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© Alex Bennett

Wortarten:

Substantiv (Haupt- oder Dingwort)


Verb (Zeit- oder Tätigkeitswort)
Adjektiv (Eigenschafts- oder Beiwort)
Adverb (Umstands- oder Nebenwort)
Pronomen (Fürwort)
Präposition (Verhältnis- oder Vorwort)
Konjunktion (Bindewort)
Numerale (Zahlwort)
Artikel (Geschlechtswort, Begleiter)
Interjektion (Ausrufe- oder Empfindungswort)

Die flektierbaren Wortarten des Deutschen


• Substantive: flektierbar gemäß Kasus und Numerus
• Pronomina: flektierbar gemäß Kasus, Numerus und Genus
• Artikel: flektierbar gemäß Kasus, Numerus und Genus
• Adjektive: flektierbar gemäß Kasus, Numerus, Genus, und komparierbar
• Verben: flektierbar gemäß Person, Numerus, Modus, Tempus und Diathese[2]

Adjektiv (Eigenschaftswort)

Beispiele: rot, schön, behindert, hoch, groß. Adjektive können Substantive modifizieren, um einen
Gegenstandsbereich einzuschränken (restriktiver Gebrauch) oder Zusatzinformationen zu geben
(appositiver Gebrauch):

- attributiver Gebrauch (Adjektiv unmittelbar vor Substantiv): primäre Verwendung


- prädikativer Gebrauch (Adjektiv vor allem bei den Verben sein, werden, scheinen, bleiben)
- adverbialer Gebrauch (Adjektiv als eigenes Satzglied; im Deutschen haben Adjektive meist
keine spezielle Endung, um adverbiellen Gebrauch zu markieren)
- substantivierter Gebrauch (Adjektiv wird als Substantiv gebraucht, im Deutschen dann
entsprechend großgeschrieben)

Bei vielen Adjektiven gibt es die Vergleichsform (Steigerung, Komparation): groß, größer, größter;
manche sind zwar formal, jedoch nicht semantisch sinnvoll steigerbar, etwa: ledig, schwanger, tot.

Ausdrücke, die nur mit einem Verb wie sein, werden oder bleiben kombiniert werden können,
heißen „Adkopula“: pleite, schuld, quitt. Sie weisen jedoch einige Gemeinsamkeiten mit Adjektiven
auf, fallen also vielleicht in diese Klasse.
Pronomen (Fürwort)

Beim Pronomen (auch: Fürwort) handelt es sich um eine Zusammenfassung von Wörtern, die keine
Eigenschaften beschreiben, sondern direkt auf einen Gegenstand verweisen können. Sie bilden eine
heterogene Gruppe.

- Personalpronomen (persönliches Fürwort): deiktisch/zeigend: ich, du, wir, ihr; anaphorisch: er,
sie, es
- Reflexivpronomen (rückbezügliches Fürwort): sich, dich (bei Subjekt „du“), mich (bei Subjekt
„ich“)
- Relativpronomen (bezügliches Fürwort): der, was, wo
- Possessivpronomen (besitzanzeigendes Fürwort): mein, dein
- Demonstrativpronomen (hinweisendes Fürwort): dieser, jener
- Indefinitpronomen (unbestimmtes Fürwort): man, irgendeiner
- Interrogativpronomen (fragendes Fürwort): wer, was

Adverb (Umstandswort)

Adverbien wie hier, da, dort, heute, darum, deshalb sind Einzelwörter, die in der Regel in der
Funktion der adverbiellen Bestimmung vorkommen. Häufige Bedeutungstypen sind z. B..

- Adverb des Ortes (Lokaladverb): hier, da, unten, dort, nirgends, hinüber, her
- Adverb der Zeit (Temporaladverb): morgen, damals, bereits, schon, oft, bald, immer
- Adverb der Art und Weise (Modaladverb): gern, anders, vergebens, fast, zwar, sehr
- Adverb des Grundes (Kausaladverb): darum, deshalb, deswegen, folglich, dazu, dafür

Adverbien können auch zur Bestimmung von Satztypen beitragen und

Fragesätze einleiten: Frageadverbien wie Wo? Wann? Wie? Warum?


Relativsätze einleiten: Relativadverbien:
Das ist genau die Stelle, wo das Verbrechen geschah.
Er staunt über die Art, wie sie sich aus der Affäre zieht.
Ich arbeite, wann ich will.

Präposition (Verhältniswort)

Präpositionen bestimmen den Kasus der Wortgruppe, zu der sie gehören (Rektion d. h., sie
bestimmen den Kasus ihrer Bezugswörter). Sie lassen nur einen der obliquen Kasus zu. Im
Deutschen sind das: Genitiv, Dativ, Akkusativ. Nach diesem Kriterium scheiden als und wie, die mit
jedem Kasus auftreten können, als Präpositionen aus.

