz. A86), und
b) die zum Abschluss der Prüfung noch nicht erfüllte Bedingung in einem
formgebundenen Verfahren inhaltlich bereits festgelegt ist und zur rechtlichen
Verwirklichung ausschließlich noch formeller Akte bedarf, und
c) die anstehende Erfüllung der Voraussetzung mit an Sicherheit grenzender
Wahrscheinlichkeit erwartet werden kann.
91 Ein unter einer aufschiebenden Bedingung erteilter Bestätigungsvermerk darf im Fall
einer vereinfachten Kapitalherabsetzung mit anschließender Kapitalerhöhung gemäß
§§ 234, 235 AktG bzw. §§ 58e, 58f GmbHG für Zwecke der Eintragung beim
Handelsregister eingereicht oder dem den Abschluss feststellenden
Unternehmensorgan vorgelegt, im Übrigen aber vor Erfüllung der Bedingung nicht
veröffentlicht oder in anderer Weise verwendet werden. Erkennt der Abschlussprüfer,
dass die Voraussetzungen für die Verwendung eines unter einer aufschiebenden
Bedingung erteilten Bestätigungsvermerks noch nicht vorliegen, d.h. dass die
aufschiebende Bedingung noch nicht erfüllt worden ist, hat er der Verwendung des –
mangels Erfüllung der Bedingung rechtlich noch nicht erteilten –
Bestätigungsvermerks über die genannten Fälle hinaus zu widersprechen.
92 Die – die rechtswirksame Erteilung des Bestätigungsvermerks – aufschiebende
Bedingung ist dem Bestätigungsvermerk unmittelbar voranzustellen (vgl. Tz. A87).

29
IDW EPS 400 n.F.

13.5. Zusammengefasster Bestätigungsvermerk


93 Wird von der Möglichkeit des § 325 Abs. 3a Satz 2 HGB Gebrauch gemacht und die
Vermerke des Abschlussprüfers zum Jahresabschluss des Mutterunternehmens und
zum Konzernabschluss zusammengefasst (vgl. Tz. A88), hat der
Bestätigungsvermerk zumindest die folgenden Vermerke zu umfassen:
a) Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses des Mutterunternehmens
b) Vermerk über die Prüfung des Konzernabschlusses
c) Vermerk über die Prüfung des Lageberichts des Mutterunternehmens
d) Vermerk über die Prüfung des Konzernlageberichts
oder
a) Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses des Mutterunternehmens
b) Vermerk über die Prüfung des Konzernabschlusses
c) Vermerk über die Prüfung des Berichts über die Lage der Gesellschaft und des
Konzerns (zusammengefasster Lagebericht).

13.6. Gemeinschaftsprüfungen
94 Wenn mehrere Prüfer oder Prüfungsgesellschaften gemeinsam zum Abschlussprüfer
bestellt sind, ist als Ergebnis der Gemeinschaftsprüfung ein gemeinsamer
Bestätigungsvermerk zu erteilen. Die Beurteilung des Prüfungsergebnisses soll in
diesem Bestätigungsvermerk einheitlich erfolgen. Ist eine einheitliche Beurteilung
ausnahmsweise nicht möglich, sind die Gründe hierfür darzulegen; die
unterschiedlichen Prüfungsurteile sind dann gemäß § 322 Abs. 6a HGB jeweils in
einem gesonderten Absatz des gemeinsamen Bestätigungsvermerks zu formulieren.

14. Verwendung des Bestätigungsvermerks


95 Der Abschlussprüfer ist nicht verpflichtet zu überprüfen, ob der Abschluss oder der
Lagebericht und der Bestätigungsvermerk zutreffend offengelegt, veröffentlicht oder
vervielfältigt werden. Wenn der Abschlussprüfer von einer mit dem
Bestätigungsvermerk versehenen unvollständigen oder abweichenden
Veröffentlichung erfährt, die nicht in Einklang mit den §§ 325 bis 328 HGB steht, ist
der Auftraggeber (§ 318 Abs. 1 Satz 4 HGB) aufzufordern, eine Richtigstellung zu
veranlassen.
96 Sofern ein für Offenlegungszwecke verkürzter Abschluss zusammen mit dem zum
vollständigen Abschluss und gegebenenfalls Lagebericht erteilten
Bestätigungsvermerk beim Betreiber des Bundesanzeigers eingereicht werden soll,
hat der Abschlussprüfer die für die Einreichung Verantwortlichen aufzufordern, dass
dem Bestätigungsvermerk bei der Offenlegung gemäß § 328 Abs. 1a Satz 2 HGB der
Hinweis vorangestellt wird, dass dieser sich auf den vollständigen Abschluss und
Lagebericht bezieht (vgl. Tz. A89–A90).

30
IDW EPS 400 n.F.

97 Soll ergänzend zur Abschlussprüfung auch die zutreffende Inanspruchnahme von


Offenlegungserleichterungen im zur Offenlegung bestimmten Abschluss geprüft
werden, ist dies gesondert zu beauftragen. Der Abschlussprüfer hat hierüber –
getrennt vom Bestätigungsvermerk – in einem gesonderten Vermerk zu berichten
(vgl. Tz. A91).

Anwendungshinweise und sonstige Erläuterungen


Definitionen [Tz. 9–11]
Finanzaufstellung (vgl. Tz. 9 b))
A1 Ein Abschluss besteht aus mehreren Finanzaufstellungen (z.B. Bilanz, Gewinn- und
Verlustrechnung) sowie ggf. sonstigen dazugehörigen Angaben (z.B. einem Anhang).
Ein Anhang bzw. die sonstigen dazugehörigen Angaben stellen keine
Finanzaufstellungen dar, sondern – je nach den maßgebenden
Rechnungslegungsgrundsätzen – entweder einen zusätzlichen Bestandteil des
Abschlusses oder einen integralen Bestandteil der im Abschluss enthaltenen
Finanzaufstellungen. Auch der Lagebericht stellt keine Finanzaufstellung dar.

Maßgebende Rechnungslegungsgrundsätze (vgl. Tz. 9 d))


A2 Neben den maßgebenden Rechnungslegungsgrundsätzen sind ggf. auch
gesellschaftsvertragliche Regelungen zu beachten (vgl. Tz. A57).

Rechnungslegungsgrundsätze zur sachgerechten Gesamtdarstellung (vgl. Tz. 9 d) a.)


A3 Beispiele für Rechnungslegungsgrundsätze zur sachgerechten Gesamtdarstellung
sind die besonderen, für Kapitalgesellschaften und diesen gleichgestellten
bestimmten Personenhandelsgesellschaften geltenden Vorschriften des HGB (§§ 264
bis 288 HGB, §§ 290 bis 314 HGB) sowie die IFRS und die US-GAAP.
Nach ISA 700.A19 (Revised) sind die Formulierungen zur sachgerechten
Gesamtdarstellung „Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen
entsprechenden Bildes“ (sog. „true and fair view“) sowie „in allen wesentlichen
Belangen insgesamt sachgerechte Darstellung“ (sog. „fair presentation“) als
gleichwertig anzusehen. Im Vermerk über die Prüfung des Abschlusses wird daher in
Zusammenhang sowohl mit den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften (§§ 264
Abs. 2 Satz 1, 297 Abs. 2 Satz 2 HGB) als auch mit den IFRS (IAS 1.15) die
Formulierung „Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden
Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage“ verwendet, soweit nicht im
Einzelfall andere Formulierungen gesetzlich vorgegeben sind.
A4 Rechnungslegungsgrundsätze für einen speziellen Zweck können zugleich auch
Rechnungslegungsgrundsätze zur sachgerechten Gesamtdarstellung sein, bspw. die
in § 101 KAGB und der delegierten Verordnung (EU) Nr. 231/2013 enthaltenen
Grundsätze zur Aufstellung des Jahresberichts eines Investmentsondervermögens.

31
IDW EPS 400 n.F.

Aufgrund § 3 Abs. 1 Satz 1 Halbsatz 2 KARBV handelt es sich hierbei um


Rechnungslegungsgrundsätze zur sachgerechten Gesamtdarstellung.

Rechnungslegungsgrundsätze zur Ordnungsmäßigkeit (vgl. Tz. 9 d) b.)


A5 Rechnungslegungsgrundsätze zur Ordnungsmäßigkeit sind bspw. die für alle
Kaufleute geltenden Vorschriften des HGB (§§ 238 bis 256a HGB).

Unternehmen (vgl. Tz. 10)


A6 „Andere Einheiten“ i.S. dieses IDW Prüfungsstandards können Gesellschaften
bürgerlichen Rechts, Partnerschaftsgesellschaften, rechtsfähige oder nicht
rechtsfähige Vereine, Stiftungen, Pensionsfonds, Gebietskörperschaften, sonstige
Körperschaften, Eigenbetriebe, Anstalten des öffentlichen Rechts, Gemeinschaften,
Sondervermögen, natürliche Personen oder sonstige wirtschaftlich abgegrenzte
Geschäftstätigkeiten (z.B. Standorte, selbstständige Teilbetriebe, Sparten) oder
Gruppen solcher Einheiten sein.

Bildung eines Prüfungsurteils zum Abschluss [Tz. 12–18]


Qualitative Aspekte der Anwendung von Rechnungslegungsmethoden (vgl. Tz. 14)
A7 Die gesetzlichen Vertreter treffen Ermessensentscheidungen zu den Wertansätzen
und Angaben im Abschluss.
A8 Im Rahmen der Erörterung der qualitativen Aspekte der Anwendung von
Rechnungslegungsmethoden mit dem Aufsichtsorgan unter Beachtung von IDW EPS
470 n.F.43 kann der Abschlussprüfer auf eine mögliche Einseitigkeit in der Beurteilung
durch die gesetzlichen Vertreter aufmerksam werden. Der Abschlussprüfer kann zu
dem Schluss gelangen, dass die kumulativen Auswirkungen fehlender Neutralität der
gesetzlichen Vertreter in Verbindung mit den Auswirkungen von nicht korrigierten
falschen Angaben dazu führen, dass der Abschluss als Ganzes wesentliche falsche
Angaben enthält (falsche Angaben umfassen auch unterlassene Angaben). Hinweise
auf fehlende Neutralität, die sich auf die Beurteilung durch den Abschlussprüfer
auswirken können, ob der Abschluss als Ganzes wesentliche falsche Angaben
enthält, können folgende Punkte geben:
 die einseitige Korrektur falscher Angaben, auf welche die gesetzlichen Vertreter
während der Abschlussprüfung aufmerksam geworden sind (z.B. die Korrektur
falscher Angaben, die zu einer Ergebniserhöhung führen, nicht aber von
Angaben mit Ergebnisminderung)
 eine einseitige Ermittlung von geschätzten Werten in der Rechnungslegung
durch die gesetzlichen Vertreter.

43
Vgl. Neufassung des IDW Prüfungsstandards: Grundsätze für die Kommunikation mit den für die Überwachung
Verantwortlichen (IDW EPS 470 n.F.) (Stand: 14.12.2016).

32
IDW EPS 400 n.F.

A9 Eine einseitige Ermittlung von geschätzten Werten in der Rechnungslegung durch die
gesetzlichen Vertreter ist Gegenstand von IDW PS 314 n.F.44 Anzeichen für eine
mögliche Einseitigkeit stellen keine falschen Angaben bei der Beurteilung der
Vertretbarkeit einzelner geschätzter Werte in der Rechnungslegung dar. Allerdings
können sich diese Hinweise auf die Beurteilung des Abschlussprüfers auswirken, ob
der Abschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Angaben ist.
A10 Die Anforderung in Tz. 15 a), kommt zum Tragen, wenn die maßgebenden
Rechnungslegungsgrundsätze die in Tz. 15 a) genannten Angaben vorsehen. Daher
ist bei Abschlüssen, die nach Rechnungslegungsgrundsätzen aufgestellt sind, die
diese Angaben nicht vorsehen (bspw. bei für Nichtkapitalgesellschaften geltenden
Rechnungslegungsgrundsätze zur Ordnungsmäßigkeit, die keinen Anhang fordern),
die Anforderung in Tz. 15 a) nicht einschlägig.

Beschreibung der maßgebenden Rechnungslegungsgrundsätze (vgl. Tz. 17)


A11 Die Benennung oder Beschreibung der maßgebenden Rechnungslegungsgrundsätze
ist nur dann angemessen, wenn in dem Abschluss sämtliche Anforderungen dieser
Rechnungslegungsgrundsätze eingehalten werden, die für den vom Abschluss
umfassten Berichtszeitraum gelten.
A12 Eine Beschreibung der maßgebenden Rechnungslegungsgrundsätze, die ungenaue
Formulierungen mit Abschwächungen oder Einschränkungen enthält (z.B. „der
Abschluss ist im Wesentlichen nach den / grundsätzlich nach den / in Anlehnung an
die International Financial Reporting Standards aufgestellt“), ist keine angemessene
Beschreibung dieser Rechnungslegungsgrundsätze, da sie für die Adressaten des
Abschlusses irreführend sein kann.

