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20 D Thor Polysonic Synthesizer

Einleitung Thor-Bestandteile
In der Abbildung unten sehen Sie einen vollständig sichtbaren Thor-Synthesizer.

Thor ist ein moderner, vielseitiger Synthesizer mit vielen einzigartigen Eigenschaften.
Der semi-modulare Aufbau dieses Instruments, bei dem die Oszillator- und Filterberei-
che als bestückbare Einschübe angelegt sind, gibt dem Anwender die Möglichkeit,
zwischen diversen unterschiedlichen Oszillator- und Filtertypen mit sehr unterschied-
licher Charakteristik auswählen zu können. Beim Entwurf mancher Elemente ließen
sich die Propellerhead-Instrumentendesigner von ausgewählten Vintage-Instrumen-
ten inspirieren.
Aus diesen Gründen können Sie mit Thor eine erstaunliche Soundvielfalt erzeugen.
Obwohl er dem Anwender ein weites Feld für ernsthaftes Sounddesign eröffnet, ver-
fügt Thor dennoch über eine im Grunde einfache, anwenderfreundliche Benutzero-
berfläche.
Im ausgedehnten Modulationsbus-Routingbereich stehen Audio- und Steuersignale
(CV) gleichberechtigt nebeneinander. Damit lässt sich hier so ziemlich jede beliebige
Routing-Kombination erstellen und zuordnen. Verwenden Sie Audio zum Modulieren
eines CV-Signals oder umgekehrt - die Modulationsfähigkeiten von Thor sind prak-
tisch unbegrenzt.
Thor enthält außerdem einen modernen Step-Sequenzer, der sich zum Erzeugen von
Die Thor-Benutzeroberfläche besteht (von oben nach unten) aus folgenden Elemen-
Melodiefolgen genauso eignet wie für die reine Anwendung als Modulationsquelle.
ten:
Auf der Instrumentenrückseite von Thor finden sich auch Audioeingänge. Wenn Sie
die Ausgänge eines anderen Reason-Instruments mit diesen Eingängen verbinden, D Dem Steuerbereich. Dieser Teil ist stets sichtbar, wenn Thor ausgeklappt
können Sie die Filter, Hüllkurven usw. von Thor zum Bearbeiten des Klangs des ande- dargestellt wird.
ren Instruments verwenden. Auf diese Weise lassen sich aber auch Thor-Parameter Siehe »Der Steuerbereich«.
durch eine externe Audioquelle modulieren. D Dem oberen Teil des Programmers (Programmieroberfläche). Dieser Be-
reich enthält alle Synthesizer-Parameter.
Grundlegende Synthesizer-Begriffe Sie können den Programmer durch Mausklick auf den »Show Programmer«-Schal-
In diesem Kapitel gehen wir davon aus, dass Ihnen die allgemein verwendete Synthe- ter ein- bzw. ausblenden. Siehe »Verwenden des Programmers«.
sizer-Terminologie - also Begriffe wie Oszillator (Englisch: Oscillator), Wellenformen D Dem Modulationsbus-Bereich, der sich direkt darunter befindet.
(Waveform), Filter (Filter), Hüllkurven (Envelopes) sowie deren Bedeutung - bekannt Siehe »Modulationsbus-Bereich«.
ist. Wenn dies jedoch Ihre erste Begegnung mit Reason (oder diesen Begriffen) ist,
wäre es sicherlich sinnvoll, wenn Sie zunächst das Subtractor-Kapitel lesen, wo die D Dem Step-Sequenzer-Bereich am unteren Ende des Programmers, den
genannten Synthesizer-Elemente und ihr Zusammenspiel in grundlegenderer Weise Sie zum Erzeugen kurzer Melodien oder Grooves (bis zu 16 Schritten)
beschrieben werden. oder auch als Modulationsquelle verwenden können.
Siehe »Step-Sequenzer«.

214 THOR POLYSONIC SYNTHESIZER


Der Steuerbereich | Funktion
Mono Legato
| Beschreibung
Unabhängig von der unter Polyphony eingestellten Stimmanzahl ist
Mono Legato ein einstimmiger Spielmodus. Er hat folgende Wir-
kung:
• Drücken Sie eine Keyboardtaste und dann eine zweite, ohne die
erste loszulassen.
Die Tonhöhe verändert sich, doch die Hüllkurve wird nicht neu
ausgelöst, der Klang schwingt also nicht erneut ein, sondern
wird nur »gehalten«.
Der Steuerbereich enthält die bekannten Bedienelemente Master Volume sowie Pitch
Mono Retrig Mono Retrig ist ebenfalls ein einstimmer Speilmodus. Hier wird die
Bend und Modulationsrad, die Keyboard-Modus und Trigger-Bereiche. Außerdem
Hüllkurve jedoch beim Anspielen neuer Noten stets erneut ausge-
enthält er vier virtuelle Bedienelemente, die frei zugeordnet werden können. In der
löst.
Patch-Anzeige des Steuerbereichs wird der Name des aktuell geladenen Sounds an-
gezeigt. Daneben befinden sich die üblichen Bedienelemente zum Auswählen, Su- Polyphonic Dies ist der Standard-Spielmodus. Beim Spielen steht Ihnen die
chen und Speichern von Patches. Diese und die Patch-Anzeige sind selbst dann Anzahl von Stimmen zur Verfügung, die Sie vorher mit dem Poly-
noch sichtbar, wenn Sie das Steuerfeld eingeklappt haben, Thor also nur noch als phony-Parameter festgelegt haben.
Einschub mit einer Höheneinheit im Rack sichtbar ist. Portamento On/ Dieser Regler steuert das Portamento. Wenn Portamento einge-
Off/Auto schaltet ist, gehen die Tonhöhen nacheinander gespielter Noten
Der Keyboard Mode-Bereich gleitend ineinander über, statt abrupt zu wechseln. Durch Drehen
dieses Reglers legen Sie die Dauer dieses Übergangs fest. Mit dem
darunter liegenden Wahlschalter stehen Ihnen drei Portamento-
Modi zur Verfügung:
• Auto: Portamento wird nur eingesetzt, wenn Sie mehr als eine
Note spielen. Wenn Sie einen der Mono-Modi (siehe oben) aus-
gewählt haben, beeinflusst Portamento nur legato (gebunden)
gespielte Noten.
• On: Portamento wird auf alle gespielten Noten angewendet.
• Off: Die Portamento-Funktion ist ausgeschaltet.

Trigger-Bereich - Das Auslösen von Noten


Mit den Schaltern in diesem Bereich legen Sie fest, auf welche Noteneingaben Thor
In diesem Bereich nehmen Sie grundlegende, das Keyboard betreffende Einstellun-
regiert:
gen für ein Patch vor. Es enthält folgende Einstellmöglichkeiten:
• MIDI: Thor reagiert nur auf eingehende MIDI-Noten.
| Funktion | Beschreibung • Step Seq: Thor reagiert nur auf die von seinem Step-Sequenzer ausgegebenen
Polyphonie Hier legen Sie die Mehrstimmigkeit des Instruments fest, also wie Noten (siehe »Step-Sequenzer«).
viele Stimmen bei aktivem Polyphonic-Modus gleichzeitig gespielt • Beides: Thor reagiert auf beide o.a. Möglichkeiten.
werden können. Es sind maximal 32 Stimmen einstellbar.
Die Note On-LED zeigt an, ob Thor Noten empfängt.
Release Hier bestimmen Sie, was beim Einspielen neuer Noten mit vorher
Polyphony gespielten, noch ausklingenden Noten geschieht, d.h., wie viele
ausklingende Stimmen bei aktivem Polyphonic-Modus und Einspie-
len neuer Noten natürlich ausklingen (also die Release-Phase ihrer
Hüllkurve bis zum Ende durchlaufen) dürfen. Wenn Sie hier »0« ein-
stellen, schneidet jede neue Note das Ausklingen vorher ausgelös-
ter Noten ab.

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THOR POLYSONIC SYNTHESIZER
Virtuelle Bedienelemente
D Im Thor-Steuerbereich befinden sich außerdem noch je zwei Drehregler
Verwenden des Programmers
und Schalter. Diese »virtuellen« Bedienelemente lassen sich einer Viel-
zahl von Thor-Parametern und -Funktionen zuordnen. Der Programmer enthält die hauptsächlichen Synthesizer-Parameter.
• Die Zuordnung von Parametern zu diesen Reglern/Schaltern geschieht über die D Klicken Sie zum Anzeigen des Programmer-Bereichs auf den »Show Pro-
lokalen Menüs im Modulationsbus-Bereich. Dort findet sich ggf. ein Untermenü na- grammer«-Schalter im Thor-Steuerbereich.
mens »Belegbare Bedienelemente« - siehe hierzu auch »Modulationsbus-Be- Der Programmer erscheint dann unterhalb des Steuerbereichs.
reich«).
• Veränderungen in der Einstellung der virtuellen Bedienelemente lassen sich auch
mit den Automationsfunktionen aufnehmen.
• Jedem der beiden Drehregler und Schalter kann eine beliebige Anzahl von Para-
metern zugeordnet werden.
• Nach Doppelklick auf den Regler-/Schalternamen können Sie das betreffende Ele-
ment neu benennen.
Key-Note-Funktion - Aktivieren virtueller Schalter durch gespielte Noten
Neben den zwei virtuellen Schaltern befindet sich entsprechende Pfeiltaster und An-
zeigen. Diese werden zum Zuordnen von Tonhöhen verwendet, die den Schalter so
lange aktivieren, wie der entsprechende Ton - z.B. durch direktes Drücken der Key-
boardtaste - gespielt wird.
D Mit den Pfeiltastern (oder durch Bewegen der Maus nach oben/unten
bei in der Anzeige gedrückter Maustaste) ordnen Sie dem Schalter eine
Tonhöhe zu.
Dieser Ton löst nun die dem Schalter zugeordnete Funktion aus, so lange die ent-
sprechende Keyboardtaste gedrückt wird.
D Beachten Sie, dass die Key-Note-Funktion den Schalter nur ein- aber
nicht ausschalten kann. Falls Sie diese Funktion anwenden möchten,
sollten Sie daher sicherstellen, dass der Schalter deaktiviert ist.
Die dem Schalter zugeordnete Keyboardtaste löst keinen Ton, sondern nur die
dem virtuellen Schalter zugeordnete Funktion aus. Achtung: Der Schalter leuchtet
nicht auf, wenn Sie die ihm zugeordnete Keyboardtaste drücken!

Pitch Bend- und Modulationsrad


• Das Pitch Bend- und das Modulationsrad im Steuerbereich zeigen die Stellung
der entsprechenden Bedienelemente auf Ihrem Master-Keyboard an.
• Mit dem Range-Parameter können Sie (wie bei allen Reason-Instrumenten) den
Pitch Bend-Bereich festlegen.
• Pitch Bend ist in der Grundeinstellung mit dem Pitch-Parameter - also der Ton-
höhe - der drei Oszillatoren verbunden. Wenn Sie möchten, können Sie diese Zu- D Der Programmer-Bereich ist in zwei Unterbereiche geteilt; den Voice-
Bereich auf der linken und den Global-Bereich auf der rechten Seite. Der
ordnung aber auch ändern und mit dem Rad jeglichen anderen Parameter steuern.
Global-Bereich hat zur besseren Unterscheidung vom Voice-Bereich
Wenn Sie nicht möchten, dass Pitch Bend die Oszillatortonhöhe beeinflusst, stel-
eine braunfarbige Oberfläche.
len Sie den Range-Parameter einfach auf »0«.
Der Voice-Bereich enthält alle grundlegenden Synthesizer-Parameter. Diese be-
ziehen sich jeweils immer auf eine Stimme (Voice). Das heißt, alle Hüllkurven und
Master Volume LFO-Einstellungen werden für jede Stimme individuell ausgelöst. Die Parameter im
Dies ist der Hauptpegelregler für die Ausgänge 1 & 2. Global-Bereich enthalten Parameter, die stimmübergreifend (global) auf alle Stim-
men wirken.

216 THOR POLYSONIC SYNTHESIZER


D Im Voice-Bereich stehen drei offene Oszillator-Einschübe, ein Mixer, 2. Klicken Sie auf den kleinen abwärts gerichteten Pfeil links oben im Oszillator
zwei offene Filtereinschübe, ein sog. Shaper, drei Hüllkurven-Generato- 2-Einschub und wählen Sie im erscheinenden Einblendmenü einen zweiten
ren (Envelope), ein Niederfrequenz-Oszillator (LFO) und ein Verstärker Oszillator aus.
(Amplifier, kurz: Amp) zur Verfügung. Folgende Oszillatortypen stehen zur Verfügung: Analog, Wavetable, Phase-Modu-
Die offenen Oszillator- und Filter-Einschübe ermöglichen Ihnen die Auswahl ver- lation, FM-Pair, Multi und Noise. Für eine eingehendere Beschreibung der ver-
schiedener Oszillatoren- und Filtertypen. schiedenen Oszillatortypen siehe Seite 219.
D Der Global-Bereich enthält einen zweiten LFO, eine übergreifende Hüll-
kurve (Global Envelope), einen dritten Filtereinschub sowie Chorus- und
Delay-Effekte.

