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DEUTSCHE NORM November 1995

Durchflußmessung von leitfähigen Flüssigkeiten


in geschlossenen Leitungen DIN
Verfahren mit magnetisch-induktiven DurchflußmeBgeräten
(ISO 6817 : 1992) Deutsche Fassung EN ISO 6817 : 1995 EN ISO 6817
ICS 17.120.10

Deskriptoren: DurchfluBmessung, DurchfluBmeBeinrIchtung, magnetisch, induktiv, Leitung

Measurement of conductive liquid flow in closed conduits — Method using electromagnetic flow-meters (ISO 6817 : 1992)
German version EN ISO 6817 : 1995
Mesure de debit d'un fluide conducteur dans les conduites fermees — Methode par debltmetres electromagn^tiques
(ISO 6817 : 1992)
Version allemande EN ISO 6817 : 1995

Die Europäische Norm EN ISO 6817 : 1995 hat den Status einer Deutschen Norm.

Nationales Vorwort
Die Internationale Norm ISO 6817 ; 1992 "Measurement of conductive liquid flow in closed conduits; Method using
electromagnetic flow-meters" des Technischen Komitees ISO/TC 30 "Durchflußmessung in geschlossenen Leitungen"
wurde durch den BeschluB der CEN-Mitglieder unverändert als Europäische Norm DIN EN ISO 6817 : 1995 übernommen.
Die Verfahren zur Beurteilung des Betriebsverhaltens von magnetisch-induktiven DurchfluBmeBgeräten sind In
DIN EN 29104 enthalten.
DIN EN ISO 6817 beschreibt das Verfahren zur DurchfluBmessung von leitfähigen Flüssigkeiten mit magnetisch-indukti¬
ven DurchfluBmeBgeräten und enthält Anweisungen für die Kalibrierung, die MeBunsIcherheitsbetrachtung und die Aus¬
wahl von Werkstoffen für die Aufnehmer.
Für die im Abschnitt 2 und im Anhang B zitierten Internationalen Normen wird im folgenden auf die entsprechenden
Deutschen Normen hingewiesen:
ISO 4006 siehe DIN EN 24006
ISO 4185 siehe DIN EN 24185
ISO 7066-1 siehe DIN ISO 7066-1
ISO 9104 siehe DIN EN 29104

Internationale Patentklassifikation
G01 F 001/56

Nationaler Anhang NA (informativ)


Literaturhinweise
DIN EN 24006
DurchfluBmessung von Fluiden in geschlossenen Leitungen — Begriffe und Formelzeichen (ISO 4006 : 1991); Deut¬
sche Fassung EN 24006 : 1993
DIN EN 24185
DurchfluBmessung von Flüssigkeiten in geschlossenen Leitungen — Wägeverfahren (ISO 4185 : 1980); Deutsche
Fassung EN 24185 : 1993
DIN EN 29104
DurchfluBmessung von Fluiden in geschlossenen Leitungen - Verfahren zur Beurteilung des Betriebsverhaltens von
magnetisch-induktiven DurchflußmeBgeräten für Flüssigkeiten (ISO 9104 : 1991); Deutsche Fassung EN 29104 : 1993
DIN ISO 7066-1
Meßunsicherheit bei der Kalibrierung und Anwendung von DurchflußmeBeinrichtungen — Lineare Kennlinien; Iden¬
tisch mit ISO 7066-1 : 1989

Fortsetzung 15 Seiten EN

Normenausschuß Primäre Meßgeräte und -elnrichtungen (NPM) im DIN Deutsches Institut für Normung e.V.

© DIN Deutsches Institut für Normung e.V. Jede Art der Vervielfältigung, auch auszugsweise,û
Ref. Nr. DIN EN ISO 6817 : 1995-11
nur mit Genehmigung des DIN Deutsches Institut für Normung e.V., Berlin, gestattet.û Preisgr. 12 Vertr.-Nr. 2312
durch
EUROPÄISCHE NORM EN ISO 6817
EUROPEAN STANDARD
NORME EUROP^ENNE September 1995

ICS 17.120.10

Deskriptoren; Flüssigkeitsströmung, Durclifluß in gesclilossenen Leitungen, Strömungsmessung, Durchfiußmessung,


eiektromagnetisches Gerät, Installierung, Anforderung, Kennzeichnung

Deutsche Fassung

Durchflußmessung von leitfähigen Flüssigkeiten


in geschlossenen Leitungen
Verfahren mit magnetisch-induktiven Durchflußmeßgeräten
(ISO 6817 : 1992)

Measurement of conductive liquid flow in Mesure de debit d'un fluide conducteur


closed conduits — Method using electro- dans les conduites fermees — Methode
magnetlc flow-meters (ISO 6817 : 1992) par debltmetres electromagnetiques
(ISO 6817 : 1992)

Diese Europäische Norm wurde von CEN am 1995-08-31 angenommen.


Die CEN-Mitglieder sind gehalten, die CEN/CENELEC-Geschäftsordnung zu erfüllen, in
der die Bedingungen festgelegt sind, unter denen dieser Europäischen Norm ohne jede
Änderung der Status einer nationalen Norm zu geben ist.
Auf dem letzten Stand befindliche Listen dieser nationalen Normen mit ihren bibliogra¬
phischen Angaben sind beim Zentralsekretariat oder bei jedem CEN-Mitglied auf Anfrage
erhältlich.
Diese Europäische Norm besteht in drei offiziellen Fassungen (Deutsch, Englisch, Fran¬
zösisch). Eine Fassung in einer anderen Sprache, die von einem CEN-Mitglied in eigener
Verantwortung durch Übersetzung in seine Landessprache gemacht und dem Zentral¬
sekretariat mitgeteilt worden ist, hat den gleichen Status wie die offiziellen Fassungen.
CEN-Mitglieder sind die nationalen Normungsinstitute von Belgien, Dänemark, Deutsch¬
land, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Island, Italien, Luxemburg, Niederlande,
Norwegen, Österreich, Portugal, Schweden, Schweiz, Spanien und dem Vereinigten König¬
reich.

CEN
EUROPÄISCHES KOMITEE FÜR NORMUNG
European Committee for Standardization
Comite Europeen de Normalisation

Zentralsekretariat: rue de Stassart 36, B-1050 Brüssel

© 1995. Das Copyright ist den CEN-Mitgliedern vorbehalten. Ref. Nr. EN ISO 6817:1995 D
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EN ISO 6817 : 1995

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Anwendungsbereich û
3 7û
Einbau und Anwendung 7


Normative Verweisungen û
3 8û
Kennzeichnung der Meßeinrichtung 11
9û Kalibrier- und Prüfbedingungen 11

Definitionen û 3
10û Meßunsicherheitsbetrachtung 12

Formelzeichen und Einheiten û
4
Anhang A Wericstoffe für die

Theoretische Anforderungen û4 Herstellung von Aufnehmern û
14

Ausführungen und Meßprinzip û
4 Anhang B Literaturhinweise û
15

Vorwort
Diese Europäische Norm wurde durch CEN von der Arbeit des Technischen Komitees ISO/TC 30 "Measurement of fluid flow
inclosed conduits" der "International Standardization Organization" (ISO) übernommen.
Diese Europäische Norm muß den Status einer nationalen Norm erhalten; entweder durch Veröffentlichung eines iden¬
tischen Textes oder durch Anerkennung bis März 1996, und etwaige entgegenstehende nationale Normen müssen bis März
1996 zurückgezogen werden.
Entsprechend der CEN/CENELEC-Geschäftsordnung sind folgende Länder gehalten, diese Europäische Norm zu über¬
nehmen:
Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Island, Italien, Luxemburg, Niederlande,
Norwegen, Österreich, Portugal, Schweden, Schweiz, Spanien und das Vereinigte Königreich.

Anerkennungsnotiz
Der Text der Internationalen Norm ISO 6817 : 1992 wurde von CEN als Europäische Norm ohne irgendeine Abänderung
genehmigt.
Anmerkung: Die normativen Verweisungen auf internationale Publikationen sind im Anhang ZA(normativ) aufgeführt.
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EN ISO 6817 : 1995


Anwendungsbereich — einer Spulenanordnung zur Erzeugung des Magnet¬
Diese Internationale Norm beschreibt das Meßprinzip und feldes im Meßrohr.
die Hauptbestandteile eines magnetisch-induktiven Durch¬ Der Aufnehmer liefert ein dem Durchfluß proportionales
flußmeßgerätes und behandelt den Einbau, die Arbeits¬ Signal und in einigen Fällen das Referenzsignal.
weise, die Ausführung und die Kalibrierung von industriell
genutzten Geräten. 3.1.2 Meßumformer: Der Meßumformer ist derTeil, der die
Diese Norm legt keine Sicherheitsanforderungen für den durchflußproportionale Signalspannung aus der Elektro¬
denspannung ermittelt und in ein genormtes, dem Durch¬
Gebrauch solcher Geräte unter sicherheitstechnisch be¬
deutsamen Bedingungen fest. Sie behandelt nicht die An¬ fluß direkt proportionales Ausgangssignal umformt. Der
Meßumformer kann am Aufnehmer angebaut sein.
wendung von Geräten zur Messung von Flüssigmetallen
und magnetisch verschmutzten Schlämmen und die Benut¬
zung im medizinischen Bereich. 3.2û Meßrohr: Rohrabschnitt des Aufnehmers, durch
den die zu messende Flüssigkeit strömt. Seine Innenfläche
Diese Norm gilt für magnetisch-induktive Durchflußmeßge¬
ist üblicherweise elektrisch nichtleitend ausgekleidet.
räte mit Wechselstromerregung und geschalteter Gleich¬
stromerregung.
3.3û Meßelektroden: Ein oder mehrere Paare von Elek¬
troden, die die induzierte Spannung abgreifen.

