Sie sind auf Seite 1von 2

1 © Institut für internationale Architektur-Dokumentation GmbH & Co.

KG 2002 ¥ 1/2 ∂

Biomedizinisches Institut in Chongqing

Biomedical Institute in Chongqing

Architekt:
Atelier Feichang Jianzhu, Peking
Projektleiter:
Yung Ho Chang
Mitarbeiter:
Lele Peng, Hui Wang, Xuetao Wu
Tragwerksplaner:
Sun Fangchui, Yu Zhixiong, Peking

Photo: Fu Xing, Peking

Chongqing ist eine der in Europa nahezu


unbekannten Millionenstädte Chinas. Sie
liegt im Landesinneren unmittelbar am Fluss
Yangtze, an dessen Südufer sich ein neues
biomedizinisches Institut angesiedelt hat. 12
Aufgrund örtlicher Auflagen durfte das Ge-
bäude nicht in die Flusszone eingreifen und aa
musste ein Stück weit entfernt vom Ufer ge-
plant werden – zum Bedauern des Architek-
ten, denn dadurch wurde er der Möglichkeit
beraubt, an der in Chongqing traditionellen
Hangarchitektur anzuknüpfen.
Entstanden ist ein strenger Gebäudekomplex,
der konstruktiv aus einem ausgefachten
Stahlbetonskelett besteht, das mit einer Vor-
mauerschale aus grauen Betonhohlblock-
7 2
steinen versehen wurde. 5
6
Zwei parallel zum Fluss verlaufende, über
100 m lange Fassadenscheiben fassen die
7 8 4 3
inhaltlich wie technisch sehr divergierenden
Ansprüche an das Raumprogramm zu einer a a
Einheit zusammen. Dennoch verstecken sich
die einzelnen Funktionsbereiche nicht hinter
diesen Wandscheiben. Die unterschiedlichen 1
Inhalte bedingen spezifische Belichtung, es Erdgeschoss
gibt technisch hoch anspruchsvolle Räume
für Forschungszwecke, Produktion und La-
bors, sowie Zonen »einfacher« Ausstellungs-
bereiche, Büros und Ruheräume. Jeder
9 12 9 10 9 10 2
dieser Bereiche besitzt eine individuelle
räumliche Organisation: Die Forschungsla-
bors im obersten Geschoss beispielsweise 12 12
9 11 9
wurden um eine Gruppe von Innenhöfen
angeordnet. Die Fassade reagiert auf die
wesentlichen inhaltlichen Merkmale, indem
sowohl die Fensteröffnungen in Größe und
Anordnung variieren, als auch tiefe Gebäude- 12 9 12 10 9
einschnitte die Fassadenscheiben in ables- 2. Obergeschoss
bare Teilbereiche gliedern. Diese Einschnitte,
die als schmale öffentliche Gassen durch
das Gebäude hindurchführen, ermöglichen Schnitt • Grundrisse Section • Plans
Maßstab 1:1000 scale 1:1000
darüber hinaus Durchblicke von der Straße
auf den Fluss. Durch dieses Entwurfselement 1 Haupteingang 1 Main entrance
gelingt es dem Architekten, trotz der ein- 2 Ruheraum 2 Rest room
grenzenden Vorschriften die ihm so wichtige 3 Café 3 Café
4 variable Nutzung 4 Various uses
Verknüpfung von Architektur und umgeben- 5 Kantine 5 Staff canteen
der Landschaft herzustellen. 6 Küche 6 Kitchen
Die Detaillösungen sind nach chinesischem 7 Technik 7 Services
Standard geplant und ausgeführt worden, 8 Lager 8 Store
9 Hof 9 Courtyard
den internationalen Vergleich besteht das
10 Büro 10 Offices
Gebäude durch seine eindeutige Formen- 11 Besprechung 11 Conference room
sprache. 12 Labors 12 Laboratories
∂ 2002 ¥ 1/2 Biomedizinisches Institut in Chongqing 2

Details

Schnitt
Maßstab 1:20

1 Betonfertigteil
495/495/60 mm
2 Betonhohlblockstein
390/90/90 mm 2
3 Leichtbetonstein
390/190/190 mm
4 Wärmedämmung
40 mm
5 Gipskartonplatte
12 mm
6 Stahlanker 3
7 Stahlprofil verzinkt
∑140/100/10 mm

Section
4
scale 1:20

1 495/495/60 mm 5
precast concrete slabs
2 390/90/90 mm
concrete hollow blocks 6
3 390/190/190 mm
lightweight concrete
blocks
4 40 mm thermal
insulation
5 12 mm plasterboard
6 steel anchor
7 140/100/10 mm
galvanized steel angle 7

Building regulations required the institute to be


set back from the River Yangtze, so that it was
not possible to adopt the traditional form of
hillside architecture found in this city. The rein-
forced concrete skeleton-frame structure with
infill panels is covered on the outside by a skin
of concrete hollow blocks. The two long fa-
cades parallel to the river form a unifying en-
closure for a wide range of technical functions,
which are nevertheless reflected in the lighting,
spatial organization and fenestration. The
building is divided into legible zones by deep
incisions in the outer walls. The incisions
extend as alleyways through the entire building
and open up views from the road to the river,
thereby creating the desired link between the
architecture and the landscape.