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DK 681.121.89 : 532.57.082.74 : 532.

542 DEUTSCHE NORM•


August 1993
Durchflußmessung von Fluiden in geschlossenen Leitungen
Verfahren zur Beurteilung des Betriebsverhaltens von DIN
magnetisch-induktiven Durchflußmeßgeräten für Flüssigkeiten
(ISO 9104 : 1991 ) Deutsche Fassung EN 29 104 : 1993
EN 29104
Diese Norm enthält die deutsche Übersetzung der Internationalen Norm ISO 9104
Measurement of fluid flow in closed conduits; Methods of evaluating the• Ersatz für DIN 19 200/01.89
Performance of electromagnetic flow-meters for liquids; (ISO 9104 ; 1991);
German version EN 29 104 : 1993
Mesure de debit des fluides dans les conduites fermees; Methodes
d'evaluation de la Performance des debitmetres electromagnetiques
utilises pour les liquides; (ISO 9104 : 1991);
Version allemande EN 29104: 1993

Die Europäische Norm EN 29104 :1993 hat den Status einer Deut¬
schen Norm.

Nationales Vorwort
Die Internationale Norm ISO 9104 ; 1991 „Measurement of fluid flow in closed conduits:
Methods of evaluating the Performance of electromagnetic flow-meters for liquids" (ver¬
öffentlicht als Entwurf DIN ISO 9104, Ausgabe Juli 1991) des Technischen Komitees
ISO/TC 30 „Durchflußmessung in geschlossenen Leitungen" wurde durch den Beschluß
der CEN-Mitglieder unverändert als Europäische Norm DIN EN 29104 :1993 übernom¬
men.
Als Folgeausgabe von DIN 19 200, Ausgabe Januar 1989, entspricht DIN EN 29104 im
Aufbau ebenfalls DIN lEC 770 und basiert auf Arbeitsergebnissen, die von der lEC im
sc 65 B erarbeitet und von einem Arbeitskreis der DKE mitgestaltet wurden.
Die im Abschnitt 2 zitierten lEC-Normen sind z. T. durch Folgeausgaben ersetzt, siehe
Beiblatt 1 zu DIN lEC 68.
Für die im Abschnitt 2 zitierten Internationalen Normen wird im folgenden auf die ent¬
sprechenden Deutschen Normen hingewiesen:
ISO 4006 siehe DIN EN 24 006
ISO 4185 siehe DIN EN 24 185
ISO 7066-1 siehe DIN ISO 7066 Teil 1

Fortsetzung Seite 2
und 16 Seiten EN-Norm

Normenausschuß Primäre Meßgeräte und -einrichtungen (NPM) im DIN Deutsches Institut für Normung e.V
Deutsche Elektrotechnische Kommission im DIN und VDE (DKE)
Seite 2 DIN EN 29104

Zitierte Normen
—• in der Deutschen Fassung:
Siehe Abschnitt 2 und Anhang A
—• in nationalen Zusätzen:
DIN EN 24 006 Durchflußmessung von Fluiden in geschlossenen Leitungen; Begriffe und Formelzeichen;
(ISO 4006 : 1991); Deutsche Fassung EN 24 006 : 1993
DIN EN 24185 Durchflußmessung von Flüssigkeiten in geschlossenen Leitungen Wägeverfahren; (ISO 4185 : 1980);
Deutsche Fassung EN 24 185 : 1993
Beiblatt 1 zu Elektrotechnik; Grundlegende Umweltprüfverfahren; Verzeichnis der Prüfungen und einschlägigen
DIN lEC 68• Normen (Stand vom Januar 1991)
DIN lEC 770 Methoden zur Beurteilung des Betriebsverhaltens von Meßumformern zum Steuern und Regeln in
Systemen der industriellen Prozeßtechnik; Identisch mit lEG 770, Ausgabe 1984
DIN ISO 7066-1 Meßunsicherheit bei der Kalibrierung und Anwendung von Durchflußmeßeinrichtungen; Lineare Kenn¬
linien; Identisch mit ISO 7066-1 : 1989

Frühere Ausgaben
DIN 19 200: 01.89

Änderungen
Gegenüber DIN 19 200/01.89 wurden folgende Änderungen vorgenommen:
— Abweichungen gegenüber ISO 9104 entfallen.

Internationale Patentklassifikation
G 01 F 001/56
G 01 R 033/00
EUROPÄISCHE NORM EN 29104
EUROPEAN STANDARD
NORME EUROPEENNE Juni 1993

DK 532.57.082.74 ; 532.542

Deskriptoren: Beurteilung, Durchflußmeßgerät, elektromagnetische Betriebsmittel, Verfahren

Deutsche Fassung

Durchflußmessung von Fluiden in geschlossenen Leitungen


Verfahren zur Beurteilung des Betriebsverhaltens von
magnetisch-induktiven Durchflußmeßgeräten für Flüssigkeiten
(ISO 9104 ;1991)

Measurement of fluid flow In closed con- Mesure de deblt des fluides dans les
duits — Methods of evaluating the Perfor¬ conduites fermees — Methodes d'evalua-
mance of electromagnetic flow-meters for tion de la Performance des debltmetres
liquids (ISO 9104 : 1991) electromagnetiques utllises pour les
liquides (ISO 9104 : 1991)

Diese Europäische Norm wurde von CEN am 1993-06-18 angenommen.


Die CEN-Mitglieder sind gehalten, die CEN/CENELEC-Geschäftsordnung zu erfüllen, in
der die Bedingungen festgelegt sind, unter denen dieser Europäischen Norm ohne jede
Änderung der Status einer nationalen Norm zu geben ist.
Auf dem letzten Stand befindliche Listen dieser nationalen Normen mit ihren biblio¬
graphischen Angaben sind beim Zentralsekretariat oder bei jedem CEN-Mitglied auf
Anfrage erhältlich.
Diese Europäische Norm besteht in drei offiziellen Fassungen (Deutsch, Englisch,
Französisch). Eine Fassung in einer anderen Sprache, die von einem CEN-Mitglied in
eigener Verantwortung durch Übersetzung in die Landessprache gemacht und dem
Zentralsekretariat mitgeteilt worden ist, hat den gleichen Status wie die offiziellen Fassun¬
gen.
CEN-Mitglieder sind die nationalen Normungsinstitute von Belgien, Dänemark, Deutsch¬
land, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Island, Italien, Luxemburg, Niederlande,
Norwegen, Österreich, Portugal, Schweden, Schweiz, Spanien und dem Vereinigten
Königreich.

CEN
EUROPÄISCHES KOMITEE FÜR NORMUNG
European Committee for Standardization
Comite Europeen de Normalisation

Zentralsekretariat: rue de Stassart 36, B-1050 Brüssel

© 1993. Das Copyright ist den CEN-Mitgliedern vorbehalten. Ref.-Nr. EN 29104 : 1993 D
Seite 2
EN 29104 ; 1993

Vorwort
Diese Europäische Norm wurde vom CEN/TC 244 "Durchflußmesssung von Fluiden in
geschlossenen Leitungen" aus der Arbeit der "International Organization for Standardiza-
tion" (ISO) übernommen.
Dieses Dokument wurde zur formellen Abstimmung vorgelegt und wurde angenommen.
Mit dieser Europäischen Norm übereinstimmende nationale Normen müssen spätestens
bis zum Dezember 1993 herausgegeben und entgegenstehende nationale Normen spä¬
testens bis zum Dezember 1993 zurückgezogen werden.
Entsprechend der CEN/CENELEC-Geschäftsordnung sind folgende Länder gehalten,
diese Europäische Norm zu übernehmen: Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland,
Frankreich, Griechenland, Irland, Island, Italien, Luxemburg, Niederlande, Norwegen,
Osterreich, Portugal, Schweden, Schweiz, Spanien und das Vereinigte Königreich.

Anerkennungsnotiz
Der Text der Internationalen Norm ISO 9104 : 1991 wurde von CEN als Europäische Norm
ohne irgendeine Abänderung genehmigt.
ANMERKUNG: Die normativen Verweisungen auf internationale Publikationen
sind im Anhang ZA (normativ) aufgeführt.