Normative Verweisungen
Die folgenden Normen enthalten Festlegungen, die durch 3.4û Magnetfeld: Ein von einerSpulenanordnung im Auf¬
Bezugnahme zum Bestandteil von dieser Internationalen nehmer erzeugtes magnetisches Feld, dessen Feldlinien
Norm werden. Die angegebenen Ausgaben sind die beim das Meßrohr und die Flüssigkeit durchdringen.
Erscheinen dieser Internationalen Norm gültigen. Da Nor¬
men von Zeit zu Zeit überarbeitet werden, wird dem Anwen¬ 3.5û Elektrodenspannung: Gesamtspannung zwischen
der dieser Norm empfohlen, immer auf die jeweils neueste den MeBelektroden, die sich aus der Meßspannung und
Fassung der zitierten Norm zurückzugreifen. lEC- und den nicht vom Durchfluß erzeugten Spannungen, wie der
ISO-Mitglieder haben Verzeichnisse der jeweils gültigen transformatorischen Spannung, der Gleichtaktspannung
Ausgabe der Internationalen Normen. und der Nullpunkt-Störspannung in Phase mit der Me߬
ISO 4006 : 1991 spannung zusammensetzt.
Durchflußmessung von Fluiden in geschlossenen Lei¬
3.5.1ûMeßspannung: Teil der Elektrodenspannung, der
tungen — Begriffe und Formelzeichen
der magnetischen Flußdichte und der mittleren Strömungs¬
ISO 5168 : 1978 geschwindigkeit proportional ist und von der Geometrie
Durchflußmessung von Fluiden — Meßunsicherheitsbe- des MeBrohres und der Elektroden abhängt.
trachtung bei der Durchflußmessung
ISO 7066-1 : 1989 3.5.2û Nullpunkt-Störspannung: Teil der Elektrodenspan¬
Meßunsicherheit bei der Kalibrierung und Anwendung nung in Phase mit der Meßspannung. Die Nullpunkt-Stör¬
von Durchflußmeßeinrichtungen— Teil 1: Lineare Kenn¬ spannung bleibt bei sich änderndem Durchfluß konstant.
linien ANMERKUNG 1: Diese Definition gilt nur für Auf¬
ISO 7066-2 : 1988 nehmer, die mit Wechselstrom betrieben werden.
MeBunsicherheit bei der Kalibrierung und Anwendung
von DurchfluBmeBeinrichtungen — Teil 2: Nichtlineare 3.5.3û Transformatorische Störspannung: Bei sinusförmi¬
Kennlinien ger Erregung des Magnetfeldes im Meßstromkreis er¬
ISO 9104 ; 1991 zeugte zur MeBspannung im allgemeinen um 90 % phasen¬
Durchflußmessung von Fluiden in geschlossenen verschobene Spannung, die sich nicht mit dem Durchfluß
Leitungen — Verfahren zur Beurteilung des Betriebsver¬ ändert.
haltens von magnetisch-induktiven DurchflußmeB-
3.5.4ûGleichtaktspannung: Die zwischen Elektroden und
geräten für Flüssigkeiten
Bezugspotential gleichmäßig vorhandene Spannung.


Definitionen 3.6û Referenzsignal: Ein im Aufnehmer erzeugtes zum
Für diese Internationale Norm sind die Begriffe aus magnetischen FluB proportionales Signal, welches im Me߬
ISO 4006 und die nachfolgenden Begriffe anzuwenden. umformer mit der Meßspannung verglichen wird.
Zur leichteren Anwendung dieser Norm sind die nach¬
stehenden Begriffe auszugsweise wiedergegeben worden. 3.7û Ausgangssignal: Dem Durchfluß proportionales
Signal am Ausgang des Meßumformers.
3.1 Magnetisch-induictlves Durchflußmeßgerät
3.8û Kalibrierfaktor des Aufnehmers: Eine Zahl, die
Durchflußmeßgerät zur Bestimmung des Durchflusses, bei
es ermöglicht, die Meßspannung unter definierten Refe¬
dem durch die strömende leitfähige Flüssigkeit 1) in einem
renzbedingungen bei einem vorgegebenen Wert des Refe¬
senkrecht zur Strömung stehenden Magnetfeld eine der
renzsignals zum Durchfluß in Relation zu bringen.
Strömungsgeschwindigkeit proportionale MeBspannung
induziert wird. Das magnetisch-induktive Durchflußme߬
gerät besteht aus einem Aufnehmer und einem oder meh¬ 3.9û Durchfluß-Endwert: Durchfluß entsprechend
reren Meßumformern. einem festgelegten Endwert des Ausgangssignals.

3.1.1 Aufnehmer; Ein Aufnehmer enthält folgende Teile: 1) In dieser Norm für magnetisch-induktive DurchfiuBmeß-
—û ein elektrisch nichtleitend ausgekleidetes MeBrohr, geräte wird statt der Benennung "Fluid" der allgemeinen
durch das die zu messende Flüssigkeit strömt; Definition nach ISO 4006 (welches Flüssigkeiten und
—û ein oder mehrere Paare im Aufnehmer diametral Gase beinhaltet) die zutreffende Benennung "Flüssig¬
gegenüberliegend angeordnete Meßelektroden zum keit" verwendet. Dies entspricht der auch in ISO 9104
Abgreifen der MeBspannung; üblichen Anwendung.
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EN ISO 6817 : 1995

