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Aktien

Alles über Aktien


Grundwissen für Anleger

Aktualisierte Neuauflage
Inhalt
Seite

 Aktien sind weit verbreitet 4


 Die Aktie – ein Stück des Unternehmens 6
 Warum in Aktien anlegen? 8
 Aktien finanzieren unsere wirtschaftliche Zukunft 10
 Aktien bringen Erträge 12
 Ein Blick in die Aktiengesellschaft 16
 Aktionäre sprechen mit 18
 Transparenz ist Trumpf 20
 Wenn Aktien Junge kriegen 22
 Die Börse: Transparenz und Fairness 24
 Wie sich die Kurse an der Börse bilden 28
Herausgeber:
 Warum die Kurse steigen und fallen 30
Deutsches Aktieninstitut e.V.
Niedenau 13-19  Aktien kaufen und verkaufen 32
60325 Frankfurt am Main
 Über Kosten und Steuern 34
Verantwortlich:  Aktien oder Aktienfonds? 36
Petra Kachel  Die Direktanlage in Aktien 36
Dr. Gerrit Fey
Dr. Franz-Josef Leven  Investmentfonds: Kleiner Einsatz – Breite Streuung 37
 Wo sonst noch Aktien drin sind 40
Gestaltung:
Ralf Prötzel  Fünf Grundregeln für Aktionäre 42

Aktualisierte Neuauflage
 Glossar: Die Aktie von A bis Z 44
April 2010

ISBN 978-3-934579-60-6
Aktien sind weit verbreitet

Die Aktie ist mittlerweile auch in Entsprechende Neigung und Kenntnisse Aktie nicht nur ein Chancen-, sondern Der Anleger muss allerdings einige einfa-
Deutschland eine weit verbreitete Anlage- vorausgesetzt, kann der Aktienanleger auch ein Risikopapier ist. Die Kurse können che Regeln beachten, damit er tatsächlich
form. Knapp vier Millionen Bundesbürger auch versuchen, durch gezielte Käufe sich in beide Richtungen bewegen, und eine attraktive Rendite erzielt und seine
sind nach repräsentativen Umfragen des und Verkäufe kurzfristige Kursgewinne mancher Anleger musste beim Verkauf Anlage nicht durch Fehlentscheidungen
Deutschen Aktieninstituts direkt in zu vereinnahmen. Außerdem hat jeder seiner Papiere schmerzhafte Verluste hin- gefährdet. Dieses „kleine Einmaleins
Aktien investiert, d.h. sie besitzen Anteils- Aktionär ein Mitspracherecht bei den nehmen. Langfristig jedoch ist die Aktie der Aktienanlage“ ist Gegenstand
4 5
scheine an in- oder ausländischen Aktien- Unternehmen, an denen er Aktien hält: immer noch eine besonders rentable und dieser Broschüre.
gesellschaften. Zur gestiegenen Populari- Er kann an der Hauptversammlung teil- gleichzeitig sichere Anlageform. Damit
tät der Aktie in Deutschland haben in nehmen und dort von seinem Frage- und bleibt sie eine unverzichtbare Anlage für
besonderem Maße die Aktienfonds bei- Rederecht sowie seinem Stimmrecht jedermann – auch zur Ergänzung der
getragen: Fast sieben Millionen Bürger Gebrauch machen. gesetzlichen Altersvorsorge.
nutzen die Aktienanlage in indirekter
Form, indem sie Anteile an aktienbasier-
ten Investmentfonds halten. Hinzu
kommt die wachsende Zahl von Anlegern Die Aktie ist eine besonders
im Besitz von Zertifikaten, welche sich rentable und gleichzeitig
auf Aktien beziehen. Auch Versicherungs- sichere Anlageform
produkte zur Altersvorsorge oder die
Riester-Rente haben oftmals einen
gewissen Aktienanteil.
Aktienfonds bieten keine Mitsprache,
Dem Direktanleger in Aktien, an den sich sind aber immer dann eine gute Ergän-
diese Broschüre richtet, bietet die Aktie zung oder Alternative zur Direktanlage in
vielfältige Möglichkeiten: Durch den Aktien, wenn nur kleine Beträge angelegt
Bezug von Dividenden oder die Realisie- werden können oder sollen. Ähnliche
rung von Kursgewinnen kann er lang- Vorteile können je nach Ausgestaltung
fristig eine attraktive Rendite erzielen. auch aktienbasierte Zertifikate bieten.
In der Vergangenheit betrug diese im Die besonderen Strukturen und Risiken
Durchschnitt bis zu zehn Prozent pro von Zertifikaten sind allerdings für den
Jahr. Eine solche Langfriststrategie ist Anleger oft nur schwer zu durchschauen.
die kostengünstigste Form, in Aktien zu
investieren, und erfordert zudem nur Vor allem in den letzten Jahren mussten
einen minimalen zeitlichen Aufwand. Anleger die Erfahrung machen, dass die
Aktientypen

ÜBERTR CH T NENNW
MR E ERT
BARKEITAG- STI M
Inhaber
aktie ie Stücka
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Namen
saktie e Nennw
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Vinkuli Vorzu
Namen er t e
6 saktie 7

Nach Übertragbarkeit: Nach Nennwert:


Die Aktie – ein Stück des Unternehmens
Die Namensaktie lautet auf den Namen Der Nennwert einer Nennwertaktie gibt
des Aktionärs. Gesellschaften mit an, mit welchem Betrag der Aktionär am
Wer eine Aktie erwirbt, beteiligt sich mit ihrem übrigen Vermögen. Das Ver- Namensaktien führen ein Aktienregister Grundkapital seiner Aktiengesellschaft
am Kapital einer Aktiengesellschaft (AG). lustrisiko für den Aktionär ist also auf mit den Namen aller Aktionäre. beteiligt ist.
Die Idee einer Aktiengesellschaft ist im den für die Aktie bezahlten Kaufpreis
Grunde einfach: Viele Personen – die beschränkt. Vinkulierte Namensaktien dürfen nur Die heute übliche Stückaktie hat keinen
Aktionäre – bringen das Eigenkapital auf, mit Zustimmung der Aktiengesellschaft Nennwert mehr. Alle Stückaktien verkör-
das für den Betrieb und für den Fortbe- Die Höhe der mit einer Aktie verbunde- übertragen werden. pern denselben prozentualen Anteil am
stand eines Unternehmens notwendig ist. nen Beteiligung an der Aktiengesellschaft Grundkapital.
Sie teilen sich einerseits die Risiken, ande- hängt von der Gesamtzahl der Aktien ab, Die Inhaberaktie erlaubt, dass die
rerseits die Chancen des Unternehmens. die das Unternehmen ausgegeben hat. Rechte vom jeweiligen Inhaber ausgeübt Früher wurden die Aktien dem Aktionär
Alle Aktien zusammen verkörpern das werden, was sie besonders leicht über- als „effektive Stücke“ physisch ausgehän-
Die Aktiengesellschaft ist ein Unterneh- Grundkapital der Gesellschaft. Das tragbar macht. Die Gesellschaft kennt digt, d.h. in Form einer Aktienurkunde
men mit eigener Rechtspersönlichkeit, Grundkapital ist jedoch lediglich von ihre Aktionäre nicht. („Mantel“) und eines „Bogens“ zugehöri-
d.h. eine juristische Person. Ihre Gesell- rechtlicher Bedeutung. Der wahre Wert ger Dividendenscheine („Kupons“).
schafter, die Aktionäre, sind in der Regel einer Aktiengesellschaft und ihrer Aktien Nach Stimmrecht: Gegen Vorlage des Kupons wurde dem
nicht im Unternehmen tätig. Sie sind nur ist ihr Kurswert, der sich – sofern das Stammaktien sind stimmberechtigte Aktionär die Dividende ausgezahlt.
mit ihren Einlagen an dem in Aktien auf- Unternehmen an der Börse notiert ist – Aktien ohne Vorzugsrechte. Heutzutage wird für die Aktien eines
geteilten Kapital beteiligt. Für die Ver- im Zusammenspiel von Angebot und Unternehmens in aller Regel nur noch
bindlichkeiten der Aktiengesellschaft haf- Nachfrage dort ständig neu bildet. Vorzugsaktien gewähren in der Regel eine sogenannte Sammelurkunde phy-
tet ausschließlich das Aktienkapital. Die kein Stimmrecht, bieten zum Ausgleich sisch ausgestellt: Der Aktionär selbst
Aktionäre haften dadurch persönlich nur Es lassen sich verschiedene Aktientypen dafür andere Vorteile, meist eine etwas besitzt in seinem Aktiendepot lediglich
bis zur Höhe ihrer Beteiligung, nicht aber unterscheiden: höhere Dividende als die Stammaktie. „virtuelle Aktien“.
Warum in Aktien anlegen?

Viele Anleger überschätzen die Risiken Besonders als langfristige Anlage sind
der Aktienanlage und den notwendigen Aktien sowohl rentabel als auch sicher.
Zeitaufwand für die Überwachung eines Auf lange Sicht – d.h. bei einer Anlage-
Aktiendepots. Viele Menschen glauben dauer von zehn Jahren oder länger –
außerdem, zu wenig Geld zu haben, um konnte man in der Vergangenheit mit
überhaupt in Aktien anzulegen. Diese einem breit gestreuten Aktiendepot oft-
8 9
Einstellung ist in Deutschland im Gegen- mals durchschnittliche jährliche Renditen
satz zu anderen Ländern immer noch von zehn Prozent oder mehr erzielen.
stark verbreitet. Festverzinsliche Wertpapiere erbrachten
dagegen in der Regel eine Rendite von
Dabei ist eine vernünftige Aktienanlage etwa sieben Prozent. Auch wenn der
weniger riskant und arbeitsaufwendig, als Renditevorsprung von Aktien gegenüber
oftmals geglaubt wird. Auch erfordert sie Rentenpapieren in der jüngsten Vergan-
einen weitaus geringeren Kapitaleinsatz, genheit etwas niedriger war: Bereits ein
als angenommen wird. So kann der Prozentpunkt Unterschied verursacht auf
Anleger die Vorteile der Aktie schon einen längeren Zeitraum einen beachtli-
mit kleinen Beträgen nutzen, indem chen Unterschied im Endvermögen.
er in Aktienfonds investiert.
Ein Anfangsvermögen von 10.000 Euro Die hohe Rendite der Aktie kann genutzt, tauscht, desto niedriger wird tenden-
wächst innerhalb von zehn Jahren bei das Risiko weitgehend ausgeschaltet wer- ziell die Rendite des Depots, da jede
einer Rendite von sieben Prozent um den. Umschichtung Gebühren verursacht.
9.672 Euro, während bei einer Rendite Eine alte Börsenweisheit lautet daher
von zehn Prozent im gleichen Zeitraum auch „Hin und Her macht Taschen leer“.
Langfristig sind
ein Plus von 15.937 Euro erwirtschaftet
Aktien rentabel
werden kann. Selbst bei acht Prozent Je näher allerdings der Zeitpunkt rückt,
und sicher
Rendite ist der Zuwachs mit 11.589 Euro an dem der Anleger seine Aktienerträge
deutlich höher. realisieren möchte, desto intensiver sollte
Der Zeitaufwand, um ein nach einfachen er sein Depot beobachten, da ein Kurs-
Streuung und Langfristigkeit verwandeln Anlagestrategien zusammengestelltes einbruch zur Unzeit die Rendite seines
das (kurzfristige) Risiko der Aktie in (lang- Depot zu überwachen, beträgt wenige Depots spürbar beeinträchtigen kann.
fristige) Berechenbarkeit und machen sie Stunden im Jahr. Zu viel Aktivität schadet So heißt ein weiteres Sprichwort denn
damit zu einem hervorragenden Instru- unter Umständen sogar der Rendite: auch „An Gewinnmitnahmen ist noch
ment der ergänzenden Altersvorsorge: Je öfter ein Aktionär seine Aktien aus- niemand gestorben“.
Warum in Aktien anlegen?
 Aktien finanzieren unsere wirtschaftliche Zukunft

