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DEUTSCHE NORM November 1995

Durchflußmessung von Flüssigkeiten


in geschlossenen Leitungen DIN
Verfahren der Volumenbestimmung mit einem Meßbehälter
(ISO 8316 : 1987) Deutsche Fassung EN ISO 8316 : 1995 EN ISO 8316
ICS 17.120.10

Deskriptoren: DurchfluBmessung, Flüssigkeit, Volumenbestimmung, Leitung,


MeBbehälter

Measurement of liquid flow in closed conduits - Method by collection of the


liquid in a Volumetrie tank (ISO 8316 : 1987);
German version EN ISO 8316 : 1995
Mesure de debit des liquides dans les conduites ferm^es — Methode par
jaugeage d'un reservoir volumötrique (ISO 8316 : 1987);
Version allemande EN ISO 8316 ; 1995

Die Europäische Norm EN ISO 8316 : 1995 liat den Status einer Deutsclien Norm.

Nationales Vorwort
Die Internationale Norm ISO 8316 : 1987 "Measurement of liquid flow in closed conduits; Method by collection of
the liquid in a Volumetrie tank" (veröffentlicht als Entwurf DIN ISO 8317, Ausgabe Juli 1991) des Technischen Komitees
ISO/TC 30 "DurchfluBmessung in geschlossenen Leitungen" wurde durch den Beschluß der GEN-Mitglieder unverändert
als Europäische Norm DIN EN ISO 8316 : 1995 übernommen.
Es handelt sich um eine Grundlagennorm für die Kalibrierung von DurchfluBmeBgeräten und -einrichtungen für die
Messung von Flüssigkeiten, auf die in den Normen für DurchfluBmeBverfahren häufig Bezug genommen wird. Eine
entsprechende DIN-Norm bestand nicht.
Für die In Abschnitt 2 zitierten Internationalen Normen wird im folgenden auf die entsprechenden Deutschen Normen
hingewiesen:
ISO 4006 siehe DIN EN 24006
ISO 4185 siehe DIN EN 24185

Nationaler Anhang NA (informativ)


Literaturhinweise
DIN EN 24006
DurchfluBmessung von Fluiden in geschlossenen Leitungen - Begriffe und Formelzeichen (ISO 4006:1991);
Deutsche Fassung EN 24006 : 1993
DIN EN 24185
DurchfluBmessung von Flüssigkeiten in geschlossenen Leitungen - Wägeverfahren (ISO 4185:1980); Deutsche
Fassung EN 24185:1993

Fortsetzung 19 Seiten EN

Normenausschuß Primäre Meßgeräte und -einrichtungen (NPM) im DIN Deutsches Institut für Normung e.V.

© DIN Deutsches Institut für Normung e.V. -Jede Art der Vervielfältigung, auch auszugsweise, Ret Nr, DIN EN ISO 8316 : 1995-11
e.V.,
EUROPÄISCHE NORM EN ISO 8316
EUROPEAN STANDARD
NORME EUROP^ENNE September 1995

ICS 17.120.10

Deskriptoren: Flüssigkeitsströmung, Durchfluß in gesclilossenen Leitungen, Strömungsmessung, Volumenmessung,


Behälter, Eichung, Durchflußmenge, Durchflußmesser, Fehleranalyse

Deutsche Fassung

Durchflußmessung von Flüssigkeiten


in geschlossenen Leitungen
Verfahren der Volumenbestlmmung mit einem Meßbehälter
(ISO 8316 : 1987)

Measurement of liquid flow in closed con- Mesure de debit des liquides dans les condui-
duits — Method by collection of the liquid tes fermees — Methode par jaugeage d'un
in a Volumetrie tank (ISO 8316 : 1987) reservoir volumetrique (ISO 8316 : 1987)

Diese Europäische Norm wurde von CEN am 1995-08-31 angenommen.


Die CEN-Mitglieder sind gehalten, die CEN/CENELEC-Geschäftsordnung zu erfüllen, in
der die Bedingungen festgelegt sind, unter denen dieser Europäischen Norm ohne jede
Änderung der Status einer nationalen Norm zu geben ist.
Auf dem letzten Stand befindliche Listen dieser nationalen Normen mit ihren bibliogra¬
phischen Angaben sind beim Zentralsekretariat oder bei jedem CEN-Mitglied auf Anfrage
erhältlich.
Diese Europäische Norm besteht in drei offiziellen Fassungen (Deutsch, Englisch, Fran¬
zösisch). Eine Fassung in einer anderen Sprache, die von einem CEN-Mitglied in eigener
Verantwortung durch Übersetzung in seine Landessprache gemacht und dem Zentral¬
sekretariat mitgeteilt worden ist, hat den gleichen Status wie die offiziellen Fassungen.
CEN-Mitglieder sind die nationalen Normungsinstitute von Belgien, Dänemark, Deutsch¬
land, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Island, Italien, Luxemburg, Niederlande,
Norwegen, Österreich, Portugal, Schweden, Schweiz, Spanien und dem Vereinigten
Königreich.

CEN
EUROPÄISCHES KOMITEE FÜR NORMUNG
European Committee for Standardization
Comite Europeen de Normalisation

Zentralsekretariat: rue de Stassart 36, B-1050 Brüssel

© 1995. Das Copyright ist den CEN-Mitgliedern vorbehalten. Ref. Nr. EN ISO 8316 ; 1995 D
Seite 2
EN ISO 8316 : 1995

Inhalt
Seite Seite

Anwendungsbereich 2 Anhang A Korrektionen der Füllzeltmessung û
12

Normative Verweisungen 2 Anhang B Dichte von reinem Wasser bei einem

Formelzelchen und Begriffe 3 Normdruck von 101,325kPa û 16


Meßprinzip 3 Anhang C Beispiel einer Volumendurchflu߬
meßeinrichtung bei Anwendung der

Meßeinrichtung 6 dynamischen Volumendurchfiußmessung 16

Durchführung 8 Anhang D Beispiel einer Volumendurchflu߬

Berechnung des Durchflusses 8 meßeinrichtung unter Verwendung
des ständigen Start- und Stoppverfahrens 16

Berechnung der Gesamtmeßunsicherheit
bei der Durchflußmessung û 9 Anhang E Verteilung der Student-i-Faktoren û
19

Vorwort
Diese Europäische Norm wurde durch CEN von der Arbelt des Technischen Komitees ISO/TC30,"Measurement of fluid flow
Inclosed condults", der "International Standardizatlon Organization" (ISO) übernommen.
Diese Europäische Norm muß den Status einer nationalen Norm erhalten; entweder durch Veröffentlichung eines iden¬
tischen Textes oder durch Anerkennung bis März 1996, und etwaige entgegenstehende nationale Normen müssen bis
März 1996 zurückgezogen werden.
Entsprechend der GEN/CENELEC-Geschäftsordnung sind folgende Länder gehalten, diese Europäische Norm zu über¬
nehmen:
Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Island, Italien, Luxemburg, Niederlande,
Norwegen, Österreich, Portugal, Schweden, Schweiz, Spanien und das Vereinigte Königreich.

Anerkennungsnotiz
Der Text der Internationalen Norm ISO 8316:1987 wurde von CEN als Europäische Norm ohne Irgendeine Abänderung
genehmigt.
Anmerkung : Die normativen Verweisungen auf internationale Publikationen sind im Anhang ZA (normativ) aufgeführt.

1 Anwendungsbereich oder Gerät Ist es erforderlich, die genaue Dichte der Flüs¬
Diese internationale Norm legt Verfahren zur Durchflu߬ sigkeit zu kennen.
messung von Flüssigkelten In geschlossenen Leitungen Wenn die Einrichtung für die Durchflußmessung nach dem
fest, bei dem der Volumendurchfluß durch das Messen der volumetrischen Verfahren Im gesetzlichen Meßwesen ein¬
Flüssigkeit In einem Volumenmeßbehälter Innerhalb eines gesetzt wird, muß sie bei den nationalen Meßdiensten ein¬
bekannten Zeltraumes bestimmt wird. Sie behandelt die getragen und von diesen geprüft sein. Diese Einrichtungen
Meßeinrichtung, die Durchführung, das Verfahren der Be¬ unterliegen dann innerhalb festgelegter Zeiträume regel¬
rechnung des Durchflusses und die Meßunsicherheit die¬ mäßigen Überprüfungen. Fehlt ein nationaler Meßdienst,
ser Messungen. muß ein amtlich bestätigtes Protokoll über die Normale
Das beschriebene Meßverfahren darf für jede Flüssigkeit (Länge, Zelt und Temperatur) und eine Meßunslcherheits-
angewendet werden, vorausgesetzt, daß betrachtung nach dieser Internationalen Norm und der
Norm ISO 51 68 für die Anwendungen im gesetzlichen Me߬
a)û der Dampfdruck so niedrig Ist, daß sichergestellt
wesen als Bescheinigung dienen.
Ist, daß die aus dem Volumenmeßbehälter verdamp¬
fende Flüssigkeit die geforderte Meßgenauigkeit nicht Anhang A ist Bestandteil dieser Internationalen Norm. Die
beeinträchtigt; Anhänge B bis E dienen nur der Information.
b)û die Viskosität so niedrig Ist, daß die Messung des
Füllstandes in dem Volumenmeßbehälter nicht unnötig 2 Normative Verweisungen
verändert oder verzögert wird;
ISO 4006
c)dleû Flüssigkeit unglftig und nicht korrosiv ist.
Measurement of fluid flow In closed condults — Vocabu-
Theoretisch gibt es für die Anwendung dieses Verfahrens lary and symbols
keine Begrenzung, jedoch wird aus praktischen Gründen
ISO 4185
das Meßverfahren üblicherweise bei festlnstalllerten Prüf¬ Measurement of liquid flow in closed condults —
ständen für Durchflüsse Im Bereich < 1 ,5 m®/s benutzt. Das
Welghing method
Verfahren, wobei ein natürlicher oder künstlicher Vorrats¬
behälter als Volumenmeßbehälter benutzt wird, Ist nicht ISO 4373
Gegenstand dieser Internationalen Norm. Measurement of liquid flow In open Channels — Water
Infolge des hohen Maßes an Genauigkeit wird das Ver¬ level measuring devices
fahren häufig als Primärverfahren für die Kalibrierung von ISO 5168
anderen Verfahren oder Geräten zur Volumen- oder Mas- Measurement of fluid flow — Estlmation of uncertainty
sendurchflußmessung benutzt; bei letzterem Verfahren of a flow-rate measurement
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EN ISO 8316 : 1995

3 Formelzeichen und Begriffe


3.1 Formelzeichen (siehe auch ISO 4006)
Tabelle 1

Formel¬
Größe Dimension Sl-Einheit
zeichen

ßR Zufällige Komponente der Meßunsicherheit in absoluten Werten *) *)


Er Zufällige Komponente der Meßunsicherheit in Prozent - -

ßs Systematische Komponente der MeBunsicherheit in absoluten Werten *) *)

Es Systematische Komponente der Meßunsicherheit in Prozent - -


Massendurchfluß MT"^ kg/s

Volumendurchfluß L3t-1 m^/s

t Füllzeit in den Behälter T s

V Durchgeflossenes oder gemessenes Volumen l3

z Füllstand der Flüssigkeit im Behälter L m

Q Dichte ml-3 kg/m^

*) Die Dimensionen und Sl-Einheiten entsprechen den gesuchten Größen.