3.10û Kathodenschutz: Eine elektrochemische Einrich¬ oder


tung, um eine elektrolytische Korrosion des Meßrohres zu
verhindern. <4,

3.11û Referenzbedingungen: Die Bedingungen für


die Kalibrierung eines Durchflußmeßgerätes sind im Ab¬ Um einen Kalibrierfaktor zu erhalten, wie er in der Praxis
schnitt 8 dieser Norm festgelegt. üblicherweise durch eine Naßkalibrierung nach Abschnitt 9
oder ISO 9104 bestimmt wird, darf die Gleichung (4)
unterschiedlich ausgelegt werden.
4 Formelzeichen und Einheiten
Die folgenden Formelzeichen werden in dieser Internatio¬
nalen Norm angewendet.
6 Ausführungen und IMeßprinzip
Formel¬ 6.1 Allgemeines
Größen Einheiten
zeichen Wie in den Bildern 1 und 2 schematisch dargestellt, wird das
Meßrohr so zum magnetischen Feld angeordnet, daß die
B Magnetische Flußdichte Tesla (T) leitfähige Flüssigkeit im Rohr senkrecht zum magnetischen
Feld fließt. Bewegt sich die Flüssigkeit senkrecht zu den
D Innerer Durchmesser Meter (m) Feldlinien der magnetischen Induktion, so erhält man in
des Meßrohres Übereinstimmung mit dem Faradayschen Gesetz eine auf
beiden senkrechtstehende elektrische Feldstärke. Werden
K Kalibrierfaktor Meter (m) Meßelektroden zum kapazitiven Abgriff oder von der Aus¬
kleidung bedeckte Elektroden diametral gegenüber senk¬
Le Abstand zwischen den Meter (m) recht zum magnetischen Feld angeordnet, so erhält man
Meßelektroden eine Elektrodenspannung, die der vorhandenen Strö¬
mungsgeschwindigkeit proportional ist. Diese Elektroden¬
U Mittlere axiale Strömungs¬ Meter je spannung kann im Meßumformer weiterverarbeitet werden.
geschwindigkeit Sekunde Durchflußmeßgeräte, die nach diesem Prinzip arbeiten,
der Flüssigkeit (m/s) können den Durchfluß in jeder Richtung messen.
Das magnetisch-induktive Durchflußmeßgerät besteht aus
V Meßspannung Volt (V)
dem Aufnehmer, der von der Flüssigkeit durchströmt wird
und dem Meßumformer, der die vom Aufnehmer erzeugte
k Konstante Größe der
Elektrodenspannung in ein geeignetes und genormtes von
Dimension 1
industriellen Meßgeräten akzeptiertes Ausgangssignal
umformt (siehe z.B. IEC-381). Diese Meßeinrichtung
qv Volumendurchfluß der Kubikmeter
liefert ein zum Volumendurchfluß (oder mittlere Strö¬
Flüssigkeit je Sekunde
mungsgeschwindigkeit) proportionales Ausgangssignal.
(m^/s)
Die Anwendung der Meßeinrichtung wird nur dadurch be¬
grenzt, daß die zu messende Flüssigkeit leitfähig sein muß
5 Theoretische Anforderungen und nicht magnetisch sein darf.
5.1û
Allgemeines Aufnehmer und Meßumformer dürfen eine Einheit bilden.
Wenn eine Flüssigkeit ein magnetisches Feld durchströmt,
werden nach dem Faradayschen Induktionsgesetz (siehe
Bild 1) Spannungen erzeugt. Fließt eine ausreichend elek¬6.2 Aufnehmer
trisch leitende Flüssigkeit durch ein elektrisch nichtleiten¬
Der Aufnehmer eines magnetisch-induktiven Durchflu߬
des Rohr, in dessen Wand senkrecht zum Magnetfeld und meßgerätes besteht aus dem Spulenpaar mit Eisenkern,
Strömungsrichtung zwei Elektroden diametral angeordnet dem von der Flüssigkeit durchströmten Meßrohr und den
sind, so kann die Meßspannung abgegriffen werden. Diese Meßelektroden. Wird ein Referenzsignal verwendet, so
Meßspannung ist proportional der magnetischen Feld¬ kann dieses im Aufnehmer von einem Stromwandler oder
stärke, der mittleren Strömungsgeschwindigkeit der Flüs¬ durch eine Referenzwicklung erzeugt werden.
sigkeit und dem Abstand zwischen den Elektroden. Auf
In Bild 3 wird in Form einer Explosionszeichnung ein Auf¬
diese Art wird die Strömungsgeschwindigkeit und somit
nehmer in Industrieausführung dargestellt. Die Spulen mit
der Durchfluß der Flüssigkeit gemessen.
dem Eisenkern sind so angeordnet, daß sie das magne¬
tische Feld erzeugen. Das Meßrohr ist ein unmagnetisches
5.2û Grundgleichungen
Rohr aus Kunststoff, Keramik, Aluminium, Kupfer-Zink¬
Übereinstimmend mit dem Faradayschen Induktionsge¬ Legierung oder nichtmagnetischem nichtrostendem Stahl.
setz wird die induzierte Stärke der Spannung vereinfacht Sofern es elektrisch leitend ist, wird es mit einer isolieren¬
dargestellt als den Auskleidung versehen, um das Kurzschließen der Me߬
elektroden zu verhindern. Die Auskleidung darf aus Glas,
V = kBLeUû (1)
Elastomeren, Plastik, Keramik usw. (siehe Anhang A) be¬
Der VolumendurchfluB im Falle eines kreisrunden Rohres stehen. Die Werkstoffe für die Auskleidung und für die
errechnet sich aus Elektroden müssen in Abhängigkeit von der zu messenden
Flüssigkeit ausgewählt werden.
nD^ Weitere spezielle Ausführungen sind möglich, z. B. Ausfüh¬
qv = -—Uû (2)
4 rungen mit einem Stahlguß-Gehäuse, in dem die Spulen
innerhalb dieses Gehäuses isoliert montiert und innen
oder kombiniert mit der Gleichung 1 zu nochmals Auskleidungen angebracht sind. Zur Verbindung
mit der Rohrleitung ist der Aufnehmer meist mit Flanschen
nD^ lv\ versehen; es gibt aber auch flanschlose Meßgeräte bei
kleineren Nennweiten.
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EN ISO 6817 : 1995

Die Hilfsenergie für die das Magnetfeld erzeugenden Spulen Bei Meßgeräten mit geschalteter Gleichstromerregung
ist Wechselstrom oder eine andere Hilfsenergie. Die Spulen (d.c.) werden die Feldspulen des Aufnehmers durch eine
werden entweder außerhalb des Meßrohres oder gekapselt periodisch umgeschaltete Gleichspannung oder durch
innerhalb des Meßrohres angeordnet. Im letzteren Fall ist das eine andere periodisch umgeschaltete Hilfsenergie erregt.
Rohr aus magnetischem Material hergestellt. Vom Meßgerät getastete Messungen erfolgen bei abge¬
In Industrieausführungen von magnetisch-induktiven schaltetem Magnetfeld und bei Nullpunkteinstellungen
DurchfluBmeßgeräten sind die Feldspulen des Aufnehmers ohne Differenzierung gegen alle anderen Störspannungen.
entweder Allgemeine Hinweise derverschiedenen Ausführungen von
—û wechselstromerregt oder Aufnehmern werden in 7.1 beschrieben; physikalische Ge¬
—û gleichstromerregt. sichtspunkte können dem Anhang A entnommen werden.

Magnetische Flußdichte

Elektroden

Elektromagnetische
Kraft

Legende
B Magnetische Flußdichte
D Innerer Durchmesser des Meßrohres
V Meßspannung (elektromagnetische Kraft)
U Mittlere axiale Geschwindigkeit der Flüssigkeit Magnetspule

Bild 1 : Prinzip eines magnetisch-indulctiven DurclifluBmeBgerätes

Bild 2: Teile eines industriellen magnetiscii-lnduktiven Ourchflußmeßgerätes


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EN ISO 6817 : 1995

Legende
1ã Oberes Gehäuse
2ã Spule
3ã Elektroden
4ã Meßrohr
5ã Auskleidung
6ã Unteres Gehäuse

Bild 3: Explosionsdarstellung des Aufnehmers eines magnetisch-induktiven DurchfluBmeBgerätes


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6.3 Meßumformer Allgemeine Anwendungshinweise für den Betrieb und Ein¬