Grundlegende Verbindungen - Einführung


Für die Verbindungen zwischen den Oszillator-Einschüben 1 bis 3 und den Elemen-
ten Mixer. Filter 1/Shaper, Filter 2 und Amp stehen bestimmte voreingestellte Verbin-
dungen zur Verfügung. Auf der Bedienoberfläche zeigen mit Pfeilen versehene Linien
die Standard-Signalpfade an.

✪ Sie können die verschiedenen Bereiche auch im Modulationsbus-Be-


reich miteinander verbinden. (siehe »Modulationsbus-Bereich«). Ihre
Möglichkeiten sind also in keiner Weise auf die voreingestellten Verbin-
dungen beschränkt. Diese bieten Ihnen lediglich eine schnelle und be-
queme Möglichkeit zum Verbinden der einzelnen Synthesizer-
Grundelemente an.
In der folgenden Einführung werden wir zur Erläuterung der Grundlagen und des
(Standard-) Signalpfads von Thor einen normalen Aufbau mit zwei Oszillatoren und
zwei Filtern einrichten:
1. Wählen Sie im Bearbeiten-Menü den Eintrag »Patch initialisieren« aus.
Das so erzeugte Init-Patch ist ein einfacher Aufbau mit einem Analog-Oszillator im Auswählen des Oszillatortyps.
Oszillator-Einschub 1 und einem Ladder LP-Filter (Tiefpass-Leiter-Filter) im Filter- Bei einem einfachen Verbindungsaufbau werden die Oszillatorausgänge intern mit
einschub 1. Eine Verbindung zwischen Oszillator 1, Filter 1 und dem Amp-Bereich dem Mix-Bereich des Synthesizers verbunden. Um das Ausgangssignal in der Signal-
ist bereits eingerichtet, damit ein Klang ertönt, wenn Sie spielen. kette von dort aus weiterreichen zu können, müssen Sie dafür eine Verbindung ein-
Unterhalb des Oszillator 1-Einschubs in der oberen linken Ecke gibt es zwei weitere, richten. Dies tun Sie durch Verwendung der beiden vertikalen Router-Schalterreihen
momentan leere Einschübe. Dies sind die Oszillator 2 und 3-Einschübe. Die drei Os- mit der Bezeichnung 1, 2, und 3 rechts neben dem Oszillator-Bereich.
zillator-Einschübe sind insoweit identisch, dass sie sich jeweils mit einem von sechs
zur Verfügung stehenden Oszillatortypen beladen lassen.

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THOR POLYSONIC SYNTHESIZER
D Mit der oberen Schalterreihe legen Sie fest, welche(r) der Oszillatoren 1 5. Wählen Sie für den Filter 2-Einschub einen Filtertyp aus, z.B. einen Kammfil-
bis 3 mit Filter 1 verbunden wird und mit der unteren Reihe legen Sie die ter.
Verbindung der Oszillatoren mit Filter 2 fest. Da damit nun auch Filter 2-Einschub im Voice-Bereich aktiviert wurde, lassen sich
Alle drei Oszillatoren können gleichzeitig mit beiden Filtern verbunden werden, se- die Oszillatoren über die unteren Router-Schalter damit verbinden.
riell oder parallel (oder in irgendeiner Kombination dieser Variationen). Dies wird
weiter unten in dieser Einführung erläutert. 6. Klicken Sie auf die links neben Filter 2-Einschub liegenden Router-Schalter
1 und 2, so dass sie aufleuchten.
Durch Aktivieren eines oder mehrerer dieser Schalter verbinden Sie den Oszillator (1 Die zwei Oszillatoren sind nun mit Filter 2 verbunden.
bis 3) mit dem entsprechenden Filter. In unserem Fall ist Oszillator 1 mit dem Filter 1-
Einschub verbunden (der mit einem Ladder LP-Filter vorgeladen ist). 7. Vergewissern Sie sich, dass der Router-Schalter direkt oberhalb des Filter 2-
Dies wird dadurch angezeigt, dass der Router-Schalter 1 beleuchtet dargestellt wird. Bereichs aktiviert ist.
Der Filter 2-Einschub ist bisher noch nicht aktiviert, was durch die an dieser Stelle Wenn Sie jetzt ein paar Töne spielen, wird das Signal beider Oszillatoren parallel
leere Bedienoberfläche ersichtlich ist. durch beide Filterbereiche geleitet. Sie können sich natürlich auch dazu entschlie-
ßen, einen der Oszillatoren nur mit einem Filter zu bearbeiten und beide Oszillato-
3. Klicken Sie links vom Filter 1-Bereich auf den Router-Schalter 2 so dass er ren mit dem anderen - jede Kombination ist möglich.
aufleuchtet. Damit aktivieren Sie die Verbindung von Oszillator 2 zu Filter 1.
Wenn Sie nun ein paar Töne spielen, sollten Sie das durch Filter 1 bearbeitete Si-
gnal der beiden Oszillatoren 1 und 2 hören.

Sie können die Filterbereiche 1 und 2 auch seriell miteinander verbinden, also das
Ausgangssignal von Filter 1 in Filter 2 einspeisen, bevor es dann den Amp-Bereich er-
reicht. Gehen Sie dazu wie folgt vor:
8. Schalten Sie die Router-Schalter »1« und »2« links vom Filter 2-Einschub aus.
Wenn Sie sie eingeschaltet lassen, passiert das Signal Filter 2 zweimal; sowohl
über Filter 1 als auch direkt. Dies ist natürlich »erlaubt«, doch zur Verdeutlichung
verwenden wir im Rahmen dieser Kurzbeschreibung einen normalen seriellen Fil-
teraufbau.
D Das Filter 1-Ausgangssignal wird durch den Shaper (der augenblicklich
nicht aktiv ist), weiter durch den Amp-Bereich und schließlich zu den 9. Klicken Sie unterhalb des Shapers auf den Pfeil-Schalter »links«.
Hauptausgängen geschickt. Die Filter sind jetzt seriell miteinander verbunden, der Ausgang von Filter ist also
Eigentlich geht das Signal vom Amp-Bereich noch in den Global-Bereich bevor es (über den nun inaktiven Shaper) mit dem Eingang von Filter 2 verbunden. Das Si-
zu den Hauptausgängen gelangt, doch da in diesem Bereich nichts ausgewählt gnal beider Oszillatoren wird durch beide - in Serie verbundene - Filter bearbeitet.
ist, passiert es ihn unbearbeitet.
4. Klicken Sie nun auf den kleinen Abwärtspfeil oben links im Filter 2-Einschub.
Es erscheint ein Einblendmenü mit vier Filtertypen. Eine Beschreibung der einzel-
nen Filtertypen, finden Sie unter »Filter-Einschübe«.

Damit endet diese Einführung über mögliche Anwendungen voreingestellter Verbin-


dungen im Voice-Bereich von Thor. Sie können jedoch auch den Modulationsbus-Be-
reich zum Herstellen von Verbindungen nutzen - siehe hierzu »Modulationsbus-
Bereich«.

218 THOR POLYSONIC SYNTHESIZER


Andere voreingestellte Verbindungen D Der Pfeilschalter oben links in jedem Einschub dient zum Aufrufen eines
Einblendmenüs, in dem Sie für den betreffenden Einschub einen Oszil-
In Thor gibt es weitere Bereiche, in denen Verbindungen bereits voreingestellt sind
latortyp auswählen können.
und nicht erst hergestellt werden müssen:
D Die Hüllkurven Amp Envelope und Filter Envelope steuern den Lautstär-
kepegel bzw. die Filterfrequenz der Filter (1 & 2).
Der Einfluss der Filterhüllkurve auf das Signal lässt sich mit dem »Env«-Parameter
in jedem der Filter-Bereiche steuern.
D Die Effekte (Delay/Chorus) im Global-Bereich sind Bestandteil der Sig-
nalkette und können einfach eingeschaltet und verwendet werden.

Der Oszillator-Bereich
Es stehen sechs Oszillatortypen zur Verfügung:
• Analog
• Wavetable (Wellenformtabelle)
• Phase Modulation (Phasenmodulation)
• FM Pair (Frequenzmodulationspaar)
• Multi Oszillator (Mehrfachoszillator)
• Noise (Rauschen)
Außerdem lässt sich hier der Oszillator aus dem Einschub entfernen. Wählen Sie
hierzu den Eintrag »Aus«.

Übereinstimmende Parameter aller Oszillatortypen


Die speziellen Parameter der unterschiedlichen Oszillatortypen werden separat be-
schrieben, doch es gibt auch Parameter, die bei allen Oszillatortypen übereinstimmen
und zwar die Folgenden:
D Oktave- (OCT-) Regler - Mit diesem Regler lässt sich die Oszillatorton-
höhe in Oktavschritten verändern.
Der Regelbereich umfasst sieben Oktaven.
D Mit dem Semi-Regler verändern Sie die Oszillatortonhöhe in Halbton-
schritten.
Der Regelbereich umfasst 12 Halbtöne (eine Oktave).
Oszillatoren erzeugen einen einfachen Rohklang (Tonhöhe und Wellenform), der sich
danach mit den anderen Parametern bearbeiten lässt. Der Oszillator-Bereich enthält D Der Tune-Regler dient zur Feinstimmung der Oszillatortonhöhe in Pro-
drei offene Einschübe, von denen jeder mit einem von sechs Oszillatortypen bestückt zentschritten.
werden kann. Die drei Oszillator-Einschübe sind mit 1-3 duchnummeriert. Der oberste Der Regelbereich umfasst +/- 50 Prozent (einen halben Halbton nach unten oder
Einschub wird mit Oszillator 1 bestückt, der mittlere mit Oszillator 2 und der untere oben).
mit Oszillator 3.
D Keyboard Tracking (KBD) - Mit diesem Regler lässt sich festlegen, inwie-
weit die Oszillatortonhöhe durch eingehende Notendaten beeinflusst
wird.
Bei voll aufgedrehtem Regler folgt die Oszillatortonhöhe der durch das Keyboard
festgelegten Tonhöhe in normaler Weise, d.h. ein Halbton pro Taste.
D Alle Oszillatoren verfügen über eine Wellenformauswahl und einen Mo-
dulationsParameter. Die Funktionsweise der Wellenformauswahl sowie
die Art der Modulation unterscheiden sich je nach ausgewähltem Oszil-
latortyp.

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THOR POLYSONIC SYNTHESIZER
D Folgendes ist wichtig: Wenn Sie für einen Oszillatorparameter, z.B. den • Beim Wavetable-Oszillator können Sie zwischen 32 Wavetables wählen, von de-
Modulationsparameter eine Zuordnung vorgenommen haben und dann nen jede mehrere (bis zu 64) unterschiedliche Wellenformen enthalten kann.
den Oszillatortyp ändern, wird die Modulation auf den entsprechenden Durch Verwendung einer Hüllkurve (Envelope) oder eines LFOs können Sie die
Parameter des neuen Oszillators übertragen. Wellentabelle durchlaufen lassen und auf diese Weise Klangfarbenvariationen
Dies gilt für alle übereinstimmenden Parameter (Stimmung und Keyboard Tra- herstellen.
cking). Wenn Sie den Oszillatortyp ändern, behalten alle überinstimmenden Para- Es stehen folgende Parameter zur Verfügung:
metertypen ihre vorige Einstellung.
D Position ist hier der Modulationsparameter. Mit ihm legen Sie die Posi-
D Oszillatoren lassen sich synchronisieren - siehe »Oszillator-Synchronisa- tion innerhalb der ausgewählten Wavetable fest - also, welche Wellen-
tion«. form zu welchem Zeitpunkt erklingt.
D Die Amplitude jedes in den Oszillator 1-Einschub geladenen Oszillator- Eine Modulation des Position-Parameters bewirkt, dass der Klang die Wellenfor-
typs lässt sich auch durch Oszillator 2 modulieren - siehe »Amplituden- men innerhalb der ausgewählten Wavetable durchläuft. Wenn Sie dies möchten,
modulation (AM)«. können Sie natürlich auch eine einzige statische Wellenform innerhalb der
Wavetable verwenden, indem Sie den Position-Parameter nicht modulieren.
Analog-Oszillator D Mit dem X-Fade-Schalter (Kreuzblende) legen Sie fest, ob der Wechsel
zwischen den einzelnen Wellenformen innerhalb der Wavetable abrupt
(X-Fade aus) oder weich übergehend (X-Fade an) erfolgen soll.
Ist dieser Schalter eingeschaltet, dann erfolgt ein weicher Übergang zwischen den
Wellenformübergängen (Kreuzblende: bisherige Wellenform wird aus-, neue wird
gleichzeitig eingeblendet).
D Es stehen 32 Wavetables zur Verfügung. Diese lassen sich mit den zuge-
hörigen Pfeilschaltern oder nach Anklicken der Wellenform-Anzeige
Hierbei handelt es sich um einen klassischen anlogen Oszillator mit 4 Standard-Wel- auswählen.
lenformen. Die Wellenform lässt sich mit dem Schalter unten links im Oszillator-Be- Manche Wavetables enthalten Wellenformen, die der harmonischen Reihe folgen.
reich einstellen, doch Sie können die Wellenform zum Wechseln auch direkt Jede folgende Wellenform fügt also eine Harmonische hinzu. Andere Wavetables er-
anklicken. Auf der Bedienoberfläche stehen von oben nach unten folgende vier Wel- zeugen beim Durchlaufen einen Klang, der einer Oszillator-Synchronisation ähnelt.
lenformen zur Verfügung (englische Bezeichnung in Klammern): Sägezahn Wieder andere bestehen einfach aus vermischten Wellenformen. Die letzten 11
(Sawtooth), Puls (Pulse) - eine nicht quadratische Form der Rechteckwelle, Dreieck Wavetables basieren auf den im originalen PPG 2.3-Synthesizer verwendeten
(Triangle) und Sinus (Sine). Wavetables.
D Mit dem Modulationsparameter (PW) steuern Sie die Impulsbreite der
Rechteck-Wellenform (und nur dieser). Phase Modulation-Oszillator
Durch Modulieren des PW-Parameters wird die Impulsbreite der Pulswelle verän-
dert, was die sog. PWM (Abk. f. Pulse Width Modulation = Pulsbreitenmodulation)
ermöglicht, einer Standard-Eigenschaft vieler älterer analoger Synthesizer.