3.2 Begriffe —û Bestimmen des im Behälter vorhandenen Anfangs-


Für diese Internationale Norm sind die Begriffe nach voiumens der Flüssigkeit;
ISO 4006 anzuwenden. Nachstehend sind Begriffe defi¬ —û Einleiten der Flüssigkeit durch die Umschalteinrich¬
niert, die einen speziellen Bezug zu dem Inhalt dieser Norm tung in den Volumenmeßbehälter bei gleichzeitiger
haben bzw. die für die Anwendung dieser Norm hilfreich Messung der Füllzeit, bis sichergestellt ist, daß die für
sind. Begriffe für Meßunsicherheitsbetrachtungen sind in die notwendige Genauigkeit erforderliche Menge ent¬
ISO 5168 festgelegt. halten ist;
3.2.1û Statische Füllstandsmessung: Verfahren, bei dem —û Bestimmen des nun im Behälter vorhandenen End¬
das Nettovolumen der eingeströmten Flüssigl<eit aus volumens der Flüssigkeit. Anfangs- und Endvolumen
Messungen des Flüssigkeitsniveaus in einem Meßbehälter werden durch Messen des Füllstandes im Behälter er¬
abgeleitet sind, bevor und nachdem die Flüssigiceit für mittelt. Die Beziehung zwischen der Höhe des Flüssig¬
eine gemessene Zeitspanne in diesen eingeleitet worden keitsniveaus und dem Volumen ergibt sich durch den
ist. Bezug auf eine vorher durchgeführte Kalibrierung.

3.2.2û Dynamische Füllstandsmessung: Verfahren, bei Der Durchfluß wird dann aus dem Volumen der eingeström¬
dem das Nettovolumen des in den Meßbehälter einge¬ ten Flüssigkeit und Füllzeit nach Abschnitt 7 errechnet.
strömten Fluids durch Füllstandsmessungen ermittelt Eine Variante dieses Verfahrens benutzt zwei Behälter, die
wird, die während des Einströmens durchgeführt werden. nacheinander gefüllt werden (siehe 6.3). Eine weitere
(Bei diesem Verfahren ist l<eine Umschaltvorrichtung Variante, wie im Anhang D beschrieben, benutzt anstatt der
erforderlich.) Umschaltvorrichtung ein Ventil, das die Strömung in den
Volumenmeßbehälter freigibt oder stoppt.
3.2.3û Umschaltelnrichtung: Einrichtung, die die Flüssig¬ Bei der Anwendung eines Ventils anstelle einer Umschalt¬
keit entweder in einen Volumenmeßbehälter oder in eine einrichtung muß sichergestellt sein, daß sich der Durchfluß
Umgehungsleitung leitet, ohne dabei den Durchfluß im während der Betätigung des Ventils nicht verändert.
Meßkreis zu beeinflussen.
3.2.4û DurchfluBstablllsator: In die Meßeinrichtung einge¬ 4.1.2 Dynamisches Meßverfahren
baute Vorrichtung, um in der mit Flüssigkeit gefüllten
Leitung einen konstanten Durchfluß sicherzustellen, z. B. Nachstehend das Prinzip der dynamischen Volumendurch¬
ein Hochbehälter mit einem konstanten Flüssigkeitsniveau, flußmessung (Bild 2 zeigt die schematische Darstellung
dessen Höhe durch einen Überlauf mit ausreichender einer üblichen Meßeinrichtung):
Länge kontrolliert wird. —û Einleiten der Flüssigkeit in den Behälter, wobei ab
einer vorher bestimmten Höhe des Flüssigkeitsniveaus
4 IMeßprinzip (und somit Volumen) die Zeitnahme ausgelöst wird.
4.1 Beschreibung des Prinzips —û Die Zeitnahme wird gestoppt, wenn das Flüssig¬
4.1.1 Statisches Meßverfahren keitsniveau eine zweite vorher bestimmte Höhe (und
somit Volumen) erreicht hat, danach wird die Flüssig¬
Das Prinzip der statischen Volumendurchflußmessung
keit abgelassen.
(Bild 1 zeigt die schematische Darstellung einer üblichen
Meßeinrichtung) wird wie folgt beschrieben: Der Durchfluß wird dann nach Abschnitt 7 ermittelt.
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EN ISO 8316 : 1995

4.1 .3 Vergleich des momentanen b)û die Leitung innerhalb der Meßabschnitte voll gefüllt
und des mittleren Durchflusses ist und weder Dampf noch Luftpolster zwischen dem
Es sollte ausdrücklich betont werden, daß durch das volu- Meßabschnitt und dem Volumenmeßbehälter vorhan¬
metrlsche Verfahren ausschließlich der mittlere Wert des den sind;
Durchflusses während der Füllzeit bestimmt wird. Momen¬ c)û keine Zunahme (oder Abnahme) von Flüssigkeit in
tanwerte des Durchflusses, die durch andere in den Strö¬ Teilen der Meßeinrichtung durch Wärmekontraktion
mungskreis eingebaute Meßinstrumente oder Zähler gelie¬ (oder Wärmeausdehnung) vorhanden ist und daß keine
fert werden, können mit dem mittleren Durchfluß nur ver¬ Zunahme (oder Abnahme) der Flüssigkeit durch eine
glichen werden, wenn der Durchfluß während der Messung Änderung des Dampf- oder Gasvolumens, das un¬
durch Durchflußstabilisatoren konstant gehalten wird oder bekannt im Strömungskreislauf enthalten ist, statt¬
Füllzeiten verläßlich über die Zeit gemittelt worden sind. findet;
d)û sorgfältig darauf geachtet wird, daß Verluste durch
4.2 Genauigkeit des Verfahrens
Absorption der Flüssigkeit durch die Behälterwandun¬
4.2.1û GesamtmeBunsicherheit gen oder deren Schutzüberzüge, Deformationen der
beim volumetrischen Meßverfahren Wandungen usw. ebenso vermieden werden wie un¬
Das volumetrische Verfahren ist eine Durchflußmessung, erwünschter Zufluß in den Behälter oder Leckagen;
die im Prinzip lediglich Messungen der Füllstände und der e)û sich die Beziehung zwischen dem Füllstand und
Zeit erfordert. Nach dem Wägeverfahren gehört die stati¬ dem Volumen im Behälter durch Auslitern oder durch
sche Volumendurchflußmessung zu den genauesten aller die Berechnung nach den ermittelten Maßen des Behäl¬
Verfahren der Durchflußmessung, vorausgesetzt, daß die ters nach 5.5 ergibt;
Anforderungen an die Messung aus 4.2.2 eingehalten wer¬
den. Aus diesem Grund wird dieses Verfahren oft als Nor¬ f)û die Meßgeräte den Füllstand messen und die Ein¬
mal oder als Kalibrierungsverfahren angewendet. Sofern richtungen zum Starten und Stoppen der Zeitnahme
die Meßeinrichtung sorgfältig hergestellt, instand gehalten die erforderlichen Genauigkeiten erreichen;
und benutzt wird, kann eine Meßunsicherheit von ± 0,1 % g)û die von der Umschalteinrichtung benötigte Zeit (für
bis ± 0,2% (mit einer Vertrauensgrenze von 95%) erreicht das statische Verfahren) für das Umschalten im Verhält¬
werden. nis zur Füllzeit gering ist und das Zeitmeßgerät zu der
Zeit gestartet oder gestoppt wird, wenn die Umschalt¬
4.2.2û Anforderungen für genaue Messungen einrichtung die hydraulische Mittellinie kreuzt (Diese
Mit dem volumetrischen Verfahren können genaue Mes¬ Position muß geprüft und gegebenenfalls nach dem
sungen des Durchflusses erreicht werden, wenn sicher¬ Verfahren in Anhang A einjustiert werden.);
gestellt ist, daß h)û die Temperatur der unter Prüfbedingungen durch
a) keine Undichtigkeit im Strömungskreislauf vor¬ das Durchflußmeßgerät fließenden Flüssigkeit gleich
handen ist und über die Umschaltvorrichtung keine ist mit der Flüssigkeit in dem Volumenmeßbehälter
ungemessenen Leckmengen fließen; oder mit ihr vergleichbar ist.

Hochbehälter mit
einem konstanten
Flüssigkeitsniveau

Zu kalibrierendes
Durchflußmeßgerät Durchflußregelventil

Umschalteinrichtung

Füllstand¬
meßeinrichtung

Beruhigungs¬
kammer

Volumenmeßbehälter
Bild 1 : Schematische Darstellung einer MeBelnrIchtung zur Bestimmung des
Volumendurchflusses nach dem statischen Verfahren
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EN ISO 8316 : 1995

Bild 2: Schematische Darsteiiung einer iMeBeinrichtung zur Bestimmung des Volumendurchflusses


nach dem dynamischen Verfahren
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EN ISO 8316 ; 1995

