Sie sind auf Seite 1von 6

Практическое занятие №7

по дисциплине История литературы страны изучаемого языка XVIII века


(немецкий),
2 курс, специальность 1-21 05 06 «Романо-германская филология», д/о, 4
семестр

F. Schiller als einer der bedeutendsten Vertreter


der Epoche der Weimarer Klassik

1. F. Schiller und die Epoche der Weimarer Klassik

2. Die Biographie von F. Schiller in der Epoche der Weimarer Klassik

3. Schillers wichtigste Balladen der Epoche der Weimarer Klassik:


- Der Handschuh https://www.friedrich-schiller-archiv.de/gedichte-
schillers/highlights/der-handschuh/
In einem Brief vom 18. Juni 1797 bezeichnet Friedrich Schiller seine Ballade „Der
Handschuh“ als ein kleines Nachstück zum Taucher. Dieses „Nachstück“ gehört zu den
bekanntesten Balladen Schillers überhaupt, die er selbst als Erzählung einordnete. Eine
Anekdote in St. Foix Essay sur Paris hatte Schiller hierzu aufgemuntert. Unter der
Überschrift „Rue des Lions, pres Saint-Paul“ teilt nämlich St. Foix in dem genannten Werk
einen Vorfall mit, den Schiller in seiner Ballade aufgreift. Drei Tage nach der Ballade „Der
Taucher“ hatte Schiller auch den Handschuh fertig, wobei sich der Handschuh mit einem
ähnlichen Thema auseinandersetzt wie die andere Ballade. Das Besondere im Handschuh ist
der schwungvolle Versbau Schillers

Vor einem Löwengarten, einem Zwinger für wilde Tiere, haben König Franz I. mit seinem
ritterlichen Gefolge Platz auf einem Balkon genommen. Hier wollen die Schaulustigen dem
Kampf wilder Tiere beiwohnen. Der König gibt das Signal, um die wilden Tiere in den
Zwinger einzulassen. Ein Löwe, der König der Tiere, kommt herein und legt sich lustlos
nieder. Als König Franz erneut winkt, öffnet sich eine zweite Tür und ein Tiger kommt
hereingesprungen, wild und unruhig auftretend. Grimmig schnurrend kreist er um den Löwen.
Als der König erneut winkt, springen zwei Leoparden in den Zwinger. Sie stürzen sich wild
auf den Tiger. Da brüllt der Löwe und steht auf. Der Kampf der anderen Tiere wird gestört,
spannungsgeladene Ruhe kehrt ein. Da fällt mitten unter die wilden, lauernden Tiere ein
Handschuh vom Balkon. Das Fräulein Kunigunde wendet sich an den Ritter Delorges und
bittet ihn, ihren Handschuh aus dem Zwinger zu holen. Damit soll er ihr seine Zuneigung  und
Liebe beweisen. Der Ritter kommt dem Antrag der Dame nach. Er steigt in den Zwinger, hebt
den Handschuh auf und bringt ihn Kunigunde wieder. Er wirft ihr den Handschuh ist Gesicht
und verlässt tief gekränkt den Schauplatz: „Den Dank, Dame, begehr ich nicht.“

Die Grundidee Schillers in „Der Handschuh“, dessen Balladen alle einer solchen Grundidee
folgen, ist: „Der Mensch versuche den Menschen nicht!“ Dies schließt sich eng an die
Grundidee des Tauchers an: „Der Mensch versuche die Götter nicht!“

Ein Gegenstück zum Taucher ist der Handschuh, weil wir hier, wie Goethe selbst sagt, die
reine Tat vor uns haben, eine Tat ohne Zweck oder vielmehr im umgekehrten Zweck. Der
Taucher stürzt sich noch einmal hinunter auf Leben und Sterben, weil er den köstlichen Preis
erwerben will, die Hand der hohen Jungfrau. Der Ritter im Handschuh dagegen will den Preis
nicht: „Denk Dank, Dame, begehr‘ ich nicht!“ Es genügt ihm, die Ehre des Ritters in „seinem
Lob aus jedem Munde“ anerkannt zu sehen. Er rettet zugleich sein eigene in Gefahr geratene
Ehre „und verläßt sie zur selben Stunde.“

Kunigunde versucht sich vor dem versammelten Hof in einem Akt von überzogener
Selbstliebe zu profilieren. Delorges bleibt keine andere Wahl, als in den Zwinger zu steigen.
Weigerte er sich, würde er seine ganze Reputation vor dem König verlieren, was seinen
gesellschaftlichen Tod zur Folge hätte. Kunigunde nutzt hier also das autoritäre System des
Königs geschickt für ihre Zwecke und ist dafür bereit, ihre Liebe zu Delorges preiszugeben.
Delorges verlässt das Schauspiel, nachdem er Kunigunde ihren verdienten Lohn gegeben
hatte, als tragischer Held. Zwar hat er seine Würde gewahrt, doch hat er das verloren, was ihm
wichtig war: seine Liebe.

