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Hautanhangsgebilde

Als Hautanhangsgebilde bezeichnet man mit der Haut verbundene Strukturen, die eine funktionelle
Einheit mit ihr bilden. Dazu gehören Haare, Nägel und Drüsen. Alle Veränderungen der
Hautanhangsgebide, mit Ausnahme mechanischer, sind Hinweise für innere Störungen des Menschen,
wobei Art und Lokalisation von besonderer diagnostischer Bedeutung sind.

Haare

Haare Beobachtbare Veränderungen und mögliche Ursachen

Beobactungskriterien nach Fettiges Haar – übermäßiger Talgproduktion (Ursache: Stress,


Haartypen: Ernährungsfehler, falsche Haarpflegemittel);

Trockenes Haar – verringerter Talgproduktion. (Ursache: fehlende Fettfilmes,


falsche Pflege und/oder Ernährung);
Haarausfall Bei Leberschaden, Nebenwirkung einer Chemotherapie, hormonel /Anstieg
des Androgenspiegels, Eisenmangelanämie, Diabetes mellitus
Pigmentlosigkeit bei Albinismus, graue Haare – alte Menschen
Vorzeitiges Ergrauen bei stoffwechsellbedingten Erkrankungen
Parasitenbefall Läuse
Lanugobehaarung bei ausgeprägte Anorexia nervosa
(Wollhaarflaum)

Nägel

Nägel Beobachtbare Veränderungen und mögliche Ursachen

Farbveränderungen - Durchblutungsstörungen und Hämatome (blaufärbig)


- Nikotin (gelbfärbig)
- Schwarzfärbung (Nekrosen)
- Querverlaufende weiße Streifen bei Arsen – und Thalliumvergiftung;
- völlig weiß - bei Leberzellschäden oder schweren Herzfehlern

Veränderte Form - Uhrglasnägel, meist kombiniert mit Trommelschlägelfingern bei


Herz-Lungen-Erkrankungen, die mit Sauerstoffmangel einhergehen
- Quer- und Längsrillen bei Pilzbefall oder Ekzem
- Löffelnägel (weich und nach innen gewölbt) bei Anämie

Wachstumsstörunge, findet sich vor allem bei Durchblutungsstörungen.


langsames Wachstum
Brüchig bei Kalzium-Eisen-Mangel
Entzündungen aufgrund eingewachsener Nägel
Krallenbildung aufgrund mangelnder/fehlender Nagelpflege.

Drüsen in der Haut


 Schweißdrüsen
Übermäßige Schwitzen bei Infektionen wie die Grippe und Fieber, Vegetative Störungen,
Hyperhidrose, hormonelle Veränderungen, Wechseljahren bei Frauen,
psychische Belastungen wie Stress, Nervosität oder Scham, auch
Übergewicht (Adipositas)
Verminderte oder fehlende bei Anhidrose (fehlende Schweißbildung) und bei Erkrankungen, die mit
Schweißsekretion einem hohen Flüssigkeitsverlust einhergehen
übermäßiger Körpergeruch bei Bromhidrose

- unangenehmer Körpergeruch - vermehrte Schweißbildung,


mangelnde Körperhygiene
- Azetongeruch - Ketoazidose (bei Diabetes mellitus)

Farbige Schweiß bei Chromhidrose eine sehr seltene Krankheit, bei welcher der Patient
farbigen Schweiß absondert. Die ist Mögliche Farben sind beispielsweise
Grün, Blau und Schwarz. Die Ursache ist bislang ungeklärt, man vermutet
jedoch, dass der Patient Metallteilchen mit der Nahrung aufgenommen hat.
Lokalisation der Generell (ganzkörper)- bei starker Schweißsekretion
Schweißsekretion
Lokal - (an Händen, Füßen oder in den Achsel) (– bei Vegetative Störungen

 Talgdrüsen

Talgdrüsen Beobachtbare Veränderungen und mögliche Ursachen

Gesteigerte Talgproduktion durch hormonelle oder nervliche Einflüsse (z.B. Sexualhormone Testosteron
regt die Talgproduktion an), bei Parkinson-Krankheit.
Verminderte Talgproduktion durch hormonelle oder nervliche Einflüsse (z.B. Östrogen hemmt die
Talgproduktion), Austrocknungs-(Exsikkations-) Ekzeme, die sowohl durch
Neurodermitis
Zellveränderungen In seltenen Fällen kann es dazu kommen, dass die Zellen, aus denen sich
Talgdrüsen aufbauen, maligne entarten. Dann entsteht ein
Talgdrüsenkarzinom.
Entzündungen Talgdrüsen sind oft ein Ausgangspunkt für bakterielle Infektionen wie Akne
oder Hordeolum

 Duftdrüsen

Duftdrüsen befinden sich vor allem in den Achselhöhlen, bei den Brustwarzen und im Genitalbereich
Duftdrüsen sind modifizierte Schweißdrüsen mit apokrinem Sekretionsmodus. Das abgegebene Sekret
ist zähflüssig, fetthaltig und leicht alkalisch, welche lokal ein Säureschutzmantel der Haut dient. Bei
der Frauen kann die Drüsenaktivität mit dem Sexualzyklus schwanken.

Während der Pubertät werden die Duftdrüsen voll entwickelt und bestimmen in hohem Maße
den individuellen Körpergeruch und stehen oftmals in Zusammenhang mit den Talgdrüsen.