✪ Zum Einstellen einer perfekten (also quadratischen) Rechteckwelle stel-


len Sie die Impulsbreite (PW) auf den Wert 64 ein.

Wavetable-Oszillator
Die Entwicklung des Phase Modulation-Oszillators wurde durch die Casio CZ-Syn-
thesizerserie inspiriert. Phasenmodulation basiert auf der Veränderung digitaler Wel-
lenformen (Sinuswellen) zum Nachbilden (Emulieren) allgemeiner Filtereigenschaften.
D Zwei Wellenformen - First und Second (1. und 2.) stehen zur Verfügung
und können kombiniert werden. Statt sie zu vermischen werden die bei-
den Wellenformen seriell - also nacheinander - wiedergegeben.
Dies fügt dem Originalklang einen Grundton hinzu, der eine Oktave unter der Ton-
höhe des Originalklangs liegt.
Wavetable-Oszillatoren bilden die Grundlage einer ganzen Reihe berühmter älterer
Synthesizer (Vintage Synths), wie PPG, Korg Wavestation und vieler anderer).

220 THOR POLYSONIC SYNTHESIZER


D Der PM-Parameter (Phasenmodulation) verändert die Form der Welle, • Wenn Sie die Mod-Oszillatorwerte mit den zugehörigen Pfeiltastern umschalten,
ähnlich wie ein Filter. ändert sich auch deren Tonhöhe in gleicher Weise. Um dies hören zu können,
Folgende Wellenformen stehen (in dieser Reihenfolge) als First Waveform zur Verfü- müssen Sie den FM-Regler jedoch auf einen höheren Wert als Null einstellen.
gung: Das Frequenzverhältnis 2:2 erzeugt also dieselbe Wellenform wie das Verhältnis 1:1,
• Sägezahn (Sawtooth) liegt jedoch in der Tonhöhe um eine Oktave höher. 3:3 hat wiederum dieselbe Wel-
• Rechteck (Square) lenform, liegt jedoch um eine Quinte höher als 2:2 usw.
• Puls (Pulse)
Multi-Oszillator
• Puls und Sinus (
• Halbsinus (Sine and flat bzw. half sine)
• Sägezahn x Sinus (Saw x Sine)
• Sinus x Sinus (Sine x Sine)
• Sinus x Pulse (Sine x Pulse)
Die letzten drei Wellenformen könnte man als »resonant« bezeichnen, da sie ur-
sprünglich dazu gedacht waren, Filterresonanz zu simulieren. Dies taten sie nicht sehr
genau, wurden aber dennoch zu einem wichtigen Teil des Klangs.
Dieser vielseitige Oszillator kann pro Stimme gleichzeitig vielfache verstimmte Wel-
Für die Second Waveform stehen mit Ausnahme der letzten drei die gleichen Wellen- lenformen (desselben Typs) erzeugen. Er ist großartig zum Erstellen komplexer Klang-
formen zur Verfügung, außerdem lässt sie sich ausschalten (OFF). Sie können Wel- farben wie z.B. Becken- oder Glockenklängen geeignet, kann aber auch eine große
lenformen frei kombinieren. Es ist jedoch nicht möglich zwei »resonante« Anzahl harmonischer Klänge herstellen.
Wellenformen zu kombinieren.
D Folgende Grund-Wellenformen stehen zur Verfügung: Sägezahn
FM Pair-Oszillator (Sawtooth), Rechteck (Square), Weicher Sägezahn (Soft Sawtooth),
Weiches Rechteck (Soft Square), Puls (Pulse).
Mit dem Schalter in der linken unteren Ecke des Oszillator-Bereichs oder durch di-
rektes Anklicken des jeweiligen Wellenformsymbols schalten Sie zwischen den
Wellenformen um.
D Mit dem Amount (AMT)-Regler legen Sie den Verstimmungsgrad fest.
Im Uhrzeigersinn gedreht bewirkt er eine stärkere Verstimmung. Der Regler dient
bei diesem Oszillator als Modulationsparameter. Niedrige Amount-Einstellungen
können subtile Verstimmungsvariationen bewirken, bei denen sich der Klang fort-
Wie der Name es impliziert, erzeugt dieser Oszillator Frequenzmodulation (kurz: FM), während verändert und bewegt, wie bei einem komplexen Chorus-Effekt. Höhere
bei der ein Oszillator (der sog. Carrier = Träger) durch einen zweiten Oszillator (den Amount-Einstellungen bewirken u.U. wilde, verstimmte Klangfarben.
sog. Modulator) frequenzmoduliert wird. Trotz seiner - im Gegensatz zu vielen Hard-
ware-FM-Synthesizern - sehr einfachen Anwendbarkeit kann dieser Oszillator eine D Mit dem Detune Mode-Parameter (Verstimmungsmodus) legen Sie die
sehr große Anzahl von FM-Klängen erzeugen. zugrundeliegende Art der Verstimmung fest.
Wenn der Amount-Regler auf 0 eingestellt ist, verändern nur die Detune-Modi
D Mit den Carrier und Modulator-Pfeiltastern legen Sie das Frequenzver- »Oktave« und »Quinte« tatsächlich den Klang, da diese Modi mit doppelter Wel-
hältnis zwischen diesen beiden Oszillatoren fest. Für jeden Oszillator lenformen und einem Stimmungsabstand von einer Oktave bzw. einer Quinte be-
stehen hierzu Werte zwischen 1 und 32 zur Verfügung. ginnen. Die Modi »Quinte hoch« und »Okt n. o/u« (Oktave nach oben & unten)
Mit dem Frequenzverhältnis werden bestimmen Sie den ursprünglichen Frequen- verstimmen Wellenformen bei Amount-Reglereinstellungen oberhalb 0 bis hin zu
zinhalt des Sounds - also die Klangfarbe fest. den durch ihre Namen vorgegebenen Grenzen. »Linear« verändert den Verstim-
D Der FM-Regler dient zum Einstellen des Frequenzmodulationsanteils. mungsanteil je nach der auf dem Keyboard gespielten Tonlage; in den tieferen
Damit steuert er auch die Modulation. Wenn der Regler auf Null (ganz nach links) Tastaturlagen ist die Verstimmung deutlicher als in den hohen und umgekehrt. Die
gedreht wird, findet keine Frequenzmodulation statt und eine reine Sinuswelle anderen Modi (Intervall und Zufall) fügen im Grunde Mehrfach-Wellenformen hinzu
wird ausgegeben. und verstimmen diese auf unterschiedliche Weise, was zu verschiedenartigen Re-
• Wenn Sie den FM-Regler auf Null einstellen und mit den Carrier-Pfeiltastern durch sultaten führt.
die möglichen Werte des Carrier Oszillators schalten, hören Sie, wie sich der
Klang entsprechend der harmonischen Reihe verändert.

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THOR POLYSONIC SYNTHESIZER
Noise-Oszillator | Modus | Beschreibung
White Hiermit erzeugen Sie ein reines weißes Rauschen, bei dem alle Frequen-
zen die gleiche Energie haben. Für diesen Modus gibt es keinen zugehö-
rigen Oszillator-Reglerparameter.

Oszillator-Synchronisation
Unter Oszillator-Synchronisation (kurz: Oszillator Sync) versteht man, wenn ein Oszil-
lator die Schwingungsperiode eines anderen Oszillators so anstößt, dass beide die-
Der Noise-Oszillator produziert nicht nur weißes und farbiges Rauschen, er lässt sich selbe Grundfrequenz haben. Diesen Vorgang nennt man Reset. Wenn Sie die
auch als gestimmter Oszillator oder als Modulationsquelle verwenden. Frequenz des synchronisierten Oszillators verändern oder modulieren, erhalten Sie
Er verfügt über folgende Grundparameter: den charakteristischen Klang, der mit Oszillator Sync verbunden wird.

D Neben den üblichen Stimm- und Keyboard Tracking-Parametern gibt es


einen einzigen Noise-Parameter.
Master-Oszillator
Es handelt sich dabei um die Rauschmodulation, die je nach ausgewähltem Oszil-
latormodus unterschiedliche Parameter steuert, siehe unten.
D Der Wellenformauswahl-Schalter unten links wird zum Einstellen des
Oszillator-Modus verwendet.
Es stehen folgende Modi zur Verfügung:’
Slave-Oszillator
| Modus | Beschreibung
Band In diesem Modus steuert der Oszillator-Regler die Bandbreite. Im Uhrzei-
gersinn voll aufgedreht erzeugt der Oszillator reines Rauschen. Durch
Zurückdrehen des Reglers wird die Bandbreite zunehmend so weit ver-
engt, bis der Oszillator eine Tonhöhe erzeugt. Die Tonhöhe folgt ganz Ein synchronisierter Oszillator, der andere Oszillatoren steuert wird als Master (Meis-
normal der Tonverteilung auf Ihrem Keyboard, vorausgesetzt, der Key- ter) bezeichnet, und jeder synchronisierte Oszillator, der von einem anderen Oszillator
board-Regler (KBD) ist im Uhrzeigersinn voll aufgedreht. gesteuert wird, hat die Bezeichnung Slave (Sklave). In Thor fungiert Oszillator 1 als
S/H S/H steht für »Sample and Hold«, eine Art von Zufallsgenerator. Mit dem Master (er steuert also den Grundton anderer Oszillatoren) und die Oszillatoren 2 und
Oszillator-Regler steuern Sie die Sample and Hold-Rate. Bei hohen Os- 3 sind Slaves.
zillator-Reglereinstellungen wird farbiges Rauschen mit einer leicht »pha- D Mit den Sync-Schaltern - links neben den Oszillator-Einschüben 2 und 3
senverschobenen« Klangcharakteristik erzeugt. Bei niedrigeren S/H- - schalten Sie Oszillator Sync ein oder aus
Rate-Einstellungen können Sie den Oszillator als Modulationsquelle ein-
setzen - wie einen LFO mit Zufallswerten. Wenn Sie beispielsweise die
Tonhöhe eines anderen Oszillators im S/H-Modus bei niedriger Rate-Ein-
stellung modulieren, bewirken Sie eine schrittweise Zufallsmodulation
der Tonhöhe.
Static Wie der Name nahelegt, kann der Oszillator in diesem Modus statische
Interferenzen erzeugen, wenn Sie niedrige Oszillator-Reglereinstellungen
verwenden. In diesem Modus steuert der Oszillator-Regler die Density,
den Anteil statischer Interferenzen. Hohe Density-Einstellungen erzeugen
Rauschen. D Die ebenfalls links neben den Oszillator-Einschüben 2 und 3 liegenden
»BW«-Schieberegler (BW steht für Bandwidth = Bandbreite) dienen zum
Color Hiermit wird farbiges Rauschen erzeugt - also eine Rauschform, bei der
Anpassen der Synchronisationsbandbreite.
bestimmte Frequenzbereiche gefiltert (heißt: beschnitten oder verstärkt)
Damit lässt sich der Charakter der Oszillator-Synchronisation verändern. Mit die-
werden. Mit dem Oszillator-Regler wird die Farbe gesteuert. Ist dieser
sem Parameter stellen Sie im Grunde ein, wie abrupt der Reset stattfindet. Hohe
maximal aufgedreht, dann wird weißes Rauschen erzeugt. Niedrigere Ein-
Bandwidth-Einstellungen erzeugen einen deutlicheren Sync-Effekt und umge-
stellungen erzeugen ein Rauschen mit stärker betonten niedrigeren Fre-
kehrt. In der Abbildung oben wird ein Reset mit hier BW-Einstellung dargestellt.
quenzen.
Bei niedrigeren Bandbreite-Einstellungen sieht die Slave-Oszillatorkurve an den
Reset-Punkten runder aus.

