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© Verlag Hans Huber Bern 2003 Pflege 2003; 16:193–204

Pflege ohne und mit Anwendung von


ätherischen Ölen: eine kontrollierte Studie
mit Patienten und Patientinnen einer
rheumatologischen Akutabteilung
Lisanne Christen, Stephan Christen, Verena Waldmeier, Saija Österlund, Ueli Morgenthaler,
Judit Scheidegger, Ruth Oehninger

Zusammenfassung Summary

Bevor die Aromapflege klinikweit eingeführt wurde, Nursing interventions without and with application of
fand eine kontrollierte Pilotstudie statt. Vierzig frei- essential oils: a controlled study with patients of a
willige Patientinnen und Patienten einer rheumatolo- rheumatology ward
gischen Akutabteilung im Zürcher Stadtspital Triemli Before introducing essential oils in nursing in a whole
erhielten im Studienrahmen je eine indizierte Pfleg- clinic, a controlled pilot study was performed. Within
eintervention mit und ohne ätherische Einzelöle bzw. the study frame, forty voluntary patients of a rheuma-
Ölmischungen. Die Merkmale der Pflegehandlungen tology ward in the City Hospital Triemli (Zurich,
waren: physischer Kontakt zwischen Pflegenden und Switzerland) had each an indicated nursing interven-
Gepflegten, keine Medikamente außer den verordne- tion without and with essential oils. The main criteria
ten, gleiche Ausführung mit und ohne ätherische Öle. of the nursing activities were physical contact between
Erhoben wurden unmittelbar vor sowie 30–45 Minuten patient and nurse; no medication besides the pre-
nach der Pflege das Allgemeinbefinden der Gepflegten scribed ones, same procedure with and without essen-
in Selbst- und Fremdurteil, ihre Befindlichkeits-Ein- tial oils. Data recorded immediately before and 30 to
schätzung in Bezug auf die Studien-Pflegeindikation 45 minutes after nursing comprised the general well-
sowie die Selbsteinschätzung der Pflegenden zum eige- being of patients in their own and their nurse’s ratings,
nen psychischen Befinden. Bei Austritt wurden die the patient’s rating of his/her state with respect to all
Studienteilnehmenden zum stationären Aufenthalt und study nursing indications, and the nurse’s self-rating
zur Aromapflege befragt. with respect to her mental well-being. At discharge pa-
Das Allgemeinbefinden der Studienteilnehmenden tients commented on their in-patient stay as well as on
war vor beiden Formen der Pflegeintervention gleich. nursing with essential oils.
Ausnahme war der Befindlichkeitsaspekt, aufgrund The general well-being of study participants was
dessen die Intervention erfolgte: Er wurde im Zu- comparable before either type of nursing intervention
sammenhang mit Aromapflege grundsätzlich negativer with the exception of the aspect of well-being due to
beurteilt, aber Aromapflege vermochte im Gegensatz which the intervention was done: ratings of these in-
zu Pflege ohne ätherisches Öl eine signifikante Ver- tervention-specific aspects were much worse in rela-
besserung zu bewirken. Je größer diese spezifische tion to nursing with than without essential oils. How-
Wirkung von Aromapflege war, desto signifikant posi- ever, specific well-being significantly improved only
tiver fiel das Urteil über Aromapflege bei Austritt aus. due to nursing with but not without essential oils. The
Interpretation: Pflege mit ätherischen Ölen wirkt larger the intervention-specific effect of nursing with
spezifisch, verbessert aber nicht die generelle Befind- essential oils, the significantly more positive were the
lichkeit. Sie ist wirksamer als sonst gleiche Pflege ohne comments on nursing with essential oils at the patients’
ätherische Öle. discharge.
Interpretation: Nursing with essential oils has spe-
cific effects, but does not improve the general well-be-
ing. Nursing with essential oils is more efficacious than
when oils are not applied.

1. Einleitung Möglichkeit, sich vor ansteckenden Krankheiten zu schüt-


zen. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts wurden im Westen
«Aromatherapie hat es […] zu allen Zeiten gegeben, denn die meisten Heilmittel gegen chronische Erkrankungen,
viele Jahrhunderte lang waren ätherische Öle die einzige Schmerzen und Ansteckungskrankheiten aus Pflanzen ge-
wonnen, von denen man annahm, dass sie nicht nur auf den
Manuskript erstmals eingereicht am 17.9.2002 Körper, sondern auch auf die Seele heilend wirken. Durch
193 Endgültige Fassung eingereicht am 27.1.2003 die Jahrhunderte hindurch galt die Naturheilkunst als ernst-
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zunehmende Wissenschaft und war Teil der Schulmedi- 2. Methoden