Was passiert eigentlich mit dem Aktiengesellschaften und KGaAs sind


Geld, das durch den Kauf einer Aktie nahezu 1.000 an der Börse notiert. Viele
investiert wird? Eine stärkere Nutzung Wirtschaftszweige sind mit den großen
der Aktie kann Arbeits- Namen bekannter Aktiengesellschaften
Kauft der Anleger eine neu ausgegebene plätze schaffen untrennbar verbunden.
10 11
Aktie, fließt das Geld dem Unternehmen
als Eigenkapital zu, sodass es Investitio- Durch die Globalisierung der Weltwirt-
nen finanzieren kann. Erwirbt er eine schaft ist der Bedarf an Eigenkapital heute
Aktie, die bereits im Umlauf ist, tritt größer als jemals zuvor. In hoch entwi-
der Anleger an die Stelle eines früheren ckelten Industrieländern wie in Deutsch-
Eigenkapitalgebers, ohne dass dem Un- land können nur noch hochwertige Pro-
ternehmen Eigenkapital verloren geht. dukte zu wettbewerbsfähigen Kosten
hergestellt werden. Die hierfür erforder-
Je größer der Kapitalbedarf in einer lichen hohen Investitionen lassen sich
Volkswirtschaft ist, umso mehr ist sie nur mit Hilfe von Eigenkapital finanzie-
darauf angewiesen, dass sich möglichst ren. Die börsennotierte Aktiengesellschaft
viele Anleger an der Bildung und Zufuhr ist für diese Aufgabe am besten geeignet.
von Eigenkapital beteiligen.
Dennoch ist bei deutschen Unternehmen
Ohne die Aktie wäre die Industrialisie- die Aktie als Finanzierungsinstrument
rung nie möglich gewesen. Die Aus- noch nicht so weit verbreitet wie in ande-
rüstung von Handelsschiffen, die ren Ländern. Eine stärkere Nutzung der
Errichtung von Bergwerksstollen oder Aktie könnte die Innovationskraft der
der Bau von Eisenbahnen hätten die Wirtschaft erhöhen, ihre Krisenanfällig-
finanziellen Möglichkeiten einzelner keit vermindern und gleichzeitig Arbeits-
Kapitalgeber aufgrund der hohen Risiken plätze schaffen.
sowie des hohen Kapitalbedarfs weit
überschritten. Letztlich wäre es nicht nur von Vorteil für
den Einzelnen, sondern für die gesamte
Aktiengesellschaften sind bis heute maß- Wirtschaft und dadurch die Gesellschaft,
geblich am Wirtschaftsleben in Deutsch- wenn mehr Unternehmen sich Kapital
land beteiligt. Von rund 14.000 deutschen durch Aktienausgabe beschafften.
Kursgewinn
Durch Investitionen in leistungsfähigere psychologie ab. Kurz- und mittelfristig
Maschinen, Forschung oder einen ver- können Aktienkurse stark schwanken
besserten Vertrieb versucht ein Unterneh- und daher zeitweise unattraktiv niedrig
men, seine Marktposition und damit liegen – der Aktionär muss auf den richti-
seine Fähigkeit zu stärken, in Zukunft gen Verkaufszeitpunkt warten können!
höhere Gewinne zu erzielen. Führt dies
zu positiven Erwartungen am Aktien- Der Gesamtertrag einer Aktie ist also
markt, steigt der Aktienkurs. Wenn der immer eine Kombination aus Ausschüt-
12 13
Aktionär bei steigendem Kurs die Aktie tung und Wertveränderung. Dies macht
verkauft, kann er einen Kursgewinn reali- den besonderen Reiz der Aktie als Betei-
Warum in Aktien anlegen? sieren. Dieser Wertzuwachs bildet die ligungswert aus.
zweite Ertragsquelle für den Aktionär.
 Aktien bringen Erträge Wie der Staat an Aktienerträgen beteiligt
Der Kursgewinn hängt neben dem Unter- werden möchte, ist auf Seite 34/35
Für den Aktionär bietet die Aktie lich schlechten Zeiten auch einmal ausfal- nehmensgewinn auch von anderen Fak- im Kapitel „Über Kosten und Steuern“
grundsätzlich zwei Ertragsquellen: len kann. Ihre Höhe wird von der Haupt- toren wie den Zinsen oder der Anleger- beschrieben.
Die Dividende und den Kursgewinn. versammlung, also der Versammlung der
Beide haben die gleiche Grundlage: Aktionäre, beschlossen. Sie ist – wie bei
Den Gewinn des Unternehmens. anderen Anlageformen der Zins – eine
Darunter versteht man den Überschuss Vergütung dafür, dass der Aktionär dem
der Erträge über die Aufwendungen. Unternehmen Eigenkapital zur Verfügung
stellt, mit dem es arbeiten kann. Die Divi-
Der Gewinn wird nur zu einem Teil an dende wird in Euro je Aktie ausgedrückt.
die Aktionäre ausgeschüttet (Dividende).
Der andere Teil wird thesauriert, d.h. Will man die Dividendenrendite einer
verbleibt im Unternehmen und stärkt Aktie berechnen, setzt man die letzte
das Vermögen, an dem der Aktionär be- gezahlte Dividende in Bezug zum Bör-
teiligt ist. Auch dieser Teil des Gewinns senkurs. So ergibt sich beispielsweise bei
kommt den Aktionären zugute, da er sich einem Kurswert von 40 Euro und einer
positiv im Kurs der Aktie niederschlägt Dividende von 1,20 Euro pro Aktie eine
(Kursgewinn). Dividendenrendite von 3 Prozent.

Dividende
Dividende nennt man die meist jährliche
Gewinnausschüttung, die in wirtschaft-
DAI-Renditedreieck

Das auf dieser Seite dargestellte DAI- Beispiel:


Rendite-Dreieck zeigt den Anlageerfolg,
Wer Ende 1994 Aktien kaufte und
der mit Aktien des DAX, d.h. der 30 23,8 2 0 0 8
bis Ende 2006 hielt, erzielte in diesem
größten deutschen börsennotierten
Zeitraum eine durchschnittliche -40,4 -14,1 -2 0 07
Unternehmen in den vergangenen
jährliche Rendite von zehn Prozent.
20 Jahren für jeden Anlagezeitraum 22,3 -14,6 -3,3 2 0 0 6
zwischen einem und 20 Jahren erzielbar Jahresrenditen in Prozent:
14
war. Je länger der Zeitraum war, desto Negative Rendite
22,0 22,1 -3,8 2,4 2005 15

seltener waren Verluste und desto sicherer Rendite um Null 27,1 24,5 23,8 3,1 7,0 2004
konnten hohe Renditen erzielt werden. Positive Rendite 7,3 16,8 18,5 19,4 3,9 7,0 2003
Dies zeigen die gleichmäßig blauen
Felder. Als Kauf- bzw. Verkaufszeitpunkt Anlagezeitraum 37,1 21,3 23,2 22,9 22,8 8,8 10,9 2 0 02
wurde jeweils der 31.12. angenommen. (Jahre): -43,9 -12,3 -6,2 1,2 5,0 7,7 -1,0 1,8 2 0 01
2000
5 -19,8 -33,0 -14,9 -9,8 -3,4 0,4 3,3 -3,6 -0,9

Ankauf
Zum Weiterlesen:
-7,5 -13,9 -25,4 -13,1 -9,4 -4,1 -0,8 1,9 -4,0 -1,5 1999
DAX-Renditen seit 1948:
Das vollständige DAI-Renditedreieck
39,1 13,4 1,0 -12,8 -4,5 -2,7 1,1 3,5 5,5 -0,4 1,6 1998
17,7 28,0 14,8 5,0 -7,4 -1,2 0,0 3,1 5,0 6,6 1,1 2,9 1997
Siehe unter:
 www.dai.de/dai_publikationen 47,1 31,6 34,1 22,2 12,3 5 0,0 4,6 5,0 7,2 8,6 9,8 4,3 5,7 1996
4
28,2 37,3 30,4 32,6 23,3 14,8 3,6 7,3 7,3 9,1 10,3 11,2 6,0 7,2 1995
7,0 17,1 26,4
-7,1 -0,3
24,1 27,0 20,5 13,7
8,4 17,0 17,2 20,6 16,1 10,8
4,0
2,8
7,3
5,8
10
7,3
5,9
8,9 10,0 10,9
7,5 8,6 9,5
6,1
5,1
7,2
6,2
1994
1993 3
1992
15
46,7 16,8 13,4 16,9 22,4 21,6 24,0 19,5 14,3 6,5 9,0 8,8 10,1 10,9 11,6 7,4 8,3
-2,1 19,9 10,1 9,3 12,9 18,0 17,9 20,4 16,9 12,6 5,7 8,0 7,9 9,2 10,0 10,7 6,8 7,7 1 9 91 2
12,9 5,1 17,5 10,8 10,0 12,9 17,2 17,3 19,5 16,5 12,6 6,3 8,4 8,3 9,4 10,2 10,9 7,1 7,9 1990
-21,9 -6,1 -4,8 6,1 3,3 3,9 7,1 11,4 12,1 14,5 12,3 9,2 3,8 5,8 5,9 7,2 8,0 8,7 5,3 6,2 1989 1

2003

2004

2005

2006

2008

2009
2000

2 0 02
2 0 01

2 0 07
1990

1992

1993

1994

1995

1996

1997

1998

1999
1 9 91

Verkauf
Ein Blick in die Aktiengesellschaft

Für die Tätigkeit der Aktiengesell- Wichtige Vorschriften des Aktiengesetzes zusammen. In Unternehmen mit mehr
schaften gibt das Aktiengesetz einen regeln die Tätigkeit der Organe der als 500 Mitarbeitern kommen von den
präzisen Rahmen. Dort sind auch die Aktiengesellschaft, also des Vorstandes, Arbeitnehmern gewählte Vertreter hinzu.
Rechte der Aktionäre geregelt. des Aufsichtsrates und der Hauptver-
sammlung. Auch hierzu gibt es in der Seit Ende 2004 können Unternehmen
Nach den Vorschriften des Aktiengesetzes Satzung ergänzende Bestimmungen. aus EU-Ländern auch die Rechtsform der
16 17
benötigt jede Aktiengesellschaft einen Europäischen Gesellschaft (SE) wählen.
Gesellschaftsvertrag – die Satzung. In Der Vorstand der Aktiengesellschaft ist für Eine SE kann weitgehend wie eine Aktien-
ihr werden der Name, der Sitz und der die laufenden Geschäfte verantwortlich. gesellschaft nach deutschem Recht ausge-
Gegenstand des Geschäftsbetriebes festge- Er wird vom Aufsichtsrat bestellt und staltet werden (dualistisches System),
legt. Die Satzung gibt außerdem Auskunft von diesem auch beraten und kontrol- aber anstelle von Vorstand und Aufsichts-
über die Zahl und Art der ausgegebenen liert. Der Aufsichtsrat setzt sich aus von rat auch ein einheitliches Verwaltungs-
Aktien. den Aktionären gewählten Vertretern organ haben (monistisches System).

Aufbau der Aktiengesellschaft

ernennt, berät und


überwacht
Aufsichtsrat informiert und
V
Vorstand
konsultiert Die Organe der
Aktiengesellschaft

Vertreter
und entlastet

informiert

informiert
sowie die Rechte

Vertreter

entlastet
wählt V
der Aktionäre
wählen V sind im Aktien-
Hauptversammlung (Aktionäre) gesetz geregelt

Arbeitnehmer
(Unternehmen > 500 MA)
Ein Blick in die Aktiengesellschaft
 Aktionäre sprechen mit

Mindestens einmal im Jahr muss je Aktie eine Stimme. Die Inhaber sammlung teilnehmen, aber auch ande- das Recht, seinem Bevollmächtigten
jede Aktiengesellschaft nach den Vor- von Vorzugsaktien haben – anders als ren Personen oder Organisationen eine Weisungen für seine Abstimmung zu
gaben des Aktiengesetzes eine Hauptver- Stammaktionäre – meist kein Stimm- Vollmacht zur Ausübung seines Stimm- erteilen. Er kann mit ihm auch verein-
sammlung abhalten. Die Tagesordnung recht, dafür aber Anspruch auf eine rechts erteilen, damit seine Stimme nicht baren, in der Versammlung bestimmte
bekommt der Aktionär rechtzeitig Vorzugsdividende. verloren geht – in der Regel seiner depot- Fragen zu stellen oder Auskünfte ein-
18 19
zugeschickt – entweder über das Kredit- führenden Bank, einer Aktionärsvereini- zuholen. Erteilt der Aktionär keine
institut, bei dem er seine Aktien im Depot Der Aktionär kann entscheiden, ob und gung oder auch einem von der Gesell- ausdrückliche Weisung, muss der Be-
verwahrt (bei Inhaberaktien) oder direkt wie er sein Stimmrecht ausüben möchte: schaft benannten Stimmrechtsvertreter. auftragte so abstimmen, wie er es dem
von der Aktiengesellschaft (bei Namens- Er kann persönlich an der Hauptver- Der Aktionär behält selbstverständlich Aktionär schriftlich angekündigt hat.
aktien).

In der Hauptversammlung entscheiden


die Aktionäre über wichtige Fragen
wie die Verwendung des Jahresgewinns,
Kapitalerhöhungen oder Satzungsände-
rungen. Darüber hinaus wählen sie ihre
Vertreter in den Aufsichtsrat.

Von den Aktionären wird auch beschlos-


sen, ob Aufsichtsrat und Vorstand für
ihre Arbeit im vergangenen Jahr entlastet
werden. Außerdem hat jeder Aktionär
das Recht, in der Hauptversammlung
Anträge zu stellen, an Aufsichtsrat und
Vorstand Fragen zu Angelegenheiten der
Gesellschaft zu richten oder auch Kritik
zu üben.

Für die Entscheidungen, die von den


Aktionären auf einer Hauptversammlung
getroffen werden, gilt normalerweise
die einfache Regel: Jeder Aktionär hat
Ein Blick in die Aktiengesellschaft
 Transparenz ist Trumpf

Aktionäre werden informiert: Alle nach dem Wertpapierhandelsgesetz


deutschen Aktiengesellschaften sind unverzüglich sogenannte Ad-hoc-
verpflichtet, ihre Anteilseigner und die Meldungen abgegeben werden.
Öffentlichkeit umfassend über die aktuelle
Lage des Unternehmens zu informieren. Auch die jährliche Hauptversammlung
20 21
Jede Aktiengesellschaft veröffentlicht jähr- dient dazu, den Aktionären Rechenschaft
lich in ihrem Geschäftsbericht ihre Bilanz über den Stand und die Perspektiven
und ihre Gewinn- und Verlustrechnung ihres Unternehmens abzulegen.
mit einem Lagebericht des Vorstandes.
Börsennotierte Unternehmen betreiben
Die Bilanzierung nach den Vorschriften außerdem eine aktive Investor-Relations-
des deutschen Handelsgesetzbuches Arbeit, d.h. die sie pflegen ihre Bezieh-
(HGB) wird dabei immer stärker durch ungen zu aktuellen und zukünftigen
internationale Rechnungslegungsvor- Aktionären. Durch eine transparente
schriften ersetzt: Seit 2005 müssen Darstellung des Unternehmens – z.B. klärung offenlegen und Abweichungen Insbesondere über die großen börsen-
börsennotierte deutsche Unternehmen im Bereich Investor Relations auf der erläutern (“comply or explain”). notierten Aktiengesellschaften wird in
ihren Konzernabschluss nach den „Inter- jeweiligen Internet-Seite – sollen Anleger den Medien regelmäßig berichtet.
national Financial Reporting Standards“ in ihrer Entscheidung für die Unterneh- Eine Regierungskommission verfolgt die Zahlreiche Anlegerportale im Internet
(IFRS) aufstellen. Ziel ist eine transparen- mensaktie bestärkt bzw. für den Kauf Entwicklung der Unternehmensführung sammeln alle verfügbaren Informationen
tere und damit anlegergerechtere Bewer- der Aktie neu gewonnen werden. in der Praxis und überprüft mindestens auch zu kleineren Börsenwerten. Seit
tung der Vermögensgegenstände des einmal jährlich, ob und inwieweit der 2007 sind die Pflichtveröffentlichungen
Unternehmens. Der Deutsche Corporate Governance Deutsche Corporate Governance Kodex der Unternehmen auch über das zentrale
Kodex unterstreicht die hohen Anforde- angepasst werden muss. elektronische Unternehmensregister
rungen an die Transparenz börsennotier- im Internet abrufbar. Die direkteste
Börsennotierte Unternehmen
ter Unternehmen in Deutschland: Er fasst Weitere wichtige Informationsquellen zu Informationsquelle bleibt jedoch das
unterliegen hohen
die geltenden gesetzlichen Regeln für börsennotierten Unternehmen sind Ana- Unternehmen selbst.
Transparenzanforderungen
Unternehmensleitung und -überwachung lysen und Research-Berichte, in denen
zusammen und stellt über das Gesetz hin- Banken und unabhängige Analysten die
Über aktuelle Entwicklungen der börsen- ausgehende Empfehlungen auf. Wenn Aktivitäten des Unternehmens an den Weitere Informationen:
notierten Gesellschaften unterrichten Unternehmen von den Empfehlungen des in- und ausländischen Märkten untersu-  www.unternehmensregister.de
Zwischen- bzw. Quartalsberichte. Treten Kodex abweichen, müssen sie dies im chen und zur Unternehmensentwicklung  www.corporate-governance-
kursrelevante Ereignisse ein, müssen Rahmen einer jährlichen Entsprechenser- Stellung nehmen. code.de
erhält der Aktionär die Möglichkeit, Auch das Vermögen der Gesellschaft
seinen Anteil an der Gesellschaft und verändert sich nicht. Es verteilt sich
sein Stimmgewicht in der Hauptversamm- lediglich auf eine größere Anzahl von
lung aufrechtzuerhalten. Aktien. Dementsprechend muss der
Kurs der einzelnen Aktie sinken.
Gelegentlich geben Aktiengesellschaften
auch sogenannte Zusatz- oder Berichti- Erfahrungsgemäß werden aber Kurs-
gungsaktien aus. In diesem Fall wird das abschläge nach der Ausgabe von jungen
Grundkapital nicht durch Einzahlungen Aktien oder Berichtigungsaktien zumin-
22 23
der Aktionäre, sondern durch Umwand- dest teilweise wieder aufgeholt, da
lung bereits bestehender Rücklagen der Kapitalerhöhungen allgemein als Signal
Gesellschaft erhöht. der Stärke des Unternehmens gelten.