222 THOR POLYSONIC SYNTHESIZER


Amplitudenmodulation (AM) Filter-Einschübe
AM (Amplitudenmodulation) wird auch oft als Ringmodulation bezeichnet. Bei dieser
Modulationsform werden zwei Signale miteinander multipliziert.
D Im Rahmen von Thor wird Oszillator 1 durch die Amplitude von Oszillator
2 moduliert.
Das auf diese Weise ringmodulierte Ausgangssignal enthält dann zusätzliche Fre-
quenzen, die durch die Summe beider und die Differenz zwischen beiden Signalen
erzeugt werden. Dies lässt sich zum Erstellen komplexer nichtharmonischer (z.B.
Glocken-) Klänge verwenden.
D Der AM-Anteil wird mit dem Schieberegler links vom Oszillator 1-Ein-
schub geregelt.

Thor hat drei bestückbare Filter-Einschübe, zwei im Voice-Bereich (die pro Voice ar-
beiten) und einen im Global-Bereich der Voice-übergreifend wirkt. (siehe »Global Fil-
ter-Einschub«).
D Nach dem Anklicken des Pfeilschalters links oben im Einschub können
Sie für diesen einen Filtertyp auswählen oder ändern.
Im Einblendmenü können Sie zwischen vier Filtertypen und dem Bypass-Modus
Mixer-Bereich (der Filter-Bereich wird umgangen) auswählen. Es stehen die Filtertypen Leiter-
Tiefpass (Ladder LP), Multifilter (State Variable), Kammfilter (Comb) und Formant
zur Verfügung. Diese werden separat hierunter beschrieben.
Es gelten folgende allgemeine Regeln:
D Filter sind in der Voreinstellung bereits mit der Filterhüllkurve (Filter En-
velope) verbunden (siehe »Filterhüllkurve (Filter Env)«).
• Die Filter 1 und 2 lassen sich seriell anwenden (das Filter 1-Ausgangssignal wird
über den Shaper zum Eingang von Filter 2 weitergeleitet) oder parallel (soll heißen,
ein Signal wird von Filter 1 bearbeitet und ein andere von Filter 2).
Der Mixer-Bereich dient zum Einstellen der Pegel und des relativen Verhältnisses der
drei Oszillatoren. Die voreingestellen Verbindungen der drei Oszillatoren in die Filter 1-2-Bereiche wer-
den unter der Überschrift »Grundlegende Verbindungen - Einführung« in diesem Kapi-
D Mit den beiden Schiebereglern lassen sich die Ausgangspegel der Oszil- tel beschrieben.
latoren 1 und 2 sowie derjenige von Oszillator 3 steuern.
D Mit dem Balance-Regler steuern Sie das Verhältnis von Oszillator 1 und
2.
Der Balance-Parameter dient außerdem als Modulationsziel. So können Sie die
Balance zwischen beiden Oszillatoren beispielsweise mit einem LFO modulieren.
Beachten Sie bitte, dass die Oszillatoren über die nummerierten Router-Schalter
mit mindestens einem Filter verbunden sein müssen, damit die Mixer-Einstellungen
eine Wirkung haben.

223
THOR POLYSONIC SYNTHESIZER
Übereinstimmende Parameter aller Filter D Es stehen vier verschiedene Flankensteilheitswerte zur Verfügung: 24,
18, 12 und 6 dB pro Oktave.
Wie bei den bereits beschriebenen Oszillator-Einschüben, haben auch die verschie-
Bei der 24dB-Filterflanke stehen zwei verschiedene Typen zur Verfügung:
denen Filtertypen bestimmte übereinstimmende Parameter.
• Type I - Der per Drive-Parameter angesteuerte Shaper wird am Filterausgang, je-
Es sind die folgenden Parameter: doch vor der Rückkopplungsschleife platziert.
D Alle Filtertypen haben große Regler für die Parameter Filterfrequenz • Type II - Der per Drive-Parameter angesteuerte Shaper wird am Filtereingang, hin-
(FREQ) und Filterresonanz (RES). ter der Rückkopplungsschleife platziert.
Beim Formant-Filter ist dies etwas anders - siehe »Formant-Filter«. Beachten Sie, dass »Self Osc« (siehe unten) eingeschaltet sein muss, damit der
Shaper funktioniert.
D Mit dem »KBD«-Parameter wird festgelegt, wie die Filterfrequenz den
eingehenden Tonhöhendaten folgt. D Dieser Filter ist zur Selbstoszillation fähig und produziert, wenn diese
Manche Filtertypen (Tiefpass-Ladder/Multi/Kamm) sind fähig zur Selbstoszillation aktiviert ist, eine spielbare Notentonhöhe mit hohen Resonanzeinstel-
und lassen sich daher als zusätzliche Oszillatorquelle verwenden. lungen.
Die Selbstoszillation lässt sich mit dem »SELF OSC«-Schalter ein- oder ausschal-
D Mit dem »ENV«-Parameter wird eingestellt, wie stark die Filterfrequenz
ten. Der »KBD«-Regler steuert, inwieweit die Frequenz dem Keyboard folgt. Voll
auf die Filterhüllkurve reagiert.
aufgedreht bewirkt er ein Keyboard-Tracking von 12 Halbtönen pro Oktave.
D Mit dem »VEL«-Parameter steuern Sie die Wirkung eingehender An-
schlagdynamikdaten (Note Velocity) auf den Filterhüllkurvenanteil. State Variable-Filter
Damit dieser Parameter eine Auswirkung hat, muss der »ENV«-Parameter auf ei-
nen anderen Wert als Null eingestellt sein.
D Mit dem »INV«-Schalter lässt sich die Wirkung der Filterhüllkurvenein-
stellungen auf die Filterfrequenz invertieren (umkehren).
D Mit dem »Drive«-Parameter können Sie die Eingangsverstärkung des Fil-
ters steuern.
Durch Übersteuern werden dem Klang weitere Eigenschaften hinzugefügt.
D Alle Parametereinstellungen und alle den Parametern zugeordneten Dieser Multi-Modusfilter bietet einen Tiefpass (LP) mit 12 dB/Oktave Flankensteilheit,
Modulationen bleiben beim Wechseln des Filtertyps erhalten. einen Bandpass (BP), einen Hochpass (HP), sowie Notch und Peak-Filter-Modi, die -
ähnlich dem Vintage Oberheim SEM-Filter - als HP/LP eingestellt werden können.
Tiefpass-Ladder-Filter Die einzelnen Filter-Modi:
D LP 12 (12 dB Tiefpass)
Tiefpass-Filter lassen tiefe Frequenzen durch und schneiden hohe Frequenzen ab.
Dieser Filtertyp hat eine Flankensteilheit von 12dB/Oktave.
D BP 12 (12 dB Bandpass)
Bandpass-Filter schneiden die hohen und niedrigen Frequenzen weg, und lassen
ein dazwischen legendes Frequenzband durch. Bei diesem Filtertyp hat jede
Flanke 12 dB/Oktave.
Der Tiefpass-Ladder-Filter ist ein (durch den berühmten, von Dr. Robert Moog 1965 D HP 12 (12 dB Hochpass)
patentierten, spannungsgesteuerten Filter inspirierter) Tiefpassfilter. Sein Name ent- Hochpass-Filter lassen hohe Frequenzen durch und schneiden niedrige Frequen-
stammt der leiterartigen Form des originalen Transistor/Kondensator-Schaltbilds. zen ab. Dieser Filtertyp hat eine Flankensteilheit von 12dB/Oktave.
Der Originalfilter verfügte auch über ein bestimmte nicht-lineare Charakteristik, die zu
D Die »Notch«- und »Peak«-Filtermodi verwenden eine Kombination von
seinem berühmten warmen, musikalischen Klang beitrug. Diese Eigenschaften wer-
zwei Ausgängen desselben Filters mit einer LP/HP-Kombination, die auf
den vom Tiefpass-Ladder-Filter getreu nachgebildet.
dieselbe Filterfrequenz eingestellt ist.
Auch ein Shaper ist in die Rückkopplungsschleife zur Selbstoszillation (Feedback Der diesen beiden Filtermodi zugeordnete »LP/HP«-Regler kann den Filterstatus
Loop) eingebaut. Wenn die Selbstoszillation (siehe unten) aktiviert ist, verzerrt der von Tiefpass zu Hochpass modulieren. Je nach eingestelltem Modus erhalten Sie
Shaper den Klang und produziert diese nicht-linearen Klangeigenschaften. Mit dem entweder einen Peak- oder einen Notch-Filter, wenn sich der Regler in der Mittel-
Drive-Regler können Sie die Intensität der Verzerrung steuern. position befindet. Der HP/LP-Parameter lässt sich als Modulationsziel zuordnen.

224 THOR POLYSONIC SYNTHESIZER


D Dieser Filter ist zur Selbstoszillation fähig und produziert, wenn diese D Sie können die Einstellung der »X«- und »Y«-Parameter auch gleichzeitig
aktiviert ist, einen Ton mit hohen Resonanzeinstellungen. durch Verschieben des kleinen Punkts verändern, der sich innerhalb des
Die Selbstoszillation lässt sich mit dem »SELF OSC«-Schalter ein- oder ausschal- grauen Rechtecks im Filterbereich befindet.
ten. Der »KBD«-Regler steuert, inwieweit die Frequenz dem Keyboard folgt. Voll Durch horizontales verschieben ändern Sie den »X«-Parameter, und durch vertika-
aufgedreht bewirkt er ein Keyboard-Tracking von 12 Halbtönen pro Oktave. les Verschieben den »Y«-Parameter.

Kammfilter

D Die ENV-, VEL- und KBD-Regler beeinflussen den »X«-Parameter.


Dieser Parameter lässt sich auch per Steuerspannung (CV) kontrollieren.
Mit dem Kammfilter können Sie Klängen subtile Tonhöhenvariationen und Phaser-ar-
D Mit dem »Gender«-Parameter verändern Sie die Grundklangfarbe für die
tige Effekte hinzufügen.
Vokalerzeugung von der männlichen (niedrige Gender-Einstellung) bis
D Kammfilter sind im Grunde sehr kurze Echos mit einstellbarer Rück- hin zur weiblichen (hohe Gender-Einstellung) Stimmcharakteristik.
kopplung (die mit dem Resonanzregler gesteuert wird). Auch Gender lässt sich per CV steuern.
Ein Kammfilter erzeugt resonante Spitzen bei bestimmten Frequenzen. Kammfilter
werden in verschiedenen Signalbearbeitungsgeräten wie z.B. Flangern verwendet Shaper
und erzeugen durch die Frequenzschwankungen einen charakteristischen Klang.
Waveshaping (Deutsch etwa: Wellenformung) ist eine Synthesemethode zum Verän-
D Der Unterschied zwischen den »Comb +«- und »Comb –«-Modi liegt in der dern von Klängen durch Ändern ihrer Wellenform und gleichzeitigem Hinzufügen ver-
Position der Spitzenwerte des Spektrums. schiedener Verzerrungsformen. Mit dem Shaper können Sie einen Klang radikal
Der hauptsächlich hörbare Unterschied besteht darin, dass der negative Comb- verändern oder ihm nur ein bisschen Wärme hinzufügen. Das hängt vom ausgewähl-
Modus einen Abschneiden der tiefen Frequenzen bewirkt. ten Modus und anderen Einstellungen ab.
D In beiden Fällen wird die Form und Größe der Spitzenwerte mit dem Re- D Das Shaper-Eingangssignal wird am Ausgang von Filter 1 abgegriffen.
sonanzregler gesteuert. Sie können zudem andere Quellen im Modulationsbus-Bereich direkt mit dem
Bei hohen Resonanzeinstellungen erzeugt dieser Filter in Kombination mit ent- Shaper verbinden.
sprechenden Einstellungen der tiefen Frequenzen eine Tonhöhe.
D Der Shaper lässt sich mit dem Schalter oben links in seinem Bereich ak-
Formant-Filter tivieren.

D Mit dem Drive-Regler stellen Sie den Waveshaping-Anteil ein.


Der Formant-Filtertyp kann Vokalklänge erzeugen. Er hat keine Frequenz- oder Reso- Hinweis: Durch Erhöhen der Drive-Parameterwerts von Filter 1 können Sie das
nanz-Parameter. Stattdessen stehen Ihnen ein horizontal angeordneter »X«-Parame- Shaper-Ausgangssignal sogar noch weiter vergröbern und es mit noch stärkerer
ter-Schieberegler und ein vertikal angeordneter »Y«-Parameter-Schieberegler zur Verzerrung versehen.
Verfügung, die zusammen zum Erzeugen verschiedenster Formant-Filtereffekte die-
nen.