- Die Bürgschaft
https://www.friedrich-schiller-archiv.de/gedichte-schillers/highlights/die-buergschaft/
Friedrich Schiller vollendete die Ballade “Die Bürgschaft” am 30. August 1798. In
seinem Musenalmanach für das Jahr 1799 wurde sie erstmals veröffentlicht. In der Ballade
stellt Schiller Stärke und Kraft von Freundschaft und Treue als zentrales Motiv dar. Möros,
der hingerichtet werden soll, hinterlässt hierin seinen Freund Selinuntius als Bürgen beim
Tyrannen Dionysius, um selbst seine Schwester verheiraten zu können. Als Quelle diente ihm
die Geschichte von Damon und Phintias, die er in einem Buch des Hyginus Mythographus
vorfand.

Strophen 1–3: Möros wird verurteilt

Der Tyrann Dionysios verurteilt Möros zur Kreuzigung, weil er den Tyrannen töten wollte.
Dieser gibt ihm drei Tage frei, um seine Schwester zu verheiraten. Sein Freund bürgt mit dem
Leben für Möros.

Strophen 4–5: Möros verheiratet seine Schwester

Der Freund nimmt den Vorschlag von Möros gerührt an. Möros zieht fort und tritt nach der
Vollendung der Trauung die Rückreise an.

Strophen 6–9: Möros schwimmt durch den angeschwollenen Fluss

Der Fluss ist durch ein Ungewitter angeschwollen und scheint nicht überwunden werden zu
können. Keine Boot ist da, das ihn über den Fluss setzen könnte. Möros weint und fleht zu
den Göttern. Mit großer Mühe schwimmt er schließlich durch den Fluss an das andere Ufer.

Strophe 10–11: Überfall der Räuber

Im Wald wird Möros von mordbereiten Räubern überfallen. Er entreißt einem Räuber die
Keule und erschlägt damit drei Räuber. Die anderen fliehen.
Strophe 12–13: Möros ist dem Verdursten nahe

Die Mittagssonne brennt auf Möros hinunter. Er fleht zu den Göttern, ihn zu retten. Aus
einem Felsen springt plötzlich eine Quelle hervor, an der er sich erlaben kann.

Strophe 14: Wanderer berichten von der nahen Hinrichtung

Als die Sonne zur Neige geht, vernimmt Möros von zwei Wanderern, dass die Hinrichtung
seines Freundes nahe bevorsteht.

Strophen 15–17: Philostratus will Möros aufhalten

Bei Sonnenuntergang, als Möros die Stadt aus der Ferne erblickt, begegnet er seinem
Hausverwalter Philostratus, der ihn zurückzuhalten versucht. Möros solle sein eigenes Leben
retten, sein Freund wäre verloren. Seine Freundespflicht ist ihm aber heilig. Daher begibt sich
Möros in die Stadt.

Strophe 18–19: Möros verhindert die Hinrichtung

Bei Sonnenuntergang kommt Möros noch früh genug, um den Freund zu retten. Die gaffende
Menge erwartete die Hinrichtung, die nun verhindert werden kann. Die Ankunft von Möros
wird an den König gemeldet. Dieser ist gerührt und lässt beide vorführen.

Strophe 20: Der Tyrann will in den Freundesbund eintreten

Der König ist überrascht von der fabelhaften Treue der Freunde zueinander. Er wünscht, in
ihren Freundschaftsbund aufgenommen zu werden. Möros und seinem Freund schenkt er das
Leben.
Schiller legt fast allen seinen Balladen ein klassisches Ideal zu Grunde, das den inneren Kern
seines Gedichtes ausmacht und Schiller diesen mit allen Handlungen verwebt. Es geht um die
Liebe und die ungebrochene Treue einem Freund gegenüber. Sein gegebenes Wort zu halten
und den Freund zu retten, dessen Glauben an seine freundschaftliche Liebe und Treue kein
Hohn des Tyrannen zum Wanken bringt, oder mit dem Freund zu sterben, das ist der Gedanke
der Ballade „Die Bürgschaft“, der das ganze Gedicht ausfüllt. Dieser Gedanke gibt dem
Gedicht eine innere Energie und Spannung. Und alles was aus seinem Stoff hiermit nicht in
Verbindung zu setzen war, ließ er weg. In der 18. Strophe spricht Möros die Idee selbst aus:
 „Und ist es zu spät, und kann ich ihm nicht
 Ein Retter willkommen erscheinen,
 So soll mich der Tod ihm vereinen.
 Des  rühme der blutge Tyrann sich nicht,
 Dass der Freund dem Freunde gebrochen die Pflicht,
 Er schlachte der Opfer zweie
 Und glaube an Liebe und Treue.“
Diese Idee der Freundestreue tritt in der Ballade sehr bestimmt und rührend hervor. „Und die
Treue, sie ist doch kein leerer Wahn!“ bekennt schließlich der Tyrann. Seine Grausamkeit gab
die Veranlassung für Möros, über sich hinauszuwachsen und die Größe der Freundschaft dem
Tyrannen zu offenbaren. Von dieser sittlichen Macht der Freunde ergriffen, lernt der finstere
Tyrann am Ende, an Liebe und Treue zu glauben.