Ein Bezugsrecht ist kein


Geschenk, sondern ein
Ausgleich für den Kurs-
Ein Blick in die Aktiengesellschaft rückgang der „alten Aktie“
 Wenn Aktien Junge kriegen

Wenn eine Aktiengesellschaft ihr Bei einem Bezugsverhältnis von 4:1 Die Aktionäre erhalten in einem
Grundkapital erhöht, z.B. zur Finanzie- erhält der Altaktionär auf vier alte Aktien bestimmten Verhältnis zu ihren alten
rung von Investitionen, nennt man ein Bezugsrecht für eine junge Aktie. Der Aktien zusätzliche Aktien, ohne
die neu auszugebenden Aktien „junge Aktionär kann dieses Recht ausüben, also etwas dafür bezahlen zu müssen.
Aktien“. Die bisherigen Aktien heißen die jungen Aktien „beziehen“. Er kann Deshalb wird oft auch von „Gratis-
„alte Aktien“. sein Bezugsrecht aber auch an der Börse aktien“ gesprochen. Dieser Ausdruck
verkaufen. ist allerdings missverständlich. Denn
Der Ausgabekurs junger Aktien ist im der Aktionär erhält etwas, was ihm
Allgemeinen niedriger als der Börsen- Das Bezugsrecht für Altaktionäre ist kei- ohnehin schon gehört: Einen Anteil
kurs der alten Aktien. Die bisherigen neswegs ein Geschenk, denn der Kurs- an den Rücklagen. Er wird durch
Aktionäre erhalten in der Regel ein wert der alten Aktien mindert sich die Ausgabe von Berichtigungsaktien
Vorkaufsrecht auf die jungen Aktien, zunächst um den Wert des Bezugsrechts. nicht reicher.
das sogenannte Bezugsrecht, und Man nennt diese Minderung Bezugs-
zwar in einem bestimmten Verhältnis rechtsabschlag. Das Bezugsrecht gleicht
zur Zahl der Anteile. diesen Wertverlust aus. Gleichzeitig
Marktsegmente der Frankfurter Wertpapierbörse
Die Börse: Transparenz und Fairness
Hohe gesetzliche Anforderungen plus

Abnehmende Anforderungen an den Emittenten


• Quartalsberichte (zweisprachig)
Die Börse ist nichts anderes als ein wacht: Von zu diesem Zweck eingerich- Prime Standard • Berichterstattung auch auf Englisch
• Unternehmenskalender
Marktplatz, auf dem Wertpapiere oder teten Organen der Börsen, von der
Regulierter Markt • Analystenkonferenz
genau definierten Waren gehandelt Börsenaufsichtsbehörde des jeweiligen (öffentlich-rechtlich)
werden und der sich durch ein beson- Bundeslandes und von der Bundesanstalt General Standard Hohe gesetzliche Anforderungen
ders strenges System von Regeln und für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).
Kontrollen auszeichnet:
24 Entry
25
In Deutschland gibt es die Börsenplätze Geringe gesetzliche Anforderungen
Standard plus Transparenzanforderungen
 Unternehmen müssen bestimmte Vor- Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main,
Freiverkehr
aussetzungen erfüllen, damit ihre Hamburg, Hannover, München und (privatrechtlich)
Aktien zum Börsenhandel zugelassen Stuttgart, von denen Frankfurt der Open Market Geringe gesetzliche Anforderungen

werden, und diese Voraussetzungen weitaus umsatzstärkste ist. Die meisten


Quelle: Deutsches Aktieninstitut
sowie spezielle Publizitätspflichten lau- Aktien werden jedoch mittlerweile nicht
fend erfüllen, um zugelassen zu bleiben. mehr im klassischen Parketthandel, son-
dern im elektronischen Handelssystem weniger Transparenz und richtet sich des- Anforderungen an die Unternehmens-
 Zum Handel an der Börse werden nur Xetra gehandelt. halb vor allem an erfahrene und professio- publizität und erfüllt als Premiumsegment
Personen und Wertpapierdienstleistungs- nelle Anleger. die Ansprüche internationaler Investoren.
unternehmen zugelassen, die besondere Aktien können grundsätzlich auch außer- Die zusätzlichen Unternehmensinforma-
Voraussetzungen erfüllen und sich halb der Börse gehandelt werden. Für den tionen im Prime Standard kommen aber
regelmäßigen Kontrollen unterwerfen. Privatanleger ist dies aber im Allgemeinen Die meisten Aktien werden auch deutschen Privatanlegern zugute.
zu riskant, da das geschilderte Kontroll- heute im elektronischen
 Der Handel an der Börse wird von ver- system nicht greift. Handelssystem Xetra gehandelt Der General Standard für alle anderen
schiedenen Stellen fortlaufend über- Aktien, die im Regulierten Markt an der
Börsensegmente Frankfurter Wertpapierbörse notiert sind,
Nach dem Börsengesetz unterscheidet Die Börsen können innerhalb der gesetz- richtet sich an stärker national ausge-
man den Regulierten Markt (früher Amt- lichen Segmente eigene Segmente gestal- richtete Unternehmen.
licher Markt und Geregelter Markt) und ten. An der Frankfurter Wertpapierbörse
den Freiverkehr. Diese Segmente, die werden Aktien beispielsweise im Prime Für kleinere und junge Unternehmen
es an allen deutschen Wertpapierbörsen Standard oder im General Standard gibt es zusätzlich den sogenannten
gibt, unterscheiden sich vor allem in gehandelt. Beide Segmente basieren Entry Standard. Als Teilbereich des
den Zulassungsvoraussetzungen, z.B. auf dem Regulierten Markt. Open Market genannten Freiverkehrs
im Umfang der Informationen, die dem verlangt er den dort notierten Unterneh-
Anleger bei einem Börsengang gegeben Der Prime Standard enthält einige über men etwas mehr Informationen ab als
werden müssen. Der Freiverkehr bietet die gesetzlichen Vorgaben hinausgehende der Open Market. 
Indizes der Frankfurter Wertpapierbörse Bekannte Börsenindizes

Index Markt

30 Werte DAX Die 30 größten


deutschen Standard-
werte.
Classic 50 Werte Technology MDAX Die 50 größten Werte aus
30 Werte
traditionellen Branchen
nach dem DAX.
26 50 Werte 27
SDAX Die 50 größten Werte aus
Weitere notierte Unternehmen
traditionellen Branchen
PRIME STANDARD nach DAX und MDAX.
GENERAL STANDARD TecDAX Die 30 größten
Technologiewerte
Quelle: Deutsche Börse AG
nach dem DAX.
STOXX 50 Die 50 größten Börsen-
Indizes
werte Europas
Aktienindizes spiegeln den Kursverlauf
EuroSTOXX 50 Die 50 größten Börsen-
eines Wirtschaftszweiges oder eines
werte in Euroland
nationalen Marktes wider. Sie dienen als
Indikatoren für das Marktgeschehen, als Dow Jones Die 30 größten
Maßstab („Benchmark“) für Investoren Unterschieden wird auch zwischen Kurs- Industrial US-Börsenwerte
oder als Basis für andere Produkte wie und Performanceindizes. Bei letzteren Average
z.B. Investmentfonds oder Zertifikate. werden nicht nur die reine Kursentwick- S&P 500 Die 500 größten
lung, sondern auch gezahlte Dividenden US-Börsenwerte
Dabei wird zwischen Auswahl- und einbezogen. FTSE 100 Die 100 größten Börsen-
All-Share-Indizes unterschieden. Die werte Großbritanniens
Auswahlindizes der Deutschen Börse Indizes bilden mittlerweile auch spezielle NIKKEI Die 225 größten
(z.B. DAX, MDAX, SDAX, TecDAX) Investmentstile ab. Der Strategieindex japanischen Börsenwerte
bilden lediglich die nach Marktkapitali- DivDAX fasst beispielsweise die 15 Werte MSCI World 85 Prozent der Markt-
sierung und Handelsumsatz größten des DAX mit der höchsten Dividenden- kapitalisierung der
Unternehmen in bestimmten Teilberei- rendite zusammen; der GEX bildet börsennotierten
chen des Prime Standards ab, während mittelständische inhabergeführte Unter- Unternehmen weltweit
Weitere Informationen:
All-Share-Indizes (z.B. CDAX, Classic nehmen des Prime Standard ab. Sektor-
oder Technology All Share) alle Werte indizes geben die Entwicklung bestimmter  www.dax-indizes.com
eines Segmentes umfassen. Branchen wieder.  deutsche-boerse.com
Beispiel: Preisbildung beim Auktionsprinzip
Wie sich die Kurse an der Börse bilden
Neun Käufer und neun Verkäufer mit Käufer Verkäufer
unterschiedlichen Preisvorstellungen (ist bereit, für die (möchte für die
An der Börse treffen Angebot an und Im klassischen Präsenzhandel, der an möchten jeweils ein Stück der selben Aktie höchstens Aktie mindestens
Nachfrage nach Aktien innerhalb der Bedeutung verloren hat, vermitteln Aktie kaufen oder verkaufen. Es bildet zu zahlen) erzielen)
Handelszeit konzentriert aufeinander. Skontroführer die Geschäfte zwischen sich ein Kurs von 204 Euro, bei dem die A EURO 200 K EURO 200
den zugelassenen Börsenhändlern. Käufer E bis J und die Verkäufer K bis O B EURO 201 L EURO 201
Mittlerweile werden die meisten Umsätze Sie registrieren zunächst sämtliche Kauf- zum Zuge kommen. Die Käufer A bis D C EURO 202 M EURO 202
in Deutschland in Xetra getätigt, einem und Verkaufswünsche und errechnen und die Verkäufer P bis S scheiden aus, D EURO 203 N EURO 203
28 29
vollelektronisches System für den Handel hierbei, bei welchem Kurs der größte weil sie für die Aktie entweder weniger E EURO 204 O EURO 204
mit Wertpapieren. Es ermöglicht den Umsatz zustande kommt. Dieses Auk- als 204 Euro ausgeben oder mehr erzie- F EURO 205 P EURO 205
Händlern, von jedem beliebigen Standort tionsprinzip genannte Verfahren wird len möchten. Der Kurs bildet sich also G EURO 206 Q EURO 206
aus an der Börse Frankfurt zugelassene grundsätzlich auch beim Xetra-Handel bei dem Preis, zu dem der höchste H EURO 207 R EURO 207
Wertpapiere zu handeln. angewandt. Umsatz (hier fünf Aktien) möglich ist. J EURO 208 S EURO 208

Die Wirklichkeit unterscheidet sich von Im Xetra-Handel treten für Aktien mit
diesem Modell nur dadurch, dass dort geringeren Umsätzen neben das Auktions-
nicht einige wenige, sondern Tausende prinzip sogenannte Designated Sponsors.
von Kauf- und Verkaufswünschen aufein- Diese verpflichten sich, verbindliche An-
ander treffen können. und Verkaufskurse zu stellen, sodass ein
Handel in diesen Aktien jederzeit möglich
ist. Diese Form der Kursbildung wird als
Market-Maker-Prinzip bezeichnet.

Privatanleger können nicht direkt an der


Aus sämtlichen Kauf- Börse, sondern nur über ihre Bank Aktien
und Verkaufswünschen kaufen oder verkaufen. Dabei können
wird errechnet, bei sie selbst entscheiden, ob ihr Auftrag in
welchem Kurs der größte Xetra oder im Parketthandel einer der
Umsatz zustande kommt deutschen Börsen ausgeführt werden
soll. Die Bank ist verpflichtet, die Order
gemäß einer „Best-Execution-Policy“
auszuführen, damit der Kunde ein best-
mögliches Ergebnis in Bezug auf Preis,
Kosten, Ausführungsgeschwindigkeit
und -wahrscheinlichkeit erzielt.
Warum die Kurse steigen und fallen

Die mitunter starken Kursschwan-


kungen von Aktien sind ein verbreiteter
Grund für die Skepsis vieler Kapitalanle-
ger gegenüber dieser Anlageform.

30 31
Langfristig sind die Kursbewegungen vor
allem durch die Ertragslage der Unterneh-
men bestimmt. Diese wird ihrerseits
durch die Entwicklung der Gesamtwirt-
schaft und der politischen Rahmenbedin-
gungen, aber auch durch die Fähigkeit
der Unternehmen beeinflusst, Markt-
chancen rechtzeitig zu nutzen und
mit ungünstigen Umständen fertig zu
werden.