5 Meßeinrichtung Durch die Ausführung der mechanischen Teile der Um¬


schaltvorrichtung und ihrer Drehvorrichtung sowie durch
5.1 Umschalteinrichtung
mehrere Prüfungen im Betrieb muß sichergestellt sein, daß
Die Umschalteinrichtung ist eine bewegliche Vorrichtung, keine Flüssigkeitsverluste durch Undichtigkeiten oder
um die Strömung entweder In ihre normale Bahn oder in Spritzen von Flüssigkeit auftreten, sowohl nach außen als
den Wägebehälter zu leiten. Dieses erfolgt entweder durch auch von einem Kanal zum anderen.
schwenl<bare Rohre oder Rinnen oder durch ein Teilungs¬ Alternativen zu einem dünnen flachen Flüssigkeitsstrahl,
blech, welches sich um eine waagerechte oder senicrechte der die Umschaltvorrichtung durchfließt, sind zulässig, so¬
Achse dreht (siehe Bild 3).
fern die im Anhang A angegebenen Korrektionen der Um¬
Die Bewegung der Umschalteinrichtung mu8 ausreichend schaltzeit angewendet werden.
schnell erfolgen (z. B. in weniger ais 0,1 s), um die Möglich¬
keit einer signifikanten Abweichung bei der Messung der
5.2 ZeitmeBeinrichtung
Füllzeit auf ein Minimum zu reduzieren. Dies wird mittels
einer schnellen Bewegung der Umschalteinrichtung durch Die Füllzeit in den Volumenbehälter wird üblicherweise mit
einen dünnen Flüssigkeitsstrahl, wie es durch einen Düsen¬ einem elektronischen Zeitmeßgerät mit einem eingebau¬
schlitz gebildet wird, erreicht. Dieser Flüssigkeitsstrahl hat ten Zeitnormal, z.B. einem Quarzkristall, gemessen. Die
im allgemeinen eine 15 bis 50mal größere Länge als seine Umschaltdauer kann somit auf mindestens 0,01 s abge¬
Breite in Richtung des Durchgangs der Umschaltein¬ lesen werden.
richtung. Der Druckverlust dieser Ausflußöffnung darf Die Meßabweichung aus der Zeitnahme ist vernachlässig¬
20 000Pa nicht überschreiten, damit Spritzer, das Mit¬ bar klein, vorausgesetzt, die Anzeige weist eine hohe Auf¬
reißen von Luft, Strömung über die Umschalteinrichtung lösung auf und die Meßeinrichtung wird in regelmäßig
und Turbulenzen i) innerhalb des Wägebehälters, vermieden wiederkehrenden Zeitabschnitten gegenüber einem natio¬
werden. Die Bewegung der Umschalteinrichtung erfolgt nalen Zeitnormal verglichen, z. B. durch zuverlässig über¬
elektrisch oder mechanisch, z.B. durch Federn oder mittelte Frequenzsignale von Zeitzeichensendern.
Drehstäbe oder durch einen elektrischen oder pneumati¬ Das Zeitmeßgerät muß durch einen optischen, magneti¬
schen Stellantrieb. Die Umschalteinrichtung darf in keinem schen oder einen anderen geeigneten direkt an der
Fall während der Messung die Strömung im Meßkreis beein¬ Umschalteinrichtung befindlichen Schalter, bei Bewegung
flussen. der Umschalteinrichtung in Gang gesetzt werden. Die Zeit¬
Bei großen Durchflüssen, die übermäßige mechanische Be¬ messung muß unmittelbar in dem Augenblick beginnen
anspruchungen hervorrufen können, sollten Umschaltein¬ (oder beendet sein), wenn die schraffierten Flächen im
richtungen mit einer verhältnismäßig längeren Umschalt¬ Bild 4, die die Veränderungen der umgeleiteten Durchflu߬
zeit (z. B. 1 bis 2 s) benutzt werden, vorausgesetzt, daß bei mengen über die Zeit darstellen, gleich groß sind. In der
konstanten Arbeitsbedingungen jede Änderung der Durch¬ Praxis ist es allgemein zulässig, daß dieser Punkt mit der
flußverteilung durch Umschlagen der Umschalteinrichtung Mittelstellung der Bewegung der Umschalteinrichtung in¬
vorzugsweise linear und nachprüfbar ist. Jede Hysterese nerhalb der Flüssigkeitsströmung übereinstimmt. Voraus¬
zwischen den Richtungswechseln der Umschalteinrichtun¬ gesetzt, daß die Durchgangszeit der Umschalteinrichtung
gen muß kontrolliert werden. durch die Strömung im Vergleich zur Zeitspanne der Ein-

Durchflußeintritt

if* Ausflußöffnung

Ausflußöffnung
Teilungs¬ Umschalteinrichtungen
blech

Drehpunkt Drehpunkt

\ Durchfluß-
\ austritt

Durchfluß zum Vorratsbehälter


X
Durchfluß zum Volumenmeßbehälter

Bild 3: Beispiele für die Ausführung von Umschalteinrichtungen


1) In guten Ausführungen von Ausflußöffnungen erlauben spezielle Entlüftungen den Lufteintritt in den Flüssigkeitsstrahl,
um einen stabilen Durchfluß während der Messung sicherzustellen.
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leitung in den Volumenmeßbehälter sehr klein Ist, Ist die Flüssigkeit, besonders wenn der Behälter sehr groß Ist, über
Meßabweichung vernachiässigbar klein. ein geeignetes Leitsystem in den Behälter eingebracht
Sind die Meßabweichungen der Füllzeltmessung, die durch werden.
den Betrieb der Umschalteinrichtung und durch das Eln- Der Behälter darf durch nachstehende Verfahren entleert
und Ausschalten des Zeitmeßgerätes entstehen, nicht werden:
vernachlässigbar klein, so muß eine Korrektion In Überein¬ —û durch ein Absperrventil am Boden, dessen Leck-
stimmung mit den Festlegungen im Anhang A durchgeführt slcherhelt nachprüfbar sein muß, wie es bei freier
werden. Entleerung oder bei einem durchsichtigen Teil einer
Leitung möglich ist;
5.3 Volumenmeßbehälter
—û durch einen Siphon, versehen mit einer leistungs¬
Der Behälter, In welchem die Flüssigkeit während jedem fähigen und prüfbaren Siphonunterbrechung;
Meßabschnitt fließt, ist im allgemeinen, jedoch nicht not¬
—û durch eine seibstansaugende oder Tauchpumpe.
wendigerweise, ein senkrecht stehender zylindrischer Be¬
hälter, gefertigt aus Stahl oder aus Stahlbeton mit einer Damit Meßreihen In kurzen Zelträumen aufeinanderfolgen
lecksicheren Auskleidung. Damit die Wände und der Boden können, muß die Entleerung des Behälters möglichst
des Behälters nicht undicht werden und beim Betrieb Ihre schnell erfolgen.
Form nicht ändern, muß besondere Sorgfalt auf die Dlmen-
sionlerung und die Auswahl der Werkstoffe sowie der
5.4û
Füllstandsmeßeinrichtungen
Auskieldung verwendet werden. Sofern der Behälter unter¬ Der Füllstand der Flüssigkeit wird durch ein Spitzen- oder
Irdisch angeordnet wird, Ist es ratsam, um den Behälter Hakenstechpegel (möglichst mit elektrischen Kontakten),
herum einen freien Raum zu schaffen, damit jedes Risiko Schwimmermeßgerät oder mit anderen Meßgeräten ver¬
einer Formänderung durch den Einfluß von Bodenpressung gleichbarer Genauigkeit gemessen (Beschreibung dieser
ausgeschlossen Ist und jegliche Undichtigkeit erkannt wer¬ Meßgeräte nach ISO 4373).
den kann. Die Innenflächen des Behälters müssen glatt Bei großen Durchflüssen sollten diese Vorrichtungen
sein, um zu verhindern, daß an den Wänden Wasser zurück¬ wegen der relativ großen Schwankungen der Fiüssigkelts¬
gehalten wird, und um sicherzustellen, daß der Behälter oberfläche und, um die Schwankungen der Flüssigkeit In
völlig entleert werden kann. dem Gefäß zu dämpfen, vorzugsweise in einer Beruhi¬
Damit jede Meßabweichung bei der Zeitnahme und der gungskammer eingebaut werden, die entweder eine durch¬
Messung der Flüssigkeitshöhe vernachlässigt werden kön¬ sichtige Wand oder ein Wasserstandglas mit einer festen
nen, muß der Behälter groß genug sein. Weiterhin ist es Meßskale besitzt. Die Beruhigungskammer sollte mit dem
wichtig, ein sinnvolles Verhältnis von Behälterhöhe zu Be¬ Gefäß durch eine Reihe von Abzweigen verbunden sein, die
hälterdurchmesser zu erreichen, damit zum einen das über die ganze Höhe verteilt sind. Sie muß einen konstan¬
Volumen mit der entsprechenden Genauigkeit bestimmt ten Querschnitt aufweisen, der groß genug ist, um den
werden kann und zum anderen die Schwingungen der Kapiilareffekt vernachiässigbar zu machen.
Fiüssigkeltsoberfläche begrenzt werden können. Unter Be¬ Es ist dafür zu sorgen, Fehler sowohl aus Temperaturdiffe¬
rücksichtigung der Anforderungen in 5.1 und 5.2 muß die renzen zwischen dem Gefäß und der Beruhigungskammer
Änderung der Fiüssigkeltshöhe mindestens 1 m und die als auch aus ungenügender Schwingungsdämpfung durch
Füllzeit des Behälters bei größtem Durchfluß mindestens die Beruhigungskammer zu eliminieren.
30 s betragen. Diese Werte dürfen verkleinert werden, so¬
fern experimentell nachgewiesen wird, daß die geforderten 5.5û
Kalibrierung des Volumenmeßbehälters
Genauigkeiten erreicht werden. Belm Ermitteln des Behältervolumens und seiner regel¬
Um Lufteintritt in den Behälter zu vermeiden und Schwin¬ mäßigen Überprüfung muß größte Sorgfalt aufgewendet
gungen der Flüssigkeitsoberfläche zu begrenzen, muß die werden. Sehr wichtig Ist, daß sich die Maße und die