Art des Prüfungsurteils zum Abschluss [Tz. 23–26]


A13 Es kann Fälle geben, in denen der Abschluss keine sachgerechte Gesamtdarstellung
vermittelt, obwohl er in Übereinstimmung mit den Anforderungen von
Rechnungslegungsgrundsätzen zur sachgerechten Gesamtdarstellung aufgestellt
wurde. In diesem Fall kann es den gesetzlichen Vertretern möglich sein, durch
Aufnahme zusätzlicher Abschlussangaben, die über die nach den
Rechnungslegungsgrundsätzen ausdrücklich erforderlichen hinausgehen, oder in
äußerst seltenen Fällen von einer Anforderung in den Rechnungslegungsgrundsätzen
abzuweichen um eine sachgerechte Gesamtdarstellung des Abschlusses zu
erreichen.
A14 Bei Abschlüssen, die in Übereinstimmung mit Rechnungslegungsgrundsätzen zur
Ordnungsmäßigkeit aufgestellt sind, ist der Abschlussprüfer nicht verpflichtet zu
beurteilen (d.h. es ist nicht seine Aufgabe), ob eine sachgerechte Gesamtdarstellung
erreicht wird. Nur in äußerst seltenen Fällen werden solche Abschlüsse irreführend

44
IDW Prüfungsstandard: Die Prüfung von geschätzten Werten in der Rechnungslegung einschließlich von
Zeitwerten (IDW PS 314 n.F.) (Stand: 09.09.2009).

33
IDW EPS 400 n.F.

sein. In diesen Fällen kann der Abschlussprüfer rechtlichen Rat einholen, um die
Auswirkungen auf den Bestätigungsvermerk zu beurteilen.

Aufbau und Bestandteile des Bestätigungsvermerks [Tz. 31–78]


A15 Das Erfordernis zur Schriftform stellt klar, dass der Bestätigungsvermerk nicht
mündlich erteilt werden kann. Die schriftliche Form kann durch die elektronische
Form ersetzt werden, wenn sich nicht aus einem Gesetz etwas anderes ergibt45. Soll
die in § 322 Abs. 1 HGB gesetzlich vorgeschriebene schriftliche Form durch die
elektronische Form ersetzt werden, so muss der Abschlussprüfer dieser nach § 126a
BGB seinen Namen hinzufügen und das elektronische Dokument mit einer
qualifizierten elektronischen Signatur nach dem Signaturgesetz versehen.46
A16 § 20 Abs. 2 Satz 2 BS WP/vBP ermöglicht eine elektronische Siegelführung. Die
Erteilung eines Bestätigungsvermerks zu einer gesetzlichen Abschlussprüfung in
elektronischer Form bedarf formaler und technischer Voraussetzungen.
A17 Die Anlage zu diesem IDW Prüfungsstandard enthält Formulierungsbeispiele für
Bestätigungsvermerke, welche die in den Textziffern 31–76 dargelegten Bestandteile
umfassen. Mit Ausnahme der Abschnitte „Prüfungsurteil“ und „Grundlage für das
Prüfungsurteil“ ist die Reihenfolge der Bestandteile im Vermerk über die Prüfung des
Abschlusses nicht festgelegt. Dieser IDW Prüfungsstandard legt fest, dass bestimmte
Überschriften verwendet werden, damit Bestätigungsvermerke, die sich auf
Prüfungen von Abschlüssen beziehen, die in Übereinstimmung mit den IDW
Prüfungsstandards durchgeführt wurden, leichter erkennbar sind, insb. in den Fällen,
in denen die Bestandteile des Bestätigungsvermerks in einer Reihenfolge dargestellt
werden, die von den beispielhaften Bestätigungsvermerken in der Anlage zu diesem
IDW Prüfungsstandard abweicht.
Mit Ausnahme des Prüfungsurteils und der Grundlage für das Prüfungsurteil ist eine
Reihenfolge der Bestandteile in den Vermerken über die Prüfung des Lageberichts
und der sonstigen Prüfungsgegenstände sowie die Verwendung von
Zwischenüberschriften nicht vorgeschrieben. Die Formulierungsbeispiele in der
Anlage sind entsprechend den Vermerken über die Prüfung des Abschlusses
gegliedert und es wurden analoge Zwischenüberschriften verwendet.

Überschrift [Tz. 32]


A18 Die Überschrift „Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers“
unterscheidet den Bestätigungsvermerk von Prüfungsvermerken. Erfolgt eine Prüfung
nach IDW PS 48047 oder IDW PS 49048, wird grundsätzlich ein „Prüfungsvermerk des
Wirtschaftsprüfers“ erteilt.

45
§ 126 Abs. 3 BGB.
46
§ 126a BGB.
47
Vgl. IDW PS 480, Tz. 20.
48
Vgl. IDW PS 490, Tz. 20.

34
IDW EPS 400 n.F.

Empfänger [Tz. 33]


A19 Gesetze, andere Rechtsvorschriften oder die Auftragsbedingungen können festlegen,
an wen der Bestätigungsvermerk zu richten ist. Bei gesetzlichen Abschlussprüfungen
ist der Bestätigungsvermerk an das geprüfte Unternehmen gerichtet; eine
Adressierung an die Organe oder Anteilseigner des Unternehmens ist nicht
sachgerecht.

Vermerk über die Prüfung des Abschlusses [Tz. 34–56]


Prüfungsurteil zum Abschluss [Tz. 34–39]
A20 Die Bezeichnung der einzelnen Finanzaufstellungen kann, sofern sachgerecht, an die
vom Unternehmen angewandten Begriffe angepasst werden.
A21 Die in der Anlage dargestellten Formulierungsbeispiele können in bestimmten Fällen,
z.B. bei Rumpfgeschäftsjahren, hinsichtlich der Angabe des Berichtszeitraums
angepasst werden (z.B. „... für das Rumpfgeschäftsjahr vom … [Datum] bis zum …
[Datum]“).
A22 Die Formulierung in Tz. 36 ist auch anwendbar für gesetzliche Abschlussprüfungen,
für die eine entsprechende (z.B. §§ 58 Abs. 2 GenG, 340k Abs. 1 Satz 1 HGB, 341k
Abs. 1 Satz 1 HGB) oder sinngemäße (§ 6 Abs. 1 PublG) Anwendung der
Vorschriften über den Bestätigungsvermerk vorgeschrieben ist.
A23 Bei den zu beachtenden maßgebenden Vorschriften bei Abschlüssen, die nach den
deutschen handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt wurden, handelt es sich
regelmäßig um die Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung (GoB). In allen
anderen Fällen wird der Abschlussprüfer auf „diese Vorschriften“, d.h. die zuvor
genannten maßgebenden Rechnungslegungsgrundsätze, verweisen.
A24 Beispielsweise wird bei Abschlüssen, die nach den aufgrund der Verordnung (EG) Nr.
1606/2002 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 19.07.2002 betreffend
die Anwendung internationaler Rechnungslegungsstandards49 von der EU
übernommenen internationalen Rechnungslegungsstandards aufgestellt worden sind,
im Bestätigungsvermerk auf die „IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind“ Bezug
genommen.
A25 Bei Kapitalgesellschaften und diesen gleichgestellten haftungsbeschränkten
Personenhandelsgesellschaften i.S.d. § 264a Abs. 1 HGB wird die Bestätigung, dass
der Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger
Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der
Vermögens-, Finanz- und Ertragslage vermittelt, auch dann abzugeben sein, wenn
diese Gesellschaften gesetzliche Erleichterungen für die Aufstellung des
Jahresabschlusses (z.B. größenabhängige Erleichterungen) wahrnehmen, da § 264
Abs. 2 HGB auch auf diese Gesellschaften Anwendung findet.

49
Vgl. ABl. EG 2002, Nr. L 243 S. 1.

35
IDW EPS 400 n.F.

A26 Bei Kleinstkapitalgesellschaften besteht nach § 264 Abs. 2 Satz 4 HGB die
widerlegbare Vermutung, dass ein unter Berücksichtigung der Erleichterung nach §
264 Abs. 1 Satz 5 HGB aufgestellter Jahresabschluss den Erfordernissen des § 264
Abs. 2 Satz 1 HGB (Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen
entsprechenden Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der
Kapitalgesellschaft unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung)
entspricht. Gleiches gilt über § 264a Abs. 1 HGB auch für Kleinstkapitalgesellschaften
gleichgestellte bestimmte Personenhandelsgesellschaften.
A27 Die Formulierung in Tz. 36 wird in diesen Fällen auf die Inanspruchnahme der
Erleichterungen verweisen. Wurde die in Tz. A26 beschriebene Vermutung nicht
widerlegt, lautet das Prüfungsurteil über die Prüfung von Abschlüssen von
Kleinstkapitalgesellschaften bspw.:
„Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 zweiter Halbsatz HGB erklären wir, dass nach unserer
Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse der beigefügte
Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für
Kleinstkapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften entspricht und
unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung sowie
der Inanspruchnahme der Erleichterung für Kleinstkapitalgesellschaften gemäß § 264
Abs. 1 Satz 5 HGB ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der
Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum … [Datum] sowie ihrer Ertragslage
für das Geschäftsjahr vom … [Datum] bis zum … [Datum] vermittelt.“.
A28 Eine Bestätigung, dass der Abschluss unter Beachtung der Grundsätze
ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes
Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens vermittelt, kann bei
Unternehmen, die aufgrund ihrer Rechtsform nicht verpflichtet sind, diese
Anforderung zu erfüllen, nur dann erteilt werden, wenn deren Abschluss insgesamt
gleichwohl dieser Anforderung entspricht. Ansonsten kann sich das Prüfungsurteil nur
auf die Einhaltung der für diese Unternehmen geltenden gesetzlichen Vorschriften
erstrecken.
A29 Bei Nichtkapitalgesellschaften kann deshalb die Vermittlung eines unter Beachtung
der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung den tatsächlichen Verhältnissen
entsprechenden Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage nur bestätigt
werden, wenn sie im Grundsatz die für Kapitalgesellschaften vergleichbarer Größe (§
267 HGB) entsprechenden Anforderungen an die Rechnungslegung erfüllen, da erst
durch die Aufnahme der geforderten Angaben in den Anhang ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des
Unternehmens vermittelt wird. Wird kein Anhang aufgestellt, so sind diese Angaben
unter dem Abschluss (bspw. in Fußnoten) zu machen.
A30 Wenn der Abschlussprüfer ein nicht modifiziertes Prüfungsurteil erteilt, ist es nicht
zulässig, Formulierungen wie „angesichts der vorstehenden Erläuterung“ oder
„vorbehaltlich“ im Zusammenhang mit dem Prüfungsurteil zu verwenden, da diese
nahelegen, dass es sich um ein unzulässiges Prüfungsurteil unter Vorbehalt oder um
eine Abschwächung oder Modifizierung des Prüfungsurteils handelt. Hiervon zu

36
IDW EPS 400 n.F.

unterscheiden ist die Erteilung des Bestätigungsvermerks unter aufschiebender


Bedingung nach Tz. 90–92.

Beschreibung des Abschlusses und der darin dargestellten Sachverhalte (vgl. Tz. 36)
A31 Das Prüfungsurteil bezieht sich auf einen Abschluss, wie er in den maßgebenden
Rechnungslegungsgrundsätzen definiert ist. Beispielsweise kann der Abschluss für
allgemeine Zwecke nach HGB eine Bilanz, eine Gewinn- und Verlustrechnung, einen
Eigenkapitalspiegel, eine Kapitalflussrechnung und einen Anhang umfassen. In
Spezialgesetzen und sonstigen Rechtsvorschriften können weitere Informationen als
integrale Bestandteile des Abschlusses vorgeschrieben werden. Sonstige, nach
solchen Rechtsvorschriften geforderte ergänzende Informationen, die nicht
Bestandteil des Abschlusses sind, aber regelmäßig zusammen mit dem Abschluss
erstellt und veröffentlicht werden, fallen nicht hierunter50.
A32 Bei einem Abschluss, der nach Rechnungslegungsgrundsätzen zur sachgerechten
Gesamtdarstellung aufgestellt ist, beinhaltet das Prüfungsurteil die Aussage, dass der
Abschluss in allen wesentlichen Belangen insgesamt die zugrunde liegenden
Sachverhalte (bspw. Vermögens-, Finanz- und Ertragslage) sachgerecht darstellt,
deren Darstellung im Abschluss vorgesehen ist, oder ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild der zugrunde liegenden Sachverhalte vermittelt.
Im Falle anderer maßgebender Rechnungslegungsgrundsätze ist auf die zugrunde
liegenden Sachverhalte zu verweisen, für deren Vermittlung die
Abschlussbestandteile vorgesehen sind.