Mittelfristig beeinflussen Ereignisse aus


dem Bereich der Wirtschafts-, Währungs-
und Geldpolitik das Geschehen auf dem
Aktienmarkt. Veränderungen in diesen
Bereichen wirken sich auf die Rahmen-
daten für Unternehmen aus und werden
deshalb an der Börse stark beachtet.
Darüber hinaus gibt es auch Kursschwan- Letzten Endes beruhen die Kurs-
Vorübergehend können aktuelle, zeitlich kungen, die allein dadurch bedingt sind, schwankungen von Aktien darauf,
begrenzte Ereignisse, wie Auseinander- dass Angebot und Nachfrage nicht stetig dass Vermögen und Gewinne der
setzungen zwischen den Tarifpartnern und gleichmäßig an die Börse strömen. Langfristig bestimmen die Unternehmen und deren Bewertung
oder auch internationale Konflikte, Ein- Steigt die Nachfrage nach einer Aktie, so Unternehmensgewinne sich ständig verändern. Diese Verän-
fluss auf die Stimmung an den Märkten steigt ihr Kurs so lange, bis der gestiegene die Kursentwicklung derungen müssen als Risikofaktoren
und damit auf die Kursentwicklung neh- Kurs neue Abgabebereitschaft weckt und ernst genommen werden, eröffnen
men. Hier sind häufig auch psychologi- umgekehrt. Diese Anpassungsprozesse aber auch Chancen, die andere An-
sche Faktoren von Bedeutung. brauchen Zeit. lageformen nicht bieten können.
Wo und wie verwahren Sie
Aktien kaufen und verkaufen heißt in der Regel: Der Händler Ihres
Kreditinstitutes kauft die Aktien zu dem Ihre Aktien?
nächsten festgestellten Kurs. Auch wenn die meisten Aktien heut-
Wo können Sie Aktien kaufen zutage keine gedruckten Papiere mehr
oder verkaufen? Welchen Preis erzielen Sie beim sind und nur in virtueller Form existieren,
An der Börse – allerdings nicht persön- Verkauf? müssen sie verwahrt und verwaltet
lich. Denn zum Börsenhandel ist nur ein Der Preis ergibt sich – wie beim Kauf – werden. Dafür benötigen sie ein Wertpa-
enger Kreis von Personen und Firmen aus dem aktuellen Kurs. Also prüfen Sie, pierdepot bei einer Bank oder Sparkasse.
zugelassen. Dazu gehören die meisten ob der Zeitpunkt günstig ist. Mit der
32 33
Kreditinstitute. Bei Ihrer Bank oder Ihrer Durchführung beauftragen Sie wiederum Das Kreditinstitut achtet auf alle Termine
Sparkasse finden Sie Anlageberater, die Ihr Kreditinstitut. Auch bei einem Ver- und Formalitäten, zum Beispiel auf die
auf dem Gebiet der Aktie besonders aus- kaufsauftrag können Sie festlegen, Fälligkeit der Dividendenausschüttung
gebildet sind. Sie verfolgen die Nachrich- welchen Preis Sie mindestens erzielen oder die Verwertung von Bezugsrechten,
ten über die Unternehmen, beobachten wollen, und sich so vor unliebsamen und weist Sie auf die rechtzeitige Anmel-
die Märkte und helfen Ihnen, die vielen Überraschungen schützen. Liegt der dung zur Hauptversammlung hin. Für
Faktoren zu beurteilen, welche auf die Kurs unter Ihrem Limit, wird der diese Tätigkeit erhebt es eine geringe
Kurse Einfluss nehmen können. Auftrag nicht ausgeführt. Gebühr. Selbstverständlich behalten Sie
Ihr Stimmrecht. Sie können es persönlich
Wie bei jeder anderen Geldanlage sollten Unlimitierte Verkaufsaufträge werden ausüben, aber auch durch Ihr Institut
auch beim Aktienkauf nicht Zufallsinfor- „bestens“ ausgeführt, d.h. der Händler oder einen anderen Vertreter ausüben
mationen, sondern sorgfältige Unterrich- Ihres Kreditinstitutes verkauft in der lassen (siehe Seiten 18/19, Kapitel
tung, individuelle Beratung und persönli- Regel die Aktien zu dem aktuellen Kurs. „Aktionäre sprechen mit“).
ches Vertrauen den Ausschlag geben. Höchstpreis, bis zu dem Sie bereit sind,
die Aktie zu kaufen. Auf diese Weise
Was müssen Sie tun? schützen Sie sich vor der Gefahr, bei
Sie können dem Wertpapierberater Ihres einem plötzlichen Kursanstieg für die
Kreditinstitutes persönlich und in der Aktie einen höheren Kaufpreis zahlen
Regel auch telefonisch einen Kaufauftrag zu müssen als ursprünglich beabsichtigt.
(Order) erteilen. Bei fast allen Banken ist Liegt der Kurs über dem Limitpreis, wird
es heute möglich, Kauf- oder Verkaufs- der Auftrag nicht ausgeführt.
aufträge über das Internet auch ohne
Zwischenschaltung eines Anlageberaters Ein Limit kann für einen Tag oder auch
zu erteilen. bis zum Monatsende (Ultimo) gelten.
Nach Ablauf muss es erneuert werden.
Bei Ihrem Auftrag können Sie ein Limit Wenn Sie kein Preislimit angeben, wird
festsetzen. Sie bestimmen damit einen der Auftrag „billigst“ ausgeführt. Das
Über Kosten und Steuern Hat der Anleger seinem Kreditinstitut nach dem 31. Dezember 2008 erworben
einen Freistellungsauftrag erteilt, so wurden, und zwar unabhängig von
werden ihm seine Kapitalerträge bis zur der Haltedauer. Die steuerliche Ver-
Bei jedem Kauf und Verkauf von sowie gegebenenfalls Kirchensteuer. Höhe des Sparerpauschbetrages ohne rechnung von Gewinnen und Verlusten
Aktien fallen auch Kosten an. Die Kredi- Auch realisierte Kursgewinne unterliegen steuerliche Abzüge ausgezahlt. Er kann übernimmt in der Regel bereits das
tinstitute erheben rund ein Prozent der der Abgeltungsteuer, sofern die Aktien dann die Kapitalerträge früher wieder depotführende Kreditinstitut. Kursge-
Kauf- bzw. Verkaufssumme als Provision. nach dem 31. Dezember 2008 erworben anlegen, ohne auf die Steuerrückzahlung winne und -verluste mit Aktien dürfen
In der Regel ist eine Mindestgebühr fällig. wurden. Kapitalerträge, die den Sparer- warten zu müssen. aber nur untereinander und nicht mit
Discount-Broker haben tendenziell niedri- pauschbetrag von 801 Euro (bzw. 1.602 sonstigen Kapitalerträgen oder anderen
34 35
gere Kosten, bieten dafür aber keine Anla- Euro bei Verheirateten) nicht übersteigen, Im Rahmen der Abgeltungsteuer können Einkunftsarten verrechnet werden.
geberatung an. sind hingegen nicht abgeltungsteuer- auch realisierte Aktienverluste geltend Es ist jedoch ein Verlustvortrag in die
pflichtig. gemacht werden, sofern die Papiere Zukunft möglich.
Von untergeordneter Bedeutung sind die
Gebühren für die Ausführung der Trans- Die Abgeltungsteuer wird vom depotfüh-
aktion an der Börse: Im Parketthandel renden Kreditinstitut direkt abgeführt. Steuerliche Behandlung eines auszuschüttenden Gewinns von 100 Euro
wird eine Maklercourtage von 0,04 Pro- Deshalb muss der Anleger seine Kapital-
(ohne Kirchensteuer)
zent bei DAX-Aktien bzw. 0,08 Prozent erträge bei der jährlichen Einkommen-
bei anderen Werten (mindestens 0,75 steuererklärung nur noch dann angeben,
Euro) erhoben. Beim Handel auf Xetra wenn er Kapitalerträge aus dem Ausland 29,80 Euro
wird eine Gebühr von bis zu 0,00414 bezieht, sein Sparerpauschbetrag noch Unternehmens- 70,20 Euro Dividende
steuern
Prozent des Ordervolumens berechnet, nicht aufgebraucht ist oder er einen
mindestens 0,60 Euro und höchstens persönlichen Steuersatz von weniger
82,80 Euro. als 25 Prozent hat (Veranlagungsoption).
Eventuell zu viel gezahlte Steuern wer-
Nicht unerheblich ist hingegen der An- den dem Anleger dann zurückerstattet.
teil, den der Staat aus Aktienerträgen für
sich beansprucht: Der Gewinn einer
Aktiengesellschaft unterliegt bereits im
Unternehmen der Körperschaftsteuer
Zum Weiterlesen:
von 15 Prozent plus Gewerbesteuer und
Solidaritätszuschlag. Schüttet die Gesell- DAI-Broschüre „Aktie, Aktienfonds &
schaft diesen Gewinn als Dividende aus, Abgeltungsteuer: Was Aktionäre über 18,50 Euro 51,70 Euro
Abgeltung-
wird beim Anleger zusätzlich eine pau- die Abgeltungsteuer wissen sollten“ Nettodividende
steuer
schale Kapitalertragsteuer von 25 Pro-
Auszahlung ohne Freistellungsauftrag
zent, die sogenannte Abgeltungsteuer Siehe unter:
abgezogen – plus Solidaritätszuschlag  www.dai.de/dai_publikationen
Auszahlung mit Freistellungsauftrag
Aktien oder Aktienfonds? Depots in einem angemessenen Verhält- Hier werden die Ersparnisse vieler Fonds-
nis zum Depotwert stehen. Will der anleger zusammengefasst und nach
Aktionär zehn verschiedene Werte professionellen Kriterien in Aktien
Hat sich der Anleger einmal ent- in sein Depot aufnehmen, hat er in investiert. Die Fondsanlage ermöglicht
schieden, in Aktien anzulegen, stellt unserem Beispiel sinnvollerweise ein eine breite Streuung selbst bei kleinen
sich die Frage nach den für ihn indivi- Anlagekapital von 20.000 Euro zur Anlagebeträgen. Auch die Fondsanlage
duell am besten geeigneten Anlage- Verfügung. Außerdem müssen noch ist natürlich nicht kostenlos. Eine ausrei-
möglichkeiten. Kann er auf „Aktie pur“ Ersparnisse für andere Sparformen chende Anlagesumme vorausgesetzt,
setzen und direkt in Aktien investie- übrig bleiben, insbesondere als kurz- ist die Direktanlage in Aktien deshalb
36 37
ren? Oder ist es für ihn sinnvoller, und mittelfristige Liquiditätsreserve. kostengünstiger als die Fondsanlage.
Anteile an einem Aktienfonds zu
erwerben? Mittlerweile steht außer- Außerdem verschafft nur die Direktanlage
dem eine steigende Anzahl von Pro- Ein gut gestreutes Aktiendepot in Aktien dem Anleger Mitwirkungs-
dukten zur Auswahl, die Aktienkurse sollte mindestens fünf, besser rechte bei der Aktiengesellschaft. Bei
als Grundlage ihres eigenen Wertes zehn Aktien beinhalten Aktienfonds werden diese von der
haben, z.B. Optionen und Zertifikate. Investmentgesellschaft für ihre An-
leger wahrgenommen. Wer also über
Wer auch langfristig nur kleinere Beträge die erforderlichen Mittel verfügt und
für Aktien aufbringen kann, dem bietet persönlich mitreden will, sollte direkt
sich das Investment in Aktienfonds an. Aktien kaufen.
 Die Direktanlage in Aktien: Aktionäre reden mit

Um einen ausreichenden Streuungseffekt bühr bei 20 Euro, so machen die Gebüh-


zu erreichen, sollte ein Aktiendepot ren rund ein Prozent der Anlagesumme
zumindest nach einer gewissen Zeit aus. Kauft er aber nur für 1.000 Euro  Investmentfonds: Kleiner Einsatz – Breite Streuung
aus mindestens fünf, besser aber acht Aktien, macht die Mindestgebühr von
bis zehn Aktien verschiedener Branchen 20 Euro schon zwei Prozent, bei 500 Durch den Kauf von Fondsanteilen Bei aktiv gemanagten Fonds stellen
bestehen. Euro Kurswert sogar vier Prozent der erwirbt der Anleger von der Investment- Investmentexperten das Fondsvermögen
Anlagesumme aus. Sehr kleine Anlagebe- gesellschaft einen Anteil an einem Korb zusammen und schichten es je nach
Als Faustregel gilt, dass die Anlagesumme träge kommen den Anleger also teurer von Aktien und anderen Wertpapieren, Marktentwicklung um. Ziel ist es, die
bei jedem Aktienkauf so gewählt werden zu stehen als größere, was die erzielbare die zusammen einen Investmentfonds Rendite des Marktes – gemessen an der
sollte, dass die fälligen Gebühren nicht Rendite beeinträchtigt. bilden. Als Sondervermögen sind Entwicklung eines Index oder einer ande-
mehr als ein Prozent der Anlagesumme das Fondsvermögen und damit die ren „Benchmark“ – zu übertreffen, was
betragen: Kauft der Anleger Aktien im Der Direktanleger in Aktien sollte also Einlagen der Anleger auch bei einer jedoch nicht immer gelingt. Bei passiv
Wert von 2.000 Euro oder mehr und liegt über ausreichende Mittel verfügen, damit Insolvenz der Kapitalanlagegesellschaft gemanagten Fonds (auch Indexfonds
die von seiner Bank erhobene Mindestge- die Gebühren für den Aufbau seines geschützt. genannt) bildet das Fondsmanagement 
Viele Fonds schütten den anteiligen Hedge-Fonds sind trotz ihres Namens
Ertrag einmal im Jahr an den Invest- keine Investmentfonds klassischer
mentsparer aus (ausschüttende Fonds), Prägung. Sie versuchen, mit einer fest-
während thesaurierende Fonds ihre gelegten Strategie in kurzer Zeit einen
Erträge direkt im Fondsvermögen maximalen Wertzuwachs zu erreichen
wieder anlegen. und nehmen hierfür große Risiken in
Kauf. Hedge-Fonds haben praktisch
Die Anlagepolitik der meisten Fonds keine Anlagebeschränkungen, weshalb
verfolgt das Ziel, die höchstmögliche Privatanleger in Deutschland nur über
38 39
Sicherheit mit guten Wertsteigerungen Dachfonds in Hedge-Fonds investieren
zu verbinden. Daneben gibt es aber auch dürfen.
Fonds, deren Anlagepolitik mehr spekula-
tiv ausgerichtet ist. Das hängt auch vom
Anlagegegenstand ab.

