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Дидактический материал к УСРС№7

по дисциплине История литературы страны изучаемого языка XVIII века (немецкий),


2 курс, специальность 1-21 05 06 «Романо-германская филология», д/о, 3 семестр

Lesen Sie die Informationen über die literarische Periode “Die Romantik”. Recherchieren
Sie die zusätzlichen Informationen über die wichtigsten Autoren und seine Werke dieser
Epoche. Stellen Sie die Informationen in der Form einer Tabelle (ihrer Wahl nach).

Die Romantik (1798-1830)


Grundzüge der Epoche:
Unter der literaturgeschichtlichen Epoche der Romantik versteht man ungefähr die

Zeit um 1800 bis 1830. Auch schon vor Beginn dieser Periode gab es im Deutschen

das aus dem englischen kommende Wort „romantisch“ als Adjektiv und „Romantik“

als Substantiv. Es bedeutete so etwas wie „romanhaft“, „abenteuerlich“, und auch

„mittelalterlich“.

Ein Kennzeichen der Moderne ist in einer früheren Epoche Verwandtschaft zu

finden. Die Romantiker schwärmten für das christliche Mittelalter, in dem sie eine

bessere Gesellschaft und Welt sahen. Sie benutzten das Wort Romantik, um

zwischen dem christlichen Mittelalter, und ihrer eigenen Zeit einen Zusammenhang

herzustellen. Der Begriff wurde aber von den Romantikern immer neu diskutiert und

definiert, so dass er sich von der ursprünglichen Bedeutung immer weiter entfernte.

Die Epoche der Romantik ist eine europäische Epoche, in allen europäischen

Ländern gab es romantische Schriftsteller, auch wenn es auch Unterschiede

zwischen den einzelnen Formen der Romantik gibt. In Deutschland nennt man als

Beginn der Epoche das Jahr 1798, in dem mehrere wichtige Werke der Romantik

erschienen: Ludwig Tiecks: Franz Sternbalds Wanderungen und die von Friedrich

Schlegel herausgegebene Zeitschrift Athenäum, die zum Sprachrohr der

romantischen Bewegung wurde.


Die deutschen Romantiker bewunderten das Mittelalter, und gingen gleichzeitig über

die Ideen der Aufklärung und auch des Sturm und Drangs hinaus. Auch die

Romantik ist eine Art Jugendbewegung: Während sich die alten Herren Goethe und

Schiller in die gemäßigte Klassik weiterentwickelten, kam eine neue Generation

nach, die eine eigene Ideenwelt entwarf.

Sie dürfen nicht die politisch bewegte Zeit vergessen, in der die Romantik entstand:

Erst die französische Revolution, dann die Siege Napoleons gegen Österreich und

Preußen und die französische Besetzung Berlins (1806-13). Mentalitätsgeschichtlich

bedeuten diese Jahre (06-13) den Durchbruch einer nationalistischen Welle in

Deutschland, besonders unter den Intellektuellen. Viele Schriftsteller hofften, den

langen Traum eines geeinigten Deutschlands durch den gemeinsamen Widerstand

gegen Napoleon zu verwirklichen. Dabei entstand in dieser Zeit die für die nächsten

150 Jahre so wichtige Definition des „Volkes“:

In der Aufklärung gab es den Begriff der „Statsbürgernation“. Also: eine Nation

besteht aus den Bürgern eines Staates, in dem prinzipiell jeder Mensch Mitglied

werden kann.

Die Klassik spricht von einer „Kulturnation“: Also, bestimmte kulturelle

Gemeinsamkeiten bestimmen die Zugehörigkeit zu einer Nation.

