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Allgewalt durchbrechenden deutschen Schauspiele erlegen!", nommen '). — Die gelungene Aufführung wurde sehr beifällig auf
neue Schauspiel Laube'« „die Carls - Schüler" bei viermaliger Auf genommen auch die hiesigen Blätter äußerten sich besonders anerken

,
führung jedesmal das Theater vollständig gefüllt hat, «öhrend diese« nend darüber. Der bekannte musikalische Kritiker A. Kahle rt schreibt
bei den meisten Opern nur lau besucht worden ist. Obgleich die letztere in der schlesischenZeitung darüber Folgendes: „In dem letztenKonzerte
doch jenes Tri des akademischen Musikvereins wurde das neueste Werk eines Breslau'-

ist
Wahrnehmung nicht in Abrede gestellt werden kann, so
umphgeschrei keineswegs begründet; denn nicht die Oper selbst, sondern schen Comxonisten eine „Eantatine" von E. zum erstenmalKöhler

,
gegeben. Es (Gedicht von Prechtler in

sie

ist
die Art und Weise wie hier eben zur Aufführung gebracht wird eine feurige Kriegerscene

,
,
,
zu verscheuchen. Man höre endlich Wien.) Ein Trinkgelage, Reeitativ Schlachtgebet und Finale. Da«
scheint das musikalische Publikum

,
auf, uns mit der ewigen Wiederkehr der abgedroschenstenStücke zu er Ganze glänzend inftrumentirt, wird, da nur Männerstimmen angewandt
man suche eine vernünftige Wahl von gutem Alten sind, für manche Gelegenheiten sehr brauchbar fein, und dann eine Ab

in
müden Abwech
5

selung mit interessantem Reuen zu treffen; man wende auf die Ein wechslung gewähren, da die meisten vorhandenen Compositionen für
wie aus die Scenirung eine, vernünftigen Anforderungen ent Männerchor und Orchester kirchlichen Inhalts sind.
so

übung
sprechende Sorge: und die Casse des Direktors
nehmen, daß der Sinn für schöne Musik
wird gewiß bald wahr
Notizenblatt.

in
den Mainzern noch nicht
— Wir gehören durchaus nicht zu Denen, welche, nach
erstorben ist.
(Der junge Violinspieler
talentvolle Leulhner)
«inem beinahe zur Mode gewordenen modernen Tone, als vorzügliche
soll wie der „Wanderer" berichtet als Solospielcr bei der neuen Direk

sie
Kenner gelten zu können glauben wenn auf Alles und Jedes mit engagirt sein. Es

ist
,

tion de« Hamburger Theaters dem Orchester zu


Geringschätzung herabsehen und mit schonungsloser Unbarmhcrzigkeit
einer solchen Arquisition Glück zu wünschen.
schmähen; sondern wir erwögen bei dem Geleisteten immer auch die
Kräfte und die Verhöltniße, dennoch aber dürfen wir bei den diesjähri
(Frln. Sophie Bohrer) veranstaltete mit ihrem Vater Hrn.
A. Bohrer in ArSd zwei sehr besuchte Konzerte. Das erste fand am
gen Mißständen in unsrer Oper nicht schweigen. Einen großen Fehler 2g. Jänner im Salon zum weißen Kreuz und das zweite im dortigen
scheint Direktor öwe, sonst ein einsichtsvoller Mann, begangen zu
Theater statt. Besonders erfreute sich das letztere eines zahlreichen Be
L

haben, daß er einen Kapellmeister gewählt hat, der sich, wie es scheint
suche« und vielen Beifalles.
hauptsächlich wegen seiner Jugend nicht die gehörige Autorität zu ver
schaffen weiß; es hat das Ansehn gewonnen, als wenn im Orchester
(Die Theaterdirection in Ariid) veranstaltete am IS.
v. Mts. eine Vorstellung von Mirani'« „Die Sebrahaut" deren Er
jeder Einzelne glaubt, für sich selbst agiren zu können daher dem

in
trag für da« durch den Brand verunglückte Personale des Theaters in
;

selben die unter Esser's Direktion hervorleuchtende Übereinstimmung,


Pefth bestimmt ist.
jede feinere Nuancirung, alle nithige Präzision gleichsam verloren ge
(„Do nizet ti's„D om Se stia n") soll nunmehr auchimkönigl.

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gangen zu sein scheint. — Die Hauptpartien sind übrigens gegenwärtig
München zur Aufführung kommen, die Regie hat sich be

in
Hoftheater
so

großentheils besetzt, daß etwas recht Tüchtige« zu Stande gebracht


und Musikalienhandlung Pietro Mechet-

in k.
reits mit der

s k.
Hof-Kunst-
werden könnte. An die Stelle der abgegangenen Frln. Löw
ist

Frau
qm. Earl« Einvernehmen gesetzt.
Ernst-Kaiser getreten, eine noch zugendliche, recht anmuthige Büh
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(Wilhelm v. W hat der Musik zur Oper „Jdome-

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die sich die Gunst des Publikums nicht geringem
in

nen-Erscheinung
neo" von M einen neuen Tert unterlegt, da der alte zu undramatisch
,