 Aktienfonds halten Aktien von ausge-


wählten Unternehmen verschiedenster
Branchen.
die Struktur eines zugrunde liegenden wie andere Wertpapiere an der Börse  Rentenfonds legen in festverzinsliche
Indexes lediglich passiv nach. gehandelt (sogenannte ETFs). Wertpapiere (Renten) an.
 Gemischte Fonds bestehen aus Aktien
Nahezu alle Fondsgesellschaften bieten Die Vertriebs- und Verwaltungskosten und Renten.
sogenannte Fondssparpläne an. Dabei des Fonds werden durch den sogenann-
 Geldmarktfonds investieren in kurz
zahlt der Sparer regelmäßig, meist ten Ausgabeaufschlag, d.h. die Differenz
laufende Geldmarktpapiere.
einmal im Monat, einen bestimmten zwischen Ausgabe- und Rücknahmepreis,
 Immobilienfonds legen in gewerblich
Betrag (z.B. 100 Euro), der zum gelten- sowie eine laufende Verwaltungsgebühr
oder privat genutzte Immobilien an.
den Tageskurs in Investmentanteile gedeckt. Ausgabe- und Rücknahmepreise
umgewandelt wird. Durch den konstan- der Fondsanteile werden von den Invest-  AS-Fonds (AS = Altersvorsorge-Sonder-

ten Betrag erwirbt der Anleger bei hohen mentgesellschaften täglich aus den Bör- vermögen) setzen schwerpunktmäßig
Kursen weniger und bei niedrigen Kursen senkursen der enthaltenen Wertpapiere auf Aktien und Immobilien zur privaten
mehr Anteile. errechnet und veröffentlicht. Altersvorsorge.
 Dachfonds sind Fonds, die im Rahmen
Der Anleger kann Fondsanteile jederzeit Beim Kauf der Fondsanteile über die bestimmter Vorgaben in andere Fonds
von der Investmentgesellschaft erwerben Börse gilt der aktuelle Börsenpreis. investieren.
und an sie zurückgeben (also verkaufen). Der Ausgabeaufschlag entfällt, allerdings  Zertifikatefonds sind Fonds, die in
Immer mehr Fonds werden aber auch fallen Bank- und Börsengebühren an. Zertifikate anlegen.
Wo sonst noch Aktien drin sind

Auch wenn Sie keine Aktien oder Ertrag an die Renditeentwicklung eines möchte, muss sich vor allem über eines
Aktienfonds Ihr Eigen nennen, kann die Basiswertes gekoppelt. Das kann eine im Klaren sein: Zertifikate sind rechtlich
Aktie in Ihrer Geldanlage eine wichtige einzelne Aktie, ein Aktienkorb oder ein Inhaberschuldverschreibungen, d.h.
Rolle spielen. Sie ist Bestandteil vieler Aktienindex sein. Manche Zertifikate Anleihen. Bei Insolvenz des Emittenten
Anlageprodukte, denen man die „Aktien- ermöglichen es dem Anleger, auch bei droht Zertifikate-Besitzern deshalb der
haltigkeit“ erst auf den zweiten Blick fallenden oder gleich bleibenden Kursen Totalverlust, wie der Fall des US-Bank-
40 41
ansieht. des Basiswertes eine positive Rendite zu hauses Lehman vielen Anlegern schmerz-
erzielen. Anders als Aktien oder Aktien- haft bewusst gemacht hat.
So sparen viele Anleger im Rahmen eines fonds haben Zertifikate meist eine festge-
Riester- oder Rürup-Vertrages in einen legte Laufzeit, nach der die Erträge ver- Unerlässlich ist es außerdem, sich eine
Aktienfonds. Auch fondsgebundene Ver- steuert und neu angelegt werden müssen. eigene Meinung zur Entwicklung des
sicherungen sind oftmals auf Aktienfonds- kein höheres Risiko als ihr Basiswert, Basiswertes zu bilden. Außerdem muss
Basis ausgestaltet. Selbst wer eine klassi- Wie hoch der zu erwartende Ertrag aus oft sogar ein niedrigeres. Hebelzertifikate sich der Anleger vor einer Anlageentschei-
sche Lebensversicherung besitzt, für den einem aktienbasierten Zertifikat ist und sind dagegen eher spekulative Produkte, dung intensiv mit dem Kleingedruckten
legt die Versicherungsgesellschaft einen welches Risiko der Anleger dabei eingeht, mit denen der Anleger in der Hoffnung auseinandersetzen: Die Ausgestaltung
kleinen Teil der Beiträge in Aktien an, hängt völlig von der Ausgestaltung des auf höhere Gewinne ein höheres Risiko eines einzelnen Zertifikates und die
um deren Renditechancen zu nutzen. Papiers ab. Dabei sind den Emittenten eingeht. So werden manche Hebelzerti- Bedingungen, unter denen ein Gewinn
praktisch keine Grenzen gesetzt. Grund- fikate bei Erreichen einer Knock-Out- eintritt, sind oftmals nur schwer zu
Stark zugenommen hat auch die Verbrei- sätzlich wird zwischen Anlageprodukten Schwelle wertlos. durchschauen. Noch stärker als bei
tung von Zertifikaten mit Aktienbezug. und Hebelprodukten unterschieden. Aktien und Aktienfonds gilt deshalb:
Bei dieser neuen Anlageklasse ist der Anlagezertifikate haben in aller Regel In Deutschland sind zwei Drittel des Investieren Sie niemals in ein Zertifikat,
Zertifikatemarktes Garantiezertifikate. das Sie nicht verstehen.
Zertifikate Bei diesen partizipiert der Anleger an
Anlagezertifikate Hebelzertifikate der Kursentwicklung eines Basiswertes,
ohne das volle Verlustrisiko zu tragen.
Kapital- Kapital-
schutz = 100 % schutz < 100 % ohne Knock-Out mit Knock-Out Diese Absicherung kostet allerdings
Geld. So fließen die Dividenden des
z. B. Strukturierte z. B. Aktienanleihen, z. B. Optionsscheine z. B. KO-Zertifikate
Basiswertes bei aktienbasierten Zertifi-
Anleihen, Garantie- Discount-, Express-,
katen oftmals dem Emittenten und nicht
Zertifikate Bonus-, Index-,
dem Anleger zu.
Partizipations-, Out-
performance- oder
Wer mittels Zertifikaten an der Rendite-
Sprint-Zertifikate
entwicklung von Aktien partizipieren
Quelle: nach Deutscher Derivate Verband
FÜNF GRUNDREGELN
FÜR AKTIONÄRE 2
Sich informieren
Schauen Sie sich das Unternehmen an,
dessen Aktien Sie kaufen möchten. Kann
es sein Geschäftsmodell für Sie verständ-
lich darstellen? Lässt es künftige Erträge
fünf, aber auch nicht mehr als
zehn verschiedenen Aktien bestehen.
Sind zu viele Aktien im Depot, verliert
man leicht die Übersicht. Die laufende
Überwachung ist wichtig, um die
5
Beraten lassen
Sprechen Sie mit Fachleuten. Den tod-
sicheren Tipp gibt es nicht, deshalb hüten
Sie sich vor „Experten“, die „sichere
Gewinne“ voraussagen. Zu viele unvor-
erwarten? Solide Finanzierung versetzt Zusammensetzung des Depots der wirt- hersehbare Ereignisse können die Börse

42
1
Unabhängig bleiben
Schaffen Sie sich die finanzielle Unabhän-
gigkeit, den Kauf- und Verkaufszeitpunkt
selbst bestimmen zu können. Legen Sie
deshalb nur den Teil Ihrer Ersparnisse in
ein Unternehmen in die Lage, neue
Marktchancen auszunutzen. Auch die
Qualität des Managements ist bei der
Anlageentscheidung zu berücksichtigen.
Informationen zu diesen Punkten bieten
schaftlichen Entwicklung anzupassen.
Anteile an Aktienfonds sind eine gute
Alternative zur Direktanlage, wenn
die anzulegenden Mittel nicht für ein
breit gestreutes Aktiendepot ausreichen.
beeinflussen. Vermögens- und Anlagebe-
rater der Kreditinstitute haben Erfahrung
und werden Sie nach bestem Wissen und
Gewissen beraten. Hinter ihnen stehen
weitere Fachleute, die Analysten. Sie
43

neben dem Geschäftsbericht, den Sie Fondsanteile eignen sich auch als Ergän- statten die Kundenberater mit Markt-
Aktien an, über den Sie in den nächsten
beispielsweise auf der Internet-Seite zung zur Direktanlage, wenn der Anleger und Unternehmensanalysen aus und
zehn Jahren oder besser noch länger
des Unternehmens finden, Nachrichten mit dem Erwerb von Investmentfonds bieten damit auch Hilfestellung für Ihre
höchstwahrscheinlich nicht verfügen
und Kommentare in der Tages- und Wirt- bei überschaubarem Risiko auch einmal Beratung.
müssen. Sogenannte Notverkäufe enden
schaftspresse. Investieren Sie niemals (!) in Märkte oder Branchen investieren
häufig mit Verlusten. Ein Aktienanleger
möchte, in denen die Direktanlage in Der Berater bei der Bank wird Ihre indivi-
muss deshalb neben seinem Aktiendepot in Unternehmen, deren Werte per
Aktien andernfalls zu riskant wäre. duelle Situation berücksichtigen. Er wird
eine ausreichend hohe Liquiditätsreserve E-Mail oder Telefon beworben werden,
Sie vor allem nach Ihrem persönlichen
in Form festverzinslicher Anlagen besitzen. oder deren Geschäftsmodell Sie nicht

4
Anlageziel fragen und Ihre Vermögens-
verstehen.
Bei einem einzelnen Aktienkauf sollte Richtiges Timing verhältnisse erkunden. Auch Ihre persön-
der investierte Betrag so hoch sein, dass Wählen Sie einen günstigen Zeitpunkt für liche Risikobereitschaft muss der Berater
die Bankgebühren nicht mehr als ein Pro-
zent des Kaufpreises betragen. Beträgt die
Mindestgebühr Ihrer Bank z.B. 20 Euro,
liegt die – mittelfristig anzustrebende –
Mindestgröße für ein ausreichend
3
Streuen, streuen, streuen...
Mindern Sie Ihr Risiko durch Streuung
Ihrer Anlagen auf verschiedene Aktien
verschiedener Branchen. Innerhalb
eines Konjunkturzyklus verhalten sich
den Kauf und Verkauf von Aktien. Dies
ist leichter gesagt als getan. Auch wenn
die Aktienanalyse gewisse Anhaltspunkte
bietet, kann niemand hellsehen. Daher
sollte man beim Kauf nicht auf Tiefstkurse
der Bank bei seinen Ratschlägen berück-
sichtigen.
Verlassen Sie sich aber nicht nur auf die
Analysten und das Urteil von Beratern.
Die Anlage bleibt Ihre Entscheidung.
gestreutes Aktiendepot bei 10.000 Euro die einzelnen Branchen unterschiedlich. warten und beim Verkauf nicht auf den
Es hat noch nie geschadet, sich darüber
(fünf Aktien), besser noch 20.000 Euro Manche Branchen profitieren von einer absoluten Höchststand. Hat man mit
Gedanken zu machen, mit eigenen Anre-
(zehn Aktien). Zinssenkung stärker als andere. Bei einer Aktie einen schönen Kursgewinn
gungen zum Experten zu kommen und
exportorientierten Wirtschaftszweigen erzielt, sollte man sich ruhig einmal von
Nehmen Sie niemals (!) einen Kredit für diesem auch kritische Fragen zu stellen.
muss der Wechselkurs beachtet werden. einem Papier trennen. Nur realisierte
den Aktienkauf auf. Bei einem Kursrück-
Aber auch innerhalb einer Branche gibt Gewinne sind echte Gewinne. Vor allem aber: Erwarten Sie keine
gang könnte der Depotwert unter die
es Unternehmen, die mehr oder weniger Wunder. Ein sicher funktionierendes
Beleihungsgrenze fallen, was einen Dennoch gilt: Aktien sollte man nicht
vom Konjunkturaufschwung profitieren. System zur Kursprognose hat bis heute
Zwangsverkauf der Papiere durch die unnötig anfassen, wenn man sie einmal
Daher: Nie alles auf eine Aktie setzen. noch niemand gefunden.
kreditgebende Bank auslöst. Selbst gekauft hat. Je häufiger ein Aktiendepot
vorübergehende Kursverluste können Die Anlagemittel sind vernünftig zu umgeschichtet wird, desto niedriger ist in
dann unter Umständen Ihr gesamtes verteilen, aber man darf sich auch nicht der Regel die Rendite, die man mit dem
Vermögen vernichten. verzetteln. Ein Depot sollte aus mindestens Gesamtdepot erzielt.
Glossar unterstrichener Text =
Verweis auf andere Begriffe
Aktiendepot
siehe Wertpapierdepot.
nehmen kann ihm Informationen über die
aktuelle Aktionärsstruktur und ihre Verän-
im Glossar derungen entnehmen. Aktionäre haben das
Die Aktie von A bis Z Aktienfonds
Recht auf Auskunft über ihren eigenen Ein-
Sondervermögen einer Kapitalanlagegesell-
trag im Aktienregister.
schaft, das vorwiegend oder ausschließlich

a Abgeltungsteuer
Quellensteuer für Kapitalerträge mit einem
pauschalen Steuersatz von 25 % (zuzüglich
AG
Abkürzung für Aktiengesellschaft.
in Aktien angelegt ist.