Jetzt entsteht der Begriff des „Volkes“ mit einem irrationalen, fast mythischen Inhalt

durch die Verknüpfung von: Sprache, Boden, kulturellen und biologischen

Eigenschaften. Aus einer Nation, einem zivilisatorischen Gebilde, wird ein scheinbar

natürliches Gebilde, die „Rasse“. Aus dieser Idee entwickelte sich zum ersten Mal

das Ideal der „Rassenreinheit“ die Vorstellung, das ein Volk desto besser sei, je
„reiner“ es sei. Diese Entwicklung ist aber nicht kausal an die Romantik gebunden,

wenn sie auch gleichzeitig stattfindet.

Frühromantik und Spätromantik


Die deutsche Romantik wird in zwei Phasen unterteilt, deren Grenzen fließend sind:

Die Frühromantik, die man auch Jenaer Romantik nennt mit Friedrich und Dorothea

Schlegel, August Wilhelm und Caroline Schlegel und Novalis als Zentrum eines

Kreises, der insgesamt eher weltbürgerlich gesinnt war als national oder gar auf

jenen Volksbegriff bezogen.

Die Romantik ist eine zeit, in der eine Vorliebe für Irrationales und Okkultes zunahm,

auch das Interesse an den Dunklen, unheimlichen und unverständlichen Seiten der

Natur und der menschlichen Psyche. Die Erforschung des Irrationalen brachte den

Texten der mittelalterlichen Mystikern wieder Beachtung, ebenso wie die

Entdeckung außereuropäischer Mystik: Indien und Persien vor allem. Das ist auch

die Geburt der Orientalistik in Deutschland.

Die Spätromantik begann wenige Jahre später und entwickelte sich vor allem in

Heidelberg rund um die Familie Brentano und Arnim. Clemens Brentano und Achim

von Arnim waren befreundet, Bettine, seine Schwester heiratete Achim von Arnim.

Weitere wichtige Autoren der Spätromantik sind Caroline von Günderrode, Joseph

von Eichendorff, die Brüder Grimm und E:T:A: Hoffmann. Die Spätromantik

unterscheidet sich von der Frühromantik durch ihre Hinwendung zu Volkstümlichen

und der nationalen Vergangenheit. So entstanden hier die Märchensammlungen

(Haus- und Kindermärchen), Gedichtsammlungen, die germanische und

mittelalterliche Mythen nacherzählen (Des Knaben Wunderhorn 1806-7). Dieses

Interesse führte zur Widerentdeckung von mittelalterlichen Handschriften (z.B. das

Hildebrandlied durch die Brüder Grimm) und zum Beginn der Wissenschaftlichen
Germanistik. Sowohl Früh- als auch Spätromantik sind durch verschiedene

Merkmale miteinander verbunden, Begriffe, die zentral für diese Epoche sind:

1. Das Unendliche. Das Göttliche, der Geist, das Universale: all das bezeichnet

eine geheime Mitte, nach der alles Romantische strebt. Dieses Unendliche kann

sich im Endlichen, also in der Welt nicht unmittelbar, sondern nur symbolisch

ausdrücken. Die Symbolik des Unendlichen fanden die Romantiker z.B. in der

Liebe und Seele eines Kindes, in den Äußerungen des Unbewussten, im Traum,

aber vor allem in der Natur und in der Kunst. Beides wird als symbolisch

verstanden, also als etwas, was der Mensch enträtseln muss.

2. Symbolismus: Der sich daraus ergebende Symbolismus ist mit dem Glauben an

die Beseelung der natur eng verbunden. Dabei stellt man sich den Menschen als

Mikrokosmos vor also als ob im Menschen das ganze Universum symbolisch

vertreten ist, und die Welt wiederum als Makoranthropos: Also wie einen riesigen

Menschen vor. Damit steht der Mensch in einem kosmischen Zusammenhang

mit anderen Menschen und der Natur. Die Grenze zwischen Innenraum der

Seele und der den Menschen umgebenden Natur ist aufgehoben, das hat für die

Bildersprache unmittelbare Bedeutung. Kunst, Musik und Lyrik werden dadurch

als symbolisch angesehen, sie spiegeln den kosmischen Zusammenhang alles

Seienden wider, lassen die geheimen Beziehungen des Universums ahnen.