Beschreibung der maßgebenden Rechnungslegungsgrundsätze und ihrer möglichen


Auswirkung auf das Prüfungsurteil (vgl. Tz. 36)
A33 Mit der Benennung der maßgebenden Rechnungslegungsgrundsätze im
Prüfungsurteil ist es beabsichtigt, die Adressaten des Bestätigungsvermerks über den
Kontext zu informieren, in dem das Prüfungsurteil abgegeben wird. Auf die
maßgebenden Rechnungslegungsgrundsätze wird in Formulierungen wie bspw. den
folgenden hingewiesen:
„… in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften …“
„… in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards, wie sie
in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB
anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften“
„… in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards, wie sie
in der EU anzuwenden sind“ oder
„… in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards“.

50
Vgl. IDW EPS 202 n.F.

37
IDW EPS 400 n.F.

Grundlage für das Prüfungsurteil zum Abschluss [Tz. 40–41]


A34 Der Abschnitt „Grundlage für das Prüfungsurteil“ enthält wichtige Informationen zum
Verständnis des Prüfungsurteils. Dementsprechend folgt dieser unmittelbar nach dem
Abschnitt „Prüfungsurteil“.

Berufspflichten (vgl. Tz. 40 c))


A35 IDW PS 201 weist darauf hin, dass die deutschen Prüfungsnormen zum beruflichen
Verhalten die §§ 43 ff. Wirtschaftsprüferordnung (WPO), die in der Berufssatzung der
Wirtschaftsprüferkammer (WPK) geregelten Pflichten und die Vorschriften der §§
318, 319, 319a, 319b und 323 HGB umfassen.51 Darüber hinaus gelten für die
Abschlussprüfer von PIE die Vorschriften des Titels II der EU-APrVO unmittelbar.
Wenn die für die Prüfung relevanten Berufspflichten die Anforderungen des IESBA
Code beinhalten, z.B. wenn sich der Abschlussprüfer durch einzelvertragliche
Vereinbarung zur Beachtung des IESBA Code verpflichtet hat, kann die Erklärung
auch auf den IESBA Code Bezug nehmen.

Besondere Überlegungen zu Konzernabschlussprüfungen (vgl. Tz. 40 c))


A36 Bei Konzernabschlussprüfungen, bei denen es verschiedene relevante
Berufspflichten gibt, einschließlich solcher zur Unabhängigkeit, erstreckt sich die
Bezugnahme im Bestätigungsvermerk i.d.R. auf die relevanten Berufspflichten, die für
das Konzernabschlussprüfungsteam maßgeblich sind. Nach IDW PS 320 n.F. hat das
Konzernabschlussprüfungsteam ein Verständnis darüber zu erlangen, ob die
Teilbereichsprüfer die für die Konzernabschlussprüfung maßgeblichen Berufspflichten
beachten werden und insb. unabhängig sind.52
A37 IDW PS 320 n.F. verweist auf die für die Konzernabschlussprüfung maßgeblichen
Berufspflichten und stellt klar, dass es bei ausländischen Teilbereichsprüfern im
Regelfall ausreichen wird, wenn diese die Grundsätze von Teil A und B des IESBA
Code beachten, es sei denn, zu den einzuhaltenden Regeln gehören auch darüber
hinausgehende Unabhängigkeitsanforderungen.53 IDW PS 320 n.F. enthält
erläuternde Hinweise für Abschlussprüfer zur Durchführung von Tätigkeiten bezüglich
der Finanzinformationen eines Teilbereichs bei einer Konzernabschlussprüfung, auch
für solche Situationen, in denen Teilbereichsprüfer die
Unabhängigkeitsanforderungen nicht erfüllen, die für die Konzernabschlussprüfung
relevant sind. 54

51
Vgl. IDW PS 201, Tz. 24 f.
52
Vgl. IDW Prüfungsstandard: Besondere Grundsätze für die Durchführung von Konzernabschlussprüfungen
(einschließlich der Verwertung der Tätigkeit von Teilbereichsprüfern) (IDW PS 320 n.F.) (Stand: 10.07.2014),
Tz. 16 a).
53
Vgl. IDW PS 320 n.F., Tz. A20.
54
Vgl. IDW PS 320 n.F., Tz. 16 und 17.

38
IDW EPS 400 n.F.

Wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit der Fortführung der


Unternehmenstätigkeit [Tz. 42]
A38 Nach § 322 Abs. 2 Satz 3 HGB ist auf Risiken, die den Fortbestand des
Unternehmens gefährden, gesondert einzugehen. Diese Anforderung wird durch den
Hinweis auf wesentliche Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Fortführung der
Unternehmenstätigkeit nach IDW EPS 270 n.F. erfüllt.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte [Tz. 43–44]


A39 Bei der Prüfung eines vollständigen Abschlusses für allgemeine Zwecke, der nicht
gesetzlicher Abschluss eines Unternehmens von öffentlichem Interesse i.S.v. § 319a
Abs. 1 Satz 1 HGB ist, ist die Berichterstattung über besonders wichtige
Prüfungssachverhalte i.S.d. IDW EPS 401 nur auf Grundlage einer entsprechenden
Beauftragung durch das geprüfte Unternehmen zulässig.55
A40 Nach IDW PS 220 hat der Abschlussprüfer regelmäßig in dem
Auftragsbestätigungsschreiben Art und Umfang der Berichterstattung anzusprechen.
Wenn die Mitteilung besonders wichtiger Prüfungssachverhalte allein auf Grundlage
einer entsprechenden Beauftragung erfolgt, wird der Abschlussprüfer daher im
Auftragsbestätigungsschreiben darauf hinweisen, dass der Bestätigungsvermerk eine
solche Berichterstattung umfassen wird. Auch wenn der Abschlussprüfer gesetzlich
verpflichtet ist, über besonders wichtige Prüfungssachverhalte im
Bestätigungsvermerk zu berichten, ist es hilfreich, wenn er bereits im
Auftragsbestätigungsschreiben darauf hinweist.56

Verantwortung für den Abschluss [Tz. 46–49]


A41 IDW PS 200 stellt die Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für die
Rechnungslegung des Unternehmens dar.57 Die gesetzlichen Vertreter übernehmen
die Verantwortung für die Aufstellung des Abschlusses in Übereinstimmung mit den
maßgebenden Rechnungslegungsgrundsätzen sowie – sofern einschlägig – für die
sachgerechte Gesamtdarstellung des Abschlusses. Die gesetzlichen Vertreter
übernehmen auch die Verantwortung für solche internen Kontrollen, die sie (ggf. in
Übereinstimmung mit den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung) als
notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Abschlusses zu ermöglichen,
der frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Angaben
ist (rechnungslegungsbezogenes internes Kontrollsystem). Die Beschreibung der
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter im Bestätigungsvermerk enthält einen
Hinweis auf beide Verantwortungen, um dazu beizutragen, den Adressaten die
Voraussetzungen zu erklären, unter denen eine Abschlussprüfung durchgeführt wird.

55
Vgl. IDW EPS 401, Tz. 5 i.V.m. Tz. A9.
56
Vgl. IDW PS 220, Tz. 19.
57
Vgl. IDW Prüfungsstandard: Ziele und allgemeine Grundsätze der Durchführung von Abschlussprüfungen (IDW
PS 200) (Stand: 03.06.2015), Tz. 31.

39
IDW EPS 400 n.F.

A42 In der Regel werden die für die Aufstellung Verantwortlichen die gesetzlichen
Vertreter sein. Anstelle des Begriffs „gesetzliche Vertreter“ kann der Abschlussprüfer
auch einen anderen, im jeweiligen Zusammenhang zutreffenden Begriff für die für die
Aufstellung Verantwortlichen verwenden, z.B.
 bei einer AG und dualistisch strukturierten SE: Vorstand
 bei einer GmbH: Geschäftsführung
 bei einer monistisch strukturierten SE: geschäftsführende Direktoren.
A43 Die Anlage zu diesem IDW Prüfungsstandard enthält Beispiele, wie die Anforderung
aus Tz. 47 a) umgesetzt wird. Beispielsweise wird bei den deutschen
handelsrechtlichen Vorschriften insb. zwischen den für Kapitalgesellschaften
geltenden Vorschriften des HGB (§§ 238 bis 256a und 264 bis 288 HGB, §§ 290 bis
314 HGB) als Rechnungslegungsgrundsätze zur sachgerechten Gesamtdarstellung
und den für alle Kaufleute geltenden Vorschriften des HGB (§§ 238 bis 256a HGB)
als Rechnungslegungsgrundsätze zur Ordnungsmäßigkeit unterschieden. Wenn
andere maßgebende Rechnungslegungsgrundsätze als die in diesen Beispielen
genannten angewendet werden, kann es erforderlich sein, die Formulierungen
anzupassen, um die Anwendung der anderen Rechnungslegungsgrundsätze unter
den gegebenen Umständen widerzuspiegeln.
A44 Die Anlage zu diesem IDW Prüfungsstandard enthält Beispiele, wie die Anforderung
aus Tz. 47 umgesetzt wird. Dabei wird auch dargestellt, wie die Anforderung zur
Beschreibung, unter welchen Voraussetzungen die Anwendung des
Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit
angemessen ist, formuliert werden kann.

Überwachung des Rechnungslegungsprozesses (vgl. Tz. 48)


A45 Im deutschen Rechtsraum besteht i.d.R. eine Differenzierung zwischen gesetzlichen
Vertretern und Aufsichtsorgan (z.B. Aufsichtsrat oder Beirat). IDW EPS 470 n.F. stellt
dar, wie der Abschlussprüfer die Personen oder Unternehmensorgane bestimmt, mit
denen die Kommunikation mit dem Aufsichtsorgan durchzuführen ist. Im
Bestätigungsvermerk sind nur solche Aufsichtsorgane zu benennen, bei denen eine
rechtliche Verpflichtung zur Überwachung des Rechnungslegungsprozesses besteht
(z.B. aus Gesetz oder aus dem Gesellschaftsvertrag). Eine
Gesellschafterversammlung einer GmbH, die bspw. berechtigt aber nicht rechtlich
verpflichtet ist, die Aufsicht über den Rechnungslegungsprozess auszuüben, ist
demnach nicht im Bestätigungsvermerk zu nennen. Unterscheiden sich gesetzliche
Vertreter und Aufsichtsorgan kann bspw. die Überschrift „Verantwortung der
gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Abschluss“ zutreffend sein.
A46 Gemäß Tz. 48 sind bei der Beschreibung der Verantwortung für die Überwachung
des Rechnungslegungsprozesses das verantwortliche Aufsichtsorgan zu nennen. Im
jeweiligen Zusammenhang kann die Verwendung der folgenden Begriffe zutreffend
sein, z.B.
 bei einer AG und dualistisch strukturierten SE: Aufsichtsrat

40
IDW EPS 400 n.F.

 bei einer GmbH: Gesellschafterversammlung, ggf. Beirat, ggf. Aufsichtsrat,


sofern diese zur Aufsicht über den Rechnungslegungsprozess rechtlich
verpflichtet sind
 bei einer monistisch strukturierten SE: Verwaltungsrat.
Wenn die Personen, die für die Aufsicht über die Aufstellung verantwortlich sind,
identisch sind mit den gesetzlichen Vertreter (z.B. Einmann-GmbH), so ist ein
Hinweis auf die Verantwortung für die Aufsicht nicht erforderlich. Ein solcher Hinweis
kann jedoch für das Verständnis der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter
hilfreich sein. Wenn einige, aber nicht alle, der Personen, die in die Aufsicht über die
Aufstellung eingebunden sind, auch an der Aufstellung des Abschlusses beteiligt
sind, kann es notwendig sein, die Benennung, die nach Tz. 48 dieses IDW
Prüfungsstandards erforderlich ist, so zu modifizieren, dass sie in angemessener
Weise die besonderen Umstände des Unternehmens widerspiegelt.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Abschlusses [Tz. 50–
54]
A47 Die Beschreibung der Verantwortung des Abschlussprüfers, die nach den Tz. 50–54
dieses IDW Prüfungsstandards erforderlich ist, ist für die Prüfung eines
Konzernabschlusses in Beispiel 2 in der Anlage dieses IDW Prüfungsstandards
dargestellt.

Beschreibung der Wesentlichkeit (vgl. Tz. 51 c) ii)))


A48 Die Anlage zu diesem IDW Prüfungsstandard enthält Beispiele, wie die Anforderung
aus Tz. 51 c) erfüllt werden kann. Wenn andere maßgebende
Rechnungslegungsgrundsätze als die in den Beispielen genannten angewendet
werden, kann es notwendig sein, diese Beispiele anzupassen, um die Anwendung
der anderen Rechnungslegungsgrundsätze unter den gegebenen Umständen
widerzuspiegeln.

Beschreibung der Verantwortung des Konzernabschlussprüfers (Tz. 52 c))


A49 Die Erklärungen nach Tz. 52 c) können auch im Rahmen der Prüfung eines
Jahresabschlusses sinnvoll sein, wenn der Abschlussprüfer hierbei die
Anforderungen des IDW PS 320 n.F. sinngemäß beachtet.