225
THOR POLYSONIC SYNTHESIZER
D Der Shaper bietet neun Modi, mit denen die Wellenform auf verschie- D LFO 1 erzeugt eine polyphone Modulation.
denste Weise verzerrt wird. Diese lassen sich entweder mit den Pfeiltas- Soll heißen, wenn einem Parameter LFO 1-Modulation zugeordnet wurde, wird der
tern oder nach Anklicken der entsprechenden Anzeige auswählen. Modulationszyklus von jeder neu gespielten Note erneut von vorn ausgelöst.
Die einzelnen Modi: Soft und Hard Clip (weiches & hartes Begrenzen), Sättigen,
Sinus, Bipuls, Unipuls, Peak, Gleichrichtung und Umhüllen. Wie genau die ver- D Sie können eine LFO-Wellenform mit den Pfeiltastern neben der Wellen-
schiedenen Modi auf den Klang wirken, hängt von vielen Faktoren ab und die re- formanzeige auswählen. Alternativ geht dies auch innerhalb der Wellen-
sultierende Verzerrung hat einen leichten Anflug von Zufälligkeit. Wir empfehlen formanzeige durch vertikales Verschieben der Maus bei gedrückter
Ihnen, die verschiedenen Modi einfach einmal auszuprobieren und zu hören, was Maustaste.
dabei geschieht. Sie dabei garantiert viele interessante verzerrte Variationen des Folgende Parameter stehen für LFO 1 zur Verfügung:
Originalsignals!
| Parameter | Beschreibung
Rate Hiermit stellen Sie die Frequenz (Rate) des LFO ein.
Amp-Bereich
Waveform Hier suchen Sie die LFO-Wellenform aus. Neben den Standard-
Wellenformen (Sinus, Rechteck usw.) stehen verschiedene an-
dere zufälligem nicht-lineare und schrittweise Wellenformen zur
Verfügung. Der Wellenformumriss ist in der Anzeige sichtbar
und diese Formen zeigen im Grunde an, wie ein Signal beein-
flusst wird.
Der Amp-Bereich (Amp: kurz für Amplifier = Verstärker) hat zwei Eingänge (von Filter
1 und 2 aus) sowie einen Ausgang, der mit dem Global-Bereich (und danach mit dem Delay Hiermit fügen Sie zwischen dem Anspielen der Note und dem
Master-Pegelregler und den Hauptausgängen verbunden ist). Einsetzen der LFO-Modulation eine Verzögerung ein. Drehen
Sie den Regler für längere Verzögerungen im Uhrzeigersinn auf.
D Mit dem Gain-Regler wird der Pegel kontrolliert und mit dem Velocity- KBD Follow Mit diesem Regler legen Sie fest ob (oder inwieweit) der Rate-
Regler die Gain-Modulation - also inwieweit die Anschlagdynamik den Parameter durch die Tonhöhe der gespielten Note beeinflusst
Pegel beeinflusst. Positive Werte bewirken hier, dass der Pegel sich er- wird. Wenn Sie diesen Regler im Uhrzeigersinn aufdrehen, er-
höht, wenn Sie eine Taste schneller (und damit stärker) anschlagen. höht sich die Modulationsrate je höhere Töne Sie auf Ihrem Key-
D Mit dem Pan-Regler steuern Sie die relative Stereoposition der einzel- board spielen.
nen Voices. Key Sync Der LFO 1 ist - wie zuvor erläutert - polyphon und erzeugt einen
Durch das Anwenden von Modulation auf diesen Parameter können Sie bewirken, separaten LFO-Durchlauf für jede gespielte Note. Wenn Key
dass die individuellen Stimmen beim Spielen unterschiedliche Stereopositionen Sync ausgeschaltet ist, laufen diese LFO-Zyklen frei ab. Das
einnehmen. heißt, wenn Sie eine Note spielen, kann es sein, dass die Modu-
lation irgendwo innerhalb des LFO-Zyklus beginnt. Ist Key Sync
LFO 1 hingegen eingeschaltet, dann springt der LFO-Zyklus für jede
gespielte Note auf seinen Anfang.
Tempo sync Wenn dieser Parameter aktiv ist, wird die LFO-Rate mit dem Se-
quenzertempo synchronisiert.

Ein LFO (kurz für Low Frequency Oscillator = Niederfrequenzoszillator) wird zum Er-
zeugen zyklisch wiederkehrender Modulation verwendet. Ein hierfür typisches Bei-
spiel liegt vor, wenn ein LFO die Tonhöhe eines Oszillator moduliert um ein Vibrato zu
erzeugen. Doch es gibt zahllose andere Anwendungsmöglichkeiten für LFOs.

226 THOR POLYSONIC SYNTHESIZER


Envelope-Bereiche D Der »Gate Trig«-Schalter kann dazu verwendet werden, das Auslösen der
Hüllkurve durch Noten (die übliche Verfahrensweise) auszuschalten und
damit das Auslösen durch einen anderen Parameter zu ermöglichen.
»Gate Trig« sollte normalerweise aktiviert sein.
D Die Zeitbereiche der einzelnen Hüllkurvenphasen haben folgenden Umfang:
Attack: 0 ms - 10,3 s / Decay und Release: 3 ms - 29,6 s. Sustain wird nicht als
Zeit- sondern als Pegelwert eingestellt (von Aus bis 0dB).

Amplitudenhüllkurve (Amp Env)


Die Amplitudenhüllkurve ist ebenfalls eine Standard-ADSR-Hüllkurve.
D Durch Einstellen einer Amplitudenhüllkurve kontrollieren Sie mit Hilfe
der vier Parameter Attack, Decay, Sustain und Release, wie sich die Am-
plitude oder ein anderer Parameter im Zeitablauf verändern soll.
Im Subtractor-Kapitel werden diese Parameter beschrieben.
D Der »Gate Trig«-Schalter kann dazu verwendet werden, das Auslösen der
Hüllkurve durch Noten (die übliche Verfahrensweise) auszuschalten und
Im Voice-Bereich stehen drei Hüllkurvengeneratoren (Envelope Generator) zur Verfü- damit das Auslösen durch einen anderen Parameter zu ermöglichen.
gung. es sind dies die Amplitudenhüllkurve (Amp Envelope), die Filterhüllkurve (Filter »Gate Trig« sollte normalerweise aktiviert sein.
Envelope) und die Modulationshüllkurve (Mod Envelope). Jede gespielte Stimme hat
eine separate Hüllkurve. Zusätzlich gibt es noch die Globale Hüllkurve (Global Enve- D Die Zeitbereiche der einzelnen Phasen der Hüllkurve haben den gleichen
lope), die separat beschrieben wird - siehe Umfang wie die der Filterhüllkurve.
D Die Filterhüllkurve ist zum Steuern der Filterfrequenz von Filter 1 und 2
voreingestellt. Modulationshüllkurve (Mod Env)
Beachten Sie, dass sich die Hüllkurvensteuerung der Filterfrequenz auch in jedem Hier handelt es sich um eine Allzweck-ADR-Hüllkurve (Attack, Decay, Release)mit einer
Filterbereich ausschalten lässt (der Env-Parameter kann auf 0 gestellt werden), die Vorverzögerungsstufe (Pre-Delay Stage) vor der Attack-Phase. Die Delay- bis Decay-
Filterhüllkurve kann also auch zum Steuern anderer Parameter verwendet werden. Phase lässt sich auch als Schleife (Loop) wiederholen. Abgesehen von den üblichen
Parametern Attack, Decay und Release hat diese Hüllkurve folgende Parameter:
D Die Amplitudenhüllkurve ist zur Steuerung der Amplitude (der Laut-
stärke) voreingestellt. | Parameter | Beschreibung
Sie lässt sich gleichermaßen zum Steuern anderer Parameter verwenden, doch im Delay Hiermit lässt sich eine Verzögerung vor dem Einsetzen der
Voice-Bereich können Sie sie nicht ausschalten oder umgehen. Wenn keine Hüllkurve festlegen.
Stimme aktiv ist, wenn also die Amplitudenhüllkurve kein Gate-Triggersignal emp-
Loop Wenn diese Funktion aktiviert ist, wird die Hüllkurvenphase
fängt, ist keinerlei Oszillatorensignal oder irgendeine in den Voice-Bereich gelei-
von Delay bis Decay kontinuierlich als Schleife wiederholt.
tete externe Audioquelle hörbar.
Tempo Sync Wenn diese Funktion eingeschaltet ist, erhält jede Stufe eine
D Die Modulationshüllkurve lässt sich zum Steuern von Parametern frei Länge, die mit Taktschritten des aktuellen Sequenzertempos
zuordnen. übereinstimmt. So können Sie beispielsweise eine 1/4 Verzö-
Dies geschieht im Modulationsbus-Bereich. gerung vor einer 1/16 Attack-Phase, gefolgt von einer 1/8
Decay-Phase einrichten. Jede Stufe lässt sich innerhalb des
Filterhüllkurve (Filter Env) Bereichs von 1/32 bis hin zu 4/1 (4 Takten) einrichten.
Wenn die Funktion ausgeschaltet ist, laufen die Hüllkurven-
Die Filterhüllkurve ist eine Standard-ADSR-Hüllkurve, wie sie auch im Subtractor ver-
stufen frei ab und lassen sich in Form von Sekunden einstel-
wendet wird.
len. Dabei stehen die gleichen Werte wie für die
D Durch Einstellen einer Filterhüllkurve kontrollieren Sie mit Hilfe der vier Filterhüllkurve zur Verfügung.
Parameter Attack, Decay, Sustain und Release, wie sich die Filterfre- Gate Trigger Mit dem »Gate Trig«-Schalterkönnen Sie das Auslösen der
quenz oder ein anderer Parameter im Zeitablauf verändern soll. Hüllkurve durch Noten (die übliche Verfahrensweise) verhin-
Im Subtractor-Kapitel werden diese Parameter beschrieben. dern und damit das Auslösen durch einen anderen Parameter
ermöglichen. »Gate Trig« sollte normalerweise aktiviert sein.

227
THOR POLYSONIC SYNTHESIZER
Global-Bereich Global Filter-Einschub
Dies ist der Einschub für Filter 3, der mit einem der Filtertypen bestückt werden kann.
Filter 3 ist im Wesentlichen genau so eingerichtet wie die anderen Filter-Einschübe.
Im Unterschied zu diesen regelt jedoch der »ENV«-Parameter die Modulation durch
die Globale Hüllkurve und es gibt keine separaten Filterhüllkurven pro Stimme. Wenn
Sie eine Note spielen wird die Filterhüllkurve ausgelöst. Das Hinzufügen zusätzlicher
Noten während Sie die ursprüngliche Taste noch drücken (Legato-Spiel) löst die Fil-
terhüllkurve hingegen nicht erneut aus.
Eine Beschreibung der Filtertypen finden Sie unter »Filter-Einschübe«.

Globale Hüllkurve (Global Env)


Die Globale Hüllkurve 4 ist eine moderne Hüllkurve, die sich für vielfältige Zwecke ver-
wenden lässt. Beachten Sie jedoch, dass sie - wie oben beschrieben - bei Legato-
Spiel nicht für jede neue Note ausgelöst wird. Die Hüllkurve verfügt über die Parame-
ter ADSR sowie eine Vorverzögerungsstufe (Delay) und eine Haltestufe (Hold) vor der
x
Decay-Phase. Sie verfügt über eine Wiederholungsschleifen-Funktion (Loop) und
lässt sich zum Songtempo synchronisieren.
Der Global-Bereich enthält Parameter, die alle Stimmen betreffen. Er beinhaltet zwei
effekte, einen offenen Filter-Einschub, die Globale Hüllkurve (Global Env) und LFO 2. Abgesehen von den üblichen ADSR-Parametern stellt die Global Envelope folgende
Parameter zur Verfügung:
Effektbereich | Parameter | Beschreibung
Hier stehen zwei übergreifende Effekte zur Verfügung; ein Echo und ein Chorus, Delay Hiermit lässt sich eine Verzögerung vor dem Einsetzen der
beide jeweils mit Mono-Eingang uns Stereo-Ausgang. Wenn die Effekte eingeschal- Hüllkurve festlegen.
tet sind, betreffen sie alle Stimmen gleichermaßen, die aus dem Amp-Bereich ankom- Loop Wenn diese Funktion aktiviert ist, wird die Hüllkurvenphase
men. In der Signalkette liegen die Effekte hinter dem Globalen Filter. von Delay bis Decay kontinuierlich als Schleife wiederholt.
D Es stehen jeweils die Standardparameter Delay/Time und Feedback zur Hold Hiermit legen Sie die Länge einer Haltestufe vor dem Ein-
Verfügung. setzen der Decay-Stufe fest.
Chorus und Delay unterscheiden sich nur im Verzögerungsbereich voneinander - Tempo Sync Wenn diese Funktion eingeschaltet ist, erhält jede Stufe
Chorus steuert den Chorus-Effekt, also kurze Verzögerungen, Delay erzeugt Echo- eine Länge, die mit Taktschritten des aktuellen Sequenzer-
effekte. tempos übereinstimmt. So können Sie beispielsweise eine
1/4 Verzögerung vor einer 1/16 Attack-Phase, gefolgt von
D Die Echo-Zeiteinstellung (Delay Time) lässt sich zum Tempos synchroni- einer 1/8 Decay-Phase einrichten. Jede Stufe lässt sich in-
sieren. nerhalb des Bereichs von 1/32 bis hin zu 4/1 (4 Takten) ein-
Hierzu dient der Tempo Sync-Schalter - wenn er eingeschaltet ist, wird Delay Time richten.
dem Takt und Tempo des Sequenzers synchronisiert. Wenn die Funktion ausgeschaltet ist, laufen die Hüllkurven-
D Für Delay und Chorus können (über die »Mod« Parameter eines einge- stufen frei ab und lassen sich in Form von Sekunden einstel-
bauten LFO) auch tonhöhenmoduliert werden. len. Dabei stehen die gleichen Werte wie für die
»Rate« steuert die LFO-geschwindigkeit und »Amount« die Stereobreite. Filterhüllkurve zur Verfügung.
Gate Trigger Mit dem »Gate Trig«-Schalterkönnen Sie das Auslösen der
D Dry/Wet regelt das Verhältnis von unbearbeitetem (trockenem) Signal Hüllkurve durch Noten verhindern und damit das Auslösen
und dem Effektsignal (nass). durch einen anderen Parameter ermöglichen. »Dieser Schal-
ter ist normalerweise aktiviert.

