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Tomás Floris Guadix

Matrikelnummer: 1467750

Reflexion zum Text „Appel an alle Lehrer – Haben Sie Mut, sich Ihrer Strenge zu bedienen!“
von Prof. Mag. Dr. Jörg Spenger

LV “Bildungswissenschaftliche Schwerpunkt – Projektarbeit“

Bei dem ersten Satz des Textes werde ich schon neugierieg und denke erst nach: „Brauche ich
persönlich Mut dazu?“

„Der folgende Text soll Mut zu wieder mehr Strenge in Unterricht und Erziehung machen“

Ich reflektiere über meine Arbeit in der Schule und die Momente, wo ich „streng„ sein muss
und finde dabei heraus, dass mein Wunsch eigentlich wäre, dass wir alle mehr Freiraum
hätten, weniger streng sein zu müssen.

Ich denke nicht, dass das Wort Strenge außer Mode gekommen ist und in diesem Sinn auch
nicht, dass “neue” Lernformen als Mode betrachten werden sollten. Insofern denke ich, dass
es ist schon Zeit, endlich der Pädagogik den oben gennanten Freiraum geben, sich mit der
Gesellschaft gleichlaufend zu entwickeln. Wenn die Schulsysteme ahmen noch didaktische
Ansätze nach, die sich vor Jahrzenten entfaltet haben, müssen selbstverständlich Lehrende
immer strenger werden: Lernende passen sich nicht an.

Diese autoritäre Strenge, von der der Autor erzählt, ist auch Teil der didaktischen Geschichte
meiner Schule und versuche als Lehrende zweifellos davon wegzukommen. Auch wenn das
Kind bekommt mehr „Macht“, als der Autor es beschreibt, („Die Kinder erfuhren in vielen
Familien immer mehr Macht, ihr Ego wuchs ins Unermessliche an”) halte als notwendig und
dringend, dass unsere Beziehung mit Kindern, Lernenden und Heranwachsenden menschlicher
und fairer wird. Das bringt zahlreiche Belohnungen. Das müssen wir auch verlernen und neu
erlernen: Macht und Strenge sind Lösungen für ein System, das Macht und Strenge predigt.

Zurück zu meiner ersten Frage, die ich jetzt zu beantworten versuche: ob ich Mut brauche und
ob ich mit dem Text Mut bekommen habe.

Ich verstehe mit dem Text, dass ich schon mutig bin, in diesem Schulsystem Lehrende zu sein
und dass ich habe, was Lehrende brauchen, um ihre Strenge, Macht, Autorität zu vergessen
und konsequent an neue Beziehungen zu arbeiten, die schon klare Ziele und Regeln brauchen.

Nach meiner persönlichen Schulerfahrung brauchen Schulmenschen nicht mehr Mut zur
Strenge oder Macht, sondern dazu, ein bisschen ohne die zwei auszuprobieren.

Einige pädagogische Tipps des Autors sind eben gute Erinnerungen, was Lehrende im
Unterricht machen und nicht machen sollten.

Auch wenn ich lieber befragt werden möchte, wenn ich einen Text lesen muss, der absichtlich
nicht geschlechterinklusiv ist, fühle ich mich als Lesende auf jeden Fall mutiger, mit
Überzeugung zu schreiben und mit Überzeugungen zu lesen.