Meßumformer haben folgende Aufgaben: bau von Meßumformern sind in 7.2 enthalten.
a)û Verstärkung und Verarbeitung von Elektroden- und 6.4û
MeBwertausgabe
Referenzsignal, um ein dem Durchfluß proportionales
Die Meßergebnisse können durch eine oder mehrere der
Signal abzuleiten.
nachstehenden Arten der Ausgabe dargestellt werden:
b)û Unterdrückung zufälliger störender Spannungen
a)ûAnaloger Gleichstrom in Übereinstimmung mit
einschließlich Gleichtakt- und transformatorischer
lEC 381-1,
Spannungen.
c)û Kompensation von Spannungs- und Frequenzände¬ b)ûanaloge Gleichspannung in Übereinstimmung mit
rungen. lEC 381-2,
d)û Kompensation der Änderungen oder Konstanthai- c)ûFrequenzausgang in Form von proportionalen oder
ten der magnetischen Feldstärke im Aufnehmer, da unproportionalen Impulsen,
diese Änderungen direkt die Wiederholbarkeit der d)ûdigital.
Messungen der Elektrodenspannungen betrifft.
6.5û
Einfluß der Leitfähigkeit der Flüssigkeit
Die Kompensation wird wie folgt durchgeführt:
Ist die elektrische Leitfähigkeit innerhalb der Flüssigkeit,
a)û Durch einen kompensierten Verstärker, dessen Ver¬
die durch das Meßrohr fließt, im Meßrohr gleichmäßig ver¬
stärkung proportional zur Versorgungsfrequenz und
teilt, so ist die Form des elektrischen Feldes von der Leit¬
entgegengesetzt proportional zur Versorgungsspan¬ fähigkeit unabhängig und damit auch im allgemeinen die
nung ist.
Meßwertausgabe. Die Mindestleitfähigkeit der Flüssigkeit
b)û Durch eine Einrichtung, in welcher das Ausgangs¬ für die Messung muß vom Hersteller angegeben werden.
signal proportional zum Verhältnis, Signal der Strömung
Große Änderungen der inneren Bürde, die von der Leitfähig¬
und Referenzsignal vom Aufnehmer ist. Bei einem be¬
keit abhängt, können das Ausgangssignal beeinflussen. Ein
kannten Durchfluß können sich die Signale bei gleich¬
heterogenes Fluid mit kleinen Partikeln, die gleichmäßig im
bleibendem konstantem Verhältnis hinsichtlich der
Medium verteilt sind, kann als homogene Flüssigkeit ange¬
Spannungsversorgung und -frequenz ändern.
sehen werden.
c)û Durch Einrichtungen mit einem konstanten magne¬
tischen Fluß. Ablagerungen im Meßrohr können ebenfalls zu Meßabwei¬
chungen führen.
Bei einer Meßeinrichtung mit einem magnetischen Wech¬
selfeld wird im Meßumformer das Verhältnis VIB bestimmt 6.6û
Einfluß der Reynoldzahl
(siehe Abschnitt 5). Neben der Meßspannung (V) werden
Bei der industriellen Anwendung von magnetisch indukti¬
über die Zuleitungen der Elektroden Störspannungen in
ven Durchflußmeßgeräten ist der Einfluß der Reynoldzahl
den Meßkreis eingebracht. Diese Störspannungen treten
im aligemeinen vernachlässigbar gering.
auf, wenn ein schwankender Magnetstrom eine Schleife
schneidet, die sich aus den Elektrodenzuleitungen, den
6.7û Einfluß des Geschwindigkeitsprofils
Elektroden und der Flüssigkeit an den Elektroden zusam¬
mensetzt (Transformatorwirkung). Sie sind im allgemeinen Störungen des Strömungsprofils können von Rohrleitungs¬
gegenüber der Meßspannung um 90% phasenverschoben. teilen (Krümmern, Ventilen, Reduzierstücken) herrühren,
Der Teil der Störspannungen, der um 90% phasenver¬ die in der Ein- und Auslaufstrecke eingebaut sind. Diese
schoben ist, wird als transformatorische Störspannung be¬ Störungen können den Kalibrierfaktor des Durchflußme߬
zeichnet. Die Restkomponente an Störspannungen ist die gerätes beeinflussen.
Nullpunkt-Störspannung. Die Nullpunkt-Störspannung ist Um einen solchen Einfluß zu verkleinern, sollte im allge¬
beim Durchfluß Null zu kompensieren, es sei denn, das meinen der Anwender die Hinweise der Hersteller für den
Durchflußmeßgerät besitzt eine Einrichtung, die diese Einbau beachten.
Komponente der Störspannungen automatisch kompensiert. Die Einflüsse einer Änderung des Geschwindigkeitsprofils
Werden die Feldspulen mit geregeltem Strom gespeist, so werden in 7.1.2.1 beschrieben.
wird das magnetische Feld als konstant betrachtet und nur
die Elektrodenspannung gemessen. Bei ungeregeltem 7 Einbau und Anwendung
Feldstrom wird ein vom Aufnehmer kommendes Referenz¬
7.1 Aufnehmer
signal zur Korrektur von Einflüssen durch Magnetfeldände¬
rungen benutzt. Dieses Referenzsignal kann von der Ver¬ 7.1.1û Maße
sorgungsspannung, dem Versorgungsstrom, der Strom¬ Der Rohrinnendurchmesser des Durchflußmeßgerätes wird
dichte innerhalb des Eisens oder von der Stromdichte in üblicherweise dem Durchmesser der anschließenden Rohr¬
dem Luftspalt abgeleitet werden. leitungen entsprechen. Ist in diesem Fall die mit dem grö߬
Unter idealen Referenzbedingungen ist in einer Meßein¬ ten Durchfluß zusammenhängende Strömungsgeschwin¬
richtung mit geschalteter Gleichstromerregung die Diffe¬ digkeit kleiner als vom Hersteller empfohlen, so muß ein
renz zwischen Mindest- und Höchstwert der Elektroden¬ Meßgerät mit einem gegenüber dem Durchmesser der
spannung (Vp -I- Vn) proportional zur Strömungsgeschwin¬ Rohrleitung kleineren Durchmesser eingesetzt werden.
digkeit in der Rohrleitung: damit ist Vp = [siehe Bild 4a)] Solche Meßgeräte dürfen auch aus anderen Gründen ver¬
mit Vp = positiver und Vn = negativer Spannung. wendet werden, z. B. zur Kostenreduzierung oder zur Ratio¬
nalisierung. Hinweise auf Toleranzen beim Anpassen der
Ist bei der praktischen Anwendung die Nullpunktabwei¬ Durchmesser von Meßgeräten und Rohrleitungsteilen sind
chung bei ruhendem Durchfluß um den Wert in positiver in ISO 9104 enthalten.
Richtung verschoben, so ergibt sich die positive Elektro¬
denspannung aus (Vp + Ve) und die negative Elektroden¬ 7.1.2û Einbau
spannung aus (Vn — Ve) [(siehe Bild 4b)]. Bei Unter¬ Für den Einbau des Aufnehmers gibt es theoretisch keiner¬
drückung der Nullpunktabweichung ergibt sich der Wert lei Beschränkungen. Einbauorte in der Nähe von elektri¬
der Elektrodenspannung über alles aus (Vp -i- VJ. schen Einrichtungen sollten jedoch wegen einer eventu¬
Dieses System eliminiert automatisch Nullpunktfehler und ellen Störung des Ausgangssignals ebenso vermieden wer¬
benötigt daher keine Nullpunkteinstellung bei Inbetrieb¬ den wie Einbauten in Bereichen, wo elektrische Ströme den
nahme oder während des Betriebes. Aufnehmer beeinflussen.
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EN ISO 6817 : 1995

MeBintervall
Positiv

Null

Negativ Meßintervall

a) Ideale Bedingungen

Zufallsrauschen

Signal ohne
Durchfluß

Null

b) Praktische Bedingungen

Bild 4: Meßeinrichtung mit geschalteter Gleichstromerregung (BIPOLAR)

7.1.2.1 Einfluß des Einbaus auf das Drallreduzierung in die Einlaufstrecke einzubauen. Einige
Geschwindigkeitsprofil Ausführungen sind in ISO 7194 beschrieben.
Ideale Verhältnisse liegen vor, wenn das magnetische Feld Wird der Aufnehmer mittels kegeligen Reduzierstücken in
so angeordnet werden könnte, daß der Kalibrierfaktor un¬ die Leitung eingebaut, wird sich der Einfluß auf den Kali¬
abhängig vom Strömungsprofil immer gleich ist. Obwohl brierfaktor, hervorgerufen durch irreguläre Strömungsver¬
dies in Durchflußgeräten mit einer speziellen Anordnung hältnisse, je nach Art der vorliegenden Strömung (Drall,
der Meßelektroden erreicht werden kann, ist es dann nicht Asymmetrie usw.) und der Ausführung der Anschlußleitung
möglich, wenn zu kleine Meßelektroden eingesetzt werden. (verengen, erweitern, Wert des Gesamtwinkels usw.) entwe¬
Wenn in der Praxis ein Strömungsprofil merkbar verändert der verringern oder verstärken.
gegenüber dem Profil bei der Kalibrierung auf die Meßelek¬
trodenebene trifft, wird das magnetisch-induktive Durch¬ 7.1.2.2û Bedingung des volldurchströmten Rohres
flußmeßgerät von den Werten der Kalibrierung abweichen. Der Meßaufnehmer muß so eingebaut werden, daß eine
Die Anordnung von Einbauten in der Einlaufstrecke des völlige Füllung mit der zu messenden Flüssigkeit sicherge¬
Aufnehmers ist einer der Faktoren, die zu einem Aufbau stellt ist, da sonst die von den Herstellern angegebene
eines besonderen Geschwindigkeitsprofils beitragen. Genauigkeit der Messung nicht erreicht wird. Um die Voll¬
Genaue Angaben über die Einflüsse von Störungen der ständigkeit der Messung sicherzustellen, müssen, soweit
Strömung sind nicht immer vorhanden, doch kann für die erforderlich, Warneinrichtungen vorgesehen werden. Teil¬
meisten magnetisch-induktiven Durchflußmeßgeräte emp¬ weise gefüllte Meßgeräte werden z. B. bei der Messung von
fohlen werden, daß für jede Störung des Strömungsprofils, Abwasser angewendet, sind aber nicht Gegenstand dieser
z. B. durch den Einbau eines Krümmers, gilt, daß diese in Internationalen Norm.
der Einlaufstrecke 10 D von der Meßelektrodenebene ent¬
fernt sein muß, so daß der Kalibrierfaktor sich nicht um 7.1.2.3ûLage der Meßelektroden
mehr als 1 % ändert. Sobald diese Entfernung unterschrit¬ Da Gasblasen sich oben im Rohrsammeln oder Sedimente
ten wird, müssen die Anweisungen der Hersteller beachtet sich im unteren Teil des Rohres ablagern können, muß der
werden. Aufnehmer so eingebaut werden, daß keine Meßelektroden
Drallströmung kann den Kalibrierfaktor insofern ändern, als in diesem Bereich angeordnet sind (siehe hierzu auch 7.1.3.1).
die Strömungskomponenten senkrecht zur Rohrachse
7.1.2.4û Nullpunkteinstellung
nicht mehr dem Durchfluß zugerechnet werden können,
sondern nur dem Ausgangssignal. Die Größe und die Vertei¬ Bei der Nullpunkteinstellung sollte der Durchfluß durch den
lung des Dralls als Folge von verschiedenen Ausführungen Aufnehmer gestoppt, der Aufnehmer aber voll mit Flüssig¬
der Einlaufstrecke, wie mehrere Krümmer in verschiedenen keit gefüllt sein.
Ebenen, ist von der Geometrie der Rohrleitung schwer vor¬ Für Meßgeräte mit einer geschalteten Gleichstromerre¬
herzusagen. Sofern Drallströmung vermutet wird, ist es in gung und automatischer Nullpunktjustierung ist diese Ma߬
der Praxis üblich, einen Strömungsgleichrichter zur nahme nicht erforderlich.
Seite 9
EN ISO 6817 : 1995

