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Was sind die Vorteile erneuerbarer Energien?

Trotz der teilweise geringen Anteile in verschiedenen Sektoren ist der Beitrag der
erneuerbaren Energien keine Kleinigkeit. Im Jahr 2016 beispielsweise konnte
Deutschland durch ihre Nutzung laut Bundeswirtschaftsministerium mehr als 550
Milliarden Kilowattstunden an fossilen Energieträgern einsparen – und damit gut 160
Millionen Tonnen CO2-Äquivalente. Ohne diese Spareffekte wären die selbst gesetzten
Klimaziele nicht einmal annähernd zu schaffen. Ein weiterer Vorteil erneuerbarer
Energien ist die abnehmende Abhängigkeit von Energieimporten.

Wie viele Arbeitsplätze gibt es durch erneuerbare


Energien?
Auch Arbeitsplätze entstehen durch erneuerbare Energien. Wie viele es genau sind, ist
schwer zu sagen. Denn das hängt unter anderem davon ab, ob etwa Zulieferer
mitgerechnet werden. Studien des Bundeswirtschaftsministeriums beziffern den
Beschäftigungseffekt der Erneuerbaren auf 338.600 bis 530.000 Jobs. Werden nur die
direkten Arbeitsplätze berücksichtigt, sind es demnach allerdings nur 10.000 bis 50.000.
Erst im Jahr 2050 würde die Nettobeschäftigungswirkung, also der Zuwachs, bei
230.000 Jobs liegen.

Was sind die Nachteile erneuerbarer Energien?


Als größter Nachteil erneuerbarer Energien galten lange Zeit die Kosten. Denn die
waren je Kilowattstunde (kWh) höher als bei fossilen Energieträgern. Inzwischen sind
die Kosten je Kilowattstunde vor allem bei großen Anlagen mit erneuerbaren Energien
meist niedriger. Bei kleinen Anlagen wie einer Photovoltaik- oder Solarthermieanlage
auf dem Hausdach hängt das Ergebnis vor allem von Eigenverbrauch, Energiepreisen
und Fördermitteln ab. Gibt es ausreichend Fördersmittel und sind die Preise für fossile
Energieträger vergleichsweise hoch, können erneuerbare Energien auch hier besser
abschneiden. Durch den zunehmenden Eigenverbrauch mit Hilfe von Speichern werden
die Netze weniger belastet.

Die Förderung und das Anpassen der Infrastruktur und Netze an erneuerbare Energien
kosten zwar viel Geld. Langfristig dürften sich die Investitionen jedoch auszahlen. Denn
Experten gehen davon aus, dass die wesentlich niedrigeren Emissionen der
erneuerbaren Energien für weniger Kosten sorgen als konventionelle Energieträger;
zum Beispiel in den Bereichen Gesundheit und Entsorgung sowie für
Klimafolgenanpassung wie Hitze- und Hochwasserschutz.

Zu den häufig genannten Nachteilen der erneuerbaren Energien zählt auch die
Verfügbarkeit im Tages- oder Jahresverlauf. Denn einige erneuerbare Energien sind
nicht unbedingt ständig verfügbar, zum Beispiel bei Photovoltaik, wenn keine Sonne
scheint, oder bei Windkraft, wenn kein Wind weht. Doch auch hier haben sich die
Vorzeichen geändert. Durch immer günstigere und größere Speicher lässt sich die
Verfügbarkeit deutlich erhöhen. Vor allem für Photovoltaik gibt es inzwischen
bezahlbare Speicherlösungen in Form von Batterien. Für Windkraft sind wirtschaftliche
Lösungen noch nicht auf dem Markt, werden aber bereits erprobt, wie zum Beispiel
„Power to Gas“. 

Bei der langfristigen Verfügbarkeit sind jedoch die erneuerbaren Energien im Vorteil:
Während viele fossile Energieträger tendenziell zur Neige gehen (oder nur noch mit
hohen Kosten zu gewinnen sind), gibt es erneuerbare Energien grundsätzlich im
Überfluss. Aufgrund begrenzt verfügbarer Flächen und veralteter Netze gibt es jedoch
auch hier Grenzen.

Vorteile und Nachteile erneuerbarer Energien in der


Übersicht
Vorteile Nachteile
deutlich geringere Emissionen als hohe Investitionskosten: Anlagen, Netze und Infrastruktur
konventionelle Energieträger

geringere Abhängigkeit von Energieimporten schlechtere Verfügbarkeit – zumindest ohne Speicher


(Tag/Nacht, Sommer/Winter)

inzwischen konkurrenzfähige Kosten

Wie sieht die Zukunft der erneuerbaren Energien aus?


Als dominante Standardtechnologie bei den erneuerbaren Energien haben sich die
horizontalachsige Windturbine mit drei Rotorblättern (kurz: Windrad) und die Silizium-
Solarzelle (kurz: Photovoltaik) herausgebildet. Mit ihnen lässt sich inzwischen zu
einstelligen Cent-Beträgen Strom erzeugen. Doch wenn auch die Sektoren Wärme
(Beispiel:  Wärmepumpe) und Verkehr (Beispiel: Elektroauto) beim Klimaschutz aufholen
sollen, wird sich der Bedarf an Grünstrom mindestens verdoppeln.

Der Platz für neue Windräder und Solarparks ist nicht unbegrenzt vorhanden. Gerade
gegen die Windkraft protestieren schon jetzt viele Naturschützer und Anwohner.
Deshalb tüfteln viele Forscher und Erfinder an neuen Möglichkeiten, Energie aus
erneuerbaren Quellen zu ernten: mit schwimmenden Solarzellen, Winddrachen,
Flusskraftwerken, Algenhäusern, Solarstraßen oder Wasserkraftwerken, die die Energie
von Meereswellen verwenden.

Dennoch gehen Forscher wie beispielsweise Prof. Dr.-Ing. Volker Quaschning von der
Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin davon aus, dass noch mehr erneuerbare
Energie in Deutschland vor allem mit Windkraft und Solarenergie erschlossen werden
wird. Die Potenziale für Wasser, Erdwärme (Geothermie) oder Biomasse gelten als
vergleichsweise gering. Groß sind sie dagegen für Photovoltaik (und auch Solarthermie)
– vor allem auf privaten Dächern.

Für die Zukunft der erneuerbaren Energien wird eine bereits oben erwähnte
ergänzende Technologie entscheidend sein: die der Speicher. Denn damit lassen sich
dezentrale Lösungen schaffen und Spitzen oder Flauten bei Erzeugung und Verbrauch
effizienter bewältigen als bisher. Und dank erneuerbarer Energien auch wesentlich
klimafreundlicher. Wichtig sind dafür jedoch auch geeignete Netze (Stichwort: Smart
Grids) sowie Fortschritte bei der Digitalisierung im Kleinen (Haushalte und andere
Kleinverbraucher) und im Großen (Netze und Großverbraucher).