Aktiengesellschaft
Kapitalgesellschaft, bei der das Eigenkapital
Aktienrückkauf
Verfahren, bei dem eine Aktiengesellschaft
eigene Aktien erwirbt und damit Kapital
an die Aktionäre zurückfließen lässt. Aus
Agio – neben der Einbehaltung von Gewinnen
Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls zurückgekauften Aktien stehen der Gesell-
44 Auch: Aufgeld. – durch Emission von Aktien an die Aktio- 45
Kirchensteuer). Bei Aktien unterliegen schaft keine Rechte (Stimmrecht, Anspruch
Betrag, der bei der Neuausgabe von näre aufgebracht wird. Organe der Akti-
neben Dividenden auch Kursgewinne der auf Dividende, Bezugsrecht etc.) zu.
Wertpapieren den Nennbetrag über- engesellschaft sind Hauptversammlung,
Abgeltungsteuer. Ausgenommen sind ledig-
steigt. Aufsichtsrat und Vorstand. Börsenfähige Aktiensplit
lich Wertzuwächse aus Aktien, die vor
Rechtsform. Aufteilung einer Aktie in zwei oder mehr
dem 1.1.2009 angeschafft wurden. Die Aktie
neue Aktien mit kleinerem Nennwert,
Steuer wird von der Bank des Anlegers Der Begriff Aktie bezeichnet sowohl die Aktienindex
meist mit dem Ziel einer optischen Verbilli-
direkt und anonym an das Finanzamt abge- Mitgliedschaftsrechte des Aktionärs aus Kennziffer, die die Kursentwicklung ausge-
gung und damit leichteren Handelbarkeit
führt, womit für den Anleger alle Steuer- der Beteiligung an einer Aktiengesellschaft wählter Aktien zusammenfasst, z.B. den
der jeweiligen Aktie.
schulden „abgegolten“ sind – unabhängig als auch das Wertpapier, das diese Rechte Kursverlauf eines Wirtschaftszweiges oder
von der Höhe seines persönlichen Einkom- verkörpert. Aktien können als Stammaktie eines regionalen Marktes. Während Kurs- Aktienurkunde
mensteuersatzes. Eine Angabe bei der Ein- oder Vorzugsaktie, Namensaktie oder bzw. Preisindizes die reine Kursentwick- siehe Effektive Stücke.
kommensteuererklärung ist deshalb in der Inhaberaktie und Nennwertaktie oder lung abbilden, erhöhen bei Performance-
Regel nicht mehr notwendig. Stückaktie ausgestaltet sein. indizes auch erfolgte Dividendenaus- Aktionär
schüttungen den Indexwert. Inhaber einer Aktie und Anteilseigner
Ad-hoc-Publizität Aktienanalyse am Vermögen einer Aktiengesellschaft.
Der bekannteste deutsche Aktien-
Im Wertpapierhandelsgesetz verankerte Systematische Beobachtung und Bewer-
index ist der DAX. Amtlicher Markt
Verpflichtung börsennotierter Unternehmen tung der Bewegungen auf den Geld- und
zur sofortigen Veröffentlichung wichtiger Kapitalmärkten und relevanter Unterneh- Aktienoptionsplan siehe Regulierter Markt.
Nachrichten im Bereich des Unterneh- mensereignisse durch Fachleute mit dem Vergütungsinstrument von Aktiengesell-
Anlagezertifikate
mens, die den Börsenkurs erheblich Ziel der Kursprognose. Auf der Basis dieser schaften, mit dem die Entlohnung vor
Wertpapiere, welche die Teilnahme an
beeinflussen könnten (§ 15 WpHG). Soll Erkenntnisse können Anleger Investitions- allem von Führungskräften an den Aktien-
der Kursentwicklung eines Basiswertes
ausschließen, dass Insider einen Wissens- entscheidungen treffen. Siehe Fundament- kurs gekoppelt wird. Soll unter anderem
(z.B. einer Aktie oder eines Index) ver-
vorsprung zum eigenen Vorteil ausnutzen alanalyse, Technische Analyse. zur Stärkung der Shareholder-Value-
briefen. Siehe auch Zertifikate.
könnten. Siehe auch Publizitätspflicht. Orientierung von Managemententschei-
Aktienanleihe
dungen beitragen. Anlegerschutz
ADRs Auch: Reverse Convertible Bond. Meist
Rechtliche Maßnahmen zum Schutz der
= American Depository Receipts. von Kreditinstituten begebene Anleihe, bei Aktienregister
Interessen von Geld- und Kapitalanlegern.
Von US-amerikanischen Banken ausgege- der der Emittent das Recht hat, am Ende Von Aktiengesellschaften mit Namens-
bene Hinterlegungsscheine für nichtameri- der Laufzeit die Tilgung statt in Geld auch aktien geführtes Register, in dem jeder Anleihe
kanische Aktien, die an US-Börsen an Stelle in Aktien eines Dritten vorzunehmen. Aktionär mit Name, Geburtsdatum und Sammelbezeichnung für verzinsliche Wert-
der eigentlichen Aktien gehandelt werden. Siehe auch: Wandelanleihe. (E-Mail-)Adresse aufgeführt ist. Das Unter- papiere, die ein Gläubigerrecht verbriefen. 
Meist garantieren sie ihrem Inhaber gleich Ausschüttender Fonds gesetztes Limit zum höchstmöglichen Kurs wachte Zulassungsstelle der jeweiligen
bleibende Zinsen sowie die Rückzahlung Investmentfonds, bei dem Erträge regelmäßig verkauft werden soll. Siehe auch Billigst. Börse. Siehe auch Börsensegmente.
eines bestimmten Betrages. Anleihen an die Anteilseigner ausgeschüttet werden.
Betreuer Börsengang
können nach Emittent, Art der Verzinsung, Siehe auch Thesaurierender Fonds.
siehe Designated Sponsor. Erstmaliges Angebot der Aktien eines bör-
Laufzeit, Rückzahlung, Sitz des Ausstellers
Ausschüttung senfähigen Unternehmens am organisierten
oder der Währung unterschieden werden. Bezugsrecht
siehe Dividende. Kapitalmarkt zur Gewinnung neuer Mitei-
Recht des Aktionärs, bei einer Kapital-

b
Aufgeld gentümer (Aktionäre), meist verbunden mit
Baisse erhöhung seiner Gesellschaft junge Aktien
siehe Agio. der Aufnahme neuen Eigenkapitals. Bekannt
Stärkerer, meist länger anhaltender Kurs- zu erwerben. Der Aktionär kann auf die auch unter den englischen Bezeichnungen
Aufsichtsrat rückgang an der Börse. Gegensatz: Hausse. Ausübung dieses Rechts verzichten und Going Public oder IPO (Initial Public Offe-
46 Organ der Aktiengesellschaft, das den Vor- seine Bezugsrechte an der Börse verkaufen. 47
Belegschaftsaktie ring). Börsenfähige Rechtsformen sind
stand ernennt und diesen bei der Geschäfts-
Aktien des eigenen Unternehmens, die neben der Aktiengesellschaft die Europäische
führung berät und überwacht. Der Auf- Bilanz
Aktiengesellschaften ihren Mitarbeitern Gesellschaft (SE), die REIT-AG und die
sichtsrat besteht mindestens zur Hälfte aus Gegenüberstellung von Verwendung
zum Erwerb anbieten. Der Kaufpreis liegt Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA).
Vertretern der Anteilseigner, die von der (Aktiva) und Herkunft (Passiva) des Ver-
üblicherweise unter dem Börsenkurs.
Hauptversammlung gewählt werden. mögens eines Unternehmens zum Ende Börsenkurs
Belegschaftsaktien bieten dieselben Rechte
des Geschäftsjahres. Bestandteil des siehe Kurswert.
Auktionsprinzip wie andere Aktien und sind unter bestimm-
Jahresabschlusses.
Börsenhandelsprinzip, bei dem zunächst ten Voraussetzungen steuerbegünstigt. Börsensegmente
alle Aufträge in einem Orderbuch gesam- Billigst Teilmärkte der Börse mit unterschiedlichen
Berichtigungsaktien
melt werden. Als Börsenkurs wird der Kurs Zusatz beim Kaufauftrag an ein Kreditinsti- Zulassungsvoraussetzungen und Transpa-
Auch: Gratisaktien. Ihre Ausgabe erfolgt,
festgestellt, zu dem bei gegebener Order- tut, mit dem ein Wertpapier ohne festge- renzanforderungen. Siehe Regulierter
wenn eine Aktiengesellschaft offene
lage der höchste Umsatz stattfinden kann. setztes Limit zum niedrigstmöglichen Kurs Markt, Freiverkehr, Prime Standard,
Rücklagen in Grundkapital umwandelt.
Dabei stehen alle Marktteilnehmer mit gekauft werden soll. Siehe auch Bestens. General Standard, Entry Standard.
Die Eigenmittel der Gesellschaft werden
ihren Aufträgen in Konkurrenz zueinander.
dadurch nicht verändert, sodass die Betei- Bluechips Börsenzyklus
Siehe auch Market-Maker-Prinzip.
ligung eines Aktionärs gleich bleibt und Auch: Standardwerte. Diejenigen Aktien Auf- und Abwärtsbewegungen der Börsen-
Ausgabeaufschlag sich lediglich auf eine größere Anzahl einer Region bzw. einer Börse, die den kurse, die in einem engen Zusammenhang
Differenz zwischen dem Ausgabe- und von Aktien verteilt. größten Umsatz und die höchste Markt- mit dem Zyklus der Konjunktur stehen und
dem Rücknahmepreis eines Fondsanteils. kapitalisierung aufweisen. Siehe auch diesem in der Regel einige Monate voraus-
Best Execution
Wird bei der Ausgabe zur Deckung der Midcaps und Smallcaps. eilen.
Mit der EU-Richtlinie MiFID eingeführtes
Beratungs- und Vertriebskosten erhoben.
Prinzip, nach dem Banken und Finanz- Bogen
Börse
Ausgabepreis dienstleister für ihre Kunden eine Best- siehe Effektive Stücke.
Markt für Wertpapiere, an dem Angebot
auch: Ausgabekurs. Preis bzw. Kurs, den ein Execution-Policy aufstellen müssen, die
und Nachfrage organisiert zusammenge-
Anleger beim Ersterwerb eines Fondsanteils die bestmögliche Ausführung einer Order Bonusdividende
führt werden. Die deutschen Wertpapier-
oder anderen Wertpapiers zu zahlen hat. für Wertpapiere in Bezug auf Preis, Kosten Zusätzlich zur Dividende gewährte Sonder-
börsen werden staatlich beaufsichtigt.
sowie bestimmte andere Qualitätskriterien vergütung an die Aktionäre, etwa aus
Auskunftsrecht Über die Zulassung von Personen zum
gewährleisten soll. Anlass eines Firmenjubiläums oder von
Recht des Aktionärs, in der Hauptver- Börsenhandel entscheidet der Börsen-
Sondererträgen.
sammlung seines Unternehmens vom Vor- Bestens vorstand. Über die Zulassung von Wert-
stand Auskünfte über die Geschäfte der Zusatz beim Verkaufsauftrag an ein Kredi- papieren zum Börsenhandel entscheidet Briefkurs
Aktiengesellschaft zu verlangen. tinstitut, mit dem ein Wertpapier ohne fest- die vom betreffenden Bundesland über- Abgekürzt: B. Kurs, zu dem ein Wertpapier 
zum Kauf angeboten wird (Kaufpreis). und der größten Marktkapitalisierung Dividende Entry Standard
Gegensatz: Geldkurs. widerspiegelt. Der DAX wurde 1987 Teil des Jahresgewinns einer Aktiengesell- Spezielles Segment innerhalb des Frei-
erstmals berechnet und ist ein Perfor- schaft, der an die Aktionäre ausgeschüttet verkehrs der Börse Frankfurt, das sich
Bundesanstalt für Finanzdienst-
mance-Index. Siehe auch MDAX, wird (lateinisch dividere = aufteilen, ver- vor allem an mittelständische und jüngere
leistungsaufsicht (BaFin)
SDAX, TecDAX. teilen). Über die Höhe der Dividende Unternehmen richtet, die einen kosten-
Staatliche Finanzmarktaufsicht in Deutsch-
beschließt die Hauptversammlung auf günstigen Weg an die Börse suchen.
land mit dem übergeordneten Ziel, die Depot
Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat.
Funktionsfähigkeit des gesamten Finanz-
sektors sicherzustellen. Zu ihren Aufgaben
gehören die Solvenzsicherung bei
Banken, Finanzdienstleistungsinstituten
siehe Wertpapierdepot.

Derivat
Finanzinstrument, dessen Bewertung von
e Effekten
Wertpapiere, die an der Börse handelbar
sind.
Europäische (Aktien-)Gesellschaft
siehe SE.

Exchange Traded Funds (ETF)


48 der Preisentwicklung des zugrunde liegen- Investmentfonds, deren Anteile an der 49
und Versicherungsunternehmen sowie
den Finanztitels (Basiswert oder Under- Effektive Stücke Börse gehandelt werden; zumeist passive
der Schutz von Kunden und Anlegern
lying) abhängt. Wichtigste Beispiele für In physischer Form ausgegebene Aktien, die Indexfonds.
in ihrer Gesamtheit.

c Call
siehe Option.
Derivate sind Optionen, Futures und Zerti-
fikate.

Designated Sponsor
aus einer Aktienurkunde (Mantel) und einem
Bogen mit mehreren Dividendenscheinen
(Kupons) sowie einem Erneuerungsschein
(Talon) bestehen. Heute nicht mehr üblich.
f Festverzinsliches Wertpapier
siehe Anleihe.
Fondsanteil
Chartanalyse Betreuer, die im Xetra-Handel nach dem
siehe Investmentzertifikat.
Form der Technischen Analyse, bei der Market-Maker-Prinzip für die Mindest- Eigenkapital
Kursdaten einer Aktie oder einer Gruppe liquidität bestimmter Aktien sorgen, Das haftende Kapital einer Aktiengesell- Freiverkehr
von Aktien grafisch dargestellt werden, um indem sie – fortlaufend oder auf Anfrage – schaft, welches von den Aktionären durch Börsensegment, in dem Wertpapiere
bestimmte Entwicklungen (Formationen, An- oder Verkaufskurse stellen. Dadurch Zeichnung von Aktien im Rahmen einer gehandelt werden, die nicht zum
Trends) abzuleiten. Siehe auch Fundament- ermöglichen sie es dem Anleger, auch bei Emission oder durch Verzicht auf vollstän- Regulierten Markt zugelassen sind. Die
alanalyse. Aktien mit geringer Liquidität jederzeit dige Ausschüttung des Unternehmensge- Einbeziehung in den Freiverkehr erfolgt
zu marktgerechten Preisen zu kaufen winns als Dividende aufgebracht wird. bei den einzelnen Börsen auf Antrag eines
Corporate Governance oder zu verkaufen. Neben dem Grundkapital enthält es die zum Börsenhandel zugelassenen Unterneh-
Verantwortliche, auf langfristige Wert- bei der Emission zusätzlich eingeworbenen mens, meist eines Kreditinstitutes. Voraus-
schöpfung ausgerichtete Unternehmens- Deutscher Corporate Governance
Kapitalrücklagen sowie die durch Einbehal- setzung ist, dass ein ordnungsgemäßer
leitung und -kontrolle. Auch: Gesamtheit Kodex
tung (Thesaurierung) von Gewinnen ent- Börsenhandel gewährleistet erscheint.
aller rechtlichen und faktischen Rahmenbe- Verhaltenskodex mit empfehlendem
standenen Gewinnrücklagen.
dingungen für die Leitung und Überwa- Charakter für börsennotierte Unterneh- Fremdkapital
chung eines Unternehmens. Siehe auch men. Er soll die in Deutschland geltenden Emission Finanzielle Mittel, die Unternehmen von
Deutscher Corporate Governance Kodex. Regeln für Unternehmensleitung und Ausgabe von Wertpapieren zur Kapitalbe- Dritten zugeführt werden, woraus die feste
-überwachung für nationale wie internatio- schaffung, in der Regel durch Vermittlung Verpflichtung zur Verzinsung und Rückzah-
Courtage nale Investoren transparent machen und so einer Gruppe von Kreditinstituten (Emissi- lung entsteht (Kreditvergabe). Siehe auch
Gebühr des Maklers, der ein Wertpapier- das Vertrauen in die Unternehmensführung onskonsortium) im Rahmen eines öffentli- Eigenkapital.
geschäft vermittelt. deutscher Gesellschaften stärken. chen Angebots. Siehe auch Neuemission,
Fundamentalanalyse