Inhalt
Seite Seite

1•
Anwendungsbereich 3 5• Beurteilung der Wirl<ung einer Einfiußgröße ...•
7
5.1•Allgemeines 7
2•
Normative Verweisungen 3 5.2•Interne Einflüsse 7
3•
Definitionen 3 5.3•Äußere Einflüsse 11
6• Untersuchungen für die Beurteilung
4•Aiigemeine Untersuchiungsverfaliren 4
der Auswiri<ungen anderer Einfiußgrößen 15
4.1•
Allgemeine Anforderungen 4
6.1•Magnetischer Einfluß 15
4.2•
Einbau 4
6.2•Bürdeneinfluß 15
4.3•
Meßstoff 5
6.3•Langzeitdrift 15
4.4•
Umgebungsbedingungen für Untersuchungen ...•
5
6.4•Vagabundierende Ströme in Flüssigkeiten 15
4.5•
Nennbedingungen für die Kalibrierung
6.5•Hochfrequenzeinfluß 15
während der Untersuchung 6
4.6•
Signalausgang 6 Anhang A (informativ) Literaturhinweise 16
4.7•
Nullpunktprüfung 6 Anhang ZA (normativ) Normative Verweisungen
4.8•
Andere Bedingungen 6 auf internationale Publikationen
4.9•
Kalibrierung des Durchflußmeßgerätes; mit ihren entsprechenden
Anforderungen und Verfahren 6 europäischen Publikationen 16

Einführung
Die in dieser Internationalen Norm festgelegten Verfahren zur Beurteilung dienen den Herstellern zur Angabe des
Betriebsverhaltens ihrer Produkte und den Anwendern oder den unabhängigen Untersuchungsstellen ermöglichen sie
eine vergleichende Überprüfung des Betriebsverhaltens.
Die festgelegten Untersuchungsbedingungen dieser Internationalen Norm, z. B. der Bereich der Umgebungstemperaturen
und Hilfsenergie, verkörpern die Bedingungen, die üblicherweise während des Betriebes auftreten. Folglich sollten die hier
angegebenen Werte benutzt werden, wenn keine anderen Werte vom Hersteller festgelegt sind.
Die in dieser Internationalen Norm angegebenen Untersuchungen sind nicht unbedingt ausreichend für Meßgeräte, die
speziell für ungewöhnlich schwierige Aufgaben entworfen sind. Umgekehrt könnte eine beschränkte Prüfserie für Geräte
angemessen sein, die für den Gebrauch innerhalb eines begrenzten Bedingungsbereiches konzipiert sind.
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EN 29104 ; 1993

1 Anwendungsbereich lEC 68-2-4 : 1960 Grundlegende Umweltverfahren —


Prüfung D: Erhöhung der feuchten
1.1 Diese Internationale Norm beschreibt Untersu¬
Wärme
chungsverfahren für die Beurteilung des Betriebsverhal¬
tens von magnetisch-induktiven Durchflußmeßgeräten für lEC 68-2-6 : 1982 Grundlegende Umweltprüfverfahren —
Flüssigkeiten in geschlossenen Leitungen. Sie legt ein Prüfung Fe und Leitfaden: Schwin¬
einheitliches Verfahren zur Überprüfung der Eigenschaf¬ gung (sinusförmig)
ten des Betriebsverhaltens fest, wenn das Durchflußme߬ lEC 68-2-27 : 1972 Grundlegende Umweltprüfverfahren —
gerät definierten Einflußgrößen unterliegt, sowie Verfah¬ Prüfung Ea: Schock
ren der Angabe von Ergebnissen solcher Messungen.
ANMERKUNG 1 : Ist eine vollständige Beurteilung
nach dieser Internationalen Norm nicht erforder¬ 3 Definitionen
lich, sollten die verlangten Untersuchungen durch¬ Für diese Internationale Norm sind die Begriffe aus
geführt und über die Ergebnisse in Übereinstim¬ ISO 4006 anzuwenden. Die folgenden Begriffe sind nur
mung mit den relevanten Teilen dieser Internatio¬ für Benennungen mit einer besonderen Bedeutung oder
nalen Norm ein Bericht angelegt werden. für Benennungen, deren Bedeutung nützlicherweise in
Erinnerung gerufen werden sollte, angegeben.
1.2 Diese Internationale Norm gilt nur für industrielle, in
Rohrleitungen eingebaute magnetisch-induktive Durch¬ 3.1•
Magnetisch-induktives Durchflußmeßgerät
flußmeßgeräte. Sie gilt nicht für Durchflußmeßgeräte, für Durchflußmeßgerät zur Bestimmung des Durchflusses,
Flüssigmetalle und Anwendung im medizinischen bei dem durch das strömende leitfähige Fluid in einem
Bereich, obwohl einige der beschriebenen Untersuchun¬ senkrecht zur Strömung stehenden Magnetfeld eine der
gen auf solche Geräte angewendet werden dürfen, sofern Strömungsgeschwindigkeit proportionale Meßspannung
dies zwischen dem Hersteller und dem Anwender oder induziert wird. Das magnetisch-induktive Durchflußme߬
Beurteiler vereinbart wurde. gerät besteht aus einem Aufnehmer und einem oder
mehreren Meßumformern.

2 Normative Verweisungen 3.2• Aufnehmer


Die folgenden Normen enthalten Festlegungen, die durch Ein Aufnehmer enthält folgende Teile:
Bezugnahme zum Bestandteil von ISO 9104 werden. Die —• ein elektrisch nichtleitend ausgekleidetes Meßrohr,
angegebenen Ausgaben sind die beim Erscheinen von durch das das zu messende Fluid strömt;
ISO 9104 gültigen. Da Normen von Zeit zu Zeit überarbei¬ —• ein oder mehrere Paare im Aufnehmer diametral
tet werden, wird dem Anwender dieser Norm empfohlen, gegenüberliegend angeordnete Meßelektroden zum
immer auf die jeweils neueste Fassung der zitierten Norm Abgreifen der Meßspannung;
zurückzugreifen. lEG- und ISO-Mitglieder haben Ver¬
—• einer Spulenanordnung zur Erzeugung des
zeichnisse der jeweils gültigen Ausgabe der Internatio¬
Magnetfeldes im Meßrohr.
nalen Normen.
Der Aufnehmer liefert ein dem Durchfluß proportionales
ISO 3966 : 1977 Durchflußmessung von Fluiden in Signal und in einigen Fällen das Referenzsignal.
geschlossenen Leitungen — Netz¬
messung mittels Staudrucksonden
ISO 4006 : 1991 Durchflußmessung von Fluiden in 3.3•
Meßumformer
geschlossenen Leitungen — Begriffe Der Meßumformer ist der Teil, der die durchflußproportio¬
und Kurzzeichen nale Signalspannung aus der Elektrodenspannung ermit¬
ISO 4185 : 1980 Durchflußmessung von Fluiden in telt und in ein genormtes, dem Durchfluß direkt proportio¬
geschlossenen Leitungen — Wäge¬ nales Ausgangssignal umformt. Der Meßumformer kann
verfahren am Aufnehmer angebracht sein.
ISO 5168:--^) Durchflußmessung von Fluiden —
Ermittlung von Unsicherheiten der 3.4•
Meßrohr
Durchflußmessung Rohrabschnitt des Aufnehmers, durch den das zu mes¬
ISO 6817 : 1992 Messung von leitfähigen Flüssigkeiten sende Fluid strömt. Seine Innenfläche ist üblicherweise
in geschlossenen Leitungen — Ver¬ elektrisch nichtleitend ausgekleidet.
fahren mit magnetisch-induktiven
Durchflußmeßgeräten
3.5•
Meßelektroden
ISO 7066-1 : 1989 Meßunsicherheit bei der Kalibrierung
und Anwendung von Durchflußme߬ Ein oder mehrere Paare von Elektroden, die die induzierte
einrichtungen — Teil 1 : Lineare Kenn¬ Spannung abgreifen.
linien
ISO 7066-2 : 1988 Meßunsicherheit bei der Kalibrierung 3.6•
Anfangswert des Meßbereiches
und Anwendung von Durchflußme߬ Der niedrigste Wert der zu messenden Größe, auf die das
einrichtungen — Teil 2: Nichtlineare Gerät eingestellt ist.
Kennlinien
ISO 8316 : 1987 Durchflußmessung von Flüssigkeiten
in geschlossenen Leitungen — Verfah¬
3.7•
Endwert des Meßbereiches
ren der Volumenbestimmung mit Der höchste Wert der zu messenden Größe, auf die das
einem Meßbehälter Gerät eingestellt ist.
lEC 68-2-3 : 1969 Grundlegende Umweltprüfverfahren —
Prüfung Ca: Feuchte Wärme, konstant ^) Noch nicht veröffentlicht. (Revision von ISO 5168 : 1978)
Q^ito A
EN 29104 : 1993

