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Bertolt Brecht, Leben des Galilei

Exposition

Der Begriff bezeichnet die wirkungsvolle Einführung des Zuschauers in


Grundstimmung, Ausgangssituation, Konflikte, Zeit, Ort und Personen des
Stückes und bereitet für das Verständnis wichtige Voraussetzungen vor.
Also Vorhang auf: Welche Informationen erhält der Zuschauer anhand der
1. Szene über…

Grundstimmung:

Die Grundstimmung ist sehr gelassen trotz der Probleme Galileis mit dem Geld. Galilei ist mehr
fokussiert auf den Anbruch des neuen Zeitalters durch die neuen Entdeckungen, allerdings möchte er
auch vielen das damalig sehr umstrittene Weltbild Kopernikus beibringen. Generell ist die Situation
sehr gelassen gehalten und die Stimmung wird nur durch Frau Sarti angetrieben, die Galilei
aufscheucht.

Ausgangssituation:

Galilei unterrichtet an der Universität in Padua Mathematik und lebt dabei bei der Haushälterin Frau
Sarti und ihrem Sohn Andrea. Galilei hat Geldsorgen, was daraus hervor geht, dass er kein Geld hat,
um den Milchmann zu bezahlen und, dass er versucht 1000 Skudi statt 500 vom Kurator der
Universität zu verlangen. Es bricht gerade durch neuere Weltbilder und neuere Erkenntnisse ein
neues Zeitalter an. Gerade das Weltbild von Kopernikus, mit welchem Galilei arbeitet und welches er
auch unterrichtet ist bei der Kirche sehr unbeliebt und führt dazu, dass Personen, die dieses Weltbild
vertreten, mit der Inquisition (siehe unten) gedroht wird. Während in Venedig die freie Wissenschaft
vorrangig ist, ist Florenz sehr abhängig von der Kirche, aber die Wissenschaft in Venedig wird als
Geschäft genutzt, was auch Galilei dem Kurator vorwirft. Allerdings findet man hier eine freiere
Wissenschaft vor als in Florenz, wo die Wissenschaft der kirchlichen Ideologie unterworfen ist.

Konflikte:

Ein möglicher Konflikt der hierbei vorliegt ist, dass Galilei hier gegen das Weltbild, welche die Kirche
Jahrhunderte lang vorschrieb, vorging, in dem er seine Forschung hauptsächlich auf das Weltbild des
Kopernikus festlegte, welches besagte, dass die Sonne anstatt der Erde im Mittelpunkt steht und
Erde mit Mond um diese kreisen und sich die Erde dabei sogar noch um die eigene Achse dreht. Bei
solchen Aussagen würde normalerweise zu dieser Zeit die Inquisition drohen. Die Inquisition war der
brutale Vorläufer eines Gerichtes. Dort wurden sogenannte Häretiker (Gotteslästerer oder Katzer)
gefoltert und sogar getötet. Der im Buch erwähnte Giordano Bruno, ein ehemaliger
Dominikanermönch, wurde öffentlich in Rom verbrannt, weil er behauptet hatte, dass das Universum
unendlich sei, und das Jesus nicht der Sohn Gottes sei. Galilei sagt im Buch, Bruno habe nur die Lehre
des Kopernikus verbreitet, also dasselbe, was auch Galilei tut, dies wird aber vom Kurator verneint.
Zeit:

Das Geschehen spielt im Jahre 1609. Angesichts der Tatsache das Galilei sich gerade wäscht und
Andrea ihm Milch und Wecken bringt, nehme ich an, dass die Geschichte am morgen oder frühen
Vormittag abspielt. Dies wird auch davon unterstützt, dass die Haushälterin das Bett machen möchte.

Ort:

Das Geschehen spielt in Padua einer Gemeinde und die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz, in
welcher Galilei an der Universität Mathe unterrichtete. Padua steht unter der Herrschaft der
Republik Venedig.

Personen:

Als Hauptfigur kommt Galilei vor, welche zu dem Zeitpunkt 46 war. Zudem taucht die Haushälterin
Galileis, Frau Sarti, zusammen mit ihrem 11-jährigen Sohn Andrea auf. Später kommt ein reicher,
junger Mann mit dem Namen Ludovico Masili, der nach eigenen Angaben aus Holland kommt.
Nachdem dieser gegangen ist kommt auch schon der Kurator der Universität von Padua. Dieser wird
Priuli genannt.