Erklärung des Abschlussprüfers gegenüber dem Aufsichtsorgan zur Unabhängigkeit


(Tz. 54 b))
A50 Gemäß Artikel 6 Abs. 2 EU-APrVO erklärt der Abschlussprüfer einmal jährlich seine
Unabhängigkeit gegenüber dem Aufsichtsorgan. Des Weiteren sehen die
Verhaltensempfehlungen in Abschn. 7.2 des Deutschen Corporate Governance
Kodex u.a. vor, dass der Aufsichtsrat von dem vorgesehenen Abschlussprüfer im
Vorfeld der Unterbreitung des Wahlvorschlags an die Hauptversammlung eine sog.

41
IDW EPS 400 n.F.

Unabhängigkeitserklärung einholt.58 In dieser erklärt der Abschlussprüfer


zeitpunktbezogen seine Unabhängigkeit und erklärt weiterhin, dass er für die Zukunft
betrachtet dafür Sorge trägt, dass sich Bedenken gegen seine Unabhängigkeit nicht
ergeben. Ein Formulierungsbeispiel für beide Erklärungen ist in IDW PS 345, Anlage
2 enthalten.
A51 Darüber hinaus erklärt der Abschlussprüfer zum Abschluss der Prüfung gegenüber
dem Aufsichtsorgan seine Unabhängigkeit im Prüfungsbericht nach Artikel 11 EU-
APrVO.59

Ort der Beschreibung der Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des
Abschlusses (vgl. Tz. 55, 79 k))
A52 Informationen, die von den Tz. 52–54 in diesem IDW Prüfungsstandard gefordert
sind, können als Anlage zum Bestätigungsvermerk oder durch einen Verweis auf die
IDW Website aufgenommen werden.

Verweis auf die Anlage (vgl. Tz. 55 b), 79 k))


A53 Textziffer 55 erlaubt dem Abschlussprüfer, die nach den Tz. 52–54 erforderlichen
Erklärungen, die die Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des
Abschlusses beschreiben, als Anlage zum Bestätigungsvermerk aufzunehmen,
vorausgesetzt, dass innerhalb des Bestätigungsvermerks in angemessener Weise
auf die Anlage verwiesen wird. Nachfolgendes Beispiel zeigt, wie im Vermerk über
die Prüfung des Abschlusses im Anschluss an die Erklärungen gemäß Tz. 46–49 ein
solcher Verweis auf die Anlage erfolgen könnte:
„Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des … [Jahres- /
Konzernabschlusses]
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der …
[Jahres- / Konzernabschluss] als Ganzes frei von wesentlichen – beabsichtigten oder
unbeabsichtigten – falschen Angaben ist, und einen Vermerk zu erteilen, der unser
Prüfungsurteil zum … [Jahres- / Konzernabschluss] beinhaltet. Hinreichende
Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in
Übereinstimmung mit § 317 HGB und unter Beachtung der vom Institut der
Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger
Abschlussprüfung durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Angabe
stets aufdeckt. Falsche Angaben können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten
resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet
werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses …
[Jahres- / Konzernabschlusses] getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von
Adressaten beeinflussen.

58
Vgl. IDW Prüfungsstandard: Auswirkungen des Deutschen Corporate Governance Kodex auf die
Abschlussprüfung (IDW PS 345) (Stand: 08.09.2016), Tz. 2.
59
Vgl. IDW EPS 450 n.F., Tz. P23a/1 f.

42
IDW EPS 400 n.F.

Die Anlage zu diesem Bestätigungsvermerk enthält eine weitergehende


Beschreibung unserer Verantwortung für die Prüfung des … [Jahres- /
Konzernabschlusses]. Diese Beschreibung ist Bestandteil unseres
Bestätigungsvermerks.“

Verweis auf die IDW Website (vgl. Tz. 55 c), 56, 79 k))
A54 Die Informationen auf der IDW Website, die mittels spezifischen Verweises auf die
Stelle der Website, an der solche Informationen zu finden sind, im
Bestätigungsvermerk enthalten sind, können die Tätigkeit des Abschlussprüfers oder
die Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit den IDW Prüfungsstandards
weitergehend beschreiben, dürfen aber nicht im Widerspruch zu der nach den Tz.
52–54 dieses IDW Prüfungsstandards erforderlichen Beschreibung stehen. Dies
bedeutet, dass der Wortlaut der Beschreibung der Verantwortung des
Abschlussprüfers auf der IDW Website ausführlicher sein darf oder auf sonstige
Sachverhalte hinweisen darf, die mit einer Abschlussprüfung zusammenhängen,
sofern ein solcher Wortlaut die in den Tz. 52–54 angesprochenen Sachverhalte
wiedergibt und diesen nicht widerspricht.
A55 Nachfolgendes Beispiel zeigt, wie ein solcher Verweis auf die Website des IDW im
Vermerk über die Prüfung des Abschlusses erfolgen könnte:
„Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des … [Jahres- /
Konzernabschlusses]
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der …
[Jahres- / Konzernabschluss] als Ganzes frei von wesentlichen – beabsichtigten oder
unbeabsichtigten – falschen Angaben ist, und einen Vermerk zu erteilen, der unser
Prüfungsurteil zum … [Jahres- / Konzernabschluss] beinhaltet. Hinreichende
Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in
Übereinstimmung mit § 317 HGB und unter Beachtung der vom Institut der
Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger
Abschlussprüfung durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Angabe
stets aufdeckt. Falsche Angaben können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten
resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet
werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses …
[Jahres- / Konzernabschlusses] getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von
Adressaten beeinflussen.
Die Website des Instituts der Wirtschaftsprüfer(IDW) enthält unter ... [Webadresse]
eine weitergehende Beschreibung der Verantwortung des Abschlussprüfers für die
Prüfung des … [Jahres- / Konzernabschlusses]. Diese Beschreibung ist Bestandteil
unseres Bestätigungsvermerks.“

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen [Tz. 57–69]


A56 Der Bestätigungsvermerk beinhaltet ausschließlich ein auf Abschluss und – sofern
einschlägig – Lagebericht bezogenes Prüfungsurteil des Abschlussprüfers, sofern der

43
IDW EPS 400 n.F.

Bestätigungsvermerk nicht aufgrund gesetzlicher Vorschriften nach Bundes- oder


Landesrecht ausdrücklich zu erweitern ist. Beispiele für gesetzlich vorgeschriebene
Erweiterungen des Bestätigungsvermerks um zusätzliche Aussagen sind die §§ 6b
EnWG, 8 Abs. 3 UBGG, 30 KHGG NRW und 20 SKHG. In gleicher Weise kann bei
landesrechtlichen Vorschriften verfahren werden, wenn zwar das anzuwendende
Landesrecht eine solche Erweiterung nicht vorsieht, diese aber durch Beauftragung
analog zu gesetzlichen Vorschriften in anderen Bundesländern zum Gegenstand der
Berichterstattung im Bestätigungsvermerk gemacht wird.
Sehen gesetzliche Vorschriften eine Erweiterung des Auftrags, nicht aber eine
Aussage darüber ausdrücklich im Bestätigungsvermerk vor, nimmt der
Abschlussprüfer die Prüfungsaussagen in Einklang mit IDW EPS 450 n.F. in den
Prüfungsbericht auf. Dies gilt bspw. für die Prüfung gemäß § 317 Abs. 4 HGB über
die Maßnahmen zur Risikofrüherkennung nach § 91 Abs. 2 AktG. Entsprechend lässt
sich aus § 53 i.V.m. § 58 GenG eine Berichterstattung über die wirtschaftlichen
Verhältnisse und die Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsführung im Prüfungsbericht
herleiten. Gleiches gilt für bestimmte branchenspezifische Prüfungspflichten (z.B. §
29 KWG für Kreditinstitute), für die die Berichterstattung zusätzlich in
Prüfungsberichtsverordnungen geregelt ist.
A57 Nach § 317 Abs. 1 Satz 2 HGB hat sich die gesetzliche Abschlussprüfung auch
darauf zu erstrecken, ob die rechnungslegungsbezogenen Bestimmungen des
Gesellschaftsvertrags resp. der Satzung, die die gesetzlichen Vorschriften ergänzen,
beachtet worden sind. Gesellschaftsvertragliche Bestimmungen betreffen in der
Praxis entweder Vorgaben für die Gewinnverwendung oder für die Rechnungslegung.
Handelt es sich bei den gesellschaftsvertraglichen Bestimmungen ausschließlich um
Gewinnverwendungsvorgaben, scheidet die Aufnahme einer diesbezüglichen
Aussage in den Bestätigungsvermerk aus, weil sich die gesellschaftsvertraglichen
Bestimmungen nicht unmittelbar auf die Rechnungslegung beziehen.
Werden hingegen Rechnungslegungsvorgaben gemacht, entspricht die
Rechnungslegung nur dann den maßgebenden Rechnungslegungsgrundsätzen,
wenn auch die gesellschaftsvertraglichen bzw. satzungsmäßigen Bestimmungen
erfüllt sind. Bestimmungen des Gesellschaftsvertrages resp. der Satzung, die
Auswirkungen auf die Rechnungslegung haben, sind bspw. solche, die die
disponiblen gesetzlichen Vorgaben zur Rücklagendotierung und -verwendung der §§
58 Abs. 1 und 2 sowie 150 Abs. 3 und 4 AktG abweichend regeln, oder Regelungen
zur Ausübung gesetzlicher Wahlrechte. Werden die gesellschaftsvertraglichen bzw.
satzungsmäßigen Bestimmungen mit Rechnungslegungsbezug eingehalten, ist eine
explizite Feststellung im Prüfungsurteil zu ihrer Einhaltung nicht erforderlich, weil
diese Aussage bereits durch die Bestätigung der Einhaltung der maßgebenden
Rechnungslegungsgrundsätze abgedeckt ist. IDW EPS 405 regelt die
anzuwendenden Grundsätze, wenn solche Bestimmungen mit
Rechnungslegungsbezug nicht eingehalten sind.
A58 Die Tz. 57–59 dieses IDW Prüfungsstandards lassen eine kombinierte Darstellung
sonstiger Pflichtangaben und der nach diesem IDW Prüfungsstandard bestehenden
Berichterstattungspflichten über die Prüfung des Abschlusses nur zu, wenn sie

44
IDW EPS 400 n.F.

dieselben Themen behandeln und der Wortlaut des Vermerks über die Prüfung des
Abschlusses deutlich zwischen den sonstigen Pflichtangaben und den nach diesem
IDW Prüfungsstandard bestehenden Pflichtangaben in Zusammenhang mit der
Prüfung des Abschlusses unterscheidet. Bei einer solchen eindeutigen
Unterscheidung kann es erforderlich sein, dass im Vermerk über die Prüfung des
Abschlusses auf die Quelle der sonstigen Pflichtangaben hingewiesen wird.
Ein Beispiel hierfür ist die Erklärung des Abschlussprüfers gemäß Artikel 10 Abs. 2
Buchst. f) der EU-APrVO, dass er keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach
Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht hat und bei der Durchführung der
Abschlussprüfung seine Unabhängigkeit von dem Unternehmen gewahrt hat, welche
nach Tz. 41 im „Vermerk über die Prüfung des Abschlusses“ zu platzieren ist.
Ansonsten ist es erforderlich, dass sonstige Pflichtangaben in einem gesonderten
Abschnitt im Bestätigungsvermerk unter der Überschrift „Sonstige gesetzliche und
andere rechtliche Anforderungen“ oder einer anderweitigen dem Inhalt des Abschnitts
angemessenen Überschrift behandelt werden. Dies betrifft beispielsweise die nach
Landeskrankenhausgesetzen im Bestätigungsvermerk aufzunehmende Erklärung,
dass die Prüfung der zweckentsprechenden, sparsamen und wirtschaftlichen
Verwendung der Fördermittel zu keinen Einwendungen geführt hat60, nicht die im
Abschnitt „Grundlage für das Prüfungsurteil“ behandelten Pflichten und deren
Beachtung durch den Abschlussprüfer und ist daher in dem gesonderten Abschnitt
„Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen“ zu platzieren.

Vermerk über die Prüfung des Lageberichts [Tz. 60–68]


A59 Der Vermerk über die Prüfung des Lageberichts ist ein Unterfall der in Tz. 57–59 ff.
behandelten sonstigen Pflichtangaben im Bestätigungsvermerk.
A60 Der Vermerk über die Prüfung des Lageberichts kann durch eigene
Zwischenüberschriften gegliedert werden, die sich zweckmäßigerweise an die
Zwischenüberschriften des Vermerks über die Prüfung des Abschlusses anlehnen.
Die Reihenfolge der Aussagen in Zusammenhang mit der Prüfung des Lageberichts
ist nur hinsichtlich des Prüfungsurteils und des Abschnitts zur Grundlage für das
Prüfungsurteil festgelegt. Auch diesbezüglich ist eine Anlehnung an den Vermerk über
die Prüfung des Abschlusses zweckmäßig.
A61 Die Anforderungen der Tz. 60–68 gelten auch für die Prüfung eines freiwillig
aufgestellten Lageberichts. Sofern nach gesetzlichen Vorschriften zulässigerweise
kein Lagebericht aufgestellt wird (z.B. § 264 Abs. 1 Satz 4 HGB) entfällt im
Bestätigungsvermerk der Vermerk über die Prüfung des Lageberichts.
A62 Die Ausführungen in Tz. A57 gelten entsprechend für rechnungslegungsbezogene
Bestimmungen des Gesellschaftsvertrags resp. der Satzung, die die gesetzlichen
Vorschriften zum Lagebericht ergänzen.