3.8• Spanne ANMERKUNG 2: Bekanntermaßen werden für die


Algebraische Differenz zwischen den unteren und oberen Durchflußmessung Bezugsnormale unterschied¬
Werten. Die Spanne ist z. B. gleich 16 mA, wenn der licher Art verwendet. Auf Geräte, die direkt die
Bereich zwischen 4 mA und 20 mA liegt. Basiseinheiten Masse, Länge und Zeit messen,
wird im allgemeinen eher Bezug genommen als
auf Primärnormale. Andere Geräte, einschließlich
3.9•
Gleichtaktspannung einiger Durchflußmeßgeräte, die gegen Primärnor¬
Die zwischen Elektroden und Bezugspotential gleichmä¬ mal kalibriert sind, können zur Messung des
ßig vorhandene Spannung. Durchflusses für Kalibrierzwecke verwendet wer¬
den, wenn sie eine hohe Reproduzierbarkeit auf¬
weisen. Diese Geräte werden im allgemeinen als
3.10•
Referenzsignal Sekundärnormale angesehen.
Ein im Aufnehmer erzeugtes zum magnetischen Fluß Zukünftige Entwicklungen in der Durchflußmessung von
proportionales Signal, welches im Meßumformer mit der Flüssigkeiten mögen Bezugsnormale entwickeln, die einen
Meßspannung verglichen wird. hohen Genauigkeitsgrad besitzen. Solche Entwicklungen
werden anerkannt, vorausgesetzt, daß die Genauigkeit die¬
3.11•Ausgangssignal ser Geräte auf grundlegende Messungen rückführbar ist
Dem Durchfluß proportionales Signal am Ausgang des und daß die Geräte eingehend auf ihre Unsicherheit und
Meßumformers. ihren Einfluß auf die Kalibrierung zu prüfender Geräte
untersucht worden sind.
3.12•
Durchfluß-Endwert 4.1.4• Der Durchflußmeßbereich des Referenz-Durchflu߬
Durchfluß entsprechend einem festgelegten Endwert des meßgerätes oder des Kalibriernormals muß ebenso groß
Ausgangssignals. sein wie der Bereich des zu prüfenden Durchflußme߬
gerätes. Wird für das Durchflußmeßgerät der Einbau in
mehr als eine Prüfeinrichtung verlangt, müssen beide (alle)
3.13•
Schiedsmessungen beschrieben werden.
Wiederholte Messungen unter streng kontrollierten atmo¬ Die Fehlergrenze des Referenznormals sollte nicht größer
sphärischen Bedingungen, die durchgeführt werden, sein als ein Drittel der Fehlergrenze des zu prüfenden
wenn die Korrekturfaktoren zur Anpassung der für atmo¬ Gerätes.
sphärische Bedindungen empfindlichen Parameter an die
Standard-Atmosphärenwerte unbekannt sind, und wenn 4.1.5•Die Meßeinrichtung und die Referenznormale müs¬
Messungen im empfohlenen Bereich der atmosphäri¬ sen ausführlich beschrieben werden, einschließlich der
schen Umgebungsbedingungen nicht zufriedenstellend Rückführbarkeit des Referenznormals und der Unsicher¬
sind. heit des Meßaufbaus. Die Berechnung der Unsicherheit
der Durchflußmessung muß ISO 5168, ISO 7066-1 und
ISO 7066-2 entsprechen.
4 Allgemeine Untersuchungsverfahren
4.1.6• Der Meßaufnehmer muß während der Messungen
Die meisten Untersuchungsverfahren für magnetisch¬ vollständig mit Flüssigkeit gefüllt sein. Die Bedingungen
induktive Durchflußmeßgeräte werden durchgeführt, wenn nach Abschnitt 4.3 müssen erfüllt sein.
die Flüssigkeit sowohl durch das Durchflußmeßgerät als
auch durch das Normal einer Kalibriereinrichtung oder 4.1.7•Werden während der Prüfung Einstellungen an dem
durch das Referenz-Durchflußmeßgerät fließt. In der Me߬ zu prüfenden magnetisch-induktiven Durchflußmeßgerät
strecke muß eine mittlere stationäre Strömung sicherge¬ vorgenommen, so sind diese in einen Bericht aufzu¬
stellt sein, die frei ist von Schwankungen der örtlichen nehmen. Die Auswirkungen dieser Einstellungen auf das
Geschwindigkeiten wie sie bei den industriellen Durch¬ Betriebsverhalten bei Referenzbedingungen sollten
flußbedingungen durch Turbulenzen im Reynoldzahl- bestimmt und in Prozent des gemessenen Durchflusses
bereich entstehen können. Weiterhin sollte die Me߬ angegeben werden.
unsicherheit des Referenz-Durchflußmeßgerätes oder
der Kalibriereinrichtung berücksichtigt werden, wenn 4.1.8• Die Eigenschaften eines magnetisch-induktiven
man die Meßunsicherheit des zu prüfenden magnetisch¬ Durchflußmeßgerätes ergeben sich aus dem Zusammen¬
induktiven Durchflußmeßgerätes abschätzt. wirken vieler Einflußgrößen. Zur Untersuchung wird im all¬
gemeinen eine Größe geändert und die Auswirkung die¬
Eine möglichst enge Zusammenarbeit zwischen der
ser Änderung festgestellt. Die gleichzeitige Änderung
untersuchenden Stelle und dem Hersteller ist anzustre¬
mehrerer Einflußgrößen muß durch geeignete Meßanord¬
ben. Wenn ein Untersuchungsprogramm beschlossen
nungen vermieden werden.
wird, müssen die Herstellerangaben beachtet werden. Zu
den Untersuchungsprogrammen und den Ergebnissen
sollte der Hersteller Stellung nehmen. 4.2 Einbau
4.2.1 Einbau in Rohrleitungen
4.1 Allgemeine Anforderungen Der Einbau von Aufnehmer und Meßumformer eines
4.1.1•
Die Strömung muß stationär sein. magnetisch-induktiven Durchflußmeßgerätes sollte nach
den Einbauvorschriften des Herstellers und nach
4.1.2•Die Strömung in der störungsfreien Einlaufstrecke ISO 6817 erfolgen.
muß axialsymmetrisch und frei von Drall und Pulsation Die Meßstrecke muß während der Prüfung vollständig mit
sein. Flüssigkeit gefüllt sein. Um dies sicherzustellen, sind in
4.1.3• Die Referenz-Durchflußmeßgeräte oder die kalibrier¬ der Meßstrecke geeignete Entlüftungseinrichtungen
ten Prüfeinrichtungen zum Messen des Durchflusses oder vorzusehen, um die dort enthaltenen Lufteinschlüsse zu
der Menge müssen den Anforderungen nach ISO 4185 und beseitigen.
ISO 8316 oder anderen in Normen angegebenen Normale Der Empfehlung der Hersteller, Erdungsringe zu verwen¬
zum Messen des Durchflusses entsprechen. den, ist zu folgen: ihre Anwendung ist anzugeben.
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EN 29104 : 1993