- Der Taucher
https://www.friedrich-schiller-archiv.de/gedichte-schillers/highlights/der-taucher/
Als Schiller im Juni 1797 mit Goethe in eine Art Wettstreit im Balladendichten eintritt, ist
“Der Taucher” die erste Ballade, die Schiller fertigstellt. Bestimmt war sie für die
Veröffentlichung in Schillers Musenalmanach für das Jahr 1798, dem sogenannten Balladen-
Almanach. Im Zentrum dieser Ballade steht die Idee, dass man die Götter nicht in Versuchung
bringen soll. Der Taucher, ein mutiger Knappe, stürzt sich zunächst aus Ehrsucht in das
tosende Meer. Ehrfürchtig vor den Gefahren der schrecklichen Untiefe kommt er glücklich
wieder. Für die Liebe der Königstochter aber wagt er erneut den Sprung.
Schillers Ballade handelt von einem heldenmütigen Jüngling, der seiner auflodernden Liebe
zur Königstochter wegen, erneut in das tosende Meer springt und mit dem Tod für seine
Vermessenheit gestraft wird. Er hatte die Götter herausgefordert und verstößt hierdurch gegen
seine eigene Warnung, die er dem König aussprach, die Götter solle man nicht herausfordern.
Nun, bei seinem zweiten Sprung in die Charybdis ist ihm das Schicksal nicht mehr gnädig.
Diese Geschichte erzählt Schiller in 27 Strophe zu je sechs Versen.

Strophen 1–3: Dreimalige Aufforderung des Königs

Der König fordert die anwesenden Ritter und Knappen drei Mal auf, den Sprung in die
tosende Charybdis zu wagen. Sie stehen oberhalb des Strudels, in den der König einen
goldenen Becher wirft, der dem Wagemutigen als Lohn diesen soll.

Strophe 4: Auftreten des Knappen

Alles bleibt stumm, kein Ritter will den Sprung in die Tiefe wagen. Da tritt der Jüngling
mutig hervor und wirft seinen Gürtel und seinen Mantel ab. Von den Anwesenden wird er
verwundert angeschaut.

Strophe 5–7: Der Knappe tritt an den Abgrund und schaut hinunter

Schiller beschreibt in diesen Strophen, was der wagemutige Jüngling sieht. „Und es wallet
und siedet und brauset und zischt“ die Brandung. Als sich diese zurückzieht ist der
Augenblick gekommen.

Strophe 8: Der Knappe springt in die Tiefe

Ehe die Brandung wiederkehrt und das Getöse erneut aufbegehrt, springt der Jüngling in die
Tiefe. Ein Schrei des Entsetzens entfährt den Zuschauern des Ereignisses. Die See schließt
sich über ihm, er ist nicht mehr zu sehen.

Strophen 9–11: Der ängstliche Wunsch nach seiner Wiederkehr

Während die Wasser immer mehr von der Charybdis eingesogen werden, sprechen die
Umstehenden – wie im Chor der Tragödie – ihren ängstlichen Wunsch aus, der mutige
Jüngling möge zurückkehren, den der König in die schreckliche Gefahr gelockt hatte. Da
beginnt der Strudel sich wieder zu heben.

Strophen 12–13: Der Knappen kehrt zurück

Der Strudel wirft den Jüngling wieder aus. Den Becher hält der freudig winkend in der Hand.
Er rettet sich an das Ufer.

Strophen 14–15: Der Knappe wird vor den König gebracht

Nachdem er sich von seiner Tat erholt hat, wobei das Gefolge einander frohlockend seine
Rettung zuruft, wird er zum König gebracht. Kniend überreicht er diesem den Becher. Die
Tochter schenkt dem Wagemutigen den Ehrenwein ein. Danach beginnt er mit seinem Bericht
aus der Tiefe der Charybdis.
Die Strophen 16–22 umfassenden den Bericht des Knappen über seine Erlebnisse in der
Tiefe.