Typisch für romantische Romane ist deswegen, dass z.B. die Hauptfigur

unbekannter Herkunft ist, ein Waise, oder Findling, von dem sich dann

herausstellt, dass er mit allen anderen Figuren des Romans verwandt ist, ohne

das zu wissen.

3. Die Bildsprache ist in der Romantik besonders ausgeprägt und weitreichend:

Ästhetik wird zu einem Begriff der universalen Wahrheit: Also Wahrheit muss
ästhetisch sein. Die Bildliche Sprache (also Stilmittel wie Personifikation,

Metapher, Vergleiche) sollte die verborgenen Identitäten und damit die

universelle Zusammengehörigkeit ausdrücken.

4. Mythologie: Die Bilder und Geschichten der Mythen (germanischer aber auch

griechisch-römische und vor allem orientalische) werden gelesen als Ausdruck

der umgebenden Natur: Alles ist Beziehung und Verwandlung, in den Mythen

offenbaren sich universale Wahrheiten.

5. Naturwissenschaft und Naturphilosophie. Die Naturwissenschaft hatte in

dieser Zeit erstaunliche Entdeckungen gemacht, die wir heute zu gut kennen, als

dass sie uns in Erstaunen versetzten könnten: Magnetismus und Elektrizität,

Galvanisierungseffekte, das ultraviolette Licht: also Kräfte und Strahlen, die für

den Menschen nicht wahrnehmbar sind aber in ihren Auswirkungen unglaublich

stark sind. Man versuchte diese Entdeckungen (nicht nur in Deutschland: Mary

Shelley Frankenstein) gedanklich und philosophisch zu bewältigen. So

versuchten Fr. Schlegel und Novalis (die mit Naturwissenschaftler befreundet

waren), geistige Qualitäten auf die Natur zu übertragen. z.B. redet Novalis von

der Toleranz der Pflanzen, dem Kosmopolitismus der Blumen (keine Grenzen)

und hielt die ätherischen Öle für die Seele der Pflanzen.

6. Besondere Aufmerksamkeit widmeten die Romantiker den Nachtseiten der

Natur und Seele. Damit meinten sie zum einen Unbewusstes, den Traum (siehe

Novalis), aber auch den Wahnsinn, die Ekstase, Hypnose, Schlafwandler u.ä.,

aus der Überzeugung, dass diese un-bewussten Zustände des Menschen aus

einem direkten Kontakt mit dem Unendlichen, mit der Weltseele entstehe.
Zu den Gattungen: Es gibt natürlich eine Vielzahl von Romanen und Lyrik,

besonders ist, das kaum noch ein Roman erscheint, in den nicht einige Gedichte

(oder viele) integriert sind.

Eine neue literarische Gattung wird das Märchen. Nicht nur gesammelte

Volksmärchen, sondern Kunstmärchen, die sich besonders gut dazu eigneten, die

Unendlichkeit darzustellen, da Irrationales, Phantastische, Traumhaftes oder

Aufhebung von Kausalzusammenhängen in Märchen ganz normal sind. „Alles

Poetische muss Märchenhaft sein“ In Märchen offenbart sich für Romantiker wie

Novalis die „magische Wirklichkeit“, die dem Menschen sonst verborgen bleibt. Und

so haben fast alle Texte der Romantik märchenhafte Züge.

Autoren der Romantik:


1. Jenaer Romantik

Die Brüder Friedrich Schlegel (1772-1829) und August Wilhelm Schlegel sowie

ihre Frauen Caroline Michaelis Böhme Schlegel Schelling und Dorothea

Mendelssohn-Veit-Schlegel waren die zentralen Personen der Frühromantik.