4.3.1• Gaseinschlüsse
Fehlt eine Empfehlung des Herstellers für die Eigenschaf¬
Der Meßstoff muß frei sein von Gaseinschlüssen, wobei
ten der anschließenden Rohrleitung, so kann es notwen¬
der Prüfdruck an jedem Punkt des Meßkreises oberhalb
dig sein, die Wirkungen auf das Betriebsverhalten beim
Gebrauch verschiedener Werkstoffe festzustellen. des Dampfdrucks liegen muß, um zu verhindern, daß
Gase in den Meßstoff gelangen.
Beispiele für Werkstoffe:
—• Kunststoffrohre (elektrisch nichtleitend und anti¬ 4.3.2• Bereich der Leitfähigkeit
magnetisch), Die Leitfähigkeit der Flüssigkeit sollte im Bereich zwi¬
—• Stahlrohre (elektrisch leitend und magnetisch), schen 5 mS/m (50 [xS/cm) bis 500 mS/m (5000 fiS/cm)
—• austenitische (nichtrostende Stahlrohre (elektrisch liegen oder den Angaben des Herstellers entsprechen.
leitend und antimagnetisch).
Die Ergebnisse dieser Untersuchungen sind in Prozent 4.4 Umgebungsbedingungen
des gemessenen Durchflusses anzugeben. für Untersuchungen
In allen Fällen muß die Montageanweisung des Herstel¬ Die In dieser Internationalen Norm festgelegten Bedin¬
lers für die Meßeinrichtung beachtet werden. gungen für die Untersuchungen stimmen mit lEC 160
Sofern vom Hersteller keine anderen Angaben vorliegen, überein.
muß das magnetisch-induktive Durchflußmeßgerät in Untersuchungen und Kalibrierungen sollten, wenn nicht
Rohrleitungen eingebaut werden, die die gleiche Nenn¬ anders angegeben, unter den festgelegten Referenz¬
größe und den gleichen Rohrinnendurchmesser aufwei¬ bedingungen durchgeführt werden; alle Festlegungen in
sen, wie die anschließenden Ein- und Auslaufstrecken. dieser Internationalen Norm beziehen sich auf diese
Der Innendurchmesser der Elnlaufstrecke darf nie kielner Referenzbedingungen.
sein als der Innendurchmesser des magnetisch-induk¬
tiven Durchflußmeßgerätes. Der Rohrinnendurchmesser 4.4.1• Genormtes Referenzklima
sollte gegenüber dem Innendurchmesser des Durchflu߬ Für die Anwendung dieser Internationalen Norm Ist das
meßgerätes um nicht mehr als 3% größer sein. folgende Referenzkllma festgelegt:
Der Aufnehmer muß zwischen einer geraden, störungs¬ —• Temperatur:• 20°G
freien Elnlaufstrecke von mindestens 10 • DN und einer —• Relative Luftfeuchte: 65%
ungestörten Auslaufstrecke von mindestens 5 • DN ein¬ —• Luftdruck:• 1013 mbar (101,3 kPa)
gebaut werden (Störungen sind z.B. Ventile, teilweise
Dieses genormte Referenzkllma ist das Klima, auf das
geöffnete Schieber, Rohrkrümmer). Wenn drallfreie
Meßwerte, die unter anderen Klimabedingungen gemes¬
Geschwindigkeitsprofiie gefordert werden, müssen Strö¬
sen wurden, umgerechnet werden. Es ist bekannt, daß in
mungsgleichrichter eingebaut werden (siehe Anmerkung
manchen Fällen kein Korrekturfaktor für die Luftfeuchte
5.2.3.2).
angegeben werden kann. In diesen Fällen wird durch das
Die Verbindungen zwischen dem magnetisch-induktiven genormte Referenzklima nur die Temperatur und der
Durchflußmeßgerät und den Rohrleitungen sind so aus¬ Atmosphärendruck berücksichtigt.
zuführen, daß Dichtungen nicht in die Rohrleitung hinein¬
ragen. Dieses Klima Ist gleich den Referenzbedingungen für den
Betrieb, die normalerweise vom Hersteller angegeben
Aufnehmer ohne Flanschen, die zwischen Flanschen ein¬ werden.
gebaut werden, müssen so konzentrisch wie möglich
angeordnet sein. 4.4.2• Zulässiger Bereich der Umgebungsbedingungen
Besteht die Möglichkeit, daß das magnetische Feld des für Untersuchungen
magnetisch-induktiven Durchflußmeßgerätes durch Der zulässige Bereich der Umgebungsbedingungen für
Umgebungseinflüsse beeinflußt werden kann, sollte Untersuchungen Ist in Tabelle 1 angegeben.
Rücksprache mit dem Hersteller erfolgen.
Tabelle 1
4.2.2 Elektrisqhe Installation
Bedingung Zulässiger Bereich
Das Potential der zu messenden Flüssigkeit und des Auf¬
nehmers sollten gleich sein und möglichst dem Erdpoten¬ Temperatur 4°C bis35°G
tial entsprechen. Die leitende Verbindung zwischen der
Relative Luftfeuchte 35% bis 75%
Flüssigkeit und dem Gehäuse des Aufnehmers wird z. B.
durch einen direkten Kontakt mit der anschließenden Luftdruck 860 mbar (86 kPa)
Rohrleitung oder durch Erdungsringe an beiden Enden bis 1060 mbar (106 kPa)
des Aufnehmers hergestellt. Elektromagnetische Dieser Wert muß angegeben
Für die Anschlüsse zwischen Aufnehmer und Meßumfor¬ Felder werden, wenn er von Bedeu¬
mer müssen die Betriebsanleitungen des Herstellers tung Ist.
sorgfältig befolgt werden. Dies gilt ebenso für den
Anschluß an die Hilfsenergie. Die größte zulässige Temperaturänderung während jeder
Untersuchung ist 5°C in 1 h.

4.3 Meßstoff 4.4.3 Normklima für Schiedsmessungen


Da die Beschaffenheit des Meßstoffes Eigenschaften des Wenn Korrekturfaktoren zur Umrechnung von klima¬
Durchflußmeßgerätes beeinträchtigen können, wird im all¬ abhängigen Parametern auf die Werte des Normkllmas
gemeinen Wasser mit Temperaturen zwischen 4°C und unbekannt sind und Messungen Im empfohlenen Bereich
35 °C, frei von Lufteinschlüssen, magnetischen Teilchen der Umgebungsklimabedingungen nach Abschnitt 4.4.2
und frei von sichtbaren Teilchen, verwendet. Für andere nicht zufriedenstellen, sollten wiederholte Messungen
Meßstoffe gilt, daß Viskosität, Leitfähigkeit und Dichte unter enger tolerierten Klimabedingungen durchgeführt
bekannt sein (durch den Handelsnamen) oder unmittelbar werden.
vor und nach der Prüfung bestimmt und im Bericht ange¬ Bei Anwendung dieser Internationalen Norm gelten für
geben werden müssen. Schiedsmessungen die Klimabedingungen nach Tabelle 2.
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Tabelle 2 4.6•
Signalausgang
4.6.1• Analogausgang
Grenz¬
Bedingung Nennwert Die Bürde muß gleich dem arithmetischen Mittelwert der
abweichung
zulässigen Höchst- und Mindestwerte sein oder dem vom
Temperatur 20 °C + 2°C Hersteller angegebenen Referenzwert für die Bürde ent¬
sprechen.
Relative
Luftfeuchte 65% + 5% 4.6.2• Frequenzausgang
Luftdruck 860 mbar (86 kPa) Die Bürdenimpedanz muß den kleinsten zulässigen Wert
bis 1060 mbar (106 kPa) haben.

Für tropische, subtropische oder andere besondere 4.7• Nullpunktprüfung


Anforderungen sind in lEC 160 entsprechende Norm- Um die Lage des Nullpunktes des magnetisch-induktiven
klimate für Schiedsmessungen angegeben. Durchflußmeßgerätes zu prüfen, muß der Durchfluß durch
den Aufnehmer gleich Null und das Gerät stationär mit
Flüssigkeit beaufschlagt werden.
4.5 Nennbedingungen für die Kalibrierung
wälirend der Unterteilung 4.8•
Andere Bedingungen
4.5.1• Referenzwerte Druckschwankungen oder Pulsieren im Druck, die die
Als Referenzwerte gelten die vom Hersteller festgelegten Messung beeinträchtigen, darf es nicht geben.
Werte.
4.9• Kalibrierung des Durchflußmeßgerätes;
4.5.2• Grenzabweichungen Anforderungen und Verfahren
Für die elektrische Hilfsenergie gelten die Grenzabwei¬ Für das zu prüfende Durchflußmeßgerät und die Prüfein¬
chungen nach Tabelle 3, sofern zwischen Anwender und richtung müssen konstante Bedingungen gegeben sein
Hersteller keine engeren Grenzabweichungen vereinbart (z.B. eine Aufwärmphase vor Beginn der Untersuchung von
Tabelle 3 mindestens 15 min bei stationären Umgebungsbedingun¬
gen). Während dieser Aufwärmphase sollte der Ausgang
Größe Grenzabweichung ungefähr in der Mitte seines Bereiches sein. Umgebungs¬
einflüsse, die die Untersuchungsergebnisse auswirken kön¬
Nennspannung + 1% nen, müssen beobachtet und aufgezeichnet werden.
Nennfrequenz + 1% Wenn nicht anders festgelegt, muß das Durchflußme߬
gerät vor der Untersuchung am Meßbereichsanfang und
Oberwellenanteil weniger als 5% (Wechselstrom) -ende justiert werden, um die Abweichungen zu mini¬
Welligkeit weniger als 0,1 % (Gleichstrom) mieren.
Wenn die Beurteilung des Betriebsverhaltens eines
Durchflußmeßgerätes in festgelegten Durchflußbereichen
4.5.3 Referenzbedingungen für das Verbindungskabel erfolgt, so sollten Messungen bei 10%, 25%, 50%, 75%
Das Kabel zur Verbindung von Aufnehmer und Meßum¬ und 100% des Meßbereichsendwertes vorgenommen
former darf nicht länger als nötig sein und muß den werden (siehe Bild 1 ). Es sollte mindestens 3 Messungen
Anforderungen des Herstellers entsprechen. je Meßpunkt vorgenommen werden.