228 THOR POLYSONIC SYNTHESIZER


LFO 2
D Der LFO 2 ist ein Standard-LFO, jedoch nicht polyphon wie LFO 1. In der
Modulationsbus-Bereich
Grundeinstellung - z.B. beim »Init«-Patch - ist er mit keinem anderen Pa-
rameter verbunden. Sie müssen daher den Modulationsbus-Bereich be-
nutzen um ihn anzuwenden.
• Die LFO 2 »Delay«- und »Key Sync«-Parameter werden bei legato gespielten No-
ten nur einmal ausgelöst.
D Mit den Pfeilschaltern neben der LFO-Wellenformanzeige oder durch Ein Modulationsbus wird dazu verwendet, eine Modulationsquelle mit einem Modula-
vertikales Verschieben der Maus in der Anzeige bei gedrückter Maus- tionsziel zu verbinden. Hierzu stehen innerhalb von Thor Audiosignale und Steuer-
taste können Sie eine Wellenform auswählen. spannungs-Parameter (CV) zur Verfügung. Das Ganze ist also ein flexibles
Verbindungssystem, das die im Voice-Bereich voreingestellen Verbindungen ergänzt.
Folgende Parameter stehen für LFO 2 zur Verfügung:

| Parameter | Beschreibung Grundlegende Funktionen - Einfache Einführung


Rate Hiermit stellen Sie die Frequenz (Rate) des LFO ein. Wir werden eine einfache Quelle-Zielverbindung herstellen, um die grundlegenden
Waveform Hier stellen Sie die LFO-Wellenform ein. Neben den Standard- Funktionen des Modulationsbus-Bereichs kennenzulernen:
Wellenformen (Sinus, Rechteck usw.) stehen verschiedene an- 1. Wählen Sie im Bearbeiten-Menü den Eintrag »Patch initialisieren« aus.
dere zufälligem nicht-lineare und schrittweise Wellenformen zur Falls Sie die bisher vorgenommenen Einstellungen behalten möchten, vergessen
Verfügung. Der Wellenformumriss ist in der Anzeige sichtbar Sie nicht, diese zunächst zu speichern/sichern.
und diese Formen zeigen an, wie ein Signal beeinflusst wird.
Das Init-Patch ist eine einfache 1 Oszillator/1 Filter-Konfiguration, die Klang erzeugt,
Delay Hiermit fügen Sie zwischen dem Anspielen der Note und dem
wenn Sie spielen und die für den Zweck dieser Einführung völlig ausreicht.
Einsetzen der LFO-Modulation eine Verzögerung ein. Drehen
Sie den Regler für längere Verzögerungen im Uhrzeigersinn auf. D Die linke Hälfte des Modulationsbus-Bereichs enthält 5 Spalten; Source
Key Sync Wenn Key Sync ausgeschaltet ist, laufen die LFO-Zyklen frei ab. (Quelle), Amount (Anteil), Dest (Ziel), Amount (Anteil) und Scale (Modu-
Das heißt, wenn Sie eine Note spielen, kann es sein, dass die lationsanteil).
Modulation irgendwo innerhalb des LFO-Zyklus beginnt. Ist Key Unter den Spaltenüberschriften finden sich sieben Reihen. Jede Reihe entspricht
Sync hingegen eingeschaltet, dann springt der LFO-Zyklus für einem Modulationsbus, in dem Sie eine Quelle-/Zielmodulation einrichten können.
jede gespielte Note auf seinen Anfang.
2. Klicken Sie in der obersten Reihe auf die Source-Spalte ganz links.
Tempo sync Wenn dieser Parameter aktiv ist, wird die LFO-Rate in Taktunter- Das daraufhin erscheinende Einblendmenü listet alle vorhandenen Quellmodulati-
teilungen im Bereich zwischen 4/1 und 1/32 (4 ganze Noten bis onsparameter auf.
1 Zweiunddreißigstel) mit dem Sequenzertempo synchronisiert.

229
THOR POLYSONIC SYNTHESIZER
Die obere Hälfte des Menüs enthält die Parameter des Voice-Bereichs, die untere be- 5. Wählen Sie im Menü »Osz 1« und im zugehörigen Untermenü »Pitch« aus.
inhaltet verschiedene übergreifende Spiel- und Performance-orientierte Quellparame-
ter, außerdem die Globale Hüllkurve sowie den Step-Sequenzer, CV- und
Audioeingänge.

Sie haben nun festgelegt, dass die Tonhöhe von Osz 1 durch den LFO 1 moduliert
wird. Im nächsten Schritt muss nun der Modulationsanteil festgelegt werden.
6. Klicken Sie in der obersten Reihe in die Amount-Spalte rechts neben der
Source-Spalte und verschieben Sie zum Einstellen des Amount-Werts die
3. Wählen Sie im Einblendmenü den Eintrag »LFO 1«aus. Maus bei gedrückter Taste nach oben oder unten.
Es lassen sich hier positive und negative Amount-Werte einstellen (+/- 100%).
Damit legen Sie fest, dass der LFO 1 als Modulationsquelle dient und er nun zum Mo-
dulieren eines Zielparameters verwendet werden kann. D Wenn Sie jetzt ein paar Noten spielen, können Sie hören wie der LFO die
Oszillatortonhöhe so verändert, dass ein Vibrato erzeugt wird.
4. Öffnen Sie das Einblendmenü in der obersten Reihe der »Dest«-Spalte.
Doch das Vibrato ist konstant, was Sie wahrscheinlich nicht wollen. Dies lösen Sie
Im Einblendmenü werden alle zugänglichen Modulationsziele aufgelistet. Die obere durch die Verwendung eines Scale-Parameters, mit dem Sie den Modulationsan-
Menühälfte enthält Ziele im Voice-Bereich, die unter Ziele im Global-Bereich sowie teil durch Zuordnen eines anderen Parameter steuern lassen.
den Step-Sequenzer, CV- und Audioausgänge.
7. Öffnen Sie das Einblendmenü in der obersten Reihe der »Scale«-Spalte.
Im Einblendmenü werden alle zugänglichen Scale-Parameter aufgelistet. Die obere
Menühälfte enthält Voice-Bereich-Parameter und die untere verschiedene Spiel- und
Performance-orientierte Parameter, außerdem die Globale Hüllkurve sowie den Step-
Sequenzer, CV- und Audioeingänge.
Ein typischer controller für Vibrato ist das Modulationsrad.

230 THOR POLYSONIC SYNTHESIZER


8. Wählen Sie im Einblendmenü zunächst »Performance« und danach im Unter- • Durch Anklicken des »CLR«-Schalters auf der rechten Seite des betreffenden
menü »Modulationsrad« aus. Busses können Sie ein solches Modulations-Routing löschen.

Die drei Modulations-Routing-Typen


Hier listen wir noch einmal die in der Einführung beschriebenen wichtigsten Funktio-
nen innerhalb des Modulationsbus-Routing-Systems auf:
• Modulation Source (Modulationsquelle), Modulation Destination (Modulations-
ziel) und Modulation Amount (Modulationsanteil).
• Optional stehen Ihnen noch folgende Parameter zur Verfügung: Scale, der den
Modulationsanteil steuert und Scale Amount, mit dem Sie festlegen, wie groß
die Kontrolle des Scale-Parameter über den Modulation Amount ist.
Innerhalb von Thor stehen Ihnen drei verschiedene Modulationsbustypen zur Verfügung:
D Es gibt sieben »Source –> Destination –> Scale«-Routing-Busse.
Diese sind in sieben Reihen auf der linken Seite des Modulationsbus-Bereichs an-
geordnet.

Unser aktueller Stand: Die Tonhöhe von Osz 1 wird von dem Ihr zugeordneten LFO 1
D Es gibt vier »Source –> Destination 1 –> Destination 2 –> Scale«-Rou-
moduliert und der Modulationsanteil wird mit dem Modulationsrad gesteuert.
ting-Busse.
Sie können nun noch festlegen, wie stark der Scale-Parameter den Modulationsanteil
Diese sind in den obersten vier Reihen auf der rechten Seite des Modulationsbus-Be-
(Amount) beeinflusst. Dies tun Sie in der anderen »Amount«-Spalte, die sich in der
reichs zu finden. Diese Modulationsbuss folgen demselben Prinzip, nur dass hier der
oberen Reihe links von der Scale-Spalte befindet.
Source-Parameter zwei unterschiedliche Destination-Parameter beeinflussen kann
9. Klicken Sie zum Einstellen dieses Amount-Werts in der oberen Reihe in die (und zwar mit variablen Amount-Einstellungen). Ein Scale-Parameter beeinflusst den
noch nicht verwendete Amount-Spalte und verschieben Sie die Maus bei ge- relativen Modulationsanteil (Amount) für beide Modulationsziele (Destinations).
drückter Maustaste nach oben oder unten.
Es lassen sich hier positive und negative Scale Amount-Werte einstellen (+/-
100%).
Um die LFO-Modulation in vollem Umfang mit dem Modulationsrad steuern zu kön-
nen - so dass kein Vibrato auftritt, wenn das Modulationsrad auf 0 eingestellt ist -
stellen Sie den Scale Amount-Wert auf 100%. D Schließlich stehen noch zwei weitere »Source –> Destination –> Scale 1
–> Scale 2« Routing-Busse zur Verfügung.
Hier kann also ein Modulationsanteil-Parameter zwei Scale-Parameter steuern.
Ein Beispiel: Sie verwenden die Modulationshüllkurve als Quelle und Oszillatorton-
höhe als Ziel (Amount ist nach Ihren Wünschen eingestellt). Als ersten Scale-Pa-
rameter verwenden wir das Modulationsrad (Amount auf 100 eingestellt, damit
10.Ihre Modulationseinstellung ist damit durchgeführt! keine Modulation erfolgt, wenn das Rad auf seine Neutralposition eingestellt ist).
Sie können die Vibrato-Modulation nun vollständig mit dem Modulationsrad kon- Ferner benutzen wir LFO 1 als zweiten Scale-Parameter (Amount ist nach Ihren
trollieren. Wünschen). Wenn Sie nun das Modulationsrad bewegen, wird die Stärke der
• Wie viel Modulation angewendet wird, wenn ein Scale-Parameter auf seinen Maxi- Tonhöhenmodulation gleichzeitig durch die Modulationshüllkurve und durch den
malwert eingestellt ist, bestimmen Sie durch Einstellung des Source-/Destination- LFO 1 moduliert.
Amount-Parameters.
• Durch die Einstellung des Scale Amount-Parameters wird festgelegt, wie stark der
Scale-Parameter die Modulation kontrolliert.