zin.» (Dierssen, 1997, S. 14.)
Aromapflege, um die es in dieser Studie geht, ist ein Studienrahmen
selten gebrauchter Begriff. Beschreibungen von Pflege-
maßnahmen mit aromatischen (ätherischen oder fetten) Im Sommer 2000 absolvierten zwei Pflegende einer Sta-
Ölen sind vielmehr unter «Aromatherapie» subsummiert tion der Klinik für Rheumatologie und Rehabilitation des
(z.B. Price & Price, 1995; Zimmermann, 2001), die pu- Zürcher Stadtspitals Triemli zusammen mit der Erstautorin
blizierten Resultate aromapflegerischer Interventionen einen Grundkurs in Aromapflege bei Autor Ueli Morgen-
häufig anekdotischer Natur (Dunn et al., 1995; Haber & thaler. In der Folge bezeichnen wir die beiden Pflegenden
Hille, 2000; Lehmann, 2000; Price & Price 1995). «Aro- als Studiendelegierte, da sie für alle Aspekte der Daten-
matherapie» ist also ein Terminus, der keinesfalls eindeu- erhebung zuständig waren1.
tig verwendet wird und der geklärt werden muss. Zwei
Schulen lassen sich unterscheiden, die französische und
die englische, mit unterschiedlichen Anwendungsformen Nichtziele versus Zweck der Studie
und verschiedenen Ambitionen:
In der französischen Schule führen spezialausgebilde- Diese Studie ist weder Medikamentenstudie im Sinne eines
te Ärzte und Ärztinnen wissenschaftlich fundierte aroma- clinical trial noch Bestandesaufnahme aller aromapflege-
thérapie durch. Durch Wasserdampfdestillation oder Pres- rischen Handlungen der Studiendelegierten im Erhebungs-
sen gewonnene ätherische Öle werden in teilweise hohen zeitraum. Ätherische Öle waren keine medizinisch indi-
Dosierungen innerlich und äußerlich angewandt (Fran- zierten Therapeutika, sondern Pflegezusätze.
chomme & Pénoël, 1990; Schiesser, 1999). Das Interesse Die Studie gibt Auskunft darüber, in welcher Weise sich
an Aromatherapie nimmt auch in Ländern wie Deutsch- die Befindlichkeit von Gepflegten unterscheidet, wenn in-
land, England oder Holland zu (Ulmer & Saller, 1997). dizierte Pflegehandlungen ohne bzw. mit ätherischen Ölen
Arzneilich eingesetzte ätherische Öle haben Arzneibuch- ausgeführt werden. Sie ist ein wissenschaftlicher Beitrag
qualität (z.B. Europäische Pharmakopöe – Schweizer Aus- in einem Themenumfeld, das sich vielfach durch Behaup-
gabe 1997). Erforscht werden v.a. medizinisch-therapeu- tungen auszeichnet, und wurde zur Genehmigung der
tische Anwendungen bei akuten Erkrankungen (z.B. Ethikkommission des Zürcher Stadtspitals Triemli vorge-
Buchbauer, 1996; Pfister-Hotz, 1998; Tate, 1997), aber legt.
auch psychophysiologische Wirkungen dieser Substanzen
(z.B. Buchbauer et al., 1993; Lorig & Schwarz, 1988; Na-
sel et al., 1994; Roberts & Williams, 1992). Studiendesign
Aroma Therapy der englischen Schule meint aus-
schließlich stark verdünnte äußerliche Anwendungen. Es handelt sich um eine kontrollierte Interventions-Studie,
Englisches common law verbietet nur, was nachweislich in der die teilnehmenden Patienten und Patientinnen je-
geschadet hat, und man ist nicht besonders streng mit der weils eine Pflegehandlung ohne und eine mit Verwendung
Auswahl der Substanzen. Berichte handeln hauptsächlich von ätherischen Ölen erlebten. Die Reihenfolge der An-
von chronischen Behandlungssituationen. Datenlage und wendungen wurde kontrolliert: Die Studiendelegierten
-interpretation sind nach wissenschaftlichem Maßstab oft stellten mittels Magnettafel im Stationszimmer sicher, dass
dürftig – Erfahrungsberichte aus der professionellen Pfle- die Hälfte der Gepflegten ihre erste protokollierte Pflege-
ge sind ebenso bedeutungsvoll wie der evidenz-basierte handlung ohne, die andere Hälfte der Gepflegten ihre erste
Nachweis therapeutischer Wirkung (Price & Price, 1995). protokollierte Pflegehandlung mit ätherischen Ölen hatte.
Spiritismus, Esoterik, New Age bilden teilweise das Um-
feld für die englische Aroma Therapy (Buchbauer, 1996).
Unsere Studie war als Pilotuntersuchung vor der Ein- Operationalisierte Studienfragen
führung eines klinikweiten aromapflegerischen Angebots
konzipiert. Sie ist Teil des Projekts «Systematische An- Die operationalisierten, d.h. durch Beobachtung überprüf-
wendung von gesundheitsfördernden und gesundheits- baren Studienfragen sind folgende:
erhaltenden Pflegemaßnahmen», das 1995 von der Kran- 1. Unterscheidet sich das physische und psychische All-
kenpflegeschule Zürich initiiert und seither in engem gemeinbefinden der Gepflegten vor und nach der
Bezug zur Pflegepraxis umgesetzt wurde (Scheidegger, Pflege?
1999). Ziel war es, die Wirkungen von Pflegehandlungen 2. Unterscheidet sich Aromapflege gegenüber Pflege
ohne und mit äußerlicher Anwendung von ätherischen ohne ätherische Öle hinsichtlich unspezifischer Be-
Ölen in einer kontrollierten Interventions-Studie zu unter- findlichkeitsparameter? Als «unspezifisch» bezeich-
suchen und zu beschreiben. Ein Vorbild für unsere Unter-
suchung, die sich explizit mit Aromapflege – also keines-
falls mit ärztlich indizierten Anwendungen zum Zwecke 1 Nach früheren Erfahrungen mit Datenerhebungen während der
der Heilung – befasst, existiert nach unserem Kenntnis- Akutpflege erschien uns diese Lösung, obgleich nicht ideal, hin-
stand nicht. sichtlich der Praktikabilität des Datensammelns im Pflegealltag
und Sicherstellung einer guten Datenqualität als die vernünftigs-
te. In der Schlussphase der Datenerhebung engagierte sich auch
Angela Lanzolla. Das Coaching aller Studiendelegierten wäh-
rend der Datenerhebung übernahm Autorin Lisanne Christen. 194
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nen wir das Allgemeinbefinden bzw. umschriebenes ätherisches Öl unterscheiden. Die Einschränkung auf glei-
körperliches Befinden unabhängig von der Indikation, che Pflegeindikation mit und ohne ätherisches Öl hätte die
aufgrund der die Pflegeintervention stattfand. ohnehin sehr aufwändige Datensammlung zusätzlich er-
3. Unterscheidet sich das spezifische Befinden der Ge- schweren können. Vergleiche pro Indikationsstellung sind
pflegten nach der Pflege im Vergleich zu zuvor? Unter folglich nicht möglich; vielmehr werden alle Pflegehand-
«spezifisch» verstehen wir den Befindlichkeitsaspekt, lungen innerhalb der Anwendungen mit und ohne ätheri-
aufgrund dessen die Pflegehandlung vollzogen wurde sches Öl in der Auswertung gleichgesetzt.
(z.B. Nausea und Erbrechen). Besteht ein Zusammen-
hang mit der Pflegeart?
Ätherische Öle und ihr Einsatz

Studien-Pflegeindikationen Verwendet wurden nicht-standardisierte naturbelassene


aromatische biologische Einzel-Öle und Mischungen (Far-
Die Selektion geeigneter Studien-Pflegeindikationen und falla, Zürich; Anhang 2). Pro Pflegeindikation standen je-
Studien-Pflegehandlungen war schwierig: Die Indikatio- weils ein Einzelöl und eine Mischung zur Verfügung, die
nen sollten auf der Station üblich sein, die Pflegehandlun- im Falle einer Pflegehandlung mit ätherischem Öl den Ge-
gen sich nur durch die An- bzw. Abwesenheit der Öle unter- pflegten mittels Riechprobe (Papierstreifen) zur Auswahl
scheiden, ihre Wirkung durch Befragung der Gepflegten vorgeführt wurden. Die bevorzugte Substanz kam dann in
erfassbar sein. Alle Pflegehandlungen schlossen darüber vordefiniertem Mischungsverhältnis und Handlungsab-
hinaus den Normalfall des physischen Kontakts zwischen lauf zum Einsatz (Tab. 1). Aus Tabelle 2 geht hervor, dass
Pflegenden und Gepflegten ein. 20 Personen ein Einzelöl und 20 Personen eine Mischung
Die geeigneten vier Studien-Pflegeindikationen waren: bevorzugten.
Schmerzen am Bewegungsapparat; krampfartiger Schmerz
bei Verdauungsbeschwerden und Blähungen; Nausea und
Erbrechen; Angespanntheit und Nervosität.2 Eine Pflege- Fragebogen (Studienprotokolle)
handlung (siehe Anhang 1) wurde nur ausgeführt, wenn sie
durch das Befinden der Studienpatienten und -patientin- Das Instrumentarium wurde mangels Vorläuferstudien ei-
nen indiziert war. Wir mussten davon ausgehen, dass sich gens für diese Studie entwickelt und kann deshalb nicht
die Indikationen bei den Beobachtungen mit und ohne den Anspruch auf nachgewiesene Validität erfüllen.
«Ergänzende Informationen» ist ein einseitiger Frage-
2 Autor Ueli Morgenthaler, Pfleger AKP, traf die Auswahl nach bogen mit Informationen zur Person und zum Informed
zwei Orientierungs-Arbeitstagen auf der Station. Er entwickelte Consent, die vor Studieneintritt erhoben wurden, sowie ei-
die Kombinationen von Pflegeindikation, Pflegehandlung und nigen Fragen zum Klinikaufenthalt und zur Aromapflege,
aromatischer Substanz (siehe Tab. 1 bzw. Anhang1) und lieferte die bei Austritt zu beantworten waren.
die Rezepturen der Mischsubstanzen (siehe Anhang 2). Die fünf- Ein weiterer Fragebogen, das eigentliche Studien-
te Indikation «Spannungskopfschmerz» ist bei der Pflege ohne
ätherisches Öl den «Schmerzen am Bewegungsapparat» zuge- protokoll, umfasst zwei Blätter (siehe Anhang 1), wovon
ordnet und wurde in der Pflege mit ätherischem Öl nicht bean- eines durch die Pflegenden und das andere durch die Ge-
sprucht, weshalb wir darauf nicht eingehen. pflegten auszufüllen war. Dieser Fragebogen ist für beide