7.1.2.5 Mehrphasenströmung durch den Aufnehmer rätes zwischen zwei Rohrleitungsflansche sollte ein ent¬
sprechendes Paßstück verwendet werden.
7.1.2.5.1û Einschlüsse von festen Teilchen
Wesentlich ist, daß die Achse des Aufnehmers nach dem
Für die Messung von Flüssigl<eiten, die abrasive Materialien Einbau mit der Achse der Rohrleitung fluchtet. Flanschlose
enthalten, wird eine senkrechte Einbaulage empfohlen, um Ausführungen erfordern besondere Vorsicht.
eine gleichmäßige Abtragung der Auskleidung zu gewähr¬
leisten. Besteht die Möglichkeit, daß sich das Material Im Die Schraubenverbindungen sollten so festgezogen wer¬
den, daß die Auskleidung des Meßrohres nicht beschädigt
Aufnehmer festsetzt, muß eine senkrechte Einbaulage oder
eine Einrichtung zur Spülung vorgesehen werden. wird. Hierzu sollte der Hersteller das maximale Dreh¬
moment angeben.
Oft wird ein Ring zum Schutz der Einlaufkanten des magne¬
Der Aufnehmer sollte vorsichtig behandelt werden. Trans¬
tisch-Induktiven Durchflußmeßgerätes benutzt. Um eine
portösen oderTragrIemen, die am Umfang des Aufnehmers
gleichmäßige Strömung zu gewährleisten, muß dieser Ring
verteilt sind, sollten benutzt werden. Transportvorrichtun¬
entsprechend ausgebildet sein.
gen, die die Auskieldung beschädigen können, z. B. Haken
7.1.2.5.2ûEinschlüsse von Gasen in der Bohrung, dürfen nicht verwendet werden.
Ein magnetisch-induktives Durchflußmeßgerät mißt den 7.1.3.3 Verbindungstelle
gesamten Volumendurchfluß. Gaseinschlüsse bewirken
Um den Druckverlust und Störungen des Strömungsprofils
Änderungen der Meßgenauigkeit, die im direkten Verhält¬
beim Einbau von magnetisch-Induktiven Durchflußmeßge¬
nis zum prozentualen Volumen des Gases in der Flüssigkeit
räten mit gegenüber der Rohrleitung kleineren Durchmes¬
stehen. Durch entsprechende Maßnahmen wie Druck¬
sern zu verringern, Ist es ratsam, den Aufnehmer mittels
erhöhung, z.B. durch den Einbau des Aufnehmers an der
Reduzierstücken (maximaler Winkel 15°) in die Rohrleitung
Hochdruckseite eines Druckbegrenzers oder Regelventils einzubauen (siehe Bild 5). In diesem Fall müssen die Maße
oder durch Entfernen der Gaseinschlüsse, sollten diese
der geraden Ein- und Auslaufstrecken denen des Aufneh¬
Einflüsse reduziert werden.
mers entsprechen (siehe 7.1.2).
7.1.2.5.3ûPhasenverzögerung Bei horizontal angeordneten Rohrleitungen müssen exzen¬
Sind feste Teilchen und/oder Gas In der Flüssigkeit einge¬ trische Reduzierstücke verwendet werden, damit eine bau¬
schlossen, kann die relative mittlere Bewegung der Phase artbedingte Lufttaschenbildung vermieden wird.
dazu führen, daß die Kalibrierung sich ändert. Diese Be¬ 7.1.4 Elektrischer Anschluß
dingung kann bei senkrechter Einbaulage auftreten. In
solchen Fällen sollte der Anwender mit dem Hersteller 7.1.4.1 Allgemeine Anforderungen
Rücksprache nehmen. Die zu messende Flüssigkeit und das Meßrohr des Aufneh¬
mers sollten das gleiche Potential, vorzugsweise Erdungs-
7.1.3 Einbau in die Rohrleitung potentlal, besitzen. Wird, um die unter der Erde liegenden
7.1.3.1ûAusführung Rohrleitungen zu schützen, ein Kathodenschutz angewen¬
Bei der Planung der Rohrleltungsführung sollte auf einen det, so kommt dieser Forderung eine wesentliche Be¬
leichten Zugang für den Ein- und Ausbau des Aufnehmers deutung zu (siehe 7.1.4.3).
mit seinen elektrischen Anschlüssen geachtet werden. Für Die Verbindung zwischen der Flüssigkeit und dem Meßrohr
das Anpassen und Ausrichten der anschließenden Rohrlei¬ des Aufnehmers kann durch den Kontakt mit der anschlie¬
tungen sollten entsprechende Vorrichtungen vorhanden ßenden Rohrleitung erfolgen oder, wo Isolierte oder nicht¬
sein. Während und nach den Arbelten am Rohrleitungs¬ leitende Rohrleitungen benutzt werden, durch leitende
system sollte besonders auf einen kräftefreien Einbau des (Erdungs-) Ringe oder Meßelektroden. Leitende Verbindun¬
Aufnehmers geachtet werden. gen mit gleichem Potential (üblicherweise Kupferbänder)
Belastungen der Rohrleitungen und die sich daraus erge¬ sollten über beide Flanschverbindungen hinweggeführt
benden Spannungen für Flanschverbindungen am Auf¬ werden (siehe Bild 6).
nehmer, besonders bei Ausführungen aus Kunststoff, sind Die Gebrauchsanweisungen der Hersteller für die Verbin¬
unbedingt geringzuhalten. dung des Aufnehmers mit dem Meßumformer sollten sorg¬
fältig befolgt werden. Die Hllfsenergle sollte an einem
7.1.3.2û
Anpassen der Rohrleitung Punkt angelegt werden, der, soweit wie möglich, von Sto߬
Zum Ausrichten der anschließenden Rohrleitung und zur spannungen frei Ist. Anweisung für die elektrische Erdung
Montage des magnetisch-Induktiven Durchflußmeßge¬ der Durchflußmeßeinrichtung sollte strikt beachtet werden.

Strömung
Entlüftung

Ii
Durchflu߬
meßgerät
1

5D min.

Empfohlener maximaler eingeschlossener Winkel: 15°

Bild 5: Konfiguration mit Reduzierstücken


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EN ISO 6817 : 1995

Kabel Kabel

Biid 6: Katliodische geschützte Rohrieitungen: Kupferieitungen zum Verbinden der Fianschverbindungen

7.1.4.2û Lelstungsfakor (nur für Wechselstrom) schiedene Potentiale besitzen. Die dadurch verursachten
Da der Aufnehmer Spulen zum Erzeugen des magneti¬ hohen Ströme, die in dem Rohr fließen, können, sofern sie
schen Feldes besitzt, ist er ein induktives Bauteil mit einer auch durch das Meßrohr fließen, Ungenauigkeiten bei der
Phasenverschiebung von fast 90° zwischen Strom und Ablesung hervorrufen. Isolierte Flansche oder Kupferver¬
Spannung und einem ungünstigen Leistungsfaktor. Übli¬ bindungen, wie im Bild 6 (oberes Bild) dargestellt, beugen
cher Wertebereich des Leistungsfaktors abhängig von der diesem Effekt vor.
Größe des Aufnehmers von 0,1 bis 0,4. Um den Leistungs¬
7.1.5 Reinigung und Instandhaltung des Aufnehmers
faktor zu verbessern, dürfen Kompensator-Kondensatoren
parallel mit der Hilfsenergie verbunden werden. Ob sie au¬ Wird isolierendes Material aus der leitfähigen Flüssigkeit
ßen angeschlossen oder innerhalb des Aufnehmers ange¬ an den Meßelektroden oder an der Wandung des Me߬
bracht sein dürfen, muß mit dem Hersteller abgesprochen rohres abgeschieden, soll eine mechanische, elektrische
werden. oder chemische Reinigung des magnetisch-induktiven
Durchflußmeßgerätes im eingebauten oder demontierten
7.1.4.3û Vorsichtsmaßnahmen, die zu beachten sind, wenn Zustand erfolgen (siehe 7.1.5.1).
Kathodenschutz benutzt wird Um Beeinträchtigungen durch Ablagerungen zu redu¬
Wird ein Aufnehmer eines magnetisch-Induktiven Durch¬ zieren, werden kugelförmige Meßelektroden, kapazitive
flußmeßgerätes in eine kathodengeschützte Rohrleitung Signalaufnehmerund Ultraschallreinigungsverfahren ange¬
eingebaut, sind besondere Vorsichtsmaßnahmen ange¬ wandt.
bracht, um sicherzustellen, daß die Gleichstromkom¬ Allgemein angewandte Reinigungsverfahren sind in 7.1.5.1
ponente des Kathodenstromes nicht die Stabilität und bis 71.5.4 beschrieben.
Genauigkeit der Meßeinrichtung beeinflußt.
Ob solche Maßnahmen notwendig sind, ist von der Lage 7.1.5.1ûAuswechselbare Meßelektroden
des Einbauortes des Aufnehmers zu den Einrichtungen des Zum Prüfen und zur Reinigung können auswechselbare
Kathodenschutzes abhängig. Meßelektroden vorgesehen werden, die bei der Verwen¬
Eine erste Anforderung ist, daß das Meßrohr und die Flüs¬ dung von entsprechenden Ventil- und Dichtungsvorrich¬
sigkeit gleiches Potential besitzen. Dies kann leicht er¬ tungen während des Betriebes ausgebaut werden können
reicht werden durch eine adäquate elektrische Verbindung (üblicherweise stehen die Rohrleitungen dabei unter
zwischen einer der Elektroden und dem Aufnehmer und der Druck).
anschließenden Rohrleitung, durch leitende Erdungsringe 7.1.5.2û Mechanischer Schaber
oder, sofern eine Rohrleitung benutzt wird, die elektrisch
nichtleitend oder isolierend ausgekleidet ist, durch eine der Bei dieser Vorrichtung wird ein routierender Schaber jeder
Meßelektroden. Serienstörspannungen können durch den Meßelektrode so zugeordnet, daß die Kante des Schabers
Meßumformer nicht unterdrückt werden. senkrecht zur Oberfläche der Meßelektrode steht. Der
Schaber wird durch einen außen angebrachten, gegenüber
Unter Anschlußverhältnissen mit Kathodenschutz sollte der Flüssigkeit abgedichteten Motor bewegt. Die Reinigung
der Schutzleiter nicht am Aufnehmer angeschlossen wer¬ erfolgt kontinuierlich oder diskontinuierlich. Dieses Verfah¬
den, da sonst der Schutzstrom zum Schutzleiter umgeleitet ren wird bei modernen magnetisch-induktiven Durchflu߬
wird. meßgeräten nicht mehr häufig angewendet.
Bei langen Rohrleitungen mit einem Kathodenschutz¬
system wird der Kathodenstrom oft von verschiedenen 7.1.5.3û
Reinigung mit Ultraschall
Quellen erzeugt. Diese dürfen einen beträchtlichen Ab¬ Eine hochfrequente Ultraschallwelle wird durch außen¬
stand voneinander haben und infolge der Änderungen des liegende Oszillatoren und Wandler in jeden Meßelek¬
Erdwiderstandes entlang der Länge der Rohrleitung ver¬ trodenstab induziert. Die Länge des Schafters und die
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EN ISO 6817 : 1995