60
Vgl. IDW Prüfungshinweis: Zur Erteilung des Bestätigungsvermerks bei Krankenhäusern (IDW PH 9.400.1)
(Stand: 01.04.2008).

45
IDW EPS 400 n.F.

A63 Die vom IDW festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger


Lageberichtsprüfung sind in IDW EPS 350 n.F. dargelegt.

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO [Tz. 69]


A64 Die Bestellung des Abschlussprüfers umfasst die Wahl und die Beauftragung. Die für
die Wahl bzw. Beauftragung zuständigen Organe sind in den jeweiligen
gesellschaftsrechtlichen Vorschriften festgelegt. Beispielsweise sind bei einer
Aktiengesellschaft die Hauptversammlung für die Wahl und der Aufsichtsrat für die
Beauftragung zuständig.
A65 Die Anforderung, dass das Prüfungsurteil und der Prüfungsbericht in Einklang stehen
müssen, ist als Widerspruchsfreiheit aufzufassen, d.h. die Aussagen und
Beurteilungen dürfen nicht im Widerspruch zueinander stehen.61
A66 Die nach Artikel 10 Abs. 2 Buchst. g) EU-APrVO geforderten Angaben werden im
Falle eines PIE als Tochterunternehmen nicht durch einen Verweis auf die Angaben
im Konzernanhang aufgrund von § 285 Nr. 17 letzter Satzteil HGB erfüllt.
A67 Die Pflichtangaben nach
 Artikel 10 Abs. 2 Buchst. c) EU-APrVO (Angaben zu den bedeutsamsten
beurteilten Risiken wesentlicher falscher Darstellungen),
 Artikel 10 Abs. 2 Buchst. d) EU-APrVO (Eignung der Abschlussprüfung zur
Aufdeckung von Unregelmäßigkeiten, einschl. Betrug) und
 Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO (Erklärung zu verbotenen
Nichtprüfungsleistungen)
sind bereits im Rahmen des Abschnitts „Vermerk zur Prüfung des Abschlusses“
berücksichtigt und daher nicht zusätzlich noch in den gesonderten Abschnitt
„Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen“ aufzunehmen.

Datum, Unterschrift und Erteilung des Bestätigungsvermerks [Tz. 72–78]


A68 Das Datum des Bestätigungsvermerks informiert dessen Adressaten darüber, dass
der Abschlussprüfer die Auswirkungen von Ereignissen und Geschäftsvorfällen
berücksichtigt hat, die ihm bekannt geworden und bis zu diesem Datum eingetreten
sind. Die Verantwortung des Abschlussprüfers im Zusammenhang mit Ereignissen
und Geschäftsvorfällen nach dem Datum des Bestätigungsvermerks wird in IDW PS
203 n.F.62 behandelt.
A69 Eine vorherige Mitteilung über die Absicht, einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, ist
keine Erteilung des Bestätigungsvermerks. Eine Erteilung darf vor Abschluss der
materiellen Prüfungshandlungen nicht ohne Vorbehalt angekündigt werden.
A70 Bei einer ggf. vom Auftraggeber gewünschten Berichterstattung über den Stand der
Prüfung ist es regelmäßig geboten klarzustellen, dass die Prüfung noch nicht

61
Vgl. IDW EPS 450 n.F., Tz. P8/1.
62
Vgl. IDW PS 203 n.F., Tz. 18 ff.

46
IDW EPS 400 n.F.

materiell abgeschlossen ist, und der Eindruck vermieden werden, dass mit dieser
Berichterstattung schon erste Prüfungsurteile abgegeben werden.
A71 Wird eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft beauftragt, kann im Falle der gesetzlichen
Abschlussprüfung die Unterschrift nur durch vertretungsberechtigte Personen
erfolgen, die zugleich Wirtschaftsprüfer oder – bei der Prüfung von mittelgroßen
GmbH – vereidigte Buchprüfer sind (§ 32 WPO).

Bestätigungsvermerke für Abschlussprüfungen, die auftragsgemäß unter


ergänzender Beachtung der ISA durchgeführt wurden [Tz. 80]
A72 Der Abschlussprüfer darf im Bestätigungsvermerk zusätzlich zu den vom IDW
festgestellten deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung (GoA) auf
die ISA nur Bezug nehmen, wenn er zusätzlich zu den relevanten GoA jeden der für
die Prüfung relevanten ISA einhält.
A73 Eine Bezugnahme auf sowohl die GoA als auch auf die ISA ist nicht angemessen,
falls ein Widerspruch zwischen den Anforderungen der ISA und denjenigen der GoA
besteht, der den Abschlussprüfer dazu veranlassen würde, ein anderes
Prüfungsurteil abzugeben oder keinen Hinweis zur Hervorhebung eines Sachverhalts
oder auf einen sonstigen Sachverhalt aufzunehmen, der unter den jeweiligen
Umständen nach den ISA erforderlich ist. In einem solchen Fall bezieht sich der
Bestätigungsvermerk nur auf die GoA.

Sonderfragen beim Bestätigungsvermerk [Tz. 81–94]


Kündigung des Prüfungsauftrags [Tz. 81]
A74 Nach Maßgabe von § 318 Abs. 6 Satz 4 HGB hat der Abschlussprüfer einen Bericht
über das Ergebnis der bisherigen Prüfung zu erstatten, wenn ein Prüfungsauftrag aus
wichtigem Grund nach § 318 Abs. 6 Satz 1 HGB gekündigt wird (vgl. IDW EPS 450
n.F., Tz. 150 ff.).

Nachtragsprüfung [Tz. 82–85]


A75 Die Nachtragsprüfung kann nur durch den bestellten Abschlussprüfer durchgeführt
werden.
A76 Für den nach den Grundsätzen des IDW EPS 406 aufzunehmenden Hinweis wird die
folgende Formulierung empfohlen, falls die Nachtragsprüfung zu keiner Modifikation
des betreffenden Prüfungsurteils geführt hat:
„Diesen Bestätigungsvermerk erteilen wir aufgrund unserer pflichtgemäßen, am ...
[Datum1] abgeschlossenen Abschlussprüfung und unserer am ... [Datum2]
abgeschlossenen Nachtragsprüfung, die sich auf die Änderung(en) des/der ...
[geänderte Posten bzw. Angaben] bezog. Auf die Darstellung der Änderung(en) durch
die gesetzlichen Vertreter im geänderten Anhang, Abschnitt ... sowie im geänderten
Lagebericht, Abschnitt ... wird verwiesen. Das Prüfungsurteil zum Jahresabschluss

47
IDW EPS 400 n.F.

und das Prüfungsurteil zum Lagebericht haben sich aufgrund der Nachtragsprüfung
gegenüber den Prüfungsurteilen vor der/diesen Änderung(en) nicht geändert.“

Widerruf des Bestätigungsvermerks [Tz. 86–89]


A77 Der Anwendung der Grundsätze für eine Nachtragsprüfung, wenn nach dem Widerruf
der Jahresabschluss oder der Lagebericht geändert wird, steht nicht entgegen, dass
mit dem Widerruf der ursprünglich erteilte Bestätigungsvermerk entfallen ist.
A78 In der Regel ist das nach einem Widerruf zu erteilende Prüfungsurteil zu modifizieren,
wenn das Unternehmen nicht bereit ist, die notwendigen Schritte zu einer Änderung
des geprüften Abschlusses oder Lageberichts zu unternehmen. Zusätzliche
Prüfungshandlungen über die Feststellung und Beurteilung des Mangels hinaus sind
nicht zu treffen; es handelt sich daher nicht um einen Fall der Nachtragsprüfung.
A79 Ein falscher Eindruck über das Ergebnis der Abschlussprüfung kann bspw. dadurch
vermieden werden, dass in einem Folgeabschluss Mängel unter Berücksichtigung
gebotener Ausweis- und Erläuterungspflichten offen korrigiert sind.
A80 Ein Mangel kann bspw. dann seine Bedeutung verloren haben, wenn sich der Fehler
auf den gegenwärtigen oder auf künftige Abschlüsse nicht mehr auswirkt.
A81 Das Einholen rechtlichen Rats kann sich mit Rücksicht auf die erheblichen
Auswirkungen eines Widerrufs oder seiner Unterlassung empfehlen.

Aufschiebende Bedingung [Tz. 90–92]


A82 Ein Bestätigungsvermerk unter aufschiebender Bedingung ist noch nicht erteilt, der
entsprechende Jahresabschluss gilt also rechtlich noch nicht als geprüft. Erst mit
Erfüllung der Bedingung wird der Bestätigungsvermerk wirksam. Der Nachweis des
Eintritts der Bedingung ist durch das geprüfte Unternehmen zu führen. Der
Abschlussprüfer ist nicht verpflichtet, den Eintritt der Bedingung zu prüfen und zu
bestätigen, jedoch sollte die Verwendung des Bestätigungsvermerks ohne die
Bedingung mit ihm abgestimmt werden.
A83 Bei einer vereinbarten, auf den Abschluss zurückwirkenden Kapitaländerung im
Zusammenhang mit Sanierungen, die zu ihrer Wirksamkeit noch weiterer, von der
Feststellung des Jahresabschlusses unabhängiger Beschlüsse (z.B. der
Gesellschafterversammlung, der Hauptversammlung, des Aufsichtsrats) oder noch
der Eintragung in das Handelsregister bedürfen, kann ein Bestätigungsvermerk unter
aufschiebender Bedingung erteilt werden, wenn die Kapitaländerung bereits im
Jahresabschluss berücksichtigt ist.
A84 Gemäß §§ 234, 235 AktG bzw. §§ 58e, 58f GmbHG wird der Bestätigungsvermerk im
Fall einer vereinfachten Kapitalherabsetzung mit anschließender Kapitalerhöhung nur
dann ohne eine aufschiebende Bedingung verwendet werden können, wenn der
konstitutive Handelsregistereintrag erfolgt ist.
A85 Die Erteilung eines Bestätigungsvermerks unter aufschiebender Bedingung, wenn der
Vorjahresabschluss in der im geprüften Abschluss berücksichtigten Fassung noch

48
IDW EPS 400 n.F.

nicht festgestellt wurde, ist dann nicht erforderlich, wenn mit hinreichender Sicherheit
davon ausgegangen werden kann, dass der noch nicht festgestellte
Vorjahresabschluss ohne Feststellung beibehalten werden soll.
A86 Berücksichtigt der Abschluss unzulässigerweise Auswirkungen zukünftiger
Ereignisse, die auch nach ihrem Eintritt nicht auf den zu prüfenden Abschluss
zurückwirken, ist das Prüfungsurteil nach den in IDW EPS 405 dargestellten
Grundsätzen zu modifizieren. Dies gilt z.B., wenn die Passivierung einer
Verbindlichkeit unterlassen wurde, für die erst im neuen Geschäftsjahr ein wirksamer
Forderungsverzicht erklärt wurde.
A87 Für einen aufschiebend bedingt erteilten Bestätigungsvermerk wird eine Formulierung
entsprechend dem folgenden Beispiel empfohlen:
„Unter der Bedingung, dass ... [z.B. die beschlossene, im Jahresabschluss
berücksichtigte vereinfachte Kapitalherabsetzung mit anschließender
Kapitalerhöhung im Handelsregister eingetragen wird], erteile ich / erteilen wir den
nachstehenden Bestätigungsvermerk:
Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers
.......“

Zusammengefasster Bestätigungsvermerk [Tz. 93]


A88 Nach § 325 Abs. 3a Satz 2 HGB darf ein zusammengefasster Bestätigungsvermerk
nur erteilt werden, wenn der Konzernabschluss zusammen mit dem Jahresabschluss
des Mutterunternehmens oder mit einem von diesem aufgestellten Einzelabschluss
nach § 325 Abs. 2a HGB bekannt gemacht wird.

Verwendung des Bestätigungsvermerks [Tz. 95 ff.]