Tabelle 1: Aufzählung der Pflegeindikationen und Pflegehandlungen ohne und mit ätherischen Ölen mit Angabe der Mischungsverhältnisse
bei der Anwendung
Pflegeart ohne äther. Öle mit ätherischen Ölen
Pflegeindikation Pflege- Anzahl Handlungen Anzahl Handlungen davon mit davon mit
handlung insgesamt insgesamt Mischung Einzelöl
Schmerzen am Bewegungs- Wickel 3 2 0 Sc 2 Pf
apparat 1l H2O/1T 2l H2O/1T
Ölung 23 24 12 Sc 12 Pf
5 ml MÖ/3–5T 5 ml MÖ/3–5T
Krampfartiger Schmerz bei Wickel 4 6 3 Ve 3 La
Verdauungsbeschwerden, 2l H2O/1T 1l H2O/1T
Blähungen Ölung 0 1 0 Ve 1 La
5 ml MÖ/3–5T 5 ml MÖ/3–5T
Nausea und Erbrechen Stirn- bzw. 3 1 1 Ve 0 Pf
Riechkompresse 1T pur 1T pur
Angespanntheit und Ölung 7 6 4St 2 La
Nervosität 5 ml MÖ/3–5T 5 ml MÖ/3–5T
Summe 40 40 20 20
Legende: Sc = Schmerzmischung, Ve = Verdauungsmischung, St = Stimmungsmischung,
195 Pf = Pfefferminzöl, La = Lavendelöl, T = Tropfen, MÖ = Mandelöl; Zusammensetzung der Mischungen: Anhang 2.
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Tabelle 2: Beschreibung der befragten Personen hinsichtlich Randomisierung, nach soziodemographischen und medizinischen Merkmalen
Randomisierung
Beginn: Pflege ohne ätherische Öle 25 Personen, davon
– 22 ausgewertet, beide Pflegearten beobachtet
– 3 nicht auswertbar, keine Pflege mit ätherischen Ölen
Beginn: Pflege mit ätherischen Ölen 24 Personen, davon
– 18 ausgewertet, beide Pflegearten beobachtet
– 6 nicht auswertbar, keine Pflege ohne ätherische Öle
Mittels Riechprobe gewählte aromatische Substanz
Mischung 20 Personen
Einzelöl 20 Personen
Alter der Beobachteten 62.3 ± 18.9 Jahre, Minimum 24 Jahre, Maximum 91 Jahre
Geschlechtsverteilung 13 Männer
27 Frauen
Hauptdiagnosen
neurogen 3 Personen
muskulo-skelettal/Schmerz 37 Personen
Wirksame Medikamente während der beiden Pflegearten
gleiche Medikation 27 Personen (davon 24 fest verordnet gemäß Kardex)
mehr bei Pflege ohne ätherische Öle 7 Personen
mehr bei Pflege mit ätherischen Ölen 6 Personen