Frequenz des Ultraschalls müssen so gewählt werden, c)û


Ausgangssignale;
daß ein Schwingungsbauch an der Oberfläche der Me߬ d)û
Grenzmaße für die Bürde.
elektrode erzeugt wird. Die daraus resultierende lokale
Kavitation an der Meßelektrode entfernt die Ablagerungen. 8.2.2 Angaben nach Vereinbarung
Dieses Verfahren wird allgemein bei Ablagerungen von Folgende Angaben nach Vereinbarung:
kristallinen Stoffen eingesetzt. a) IP-Schutzarten (übereinstimmend mit ISO-/IEC-
7.1.5.4 Elektrolytische Reinigung oder Abbrennen Veröffentlichungen).
Bei diesem Verfahren wird die Spannung von der Hilfsener¬ ANMERKUNG 3: Weitere informative Angaben, wie
gie zwischen den Meßelektroden (der Meßumformer wird Zeichen des Herstellers, Baujahr usw., dürfen, so¬
zur gleichen Zeit vom Netz getrennt) angelegt, die eine fern Platz vorhanden ist, auf dem Typschild ange¬
Elektrolyse an der Oberfläche der Meßelektroden bewirkt. bracht werden.
Die daraus resultierende schnelle Gasentwicklung be¬
seitigt die Ablagerungen. Im allgemeinen wird dies Verfah¬ 9 Kailbrier- und Prüfbedingungen
ren gegen Ablagerungen von öligen, fetthaltigen und 9.1û
Nasse Kalibrierung
schlammigen Ablagerungen eingesetzt.
Die Kalibrierung sollte durch eine nasse Kalibrierung mit
Eine Elektrodenheizung kann ebenfalls gegen Fettablage¬
Wasser im Prüfstand unter Nennbedingungen ausgeführt
rungen eingesetzt werden.
werden (siehe 9.2). Die Kalibrierung sollte unter solchen
7.2 MeBumformer Bedingungen ausgeführt werden, daß bei denen die Un¬
sicherheit der Kalibrierung bekannt ist und die Messungen
7.2.1ûEinbauort sich auf ein nationales oder internationales Normal zurück¬
Meßumformer sollten möglichst frei von Vibrationen an verfolgen lassen. Zum Beispiel beschreiben ISO 4185 und
zugänglichen Orten entsprechend den Angaben des Her¬ ISO 8316 geeignete Kalibrierverfahren. ISO 9104 kann auch
stellers bezüglich Umgebungstemperaturen und Luft¬ für Verfahren zur Untersuchung elektromagnetischer
feuchte eingebaut werden. Direkte Sonnenbestrahlung Durchflußmeßgeräte herangezogen werden.
muß vermieden werden. Falls der Aufnehmer zu groß ist, um in den Prüfstand eines
7.2.2û Elektrischer Anschluß Herstellers eingebaut zu werden, oder falls der Prüfstand
Die Ausführung der elektrischen Leitungen an den Me߬ unzureichende Durchflußleistung besitzt, darf ein anderer
elektroden und für das ankommende Referenzsignal soll¬ Prüfstand mit höherer Kapazität benutzt werden, oder falls
ten den Angaben des Herstellers entsprechen. Sie sollten das nicht möglich ist, eine Kalibrierung an der Einbaustelle
so kurz wie möglich sein und die vom Hersteller festgelegte durchgeführt werden, wobei ein Tank oder Vorratsbehälter
des Betreibers oder ein Vergleich mit einem anderen Refe¬
Länge nicht überschreiten. Es sollte beachtet werden, daß
die Signalleitungen nicht mit Hochspannungsleitungen in renz-Durchflußmeßgerät in dem System benutzt wird. Die
Gesamtunsicherheit muß, wie im Abschnitt 10 festgelegt,
Berührung kommen. Auf eine gute Ausführung der Erdung
bestimmt werden.
sollte geachtet werden, damit Erdfehlerschleifen vermie¬
den werden. Die Verfahren, das Signal des Aufnehmers auf der Basis von
Messungen der magnetischen Feldstärke und der physika¬
lischen Abmessungen zu berechnen (üblicherweise be¬
8 Kennzeichnung der iVIeßeinrichtung zeichnet als "trockene Kalibrierung"), liegen außerhalb des
8.1û
Aufnehmer Anwendungsbereiches dieser Internationalen Norm.
8.1.1ûVerbindlich festgelegte Angaben
Die folgenden Angaben müssen entweder am Aufnehmer 9.2û
Nennbedingungen für die Kalibrierung
direkt oder auf einem Typschild aufgebracht sein: Nennbedingungen für die Kalibrierung sind solche, die z. Z.
a)ûTyp- und Seriennummer; der Kalibrierung existieren müssen. Diese Nennbedingun¬
gen sollten vom Hersteller festgelegt werden. Für Ver¬
b)ûZulässige Überdrücke und Temperaturen; gleichszwecke sollte das Durchflußmeßgerät innerhalb der
c)û Hilfsenergie: Spannung, Frequenz und Stromauf¬ Bereiche der Umgebungs- und Durchflußbedingungen
nahme (wenn selbständig versorgt). nach ISO 9104 geprüft werden.
8.1.2ûAngaben nach Vereinbarung Wenn das Durchflußmeßgerät thermisches Gleichgewicht
Folgende Angaben nach Vereinbarung: erreicht hat, wird üblicherweise angenommen, daß Einflu߬
größen einen vernachlässigbaren Effekt auf die metrolo¬
a)ûIP-Schutzarten (übereinstimmend mit ISO-/IEC- gischen Charakteristiken des Durchflußmeßgerätes haben,
Veröffentlichungen); solange sie innerhalb der vom Hersteller angegebenen
b)ûNenndurchmesser; Grenzen liegen.
c)ûKalibrierfaktor;
d)ûWerkstoff der Auskleidung; 9.3û
Beurteilung der Ergebnisse
e)ûWerkstoff der Meßelektrode. 9.3.1û IMeßabweichungs-Hüllkurve unter
Referenzbedingungen
ANMERKUNG 2: Weitere informative Angaben, wie
Zeichen des Herstellers, Gewicht, Baujahr, Pfeil für Es ist für den Hersteller notwendig, den Bereich der Be¬
die Strömungsrichtung usw., dürfen, sofern Platz triebsbedingungen zusammen mit deren Auswirkung auf
vorhanden ist, auf dem Typschild angebracht werden. das Leistungsvermögen anzugeben. Für weitergehende In¬
formationen sollte auf ISO 9104 bezogen werden.
8.2û
Meßumformer Es ist übliche Praxis, eine Meßabweichungs-Hüllkurve un¬
8.2.1 Verbindlich festgelegte Angaben ter Referenzbedingungen über einen vorgegebenen Durch¬
Die folgenden Angaben müssen auf einem Typschild aufge¬ flußbereich anzugeben. Typische Meßabweichungs-Hüll-
kurven unter Referenzbedingungen sind in Bild 7 dargestellt.
bracht sein:
a)û Typ- und Seriennummer; 9.3.2ûMeBabwelchung bei Referenzbedingungen
b)û Hilfsenergie: Spannung, Frequenz und Stromauf¬ Die Meßabweichung eines Durchflußmeßgerätes bei Refe¬
nahme; renzbedingungen ist bestimmt durch die kombinierten zu-
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EN iSO 6817 : 1995