A89 Der Bestätigungsvermerk bezieht sich auf den aufgestellten Jahresabschluss. Macht
ein Unternehmen von Offenlegungserleichterungen gemäß §§ 326 f. HGB Gebrauch,
so kann der Bestätigungsvermerk nur dann mit dem offen zu legenden
Jahresabschluss offengelegt werden, wenn von dem Unternehmen gleichzeitig darauf
hingewiesen wird, dass sich der Bestätigungsvermerk auf den vollständigen
Jahresabschluss bezieht (§ 328 Abs. 1a Satz 2 HGB). Wird der Jahresabschluss in
Veröffentlichungen und Vervielfältigungen nicht in der geprüften Form
wiedergegeben, darf ein Bestätigungsvermerk nicht beigefügt werden (§ 328 Abs. 2
Satz 2 HGB).
A90 Für den Hinweis nach § 328 Abs. 1a Satz 2 HGB, dass der Bestätigungsvermerk sich
auf den vollständigen Jahresabschluss und Lagebericht bezieht, wird die folgende
Formulierung empfohlen:
„In dem beigefügten, zur Offenlegung bestimmten verkürzten Jahresabschluss [Bilanz
und Anhang] wurden die größenabhängigen Erleichterungen nach § 327 HGB in
Anspruch genommen. Zu dem vollständigen Jahresabschluss und dem Lagebericht
wurde folgender Bestätigungsvermerk erteilt: […].“

49
IDW EPS 400 n.F.

A91 Für den gesonderten Vermerk des Abschlussprüfers über die Prüfung der
zutreffenden Inanspruchnahme von Offenlegungserleichterungen im zur Offenlegung
bestimmten Jahresabschluss wird folgende Formulierung empfohlen:
„In dem beigefügten, zur Offenlegung bestimmten verkürzten Jahresabschluss [Bilanz
und Anhang] wurden die größenabhängigen Erleichterungen nach § 327 HGB
zutreffend in Anspruch genommen. Zu dem vollständigen Jahresabschluss und dem
Lagebericht haben wir folgenden Bestätigungsvermerk erteilt: […].“

50
IDW EPS 400 n.F.

Anlage: Beispiele für Bestätigungsvermerke


(vgl. Tz. A17)
1.  Uneingeschränkter Bestätigungsvermerk aufgrund einer gesetzlichen
Abschlussprüfung, bei einem nach §§ 242 bis 256a und 264 bis 289 HGB
aufgestellten Jahresabschluss und Lagebericht eines Unternehmens, das kein
Unternehmen von öffentlichem Interesse i.S.d. § 319a Abs. 1 Satz 1 HGB ist 
1.1.  Ohne Auslagerung eines Teils der Beschreibung der Verantwortung des
Abschlussprüfers 
1.2.  Mit Auslagerung eines Teils der Beschreibung der Verantwortung des
Abschlussprüfers in eine Anlage zum Bestätigungsvermerk 
1.3.  Mit Auslagerung eines Teils der Beschreibung der Verantwortung des
Abschlussprüfers auf die IDW Website 
2.  Uneingeschränkter Bestätigungsvermerk aufgrund einer gesetzlichen
Abschlussprüfung, die ggf. unter ergänzender Beachtung der ISA durchgeführt
wurde, bei einem nach § 315a HGB aufgestellten Konzernabschluss und
Konzernlagebericht eines Unternehmens von öffentlichem Interesse i.S.d. § 319a
Abs. 1 Satz 1 HGB. 

51
IDW EPS 400 n.F.

1. Uneingeschränkter Bestätigungsvermerk aufgrund einer gesetzlichen


Abschlussprüfung, bei einem nach §§ 242 bis 256a und 264 bis 289 HGB
aufgestellten Jahresabschluss und Lagebericht eines Unternehmens, das kein
Unternehmen von öffentlichem Interesse i.S.d. § 319a Abs. 1 Satz 1 HGB ist
1.1. Ohne Auslagerung eines Teils der Beschreibung der Verantwortung des
Abschlussprüfers

Für Zwecke dieses beispielhaften Bestätigungsvermerks werden folgende Gegebenheiten


angenommen:
 Prüfung eines Jahresabschlusses (bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung
sowie Anhang) und Lageberichts eines Unternehmens, das kein Unternehmen von
öffentlichem Interesse i.S.d. § 319a Abs. 1 Satz 1 HGB ist, unter Anwendung von
Rechnungslegungsgrundsätzen zur sachgerechten Gesamtdarstellung.
 Der Jahresabschluss ist von den gesetzlichen Vertretern in Übereinstimmung mit den für
mittelgroße oder große Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften
(Rechnungslegungsgrundsätze für allgemeine Zwecke) aufgestellt.
 Der Abschlussprüfer ist zu dem Schluss gekommen, dass ein nicht modifiziertes
Prüfungsurteil auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise angemessen ist.
 Die deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften umfassen
sämtliche relevanten deutschen Berufspflichten, die bei der Abschlussprüfung
einschlägig sind.
 Auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise ist der Abschlussprüfer zu dem
Schluss gekommen, dass keine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit
Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des
Unternehmens zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit in Übereinstimmung mit IDW
EPS 270 n.F. aufwerfen können.
 Eine Pflicht, besonders wichtige Prüfungssachverhalte in Übereinstimmung mit IDW EPS
401 mitzuteilen, besteht nicht.
 Der Abschlussprüfer hat sämtliche zusätzlichen Informationen vor dem Datum des
Bestätigungsvermerks erhalten und hat keine offensichtlichen wesentlichen falschen
Angaben der zusätzlichen Informationen („material misstatement of the other
information“) identifiziert.
 Es handelt sich um eine GmbH mit Aufsichtsorgan i.S.d. IDW EPS 470 n.F. Es besteht
keine Personenidentität von Aufsichtsorgan und den für die Aufstellung Verantwortlichen.
 Zusätzlich zur Prüfung des Jahresabschlusses hat der Abschlussprüfer sonstige nach
deutschem Recht erforderliche Pflichtangaben im Bestätigungsvermerk zu machen,
nämlich den Vermerk über die Prüfung des Lageberichts zu erteilen.

52
IDW EPS 400 n.F.

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN


ABSCHLUSSPRÜFERS
An die … [Gesellschaft]

VERMERK ÜBER DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES


Prüfungsurteil zum Jahresabschluss
Wir haben den Jahresabschluss der … [Gesellschaft] – bestehend aus der Bilanz zum …
[Datum] und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom … [Datum] bis zum
… [Datum] sowie dem Anhang, einschließlich der dort dargestellten Bilanzierungs- und
Bewertungsmethoden – geprüft.
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 zweiter Halbsatz HGB erklären wir, dass nach unserer
Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse der beigefügte
Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften
geltenden handelsrechtlichen Vorschriften entspricht und unter Beachtung der deutschen
Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen
entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum ... [Datum] sowie
ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom … [Datum] bis zum … [Datum] vermittelt.
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 erster Halbsatz HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen
Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses geführt hat.

Grundlage für das Prüfungsurteil zum Jahresabschluss


Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der
vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze
ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen
Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt „Verantwortung des Abschlussprüfers für die
Prüfung des Jahresabschlusses“ unseres Vermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem
Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und
berufsrechtlichen Vorschriften und wir haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in
Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns
erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und angemessen sind, um als Grundlage für unser
Prüfungsurteil zu dienen.

Zusätzliche Informationen [oder andere geeignete Bezeichnung]


[Berichterstattung in Übereinstimmung mit IDW EPS 202 n.F. i.V.m. IDW EPS 406]

53
IDW EPS 400 n.F.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsorgans für den Jahresabschluss
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der
den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften
entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze
ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der
Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen
Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den
Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die
Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen –
beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Angaben ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür
verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu
beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, sofern einschlägig, Sachverhalte in
Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzugeben sowie dafür, auf
der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der
Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche
Gegebenheiten entgegenstehen.
Das Aufsichtsorgan63 ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses
der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses


Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss
als Ganzes frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Angaben
ist, und einen Vermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil zum Jahresabschluss beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine
in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer
(IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung
durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Angabe stets aufdeckt. Falsche
Angaben können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich
angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt
die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen
von Adressaten beeinflussen.
Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom
Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger
Abschlussprüfung üben wir während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes
Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
 identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher – beabsichtigter oder
unbeabsichtigter – falscher Angaben im Jahresabschluss, planen und führen
Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen
Prüfungsnachweise, die ausreichend und angemessen sind, um als Grundlage für unser

63
Die Konkretisierung des Begriffs „Aufsichtsorgan“ ist zulässig (z.B. Aufsichtsrat, Beirat,
Gesellschafterversammlung).

54
IDW EPS 400 n.F.

Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Angaben nicht


aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße
betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten,
irreführende Angaben bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
 gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen
Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen
Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur
Wirksamkeit des internen Kontrollsystems der Gesellschaft abzugeben.
 beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten
Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen
Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.
 ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des
Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die
gesetzlichen Vertreter sowie auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob
eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten
besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der
Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine
wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die
dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss oder im Lagebericht aufmerksam zu
machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu
modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum
Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige
Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre
Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.
 beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses
einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden
Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter
Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der
Gesellschaft vermittelt.
Wir erörtern mit dem Aufsichtsorgan unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung
der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im
internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung feststellen.

SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE


ANFORDERUNGEN
Vermerk über die Prüfung des Lageberichts
Prüfungsurteil zum Lagebericht
Wir haben den Lagebericht der ... [Gesellschaft] für das Geschäftsjahr vom ...[Datum] bis zum
...[Datum] geprüft.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse vermittelt
der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In
allen wesentlichen Belangen steht der Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss,

55
IDW EPS 400 n.F.

entspricht den gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen
Entwicklung zutreffend dar.
Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Lageberichts
geführt.

Grundlage für das Prüfungsurteil zum Lagebericht


Wir haben unsere Prüfung des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 Abs. 2 HGB und
unter Beachtung der vom IDW festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger
Lageberichtsprüfung durchgeführt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten
Prüfungsnachweise ausreichend und angemessen sind, um als Grundlage für unser
Prüfungsurteil zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsorgans für den Lagebericht
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der
insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie mit dem
Jahresabschluss in Einklang steht, den gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen
und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen
Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als
notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den
anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um angemessene
und ausreichende Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.
Das Aufsichtsorgan64 ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses
der Gesellschaft zur Aufstellung des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Lageberichts


Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Lagebericht
insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen
wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen
Erkenntnissen in Einklang steht, den gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen
und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, und einen Vermerk zu erteilen,
der unser Prüfungsurteil zum Lagebericht beinhaltet.
Im Rahmen einer Abschlussprüfung prüfen wir den Lagebericht in Übereinstimmung mit § 317
Abs. 2 HGB unter Beachtung der vom IDW festgestellten deutschen Grundsätze
ordnungsmäßiger Lageberichtsprüfung. In diesem Zusammenhang heben wir hervor:
 Die Prüfung des Lageberichts ist in die Prüfung des Jahresabschlusses integriert.
 Wir gewinnen ein Verständnis von den für die Prüfung des Lageberichts relevanten
Vorkehrungen und Maßnahmen (Systemen), um Prüfungshandlungen zu planen, die
unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein

64
Die Konkretisierung des Begriffs „Aufsichtsorgan“ ist zulässig (z.B. Aufsichtsrat, Beirat,
Gesellschafterversammlung).

56
IDW EPS 400 n.F.

Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme)


abzugeben.
 Wir führen Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten
zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis angemessener und
ausreichender Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den
zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten
bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die Vertretbarkeit dieser Annahmen sowie
die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein
eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den
zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches
unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten
Angaben abweichen werden.
 Wir geben zu den einzelnen Angaben im Lagebericht ebenfalls kein eigenständiges
Prüfungsurteil ab, sondern ein Prüfungsurteil zum Lagebericht als Ganzes.

[Ort der Niederlassung des Abschlussprüfers]


[Datum]
[Unterschrift]

Wirtschaftsprüfer

57
IDW EPS 400 n.F.

1.2. Mit Auslagerung eines Teils der Beschreibung der Verantwortung des
Abschlussprüfers in eine Anlage zum Bestätigungsvermerk
Uneingeschränkter Bestätigungsvermerk aufgrund einer gesetzlichen Abschlussprüfung, bei
einem nach §§ 242 bis 256a und 264 bis 289 HGB aufgestellten Jahresabschluss und
Lagebericht eines Unternehmens, das kein Unternehmen von öffentlichem Interesse i.S.d. §
319a Abs. 1 Satz 1 HGB ist
Für Zwecke dieses beispielhaften Bestätigungsvermerks werden folgende Gegebenheiten
angenommen:
 Prüfung eines Jahresabschlusses (bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung
sowie Anhang) und Lageberichts eines Unternehmens, das kein Unternehmen von
öffentlichem Interesse i.S.d. § 319a Abs. 1 Satz 1 HGB ist, unter Anwendung von
Rechnungslegungsgrundsätzen zur sachgerechten Gesamtdarstellung.
 Der Jahresabschluss ist von den gesetzlichen Vertretern in Übereinstimmung mit den für
mittelgroße oder große Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften
(Rechnungslegungsgrundsätze für allgemeine Zwecke) aufgestellt.
 Der Abschlussprüfer ist zu dem Schluss gekommen, dass ein nicht modifiziertes
Prüfungsurteil auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise angemessen ist.
 Die deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften umfassen
sämtliche relevanten deutschen Berufspflichten, die bei der Abschlussprüfung
einschlägig sind.
 Auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise ist der Abschlussprüfer zu dem
Schluss gekommen, dass keine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit
Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des
Unternehmens zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit in Übereinstimmung mit IDW
EPS 270 n.F. aufwerfen können.
 Eine Pflicht, besonders wichtige Prüfungssachverhalte in Übereinstimmung mit IDW EPS
401 mitzuteilen, besteht nicht.
 Der Abschlussprüfer hat sämtliche zusätzlichen Informationen vor dem Datum des
Bestätigungsvermerks erhalten und hat keine offensichtlichen wesentlichen falschen
Angaben der zusätzlichen Informationen („material misstatement of the other
information“) identifiziert.
 Es handelt sich um eine GmbH mit Aufsichtsorgan i.S.d. IDW EPS 470 n.F. Es besteht
keine Personenidentität von Aufsichtsorgan und den für die Aufstellung Verantwortlichen.
 Zusätzlich zur Prüfung des Jahresabschlusses hat der Abschlussprüfer sonstige nach
deutschem Recht erforderliche Pflichtangaben im Bestätigungsvermerk zu machen,
nämlich den Vermerk über die Prüfung des Lageberichts zu erteilen.