Pflegearten identisch mit Ausnahme der Frage 5 (Pflege- tion, von neun Personen liegt nur eines der beiden Proto-
indikation) und zwei Fragen zu den Aromen im Fragebo- kolle vor, und 23 Personen verweigerten den Informed
gen für die Pflege mit ätherischem Öl (Fragen 22 und 22.1). Consent. Eine der Begründungen: man wolle «nicht noch
Erhoben wurden Informationen zur Beobachtungssitua- mehr Chemie».
tion, zur Pflegehandlung, zum Befinden der Studiendele-
gierten, zum physischen und psychischen Befinden der
Betreuten, sowohl als Fremdbeurteilung durch die Pfle- Datenerhebung
genden als auch im Selbsturteil.
Dem Nachteil, dass die Studiendelegierten die Pflege- In den ersten Tagen ihres Klinikaufenthalts informierten
handlungen ausführten und deren Wirkung protokollier- die Studien-Delegierten alle Eingetretenen über die Stu-
ten, begegneten wir mit dem Aufbau des Fragebogens mit die, legten ihnen den Informed Consent vor und füllten –
zwei unabhängigen, parallel auszufüllenden Antwortblät- bei Einwilligung – den ersten Teil der «ergänzenden In-
tern für die Pflegenden und Gepflegten. Die Fragen an die formationen» aus. Danach erfolgte im Stationszimmer (al-
Studiendelegierten dienten der Analyse, ob/wie stark de- so in deren Abwesenheit) die Zuteilung der Patientin/des
ren Einstellungen und Urteile mit dem Outcome gemäß der Patienten zu einer der beiden Gruppen «erste Befragung
Patienteneinschätzung korrelieren (Versuchsleitereffekt). bei Pflege ohne ätherisches Öl» bzw. «erste Befragung bei
Pflege mit ätherischem Öl» in der strikten Reihenfolge der
Aufnahme in die Studie.
Patienten und Patientinnen Die Fragebogen/Studienprotokolle (Anhang 1) konn-
ten erst bei Vorliegen einer Studien-Pflegeindikation aus-
Zugelassen waren alle Patientinnen und Patienten, die sich gefüllt werden. Das erste Urteil war unmittelbar vor der
zwischen September 2000 und Januar 2001 auf einer Sta- Pflege abzugeben; für das zweite Urteil kehrten die Stu-
tion der Klinik für Rheumatologie und Rehabilitation des diendelegierten 30–45 Minuten nach der Pflege zu den Ge-
Zürcher Stadtspitals Triemli aufhielten und in dieser Peri- pflegten zurück.
ode einen Informed Consent unterzeichneten. Einziges
Ausschlusskriterium war ein nicht unterzeichneter Infor-
med Consent. Gründe für die Nichtteilnahme an der Stu- Auswertung
die bzw. die Nichtberücksichtigung der Daten trotz Infor-
med Consent sind: Die Person hatte während ihres Die Auswertung erfolgte mit dem Statistikpaket SPSS und
stationären Aufenthalts keine oder nur einmal eine Stu- umfasst Verfahren der deskriptiven und Inferenz-Statistik.
dien-Pflegeindikation. Tabelle 2 zeigt eine Übersicht über Die Vergleichbarkeit der Gepflegten vor der Pflege ohne
Randomisierung und Stichprobengröße, Alter und Ge- bzw. mit ätherischem Öl untersuchten wir mit t-Tests. Die
schlecht, Haupt-Diagnose und Medikation der Studien- drei operationalisierten Studienfragen ließen sich mit
teilnehmer. MANOVA-Varianzanalysen für abhängige Stichproben
Bei Untersuchungsschluss lagen 40 vollständige Pro- (Messwiederholung) mit Fragen beantworten, die sowohl
tokolle mit Beurteilungen von Pflegehandlungen mit bzw. vor als auch nach der Pflege gestellt wurden (siehe Tab. 3).
ohne ätherische Öle vor. 16 Personen gaben einen Infor- Fragen 16 bis 20 bzw. 25 bis 29 wurden auf zwei Arten
med Consent, hatten aber nie eine Studien-Pflegeindika- ausgewertet: (a) als «unspezifische» Urteile, d.h. alle Ant- 196
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worten zu den fünf Fragen sind gemittelt, unabhängig von muskulo-skelettale Schmerzen und 68% bei beiden Beob-
der Pflegeindikation; (b) als «spezifische» Urteile, d.h. nur achtungen genau dieselbe Medikation hatten.
die Antworten werden für die Auswertung verwendet, die
sich auf die Pflegeindikation beziehen. Die Indikationen
als solche werden, wie weiter oben in Studien-Pflegeindi- Situation der Beobachteten vor der Pflege
kationen beschrieben, nicht differenziert behandelt.
Die «spezifischen» Urteile verwendeten wir darüber Tabelle 3 gibt im Block «vor der Pflege» Auskunft über
hinaus für die Untersuchung (a) eines allfälligen Ge- die Vergleichbarkeit der Gepflegten, bevor sie gepflegt
schlechts-Effekts mit t-Test; (b) des Zusammenhangs mit wurden. Die Beurteilungskriterien sind in den Spalten «In-
der Beurteilung von Aromapflege bei Austritt (Tab. 5, letz- halt der Beurteilung» und «Frage» aufgeführt. Der physi-
te Frage) mittels Spearman-Korrelation für ordinalskalier- sche Befindlichkeitsaspekt, auf den sich die Pflegeindika-
te Daten; (c) des Zusammenhangs mit dem Alter der Ge- tion bezog – die spezifische Befindlichkeit –, wurde vor
pflegten mittels Pearson-Korrelation für intervallskalierte der Aromapflege hochsignifikant schlechter eingeschätzt
Daten. Für diese drei Auswertungen bildeten wir die Vari- als vor der Pflege ohne ätherisches Öl (p < 0.001; Kenn-
able «Pflegewirkung» aus [Mittelwert Fragen 25 bis 29] werte: fett gedruckten Zeile, Tab. 3). In den anderen sechs
minus [Mittelwert Fragen 16 bis 20], d.h. Differenz [nach Befindlichkeitseinschätzungen unterscheiden sich die Ge-
der Pflege] minus [vor der Pflege]. pflegten vor der Pflege ohne und mit ätherischem Öl nicht
Qualitative Informationen wurden von der Erstautorin statistisch signifikant. Auch die Selbstbeurteilungen der
zu Kategorien zusammengefasst. Pflegenden sind gleich.
Wie aus Tabelle 1 ersichtlich, war die häufigste Pfleg-
eindikation «Schmerzen am Bewegungsapparat», die vor
3. Resultate allem mit Ölungen behandelt wurden.

Beschreibung der Stichproben


Unspezifische Wirkungen der Pflege mit und ohne
Aus Tabelle 2 ersehen wir, dass 22 Personen mit zwei Be- ätherische Öle
obachtungen zuerst ohne und 18 Personen zuerst mit äthe-
rischen Ölen gepflegt wurden, jeweils 20 Personen Ein- In die statistische Auswertung (MANOVA) gehen alle in
zelöl oder Mischung bevorzugten, 93% der 40 Personen Tabelle 3 in Normalschrift ausgedruckten Variablen mit

Tabelle 3: Selbst- und Fremdbeurteilungen von Gepflegten vor und nach Pflege mit bzw. ohne ätherische Öle auf einer 10-Punkte-Skala:
Mittelwerte ± Standardabweichungen
Beurteilungszeit vor der Pflege nach der Pflege
Inhalt der Beurteilung Frage ohne mit Frage ohne mit
äther. Öl äther. Öl äther. Öl äther. Öl
Aktuelle Pflegebedürftigkeit (1 = maximal, 6 8.00 ± 1.96 7.97 ± 2.09 –
10 = minimal; Beurteilung durch die
pflegenden Studiendelegierten)
Beurteilung der Gepflegten durch die 7 + 81 6.97 ± 1.46 6.85 ± 1.39 11 + 121 7.49 ± 1.12 7.50 ± 1.23
pflegenden Studiendelegierten
Selbsturteil der Gepflegten zum psychischen 14 6.30 ± 2.13 6.40 ± 2.02 23 7.63 ± 1.85 7.75 ± 1.85
Allgemein-Befinden
Selbsturteil der Gepflegten zum physischen 15 5.70 ± 1.95 5.48 ± 2.17 24 7.18 ± 1.72 6.72 ± 1.73
Allgemein-Befinden
Selbsturteil der Gepflegten bezüglich aller 16–202 6.99 ± 1.58 6.91 ± 1.57 25–292 7.77 ± 1.57 7.66 ± 1.43
Indikationen – unspezifische Wirkung
Selbsturteil der Gepflegten bezüglich aller 16–203 7.39 ± 2.64 5.59 ± 2.24 25–293 7.99 ± 2.30 6.83 ± 2.09
Indikationen – spezifische Wirkung
Einstellung der Gepflegten zur bevor- 21 8.45 ± 1.60 8.00 ± 2.08 30 9.15 ± 0.88 8.82 ± 1.59
stehenden/erlebten Pflegehandlung
Selbstbeurteilung der pflegenden 9 7.83 ± 1.74 7.95 ± 1.47 –
Studiendelegierten: quantitativ
Selbstbeurteilung der pflegenden 9.14 4.09 ± 1.11 3.77 ± 1.34 –
Studiendelegierten: qualitativ
Legende: Je höher der Mittelwert, desto positiver das Urteil.
1 Mittelwert der Antworten zu den Fragen 7 und 8 bzw. 11 und 12
2 Mittelwert aller Antworten zu den Fragen 16–20 bzw. 25–29
3 Mittelwert der Antworten zu den Fragen 16–20 bzw. 25–29, die sich ausschließlich auf die Pflegeindikation beziehen