fäillgen und systematischen l^eßunsicherheiten in der Mes¬ 9.4 Druckprüfung


sung des Signais des Durchflußmeßgerätes und des Volu¬ Falls gefordert, muß der Aufnehmer oder das Meßrohr
mendurchflusses. Eine zusammengefaßte Übersicht der einem Drucktest in Übereinstimmung mit geeigneten
Meßunsicherheitsanalyse in diesem Zusammenhang wird Druckprüfungsregeln unterworfen werden.
in Abschnitt 10 gegeben.
Die oberen und unteren Meßunsicherheitsgrenzen für je¬
den Meßpunkt müssen innerhalb der Meßabweichungshüll- 10 Meßunsicherheitsbetrachtung
kurve des Herstellers liegen (siehe Bild 7).
Die Berechnung der Meßunsicherheit des Durchflusses
9.3.3 Abweichungen von den Referenzbedingungen muß nach ISO 5168 durchgeführt werden. An dieser Stelle
Abweichungen von Referenz-Prüfbedingungen können sollte an einige generelle Prinzipien erinnert und Hinweise
das Leistungsvermögen eines Durchflußmeßgerätes beein¬ gegeben werden, wie die Meßergebnisse elektromagneti¬
flussen. Da diese Effekte üblicherweise im Meßumformer scher Durchflußmeßgeräte ausgewertet werden. Aus¬
kompensiert werden, sollte ein Meßabweichungsgrenzwert gleichskurven von Kalibrier- oder Meßdaten werden nach
für jede Einflußgröße vom Hersteller angegeben werden. ISO 7066-1 und ISO 7066-2 bestimmt.

6
5-
4 ±1 % vom Meßbereichsendwert
3
2
Abweichung in % +1 Durchfluß in %
vom Meßwert J I I L vom Meßbereichs¬
-1 25 100
endwert
2-
3
4
5
6

(0,5% Meßbereichsendwert -i-\


0,5 % vom tatsächlichen
Durchflußû /

Abweichung in ' Durchfluß in %


vom Meßwert 100 vom Meßbereichs¬
endwert

+ 1 % vom tatsächlichen Durchfluß


± 0,2% vom Meßbereichsendwert,
je nachdem, welcher größer ist

Abweichung in % JL_l Durchfluß in %


vom Meßwert 25 50 75 100 vom Meßbereichs¬
endwert

Untere Meßabweichungsgrenze
Meßpunkt
Obere Meßabweichungsgrenze

Bild 7: Übliciie MeBabweichungshüllkurven


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EN ISO 6817 : 1995

10.1 Allgemeines a)û Durchfluß = qv ± ßqv (bei einem 95%igen Ver¬


10.1.1û Definition der Meßabweichung trauensniveau)
Die Meßabweicliung ist die Differenz Meßergebnis minus b)û Durchfluß = (1 ± E^y) (bei einem 95%igen Ver¬
waiirer Wert der Meßgröße. trauensniveau)
Keine Messung einer physil<alischen Größe ist frei von Me߬ c)û Durchfluß = in ± 100 % (bei einem 95%igen
unsicherheiten, die entvtreder durch systematische oder zu¬ Vertrauensniveau)
fällige Meßabweichungen bedingt sind. Systematische
Meßabweichungen Icönnen durch wiederholte Messungen 10.2 Berechnung der Meßunsicherheit bei der
nicht verringert werden, da sie durch gerätespezifische Durchflußmessung
Eigenschaften, Einbauverhältnisse und Strömungsbedin¬ 10.2.1û Ursachen für Meßabweichungen
gungen hervorgerufen werden. Zufällige Meßabweichun¬ Bei einer Durchflußmessung mit einem magnetisch-induk¬
gen lassen sich durch wiederholte Messungen jedoch ver¬ tiven Durchflußmeßgerät sind folgende wesentliche Ein¬
ringern, da der Mittelwert aus n unabhängigen Messungen flüsse vorhanden:
|/n-mal kleiner als die zufällige Abweichung einer Einzel¬
a)û eine systematische Meßabweichung bei der Mes¬
messung ist.
sung des Ausgangssignals, hervorgerufen durch das be¬
10.1.2û Definition der Standardabweichung nutzte Gerät selbst;
10.1.2.1 Die Standardabweichung ist der Parameter sx, b)û eine zufällige Meßabweichung bei der Messung des
der für eine Reihe von n Messungen derselben Meßgröße X Ausgangssignals;
die Streuung der Ergebnisse anhand der Beziehung c)û eine Meßabweichung durch unterschiedliche Ein¬

"11/2 baubedingungen während der Kalibrierung und der
I(X-X,)2 Messung mit einem zufälligen und systematischen
i=1 Komponenten;
Sx = d)û eine Meßabweichung nach der Beziehung qv(X)
n-1
zwischen Durchfluß qy und Ausgangssignal X. Die Me߬
charal<terisiert. unsicherheit berücksichtigt sowohl systematische als
Hierin bedeuten: auch zufällige Anteile, abhängig von den Bedingungen
X der arithmetische Mittelwert der n Ergebnisse der Kalibrierung und kann für jeden Prüfpunkt auf der
der Variablen X, Kalibrierkurve unterschiedlich sein.
Xj das Ergebnis der i-ten Messung der Variablen X 10.2.2û Fortpflanzung der einzelnen Meßunsicherheiten
und
Die Meßunsicherheit bei der Durchflußmessung wird be¬
n die Gesamtzahl der Messungen von X stimmt durch die Kombination individueller Meßunsicher¬
Üblicherweise ist sx die Standardabweichung der Vari¬ heiten, die durch die verschiedenen oben angeführten
ablen X. Quellen auftreten können. Obwohl sich systematische von
10.1.2.2 Wenn wiederholte Messungen der Größe X nicht zufälligen Meßunsicherheiten unterscheiden, ist die Wahr¬
verfügbar sind oder nur in geringem Umfang, so daß ein scheinlichkeit der Verteilung der möglichen Werte einer
direkter Vergleich der Standardabweichung auf einer stati¬ jeden systematischen Komponente im wesentlichen eine
stischen Basis ziemlich unrealistisch ist, und wenn der Gaußsche. Die Kombination einer zufälligen und systemati¬
höchste Streubereich der Meßwerte geschätzt werden schen Meßabweichung darf deshalb so behandelt werden,
könnte, kann die Standardabweichung als Va der maximalen als wären es wirklich zufällige, und bezogen auf ISO 5168,
Streuung angenommen werden (z. B. als die Hälfte der ge¬ relative Standardabweichungen der Durchflußmessung.
schätzten Streuung über oder unter dem angenommenen Diese wird als Wurzel der Summe der Quadrate der rela¬
Wert von X). Ebenso ist anzunehmen, daß ein systematischer tiven Standardabweichungen berechnet.
Anteil der Meßunsicherheit ausgedrückt werden kann als die Daher ist das Ergebnis der Durchflußmengenmessung:
Hälfte der positiven oder negativen maximalen Abweichung
SsX ^CjV
des zu erwartenden Meßwertes dieser Meßgröße. qv (l ± ^qv) = qv 1 ±2
qy dX
10.1.3 Definition der IMeßunsicherheit
1/2
10.1.3.1û Für die Anwendung dieser Internationalen Norm f Sc '
wird die Meßunsicherheit einer Meßgröße als doppelte
Standardabweichung der Größe definiert. Die Meßunsicher¬
qy dX Uv!
heit einer Messung muß nach den Festlegungen dieser bei 95% Vertrauensniveau.
Internationalen Norm berechnet und angegeben werden. Hierin bedeuten:
10.1.3.2û Wenn mehrere unabhängige Meßeinflüsse berück¬ Ssx die Standardabweichung definiert als systema¬
sichtigt werden müssen und jeder für sich eine Gaußsche Ver¬ tische Meßabweichung des Ausgangssignals,
teilung hat, ist die Wahrscheinlichkeit 95%, daß die absolute die Standardabweichung der zufälligen Me߬
Abweichung kleiner als die Meßunsicherheit ist. abweichung in dem Ausgangssignal,
10.1.3.3û Nach der Berechnung der Standardabweichung Sf die Standardabweichung, die durch Durch¬
Sqv für die Messung des Durchflusses qv ist die Meßun¬ flußbedingungen auftritt und
sicherheit Cqv durch Sc die Standardabweichung bei der Kalibrierung.
ßqv = ± 2s^v Für den Fall, daß die Kalibrierdaten in einer Darstellung
gegeben. nach qy = KiX zu beschreiben sind, ergibt sich
Die relative Meßunsicherheit Eqv wird definiert durch \2 /„ \2
SsX
gv = 1 ± 2
tqv — —± 2 X
Iv qv
1/2
Das Ergebnis einer Durchflußmessung muß immer in einer
der nachfolgenden Formen angegeben werden: qv
Seite 14
EN ISO 6817 : 1995