Friedrich Schlegel war ein hochintelligenter und witziger Mann, der ein sehr

bewegtes Leben hatte: Er rannte von einer Kaufmannslehre davon, studierte alleine

die Antike mit so gutem Ergebnis, dass er auf die Leipziger Universität zugelassen

wurde, gab mehrere Zeitschriften heraus, die wegweisend für die Generation der

Romantiker wurde, war erst mit Caroline Böhme, der vielleicht faszinierendsten Frau

dieser Zeit liiert, später dann mit der Tochter von Moses Mendelsohn (Nathan):

Dorothea. Caroline war unterdessen mit August, seinem Bruder verheiratet und die

vier lebten in einem Haus in Jena, eine Art Wohngemeinschaft. Caroline war eine

hochintelligente Frau, die aber immer im Schatten der Männer blieb: teils auch aus

eigenem Entschluss. So ließ sie ihre jeweiligen Männer ihre Texte veröffentlichen:
Viel von Schlegels und Schellings Werk ist in Wirklichkeit von Caroline geschrieben

worden. Dorothea inspirierte ihn zu dem Roman Lucinde (1799) der zum Skandal

wurde, da er als Liebesgeschichte mit der noch verheirateten Dorothea gelesen

wurde. Dieser Roman ist allerdings nicht der wichtigste Teil des Werkes von

Schlegel. Wichtiger sind seine theoretischen und ästhetischen Schriften und

Zeitschriften, mit denen er die Romantik extrem beeinflusste. Wichtig ist dabei auch

seine Rolle in der Entwicklung der Textinterpretation: Er war stark an den schwer

verständlichen Texten des Mittelalters interessiert und war einer der ersten, die

herausarbeiteten, wie wichtig es ist, Texte aus ihrer Entstehungszeit heraus zu

interpretieren, also eine historische Annäherung an Texte zu unternehmen. Auch

gehört er zu denjenigen, die immer wieder die Ideale der Romantik diskutieren, also

Begriffe wie die Unendlichkeit, die Sehnsucht, die Bedeutung der Mythen.

Dorothea schrieb einen Roman, von dem sie nur den ersten Teil fertig stellte:

Florian, ein heute in der Germanistik hochangesehener Roman, der aber zu ihren

Lebzeiten kein großer Erfolg war. Er war aber auch kein Skandal wie Lucinde. Und

obwohl dieser Roman kein muss in der deutschen Literatur ist, hatte er doch auch

wieder für die Entwicklung der Textinterpretation eine erstaunliche Wirkung. Schlegel

wollte nämlich keinen Skandal inszenieren, sondern ein ethisches Werk, eine neue

Ethik der Liebe, die geistige und körperliche Liebe zu vereinen versucht. Er bekam

Hilfe indem jungen gelehrten Friedrich Schleiermacher. Dieser veröffentlichte ein

Buch zur Verteidigung der Lucinde: „Vertraute Briefe über Fr. Schlegels Lucinde“

(1800): Dies ist vielleicht das erste literaturwissenschaftliche Werk im heutigen Sinn:

Denn Schleiermacher bemüht sich, zu erklären was Schlegel warum wie schreibt:

Das was wir heute unter „textimmanenter Interpretation“ verstehen.


Novalis (1772-1801) Novalis ist ein Pseudonym und bedeutet, der Neuland

Bearbeitende. Er hieß eigentlich Friedrich Freiherr von Hardenberg und war der

Sohn eines Salinendirektors. (Salzbergwerk) Deswegen kannte er sich im Berg, in

Höhlen so gut aus (Heinrich von Ofterdingen). Er war mit den Schlegels befreundet

als er in Jena studierte, besuchte später die Bergakademie und wurde selbst

Salinenverwalter bis er im Alter von 29 Jahren an Tuberkulose starb. Er wurde als

weltentrückter Seher gefeiert, eine Einstellung die er eigentlich erst vier Jahre vor

seinem Tod gewann, als nämlich seine Verlobte starb. Es gibt von ihm eine Menge

von Fragmenten und Notizen, das bekanntste ist Heinrich von Ofterdingen, ein

Romanfragment und Hymnen an die Nacht, eine Gedichtsammlung.