d
Kapitalerhöhung.
DAX Direktanlage Form der Aktienanalyse, bei der zur Beur-
Bekanntester deutscher Aktienindex, der Direkterwerb von Aktien oder anderen Emittent teilung einer Aktie wichtige Unterneh-
die Wertentwicklung der 30 deutschen Anlageformen ohne den Umweg z.B. über Herausgeber von Wertpapieren, z.B. Unter- mensdaten verarbeitet und auch volkswirt-
Aktien mit dem höchsten Börsenumsatz Investmentfonds. nehmen oder staatliche Institutionen. schaftliche Größen wie Konjunktur- und 
Lohnentwicklung oder Wechselkurse Genussschein Going Public Hedge-Fonds
berücksichtigt werden. Gesetzlich nicht geregeltes Wertpapier, das siehe Börsengang. Fonds, der praktisch keinen Anlagebe-
Siehe auch Technische Analyse. je nach Ausgestaltung eher einer Aktie schränkungen unterliegt und der verschie-
Gratisaktie
oder einer Anleihe ähnelt. Wie Anleihen denste Anlagestrategien verfolgen kann
Fungibilität siehe Berichtigungsaktie.
gewähren „Genüsse“ regelmäßig die Rück- (z.B. Währungs- oder Rohstoffspekulation,
Auch: Austauschbarkeit. Eigenschaft der
zahlung des Anlagebetrages zum Nominal- Grundkapital Leerverkäufe). Hedge-Fonds haben meist
Aktie, die sie börsenfähig macht: Weil alle
wert am Laufzeitende sowie den grund- Das in der Satzung einer Aktiengesellschaft einen spekulativeren Charakter und deut-
Aktien eines Unternehmens den gleichen
sätzlichen Anspruch auf eine jährliche festgelegte Kapital. Die Satzung bestimmt lich höhere Risiken als andere Wertpapier-
Wert haben, können sie leicht zwischen
Verzinsung. Deren Höhe hängt aber – auch, in wie viele Anteile (Aktien) das fonds.
verschiedenen Anlegern übertragen
wie die Dividende bei der Aktie – von Grundkapital eingeteilt ist. Nicht identisch
50
werden.

Future
der Gewinnentwicklung des jeweiligen
Unternehmens ab.
mit dem Eigenkapital.
i IFRS
= International Financial Reporting 51

Termingeschäft, bei dem der Kauf oder


Verkauf von Wertpapieren zu einem
zukünftigen Zeitpunkt zu einem im
Geschäftsbericht
Jährlicher Rechenschaftsbericht einer Akti-
engesellschaft oder eines Investmentfonds
h Handelssegment
Synonym für Börsensegment.

Hauptversammlung
Standards.
Internationale Rechnungslegungsgrund-
sätze, nach denen deutsche börsennotierte
Unternehmen seit 2005 ihren Konzern-
Voraus bestimmten Kurs vereinbart wird. Mindestens einmal jährlich stattfindende

g Geldkurs
Abgekürzt: G. Kurs, zu dem ein Wert-
papier nachgefragt wird (Verkaufspreis).
über den Geschäftsverlauf und die Lage
der Gesellschaft, in dem auch der Jahresab-
schluss abgedruckt und erläutert wird.
Gehört zu den wichtigsten Informations-
Versammlung der Aktionäre einer Aktien-
gesellschaft, in der diese über Gewinn-
verwendung, Kapitalmaßnahmen,
abschluss aufzustellen haben.

Index
siehe Aktienindex.
Satzungsänderungen und andere
Gegensatz: Briefkurs. quellen für den Anleger. Wird in der Indexfonds
grundsätzliche Fragen beschließen.
Regel auf der Internet-Seite der Gesell- Investmentfonds, der – im Gegensatz
Gemischter Fonds Außerdem wählen die Aktionäre ihre
schaft zur Verfügung gestellt und auf zu einem aktiv gemanagten Fonds –
Auch: Mischfonds. Investmentfonds, Vertreter in den Aufsichtsrat sowie den
Anfrage verschickt. lediglich passiv z.B. einen Aktienindex
der seine Mittel sowohl in Aktien als auch Abschlussprüfer und entlasten Vorstand
nachbildet.
in festverzinslichen Wertpapieren anlegt. Gewinn- und Verlustrechnung und Aufsichtsrat.
Die Fondsmanager versuchen, in jeder Gegenüberstellung von Aufwendungen Inhaberaktie
Hausse
Phase der Konjunktur die Anlageform und Erträgen eines Unternehmens. Sie Aktie, bei der im Unterschied zur Namens-
Stärkerer, meist länger anhaltender Kurs-
stärker zu gewichten, die in der nächsten dient der Ermittlung des Gewinns eines aktie keine bestimmte Person, sondern
anstieg an der Börse. Gegensatz: Baisse.
Zeit die höhere Rendite verspricht. Geschäftsjahres und der Darstellung seiner jeweils der aktuelle Inhaber berechtigt ist,
Quellen. Bestandteil des Jahresabschlusses. HDAX die mit der Aktie verbundenen Rechte
General Standard
Aktienindex, der alle 110 Werte der Aus- geltend zu machen. Kann dadurch formlos
Börsensegment an der Börse Frankfurt, GmbH
wahlindizes DAX, MDAX und TecDAX übertragen und übereignet werden, in der
für das die gesetzlichen Mindestanforde- = Gesellschaft mit beschränkter Haftung.
umfasst. Praxis durch Umbuchung von einem Wert-
rungen des Regulierten Marktes gelten. Neben der Aktiengesellschaft bedeutendste
papierdepot in ein anderes.
Es richtet sich an Unternehmen, die vor- Form der Kapitalgesellschaft, allerdings Hebelzertifikat
wiegend nationale Investoren und eine nicht börsenfähig. Das Stammkapital, Spekulatives Zertifikat, bei dem der Insider
preisgünstigere Notierung als im Prime das von den Gesellschaftern aufgebracht Anleger stärker an Gewinnchancen, aber Im Börsenhandel Bezeichnung für Perso-
Standard anstreben. Die Aufnahme in wird, ist in Geschäftsanteile zerlegt. auch Verlustrisiken eines Basiswertes nen, die wegen ihrer beruflichen Stellung
den General Standard erfolgt automatisch GmbH-Anteile können nur in notarieller (z.B. Aktie oder Index) partizipiert als oder sonstiger Umstände einen Informati-
mit der Zulassung der Wertpapiere zum Form übertragen werden, wodurch sie bei dessen Direkterwerb. Siehe auch onsvorsprung in Bezug auf ein börsen-
Regulierten Markt. schwerer handelbar sind als Aktien. Anlagezertifikat. notiertes Unternehmen haben. Dessen 
Ausnutzung zum eigenen Vorteil bei Wert- gegeben werden. Den bisherigen Aktionären KGaA Liquidität. Siehe auch Stop-Buy-Order,
papiergeschäften (sogenannter Insiderhan- wird zumeist ein Bezugsrecht gewährt. = Kommanditgesellschaft auf Aktien. Stop-Loss-Order.
del) ist strafbar, da die Chancengleichheit
der Anleger nicht gewährleistet ist.

Investmentfonds
k Kapitalerhöhung
Form der Unternehmensfinanzierung
durch Erhöhung des Eigenkapitals eines
Zwischenform von Aktiengesellschaft
(Kapitalgesellschaft) und Kommandit-
gesellschaft (Personengesellschaft):
Liquidität
von lateinisch liquidus = flüssig.
Im Börsenhandel Maß dafür, wie schnell
Mindestens ein Gesellschafter haftet und kostengünstig ein bestimmtes Wert-
Sondervermögen einer Investmentgesell- Unternehmens. Bei Aktiengesellschaften
unbeschränkt (Komplementär); die papier ge- oder verkauft werden kann.
schaft, bei dem die Anleger nicht an den geschieht dies meist durch Ausgabe
übrigen Gesellschafter sind an dem
einzelnen Anlageobjekten des Fonds, son- junger Aktien, die von der Hauptver- Makler
in Aktien zerlegten Grundkapital
dern anteilig am gesamten Fondsvermögen sammlung beschlossen wird.

52
beteiligt sind (indirekte Anlage). Je nach
Anlageschwerpunkt unterscheidet man z.B.
Aktienfonds, Rentenfonds, Geldmarktfonds,
Bei einer Kapitalerhöhung aus Gesell-
schaftsmitteln fließt dem Unternehmen
kein neues Eigenkapital zu, sondern es
beteiligt, ohne persönlich für die Ver-
bindlichkeiten der Gesellschaft zu haften
(Kommanditaktionäre). Börsenfähige
m
Gewerbetreibende, die in fremdem
Namen und für fremde Rechnung Ver-
träge vermitteln. Börsenmakler führen
für ihre Auftraggeber (Kredit- und Finanz-
53

Rechtsform.
gemischte Fonds oder Immobilienfonds. findet lediglich eine Umbuchung in der dienstleistungsinstitute und ihre Kunden)
Bilanz statt. Dabei werden Berichtigungs- Kupon Käufe und Verkäufe an der Börse aus.
Investmentgesellschaft
aktien ausgegeben. siehe Effektive Stücke. Siehe auch Skontroführer.
Kapitalanlagegesellschaften und Investmen-
taktiengesellschaften, deren Hauptzweck Kapitalgesellschaft Kurs Mantel
in der Verwaltung von Investmentfonds Unternehmen, das im Gegensatz zur Preis der Aktie, der sich gemäß Angebot siehe Effektive Stücke.
besteht. Das von den Anlegern gegen Aus- Personengesellschaft über eine eigene und Nachfrage nach dieser Aktie an der
gabe von Fondsanteilen eingelegte Kapital Rechtspersönlichkeit verfügt und bei dem Börse bildet. Zu unterscheiden vom Market-Maker-Prinzip
bildet ein Sondervermögen, das gegen für die Anteilseigner die Bereitstellung von Nennwert der Aktie. Börsenhandelsprinzip, bei dem Banken
Insolvenz der Investmentgesellschaft Kapital gegenüber der persönlichen Mitar- oder Wertpapierhandelshäuser als soge-
Kursgewinn nannte Market Maker (in Xetra:
geschützt ist. beit im Unternehmen im Vordergrund
Unterschied zwischen An- und Verkaufs- Designated Sponsors) zunächst verbind-
steht. Die Geschäftsführung wird in der
Investmentzertifikat kurs eines Wertpapiers, wenn der Kurs liche Geld- und Briefkurse für ein Wert-
Regel von angestellten Managern über-
Wertpapier, das eine Beteiligung am Ver- zwischenzeitlich gestiegen ist (sonst Kurs- papier stellen (auch „Quotes“ genannt).
nommen. Die Haftung ist im Regelfall
mögen eines Investmentfonds verbrieft. verlust). Neben der Dividende zweiter Dies gewährleistet die fortwährende
auf das Gesellschaftsvermögen beschränkt.
Ertragsbestandteil der Aktienanlage.

j Jahresabschluss
Der Jahresabschluss umfasst die Bilanz und
die Gewinn- und Verlustrechnung eines
Beispiele: Aktiengesellschaft, GmbH.

Kapitalmarkt
Markt für langfristige Kapitalanlagen wie
Kurszusatz
Erläuternde Ergänzung zum Kurs einer
Handelbarkeit eines Wertpapiers.
Siehe auch Auktionsprinzip.
Marktkapitalisierung
Unternehmens sowie den erläuternden Aktie, z. B. G = Geld (zu diesem Kurs Aktueller Kurswert einer Aktie multipli-
Anleihen oder Aktien.
Anhang. Bei einer Aktiengesellschaft wird herrschte nur Nachfrage), B = Brief (zu ziert mit der Anzahl der an der Börse
er vom Vorstand aufgestellt, von einem Kassamarkt diesem Kurs herrschte nur Angebot), notierten Aktien. Wird für einzelne
staatlich vereidigten Wirtschaftsprüfer auf Teilmarkt einer Börse, bei dem die Erfül- exDiv = ohne Dividende (erster Kurs Unternehmen, aber auch für Branchen
seine Ordnungsmäßigkeit geprüft und vom lung eines vereinbarten Geschäfts zeitnah nach Dividendenzahlung). oder für gesamte Aktienmärkte ermittelt.