197 4 offene Antworten ordinalskaliert recodiert: von 1 (gar nicht gut) bis 5 (große Freude über kommende Pflege)
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Messwiederholung ein. Höhere Mittelwerte nach der Pfle- Tabelle 5: Vier Fragen bei Austritt zum Spitalaufenthalt – Rand-
ge – unabhängig von der Pflegeart (mit/ohne ätherisches auszählung von 36 ausgefüllten Fragebögen
Öl) – weisen auf die generell positive unspezifische Wir- Was hat Sie am meisten beeindruckt während
kungen der Pflege hin. Dieser Haupteffekt ist in allen Va- Ihres Spitalaufenthalts?
rianzanalysen hochsignifikant (p < 0.001). Nicht signifi- • kein Kommentar, nichts 1
• es gab keine Besserung 1
kant sind hingegen der Haupteffekt der Pflegeart. Ebenfalls • Einsatz, Offenheit der Pflegenden/Ärzteschaft; der 13
nicht signifikant ist die Interaktion zwischen Beurtei- große Betrieb
lungszeitpunkt (vor/nach Pflege) und Pflegeart. • liebevolle, freundliche Betreuung; Therapieangebot/ 20
In Tabelle 4 sind die qualitativen Antworten der Pa- Operationen
tientinnen und Patienten zu ihrer Einstellung gegenüber • Aromen 1
den beiden Pflegearten zusammengefasst und ausgezählt. Worauf haben Sie an den meisten Tagen besonders
In Pflegesituationen ohne ätherische Öle gab es nach der gewartet/sich gefreut?
Pflege weniger negative und deutlich mehr positive Kom- • kein Kommentar, nichts 1
• Aspekte aus dem Tagesablauf: Besuche/Gespräche/ 17
mentare als zuvor. Bei Aromapflege blieb die Anzahl an Essen/Ruhe etc.
negativen und positiven Kommentare gleich. Dieser Be- • Untersuchungen/Therapien 6
fund spiegelt sich in den Daten von Tabelle 3 wider: vor • Aromen (Nennung stammt von anderer Person als 1
und nach Pflege ohne ätherisches Öl (Frage 21 bzw. 30) bei nächster Frage)
sind die Mittelwerte deutlich höher – die Einstellungen al- • Besserung der Befindlichkeit, Schmerzfreiheit, 12
Gedanken zu sich selbst
so positiver – als vor und nach Aromapflege.
Was ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?
• kein Kommentar, nichts 3
• bestimmte therapeutische Maßnahmen 5
Spezifische Wirkungen der Pflege mit und ohne • Aromapflege 3
ätherische Öle • Freundlichkeit/Ernstnehmen; Leistungen/Kooperation 14
von Pflegenden und Ärzteschaft; Therapeutinnen
Berücksichtigt sind nur jene Befindlichkeitsurteile, die • Verschiedenes (z.B. Spitalumgebung); alles 3
sich auf die Pflegeindikation beziehen (Fragen 16–20, 25– Wie beurteilen Sie die Pflege mit ätherischen Ölen?
29; Tab. 3: fett gedruckte Zeile). • nutzlos, ohne ätherische Öle war es besser 3
In der MANOVA ist der Haupteffekt des Beobach- • gut/sehr gut/wohltuend; Düfte/natürliche Substanzen 21
tungszeitpunkts (vor/nach Pflege) hochsignifikant (p < sehr geschätzt
• euphorische Beurteilung/sollte man viel mehr machen/ 12
0.001): die Pflege verbesserte generell das spezifische phy- sollte fester Bestandteil in der Pflege werden; will Öle
sische Befinden. Ebenso ist der Haupteffekt der Pflegeart jetzt auch selbst zuhause anwenden
hochsignifikant (p < 0.001): die Gepflegten gaben im Zu-
sammenhang mit Pflege ohne ätherisches Öl eine bessere
spezifische Befindlichkeit an als bei Aromapflege. Die Männer und Frauen beurteilten ihr spezifisches Befin-
Interaktion zwischen Beobachtungszeitpunkt und Pflege- den statistisch nicht signifikant unterschiedlich sowohl bei
methode ist signifikant (p < 0.05). Wie Tabelle 3 zeigt, ver- Pflege mit als auch ohne ätherisches Öl.
besserte sich das spezifische Befinden signifikant stärker Im Alter der Gepflegten besteht ein Unterschied zwi-
bei Aromapflege. schen den Pflegearten: ohne ätherisches Öl ist der Zu-