3 r

© ©
3
C

10 25•
50 75 100

Durchfluß in Prozent vom Meßbereichsendwert

1-1

-3 Bild 1 : Kalibrierung, die die Verteilung der Meßpunkte zeigt


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EN 29104 : 1993

Aus den Meßergebnissen jedes Durcliflusses ist der Mittel¬ 5.2.3 Geschwindigkeitsverteilung
wert zu bilden. Der Untersctiied zwisclien diesem und dem Ein gegenüber der Erstkalibrierung deutlich gestörtes
korrespondierenden Wert des Meßnormals ist die Meßab¬ Strömungsprofil kann bei magnetisch-induktiven Durch¬
weichung bezogen auf dieses Normal. Die Ergebnisse die¬ flußmeßgeräten zu einer Änderung gegenüber den kali¬
ser Untersuchungen sind in Prozent des gemessenen brierten Werten führen. Die Anordnung von z.B. Krüm¬
Durchflusses oder der Ausgangsspanne anzugeben. mern und Einbauten in der Einlaufstrecke ist einer von
Die Meßunsicherheit bei der Durchflußmessung muß nach vielen Faktoren, die das Strömungsprofil stören können.
ISO 5168 und ISO 7066 beurteilt werden. Ausgehend von störungsfreien Einlaufstrecken sind durch
Wenn das zu prüfende Meßgerät mit einer Meßbereichs- die folgenden Untersuchungen die Einflüsse von Einbau¬
umschaltung ausgerüstet ist, muß die obige Prüfvorschrift störungen auf das magnetisch-induktive Durchflußme߬
auf jeden dieser Meßbereiche angewendet werden. Die gerät zu ermitteln. Um ein ausgebildetes Strömungsprofil
Vergleichbarkeit der Meßwerte in jedem der Meßbereiche unmittelbar vor dem magnetisch-induktiven Durchflu߬
muß bei identischen Meßpunkten durch Umschalten der meßgerät sicherzustellen, sollte eine Durchflußmessung
Meßbereiche überprüft werden. nach ISO 3966 vorgenommen werden.
Die Ergebnisse der Untersuchungen nach den Ab¬
schnitten 5.2.3.1 bis 5.2.3.3 sind für jeden Meßpunkt in
5 Beurteilung der Wirkung einer Einflußgröße Prozent des gemessenen Durchflusses anzugeben. Die
5.1•
Allgemeines Referenzbedingungen für den Durchfluß werden üblicher¬
weise durch eine Naßkalibrierung des magnetisch-induk¬
Es gibt zwei Arten von Einflußgrößen, die untersucht wer¬ tiven Durchflußmeßgerätes ermittelt, welches in ausrei¬
den müssen. Einflußgrößen, die auf die Flüssigkeit inner¬ chend langen, geraden Rohrstrecken mit gleichen Durch¬
halb des Aufnehmers des Durchflußmeßgerätes einwir¬ messern eingebaut wird.
ken, und solche, die außerhalb entstehen.
Interne Einflüsse betreffen Änderungen, z.B. der Temperatur, 5.2.3.1• Reduzierstück
des Strömungsprofils und der Leitfähigkeit der Flüssigkeit. Ein symmetrisches Reduzierstück mit einer Verjüngung
Äußere Einflußgrößen betreffen Änderungen der Tempe¬ 2 • DN zu 1 • DN wird in der Einlaufstrecke des Durch¬
ratur, Feuchte, des Luftdrucks und Änderungen in der flußmeßgerätes für eine Untersuchung unmittelbar an
Hilfsenergie, Netzspannung oder -frequenz. den Flansch des Gerätes und für eine zweite Untersu¬
Wenn nichts anderes festgelegt ist, werden für die Ein¬ chung im Abstand 5 • DN vor seiner Meßelektrodenebene
flußgrößen die Abweichungen von den unter Referenzbe¬ angebracht. Obwohl ein Reduzierstück mit einer Länge
dingungen erzielten Werten ermittelt. Die anderen Bedin¬ von 3 • DN, bezogen auf den kleineren Durchmesser,
gungen werden gegenüber den Referenzbedingungen empfohlen wird, dürfen nach Vereinbarung mit den Betei¬
nicht verändert. ligten auch andere handelsübliche Ausführungen mit
Falls nicht anders vereinbart, muß die Untersuchung mit anderen Längen eingesetzt werden. Die Maße müssen
einem Durchfluß entspechend einer mittleren Strömungs¬ aufgenommen und aufgezeichnet werden.
geschwindigkeit von 1 m/s durchgeführt werden. Wenn Vergleichende Messungen der Innendurchmesser am
Aufnehmer und Meßumformer getrennte Anschlüsse für Austritt des Reduzierstückes und am Eintritt des Meßge¬
die Hilfsenergie haben, sind beide aus einer gemeinsa¬ rätes müssen an mindestens zwei senkrecht gegenüber¬
men Hilfsenergiequelle zu versorgen. Können am Me߬ liegenden Punkten erfolgen. Durch diese Prüfung wird
umformer Bereiche für die Geschwindigkeit eingestellt sichergestellt, daß die Durchmessersprünge zwischen
werden, so sollte das Gerät auf 2 m/s eingestellt werden. den Innendurchmessern der oben beschriebenen Teile
Die Ausgangsbürde (Analog) sollte den vom Hersteller innerhalb von üblichen für die Durchflußmessung an¬
angegebenen Höchstwert nicht überschreiten. nehmbaren Toleranzen liegt (siehe Abschnitt 4.2.1).
Die Messungen sollten an jedem der empfohlenen Me߬
5.2•
Interne Einflüsse punkte innerhalb des Durchflußbereiches des Meßgerä¬
tes vorgenommen werden (siehe Abschnitt 4.9).
5.2.1• Temperatur der Flüssigkeit
In Sonderfällen darf auch mit anderen gebräuchlichen
Der Einfluß einer Temperaturänderung der Flüssigkeit Reduzierstücken (auch solchen, die Stufungen bilden)
muß bei verschiedenen Temperaturen bestimmt werden; geprüft werden. Die Konstruktion solcher Reduzierstücke
gleichzeitig muß die Umgebungstemperatur konstant ist zu beschreiben; die Maße müssen angegeben und im
gehalten werden. Um den Einfluß der Temperatur deutlich Prüfbericht aufgezeichnet werden.
zu machen, sollten sich die gewählten Temperaturberei¬
che hinreichend von den Referenzbedingungen unter¬ 5.2.3.2• Schieber in der Einlaufstrecke
scheiden. Gemessen werden für einen kleinen Bereich Es sind verschiedene Meßreihen durchzuführen, bei denen
und für die Gesamtspanne des Durchflusses die Verän¬ ein Schieber in der Einlaufstrecke jeweils im Abstand
derungen des stationären Zustandes, hervorgerufen 2 • DN und 5 • DN (bei Meßgerätelängen > 4 DN direkt) vor
durch Änderungen der Flüssigkeitstemperatur. Die Ergeb¬ der Meßelektrodenebene eingebaut werden muß (siehe
nisse sind in Prozent des gemessenen Durchflusses Bild 2). Die Spindel des Schiebers sollte dabei a) senkrecht
anzugeben. Einzelheiten müssen mit dem Hersteller ver¬
und b) parallel zur Meßelektrodenachse liegen.
einbart werden (siehe auch Abschnitt 4.3.1).
Zwei Prüfanordnungen sollten untersucht werden. Einmal
5.2.2• Leitfähigkeit der Flüssigkeit wird der Schieber als Strömungssimulator bei stationärem
Der Einfluß von Änderungen der elektrischen Leitfähigkeit Durchfluß benutzt, zum anderen mit festen Schiebeöffnun-
der Flüssigkeit muß an drei Flüssigkeiten mit verschiede¬ gen^) von 25% und 50%, wobei der Durchfluß durch ein
nen Leitfähigkeiten einschließlich der vom Hersteller fest¬ Ventil des kalibrierten Prüfstandes eingestellt wird.
gelegten Grenzwerte bestimmt werden. Die Ergebnisse
dieser Untersuchung sind in Prozent des gemessenen ^) Prozentuale Angaben für die Durchgangsöffnung
Durchflusses anzugeben. beziehen sich auf die Stellung der vorderen Kante des
ANMERKUNG 3: Diese Untersuchung ist nur dann Abschlußkörpers, ausgedrückt als Prozentsatz des
erforderlich, wenn die Leitfähigkeit der Flüssigkeit Rohrdurchmessers zur vollständig geöffneten Stellung
geringer als 5 mS/m (50 fiS/cm) ist. des Schiebers.
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Meßelektrodenebene