Bild 4: Betriebsverhalten der Umschalteinrichtung


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EN ISO 8316 : 1995

Form des Beliälters nicht ändern, wie dies in 5.3 festgelegt die Zeitnahme. Erreicht der Füllstand einen zweiten vorher
ist. festgelegten Wert z-\, der dem Wert V-^ des Endvolumens
Bei l<leinen ortsveränderlichen Gefäßen besteht das der Meßtabelle entspricht, wird die Zeitnahme beendet
genaueste Verfahren darin, die im Gefäß befindliche (vorzugsweise automatisch). Nachdem die Füllzeit t aufge¬
Flüssigl<eit zu wiegen, oder bei großen ortsfesten Gefäßen zeichnet wurde, darf der Behälter, sofern erforderlich, ent¬
aufeinanderfolgende Volumina zuzugeben, die mit einem leert werden.
abgestuften Zulaufgefäß eingeleitet werden. Dieses l<ann Dabei werden abhängig von der Ausführung der benutzten
die Form eines geeichten Rohres besitzen, so daß das darin FüllstandsmeSeinrichtungen die Meßwerte entweder durch
enthaltene Volumen genau durch den Füllstand bestimmt ein Meßgerät (oder Sensor), welches stufenweise die Füll¬
werden l<ann, oder sein Inhalt kann ausgewogen werden. stände Zo und zi mißt, oder durch die kontinuierliche Auf¬
Die Beziehung Volumen zum Füllstand darf auch durch Aus¬ zeichnung der Pegelanzeige gewonnen.
messen der Geometrie des Behälters erfolgen. In diesem
Fall ist es erforderlich, eine große Anzahl Messungen durch¬ 6.3û
Zwei-Behälter-Verfahren
zuführen, um Formabweichungen des Behälters berück¬
Dieses Verfahren vermindert die Meßabweichung, die
sichtigen zu können.
durch die Zeit für das Umschalten der Strömung entsteht
Sofern Änderungen der Arbeitstemperatur deutliche Me߬ und gestaltet die Durchflußmessung über einen langen
abweichungen nach sich ziehen, sollte die Kalibrierung Zeitraum. Bei dem Verfahren werden zwei gleich große Be¬
bei verschiedenen Temperaturen, die über den gesamten hälter mit ungefähr dem gleichen Inhalt benutzt, wobei die
Arbeitsbereich verteilt sind, vorgenommen werden. Messungen in einem Behälter erfolgen, während der an¬
Nach dem Entleeren des Füllgefäßes in den Behälter ist es dere gefüllt wird. Die Verringerung der Meßabweichung,
erforderlich, die Menge der Flüssigkeit zu berücksichtigen, die durch die Umschaltzeit hervorgerufen wird, bedeutet,
die sich noch an der Wandung des Gefäßes befindet. Das daß die Gesamtmeßunsicherheit hauptsächlich durch die
Volumen dieser Restflüssigkeit variiert mit der Entleerungs¬ Genauigkeit der Volumenmessung bestimmt wird.
zeit und, in geringerem Maße, mit der vorhandenen Tempe¬ Die beiden Behälter sind üblicherweise oben durch ein
ratur infolge der Viskosität und der Wirkung der Ober¬ scharfkantiges Teilungswehr miteinander verbunden. Prüf¬
flächenspannung. Es ist daher wesentlich, das Füllgefäß ventile oder schnell ansprechende Absperrventile sind am
über einen hinreichend langen Zeitraum in den Behälter zu Boden eines jeden Behälters angebracht. Ein beweglicher
entleeren, üblicherweise etwa 30 s, damit sich so viel Kippkanal leitet die Flüssigkeit in den einen oder anderen
Flüssigkeit wie möglich von der Wand des Gefäßes löst. Behälter um (siehe Bild 5).
Unabhängig vom angewendeten Verfahren der Kalibrie¬ Die Messungen werden wie nachstehend angegeben
rung sollte eine Kalibrierkurve oder vorzugsweise eine Kali¬ durchgeführt. Zum Beginn der Messung wird die Umschalt¬
briertabelle erstellt werden, woraus das Volumen in Abhän¬ einrichtung so eingestellt, daß die Flüssigkeit in einen der
gigkeit vom Füllstand ablesbar ist. Dabei sollten die entleerten Behälter fließt, dessen Absperrventil geschlos¬
Abstände der Meßpunkte so gewählt werden, daß bei der sen ist. Der Füllvorgang wird fortgesetzt, bis die Flüssigkeit
linearen Interpolation keine Fehler auftreten. in den zweiten Behälter überfließt und die Strömung zum
zweiten Behälter umgeschaltet ist.
6 Durchführung Während der zweite Behälter gefüllt wird, wird der erste Be¬
6.1û
Statisches Verfahren hälter, nachdem der Flüssigkeitsspiegel sich beruhigt hat,
sehr schnell entleert (die Zeit, um den Fiüssigkeitsspiegel
Um die Restflüssigkeiten, die am Boden oder den Wänden
zu beruhigen, darf durch Verringerung der Querschnitts¬
des Behälters zurückgeblieben sind zu berücksichtigen,
flächen im oberen Teil der Behälter verkürzt werden). Am
muß zuerst eine ausreichende Menge Flüssigkeit in den
Ende des Durchlaufs, noch bevor der zu füllende Behälter
Behälter gefüllt (oder am Ende einer Messung zurückgehal¬
voll ist, wird die Strömung in den leeren Behälter umgelei¬
ten) werden, um die Ansprechschwelle der Meßeinrichtung tet. Das gesamte eingeleitete Volumen ist damit gleich dem
zu erfassen. Dieser erste Füllstand zq , der dem zugehöri¬
Produkt der Anzahl der gesamten Füllungen und dem Volu¬
gen ersten Volumen Vq der Meßtabelle entspricht, wird men der beiden Behälter zuzüglich dem Volumen der Flüs¬
aufgezeichnet, während die Strömung in den Vorratsbehäl¬
sigkeit, die im teilweise gefüllten Behälter am Ende der
ter geleitet wird und sich der Durchfluß stabilisiert. Nach¬
Messung enthalten ist.
dem geprüft ist, daß der Durchfluß konstant ist, leitet die
Umschalteinrichtung die Flüssigkeit in den Volumenme߬
behälter, wobei automatisch die Zeitnahme beginnt. 6.4û Allgemeine Maßnahmen
Nachdem eine geeignete Flüssigkeitsmenge in den Behäl¬ Sofern eine nachfolgende Betrachtung der zufälligen Me߬
ter geflossen ist, wird durch die Umschaltvorrichtung die abweichungen durchgeführt werden soll, wird für jede Me߬
Flüssigkeit wieder in den Vorratsbehälter geleitet und die reihe empfohlen, wenigstens zwei hintereinanderfolgende
Zeitnahme automatisch beendet, und so die Füllzeit t be¬ Messungen für jede Durchflußmeßreihe durchzuführen.
stimmt. Sobald die Oberfläche der Flüssigkeit im Behälter Die verschiedenen zu messenden Größen können von
geglättet ist, wird der sichtbare letzte Füllstand z-\, der einer Arbeitskraft manuell aufgezeichnet oder von einer
dem zugehörigen Volumen entspricht, in der Meßtabelle automatischen Datenerfassungseinrichtung übertragen
notiert. Anschließend wird der Behälter entleert, es sei werden, um diese Größen als Zahlenwerte auszudrucken
denn, das Gesamtvolumen des Behälters reicht aus, meh¬ oder direkt in einen Rechner einzugeben.
rere aufeinanderfolgende Messungen ohne zwischen¬
zeitliche Entleerungen zu gestatten.
7 Berechnung des Durchflusses
6.2û
Dynamisches Verfahren 7.1 Berechnung des Voiumendurchflusses
Wenn der Flüssigkeitsspiegel im Behälter durch die ein¬ Das innerhalb der Füllzeit eingefüllte Volumen ist gleich der
geleitete Flüssigkeit nicht merklich gestört wird, ergibt sich Differenz der Volumina Vi und Vq und ist gleich dem im
folgender Ablauf: Das Bodenventil des Behälters wird ge¬ Volumenmeßbehälter zwischen den Füllständen Zf und zq
schlossen, sobald der Füllstand einen vorher festgelegten enthaltenen Volumen. Diese Volumina können aus der
Wert zo, der einem zugehörigen Wert Vo des Volumens in Nenninhaltstabeile des verwendeten Behälters bei Prüf¬
der Meßtabelie entspricht, erreicht hat; gleichzeitig beginnt temperatur entnommen werden. Der mittlere Volumen-
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EN ISO 8316 : 1995

Bild 5: Zwei-Behälter-Verfaliren

durchfluß Qy während der Füllzeit ergibt sich aus 8.1 Ursachen von Meßabweichungen
Die Ursachen von systematischen und zufälligen Meßab¬
Vi-Vo weichungen werden hier getrennt betrachtet; es ist jedoch
^v = —^
zu beachten, daß lediglich eine einzige Bestimmung des
Durchflusses betrachtet wird. Weiterhin wird darauf hin¬
wobei t die Fiillzeit ist, die mit Rücksicht auf Meßabwei¬ gewiesen, daß die Bestimmung des mittleren Durchflusses
chungen in Übereinstimmung mit Anhang A berichtigt während der Umschaltungszeit als der Zweck der Messung
werden sollte. angesehen wird. Die Inkonstanz des Durchflusses muß also
zwischen zwei aufeinanderfolgenden Messungen nicht be¬
7.2 Berechnung des Massendurchflusses rücksichtigt werden. Weiterhin ist zu beachten, daß nur die
Der mittlere Massendurchfluß während der Füllzeit kann Hauptursachen beschrieben worden sind und daß die Zah-
aus dem nach 71 berechneten Volumendurchfluß und aus ienwerte von Meßabweichungen nur als Beispiele ange¬
der Dichte der Flüssigkeit bei der Temperatur im Volumen¬ führt sind.
meßbehälter zur Zeit der Messung errechnet werden, 8.1 .1 Systematische IMeBabweichungen
wobei die Dichte den üblichen Tabellen zu entnehmen ist. 8.1.1.1 Meßabweichungen durch den Volumenbehälter
ANMERKUNG: Sofern die Zusammensetzung einer Die auf den Volumenmeßbehälter zurückzuführenden
Flüssigkeit nicht bekannt ist oder wenn eine mög¬ systematischen Meßabweichungen hängen damit zusam¬
lichst hohe Genauigkeit gefordert ist, sollte die men, daß die Beziehung zwischen Füllstand und Volumen
Dichte direkt gemessen werden. nicht genau bekannt ist; Hauptursachen sind
a)û die Meßunsicherheiten, die bei der Kalibrierung des
Der mittlere MassendurchfluB ergibt sich aus
Behälters entstehen;
e(Vi-Vo) b)ûdie Veränderungen dieser Kalibrierung, z. B. durch
Qra = QQV = : Temperatur, unbeabsichtigte Verformungen oder durch
irgendeinen anderen äußeren Faktor;
c)û die Interpolation zwischen den Zahlen, die in einer
Sollwerttabelle angegeben sind, oder die Anwendung
8 Berechnung der Gesamtmeßunsicherheit der bestpassenden Sollwertkurve durch die einzelnen
bei der DurchfluBmessung Prüfpunkte, und zwar in graphischer und analyti¬
Die Berechnung der Meßunsicherheit bei der Durchflu߬ scher Form.
messung muß in Übereinstimmung mit ISO 5168 durch¬ Nimmt man (es)v a's die systematische Meßabweichung
geführt werden. Zur Erleichterung werden nachstehend die bei der Bestimmung eines jeden Volumens Vq und so
wichtigsten anzuwendenden Verfahren aufgeführt, wie sie
sich auf die Durchflußmessung nach dem volumetrischen 1) Eine Tabelle für die Dichte von Wasser für verschiedene
Verfahren anwenden lassen. Umgebungstemperaturen ist im Anhang B enthalten.
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EN ISO 8316 ; 1995