231
THOR POLYSONIC SYNTHESIZER
Modulationsquellen (Sources) - Voice-Bereich Modulationsquellen (Sources) - Global-Bereich
Folgende Parameter des Voice-Bereichs lassen sich als Modulationsquellen verwenden: Folgende Parameter des Global-Bereichs lassen sich als Modulationsquellen verwenden:

| Parameter | Beschreibung | Parameter | Beschreibung


Voice Key Voice Key ermöglicht das Zuordnen von Modulation auf Globale Hüllkurve Ermöglicht das Modulieren von Parametern mit der Globale
Grundlage von Noten. Im Untermenü können 4 Modi ausge- Hüllkurve.
wählt werden: Voice Mixer Ermöglicht Parametermodulation durch Verwendung des lin-
• Note - folgt der Tastaturaufteilung. Bei positivem Amount- ken und rechten Mixer-Eingangs.
Wert und Filterfrequenz als eingestelltem Ziel folgt die Fil- Letzte Taste Bei dieser Funktion wird die Modulation durch die letzte
terfrequenz der Tastaturaufteilung, soll heißen, erhöht sich (über MIDI bzw. vom Step-Sequenzer) gespielte Einzelnote
beim Spielen höherer Noten. angestoßen. Sie können mit Last Key beispielsweise bewir-
• Note2 - funktioniert ähnlich wie Note, jedoch innerhalb ei- ken, dass die Frequenz eines Filters den vom Step-Sequen-
nes wiederholten Oktavbereichs. Wenn Note2 beispiels- zer ausgegebenen Noten folgt.
weise Amp Pan moduliert, bewegt sich die
Stereopanoramaposition innerhalb einer Oktave von ganz MIDI-Note Hiermit wird Modulation auf der Grundlage von Noten über-
links nach ganz rechts und fängt innerhalb der nächsten greifend, nicht per Stimme - also monophon - erzeugt. Wenn
Oktave wieder von vorn an. Wenn Sie dann ganz normal Sie beispielsweise MIDI-Note als Quelle und eine selbstos-
Akkorde in verschiedenen Tastaturlagen spielen, bewirkt zillierende Filterfrequenz als Ziel definieren, folgt der Filter
den Noten, doch Sie können immer nur eine Stimme spielen.
dies, dass die Noten im Stereopanoramabereich eher zu-
fällig positioniert werden. MIDI-Note ist praktisch zum Transponieren von Step-Pattern
in Echtzeit.
• Velocity - Hier wird Modulation durch die Anschlagstärke
Im Untermenü sind drei Modi auswählbar:
(Velocity) bestimmt.
• Note - das Keyboard Tracking. Wenn Sie einen positiven
• Gate - hier: Gate An/Aus. Bei Anwendung auf die Oszil-
Amount-Wert verwenden und als Ziel die Filterfrequenz
latortonhöhe (Pitch) wird durch Drücken einer Keyboard-
vorgeben, dann verändert sich diese gemäß der Tastatur-
taste eine Tonhöhenwert erzeugt (festgelegt durch
aufteilung, soll heißen, sie erhöht sich beim Spielen höhe-
Amount) und danach ein weiterer Wert (die unmodulierte
rer Noten.
Tonhöhe), sobald Sie die Taste loslassen.
• Velocity - Hier wird Modulation durch die Anschlagstärke
Osz 1/2/3 Hiermit können Sie das Audioausgangssignal der Oszillato- (Velocity) bestimmt.
ren an ein Ziel senden. • Gate - hier: Gate An/Aus. Bei Anwendung auf die Oszil-
Filter 1/2 Der Audioausgang der Filter. All Filter-Parameters beeinflus- latortonhöhe (Pitch) wird durch Drücken einer Keyboard-
sen das Ziel. taste eine Tonhöhenwert erzeugt (festgelegt durch
WaveShaper Der Audioausgang des Shaper-Moduls. Beachten Sie, dass Amount) und danach ein weiterer Wert (die unmodulierte
alle mit dem Shaper verbundenen Funktionen, z.B. Filter 1, Tonhöhe), sobald Sie die Taste loslassen.
eine Auswirkung auf das Shaper-Ausgangssignal und damit LFO 2 Diese Quelle dient zum Modulieren von Parametern mit LFO 2.
auf die resultierende Modulation haben. Performance-Parame- In diesem Untermenü können Sie einen der Standard-Perfor-
Amp Der Audioausgang des Amp Gain-Bereichs. ter mance-Controller zum Modulieren/Bestimmen des Modulati-
LFO 1 Diese Quelle dient zum Modulieren von Parametern mit LFO onsanteils von Parametern verwenden; Modulationsrad/Pitch
1. Bend/Breath/AfterTouch/Expression.
Filterhüllkurve Dient zum Modulieren von Parametern mit der Filterhüllkurve. Belegbare Bedienele- Hier ordnen Sie den jeweils zwei virtuellen Drehreglern und
Amplitudenhüllkurve Modulation von Parametern mit der Amplitudenhüllkurve. mente Schaltern im Steuerbereich der Thor-Benutzeroberfläche Pa-
rameter und Funktionen zur Steuerung zu.
Modulationshüllkurve Modulation von Parametern mit der Modulationshüllkurve.
Sustain-Pedal Mit Hilfe dieser Funktion können Sie Ihr Sustain-Pedal als
Modulationsquelle benutzen.
Polyphonie Hier können Sie Modulation auf Grundlage der Anzahl ge-
spielter Noten festlegen. Einzelnoten könnten so z.B. kurze
Hüllkurven-Attack-Zeiten bewirken und Akkorde längere.

232 THOR POLYSONIC SYNTHESIZER


| Parameter | Beschreibung | Parameter | Beschreibung
Step-Sequenzer Erlaubt eine Modulation auf Grundlage der Einstellungen je- Filter 1/ Filter 2 In den Filter 1 und 2-Untermenüs stehen folgende
des einzelnen Steps im Step-Sequenzer. Modulationsziele zur Verfügung:
Im Untermenü wählen Sie die Modulationsquelle für jeden Step • Audioeingang - Dies ermöglicht Ihnen, den Filtereingang
aus: Gate, Note, Curve 1 und 2, Gate-Dauer, Step-Dauer. mit einer Audioquelle (z.B. einem Oszillator oder einem ex-
Zusätzlich stehen noch Start und End Trig als Auslöser zur ternen Audiosignal) zu verbinden.
Verfügung, die zu Anfang und Ende der Step-Sequenz je- • Frequenz - steuert die Filterfrequenz.
weils ein Gate-Triggersignal senden. • Frequenzmodulation (FM) - bewirkt Filterfrequenzmodulation.
CV-Eingänge 1-4 Hierbei handelt es sich um die CV-Eingänge auf der Geräte- Wenn ein hochfrequentes Audiosignal (ein Oszillator oder
rückseite, was die Verwendung externer Modulationsquellen ein externes Audiosignal) als Quelle dient, besteht der Unter-
(wie z.B. des Matrix) im Zusammenhang mit Thor erleichtert. schied zwischen Frequenz und Frequenzmodulation darin,
Wenn hier etwas angeschlossen ist, können Sie die externen dass FM nicht die Grundtonhöhe der Quelle verändert, son-
CV-Daten frei irgendeinem Modulationsziel in Thor zuordnen. dern nur die Klangfarbe. Wird Frequenz verwendet, ändern
Audio-Eingänge 1-4 Die Audioeingänge auf der Geräterückseite erlauben es, ex- sich die Tonhöhe die Klangfarbe.
terne Audiosignale mit Thor-Parametern zu bearbeiten oder • Resonanz - kontrolliert die Filterresonanz.
sie als Modulationsquelle zu verwenden. • Ansteuerung - kontrolliert den Drive-Parameter des Filters.
• Typ m/w - steuert den Gender-Parameter (Geschlecht
Modulationsziele (Destinations) - Voice-Bereich männlich/weiblich) nur bei verwendetem Formant-Filter.
Folgende Parameter des Voice-Bereichs lassen sich als Modulationsziele verwenden: • Tiefpass/Hochpass-Mix - Steuerung des LP/HP-Parame-
ters. Nur beim State Variable-Filter.
| Parameter | Beschreibung WaveShaper- Hiermit wird der Shaper Drive-Parameter angesteuert.
Osz 1 Im Osz 1-Untermenü stehen vier Modulationsziele zur Verfü- Ansteuerung
gung:
Amp Im Amp-Untermenü gibt es drei Modulationsziele:
• Tonhöhe - beeinflusst die Oszillatortonhöhe (Frequenz).
• Audioeingang - Dies ermöglicht Ihnen, den Amp-Eingang
• FM - frequenzmoduliert den Oszillator. mit einer Audioquelle (z.B. einem Oszillator oder einem ex-
Wenn ein hochfrequentes Audiosignal (ein Oszillator oder ternen Audiosignal) zu verbinden.
ein externes Audiosignal) als Quelle dient, besteht der Unter-
• Gain - steuert den Amp-Verstärkungsgrad (Gain).
schied zwischen Tonhöhe und FM darin, dass FM nicht die
Grundtonhöhe der Quelle verändert, sondern nur die Klang- • Pan - steuert die Stereopanorama-Einstellung für jede
farbe. Wird Tonhöhe verwendet, ändern sich die Tonhöhe Stimme. Wenn dieser Parameter z.B. durch LFO 1 modu-
die Klangfarbe. liert wird, bedeutet dies, dass die Panoramaposition für jede
Stimme, die Sie spielen unterschiedlich moduliert wird.
• An dieser Stelle stehen verschiedene Modulationspara-
meter - je nach ausgewähltem Oszillatortyp zur Verfü- Mixer Der Mixer bietet in seinem Untermenü drei Modulationsziele:
gung. Einzelheiten im Abschnitt »Der Oszillator-Bereich«. • Osz 1+2 Pegel - steuert den Pegel von Oszillator 1 und 2.
• Osz 2 AM-Amount - steuert den AM-Modulationsanteil • Osz 1:2 Balance - Hiermit können Sie die Pegel-Balance
von Osz 2. Siehe »Amplitudenmodulation (AM)«. zwischen Oszillator 1 und 2 steuern und so von einem
Osz 2/ Osz 3 Die Oszillator-Einschübe 2 und 3 verwenden die gleichen zum anderen Oszillator gleiten.
Destination-Parameter wie Osz 1, jedoch keine Amplituden- • Osz 3 Pegel - steuert den Pegel von Oszillator 3.
modulation. Filterhüllkurve Folgende Filterhüllkurven-Modulationsziele sind verfügbar:
• Gate - Der Gate-Eingang der Hüllkurve. Trifft hier ein
Gate-Signal ein, dann löst es die Hüllkurve aus.
• Attack - steuert den Attack-Parameter der Hüllkurve.
• Decay - steuert den Decay-Parameter der Hüllkurve.
• Release - steuert den Release-Parameter der Hüllkurve.
Amplitudenhüllkurve Hat die gleichen Modulationsziele wie die Filterhüllkurve.
Modulationshüllkurve Hat die gleichen Modulationsziele wie die Filterhüllkurve.
LFO 1 Rate Hiermit steuern Sie den LFO 1 Rate-Parameter.

233
THOR POLYSONIC SYNTHESIZER
Modulationsziele (Destinations) - Global-Bereich | Parameter | Beschreibung
Folgende Globale Modulationsziele stehen zur Verfügung: Step-Sequenzer Hiermit können Sie verschiedene Parameter des Step Se-
quenzers steuern.
| Parameter | Beschreibung • Trig - Dient zum Steuern der Run An/Aus-Funktion, also
Portamento Hiermit können Sie die Portamento-Zeit steuern. zum Starten/Stoppen des Step-Sequenzers.
LFO 2 Rate Ermöglicht das Steuern des LFO 2 Rate-Parameters. • Rate - Steuert den Step-Sequenzer Rate-Parameter.
Globale Hüllkurve Dies sind die Modulationsziele der Globalen Hüllkurve: • Transposition - Ermöglicht es, die Grundtonhöhe des
• Gate - der Gate-Eingang der Hüllkurve. Ein an diesen Ein- Step-Sequenzer zu kontrollieren. Wenn Sie diesem Para-
gang gesendetes Gate-Signal löst die Hüllkurve aus. meter beispielsweise MIDI-Note als Quelle zuordnen, kön-
• Attack - steuert die Attack-Zeit der Hüllkurve. nen Sie die Sequenz durch Spielen von Noten
transponieren.
• Decay - steuert die Decay-Dauer der Hüllkurve.
• Velocity - Steuert, wie der Step-Sequenzer auf Anschlag-
• Release - steuert die Release-Zeit der Hüllkurve.
dynamik reagiert.
Filter 3 Im Filter 3-Submenü stehen folgende Modulationsziele z. • Gate-Dauer - Steuert, wie der Step-Sequenzer auf Gate-
Vfg.: Dauer-Daten reagiert.
• Linker/Rechter Eingang - Hierüber können Sie eine der
CV-Ausgang 1-4 Hierüber können Sie Signale an die CV-/Audioausgänge auf
Quellen mit dem Filtereingang verbinden.
der Geräterückseite senden. Beachten Sie, dass es möglich
• Frequenz - steuert die Filterfrequenz. ist, CV-Signale an Audioausgänge zu senden und umge-
• Frequenzmodulation - bewirkt Filterfrequenzmodulation. kehrt.
• Res - kontrolliert die Filterresonanz. Audioausgang 1-4 Steuert die vier Audioausgänge.
• Ansteuerung - kontrolliert, wie stark der Filter angesteuert
wird.
Scale-Parameter
• Typ m/w - steuert den Gender-Parameter (Geschlecht
männlich/weiblich) bei verwendetem Formant-Filter. Die verfügbaren Scale-Parameter entsprechen den unter Modulationsquellen (Sour-
• Tiefpass/Hochpass-Mix - Steuerung des LP/HP-Parame- ces) beschriebenen Parametern.
ters eines State Variable-Filters
Chorus Der Chorus-Effekt enthält folgende Modulationsziele: Audioeingänge verwenden
• Effektanteil (Verhältnis von Original- & Effektsignal) Die vier Audioeingänge auf der Geräterückseite können zum Anschließen externer
• Delay (Zeit) Audioquellen und zur Bearbeitung des eingehenden Signals mit den Thor-Parametern
• Mod-Rate verwendet werden.
• Mod-Amount Folgendes gilt beim Einschleifen von Audio in den Voice-Bereich:
• Feedback • Im Voice-Bereich gibt es nur Mono-Eingänge.
Delay Der Delay-Effekt enthält folgende Modulationsziele: • Damit das Audiosignal auch zu hören ist, muss ein Gate-Triggersignal gesendet
• Effektanteil (Verhältnis von Original- & Effektsignal) werden. Dies lässt sich auf dreierlei Weise bewirken; durch das Spielen von No-
ten, durch vom Step-Sequenzer gespielte Noten oder durch CV Gate-Signale.
• Time
• Mod-Rate D In den Global-Bereich gesendete externe Audiosignale benötigen kei-
• Mod-Anteil (Amount) nen Gate-Trigger und Stereoeingänge sind vorhanden.
• Feedback D Externe Audioquellen können auch einfach nur zu Modulationszwecken
verwendet werden. So lässt sich z.B. die Oszillatortonhöhe mit einem
Audiosignal modulieren.
Auf diese Weise können Sie die Audioeingangsquelle zum Modulieren jeglicher
vorhandener Modulationsziele benutzen.