Scliiebermit-• —,
senkrechter Spindel 1 Durchflunregelventii

Strömungsrichtung 5 DN 10 DN min.

i
L Schieber mit
waagerechter Spindel
Bild 2: Beispiele von Anordnungen von Schiebern in der Einlaufstrecke für die Untersuchung der Störeinflüsse

Um Kavitationen zu vermeiden, muß der Druck im Rohr¬ das Meßgerät untersucht werden, der einmal unmittel¬
system bei den IVIessungen ausreichend hoch sein. bar und bei der zweiten Meßreihe im Abstand 5 • DN
Bei allen Untersuchungen sollten mindestens vier Mes¬ vor der Meßelektrodenebene in die Einlaufstrecke ein¬
sungen, verteilt über den Durchflußbereich, vorgenom¬ gebaut werden muß.
men werden (siehe Bilder 3 a und 3 b). b) Zwei Rohrkrümmer
ANMERKUNG 4; Die vorstehend beschriebenen Weitere Meßreihen sollten mit zwei rechtwinklig in
Rohrleitungsanordnungen sollten nur als Möglich¬ zwei Ebenen hintereinander angeordneten Rohr¬
keit angesehen werden, die Auswirkungen von krümmern durchgeführt werden, die einmal unmittel¬
störenden Einflüssen zu messen. Eine Anordnung bar und danach im Abstand 5 • DN vor der Meßelek¬
eines Regelventils in der Einlaufstrecke wird nicht trodenebene in die Einlaufstrecke eingebaut werden
empfohlen, da Änderungen der Kalibrierdaten müssen.
durch Verzerrungen des Strömungsprofils am Für jede Prüfanordnung sollten an jedem empfohlenen
Auslauf des Ventils möglich sind. Diese Verzer¬ Meßpunkt innerhalb des Durchflußbereiches des Me߬
rungen sind erheblich und hängen von der Ven¬ gerätes Meßwerte abgelesen werden. Bei allen Messun¬
tilöffnung und der Strömungsgeschwindigkeit gen sollte die Ausrichtung der Krümmungsebene(n) des
ab. Ist die Anordnung eines Regelventils im Krümmers, bezogen auf die Elektrodenmittelachse, in
Bereich des Durchflußmeßgerätes erforderlich, den Prüfaufzeichnungen festgehalten werden, vorzugs¬
so ist dies stets in die Auslaufstrecke einzu¬ weise in Form einer Skizze, die die sachdienlichen
bauen, damit die Einflüsse auf die Kalibrierung Daten zeigt.
vernachlässigbar gering sind. ANMERKUNG 6: Die Kosten für die Untersuchung
von magnetisch-induktiven Durchflußmeßgeräten
5.2.3.3 Rohrkrümmer für große Durchmesser sind erheblich. Bei Unter¬
In der Tabelle 4 sind Rohrleitungsanordnungen darge¬ suchungen von Durchflußmeßgeräten größer
stellt, die einen oder zwei Rohrkrümmer in der Einlauf¬ DN 100 sollten daher zwischen Hersteller und An¬
strecke aufweisen. Zwischen den an der Untersuchung wender preiswertere oder andere Arten von Ein¬
Beteiligten, insbesondere zwischen dem Hersteller bzw. laufstörungen, z.B. Kreis- oder Segmentblenden
Lieferer und dem Anwender sowie dem Prüflabor, sollten (siehe Bild 4), vereinbart werden.
die Prüfanordnungen nach Tabelle 4 festgelegt und doku¬
mentiert werden.
ANMERKUNG 5: Wenn nicht anders angegeben, 5.2.4 Druck der Flüssigkeit
steht die Meßelektrodenachse senkrecht zur Der Einfluß einer Änderung des Druckes der Flüssigkeit
Rohrachse, die das Elektrodenpaar enthält. auf das Ausgangssignal sollte möglichst im gesamten
a) Ein Rohrkrümmer Druckbereich untersucht werden. Die Ergebnisse dieser
Es sollten durch Messungen die Einflüsse von einem Untersuchungen sind in Prozent des gemessenen Durch¬
Rohrkrümmer (mit Krümmungsradius r = 1,5 • DN) auf flusses anzugeben.
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Schieberöffnung in Prozent vom Durchmesser

a) Im Abstand von 1,5 • DN vor der l\/leßelel<trodenebene angeordnete Scliieber mit Spindel
im rechten Winkel zur Elektrodenachse

Schieberöffnung in Prozent vom Durchmesser

b) Im Abstand von 5,5 • DN vor der Meßelektrodenebene angeordente Schieber mit Spindel
im rechten Winkel zur Elektrodenachse

Bild 3: Beispiele für die Störungen durch einen Schieber in der Einiaufstrecl<e (auf praktischen Daten beruhend)
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Tabelle 4

Abstand
des Austritts Skizze
Prüf¬ Allgemeine
Beschreibung des Rohrkrümmers der Rohrleitungs-
anordnung Bemerkungen
zur Meßelektroden¬ anordnung^)
ebene

einzelner Rohrkrümmer
1 parallel zur
Meßelektrodenachse
o-h—1
direkt am Einlauf
einzelner Rohrkrümmer
2 im rechten Winkel zur jH-H
Meßelektrodenachse

3 wie Prüfanordnung 1

5 DN
cH hH

4 wie Prüfanordnung 2 jH HH

zwei in gleicher Ebene


hintereinanderliegende
5
Rohrkrümmer senkrecht
zur Meßelektrodenachse
direkt am Einlauf
zwei hintereinanderliegende
um 90° versetzte
6
Rohrkrümmer senkrecht
zur Meßelektrodenachse

7 wie Prüfanordnung 5

5DN

8 wie Prüfanordnung 6

Meßelektroden¬
9 wie Prüfanordnung 5 achse im
rechten Winkel zu 5
direkt am Einlauf
Meßelektroden¬
10 wie Prüfanordnung 6 achse im
rechten Winkel zu 6

Meßelektroden¬
11 wie Prüfanordnung 7 achse im
rechten Winkel zu 7
5 DN
Meßelektroden¬
12 wie Prüfanordnung 8 achse im
rechten Winkel zu 8

Erklärung: Durchflußmeßgerät

Elektroden in waagerechter Lage Rohrkrümmer jH Q-|

tieKtroaen in senKrecnter Lage 1


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25 % geschlossen 25 % geschlossen 25 % geschlossen

Elektrodenebene Elektrodenebene Elektrodenebene

50 % geschlossen 50 % geschlossen 50% geschlossen

Elektrodenebene Elektrodenebene Elektrodenebene

Bild 4: Prüfanordnung, um die Auswirl<ungen von Einlaufstörungen mit Blenden zu bestimmen