kann angenommen werden, daß diese Meßabweichung zwi¬ gewendete Verfahren bewertet werden, damit die Me߬
schen einem Punkt der Sollwertkurve und einem anderen unsicherheit (es)d des Ergebnisses bestimmt wird. Dieser
Punkt willkürlich schwankt. Daher sollte v'2(es)v als der Wert von (es)d ist dann derjenige Wert, der bei der Berech¬
Schätzwert der systematischen Meßabweichung im ge¬ nung der Unsicherheit bei der Messung des Massedurch¬
messenen Volumen V = Vi - Vo angenommen werden. flusses benutzt werden soll.
8.1.1.2û Meßabweichungen 8.1 .1 .6 Höchstzulässiger Wert
durch das Füllstandsmeßgerät Der höchstzulässige Wert jeder systematischen Kompo¬
Die Ablesungen der Füllstände zq und z^ sind mit einer Ab¬ nente der Meßabweichung (siehe 8.1.1.1 bis 8.1.1.5) muß mit
weichung behaftet, die auf das Füllstandsmeßgerät zurück¬ + 0,05 % angenommen werden, wenn eine Gesamtmeßun¬
zuführen ist; ein Teil dieser Abweichung, sagen wir {es)z, sicherheit, wie in 4.2.1 angegeben, von weniger als ± 0,2%
der z. B. mit Mängeln der Skale zusammenhängt, ist für angestrebt wird.
einen gegebenen Füllstand systematischer Natur. Damit diese Zahlen erreicht werden können, sollte das
Es kann jedoch angenommen werden, daß diese Ab¬ aufgefangene Flüssigkeitsvolumen und die Füllzeit über
weichung über die Länge des Meßgerätes willkürlich bestimmten Mindestwerten liegen. Diese Werte hängen
schwankt und daher sollte /2 (es)z als der Schätzwert der von den Merkmalen der Anlage ab (Streuung der Prüf¬
systematischen Meßabweichung bei der Füllstandsmes¬ punkte, Qualität von Umschaltklappe, Füllstandsmeßgerät,
sung angenommen werden. Zeitmeßgerät usw.) wie in 5.3 dargelegt.

8.1.1.3û Meßabweichungen 8.1.2 Zufällige MeBabweichungen


durch die Zeitmeßeinrichtung 8.1.2.1û Meßabweichungen bei der
Jede Abweichung bei der Kalibrierung der Zeitme߬ Bestimmung des aufgefangenen Volumens
einrichtung führt zu einer systematischen Meßabweichung Aus den bei der Kalibrierung des Behälters aufgezeichne¬
(es)t bei der für eine Umschaltung gemessenen Zeit; bei ten Anzeigen kann die Standardabweichung der Verteilung
modernen Geräten wird diese jedoch vernachlässigbar der Punkte um die bestpassende Kurve berechnet werden,
sein (unter 1 ms). und das 95 %-Vertrauensniveau dieser Verteilung kann
Wichtig ist eine angemessene Auflösung der Zeitmeßein¬ unter Anwendung des geeigneten ^-Wertes (siehe An¬
richtung. Geräte mit Ziffernanzeige liefern eine Anzeige, hang E) bestimmt werden. Da das aufgefangene Flüssig¬
deren Abweichung in der Größenordnung einer Ziffer der keitsvolumen aus der Differenz zwischen zwei Füllstands¬
letzten Stelle liegt, wobei das Vorzeichen der Abweichung messungen ermittelt wurde, ist dieser Wert (eR)v friit zu
davon abhängt, ob die Ziffer am Ende oder Anfang des ent¬ multiplizieren. Da das Verfahren und die für die Kalibrierung
sprechenden Zeitabschnittes vorgerückt ist. Um diesen und für die Messungen des Durchflusses in den Behälter
Einfluß vernachlässigbar zu machen, muß die Auflösung hinein benutzten Einrichtungen, die Zeit für eine Stabilisie¬
jeder benutzten Zeitmeßeinrichtung auf weniger als 0,01 % rung des Füllstandes, die Füllstandsmeßgeräte usw. diesel¬
der Umschaltzeit festgesetzt werden. ben sind, ist der sich ergebende Wert t/2 (eiJv die zufällige
Meßunsicherheit bei dem aufgefangenen Volumen, die
8.1.1.4û Meßabweichungen auf den Volumenmeßbehälter und die Füllstandsmessun¬
durch die Umschalteinrichtung gen zurückzuführen ist. Es ist zu beachten, daß diese Me߬
Voraussetzt, daß entweder für jede Zeitabweichung, wie in unsicherheit im allgemeinen vom Durchfluß abhängt.
Anhang A beschrieben, eine Korrektur vorgenommen wird, Nach derselben Argumentation wie in 8.1.1.6 muß diese
oder daß die Taktgabe der Zeitmeßeinrichtung so einge¬ Meßunsicherheit i/2(eR)v weniger als ±0,1% betragen.
stellt wird, daß die Abweichung vernachlässigbar ist, wird Das Erreichen dieses Wertes macht das Auffangen eines
die aus dieser Quelle in die Durchflußmessung eingeführte Mindestflüssigkeitsvolumens erforderlich, wobei dieses
Meßunsicherheit gleich der Unsicherheit bei der Messung Mindestvolumen aus dem Absolutwert der Streuung der
der Zeitabweichung sein. Prüfpunkte bestimmt wird.
Diese Meßunsicherheit (es)p wird mit dem Verfahren 1
8.1.2.2û Meßabweichungen
(siehe Anhang A.1.1) nach dem allgemeinen Prinzip nach
durch die Umschalteinrichtung
ISO 5168 oder mit dem Verfahren 2 (siehe Anhang A.1.2)
aus der Meßunsicherheit bei der Steigung der Geraden in Die Genauigkeit, mit der die Dauer einer Umschaltung
der graphischen Darstellung (siehe Bild 7) berechnet. gemessen wird, hängt von der Gleichmäßigkeit und Wieder¬
holbarkeit der Bewegung der Umschaltklappe ab, die die
8.1.1.5û Meßunsicherheiten durch die Dichtemessung Zeitmeßeinrichtung auslöst. Dies kann für eine gegebene
Wenn der Massedurchfluß berechnet werden muß, wird Anlage experimentell bestimmt werden, indem man den
eine systematische Meßabweichung auftreten, die mit dem Durchfluß auf einen konstanten Wert einstellt und dann
für die Dichte der Flüssigkeit benutzten Wert zusammen¬ eine Reihe von z. B. 10 Umschaltzyklen von ungefähr glei¬
hängt und die sich aus der Messung der Temperatur im cher Dauer durchführt, um eine Reihe von 10 Schätzwerten
Volumenmeßbehälter und am Zähler während der Auffang¬ des Durchflusses bereitzustellen.
zeit und aus der Anwendung von Dichtemeßgeräten oder Wird dieses Verfahren für mehrere verschiedene Umschalt¬
Dichtetabellen ergibt. zyklen wiederholt und werden die 95%-Vertrauensgrenzen
Abweichungen bei der Dichtemessung werden im allgemei¬ für jede Meßreihe aus der Standardabweichung s ermittelt,
nen vernachlässigbar sein, vorausgesetzt, daß die Tempe¬ kann für eine gut konstruierte Umschalteinrichtung ein
ratur auf ± 0,5 °C gemessen wird. Diese Genauigkeit ist mit Diagramm in der in Bild 6 gezeigten Art abgeleitet werden.
einfachen Thermometern leicht zu erreichen; wichtig ist Oberhalb einer gewissen Mindestumschaltdauer werden
jedoch, daß sichergestellt wird, daß die Temperatur der in die 95%-Vertrauensgrenzen relativ konstant sein, und der
den Behälter strömenden Flüssigkeit konstant ist, so daß so ermittelte Wert sollte als die Meßunsicherheit (ejOp bei
die Möglichkeit ausgeschlossen wird, daß die Temperatur der Durchflußmessung benutzt werden, die auf Zufalls¬
der Flüssigkeit in der Nähe des Thermometers nicht für die erscheinungen in der Umschalteinrichtung zurückzuführen
der Flüssigkeit im gesamten Behälter repräsentativ ist. ist.
Bei der Benutzung von Dichtetabellen sollte keine signifi¬ Wichtig ist, daß (eR)p bei mehreren Durchflüssen über den
kante Abweichung eingeführt werden; ist die Dichte einer (Meß-)Bereich der Einrichtung bewertet wird, da ihr Wert
Flüssigkeit jedoch direkt gemessen worden, muß das an¬ vom Durchfluß abhängen kann.
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Vertrauensbereich

' Dauer der Umschaltung


+f c
-'95-^

Bild 6: Übiiciies, für die Bewertung von (eR)p einer Umschaiteinriciitung benutztes Diagramm