Strophe 16: Einleitung des Berichts

Der Bericht wird durch die guten Wünsche des Jünglings für den König eingeleitet. Er erfreut
sich des Lichtes und erinnert sich der fürchterlichen Tiefe. In der Strophe 16 spricht der
Jüngling auch die Grundidee der Ballade aus, die Götter nicht in Versuchung zu bringen.

Strophen 17–18: Wie er den goldenen Becher fand

Der Jüngling schildert hier, dass er in die Tiefe gerissen wurde und dabei glücklich an ein
Felsenriff verschlagen wurde, an dem er auch den Becher fand.

Strophen 19–20: Die schreckliche Tiefe

In diesen beiden Strophen schildert er den schrecklichen Anblick der bodenlosen, finsteren
Tiefe, die sich unter ihm auftat. In der Tiefe sah er Stachelrochen, Haie und andere
Meerungeheuer sich tummeln.

Strophen 21–22: Unerwartete Erlösung aus schrecklicher Lage

Da unten wurde er sich seiner ausweglosen Lage bewusst. Ein schrecklicher Oktopus nähert
sich dem Jüngling und will nach ihm schnappen. Da lässt er die Koralle los, an der er sich
festgehalten hatte, und wird vom Strudel wieder in die Höhe gezogen.

Strophen 23–24: Die erneute Bitte des Königs

Der König will durch einen noch höheren Preis den Jüngling zur Wiederholung seiner Tat
bringen. Die Rede des Jünglings hat seine Wissbegierde über die Charybdis weiter angefacht.
Die Königstochter bittet ihren Vater, den Knappen zu verschonen.
Strophen 25–26: Die Königstochter als Preis

Die Leidenschaft des Königs wird durch die Bitte seiner Tochter noch gesteigert. Er will seine
Wissbegierde befriedigt wissen. Den Lohn für den Sprung in die Tiefe erhöht er nochmals
und bietet ihm die Hand seiner Tochter. Der Jüngling, der sich von der wirklichen Liebe der
Prinzessin überzeugt hat, wird hierdurch zur Wiederholung des vermessenen Sprungs
verlockt.

Strophe 27: Der Knappe ist verschollen

So sehr man sich den Jüngling auch zurückwünscht, er bleibt verschwunden. Die Prinzessin
blickt sehnsüchtig in die Tiefe.
Die in der Erzählung von Schillers Quelle (siehe oben) im Vordergrund stehende Habsucht
des heldenmütigen Tauchers konnte Schiller nicht gebrauchen. Sein Held musste von edleren
Gefühlen und Absichten geleitet werden. Wie in fast allen seinen Balladen, sollte auch diese
von einer gewichtigen Lehre als Grundton getragen werden. Zunächst wird sein Taucher aus
Ehrsucht dazu getrieben, in das tobende Meer zu springen, eine Tat, vor der alle anwesenden
Ritter zurückschreckten. Doch in der Tiefe der Charybdis entdeckte er deren fürchterliche
Schrecken. Nur ein glücklicher Zufall hatte ihn gerettet. Die Forderung des Königs, die
ungeheuerliche Tat erneut zu vollbringen, kann man deshalb nur als arge Vermessenheit
ansehen. Nur das höchste irdische Glück, der Besitz der in Liebe für ihn betenden
Königstochter kann ihn zu der Tat treiben. Der Taucher selbst warnt den König: „Der Mensch
versuche die Götter nicht!“ Dies ist die höhere Idee, der diese Ballade zu Grunde liegt. Der
Taucher verstößt gegen seine eigene Warnung. Er springt voll sehnsüchtiger
Liebesverheißung erneut in das Meer und wird – zur Strafe für seine Vermessenheit – von den
Tiefen verschlungen. Der König aber hat sich der größten Vermessenheit schuldig gemacht.
Das Glück seiner Tochter hat er zerstört und dadurch sein eigenes Leben untergraben.
In dem Gefühl des bitteren, unersetzlichen Verlusts der Königstochter endet die Ballade, die
Schiller absichtlich nicht weiter ausführte. Hierdurch rückt er das Bild des kühnen Jünglings
in den Mittelpunkt, der seiner Liebe zum Opfer fällt. Seine Kühnheit tritt uns zunächst in dem
Zurücktreten aller Ritter entgegen. Darauf tritt der Jüngling dem tosenden Strudel entgegen.
Im Mittelpunkt der Ballade redet er sich seine Erlebnisse lebhaft von der Seele. Des Tauchers
Erzählung ist dabei so angelegt, dass ihm alle in warmer Anteilnahme folgen, nur der König
selber nicht, der durch seine Vermessenheit die größte Schuld auf sich geladen hat.