Tabelle 4: Bemerkungen der Gepflegten zur Pflegehandlung (Fragen 21.1 und 30.1) – Auszählung der nachträglich codierten und katego-
risierten offenen Antworten
Beobachtungszeitpunkt vor der Pflege nach der Pflege
Pflegeart (ä.Ö. = ätherisches Öl) ohne ä.Ö. mit ä.Ö. ohne ä.Ö. mit ä.Ö
1. nicht kommentiert 8 5 2 5
2. (eher) negativer Kommentar
• skeptisch, nicht überzeugt, gelangweilt, müde 3 3 1 6
• gespannt, abwartend 5 6 0 3
Summe der (eher) negativen Kommentare 8 9 1 9
3. positiver Kommentar
• wird (hoffentlich) gut/hat gut getan 8 9 1 1
• grundsätzlich positiv und offen eingestellt 16 14 20 13
• angenehm, gut – besser als vor der Pflege 0 0 2 2
• Pflegehandlung großartig/super 0 3 11 9
Summe der positiven Kommentare 24 26 34 25
4. Kommentare zu den ätherischen Ölen
• Pflegen ohne äth. Öl besser/äth. Öl nutzlos 0 0 1 0
• Pflegen mit ätherischen Ölen wird bevorzugt 0 1 1 0
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sammenhang zwischen Pflegewirkung und Alter statis- pflegeschule Zürich, deren Wirkungen sowohl in der Lang-
tisch nicht signifikant; hingegen wirkte die Aromapflege zeitpflege (Scheidegger, 1999) als auch in der Akutpflege
umso besser, je jünger die Gepflegten waren (Pearson r = (Christen et al., 2002) untersucht wurden. Es handelt sich
–0.32, p < .05). um den Pilot-Versuch einer kontrollierten Interventions-
Mischungen und Einzelöle unterschieden sich in der Studie, für die es kein Vorbild gab. Wenngleich wir einen
spezifischen Wirkung nicht signifikant (Mischungen: 7.03 primär quantitativen Forschungsansatz wählten, ist unse-
± 2.10; Einzelöle: 6.63 ± 2.11). re Studie vor allem explorativ.
In Tabelle 5 sind die qualitativen Bewertungen der Pa- Die Notwendigkeit von kontrollierten Studien zur pfle-
tientinnen und Patienten beim Austritt zusammengefasst. gerischen Anwendung von ätherischen Ölen ist evident.
Retrospektiv fiel das Urteil über Aromapflege (letzte Fra- Naturheilverfahren, zu denen wir die Aromapflege zählen,
ge in der Tabelle) sehr positiv aus. Die rückblickende Be- werden zum Teil sehr skeptisch beurteilt: Aromatherapie
urteilung der Aromapflege war um so positiver, je grösser – Aromapflege war nicht Gegenstand – erhielt in einer Fo-
die spezifische Wirkung war (Spearman r = 0.45, p < 0.005, cus-Bewertung (www.focus.de, zitiert in: GPI 2000)
N = 36). wegen geringer Plausibilität, mangelhafter wissenschaft-
licher Erkenntnisse sowie ungenügender Aus- und Weiter-
bildung die Gesamtnote «sehr beschränkt empfehlens-
Zum Befinden der Studiendelegierten mit wert». Gleich schlecht waren die Gesamtnoten für
der Studiensituation Eigenurin-, Magnetfeld- und Fußzonenreflextherapie so-
wie für Homöopathie. Dabei waren die beurteilenden Ärz-
Die Studiensituation war eine Ausnahmesituation: Die Pla- te und Ärztinnen alle naturheilkundlich bzw. komplemen-
nung der Befragungen, die Pflege mit ätherischen Ölen und tär medizinisch tätig. Entgegen deren Einschätzung
die Sorge um vollständige Studienprotokolle entsprachen existiert substanzielle und wissenschaftlichen Kriterien
nicht der Arbeitsroutine. Da man auf der Station darüber standhaltende Literatur zur Aromatherapie, d.h. zur medi-
hinaus mit einem Zimmerpflege-System arbeitet, mussten zinisch indizierten, therapeutischen Verwendung von äthe-
die Studiendelegierten ausschließlich zu Studienzwecken rischen Ölen (Franchomme & Pénoël 1990; Pfister-Hotz
Kontakt mit Patienten und Patientinnen aufnehmen, die sie 1998; Ulmer & Saller 1997). Die Beweislage zur Wirk-
normalerweise nicht betreuten. Tabelle 6 stellt eine Zu- samkeit ätherischer Öle in der Gesundheits- und Kranken-
sammenfassung von Bemerkungen der Studiendelegierten pflege ist hingegen wesentlich ambivalenter; evidenz-ba-
vor und nach der Pflegehandlung dar. Die Antworten, ins- siertes Wissen und Erfahrungsbericht werden in diesem
besondere nach Pflege mit ätherischen Ölen, reflektieren Bereich leicht vermischt, wofür das umfangreiche Werk
den Druck, den die Studiendelegierten in der Studiensitu- von Price & Price (1995) ein Beispiel ist.
ation erlebten. Patientinnen und Patienten einer rheumatologischen
Akutabteilung nahmen als Freiwillige an unserem Versuch
teil, wobei sie einmal eine Pflegehandlung ohne und ein-
4. Diskussion mal eine Pflegehandlung mit ätherischem Öl erlebten. Die
pflegerischen Maßnahmen waren insofern speziell, als sie
Unsere Studie ist Teil eines umfassenden Projekts «Syste- physikalische Stimuli wie Wärme und/oder Berührung
matische Anwendung von gesundheitsfördernden und ge- beinhalteten, aber keinerlei medikamentöse Intervention,
sundheitserhaltenden Pflegemaßnahmen» der Kranken- wie sie aufgrund von Schmerzbefunden üblich ist. Trotz