58
IDW EPS 400 n.F.

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN


ABSCHLUSSPRÜFERS
An die … [Gesellschaft]

VERMERK ÜBER DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES


Prüfungsurteil zum Jahresabschluss
Wir haben den Jahresabschluss der … [Gesellschaft] – bestehend aus der Bilanz zum …
[Datum] und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom … [Datum] bis zum
… [Datum] sowie dem Anhang, einschließlich der dort dargestellten Bilanzierungs- und
Bewertungsmethoden – geprüft.
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 zweiter Halbsatz HGB erklären wir, dass nach unserer
Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse der beigefügte
Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften
geltenden handelsrechtlichen Vorschriften entspricht und unter Beachtung der deutschen
Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen
entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum ... [Datum] sowie
ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom … [Datum] bis zum … [Datum] vermittelt.
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 erster Halbsatz HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen
Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses geführt hat.

Grundlage für das Prüfungsurteil zum Jahresabschluss


Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der
vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze
ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen
Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt „Verantwortung des Abschlussprüfers für die
Prüfung des Jahresabschlusses“ unseres Vermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem
Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und
berufsrechtlichen Vorschriften und wir haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in
Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns
erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und angemessen sind, um als Grundlage für unser
Prüfungsurteil zu dienen.

Zusätzliche Informationen [oder andere geeignete Bezeichnung]


[Berichterstattung in Übereinstimmung mit IDW EPS 202 n.F. i.V.m. IDW EPS 406]

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsorgans für den Jahresabschluss
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der
den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften
entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze

59
IDW EPS 400 n.F.

ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der


Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen
Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den
Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die
Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen –
beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Angaben ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür
verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu
beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, sofern einschlägig, Sachverhalte in
Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzugeben sowie dafür, auf
der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der
Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche
Gegebenheiten entgegenstehen.
Das Aufsichtsorgan65 ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses
der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses


Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss
als Ganzes frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Angaben
ist, und einen Vermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil zum Jahresabschluss beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine
in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer
(IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung
durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Angabe stets aufdeckt. Falsche
Angaben können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich
angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt
die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen
von Adressaten beeinflussen.
Die Anlage zu diesem Bestätigungsvermerk enthält eine weitergehende Beschreibung unserer
Verantwortung für die Prüfung des Jahresabschlusses. Diese Beschreibung ist Bestandteil
unseres Bestätigungsvermerks.

SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE


ANFORDERUNGEN
Vermerk über die Prüfung des Lageberichts
Prüfungsurteil zum Lagebericht
Wir haben den Lagebericht der ...[Gesellschaft] für das Geschäftsjahr vom ...[Datum] bis zum
...[Datum] geprüft.

65
Die Konkretisierung des Begriffs „Aufsichtsorgan“ ist zulässig (z.B. Aufsichtsrat, Beirat,
Gesellschafterversammlung).

60
IDW EPS 400 n.F.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse vermittelt
der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In
allen wesentlichen Belangen steht der Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss,
entspricht den gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen
Entwicklung zutreffend dar.
Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Lageberichts
geführt.

Grundlage für das Prüfungsurteil zum Lagebericht


Wir haben unsere Prüfung des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 Abs. 2 HGB und
unter Beachtung der vom IDW festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger
Lageberichtsprüfung durchgeführt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten
Prüfungsnachweise ausreichend und angemessen sind, um als Grundlage für unser
Prüfungsurteil zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsorgans für den Lagebericht
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der
insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie mit dem
Jahresabschluss in Einklang steht, den gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen
und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen
Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als
notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den
anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um angemessene
und ausreichende Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.
Das Aufsichtsorgan66 ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses
der Gesellschaft zur Aufstellung des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Lageberichts


Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Lagebericht
insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen
wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen
Erkenntnissen in Einklang steht, den gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen
und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, und einen Vermerk zu erteilen,
der unser Prüfungsurteil zum Lagebericht beinhaltet.
Die Anlage zu diesem Bestätigungsvermerk enthält eine weitergehende Beschreibung unserer
Verantwortung für die Prüfung des Lageberichts. Diese Beschreibung ist Bestandteil unseres
Bestätigungsvermerks.

66
Die Konkretisierung des Begriffs „Aufsichtsorgan“ ist zulässig (z.B. Aufsichtsrat, Beirat,
Gesellschafterversammlung).

61
IDW EPS 400 n.F.

[Ort der Niederlassung des Abschlussprüfers]


[Datum]
[Unterschrift]

Wirtschaftsprüfer

Anlage zum Bestätigungsvermerk


Weitergehende Beschreibung der Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des
Jahresabschlusses
Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom
Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger
Abschlussprüfung üben wir während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes
Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
 identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher – beabsichtigter oder
unbeabsichtigter – falscher Angaben im Jahresabschluss, planen und führen
Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen
Prüfungsnachweise, die ausreichend und angemessen sind, um als Grundlage für unser
Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Angaben nicht
aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße
betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten,
irreführende Angaben bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
 gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen
Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen
Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur
Wirksamkeit des internen Kontrollsystems der Gesellschaft abzugeben.
 beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten
Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen
Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.
 ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des
Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die
gesetzlichen Vertreter sowie auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob
eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten
besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der
Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine
wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die
dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss oder im Lagebericht aufmerksam zu
machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu
modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum
Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige
Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre
Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

62
IDW EPS 400 n.F.

 beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses
einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden
Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter
Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der
Gesellschaft vermittelt.
Wir erörtern mit dem Aufsichtsorgan unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung
der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im
internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung feststellen.

Weitergehende Beschreibung der Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des
Lageberichts
Im Rahmen einer Abschlussprüfung prüfen wir den Lagebericht in Übereinstimmung mit § 317
Abs. 2 HGB unter Beachtung der vom IDW festgestellten deutschen Grundsätze
ordnungsmäßiger Lageberichtsprüfung. In diesem Zusammenhang heben wir hervor:
 Die Prüfung des Lageberichts ist in die Prüfung des Jahresabschlusses integriert.
 Wir gewinnen ein Verständnis von den für die Prüfung des Lageberichts relevanten
Vorkehrungen und Maßnahmen (Systemen), um Prüfungshandlungen zu planen, die
unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein
Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme)
abzugeben.
 Wir führen Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten
zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis angemessener und
ausreichender Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den
zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten
bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die Vertretbarkeit dieser Annahmen sowie
die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein
eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den
zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches
unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten
Angaben abweichen werden.
 Wir geben zu den einzelnen Angaben im Lagebericht ebenfalls kein eigenständiges
Prüfungsurteil ab, sondern ein Prüfungsurteil zum Lagebericht als Ganzes.

63
IDW EPS 400 n.F.

1.3. Mit Auslagerung eines Teils der Beschreibung der Verantwortung des
Abschlussprüfers auf die IDW Website67
Uneingeschränkter Bestätigungsvermerk aufgrund einer gesetzlichen Abschlussprüfung, bei
einem nach §§ 242 bis 256a und 264 bis 289 HGB aufgestellten Jahresabschluss und
Lagebericht eines Unternehmens, das kein Unternehmen von öffentlichem Interesse i.S.d. §
319a Abs. 1 Satz 1 HGB ist
Für Zwecke dieses beispielhaften Bestätigungsvermerks werden folgende Gegebenheiten
angenommen:
 Prüfung eines Jahresabschlusses (bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung
sowie Anhang) und Lageberichts eines Unternehmens, das kein Unternehmen von
öffentlichem Interesse i.S.d. § 319a Abs. 1 Satz 1 HGB ist, unter Anwendung von
Rechnungslegungsgrundsätzen zur sachgerechten Gesamtdarstellung.
 Der Jahresabschluss ist von den gesetzlichen Vertretern in Übereinstimmung mit den für
mittelgroße oder große Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften
(Rechnungslegungsgrundsätze für allgemeine Zwecke) aufgestellt.
 Der Abschlussprüfer ist zu dem Schluss gekommen, dass ein nicht modifiziertes
Prüfungsurteil auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise angemessen ist.
 Die deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften umfassen
sämtliche relevanten deutschen Berufspflichten, die bei der Abschlussprüfung
einschlägig sind.
 Auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise ist der Abschlussprüfer zu dem
Schluss gekommen, dass keine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit
Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des
Unternehmens zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit in Übereinstimmung mit IDW
EPS 270 n.F. aufwerfen können.
 Eine Pflicht, besonders wichtige Prüfungssachverhalte in Übereinstimmung mit IDW EPS
401 mitzuteilen, besteht nicht.
 Der Abschlussprüfer hat sämtliche zusätzlichen Informationen vor dem Datum des
Bestätigungsvermerks erhalten und hat keine offensichtlichen wesentlichen falschen
Angaben der zusätzlichen Informationen („material misstatement of the other
information“) identifiziert.
 Es handelt sich um eine GmbH mit Aufsichtsorgan i.S.d. IDW EPS 470 n.F. Es besteht
keine Personenidentität von Aufsichtsorgan und den für die Aufstellung Verantwortlichen.
 Zusätzlich zur Prüfung des Jahresabschlusses hat der Abschlussprüfer sonstige nach
deutschem Recht erforderliche Pflichtangaben im Bestätigungsvermerk zu machen,
nämlich den Vermerk über die Prüfung des Lageberichts zu erteilen.

67
Ob die Offenlegung des Bestätigungsvermerks nach § 325 HGB oder dessen Veröffentlichung in Prospekten
einer Verweisung auf die IDW Website entgegensteht, bedarf noch der rechtlichen Klärung.

64
IDW EPS 400 n.F.

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN


ABSCHLUSSPRÜFERS
An die … [Gesellschaft]

VERMERK ÜBER DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES


Prüfungsurteil zum Jahresabschluss
Wir haben den Jahresabschluss der … [Gesellschaft] – bestehend aus der Bilanz zum …
[Datum] und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom … [Datum] bis zum
… [Datum] sowie dem Anhang, einschließlich der dort dargestellten Bilanzierungs- und
Bewertungsmethoden – geprüft.
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 zweiter Halbsatz HGB erklären wir, dass nach unserer
Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse der beigefügte
Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften
geltenden handelsrechtlichen Vorschriften entspricht und unter Beachtung der deutschen
Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen
entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum ... [Datum] sowie
ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom … [Datum] bis zum … [Datum] vermittelt.
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 erster Halbsatz HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen
Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses geführt hat.

Grundlage für das Prüfungsurteil zum Jahresabschluss


Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der
vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze
ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen
Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt „Verantwortung des Abschlussprüfers für die
Prüfung des Jahresabschlusses“ unseres Vermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem
Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und
berufsrechtlichen Vorschriften und wir haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in
Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns
erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und angemessen sind, um als Grundlage für unser
Prüfungsurteil zu dienen.

Zusätzliche Informationen [oder andere geeignete Bezeichnung]


[Berichterstattung in Übereinstimmung mit IDW EPS 202 n.F. i.V.m. IDW EPS 406]

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsorgans für den Jahresabschluss
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der
den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften
entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze

65
IDW EPS 400 n.F.

ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der


Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen
Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den
Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die
Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen –
beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Angaben ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür
verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu
beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, sofern einschlägig, Sachverhalte in
Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzugeben sowie dafür, auf
der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der
Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche
Gegebenheiten entgegenstehen.
Das Aufsichtsorgan68 ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses
der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses


Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss
als Ganzes frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Angaben
ist, und einen Vermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil zum Jahresabschluss beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine
in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer
(IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung
durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Angabe stets aufdeckt. Falsche
Angaben können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich
angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt
die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen
von Adressaten beeinflussen.
Die Website des Instituts der Wirtschaftsprüfer (IDW) enthält unter ... [Webadresse] eine
weitergehende Beschreibung der Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des
Jahresabschlusses. Diese Beschreibung ist Bestandteil unseres Bestätigungsvermerks.

SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE


ANFORDERUNGEN
Vermerk über die Prüfung des Lageberichts
Prüfungsurteil zum Lagebericht
Wir haben den Lagebericht der ...[Gesellschaft] für das Geschäftsjahr vom ...[Datum] bis zum
...[Datum] geprüft.

68
Die Konkretisierung des Begriffs „Aufsichtsorgan“ ist zulässig (z.B. Aufsichtsrat, Beirat,
Gesellschafterversammlung).

66
IDW EPS 400 n.F.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse vermittelt
der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In
allen wesentlichen Belangen steht der Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss,
entspricht den gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen
Entwicklung zutreffend dar.
Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Lageberichts
geführt.

Grundlage für das Prüfungsurteil zum Lagebericht


Wir haben unsere Prüfung des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 Abs. 2 HGB und
unter Beachtung der vom IDW festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger
Lageberichtsprüfung durchgeführt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten
Prüfungsnachweise ausreichend und angemessen sind, um als Grundlage für unser
Prüfungsurteil zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsorgans für den Lagebericht
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der
insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie mit dem
Jahresabschluss in Einklang steht, den gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen
und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen
Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als
notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den
anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um angemessene
und ausreichende Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.
Das Aufsichtsorgan69 ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses
der Gesellschaft zur Aufstellung des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Lageberichts


Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Lagebericht
insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen
wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen
Erkenntnissen in Einklang steht, den gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen
und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, und einen Vermerk zu erteilen,
der unser Prüfungsurteil zum Lagebericht beinhaltet.
Die Website des Instituts der Wirtschaftsprüfer (IDW) enthält unter ... [Webadresse] eine
weitergehende Beschreibung der Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des
Lageberichts. Diese Beschreibung ist Bestandteil unseres Bestätigungsvermerks.

69
Die Konkretisierung des Begriffs „Aufsichtsorgan“ ist zulässig (z.B. Aufsichtsrat, Beirat,
Gesellschafterversammlung).

67
IDW EPS 400 n.F.

[Ort der Niederlassung des Abschlussprüfers]


[Datum]
[Unterschrift]

Wirtschaftsprüfer

68
IDW EPS 400 n.F.

2. Uneingeschränkter Bestätigungsvermerk aufgrund einer gesetzlichen


Abschlussprüfung, die ggf. unter ergänzender Beachtung der ISA durchgeführt
wurde, bei einem nach § 315a HGB aufgestellten Konzernabschluss und
Konzernlagebericht eines Unternehmens von öffentlichem Interesse i.S.d. §
319a Abs. 1 Satz 1 HGB.
Für Zwecke dieses beispielhaften Bestätigungsvermerks werden folgende Gegebenheiten
angenommen:
 Prüfung eines Konzernabschlusses (bestehend aus Konzernbilanz,
Konzerngesamtergebnisrechnung, Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung,
Konzernkapitalflussrechnung sowie Konzernanhang) und Konzernlageberichts eines
Unternehmens von öffentlichem Interesse i.S.d. § 319a Abs. 1 Satz 1 HGB, unter
Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen zur sachgerechten Gesamtdarstellung.
Die Abschlussprüfung ist eine Konzernabschlussprüfung eines Konzerns mit
Tochterunternehmen (d.h. IDW PS 320 n.F. findet Anwendung).
 Der Konzernabschluss ist von den gesetzlichen Vertretern in Übereinstimmung mit den
IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB
anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften (Rechnungslegungsgrundsätze
für allgemeine Zwecke) aufgestellt.
 Der Abschlussprüfer ist zu dem Schluss gekommen, dass ein nicht modifiziertes
Prüfungsurteil auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise angemessen ist.
 Die deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften, ggf. unter
ergänzender Beachtung der ISA, umfassen sämtliche relevanten deutschen
Berufspflichten, die bei der Abschlussprüfung einschlägig sind.
 Auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise ist der Abschlussprüfer zu dem
Schluss gekommen, dass keine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit
Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des
Unternehmens zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit in Übereinstimmung mit IDW
EPS 270 n.F. aufwerfen können.
 Besonders wichtige Prüfungssachverhalte wurden in Übereinstimmung mit IDW EPS
401 mitgeteilt.
 Der Abschlussprüfer hat sämtliche zusätzlichen Informationen vor dem Datum des
Bestätigungsvermerks erhalten und hat keine offensichtlichen wesentlichen falschen
Angaben der zusätzlichen Informationen („material misstatement of the other
information“) identifiziert.
 Es handelt sich um eine Aktiengesellschaft mit Aufsichtsrat. Es besteht somit keine
Personenidentität von Aufsichtsorgan und den für die Aufstellung Verantwortlichen.
 Zusätzlich zur Prüfung des Konzernabschlusses hat der Abschlussprüfer sonstige nach
deutschem und europäischem Recht erforderliche Pflichtangaben im Bestätigungs-
vermerk zu beurteilen/zu machen.

69
IDW EPS 400 n.F.

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN


ABSCHLUSSPRÜFERS
An die … [Gesellschaft]

VERMERK ÜBER DIE PRÜFUNG DES KONZERNABSCHLUSSES


Prüfungsurteil zum Konzernabschluss
Wir haben den Konzernabschluss der … [Gesellschaft] und ihrer Tochtergesellschaften (der
Konzern) – bestehend aus der Konzernbilanz zum … [Datum], der
Konzerngesamtergebnisrechnung, der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung und der
Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom … [Datum] bis zum … [Datum] sowie
dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer
Rechnungslegungsmethoden – geprüft.
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 zweiter Halbsatz HGB erklären wir, dass nach unserer
Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse der beigefügte
Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden
sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen
Vorschriften entspricht und unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum ...
[Datum] sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom … [Datum] bis zum … [Datum]
vermittelt.
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 erster Halbsatz HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen
Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses geführt hat.

Grundlage für das Prüfungsurteil zum Konzernabschluss


Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-
Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden „EU-APrVO“) unter Beachtung der
vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze
ordnungsmäßiger Abschlussprüfung [sowie unter ergänzender Beachtung der International
Standards on Auditing (ISA)] durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und
Grundsätzen [sowie ergänzenden Standards] ist im Abschnitt „Verantwortung des
Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses“ unseres Vermerks weitergehend
beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den
deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und wir haben unsere
sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir
sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und
angemessen sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen.
Gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO erklären wir, dass wir keine verbotenen
Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben und dass wir bei der
Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit von den Konzernunternehmen
gewahrt haben.

70
IDW EPS 400 n.F.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte


Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem
pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Konzernabschlusses für
das Geschäftsjahr vom … [Datum] bis zum … [Datum] waren. Diese Sachverhalte wurden im
Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der
Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes
Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
[Beschreibung jedes besonders wichtigen Prüfungssachverhalts in Übereinstimmung mit IDW
EPS 401]

Zusätzliche Informationen [oder andere geeignete Bezeichnung]


[Berichterstattung in Übereinstimmung mit IDW EPS 202 n.F. i.V.m. IDW EPS 406]

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsorgans für den Konzernabschluss
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der
den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB
anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht, und dafür, dass der
Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen
entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.
Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als
notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen,
der frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Angaben ist.
Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür
verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu
beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, sofern einschlägig, Sachverhalte in
Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzugeben sowie dafür, auf
der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit
zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der
Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.
Das Aufsichtsorgan70 ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses
des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses


Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der
Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten –
falschen Angaben ist, und einen Vermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil zum
Konzernabschluss beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber
keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter
Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze

70
Die Konkretisierung des Begriffs „Aufsichtsorgan“ durch „Aufsichtsrat“ ist zulässig.

71
IDW EPS 400 n.F.

ordnungsmäßiger Abschlussprüfung [sowie unter ergänzender Beachtung der ISA]


durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Angabe stets aufdeckt. Falsche
Angaben können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich
angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt
die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses getroffenen wirtschaftlichen
Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.
Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter
Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze
ordnungsmäßiger Abschlussprüfung [sowie unter ergänzender Beachtung der ISA] üben wir
während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine
kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
 identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher – beabsichtigter oder
unbeabsichtigter – falscher Angaben im Konzernabschluss, planen und führen
Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen
Prüfungsnachweise, die ausreichend und angemessen sind, um als Grundlage für unser
Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Angaben nicht
aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße
betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten,
irreführende Angaben bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
 gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen
Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen
Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur
Wirksamkeit des internen Kontrollsystems des Konzerns abzugeben.
 beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten
Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen
Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.
 ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des
Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die
gesetzlichen Vertreter sowie auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob
eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten
besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der
Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine
wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die
dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss oder im Konzernlagebericht aufmerksam
zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu
modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum
Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige
Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine
Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.
 beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des
Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die
zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der
Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und
der ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen

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IDW EPS 400 n.F.

Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-,


Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.
 holen wir ausreichende und angemessene Prüfungsnachweise für die
Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb
des Konzerns ein, um ein Prüfungsurteil zum Konzernabschluss abzugeben. Wir sind
verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der
Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unser
Prüfungsurteil.
Wir erörtern mit dem Aufsichtsorgan unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung
der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im
internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung feststellen.
Wir geben gegenüber dem Aufsichtsorgan eine Erklärung ab, dass wir die relevanten
Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihm alle Beziehungen und
sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie
sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.
Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit dem Aufsichtsorgan erörtert haben,
diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Konzernabschlusses für den aktuellen
Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen
Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Vermerk über die Prüfung
des Konzernabschlusses, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die
öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE


ANFORDERUNGEN
Vermerk über die Prüfung des Konzernlageberichts
Prüfungsurteil zum Konzernlagebericht
Wir haben den Konzernlagebericht der ...[Gesellschaft] für das Geschäftsjahr vom ...[Datum]
bis zum ...[Datum] geprüft.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse vermittelt
der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des
Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht der Konzernlagebericht in Einklang mit dem
Konzernabschluss, entspricht den gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und
Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.
Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des
Konzernlageberichts geführt.

Grundlage für das Prüfungsurteil zum Konzernlagebericht


Wir haben unsere Prüfung des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 Abs. 2
HGB und unter Beachtung der vom IDW festgestellten deutschen Grundsätze
ordnungsmäßiger Lageberichtsprüfung durchgeführt. Wir sind der Auffassung, dass die von

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IDW EPS 400 n.F.

uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und angemessen sind, um als Grundlage für
unser Prüfungsurteil zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsorgans für den Konzernlagebericht
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der
insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie mit dem
Konzernabschluss in Einklang steht, den gesetzlichen Vorschriften entspricht und die
Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die
gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die
sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in
Übereinstimmung mit den nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen
Vorschriften zu ermöglichen, und um angemessene und ausreichende Nachweise für die
Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.
Das Aufsichtsorgan71 ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses
des Konzerns zur Aufstellung des Konzernlageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernlageberichts


Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der
Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt
sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der
Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den gesetzlichen Vorschriften
entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, und
einen Vermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil zum Konzernlagebericht beinhaltet.
Im Rahmen einer Abschlussprüfung prüfen wir den Konzernlagebericht in Übereinstimmung
mit § 317 Abs. 2 HGB unter Beachtung der vom IDW festgestellten deutschen Grundsätze
ordnungsmäßiger Lageberichtsprüfung. In diesem Zusammenhang heben wir hervor:
 Die Prüfung des Konzernlageberichts ist in die Prüfung des Konzernabschlusses
integriert.
 Wir gewinnen ein Verständnis von den für die Prüfung des Konzernlageberichts
relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen (Systemen), um Prüfungshandlungen zu
planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem
Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Vorkehrungen und Maßnahmen
(Systeme) abzugeben.
 Wir führen Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten
zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis angemessener
und ausreichender Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den
zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten
bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die Vertretbarkeit dieser Annahmen sowie
die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein
eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den

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Die Konkretisierung des Begriffs „Aufsichtsorgan“ durch „Aufsichtsrat“ ist zulässig.

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IDW EPS 400 n.F.

zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches
unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten
Angaben abweichen werden.
 Wir geben zu den einzelnen Angaben im Konzernlagebericht ebenfalls kein
eigenständiges Prüfungsurteil ab, sondern ein Prüfungsurteil zum Konzernlagebericht
als Ganzes.

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO


Wir wurden von der Hauptversammlung am … [Datum] als Abschlussprüfer gewählt. Wir
wurden am … [Datum] vom Aufsichtsrat72 beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem
Geschäftsjahr … als Abschlussprüfer der … [Gesellschaft] tätig.
Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem
zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht)
in Einklang stehen.
[Wir haben folgende Leistungen, die nicht im Konzernabschluss oder im Konzernlagebericht
angegeben wurden, zusätzlich zur Abschlussprüfung für die Konzernunternehmen erbracht:

…]

VERANTWORTLICHER WIRTSCHAFTSPRÜFER
Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist … [Name].

[Ort der Niederlassung des Abschlussprüfers]


[Datum]
[Unterschrift]

Wirtschaftsprüfer

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Genaue Bezeichnung des beauftragenden Organs.

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