5.3 Äußere Einflüsse 5.3.2 Elel<trische Störspannungen


5.3.1 Einflüsse durcli Änderung der Hilfsenergie Für alle in diesem Abschnitt festgelegten Untersuchun¬
5.3.1.1• Änderung von Spannung und Frequenz gen muß der Durchfluß konstant auf 50% der Spanne
gehalten werden.
Bei dieser Untersuchung müssen für einen kleinen Bereich
und für die Gesamtspanne des Durchflusses unter Berück¬
5.3.2.1• Vorübergehende Überspannungen
sichtigung der Bürde nach Abschnitt 5.1 die Änderungen
im Energieversorgungsnetz
gemessen werden, die sich aus dem Angleichen der Hilfs¬
energie an die nachstehenden Angaben ergeben. Spannungsspitzen müssen der Hilfsenergie überlagert
werden. Die Energie der Spannungsspitze muß 0,1 J
a)• Spannung:
betragen, ihre Amplitude muß 100%, 200% und 500%
a)• Nennwert, Überspannung ausmachen (Prozent der effektiven Nenn¬
b)• +10% oder die vom Hersteller angegebene spannung des Netzes). Die Spitze kann durch Kondensa¬
Grenze, wenn diese darunterlegt, torentladung oder eine andere Vorrichtung, das die glei¬
c)• -15% oder die vom Hersteller angegebene che Wellenform ergibt, erzeugt werden.
Grenze, wenn diese darunterliegt. Die Energieleitung muß durch passende Abschirmfilter
b)• Frequenz: geschützt werden, die aus mindestens einer den Netz¬
a)• Nennwert, strom tragenden Schutzdrossel von 500 (xH bestehen.
b)• Referenzwerte + 2% und - 10% oder die vom Zwei Impulse jeder Amplitude, phasengleich auf die
Hersteller angegebene Grenze, wenn diese enger¬ Spannungsscheitel gesetzt, müssen angelegt werden
liegt. oder wahlweise mindestens zehn Impulse beliebiger Pha¬
senlage zur Netzstromversorgung. Jede vorübergehende
Unter der Bedingung geringster zulässiger Spannung und oder bleibende Änderung der Ausgangsgröße des Me߬
geringster zulässiger Frequenz muß eine Prüfung erfolgen, gerätes muß aufgezeichnet werden.
um festzustellen, ob beim Endwert der Eingangsgröße die
Ausgangsgröße nicht unter ihrem Endwert begrenzt wird.
5.3.2.2• Einfluß der Störspannungen
Die Ergebnisse dieser Untersuchungen sind in Prozent des
gemessenen Durchflusses anzugeben. Es kann notwendig sein, den Meßumformer so zu justie¬
ren, daß sowohl die negativen als auch die positiven
5.3.1.2• Unterbrechungen der Hilfsenergie Änderungen ermittelt werden können. Bild 5 zeigt ein all¬
Zweck dieser Untersuchung Ist es, das Verhalten des gemeines Anschlußschaltbild.
magnetisch-induktiven Durchflußmeßgerätes beim Um¬ Die Ergebnisse jeder Untersuchung müssen als Verhält¬
schalten auf eine Notstromversorgung zu bestimmen. Der nis der Abweichung zu dem Wert der die Abweichung
Durchfluß muß bei 50% der Meßspanne konstant gehal¬ verursachenden Störung angegeben werden.
ten werden.
Die Hilfsenergie muß unterbrochen werden für 5 ms, 5.3.2.2.1 Gleichtakt-Störspannungselnfluß einer Wechsel¬
20 ms, 100 ms, 200 ms und 500 ms bei Gleichstromver¬ spannung zwischen den Erdungen von
sorgung oder für 1, 5, 10 und 25 Perioden beim Nulldurch¬ Aufnehmer und Meßumformer (hinsichtlich
gang für Wechselstromversorgung. induzierte Gleichtakt-Spannung) [Bild 6 a)]
Folgende Werte sind aufzuzeichnen: Ein Differenzpotential zwischen der Erdung des Aufneh¬
a)• Die größte vorübergehende negative und positive mers und der Erdung des Meßumformers überträgt die
Änderung des Ausgangssignals; Gleichtaktspannung auf die Meßelektroden.
b)• die Zeit, die das Ausgangssignal benötigt, um 99% In der Praxis Ist dieses Differenzpotential netzfrequent.
seines Beharrungswertes zu erreichen, nachdem die Mit folgender Untersuchung wird die Wirkung der netz-
Hilfsenergie wieder zugeschaltet wurde; frequenten Gleichtaktspannung auf das Betriebsverhalten
c)• jede bleibende Änderung des Ausgangssignals. des magnetisch-induktiven Durchflußmeßgerätes ermittelt.
Um die Unsicherheit besser schätzen zu können, sollten Eine Wechselspannung von 50 V (Effektivwert) mit Netz¬
diese Messungen zehnmal wiederholt werden. Die Zeit frequenz muß zwischen den Erdklemmen des Aufneh¬
zwischen zwei Messungen sollte mindestens zehnmal so mers und des Meßumformers angelegt werden. Zwei
lang wie die Dauer der Messungen sein! Untersuchungen sind vorzunehmen, eine mit Störspan¬
nung in Phase mit der Netzspannung und eine mit einer
5.3.1.3• Verzerrung der Hilfsenergie 90° phasenverschobenen Störspannung.
Eine 3. harmonische Oberwelle mit einem Anteil von 5% Während dieser Untersuchungen muß sichergestellt sein,
mit variabler Phase muß der Netzspannung überlagert daß der Aufnehmer und die Flüssigkeit Innerhalb des
.werden. Die maximale Änderung im Durchflußsignal ist Gerätes erdfrei angeschlossen sind. Die Ergebnisse die¬
dann als Prozentsatz der Spanne zu bestimmen und aus¬ ser Untersuchungen sind in Prozent des gemessenen
zudrücken. Durchflusses anzugeben.
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Hilfsenergie

Meßumformer
~l

Aufnehmer

Bild 5: Allgemeines Anschlußschaltbild

Hilfsenergie

Hilfsenergie

Bild 6: Untersuchung der Wirkung auf


a)•netzfrequente Gleichtaktspannung und
b)•netzfrequente Spannung zwischen Null- und Primär-Erdung

5.3.2.2.2 Einfluß einer Wechselspannung zwischen Erde 5.3.2.2.3 Einfluß einer Wechselspannung zwischen
und der Stromversorgung (neutraler Anschluß) Erde und Ausgangsanschlüssen (Bild 7)
[Bild 6 b)] Ein netzfrequentes Differenzpotential, einstellbar zwi¬
Ein netzfrequentes Differenzpotential einstellbar zwi¬ schen 0 V und 50 V (Effektivwert) oder einer vom Her¬
schen OV und 50 V (Effektivwert) muß zwischen dem steller angegebenen Spannung, muß zwischen der Erde
Nulleiter und der Erdklemme des Aufnehmers angelegt und den Ausgangsanschlüssen angelegt werden. Es
werden. Dieses Verfahren ist gleich dem des im Ab¬ sind zwei Prüfungen durchzuführen, eine mit einer Stör¬
schnitt 5.3.2.2.1 beschriebenen. spannung In Phase mit der Netzspannung und eine mit
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Hilfsenergie EN 29104 : 1993

n
//7 Ausgang

Aufnelimer

Hilfsenergie
OVbis 50 V

/77
Bild 7: Untersuchung der Auswirkung der netzfrequenten Gleichtaktspannung zwischen Erdung und Ausgangsanschlüssen

Hilfsenergie

Bild 8: Untersuchung der Auswirkung von Wechselstrom, der zwischen einer geerdeten Verbindung
von Aufnehmer und Meßumformer fließt