Nach derselben Argumentation wie in 8.1.1.6 muß diese 8.2.2 Beispiel für die Berechnung der Meßunsicherheit
Meßunsicherheit (eR)p weniger als + 0,1 % betragen. In Bei dem hier angeführten Beispiel wird das statische Me߬
einem gegebenen System wird das Erreichen dieses Wer¬ verfahren benutzt, bei dem ein zylindrischer Volumen¬
tes eine Mindestauffangdauer erforderlich machen, die aus meßbehälter in 40 s ein Wasservolumen von 8 m® auf¬
dem Absolutwert dieser Meßunsicherheit bestimmt wird. nahm — was einem Anstieg des Füllstandes von 2 m ent¬
sprach — und bei dem der Volumendurchfluß des Wassers
8.1.2.3 Meßabweichungen
gesucht ist.
durch die dynamische Messung
Dieses Beispiel berücksichtigt nur die in 8.1 aufgeführten
Die Genauigkeit, mit der die Auffangszeit beim dynami¬
Ursachen für die Abweichungen und verwendet dafür
schen Meßverfahren gemessen wird, darf — ähnlich wie in
Werte der Meßunsicherheit, die für eine hochgenaue
8.1.2.2 angegeben — geschätzt werden.
Durchflußmeßeinrichtung charakteristisch sind. Es muß
8.2 Berechnung der Gesamtmeßunsicherheit bei jedoch betont werden, daß in jedem einzelnen Fall die Be¬
rechnung getrennt durchgeführt werden muß, da andere
der Durchflußmessung
Ursachen vorhanden sein können und die Werte der Me߬
8.2.1 Allgemeines unsicherheit einer bekannten Ursache entsprechend
Die mit einer Durchflußmessung verbundene Meßunsicher¬ schwanken können.
heit wird durch Kombination der aus den in 8.1 beschriebe¬
nen Ursachen sich ergebenden Meßunsicherheiten 8.2.2.1 Systematische Meßabweichungen
ermittelt. Obwohl zwischen "systematischen" Meßabweichun¬
Es wird angenommen, daß die in ISO 5168 beschriebenen
gen und "zufälligen" Meßabweichungen unterschieden
Verfahren bereits ausgeführt wurden, um die im folgenden
wird, ist die Wahrscheinlichkeitsverteilung der möglichen
benutzten Werte der systematischen Meßunsicherheiten
Werte jeder systematischen Komponente im wesentlichen
zu ermitteln.
eine Gaußsche Verteilung, und nach ISO 5168 darf die Kom¬
bination aller Meßunsicherheiten daher nach dem Verfah¬ Die systematische Meßunsicherheit (es)v durch den Me߬
ren der quadratischen Mittelwerte erfolgen. behälter wurde in diesem besonderen Fall bei jeder der
beiden Volumenmessungen auf +2 dm® geschätzt und
Obwohl alle Meßunsicherheiten berücksichtigt werden
somit ist
sollten, die jede der Meßgrößen theoretisch beeinflussen
können, brauchen nur die in 8.1 genannten in die Analyse ^ (es)v r 2-10-3
einbezogen zu werden, wenn die Messungen in Über¬ V2 =± V2 = + 0,035%
einstimmung mit dieser Internationalen Norm durchge¬
V 8
führt werden, da jede andere Ursache einen vernachlässig¬ Die systematische Meßunsicherheit (es)z durch das Füll¬
baren Beitrag zu der Gesamtmeßunsicherheit liefert. standsmeßgerät hat in jeder der beiden Füllstandsmes¬
Folglich ist die relative systematische Meßunsicherheit sungen (ausgeführt mit einem Hakenstechpegel in einem
— ausgedrückt in Prozent — bei einer Volumendurchflu߬ Beruhigungsraum) einen charakteristischen Wert von
menge Es, durch die folgende Gleichung gegeben: +0,2 mm; nimmt man an, daß das Verhältnis Höhe/Volu¬
men linear ist, gilt
Es = ± 100-
2 2 r-dV(es)z r- 8 0,2-10-®
(es)v (es)z dV (es)t (ßs)p V2 = + 1/2 û
+ 0,014%
+2 dz V ~ 2 8 -
dz t
Die systematische Meßunsicherheit (es)t durch die Zeit¬
Die relative zufällige Meßunsicherheit— ausgedrückt in Pro¬ meßeinrichtung beträgt charakteristisch weniger als ± 1 ms
zent — beim 95%-Vertrauensniveau ist gegeben durch und somit
2
(ßR)v (eR)p (es)t 10-®
(Er)95 = + 100 / 2 - = + — = + 0,002 5 o/o
V t 40
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Die systematische Meßunsicherheit (es)p durch die Um¬ 8.3 Darstellung der Ergebnisse
schalteinrichtung beträgt charakteristisch ± 25 ms, und so¬ Die nachstehende Gleichung
mit gilt
(es)p 25-10"® 1/2
-= ± • -=±0,062 5%.
40
dX^ ^7 \»X2 ^7 '
8.2.2.2 Zufällige Meßabweichungen
Beim 95%-Vertrauensniveau sind die Vertrauensgrenzen worin dqjdxt, dqjdxz dqjdxk partielle Ableitungen
der Verteilung der Füllstand-ZVolumen-Prüfpunkte um die sind (siehe ISO 5168), sollte für jede Unsicherheit, die auf
bestpassende Kurve charakteristisch ± 0,05%, und somit zufällige oder systematische Komponenten zurückzufüh¬
gilt ren ist, vorzugsweise getrennt berechnet werden. Man
^ = ± t/2 • 0,05 % = ± 0,07 %. bezeichnet die Beiträge zu der auf diese beiden Ursachen
zurückzuführenden Meßunsicherheit bei der Durchflu߬
messung mit (eR)95 bzw. es. wenn sie in absoluten Werten
Die zufällige Meßunsicherheit (eiOp durch die Umschaltein¬ ausgedrückt werden; und mit (EjOgg bzw. Es, wenn sie in
richtung beträgt charakteristisch + 10 ms, und somit gilt Prozent ausgedrückt werden; die Durchflußmessung muß
(eiOp 10-10-3 dann in einer der nachstehend angegebenen Formen dar¬
P-=± =±0,025%. gestellt werden:
t 40
8.2.2.3 Berechnung der Gesamtmeßunsicherheit a)û
Durchfluß q = ...
Die relative, systematische Meßunsicherheit Es der Durch¬ (ßiOss = ± Ö9i es = ± <592
flußmessung (siehe 8.2.1) beträgt Die Meßunsicherheiten sind nach ISO 5168 berechnet.
£s = ± / (0,035)2 + (0,01 4f + (0,002 5)^ -t- (0,062 5)^ b)û Durchfluß q = ...
= ±0,073% (£r)95 = ± <5^3 % Es=± Öq4 %
ANMERKUNG: Anzumerken ist, daß sich dieser Die Meßunsicherheiten sind nach ISO 5168 berechnet.
Wert nicht wesentlich ändern würde, wenn die
auf das Füllstandsmeßgerät und die Zeitmeßein¬ Ein alternatives, allerdings weniger befriedigendes Verfah¬
richtung zurückzuführenden systematischen Me߬ ren besteht in der Kombination der aus zufälligen und
unsicherheiten vernachlässigt würden. systematischen Meßabweichungen resultierenden Me߬
Die relative, zufällige Meßunsicherheit (£r)95 bei der Durch¬ unsicherheiten nach dem Verfahren der quadratischen
flußmessung (siehe 8.2.1) beträgt Mittelwerte. Auch dann muß jedoch (£r)95 (siehe 8.2.1) im
Hinblick auf zufällige Komponenten bewertet werden, da
(£:r)95 = ± 1/(0,07)2 + (0,025)2% der Wert von (eR)95 oder (£r)95 angegeben werden muß. In
= ±0,074% diesem Fall muß die Durchflußmessung in einer der nach¬
stehend angegebenen Formen dargestellt werden;
Das Ergebnis der Durchflußmessung kann somit angege¬
ben werden als c)û
Durchfluß q = ...± öqs
Oy = — = 0.2 m^/s (ßiOgs = ± ö^i
40 Die Meßunsicherheiten sind nach ISO 5168 berechnet.
mit
JSs= ± 0,07% d)û Durchfluß ^ = ... ± (5^6%
= ± 0,07 % (£r)95 = ± <5^3 %
Die Meßunsicherheiten sind nach ISO 5168 berechnet. Die Meßunsicherheiten sind nach ISO 5168 berechnet.

Anhang A
Korrektionen der Füllzeitmessung
(Dieser Anhang ist Bestandteil der Norm.)
Die Erfahrung hat gezeigt, daß die Umschaltabweichung A.1 Statisches Verfahren
eines Zyklus vom Einschalten bis zum Ausschalten der
Umschalteinrichtung bei einem gut konzipierten System, A.1.1 Verfahren 1
einem Wert von 0 bis 10 ms entsprechen kann. Diese Ein stationärer Durchfluß wird mittels eines Regelventils
Abweichung hängt ab vom Durchfluß, von der Geschwindig¬ eingestellt und dann eine Standardmessung durchgeführt,
keit der Bewegung der Spitze der Umschalteinrichtung in um den Durchfluß zu ermitteln. Anschließend wird eine
beiden Richtungen durch den Flüssigkeitsstrahl und von Reihe kurzer Flüssigkeitsstöße (bis maximal 25 Stöße) in
der genauen Lage des Auslösers derZeitmessung in bezug den Volumenmeßbehälter geleitet, ohne daß der Zeitmes¬
auf den aus dem Düsenschlitz hervortretenden Flüssig¬ ser oder die Füllstandsmeßeinrichtung auf Null gesetzt wer¬
keitsstrahl. Diese Umschaltabweichung darf nicht als un¬ den; der Durchfluß wird dann von der Gesamtsumme der
bedeutend angesehen werden, sondern ist durch Versuche Volumina und der Gesamtsumme der Zeiten ermittelt. Um
nach einem der in A.1 und A.2 beschriebenen Verfahren zu die Messungen abzuschließen, wird der gleichmäßige
ermitteln. Durchfluß ein zweites Mal nach dem Standardverfahren
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ermittelt, und der Mittelwert der beiden Werte aus den 10% und 5% der "normalen" Zeit. Die höchste Anzahl der
normalen Messungen wird mit dem anhand der Gesamt¬ Prüfungen ist bei 5 % des "normalen" (also langen) Zeittak¬
summen ermittelten Durchflußwert verglichen. tes erforderlich, die niedrigste bei der "normalen" Um¬
Ist die Gesamtsumme der Volumina für n Stöße ungefähr schaltzeit. Während dieser Prüfungen ist der mittlere Wert
gleich mit der einer Standardmessung, so läßt sich nach¬ des Durchflußmessers so genau wie möglich festzuhalten.
weisen, daß die mittlere Zeitmeßabweichung Ai, die sich je Die so ermittelten Ergebnisse sind in die folgende Glei¬
Zyl<lus aus der Steuerung des Zeitmessers ergibt, in etwa chung einzusetzen, wobei At die gesuchte zeitliche Me߬
gleich abweichung des Umschaitsystems darstellt:

in
^1 1 \ (g-Q)-(gt-Qt)
Lt 1 1 / 1
-1 tn tr
t n 1
Hierin bedeuten:
ist.
IHierin bedeuten: iq die Umschaltzeit einer bestimmten "kurzen"
Prüfung;
iV^-Vo)|t den bei der Standardmessung ermit¬ tq die Umschaltzeit der "normal" dauernden Prü¬
telten mittleren Durchfluß, fungen, die sich im Prüfablauf der oben ausge¬