234 THOR POLYSONIC SYNTHESIZER


Step-Sequenzer D Step (Schrittweise) - Mit dem Run-Schalter können Sie die Sequenz
schrittweise durchsteppen.
D Off (Aus) - der Step-Sequenzer ist inaktiv.

Richtung einstellen
Thors Step-Sequenzer ist eine Weiterentwicklung der Step-Sequenzer, die oft Be-
standteil von älteren analogen Modular-Systemen war. Er kann zum Programmieren
von Arpeggiofolgen oder kurzen Melodiesequenzen verwendet werden. Er lässt sich
alternativ auch als Modulationsquelle verwenden.
Es stehen bis zu 16 Steps (Schritte) zur Verfügung und jeder Step lässt sich mit ver-
schiedenen Werten (z.B. Tonhöhe, Anschlagdynamik, Step-Dauer usw.) programmieren Mit dem Richtungsparameter legen Sie die Abspielrichtung der Step-Sequenz fest.
Folgende Optionen stehen zur Verfügung:
Grundlagen D Forward (Vorwärts) - Beginnt bei der Wiedergabe mit dem ersten Schritt
Dies sind die hauptsächlichen Parameter und Funktionen des Step-Sequenzers: und läuft in Richtung des letzten.

D Die Reihe mit den 16 Schaltern wird dazu verwendet, den An-/Aus-Sta- D Reverse (Rückwärts) - Beginnt bei der Wiedergabe mit dem letzten
tus jedes Steps festzulegen. Schritt und läuft in Richtung des ersten.
Beleuchtete Schalter stehen für aktive Steps, unbeleuchtete für eine Pause (Stille).
D Pendulum 1 (Pendel 1) - Beginnt bei der Wiedergabe mit dem ersten
D Ein Step-Regler oberhalb jedes Step-Schalters kann zum Einstellen von Schritt, läuft in Richtung des letzten und dann wieder zurück.
Werten für den betreffenden Step verwendet werden. Dabei werden der letzte und erste Schritt zweimal wiedergegeben, wenn der Se-
quenzer die Richtung wechselt.
D Mit dem Edit-Regler wird festgelegt, welchen Wert Sie mit dem Regler
oberhalb des Step-Schalters einstellen. D Pendulum 2 (Pendel 2) - Beginnt bei der Wiedergabe mit dem ersten
Folgende Parameter lassen sich hier auswählen: Note (Tonhöhe), Velocity, Gate- Schritt, läuft zum letzten, dann vom vorletzten zum ersten. Der erste und
Dauer, Step-Dauer sowie Curve 1 und 2. letzte Schritt werden beim Richtungswechsel also nicht wiederholt.

D Der Run-Schalter dient zum Starten/Stoppen des Step-Sequenzers. D Random (Zufall) - Die Steps werden in zufälliger Abfolge wiedergege-
ben.
Was genau geschieht, wenn Sie Run drücken, hängt vom Wiedergabe-Modus ab -
siehe unten.

Wiedergabe-Modus einstellen

Der wiedergabe-Modus wird mit dem Wahlschalter neben dem Run-Schalter einge-
stellt. Der eingestellte Modus regelt, was der Step-Sequenzer wiedergibt, wenn Sie
Run drücken. Dies sind die Optionen:
D Repeat (Wiederholen) - Die Sequenz wird kontinuierlich wiederholt.
Zum Stoppen klicken Sie einfach erneut auf den Run-Schalter oder stoppen Sie
die Wiedergabe im Transportfeld.
D 1 Shot (Einmal) - Die Sequenz wird nur einmal wiedergegeben, dann
stoppt der Step-Sequenzer.

235
THOR POLYSONIC SYNTHESIZER
Step-Tonhöhen festlegen ✪ Beachten Sie, dass sich der Notenbereich für jeden Schritt einzeln festle-
Gehen Sie zum Festlegen von Step-Tonhöhen wie folgt vor: gen lässt. Jeder Step speichert seinen aktuell eingestellten Notenbe-
reich, wenn Sie eine Tonhöhe für ihn festlegen und behält diese
1. Vergewissern Sie sich, dass der Step Seq Trigger-Schalter im Steuerbereich Einstellung bis Sie die Tonhöhe bei anders eingestelltem Tonbereich
aktiviert ist. verändern.
D Sie können die Steps entweder bei laufendem Sequenzer oder im Step-
Modus einrichten.
Im Step-Modus springen Sie zum nächsten Step durch einfaches Drücken des
Run-Schalters und können dann die Parameter für den betreffenden Schritt ein-
stellen.
Sie können in der beschriebenen Weise mit der Eingabe von Tonhöhen für andere
Steps fortfahren.

Pausen einfügen
2. Stellen sie den Wiedergabe-Modus auf »Repeat«. Um Step-Sequenzen rhythmisch interessanter zu gestalten, können Sie Pausen für
Dies ist nicht unbedingt notwendig, erleichtert aber die folgenden Schritte. einzelne Steps festlegen.
3. Starten Sie den Step-Sequenzer durch Drücken des Run-Schalters. D Dies geschieht durch einfaches Anklicken des/der betreffenden Schal-
Sie sollten nun eine Sequenz mit wiederholten C3-Noten hören. Der gerade aktu- ter(s). Zu Pausen umgewandelte Steps sind nicht beleuchtet,
elle Step wird durch eine gelbe LED oberhalb des Schalters hervorgehoben. Dunkle Steps sind Pausen.
4. Stellen Sie den Edit-Regler auf Note ein. D Beachten Sie das die eingestellte Step-Dauer (Step Dur.) auch für Pau-
sen gilt.

Anzahl der Steps einstellen


D Mit dem Steps-Schalter ganz rechts außen können Sie festlegen, aus
wie vielen Schritten eine Sequenz bestehen soll.
Es können bis zu 16 Steps verwendet werden. Die beleuchteten LEDs oberhalb
5. Verdrehen Sie einen der Step-Regler (oberhalb der Step-Schalter). jedes Steps zeigen an, aus wie vielen Steps die Sequenz aktuell besteht. Die
Eine Einblend-Information zeigt Ihnen die aktuelle Tonhöhe des Steps an und Step-Anzahl lässt sich auch durch direktes Anklicken einer LED verändern. Der
wenn der Sequenzer diesen wiedergibt, sollten Sie die neue Tonhöhe hören kön- Sequenzer stoppt oder startet erneut beim so ausgewählten Schritt.
nen. Durch Verdrehen des Reglers im Uhrzeigersinn erhöhen Sie die Tonhöhe in
Halbtonschritten. Wenn Sie ihn anders herum drehen, vermindern Sie die Ton-
höhe.

Rate einstellen
Mit dem Rate-Regler wird die Geschwindigkeit festgelegt, mit der die Step-Sequenz
wiedergegeben wird.
• Sie können entweder eine »frei laufende« Geschwindigkeit festlegen (bei der die
D Mit dem Octave-Wahlschalter links neben den Step-Schaltern können
Sequenz nicht mit dem Tempo des Hauptsequenzers synchronisiert wird) oder ein
Sie den Tonbereich des Reglers festlegen.
synchronisiertes Tempo.
Folgende Notenbereich sind auswählbar: Zwei Oktaven (von der Mittelposition C3
Dies geschieht durch Ein- oder Ausschalten des Sync-Schalters. Wenn Sync aktiv
aus gesehen jeweils eine nach oben und unten), Vier Oktaven von der Mittelposi-
ist, können Sie das synchronisierte Wiedergabetempo der Sequenz durch Einstel-
tion C3 aus gesehen jeweils zwei nach oben und unten) oder Alle (-C2 bis G8).
len verschiedene Taktauflösung einstellen.

236 THOR POLYSONIC SYNTHESIZER


Einstellen anderer Step-Werte
Für jeden Step lassen sich mit dem Step-Regler neben der Tonhöhe eine Reihe ande-
Verbindungen
rer Parameter einstellen Verwenden Sie den Edit-Regler zum Auswählen des betref-
fenden Parameter. Sie können diesen dann mit dem Step-Regler für jeden Step Die folgenden Audio- und CV-Buchsen befinden sich auf der Thor-Geräterückseite:
separat einstellen:
D Velocity (Anschlagdynamik) Sequencer Control-Eingänge
Voreingestellter Wert: 100, Bereich: 0-127. Die Sequencer Control CV- und Gate-Eingänge ermöglichen es Ihnen, Thor von ei-
nem anderen CV/Gate-Gerät aus zu steuern (z.B. vom Matrix oder dem RPG-8 aus).
D Gate Length (Gate-Dauer)
Das am CV-Eingang anliegende Signal steuert die Tonhöhe, während das am Gate-
Voreingestellter Wert: 75%. Mit Gate Length legen Sie die Dauer der von diesem
Eingang anliegende Signal Note On/Off- sowie Velocity-Daten liefert.
Step wiedergegebenen Note fest.
D Step Duration (Step-Dauer). Modulation - Eingänge
Dieser Parameter bestimmt die Gesamtlänge eines Schritts. Diese bezieht sich
auf den eingestellten Rate-Wert des Step-Sequenzers. Der zur Verfügung ste- D Diese verbundenen CV-Eingänge (mit ihren zugehörigen Reglern zum
hende Bereich umfasst 1/4 bis 4. Wenn Rate beispielsweise auf 1/16 eingestellt Anpassen des Signals) dienen zum Modulieren der zwei virtuellen Dreh-
ist, bedeutet »1«, es wird eine Sechzehntelnote gespielt, eine »4« bedeutet, es regler (Rotary) im Steuerbereich auf der Gerätevorderseite.
wird eine Viertelnote gespielt (4 Sechzehntel = ein Viertel) usw. Auf diese Weise lässt sich alle Parameter, die einem dieser Drehregler zugeordnet
sind durch extern erzeugte CV modulieren.
D Mit den Parametern Curve 1 und 2 lassen sich für jeden Step Werte ein-
stellen, die Sie an beliebige andere Parameter senden und diese da- D Der Eingang Filter 1x ermöglicht CV-Steuerung der Filter 1-Frequenz.
durch steuern können. Wenn Sie den Formant-Filter verwenden, so ist dies der »X«-Parameter - siehe
Dies geschieht mit Hilfe des Modulationsbus-Bereichs, wo Sie diese zwei unab- »Formant-Filter«.
hängigen Kurven (Curves) als Source-Controller auswählen können.
D Die vier anderen CV-Eingänge können CV von externen Quellen empfan-
✪ Diese Kurven lassen sich mit dem CV-Ausgangssignal des Matrix verglei- gen und diese ist dann im Modulationsbus als Quelle auswählbar.
chen - sie repräsentieren einfach eine Reihe von Werten, die sich auf alle
mögliche anwenden lassen. Modulation - Ausgänge
Hier finden Sie die CV-Ausgänge der Globalen Hüllkurve und von LFO 2 sowie die
Step-Pattern-Funktionen vier CV-Ausgänge, die sich frei zuordnen lassen.
Im Bearbeiten-Menü (und im Geräte-Kontextmenü) finden Sie die folgenden speziel-
len Step-Pattern-Funktionen: Audioeingänge
Die Audioeingänge können mit den Audioausgängen anderer Reason-Geräte verbun-
| Funktion | Beschreibung
den werden. Wenn hier etwas angeschlossen ist, können Sie das hier anliegende Au-
Zufalls-Sequenzer- Hiermit erzeugen Sie ein Zufalls-Patterns. Die funktion beein-
diosignal als Modulationsquelle - z.B. für einen der Filter und das externe Signal
Pattern erzeugen flusst nur den aktuell mit dem Edit-Regler ausgewählten Para-
bearbeiten. Siehe »Audioeingänge verwenden«.
meter. Ist dieser z.B. auf Note eingestellt, werden nur die
Tonhöhen nach dem Zufallsprinzip verändert, andere Werte
wie Velocity, Gate length usw. bleiben erhalten. Audioausgänge
Sequenzer-Pattern Dies funktion dient dazu, dass Sequenzer-Pattern um einen Thor hat vier Ausgänge:
nach links/rechts Schritt nach links oder rechts zu verschieben. Alle Parameter • 1 Links (Mono), 2 Rechts - Die Stereo-Hauptausgänge.
verschieben (Pausen, Tonhöhen, Velocity usw.) werden um eine Schritt • Zwei zusätzliche Ausgänge (3 und 4), die sich im Modulationsbus-Bereich zuord-
weiter verschoben. nen lassen.

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THOR POLYSONIC SYNTHESIZER
238 THOR POLYSONIC SYNTHESIZER