Sophie Mereau, die Frau eines Jenaer Professors wurde ebenfalls zum festen

Mitglied des frühromantischen Kreises und eine erfolgreiche Schriftstellerin. Sie

sollten sich diesen Namen merken, wenn Sie an der Entwicklung der Frauenrolle

interessiert sind. Was glauben Sie, was der größte Unterschied der Universität um

1800 zur Universität heute war?

Sophie Mereau war die erste Frau in Deutschland, die Vorlesungen besuchte.

Heidelberger Romantik

Die andere große Gruppe der Romantiker ist die Spätromantik oder Heidelberger

Romantik. Auch hier finden Sie wieder lauter Freunde und Familienangehörige in

einer Gruppe vereint: Es sind vor allem Clemens Brentano (1778-1851) und seine

Schwester Bettine (1789, Clemens Freund und Bettines Ehemann Achim von Arnim,

Bettines Freundin Karoline von Günderrode, Joseph Freiherr von Eichendorff

Die Brentanos sind Enkel der Schriftstellerin Sophie von la Roche. Bettine schrieb

eine Biographie ihrer Großmutter und trug so dazu bei, dass sie nicht vergessen
wurde. Bettine war unter den Romantikern auch die Revolutionärste: Sie schrieb ein

etwas unpraktisches aber sozialrevolutionäres Buch und widmete es dem König, der

nicht begeistert war. Clemens hatte auch ein bewegtes Leben: Er war eine Zeit in

Jena und lernte dort die Romantiker und Sophie Mereau kennen, die sich 1801

scheiden ließ um ihn zu heiraten. Sie gingen zusammen zurück nach

Süddeutschland, wo Sophie 1807 starb. Brentano verbrachte noch viel Zeit in Berlin,

ebenso wie Bettine und ihr Ehemann Achim von Arnim, der in der Nähe von Berlin

ein Gut hatte: Wiepersdorf (heute Schriftstellerhaus) In Berlin lernte er Luise Hensel

kennen, von der ein Gedicht in Ihren Kopien ist. Sie waren kurze Zeit ein Paar, aber

Luises Unwillen, sich in eine Gruppe zu integrieren, trennte sie wieder. Brentanos

Werk umfasst Romanversuche, die zwar sehr witzig sind, aber der Höhepunkt

seines Werkes ist, als Brentano sich den Traditionen des Volksliedes und der

Volksmärchen zuwandte. So sammelten er und Achim von Arnim 1805-8 Volkslieder

und Gedichte, die er unter dem Titel des Knaben Wunderhorn herausgab. Dabei war

Arnim wichtig, damit eine nationale Opposition gegen die französische Besetzung

Deutschlands zu unterstützen, während Brentanos Absicht nur war, die

gesammelten Lieder zu bearbeiten, künstlerisch zu verfeinern und so ein poetisches

Gemeinschaftswerk zwischen Tradition und Dichter zu schaffen. Volkskundler haben

sich bemüht, die ursprünglichen Fassungen zu finden, und so weiß man heute, dass

Brentano sehr viel verändert hat und zählt des Knaben Wunderhorn zu seinen

Werken, und ihn nicht nur als Herausgeber. Das Lied das bucklicht Männlein ist aus

dieser Sammlung. An dem Geicht, dass die grundlegende Reinheit des kindlichen

Herzens thematisiert, kann man auch erkennen, was für eine wichtige Stelle das

Kind in der Romantik hatte.


Die Brüder Grimm sammelten u.a. deswegen auch Volks- und Kindermärchen, an

Sammlung und Niederschrift war Brentano auch beteiligt. Die Märchen der Gebrüder

Grimm kennen sie sicher auch.