l
Aufsichtsrat oder der Hauptversammlung zu seinem Abschluss erfolgt, in Deutsch-
Limit MDAX
festgestellt. land innerhalb von zwei Börsentagen (t+2).
Preisgrenze, die ein Anleger seiner Order Aktienindex der 50 Unternehmen aus den
Siehe auch Terminmarkt.
Junge Aktien beim Kauf oder Verkauf eines Wertpapiers klassischen Branchen, die den im DAX
Aktien, die von einer Aktiengesellschaft im Kaufauftrag hinzufügt. Dringend zu empfehlen vor notierten Unternehmen hinsichtlich Börsen-
Rahmen einer Kapitalerhöhung neu heraus- siehe Order. allem in „engen“ Märkten mit niedriger umsatz und Marktkapitalisierung folgen. 
Midcaps
Aktien mittelgroßer Unternehmen.
Siehe auch Bluechips und Smallcaps.
o Option
Im Börsenhandel gegen Zahlung einer
Prämie erworbenes Recht (aber nicht die
Orderbuch
Buch, in dem für ein bestimmtes Wert-
papier oder anderes Handelsobjekt die
Publizitätspflicht
Gesetzliche Verpflichtung von Kapitalge-
sellschaften, bestimmte wirtschaftliche

n Namensaktie
Aktie, die auf den Namen des Aktionärs
lautet. Im Gegensatz zur Inhaberaktie ist
Pflicht), innerhalb einer vereinbarten Frist
oder zu einem bestimmten Zeitpunkt ein
Wertpapier oder einen anderen Basiswert
Volumina und Preise von Kauf- und Ver-
kaufsaufträgen gesammelt, gegenüberge-
stellt und zusammengeführt werden.
Informationen regelmäßig und detailliert
offenzulegen, insbesondere Jahresabschluss
und Lagebericht; seit 2007 auch im Inter-
zu einem im Voraus bestimmten Kurs Heutzutage überwiegend in elektronischer net (Unternehmensregister). Für börsen-
die Gesellschaft bei der Ausgabe von
zu kaufen (Call) oder zu verkaufen (Put). Form geführt. U. a. beim elektronischen notierte Gesellschaften gelten erweiterte
Namensaktien verpflichtet, ein Aktien-
Optionen sind standardisierte Finanz- Handelssystem Xetra ist es nicht nur für Publizitätspflichten (z.B. Ad-hoc-Publizität).
register zu führen.
produkte, die am Terminmarkt gehandelt bestimmte Personengruppen, sondern Zusätzliche börsenseitige Pflichten bestehen
54 NASDAQ werden. für alle Handelsteilnehmer einsehbar für Unternehmen, die im Prime Standard 55
= National Association of Securities Dealers (offenes Orderbuch). notiert sind (z.B. Quartalsbericht). Siehe

p
Automated Quotation. US-amerikanische Optionsanleihe
auch Unternehmensregister.
Computerbörse, an der vor allem Techno- Wertpapier, das dem Inhaber neben Parketthandel
logieunternehmen gehandelt werden. einer meist festen Verzinsung eine Traditionelle Form des Börsenhandels, Put
befristete Option auf den Bezug von bei dem sich die Marktteilnehmer zu siehe Option.
Nennwertaktie
Aktie, die auf den Nennwert lautet, d.h. den
Betrag, mit dem der Aktionär am Grund-
kapital seiner Aktiengesellschaft beteiligt ist.
Aktien oder weiteren Anleihen des
betreffenden Unternehmens bietet.
Bezugspreis und Bezugsverhältnis für
festen Zeiten physisch im Börsensaal
treffen, um Eigengeschäfte oder Kunden-
aufträge persönlich abzuwickeln (Präsenz-
q Quartalsbericht
Vierteljährliche Publikation von Unterneh-
mensdaten aus Bilanz, Gewinn- und Ver-
die Aktie werden vor der Emission der handel). Ist weitgehend durch den elek-
Der geringste Nennwert einer Aktie ist nach lust- sowie Kapitalflussrechnung und
Optionsanleihe festgelegt. Nach Aus- tronischen Handel abgelöst worden
dem Aktiengesetz 1 Euro. Zu unterscheiden weiterer Angaben zur Geschäftstätigkeit.
übung oder Verkauf des Optionsrechts (siehe Xetra).
vom Kurswert. Gegensatz: Stückaktie. Von im Prime Standard der Börse Frankfurt
bleibt sie bis zu ihrer Rückzahlung als
Primärmarkt notierten Unternehmen verpflichtend zu
Neuemission gewöhnliche Schuldverschreibung
Markt für die Neuemission, d.h. den erst- erstellen.
Öffentliche Emission von Aktien im
Rahmen eines Börsengangs, mit dem ein
Unternehmen erstmals an der Börse notiert
wird. Bekannt auch unter den englischen
(Anleihe) bestehen.

Optionsschein
Verbrieftes Recht auf den Bezug von
maligen Absatz neuer Wertpapiere. Der
investierte Betrag fließt unmittelbar dem
Unternehmen zu. Gegensatz: Sekundär-
r Rechenschaftsbericht
siehe Geschäftsbericht.
Aktien oder – seltener – von Anleihen. markt. Regulierter Markt
Bezeichnungen Initial Public Offering (IPO) Durch den Kauf eines Optionsscheins Börsensegment an deutschen Börsen mit
bzw. Going Public. Prime Standard
beteiligt sich der Anleger überproportional den höchsten gesetzlichen Anforderungen
Segment innerhalb des Regulierten Marktes
Neuer Markt sowohl an Kurschancen als auch Verlust- an kapitalsuchende Unternehmen: Beim
der Börse Frankfurt, das an die dort notier-
Im Jahr 2003 geschlossenes Börsensegment risiken einer Aktie. Da Optionsscheine am Börsengang ist ein ausführlicher Prospekt
ten Unternehmen über die Anforderungen
für junge Hochtechnologieunternehmen an Ende ihrer Laufzeit verfallen, kann sogar mit genauen Angaben über die Gesellschaft
des General Standard hinaus hohe Transpa-
der Frankfurter Wertpapierbörse. ein Totalverlust eintreten. erforderlich. Zudem müssen ein Zwischen-
renzanforderungen stellt (u.a. Veröffentli-
bericht sowie der Jahresabschluss veröffent-
NYSE Order chung von Quartalsberichten, Rechnungs-
licht werden. Nachfolger der früheren Markt-
= New York Stock Exchange. Im Börsenhandel Bezeichnung für einen legung nach IFRS oder US-GAAP). Die
segmente Amtlicher und Geregelter Markt.
Nach Marktkapitalisierung und Handels- Kauf- oder Verkaufsauftrag für Wertpapiere Zulassung zum Prime Standard ist eine
umsatz weltweit größte Aktienbörse, oder andere Handelsobjekte. Der Anleger Voraussetzung für die Aufnahme in die REIT
häufig nur mit ihrem Straßennamen kann seine Order mit einem Limit ver- Auswahlindizes DAX, MDAX, TecDAX = Real Estate Investment Trust.
„Wall Street“ bezeichnet. sehen. Siehe auch Billigst, Bestens. und SDAX. Börsennotierte Immobilien-Aktiengesell- 
schaft, die steuerbefreit ist, dafür aber Skontroführer Stop-Buy-Order einem späteren Zeitpunkt erfolgt. In
einen Großteil ihres Gewinnes als Zum Börsenhandel zugelassenes Kaufauftrag, der beim Erreichen eines Deutschland werden Wertpapiere an
Dividende ausschütten muss. Unternehmen, das im Parketthandel bestimmten Limits oberhalb des aktuellen der Terminbörse Eurex, Waren an der
für ein bestimmtes Wertpapier das Börsenkurses billigst ausgeführt wird. Warenterminbörse in Hannover sowie
Rendite
Orderbuch führt und den Kurs feststellt. Damit versucht der Anleger, an einem Strom an der European Energy Exchange
Gesamterfolg einer Kapitalanlage, gemes-
sich abzeichnenden Kursaufschwung (EEX) in Leipzig auf Termin gehandelt.
sen als tatsächlicher prozentualer Wert- Smallcaps
zu partizipieren. Siehe auch Kassamarkt.
zuwachs auf den eingesetzten Kapitalbe- Aktien kleinerer Unternehmen.
trag. Siehe auch Bluechips und Midcaps. Stop-Loss-Order Thesaurierender Fonds

56
s SDAX
Auswahlindex für die 50 kleineren Unter-
Spekulationsgewinn
siehe Kursgewinn.
Verkaufsauftrag, der beim Erreichen eines
bestimmten Limits unterhalb des aktuellen
Börsenkurses automatisch bestens ausge-
Investmentfonds, dessen Erträge nicht an
die Anteilseigner ausgeschüttet, sondern
im Fonds wieder angelegt werden. 57
nehmen aus den klassischen Branchen,
die den im MDAX enthaltenen Werten
hinsichtlich Börsenumsatz und Markt-
kapitalisierung folgen.
Stammaktie
Bezeichnung für eine stimmbe-
rechtigte Aktie ohne Vorzugsrecht.
führt wird. Damit versucht der Anleger, ein
einmal erreichtes Kursniveau nach unten
abzusichern.
u Unternehmensregister
Zentrale Internet-Plattform für die Speiche-
rung von Unternehmensdaten in Deutsch-
Gegensatz: Vorzugsaktie. Stückaktie land, die im Rahmen der gesetzlichen
SE Aktie ohne Nennwert, deren Anteil am
Steuern Publizitätspflicht offenzulegen sind.
= Societas Europaea, lateinisch für Euro- Grundkapital sich nur nach der Zahl der
Die Gewinne einer Aktiengesellschaft
päische Gesellschaft. Börsenfähige ausgegebenen Aktien bestimmt, wobei
US-GAAP
unterliegen im Unternehmen der Ge-
Rechtsform für Aktiengesellschaften in = United States Generally Accepted
werbe- und Körperschaftsteuer plus alle Stückaktien denselben Anteil an
der Europäischen Union, die es den Accounting Principles.
Solidaritätszuschlag. Zusätzlich werden der Gesellschaft verkörpern. Gegensatz:
Unternehmen ermöglicht, europaweit US-Rechnungslegungsvorschriften mit inter-
beim Aktionär die empfangene Divi- Nennwertaktie.

t
als rechtliche Einheit aufzutreten. nationaler Bedeutung. Siehe auch IFRS.
Auch Europäische Aktiengesellschaft
oder Europa-AG genannt.

Sekundärmarkt
dende sowie eventuell erzielte Kursge-
winne mit der Abgeltungsteuer plus
Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchen-
steuer besteuert.
Talon
siehe Effektive Stücke.
TecDAX
v Verkaufsauftrag
siehe Order.

Der TecDAX bildet die Entwicklung der Vorstand


Markt, an dem bereits ausgegebene
Stimmrecht 30 größten Technologieunternehmen ab, Organ einer Aktiengesellschaft, das die
Finanztitel zwischen verschiedenen
Gesetzlich verankertes Recht des Aktio- die den im Aktienindex DAX notierten laufenden Geschäfte des Unternehmens
Anlegern ausgetauscht werden, ohne
närs, im Rahmen der Hauptversammlung Unternehmen hinsichtlich Börsenumsatz leitet und die Gesellschaft nach außen
dass dem Emittenten neues Kapital
an der Willensbildung der Aktiengesell- und Marktkapitalisierung folgen. vertritt. Wird in seiner Tätigkeit vom
zufließt. Siehe auch Primärmarkt.
schaft durch Beschlüsse teilzunehmen. Aufsichtsrat überwacht.
Technische Analyse
Shareholder Value Das Stimmgewicht des Aktionärs richtet
Form der Aktienanalyse, bei der die Be- Vorzugsaktie
Wertschöpfung für den Aktionär. Eine sich nach der Zahl der stimmberechtigten
urteilung einer Aktie allein auf Kurs- und Aktie, die in der Regel kein Stimmrecht,
am Shareholder Value orientierte Unter- Aktien in seinem Besitz. Das Stimmrecht
Umsatzdaten der Aktie selbst gestützt dafür jedoch andere Vorteile gewährt,
nehmenspolitik nutzt auch anderen kann auch von einem Bevollmächtigten
wird. Gegensatz: Fundamentalanalyse. meist eine höhere Dividende. Gegensatz:
mit dem Unternehmen verbundenen ausgeübt werden, z.B. einem Kreditinsti-
Siehe auch Chartanalyse. Stammaktie.
Gruppen (z.B. Arbeitnehmer oder tut, einem von der Gesellschaft benannten
Lieferanten) durch langfristige Sicherung Stimmrechtsvertreter oder einer Aktionärs- Terminmarkt Wandelanleihe
der Rentabilität und Stabilität der Aktien-
gesellschaft.
vereinigung. Siehe auch Stammaktie, Vor-
zugsaktie.
Teilmarkt einer Börse, an dem die Erfül-
lung eines vereinbarten Geschäfts erst zu w Auch: Convertible Bond. Der Inhaber
einer Wandelanleihe kann diese während 
der Laufzeit ganz oder teilweise zu einem Die Kursfeststellung erfolgt in einer Kombi-
vorher festgelegten Verhältnis in Aktien nation von Auktionsprinzip und Market-
umwandeln. Ob das Wandlungsrecht Maker-Prinzip. Hat aufgrund der hohen
ausgeübt wird, hängt von der Entwick- Geschwindigkeit und der niedrigen Kosten
lung des Aktienkurses ab. Soweit das der Orderausführung den Parketthandel
Wandlungsrecht nicht wahrgenommen an den deutschen Börsen weitgehend ver-
wird, wird die Anleihe am Ende der drängt. Siehe auch Designated Sponsors.
Laufzeit zurückgezahlt (getilgt).
Xontro
Ähnlich: Optionsanleihe.
An den deutschen Wertpapierbörsen für
Siehe auch: Aktienanleihe.
den Parketthandel eingesetztes EDV-
58 Wertpapier System.
Vermögensrecht, das in Form einer
Urkunde verbrieft wird. Siehe Aktie,
Anleihe, Investmentzertifikat, Options-
z Zertifikat
Von Banken ausgegebene Schuldverschrei-
bung, die die Teilhabe an der Wertentwick-
schein und Zertifikat.
lung eines Basiswertes verbrieft. Je nach
Wertpapierdepot Anlageausrichtung wird zwischen Anlage-
Einrichtung der Kreditinstitute zur Verwah- zertifikaten und Hebelzertifikaten unter-
rung und Verwaltung von Wertpapieren schieden. Anders als Anteile von Invest-
für ihre Kunden. Die heute übliche und mentfonds sind Zertifikate bei Insolvenz
kostengünstigste Form ist die Girosammel- des ausgebenden Kreditinstituts nicht
verwahrung. Kundendepots werden von geschützt.
den Eigenbeständen der Bank getrennt
Zinseszinseffekt
gehalten und unterliegen nicht dem
Überproportionale Wertsteigerung einer
Zugriff der Gläubiger der Bank.

x Xetra
= Exchange Electronic Trading.
Elektronisches Börsenhandelssystem für
Anlageform durch Wiederanlage der
erwirtschafteten Erträge, die durch den
Verzicht auf die Ausschüttung ihrerseits
Erträge erwirtschaften können („Zinsen
Aktien und andere Wertpapiere, das sich auf Zinsen“).
durch eine automatisierte Orderabwick-
Zusatzaktie
lung, ein offenes Orderbuch sowie die
siehe Berichtigungsaktie.
standortunabhängige Zugriffsmöglichkeit
für alle Marktteilnehmer auszeichnet.
Deutsches Aktieninstitut e.V.
Niedenau 13–19 • D-60325 Frankfurt am Main
Telefon 069 / 9 29 15 - 0 • Fax 069 / 9 29 15 - 11
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Aktuelle Informationen
können Sie auch auf den
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Deutschen Aktieninstituts
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ISBN 978-3-934579-60-6  www.dai.de

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