jn wählten Prüfung chronologisch am nächsten
den anhand der Gesamtsumme der befindet;
1 / 1 Volumina und der Gesamtsumme der
q der für eine bestimmte Umschaltzeit be¬
Zeiten für« Stöße ermittelten Durch¬
rechnete Durchfluß;
fluß,
Q der Durchfluß, der aus einer "normalen" Um¬
q und q' die Durchflußwerte während der schaltzeit (q, die sich im Prüflauf der oben aus¬
Standardmessungen bzw. während
gewählten Prüfung chronologisch am näch¬
der n Stöße, wie sie von einem sepa¬ sten befindet, berechnet wurde;
raten Durchflußmeßgerät im Flüssig-
keitsl<reislauf bestimmt werden. Die 9t den mittleren Wert der Anzeige während des
Korrektion qjq' berücksichtigt — so¬ Zeitraums ta
weit vorhanden — Durchflußschwan¬ Qt den mittleren Wert der Anzeige während des
kungen zwischen den Meßreihen. Zeitraums Iq.
Nachdem man dieses Verfahren über eine breite Spanne Die für die rechte Seite dieser Gleichung ermittelten Werte
von Durchflußwerten wiederholt hat. hat man die Möglich¬ sind in ein Koordinatensystem gegen (l/iq— l/iq) aufzu¬
keit, bei jeder weiteren Messung die gemessene Füllzeit um tragen (siehe Bild 7). Die Punkte sollten eine Gerade mit
den so ermittelten Wert Lt zu korrigieren. Steigung A< bilden, die durch den Nullpunkt führt.
Eine ähnliches Verfahren kann angewendet werden, um für Wird für M ein signifikanter Wert ermittelt, so ist der Aus¬
das im Anhang D.3 beschriebene Verfahren die durch die löser für das Zeitmeßgerät der Umschalteinrichtung so ein¬
Ventilbetätigung verursachte volumetrische Meßabwei¬ zustellen, daß der Wert der Abweichung durch wiederholte
chung zu berechnen. Prüfungen minimiert wird.
Das Verfahren ist einige Male bei geringeren Durchflußwer¬
A.1.2 Verfahren 2 ten zu wiederholen, um sicherzustellen, daß der für Kt er¬
Dieses alternative Verfahren kann ebenfalls verwendet wer¬ mittelte Wert nicht signifikant vom Durchfluß abhängig ist.
den, um den Zeitmesserauslöser der Umschalteinrichtung Werden bedeutsame Abweichungen im Ai-Wert ermittelt,
einzustellen. Zuerst ist der Durchflußregler des hydrauli¬ so ist es erforderlich, entweder das Umschaltsystem zu ver¬
schen Kreislaufs so einzustellen, daß der Durchfluß in der bessern oder einen bei der Umschaltzeit zu berücksichti¬
Nähe des maximalen Durchflusses des Systems liegt. In genden, variablen Zeitkorrektionswert A< einzuführen.
den Kreislauf ist ein Durchflußmeßgerät guter Genauigkeit
einzubauen. Man läßt das System in diesem Zustand meh¬ A.1.3 Verfahren 3
rere Stunden laufen und nimmt während dieser Zeit nach¬ Das folgende Verfahren kann angewendet werden, wenn
einander zahlreiche Messungen des Durchflusses unter die Umschalteinrichtung das Zeitmeßgerät unter anderen
Verwendung unterschiedlicherUmschaltzeiten vor Als Um¬ als den in 5.2 festgelegten Bedingungen ein- bzw. aus¬
schaltzeiten werden vorgeschlagen: "Normal" sowie 20%, schaltet.

Mittlere Steigung von M

Bild 7: Diagramm mit den eingetragenen Ergebnissen der Prüfungen des Auslösers
für das Zeitmeßgerät der Umschalteinrichtung
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E
3û»¬

<X>

ll

0)


S

2

Zeit

Bild 8: Darsteiiung des Füiivorganges des Meßbehäiters

5 4 kl <6

7777777 777777 7777777

Biid 9: Schaiti^reis zur IMessung der Sciiaitzeit und Sclialtzeitdifferenz der Umschalteinrichtung
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In Bild 8 wird das Füllen eines Volumenmeßbehälters bei A.2 Dynamisches Verfahren
Verwendung eines Umschaltsystems zur Durchflußmes¬
Das Füllstandsmeßsystem im Voiumenmeßbehälter wird
sung dargestellt. Das Zeitmeßgerät l<ann zu verschiedenen
hierbei eingesetzt, um das Starten und Stoppen des Zeit¬
Zeitpunkten, wie z. B. bei den Punkten 1 oder 4, eingeschal¬ meßgerätes zu steuern. Ein solches System weist aufgrund
tet und bei den Punkten 5 oder 8 ausgeschaltet werden.
der unterschiedlichen Schaltzeiten der Füllstandssensoren
Die Abschnitte 1 — 2 — 3 — 4 und 5 — 6 — 7 — 8 stellen die eine charakteristische systematische Meßabweichung auf.
Dauer der Durchgangsbewegung der Umschalteinrichtung Bild 1 0 basiert auf der Annahme, daß das Zeitmeßgerät von
dar, wenn der Durchfluß in den Meßbehälter bzw. nicht in den Füllstandssensoren erst dann gestartet bzw. gestoppt
den Meßbehälter geleitet wird (die Umschaltzeit t-[ für"Um- wird, wenn diese von der steigenden Flüssigkeit überflutet
gehungsleitung zu Behälter" und die Umschaltzeit t2 für werden.
"Behälter zu Umgehungsleitung").
In Bild 10 bedeuten;
Der Abschnitt 3 — 6 stellt die Füllzeit bei gleichmäßigem (ac die tatsächliche Füllzeit des Volumens V,
Durchfluß dar.
in, die gemessene Füllzeit des Volumens V,
Die Abschnitte 2 — 9 und 12 — 7 stellen jeweils die Verände¬
rung der Durchflüßmenge durch die Umschalteinrichtung tiow die Schaltverzögerung des unteren Sensors
(wird bei 1' gestartet)
beim Umschalten der Flüssigkeit zum Behälter und zur
Umgehungsleitung dar. iup die Schaltverzögerung des oberen Sensors
(wird bei 2' gestoppt).
Der Abschnitt 9 — 12 zeigt den tatsächlichen Durchfluß
durch die Meßeinrichtung. Daraus geht klar hervor, daß
Die Abschnitte 1 — 2, 9 — 10, 11 — 12 und 7 — 8 stellen den ^ac ^low — ^up
toten Weg der Umschalteinrichtung dar. ist und daraus
Der in Bild 9 dargestellte Schaltkreis kann benutzt werden, tac — {^flow ^up)'
um die Korrektion At aufgrund der Differenz der Umschalt¬ somit ist
zeit der Umschalteinrichtung zu ermitteln. In der Stellung Ti At = (ifiow ^up)
messen die Schalter K^ und K2 die Umschaltzeit wäh¬ der Korrekturwert zur gemessenen Füllzeit des Behälters.
rend der Umschaltung des Durchflusses von der Um¬ Der Schaltzeitunterschied der beiden Sensoren kann mit¬
gehungsleitung zum Behälter. Eine Verschiebung der tels einer der folgenden Verfahren bewertet werden:
Zunge A, die mit der Umschalteinrichtung starr verbunden
ist, schließt die Kontakte 2 und 6 und startet dadurch a)û die Füllstandssensoren werden auf gleiche Höhe
den elektronischen Zeitmesser. Durch Schließung der gebracht, damit die steigende Flüssigkeit sie beide
Kontakte 1 und 4 wird das Zeitmeßgerät gestoppt. In der gleichzeitig auslöst;
Stellung T2 messen die Schalter K^ und Kq die Umschalt¬ b)û beide Füllstandssensoren werden zusammen her¬
zeit t2. Ein Verschieben der Zunge B schließt die Kontakte 1 untergefahren, bis sie mit der stehenden Flüssigkeit in
und 3 und startet dadurch das Zeitmeßgerät, das durch Berührung kommen.
Schließen der Kontakte 2 und 5 gestoppt wird. Mittels des Zeitmeßgerätes wird ein eventueller Zeitunter¬
Die Schaltzeiten ti und <2 der Umschalteinrichtungen wer¬ schied zwischen den Punkten 1'und 2' (die in diesen Fällen
den lOmal hintereinander gemessen. Dann werden die zusammenfallen sollten) und somit At direkt gemessen.
mittleren Werte t-i und <2 ermittelt, aus denen der Korrek¬ Als Alternative darf das im A.1.2 beschriebene Verfahren 2
tionswert Af = <1 — 12 berechnet wird. zur Ermittlung von At benutzt werden.
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Anhang B
Dichte von reinem Wasser bei einem Normdrucic von 101,325l(Pa
(Dieser Anhang ist nicht Bestandteil der Norm.)
Tabelle 2

Temperatur Dichte Temperatur Dichte


"C kg/m® °C kg/m®

0 999,84 18 998,59

2 999,94 20 998,20

4 999,97 22 997,77

6 999,94 24 997,30

8 999,85 26 996,78

10 999,70 28 996,23

12 999,50 30 995,65

14 999,24 32 995,03

16 998,94 34 994,37

Anhang C
Beispiel einer Volumendurchflußmeßeinrichtung
bei Anwendung der dynamischen Volumendurchflußmessung
(Dieser Anhang ist nicht Bestandteil der Norm.)

Bild 2 zeigt Einzelheiten einer Meßeinrichtung für die dynamische Volumendurchflußmessung.


Die Meßkammer besteht aus einem senkrechten verkürzten Zylinder, der sich im mit Flüssigkeit gefüllten Meßbehälter befin¬
det und mit seinem Boden fest verbunden ist.
Die Arbeitsflüssigkeit, die im Lagerbehälter unter Druck steht, wird durch eine Pumpe in den Durchflußstabilisator geleitet.
Anschließend durchfließt die Flüssigkeit die Prüfstrecke zum äußeren Ring des Meßbehälters und dann über die oberen
Wände in den Meßbehälter.
Verdrängungseinrichtungen befinden sich in der Meßkammer. Diese verkleinern die Querschnittfläche der Kammer in den
Füllstandsanzeigebereichen. Jede Verdrängungseinrichtung verfügt über einen Längskanal zur Ortung der Fühler des
Füllstandsmeßgerätes, die das Zeitmeßgerät auslösen.
Während des Betriebes einer solchen Einrichtung sind die Wände der Meßkammer unter doppelseitigem Druck. Dadurch wird
eine mögliche Verformung der Kammer verringert, wodurch eine mögliche Volumenänderung auf ein Mindestmaß reduziert
wird. Der Druckunterschied zwischen dem Durchflußstabilisator und dem Behälter darf den höchsten Pumpenhub nicht über¬
schreiten. Dadurch kann bei Hochdruckbetrieb eine Niederdruckpumpe eingesetzt werden.

Anhang D
Beispiel einer Volumendurchflußmeßeinrichtung unter Verwendung des ständigen Start- und Stoppverfahrens
(Dieser Anhang ist nicht Bestandteil der Norm.)