Zu dem Freundeskreis zählte auch Karoline von Günderrode, deren apokalyptisches

Fragment wir gelesen haben. Die Günderrode wuchs in einem sehr behüteten Stift

auf, war fast krankhaft schüchtern und im Grunde unsozial, eine schwierige, zarte

Person, der man kaum gerecht werden konnte. Ihr poetisches Werk ist sehr schmal

und im Gegensatz zu ihrer Person von einer sehr wilden und phantasievollen

Sehnsucht erfüllt. Mit 26 tötete sie sich wegen einer unglücklichen Liebe selbst. Sie

ist als literarische Figur aber lebendig geblieben, von Bettine von Arnim bis Christa

Wolf ist sie immer wieder in literarischen Texten thematisiert worden.

Auch Berlin war immer wieder ein Zentrum der Romantik, nicht zu letzt wegen des

Salons von Rahel Varnhagen. Diese Frau, die u.a. ihre Träume aufschrieb und eine

Korrespondenz von mehr als 20000 Briefen hatte, war ein gesellschaftlicher

Mittelpunkt. in ihrem Salon traf sich Friedrich Schlegel mit Dorothea, Adalbert von

Adalbert von Chamisso, Brentano, und auch ETA Hoffman. Chamisso kennen Sie,

die Geschichte des Peter Schlehmil, Zu ihm sage ich jetzt nichts.

Wen Sie unbedingt noch kennen sollten ist ETA Hoffmann (1776-1822) Hoffmann

lebte nicht nur in Berlin, er kam aus Königsberg und kam ziemlich weit südlich, bis

nach Bamberg. Hoffmann war sich in seiner Jugend unsicher, ob er eher zur Malerei

oder zur Musik tendierte. Als Zeichner war er ein Meister der Karikatur, was ihn

einmal sogar seine stelle kostete, als sein Vorgesetzter eine Karikatur von sich sah.

Als Musiker schrieb er Opern und Instrumentalmusik, die heute noch aufgeführt

werden. (Undine) Erst mit 30 begann er zu schreiben, als er in Bamberg als

Theaterkomponist arbeitete. Sein damaliges Wohnhaus ist heute ein Museum.


Hoffmann hat zwei große Themenbereiche: Den Künstlerroman, wobei er

hauptsächlich über Musiker schreibt (Lebensansichten des Katers Murr 1820) und

die Phantastischen Erzählungen, in denen er typisch romantisch schreibt. Auch bei

ihm ist deutlich die Sehnsucht nach dem Unendlichen zu erkennen, und seine

Erzählungen heißen nicht nur phantastisch, sondern tendieren auch inhaltlich zum

Übersinnlichen und märchenhaften. Auch ist typisch für Hoffmann seine Faszination

an Okkultem: Magnetismus und Hypnose kommen spielen in seinen unheimlichen

Geschichten eine große Rolle. Erzähltechnische Experimentierfreude zählt auch zu

Hoffmanns Charakteristika, und damit ist er seiner Zeit voraus, denn das wird erst im

20 Jh. so richtig modern. Ein Höhepunkt ist in dieser Hinsicht die Lebensansichten

des Katers Murr nebst fragmentarischer Biographie des Kapellmeisters Johannes

Kreisler in zufälligen Makulaturblättern (1818) Das ganze fängt an mit 4 Vorwörtern.

Der Kater Murr schreibt seine Lebensgeschichte auf bereits beschriebene Blätter

eines Buches, das sich als die fragmentarische Lebensgeschichte des

halbverrückten Dirigenten Kreisler herausstellt, wodurch ein scheinbares

Durcheinander entsteht, wie der „Herausgeber“ Hoffmann in einem der vier

Vorwörter schreibt. Durch eine Analyse von Form und Inhalt kann man aber schnell

merken, dass das scheinbare Durcheinander eine Funktion hat! Deswegen, und

wegen seiner Mischung aus Komik, schauerlichem und Fantastischen ist Hoffmann

bis heute ein vielgelesener Autor.