einer 90° phasenverschobenen Störspannung. Die Er¬ 5.3.2.2.4 Einfluß des Stroms, der zwischen einer
gebnisse dieser Untersuchungen sind in Prozent des geerdeten Verbindung von Aufnehmer und
gemessenen Durchflusses anzugeben. Meßumformer fließt (Bild 8)
ANMERKUNG 7: Wenn keine galvanische Tren¬ Im diesem Falle wird das in Abschnitt 5.3.2.2.1 beschrie¬
nung im i\/leßumformer vorhanden ist, sollten die bene Verfahren geändert, indem man die Störspannung
Angaben des Hersteilers beachtet werden. durch einen zwischen 0 A und 20 A justierbaren Strom
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ersetzt. Die Abweichungen müssen in Prozent der Aus¬ Getrennte Meßumformer sollten in Übereinstimmung mit
gangsspanne bezogen auf den Strom in Ampere ausge¬ lEC 770 wie folgt untersucht werden:
drückt werden. Die Änderungen des Wertes des Ausgangssignals müs¬
sen bei der vom Hersteller festgelegten Mindest- und
5.3.2.2.5• Einfluß von Serlen-Störspannungen (Bild 9) Höchsttemperatur gemessen werden. Liegen diese inner¬
Diese Untersuchungen sind nur bei magnetisch-induktiven halb dieses Betriebsbereiches, müssen die Änderungen
Durchflußmeßgeräten anwendbar, die mit pulsierendem bei jeder der folgenden Umgebungstemperaturen gemes¬
Gleichfeld oder mit von der Netzfrequenz abweichender sen werden:
Feldfrequenz arbeiten. + 20 °C, + 40 °C, + 55 °C, 0°C, - 10°C, -25°C, + 20 °G.
Weil diese magnetisch-induktiven Durchflußmeßgeräte Die Temperatur muß schrittweise in der gegebenen Rei¬
netzfrequente Störspannungen unterdrücken können, henfolge ohne jedes Justieren des Durchflußmeßgerätes
sind zusätzliche Untersuchungen zum Messen dieser verändert werden. Ein zweiter, mit dem ersten identischer,
Einflüsse auf die Serienmodulation der Signale zweck¬ Temperaturzyklus muß ohne Neujustierung des Durch¬
mäßig. Meistens wird ein Transformator benutzt, der zwi¬ flußmeßgerätes durchgeführt werden.
schen Primär- und Sekundärwicklung einen geerdeten
Die Grenzabweichung für jede Temperatur beträgt ± 2°C.
Schirm besitzt und eine kleine variable Wechselspan¬
Es muß in allen Teilen des Durchflußmeßgerätes genü¬
nung zwischen den Elektroden erzeugt. Auf sorgfältige
gend Zeit für die Stabilisierung der Temperatur gewährt
Abschirmung der Signalleitung ist zu achten. Die Er¬
werden. Die Auswirkungen müssen in Prozent des
gebnisse dieser Untersuchungen sind in Prozent des
gemessenen Durchflusses, bezogen auf die Änderungen
gemessenen Durchflusses anzugeben.
in der Umgebungstemperatur, angegeben werden.
5.3.2.2.6• Einfluß der Erdung ANMERKUNG 8: Die obengenannten Tempera¬
turen beziehen sich auf die angegebenen Um¬
Diese Untersuchungen sind nur auf Meßumformer an¬
gebungstemperaturen der Luft. Die Prüfflüssigkeit
wendbar, deren elektrische Ein- und Ausgänge von der
sollte die Nennreferenztemperatur haben.
Erde isoliert sind.
Die Untersuchungen werden für einen kleinen Bereich 5.3.4• Luftfeuchte (nur für Meßumformer)
und für die Gesamtspanne des Durchflusses durchgefürt, Die Reihenfolge der Untersuchung wird in lEC 68-2-3 und
um die Änderungen des stationären Zustandes, die durch lEC 68-2-4 beschrieben.
die abwechselnde Erdung jeder Ein- und Ausgangs¬ Unmittelbar nach einem Zeitraum von 24 h bei Umge¬
klemme verursachte Änderung hervorgerufen werden, zu bungsbedingungen muß die Abweichung in Intervallen
ermitteln. von 20% des Meßbereiches gemessen werden. Änderun¬
Jede bleibende Änderung muß vermerkt werden. gen von der anfänglich unter Umgebungsbedingungen
Es sollte sorgfältig darauf geachtet werden, daß Einflüsse gemessenen Abweichung müssen vermerkt werden.
der Erdung der Prüfquelle beseitigt sein sollten. 5.3.5• Mechanische Schwingungen
Ein allgemeines Verfahren ist in lEC 68-2-6 beschrieben.
5.3.3 Umgebungstemperaturen
Es sollte jedoch bemerkt werden, daß diese Untersuchun¬
Für magnetisch-induktive Durchflußmeßgeräte, bei denen gen sehr teuer oder bei großen Durchflußmeßgeräten
Aufnehmer und Meßumformer eine Einheit bilden, sollte, sogar undurchführbar sein können. Nach Ende der Unter¬
wenn durchführbar, die Prüfung für diese Einheit vorge¬ suchung muß jede Änderung gegenüber der Kalibrierung
nommen werden. Nach jedem Einstellen der Temperatur festgehalten werden.
muß mindestens eine Zeit von 4 h für eine Temperatur-
stabilisation abgewartet werden. Der Temperaturbereich 5.3.6• Mechanischer Schocit (nur für Meßumformer)
der Untersuchung sollte durch die Betriebsbedingungen Diese Untersuchung muß nach lEC 68-2-27 durchgeführt
für die Durchflußmeßeinrichtung vorgegeben werden. werden.

/77
Bild 9: Untersuchung und Auswirkung von überlagerten netzfrequenten Störspannungen
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6 Untersuchungen für die Beurteilung Danach wird das magnetisch-induktive Durchflußmeßge¬


der Auswirl(ungen anderer Einfiußgrößen rät eingeschaltet, und nach einer ausreichenden Auf¬
wärmphase müssen alle Änderungen der Nullanzeige
6.1•
Magnetischer Einfluß protokolliert und in Prozent des Anzeigebereiches ange¬
Falls es möglich ist, daß die umgebenden magnetischen geben werden. Über einen Zeitraum von weiteren vier
Eisenwerkstoffe oder Quellen magnetischer Felder Ein¬ Wochen muß die Nullanzeige jede Woche überprüft und
flüsse ausüben, sollte mit dem Hersteller eine geeignete Änderungen protokolliert werden.
Untersuchung dieser Einflüsse vereinbart werden. Die
Ergebnisse der Untersuchungen sind zu protokollieren.
6.4•
Vagabundierende Ströme in Flüssigkeiten
6.2•
Bürdeneinfluß Vagabundierende Ströme innerhalb der Flüssigkeit, die
durch ein magnetisch-induktives Durchflußmeßgerät
Mit dieser Untersuchung müssen die Einflüsse der Ände¬
fließt, können das Ausgangssignal beeinflussen. Nach
rungen des Lastwiderstandes vom kleinsten auf den
Bild 10 können diese Ströme in die Flüssigkeit induziert
größten vom Hersteller angegebenen Wert bei größtem
werden. Zwei Prüfungen sind durchzuführen, eine mit
Durchfluß ermittelt werden. Die Ergebnisse dieser Unter¬ einer Störspannung in Phase mit der Netzspannung und
suchungen sind in Prozent des gemessenen Durchflus¬
eine mit einer 90° phasenverschobenen Störspannung.
ses anzugeben.
Die Ergebnisse dieser Untersuchungen sind in Prozent
des gemessenen Durchflusses anzugeben.
6.3•
Langzeitdrift
Die Meßstrecke muß mit Wasser gefüllt sein, welches
Umgebungstemperatur besitzt. Vor Messungen wird ein 6.5•
Hochfrequenzeinfluß
Mischen der Flüssigkeit empfohlen, um Homogenität Untersuchungen über die Auswirkung auf den Ausgang
sicherzustellen. Nach sorgfältiger Justierung muß das von Hochfrequenzstörungen müssen besondere Verein¬
magnetisch-induktive Durchflußmeßgerät für 24 h abge¬ barungen zwischen dem Hersteller und dem Anwender
schaltet werden. getroffen werden.

Hilfsenergie

Bild 10: Untersuchung der Auswirkung auf vagabundierende Ströme in Flüssigkeiten


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Anhang A (informativ)
Literaturhinweise
[1 ] lEC 160 : 1963 Standard atmospheric conditions for test purposes
[2] lEC 770 : 1984 Methods of evaluating tlie Performance of transmitters for use in industrial process control systems

Anhang ZA (normativ)
Normative Verweisungen auf internationale Publikationen
mit ihren entsprechenden europäischen Publikationen
Diese Europäische Norm enthält datierte oder undatierte Verweisungen, Festlegungen aus anderen Publikationen. Diese
normativen Verweisungen sind nachstehend aufgeführt. Bei starren Verweisungen gehören spätere Änderungen oder
Überarbeitungen dieser Publikationen nur zu dieser Europäischen Norm, falls sie durch Änderung oder Überarbeitung
eingearbeitet sind. Bei undatierten Verweisungen gilt die letzte Ausgabe der in Bezug genommenen Publikation.

Publikation Jahr Titel END/HD Jahr

ISO 3966 1977 Measurement of fluid flow in conduits — Velocity-area — —


method using current-meters in füll conduits and
under regulär flow conditions
ISO 4006 1991 Measurement of fluid flow in conduits — Vocabulary EN 24006 1993
and symbols
ISO 41 85 1980 Measurement of liquid flow in closed condutis — EN 24185 1993
Weighing methods
ISO 5168 1978 Measurement of fluid flow — Estimation of uncertainty
of a flow-rate measurement
ISO 6817 1992 Measurement of conductive liquid flow in closed con¬
duits — Methods using electromagnetic flowmeters
ISO 7066-1 1989 Assessment of uncertainty in the calibration and use
of flow measurement devices — Part 1: Linear calibra¬
tion relationships
ISO 7066-2 1988 Assessment of uncertainty in the calibration and use
of flow measurement devices — Part 2: Non-Iinear
calibration relationships
ISO 8316 1987 Measurement of liquid flow in closed conduits —
Method by collection of the liquid in a Volumetrie tank
lEC 68-2-3 1969 Basic environmental testing procedures — Test Ca:
Damp heat, steady State
lEC 68-2-4 1960 Basic environmental testing procedures — Test D:
Accelerated damp heat
lEC 68-2-6 1982 Basic environmental testing procedures — Test Fe
and guidance: Vibration (sinusoidal)
lEC 68-2-27 1972 Basic environmental testing procedures — Part 2:
Tests. Test Ea and guidance: Shock