Präpositionen können semantisch subklassifiziert werden: So ist wegen eine Präposition, die auf die
Ursache, den Grund hinweist; mittels eine Präposition, die auf ein eingesetztes Mittel verweist. Es
ergeben sich die Bedeutungsklassen, die auch für adverbielle Bestimmungen angegeben werden
können, z. B.:
lokal
direktional
temporal
kausal
modal
Präpositionen treten mit einem bestimmten Kasus (Fall) auf:

Kasus Präpositionen Erläuterungen


abzüglich, angesichts, (an)statt,
außerhalb, bar, behufs,
bezüglich, diesseits,
einschließlich, entlang, infolge, Viele Wörter, die den Genitiv regieren, gehören der
innerhalb, inmitten, jenseits, Schrift- und Verwaltungssprache an;
Genitiv
kraft, längs, mittels, ob, umgangssprachlich werden sie oft mit dem Dativ
oberhalb, seitens, trotz, verwendet.
unbeschadet, ungeachtet,
unterhalb, unweit, während,
wegen, zugunsten
Die Präpositionen laut und dank werden – ohne
Einfluss auf die Bedeutung – sowohl mit dem Genitiv
Genitiv
dank, laut als auch mit dem Dativ verwendet. Bei dank wird der
oder Dativ
ursprüngliche Dativ zunehmend vom Genitiv
verdrängt.
Auch hier zeigen sich vereinzelt Übergänge zu einer
aus, außer, bei, entgegen,
Genitivrektion (entsprechend, gemäß u. a.), als
entsprechend, gegenüber,
Dativ Hyperkorrektheit oder als Reflex des
gemäß, mit, (mit)samt, nach,
Wortklassenübergangs bei neuentstehenden
nächst, nahe, nebst, seit, von, zu
Präpositionen.[4]
Bei diesen lokalen Präpositionen (den sogenannten
Wechselpräpositionen) muss zwischen Dativ und
Akkusativ gewählt werden. Der Dativ steht, wenn
Präposition und Nomengruppe einen Ort angeben
Dativ oder an, auf, hinter, in, neben, über,
(Beispiel: Er sitzt im Wohnzimmer am Fenster und
Akkusativ unter, vor, zwischen
beobachtet die Leute auf der Straße). Der Akkusativ
steht, wenn eine Zielrichtung oder ein Zielort
bezeichnet wird (Beispiel: Er geht ins Wohnzimmer,
setzt sich ans Fenster und schaut auf die Straße).
bis, durch, für, gegen, je, ohne,
Akkusativ
um, wider

Bei relativ festen Verbindungen von Verben mit bestimmten Präpositionen aus der Gruppe der
Wechselpräpositionen kann der zu verwendende Kasus nicht logisch erschlossen werden und hängt
von der jeweiligen Verbindung ab. Verbindungen aus Präposition und bestimmtem Artikel (zur, fürs,
im) nennt man Kontraktionen.

Quantoren (Mengenwort)

Quantoren sind Wörter, mit denen Mengenangaben dargestellt werden, wie zum Beispiel: kein, alle,
wenig, viel. Nach IDS-Grammatik können sie sowohl determinative als auch pronominale
Funktionen haben.
Interjektion (Ausrufe- oder Empfindungswörter)

Interjektionen wie oh, nein, na, ja oder hm sind mündlich, haben Töne und ungewöhnliche
Lautkombinationen (brr), lenken aus der Hörerposition. Ihre Zugehörigkeit zu den Wortarten ist
umstritten (lautmalerische Ausdrücke werden zum Beispiel teilweise als Onomatopoetika
klassifiziert), sie werden aber auch zu den Partikeln im engen Sinne gerechnet.

Partikel (im engen Sinn)

Partikeln im engen Sinn sind unflektierbare, nicht zu Wortgruppen erweiterbare Ausdrücke:

Abtönungspartikeln operieren auf dem Wissen: ja, halt, eh, wohl


Konnektivpartikeln verbinden und gliedern: erstens, allerdings, sonst, zwar, indessen
Gradpartikeln gradieren auf dem Hintergrund einer Einstufungsskala im Satz Gewichtetes: sogar,
ausgerechnet, bereits
Modalpartikeln bestimmen die Geltung eines Sachverhalts und werten: bedauerlicherweise,
leider, sicherlich, vielleicht
Intensitätspartikeln markieren die Ausprägung adjektivischer Eigenschaften: sehr, recht, überaus
Negationspartikeln wie nicht, gar nicht verneinen die Sachverhaltsgeltung

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