Tabelle 6: Bemerkungen der Pflegenden zur Pflegehandlung (Fragen 10 und 13) – Auszählung der nachträglich codierten und kategori-
sierten offenen Antworten
Beobachtungszeitpunkt vor der Pflege nach der Pflege
Pflegeart (ä.Ö. = ätherisches Öl) ohne ä.Ö. mit ä.Ö. ohne ä.Ö. mit ä.Ö
1. nicht kommentiert 28 27 16 13
2. (eher) negativer Kommentar
• eigener Körper kam beim Pflegen noch zu kurz 0 0 4 2
• Zeitdruck/Stress/Störungen im Zimmer/eigene Unsicherheit belasten 4 1 4 2
• wenig Lust, auf Gepflegte einzugehen 0 1 2 3
• Gepflegte(r) hat schlechte Befindlichkeit 3 2 3 2
• Barriere: Sprache/Adipositas/Skepsis Betreute 4 3 0 3
Summe der (eher) negativen Kommentare 11 7 13 12
3. positiver Kommentar
• gut, Genuss für Gepflegte, machen mit 1 1 7 6
• Pflegende hat Freude über Pflegehandlung 0 3 3 6
• Betreute machen selbst Behandlungsvorschlag 0 1 0 0
• Pflegehandlung tut Pflegender auch gut 0 0 0 3
• Pflegen mit ätherischen Ölen ist schöner 0 1 1 0
Summe der positiven Kommentare 1 6 11 15
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dieser Besonderheit vermochte die Pflegeintervention – ob und beruflich zu verwenden, weshalb eine klinikweite Ein-
mit oder ohne ätherisches Öl – das selbsteingeschätzte führung in die Aromapflege erfolgte und Aromapflege heu-
(Allgemein-)Befinden der Gepflegten signifikant zu ver- te zum festen Pflegeangebot gehört.
bessern. Aromapflege war hingegen wirksamer als Pflege
ohne ätherisches Öl, wenn das Befinden in Bezug auf die
Pflegeindikation zu beurteilen war – z.B. Schmerzen am Folgerungen
Bewegungsapparat. Dieses Resultat ist bemerkenswert,
weil die Datenanalyse eine deutliche Skepsis gegenüber 1. Evidenzbasierte Forschung zur Wirkung gesundheits-
der Aromapflege zutage förderte, sowohl seitens der bei- fördernder Maßnahmen gilt heute als unumgängliche
den pflegenden Studiendelegierten als auch der Gepfleg- Voraussetzung von Qualitätsmanagement im Public-
ten. So schätzten die Gepflegten ihr Befinden vor der Health-Bereich. Die Forderungen umfassen: adäquate
Aromapflege – insbesondere den Befindlichkeitsaspekt, Konzeption der Intervention; geeignete Erfolgskrite-
aufgrund dessen sie eine Pflegeintervention wünschten – rien; angemessene, die Prozesse berücksichtigende
deutlich schlechter ein als vor Pflege ohne ätherisches Öl. Methoden (z.B. Ruckstuhl & Abel, 2001). Akzeptiert
Wie bei den Pflegenden fielen auch ihre freien verbalen ist das Postulat, wonach die Ergebnisqualität von der
Urteile über die Pflegesituation nach Aromapflege negati- Prozessqualität und von weiteren Faktoren wie perso-
ver aus als nach Pflege ohne ätherisches Öl. nellen, organisatorischen und technischen Ressourcen
Dass Aromapflege von Pflegenden und Gepflegten mit abhängt (Noack, 2001). Diese Forderungen haben auch
Spannung erwartet und erlebt wurde, könnte darauf zu- Gültigkeit, wenn es um als gesundheitsfördernd pos-
rückzuführen sein, dass in unserer experimentellen Situa- tulierte Pflegemaßnahmen wie die Aromapflege geht.
tion wesentliche Grundanforderungen an die Qualität 2. Ätherische Öle sind preiswert, Risiken bei sachgemä-
pflegerischer Beziehung gestört waren – etwa die Ent- ßer Anwendung gering (www.focus.de, zitiert in GPI
scheidungsfreiheit der Gepflegten, der kontinuierliche 2000). Unsere Resultate weisen darauf hin, dass diese
Aufbau der Beziehung zu den Gepflegten oder die Ver- naturheilkundliche Pflegemethode über die nachge-
mittlung von Sicherheit durch entsprechende Pflegeinfor- wiesenermaßen geförderte Fürsorglichkeit (caring; Ul-
mation (Frei-Rhein et al., 2001; Hulskers, 2001; Pillen, mer et al., 2001) hinaus in Richtung einer komplexen,
2002). Welche Botschaft unsichere Pflegende an verunsi- bedürfnisorientierten, rehabilitierenden sowie gesund-
cherte Gepflegte vermitteln, lässt sich aufgrund dieses Pi- heitsfördernden Pflege weist (Bartholomeyczik, 1999).
lotversuchs nicht interpretieren. Die Unsicherheit ist je- Unser Versuch lässt sich reproduzieren und in der Fra-
doch mehr mit dem – damals noch ungewohnten – Einsatz gestellung erweitern. Nützlich wäre, die Pflegeindika-
von ätherischen Ölen als mit der experimentellen Situation tionen zu identifizieren, deren Wirkung durch ätheri-
an sich verbunden. sche Öle besonders verstärkt werden kann.
Wenn Aromapflege trotz «Zurückhaltung» der Betei- 3. Aus aromatherapeutisch-wissenschaftlicher Sicht ist
ligten Wirkung erzielte, so stellt sich die Frage nach den die Verwendung von Mischungen bzw. Substanzen, die
Wirkfaktoren, etwa das Befinden der Pflegenden, Erwar- nicht dem Apothekenstandard entsprechen, proble-
tungen der Pflegenden an die Aromapflege, die Einstellung matisch (persönliche Mitteilung Prof. R. Saller). Aus
von Pflegenden und Gepflegten zur Pflegehandlung oder aromapflegerischer Sicht haben sich Einzelöle und
Patientenvariablen wie Diagnose, Medikation, Pflegebe- Mischungen gleich gut bewährt.
dürftigkeit. Da die Ausgangslage seitens Pflegenden und
Gepflegten vor beiden Pflegearten gleich war, liegt nahe,
die spezifische Wirkung von Aromapflege auf die ätheri- Dank
schen Öle zurückzuführen. Die Versuchsanordnung er-
laubt keinen Rückschluss, über welche Mechanismen Die Autorinnen und Autoren bedanken sich bei der Hans-
Aromapflege wirkt oder welche mit ätherischen Ölen Eggenberger-Stiftung, die das Projekt finanzierte, sowie
kombinierte Pflegeindikation besonders wirksam ist. Herrn Prof. Reinhard Saller (UniversitätsSpital Zürich,
Immerhin zeigte sich, dass die spezifische Wirkung der Abt. für Naturheilkunde) für seine Anregungen, die uns er-
ätherischen Öle um so größer ist, je jünger die Betreuten mutigten, eine wissenschaftliche Studie zur Aromapflege
sind. Aroma-Pflegestandards, wie sie in der Klinik für zu konzipieren.
Rheumatologie und Rehabilitation des Zürcher Stadtspi-
tals Triemli zur Zeit in Erarbeitung und im Kantonsspital Literatur
St. Gallen (Schläpfer et al., 2002; Vögele & Schläpfer-
Droll, 2002) in Gebrauch sind, sehen die Beurteilung der Bartholomeyczik, S.: Zur Entwicklung der Pflegewissenschaft in
Pflegeintervention nach Ergebniskriterien vor. Doch er- Deutschland. Pflege 12, 1999, 158–162.
Buchbauer, G.: Aromatherapie – Methoden ihrer Erforschung. DAZ
folgen diese Erhebungen nicht systematisch und tragen 35, 1996, 21–26.
nicht zur Beantwortung der Fragen bei. Buchbauer, G.; Jirovetz, L.; Jager, W.; Plank, C.; Dietrich, H.: Fra-
Pflegende und Gepflegte schätzten die ätherischen Öle, grance compounds and essential oils with sedative effects up-
wenn die Beurteilung in zeitlichem Abstand zur Pflegein- on inhalation. J. Pharm. Sci. 82, 1993, 660–665.
tervention erfolgte. Das Interesse der Gepflegten, aroma- Christen, L.; Scheidegger, J.; Grossenbacher, G.; Christen, S.; Oeh-
ninger, R.: Qualitativer und quantitativer Vergleich des Befin-
tische Substanzen auch zuhause weiter zu verwenden, war dens bei der Pflegearbeit vor und nach Kinästhetik-Grund-
gemäss Austrittsbefragung groß. Während der Studie stieg schulung in einer nuklear- und radiotherapeutischen Klinik.
das Interesse unter den Pflegenden, ätherische Öle privat Pflege 15, 2002, 103–111. 200
L. Christen et al. Pflege ohne und mit Anwendung von ätherischen Ölen Pflege 2003; 16:193–204

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Dr. phil. Lisanne Christen, Arbeitsgemeinschaft Sozialwissenschaft Gesundheitsforschung Informatik, ASGI, Kleindorfstr. 12 G,
CH-8707 Uetikon am See
E-mail: lisanne.christen@asginform.ch

201
L. Christen et al. Pflege ohne und mit Anwendung von ätherischen Ölen Pflege 2003; 16:193–204

Anhang 1: Fragebogen zur Pflege mit ätherischen Ölen

V1 Patienten-Identifikation !!!!!!.!
V2 Heutiges Datum !!.!!.!!
V3.1 Beobachtung vor Pflege: Uhrzeit !!:!!
V3.2 Beobachtung nach Pflege: Uhrzeit !!:!!
V4 Während der Befragung wirksame Medikamente ..................................................................................
V5 Pflegeindikation mit ätherischen Ölen (zur Auswahl Riechproben beider Substanzen geben):

Indikation Handlung Mischung Einzel-Öl


Schmerzen am Bewegungs- 쑗
Wickel 쑗
Schmerz 1l H2O/1T 쑗
Pfefferminz 2l H2O/1T
apparat Ölung쑗 쑗
Schmerz 5ml MÖ/3-5T 쑗
Pfefferminz 5ml MÖ/3-5T
---------------------------- -------------- ----------------------------- -------------------------------
Spannungskopfschmerz Einreibung 쑗 Schmerz 10% in 70% Alk. 쑗 Pfefferminz 10% in 70% Alk. 쑗
max. 20T max. 20T
Krampfartiger Schmerz bei Wickel: 2 쑗 Verdauung 2l H2O/1T 쑗 Lavendel 1l H2O/2T 쑗
Verdauungsbeschwerden, Mal 5–10 Min.
Blähungen Ölung 쑗 Verdauung 5ml MÖ/3-5T 쑗 Lavendel 5ml MÖ/3-5T 쑗
Nausea und Erbrechen Riechkomp. 쑗 Verdauung 1T pur 쑗 Pfefferminz 1 T pur 쑗
Angespanntheit und Nervosität Ölung 쑗 Stimmung 5ml MÖ/2-3T 쑗 Lavendel 5ml MÖ/2-3T 쑗
H2O = H2O mit Emulgator Cremol Ritter, T = Tropfen, MÖ = Mandelöl