D.1 Meßprinzip Der Volumenmeßbehälter wird mit einem kalibrierten Füll¬


gefäß kalibriert, so daß die Anzeige des Füllstandes im
Bild 11 zeigt die Einzelheiten einer Volumendurchflußme߬
Sichtglas zum tatsächlichen Flüssigkeitsvolumen im Behäl¬
einrichtung bei Anwendung des ständigen Start- und
ter in Beziehung eingesetzt werden kann. Das endgültige
Stoppverfahrens.
Volumen wird durch Ablesen von einer Skalenteilung ne¬
Flüssigkeit wird durch das zu prüfende Durchflußmeßgerät ben diesem Sichtglas bestimmt. Vor Ablesen der Skale
durch ein Absperrventil in den Volumenmeßbehälter ge¬ sollte genügend Zeit vergehen, damit etwaige Luftein¬
pumpt. Eine typische Konstruktion eines solchen Volumen¬ schlüsse (die besonders bei sehr schnellem Füllen des Be¬
meßbehälters ist in Bild 12 dargestellt. Das Absperrventil hälters auftreten können) durch die offene Abblaseeinrich¬
muß vordem zu prüfenden Durchflußmeßgerät angebracht tung im oberen Teil des Behälters entweichen können. Der
sein, um Blasenbildung zu vermindern. Nullpunkt wird bestimmt, indem die Entleerung des Behäi-
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EN iSO 8316 : 1995

Bild 11; Prinzipskizze einer voiumetrisciien Einriciitung unter Verwendung des ständigen Start- und Stoppverfaiirens
Füiistandsanzelge

I
Entleerung
Biid 12: Ausführung eines voiumetrisciien Beiiäiters
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EN ISO 8316 : 1995

ters zuerst in ein Hauptwehr erfolgt und anschließend Falls eine Meßabweichung bei der Durchflußmessung, die
durch Öffnung von Ventil C (siehe Bild 12) in ein Neben¬ durch den Betrieb des Ventils hervorgerufen wurde, als we¬
wehr innerhalb eines Sichtglases, wodurch zu Beginn jeder sentlich angesehen wird, sollte mit einem der folgenden
Prüfung eine gleichbleibende Position bestimmt wird. Verfahren eine Korrektion vorgenommen werden.
Es sollte wieder genügend Zeit vergehen, damit die Prüf¬
flüssigkeit von den Innenwänden des Behälters ablaufen D.3 Korrektion der Volumenmessung
kann. (Solche Behälter werden daher üblicherweise nicht Unter Verwendung eines sehr genauen Qualitäts-Durch-
für viskose Öle verwendet, und die Kalibrierungsflüssigkeit flußmeßgerätes (wie z. B. das im Anhang D.2 beschriebene
sollte eine ähnliche Viskosität wie die Flüssigkeit aufwei¬ Durchflußmeßgerät) im Strömungskreis wird das Absperr¬
sen, mit der der Volumenmeßbehälter anschließend gefüllt ventil so lange wie möglich ständig geöffnet und geschlos¬
wird.) sen, bis eine verwendbare Gesamtvolumenanzeige abgele¬
Der vom Durchflußmeßgerät während der Prüfung ange¬ sen werden kann (es werden mindestens 25 Zyklen von
zeigte Durchfluß wird anschließend mit dem berechneten kurzzeitigen Durchflüssen oder Flüssigkeitsstößen emp¬
Durchfluß verglichen, der sich aus den Anzeigen des Flüs¬ fohlen). Eine mittlere Anzeige kann daraufhin für das Flüs¬
sigkeitsvolumens im Meßbehälter und der vom Zeitmeßge¬ sigkeitsvolumen bestimmt werden, das in den Behälter
rät gemessenen Fülldauer ergibt (siehe 4.1.1). während des Öffnens und Schließens des Ventils hinein¬
fließt. Wie in Bild 13 dargestellt, erhöht sich der Durchfluß
der in den Behälter einfließenden Flüssigkeit von Null bis
zu einem konstanten Wert, bleibt für eine bestimmte Zeit
D.2 Verfahren stationär und fällt anschließend auf Null zurück. Durch eine
Zu Beginn der Prüfung muß die Leitung von der Pumpe schnelle, mehrmalige Folge von Öffnen und Schließen des
durch das zu prüfende Durchflußmeßgerät und das Ab¬ Ventils können die Volumen AEB und DCF bestimmt wer¬
sperrventil zum Volumenmeßbehälter bis zum Nullpunkt den. Dieses Verfahren wird bei unterschiedlichem Durch¬
des Nebenwehrs — wie im Anhang D.1 beschrieben — voll¬ fluß im Betriebsbereich des Systems wiederholt. Dadurch
ständig mit Flüssigkeit gefüllt sein. Gleichzeitig muß die können Meßabweichungen, die durch das Öffnen und
Pumpe laufen. Nach Ablesen der Erstanzeige des zu prü¬ Schließen des Ventils verursacht wurden, durch Verwen¬
fenden Durchflußmeßgerätes oder anderenfalls nach Ein¬ dung eines Verfahrens ausgeglichen werden, die dem in An¬
stellung der Anzeige auf Null muß das Absperrventil B hang A beschriebenen Verfahren ähnelt, bei der jedoch die
so schnell wie möglich geöffnet werden, und wenn der Flüs¬ Umschalteinrichtung durch das Ventil ersetzt wird.
sigkeitsstand im Volumenmeßbehälter den oberen Rand ANMERKUNG: In der Praxis kann die Meßabwei¬
erreicht und eine Füllstandsablesung im Sichtglas vor¬ chung unwesentlich sein, wenn die Zeiten für das
genommen werden kann, so schnell wie möglich geschlos¬ Öffnen und Schließen des Ventils im Vergleich zu
sen werden. Dies darf automatisch unter Verwendung einer dem langen Zeitraum für das Füllen des Behälters
Photozelleneinrichtung oder einer mit dem zu prüfenden sehr kurz sind.
Durchflußmeßgerät verbundenen Einrichtung erfolgen. Eine anderes Verfahren, wieder unter Verwendung eines
Bei Verwendung eines schnell ansprechenden Absperrven¬ sehr genauen Qualitäts-Durchflußmeßgerätes (wie z. B. ein
tils ist es empfehlenswert, den größtmöglichen Behälter Verdrängungszähler, der eine relativ hohe Anzahl von Im¬
zu verwenden. Ein automatisches Zeitmeßgerät, der mit pulsen je Volumeneinheit produziert), darf ebenfalls ver¬
der Offen- und Geschlossenstellung des Ventils gekoppelt wandt werden. Mit Hilfe eines Hochgeschwindigkeitsschrei¬
ist, muß zurZeitmessung verwendet werden (siehe 5.2). Nur bers, der die Anzeige des Durchflußmeßgerätes erfaßt, wird
wenn das Ventil vollständig geöffnet ist, besteht ein kon¬ der Durchfluß mit der Zeit korreliert, indem mehrere Prüfun¬
stanter Durchfluß; wenn das Ventil sich öffnet oder schließt, gen mit Durchflüssen bis zum größten für Kalibrations-
arbeitet das Durchflußmeßgerät mit geringem Durchfluß. zwecke erforderlichen Durchfluß erfolgen. Aufgrund dieser
Erfassung wird der Volumenkorrektionsfaktor bestimmt.
ANMERKUNG: Da ein Verdrängungs-Durchfluß- Der unterste Betriebsdurchfluß wird gewählt, so daß die Be¬
meßgerät unempfindlich gegen Durchflußände¬ reiche AEB und DFG immer noch sehr klein im Vergleich zu
rungen ist, dürfen die Anzeigen eines solchen Bereich EFGB sind. Aus der Summe der Einzelkorrektionen
Durchflußmeßgerätes während dieser relativ kurzen während mehrerer Zeitabschnitte der Zeiten A — E und
Zeiträume außer acht gelassen werden. Falls erfor¬ F— D kann der Volumenkorrektionsfaktor für jede Prüfung
derlich, darf daher ein solches Durchflußmeßgerät durch einfache Multiplikation des durchschnittlichen
als sekundäres Normal im Strömungskreis verwen¬ Durchflusses während dieses Zeitabschnittes mit dem ent¬
det werden. sprechenden Zeitabschnitt bestimmt werden.

a B C

/
f
E F D
Bild 13: Darstellung des Durchflusses der in den Behälter einfließenden Flüssigkeit
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EN ISO 8316 : 1995

Anhang E
Verteilung der Student-^-Faktoren
(Dieser Anhang ist nicht Bestandteil der Norm.)

Die "Verteilung der Student-i-Faktoren" für kleine Proben sollte zur Bestimmung der Unsicherheit bei 95% Vertrauensniveau
- wie nachstehend beschrieben - verwandt werden.
a)ûWenn n die Anzahl der Messungen ist, wird v = (n — 1) für die Anzahl der Freiheitsgrade genommen.
b)û Der Wert für t für die richtige Anzahl der Freiheitsgrade wird aus Tabelle 3 entnommen.
c)û Die Standardabweichung sx der Verteilung der Messungen der Größe X wird berechnet.
d)û Der Wertebereich, für den erwartet wird, daß der wahre Wert, bezogen auf eine neue Anzeige X, mit einem Vertrauens¬
niveau von 95% in ihm liegt, ist X ± tsx-
e)û Der Wertebereich, für den erwartet wird, daß das wahre Mittel mit einem Vertrauensniveau von 95% in ihm liegt, ist
X ± tsxl^.
Tabelle 3

Anzahl der 95% Vertra uensniveau


Freiheitsgrade
v=n—1 t tlin
1 12,706 8,984

2 4,303 2,484

3 3,182 1,591

4 2,776 1,241

5 2,571 1,050

6 2,447 0,925

7 2,365 0,836

10 2,228 0,672

15 2,131 0,533

20 2,086 0,455

30 2,042 0,367

60 2,000 0,256

oo 1,960 0

Anhang ZA (normativ)
Normative Verweisungen auf internationale Publikationen mit ihren entsprechenden Publikationen
Diese Europäische Norm enthält durch datierte oder undatierte Verweisungen Festlegungen aus anderen Publikationen.
Diese normativen Verweisungen sind an den jeweiligen Stellen im Text zitiert, und die Publikationen sind nachstehend
aufgeführt. Bei starren Verweisungen gehören spätere Änderungen oder Überarbeitungen dieser Publikationen nur zu dieser
Europäischen Norm, falls sie durch Änderung oder Überarbeitung eingearbeitet sind. Bei undatierten Verweisungen gilt
die letzte Ausgabe der in Bezug genommenen Publikationen.

Publikation Datum Titel EN Datum

ISO 4006 1991 Measurement of fluid flow in closed conduits - EN 24006 1993
Vocabulary and symbols
ISO 4185 1980 Measurement of liquid flow in closed conduits — EN 24185 1993
Weighing method