Anhang A (informativ)
Werkstoffe für die Herstellung von Aufnehmern

A.1 Einführung wendbar für den Gebrauch innerhalb eines Temperaturbe¬


reiches von -50°C bis -(-200°C. Es besitzt eine sehr gute
Bei der Wahl geeigneter Materialien ist es notwendig, alle Verschleißbeständigkeit bei kleinen Partikeln und ist che¬
Stoffe zu berücksichtigen, die durch das Meßrohr fließen
misch inert. PTFE-Auskleidungen können bei Unterdruck¬
können, z. B. Sterilisiermittel, Reiniger und Lösungsmittel.
beanspruchung kollabieren (zusammenfallen).
Bei der Vielzahl und der unterschiedlichsten Zusammen¬
setzung der zu messenden Flüssigkeiten sollte die letzte A.2.2.2 Polyamide
Entscheidung über die zu benutzenden Materialien beim Polyamide sind allgemein einsetzbar für den Gebrauch bei
Anwender liegen. Temperaturen unter 65 °C. Sie besitzen eine sehr gute Ver¬
Es ist ebenfalls wichtig, daß das Auskleidungsmaterial schleißbeständigkeit.
keinen Temperaturen außerhalb des vom Hersteller emp¬
fohlenen Bereiches ausgesetzt wird. Der zulässige Be¬ A.2.2.3 Chloriertes Poiyether
triebsüberdruck des Aufnehmers fällt üblicherweise mit Chloriertes Poiyether ist allgemein einsetzbar für den Ge¬
steigender Temperatur des Meßstoffes. brauch bei Temperaturen unter 120 °C. Es hat eine sehr
gute chemische Beständigkeit gegenüber Soda, Säuren
mit Konzentrationen bis 30% und Salzsole.
A.2 Auskleidungen des ly/Ießrohres
A.2.2.4 Glasfaserverstärkte Kunststoffe (GFK)
Die folgenden Aufzählungen sind Beispiele für mögliche
GFK kann sowohl als Auskleidungsmaterial wie auch als
Materialien:
Werkstoff für das Meßrohr verwendet werden. Es darf im all¬
gemeinen für den Gebrauch innerhalb eines Temperaturbe¬
A.2.1 Elastomere
reiches von -20°C bis +55°C eingesetzt werden und ist
A.2.1.1 Hartgummi (Ebonite) insbesondere einsetzbar für sehr große Nennweiten von
Hartgummi ist im allgemeinen anwendbar für den Ge¬ Aufnehmern.
brauch innerhalb eines Temperaturbereiches von 0°C bis
90 °C. Es hat eine sehr gute Abrasionsfestigkeit bei kleinen A.2.3 Keramik
Partikelgrößen und eine gute chemische Beständigkeit, ins¬ Diese Konstruktion benötigt keine Auskleidung und hat
besondere gegen Laugen, Säuren und Alkalien. sehr hohe Form- und Meßstabilität unter Druck- und Tempe¬
raturänderungen und besitzt einen sehr guten Abrasions¬
A.2.1 .2 Abrasionsbeständige Gummisorten
widerstand. Zusätzlich zeigen hochreine Al203-Keramiken
(Naturgummi)
hohe chemische Beständigkeit gegenüber Säuren und Lau¬
Abrasionsbeständige Naturgummisorten sind im allge¬ gen. Der Temperaturbereich geht von -60°C bis -i-250°C
meinen einsetzbar für den Gebrauch innerhalb eines Tem¬ bei voller Vakuumbeständigkeit.
peraturbereiches von - 20 °C bis -1-70 °C. Sie besitzen eine
sehr gute Abrasionsbeständigkeit und gute chemische Be¬ A.2.4 Glasemaille
ständigkeiten.
Glasemaille ist allgemein einsetzbar bei Temperaturen bis
A.2.1.3 Neopren (synthetischer Gummi) zu 150 °C und besitzt eine hervorragende chemische Be¬
ständigkeit und Verschleißbeständigkeitseigenschaften.
Neopren ist im allgemeinen einsetzbar für den Gebrauch in¬
nerhalb eines Temperaturbereiches von 0°C bis 100 °C.
Es hat eine gute chemische Beständigkeit und Abrasions¬ A.3 Beispiele für Elektrodenmaterialien
beständigkeit, insbesondere bei Anwesenheit von Öl und A.3.1 Für nichtkorrosive Flüssigkeiten
Fetten.
im allgemeinen wird Edelstahl eingesetzt.
ANMERKUNG 4: Alle auf Gummi basierenden Mate¬
rialien werden angegriffen von freien Halogenen, A.3.2 Für korrosive Flüssigkeiten
aromatischen und halogenierten Kohlenwasser¬
Die folgenden Materialien dürfen angewendet werden, ab¬
stoffen sowie oxidierenden Chemikalien in hoher
Konzentration. hängig von den chemischen Eigenschaften:
—û Edelstahl,
A.2.1 .4 Polyurethan —û einige Nickelverbindungen,
Polyurethan ist im allgemeinen anwendbar für den Ge¬ —û Platin,
brauch innerhalb eines Temperaturbereiches von -50°C —û Platin/Iridium,
bis + 50 °C. Es besitzt sehr gute Verschleiß- und Schlagbe¬ —û Tantal,
ständigkeitseigenschaften.
—û Titan.
A.2.1 .5 Andere Elastomere
Andere Elastomere sind allgemein anwendbar für den Ge¬ A.4 MeBrohr und Gehäuse
brauch als Auskleidungsmaterialien und können entspre¬ Materialien, die für Meßrohr, Flansche und Gehäuse einge¬
chend der Vereinbarung oder der Abstimmung zwischen setzt werden, werden üblicherweise vom Hersteller ange¬
Benutzer und Hersteller verwendet werden. geben. Es ist wichtig, daß diese kompatibel sind mit den
Umgebungsbedingungen, unter denen sie benutzt werden.
A.2.2 Kunststoffe Die Materialien, die unter A.3 aufgelistet sind, dürfen für die¬
A.2.2.1 Poiytetrafiuorethyien (PTFE) jenigen Teile des Meßrohres eingesetzt werden, die in Kon¬
Üblicherweise ein extrudierter Schlauch, der nicht mit dem takt mit derzu messenden Flüssigkeit kommen, z. B. bei nur
Meßrohr fest verbunden ist. PTFE ist im allgemeinen an¬ teilweise ausgekleideten Rohren.
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EN ISO 6817 ; 1995

Anhang B (informativ)
Literaturhinweise
[1]û
ISO 4185 ; 1980 Durchflußmessung von Flüssigkelten in geschlossenen Leitungen — Wägeverfahren
[2]û
ISO 7194:1983 Durchflußmessung von Fluiden in geschlossenen Leitungen — Netzmessungen in Strömungsquer¬
schnitten zur Durchflußmessung in drallbehafteten oder asymmetrischen Strömungen in kreisförmi¬
gen Rohren mittels Meßflügeln oder Prandl-Rohren
[3]û
ISO 8316:1987 Durchflußmessung von Flüssigkeiten in geschlossenen Leitungen — Verfahren der Volumenbestim¬
mung mit einem Meßbehälter
[4]û
lEC 359 : 1987 Ausdruck des funktionellen Betriebsverhaltens von elektronischen Meßeinrichtungen
[5]û
lEC 381-1 : 1982 Analoge Signale für Regel- und Steueranlagen — Teil 1: Analoge Gleichstromsignale
[6]û
lEC 381-2 : 1978 Analoge Signale für Regel- und Steueranlagen - Teil 2: Analoge Gleichspannungssignale

Anhang ZA (normativ)
Normative Verweisungen auf internationale Pubiiicationen mit ihren entsprechenden Publiicationen
Diese Europäische Norm enthält durch datierte oder undatierte Verweisungen Festlegungen aus anderen Publikationen.
Diese normativen Verweisungen sind an den jeweiligen Stellen im Text zitiert, und die Publikationen sind nachstehend
aufgeführt. Bei starren Verweisungen gehören spätere Änderungen oder Überarbeitungen dieser Publikationen nurzu dieser
Europäischen Norm, falls sie durch Änderung oder Überarbeitung eingearbeitet sind. Bei undatierten Verweisungen gilt
die letzte Ausgabe der in Bezug genommenen Publikationen.

Publikation Datum Titel EN Datum

ISO 4006 1991 Measurement of fluid flow in closed conduits — EN 24006 1993
Vocabulary and symbols
ISO 9104 1991 Measurement of fluid flow in closed conduits — EN 29104 1993
Methods of evaluating the Performance of
electromagnetic flow-meters for liquids