V6 Aktuelle Pflegebedürftigkeit? maximal minimal


쑗1–쑗2–쑗3–쑗4–쑗5–쑗6–쑗7–쑗8–쑗9–쑗10
Urteil der Pflegenden vor der Pflege kann nicht kann nicht
schlechter sein besser sein

V7 Wie ist die Stimmung der gepflegten Person? 쑗1–쑗2–쑗3–쑗4–쑗5–쑗6–쑗7–쑗8–쑗9–쑗10


V8 Wie ist die körperliche Befindlichkeit der 쑗1–쑗2–쑗3–쑗4–쑗5–쑗6–쑗7–쑗8–쑗9–쑗10
gepflegten Person?
V9 Wie fühle ich mich selbst jetzt vor der Pflegehandlung? 쑗1–쑗2–쑗3–쑗4–쑗5–쑗6–쑗7–쑗8–쑗9–쑗10

V9.1 Kommentar zur Selbstbefindlichkeit ...........................................................................


V10 Bemerkungen, falls relevant für die nachfolgende
Pflegehandlung ..................................................................................

Urteil der Pflegenden nach der Pflege kann nicht kann nicht
schlechter sein besser sein
V11 Wie ist die Stimmung der gepflegten Person? 쑗1–쑗2–쑗3–쑗4–쑗5–쑗6–쑗7–쑗8–쑗9–쑗10
V12 Wie ist die körperliche Befindlichkeit der 쑗1–쑗2–쑗3–쑗4–쑗5–쑗6–쑗7–쑗8–쑗9–쑗10
gepflegten Person?
V13 Bemerkungen, falls relevant für die erfolgte
Pflegehandlung ..................................................................................
V13.1 Welches Bild fällt mir dazu ein? ..................................................................................

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Anhang 1: Fragebogen zur Pflege mit ätherischen Ölen

1. Beurteilung der Befindlichkeit durch Betreute kann nicht kann nicht


schlechter sein besser sein

V14 Meine psychische Befindlichkeit/meine Stimmung... 쑗1–쑗2–쑗3–쑗4–쑗5–쑗6–쑗7–쑗8–쑗9–쑗10


V15 Mein körperliches Befinden allgemein… 쑗1–쑗2–쑗3–쑗4–쑗5–쑗6–쑗7–쑗8–쑗9–쑗10
V16 Mein Befinden bezüglich meines Kopfes… 쑗1–쑗2–쑗3–쑗4–쑗5–쑗6–쑗7–쑗8–쑗9–쑗10
V17 Mein Befinden bezüglich meiner Arme oder Beine … 쑗1–쑗2–쑗3–쑗4–쑗5–쑗6–쑗7–쑗8–쑗9–쑗10
V18 Mein Befinden bezüglich meines Bauches
(Verdauung, Blähungen)… 쑗1–쑗2–쑗3–쑗4–쑗5–쑗6–쑗7–쑗8–쑗9–쑗10
V19 Mein Wohlbefinden (z.B. Angespanntsein, Nervosität)… 쑗1–쑗2–쑗3–쑗4–쑗5–쑗6–쑗7–쑗8–쑗9–쑗10
V20 Mein Befinden bezüglich Übelkeit
(z.B. Magenschmerz, Erbrechen)… 쑗1–쑗2–쑗3–쑗4–쑗5–쑗6–쑗7–쑗8–쑗9–쑗10
V21 Mein Gefühl gegenüber der kommenden 쑗1–쑗2–쑗3–쑗4–쑗5–쑗6–쑗7–쑗8–쑗9–쑗10
Pflegehandlung…
V21.1 Kommentar zum Gefühl über die kommende
Pflegehandlung ..................................................................................
V22 Wie gut mögen Sie diesen Duft? überhaupt nicht sehr

쑗1–쑗2–쑗3–쑗4–쑗5–쑗6–쑗7–쑗8–쑗9–쑗10
V22.1 Woran erinnert Sie der Duft, welches Bild kommt
Ihnen in den Sinn? ..................................................................................

–––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––

2. Beurteilung der Befindlichkeit durch Betreute kann nicht kann nicht


schlechter sein besser sein

V23 Meine psychische Befindlichkeit/meine Stimmung... 쑗1–쑗2–쑗3–쑗4–쑗5–쑗6–쑗7–쑗8–쑗9–쑗10


V24 Mein körperliches Befinden allgemein… 쑗1–쑗2–쑗3–쑗4–쑗5–쑗6–쑗7–쑗8–쑗9–쑗10
V25 Mein Befinden bezüglich meines Kopfes… 쑗1–쑗2–쑗3–쑗4–쑗5–쑗6–쑗7–쑗8–쑗9–쑗10
V26 Mein Befinden bezüglich meiner Arme oder Beine … 쑗1–쑗2–쑗3–쑗4–쑗5–쑗6–쑗7–쑗8–쑗9–쑗10
V27 Mein Befinden bezüglich meines Bauches
(Verdauung, Blähungen)… 쑗1–쑗2–쑗3–쑗4–쑗5–쑗6–쑗7–쑗8–쑗9–쑗10
V28 Mein Wohlbefinden (z.B. Angespanntsein, Nervosität)… 쑗1–쑗2–쑗3–쑗4–쑗5–쑗6–쑗7–쑗8–쑗9–쑗10
V29 Mein Befinden bezüglich Übelkeit
(z.B. Magenschmerz, Erbrechen)… 쑗1–쑗2–쑗3–쑗4–쑗5–쑗6–쑗7–쑗8–쑗9–쑗10
V30 Mein Gefühl gegenüber der erlebten Pflegehandlung… 쑗1–쑗2–쑗3–쑗4–쑗5–쑗6–쑗7–쑗8–쑗9–쑗10
V30.1 Kommentar zum Gefühl über die erlebte
Pflegehandlung ..................................................................................

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Anhang 2: Haupt- und Nebenbestandteile der Studienmischungen


Mischung Hauptbestandteile Menge (ml) Nebenbestandteile Menge (ml)
«Schmerz» Lavendel kbA 400 Majoran kbA 100
Rosmarin kbA 400 Eukalyptus glob. kbA 50
Pfeffer schwarz 50
«Verdauung» Ingwer 290 Zitronengras Ws 190
Basilikum kbA 240 Pfefferminze kbA 120
röm. Kamille (CH) 80
Kardamom 80
«Stimmung» Bergamotte kbA 600 Mairose-Absolu 75
Sandelholz 250 bulg. Rose 75
kbA: aus kontrolliert biologischem Anbau
Ws: Wildsammlung
CH: Schweiz

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