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Grade erworben hat; ihr Gesang, wenn auch nicht vollkommen abge

z
und deshalb diese Oper nur äußerst selten zur Aufführung gekommen
ist

rundet, dennoch sehr ansprechend,


in

manchen dramatischen Essett-


sei. Der von Wald brüh gleichsam ein Lorspiel

ist
unterlegte Tert

l
ftellen von wundersamer Wirkung; ihre Stimme nicht allen Chorden
tritt Earl VI.,
in

zur „Jungfrau von Orleans". An Jdomeneos Stelle


der Tiefe remarkabel;
in

gleich, aber sehr umfangsreich und besonders


an Elektras Jsabella von Baiern. An Jlias Agnes Sorel, anJdaman-
chr Spiel nicht übel und, wie es uns dünkt, von Tag zu Tag sich tes der Dauphin nachmals Carl der VII., an des Oberpriesters Stelle
bessernd.
— Ihr tritt als zweite Sängerin Frln. Welly zur Seite,
der Herzog zu Bethfort.
die wir ebenfalls als eine Zierde unsrer Oper ansehen können. Die be
Auszeichnungen.
ist

deutendste Arquisition w e's in diesem Jahre unstreitig Hr. Leh


ö
L

mann, dessenschöne Tenorstimme sich nicht allein bei allen den uner Hr. Dr. Gaßner, großh. Baden'scher Musikdirektor und Re
ihrer Frische erhält, sondern sogar noch in

ist
in

hörten Anstrengungen dakteur der Zeitschrift für Musikvereine vom Könige der Niederlan
Kraft und Biegsamkeit zu gewinnen scheint. Auch der nun engagirte de zum Ritter des Ordens der Eichenkronc ernannt worden.
zweite Tenor, Hr. Harrich, findet besonders für sein gewandtes Hr. Alois Fuchs, Mitglied der Hofkapelle hat zugleich mir

k.
k.
Spiel ziemlichen Beifall. Dagegen fehlt einem dritten Tenoristen Hrn. dem Diplom eines correspondirenden Mitgliedes des niederländischen
,

Erkel, außer einer schönen Stimme von hoher Lage, jede andere Ei Institutes zur Beförderung der Tonkunst in Rotterdam das Diplom ")
genschaft eines dramatischen Sängers. Der Baritonist, Hr. Brandes,
Todesfall.
eines Ehrenmitgliedes des Carlsbader Musikvereins erhalten.
ist ein junger braver Sänger und Spieler, und auch Hr. Haas, der
erste Bassist, hat sich, trotz einer heftigen Gegenpartei, glücklich Bahn
wie Bertram, Marcel u. dgl. Vor wenig Tagen starb zu Prag der allgemein hochverehrte Musik
in

gebrochen, und einigen Hauptxartien


,

allen billigen Erwartungen entsprochen. Dagegen hat Hr. Direktor veteran Wenzel Hause, emeritirter Professor des Contrabasses am
Löwe im Fache des Buffo's wirklich den Bock zum Gärtner (so Prager Conservatorium. Über sein ausgezeichnete« Wirken als Lehrer
unter den Prager Musikern nur Eine Stim
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hieß der Vorgänger wird durchseine mäkern-


ist

ck's) gemacht. Hr. und ausübender Künstler


B
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me. Der Ehrenmann zwar aus der Welt geschieden allein er hat
ist

den und portamentlosen Schnarrtöne


so

unleidlich. Eben wenig befrie

,
digt die Soubrette, Frln. von Wittenau, deren Stimme scharf, seiner „Schule des Contrabasscs" der Nachwelt ein schönes bleiben
in

,
und Vortrag wie Erscheinen unbedeutend — wenn nicht unangenehm ist. — des Andenken hinterlassen. Unter den vielen ausgezeichneten Schülern
Schluß folgt I». U. rrieclricd. des Verewigten nenne ich nur die HH. Hrabe; und Drechsler zu
,

Prag und unsere beiden hiesigen trefflichen Contrabassisten, Professor


Aus Breslau. Sla m und Hrn. na Mitglieder unseres Hofoperntheater-
I

sch
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orchesters, und glaube hiemit schon genug gesagt zu haben. — liequi»


(Den SS. Februar 18«.)
Der 2. Cyclus der Künftlervereins-Konzert« begann den 15. Janu e»«»t rkiloksle».
Zur Nachricht.
!

ar mit Symphonien: s) Haydn (L«>ckur) und Beetho-


d)
2

n's «. r.clur mit einem Clavierkonzert von Beethoven einer guten musikalischen Zeitung für Berlin ist
in

Dem Bedürfniß
e
v

ll>m«II), gespielt von Hrn. Earl Schnabel. — Den 5. Februar: durch die neuerschienene unter der Redaktion des Hrn. Gustav Bock
,

Ouvertüre aus „Anacreon" von Eherubini, Berliner Musikzeitung"


in

Elavierkonzert von herausgegebene „Neue der That begegnet.


Mendelssohn-Bartholdy «moll gespielt von Ernst Köh Gaillard,
Herausgeber der früheren musi
in

Dem Hrn. Musikhändler


ler,
,

und 3. Symphonie von Fr. Lachner (v-m«II). Die Kritik kalischen Zeitung, konnte dieser mächtige Rival nicht gleichgiltig sein
siel sehr scharf über dieses Musikstück her, es stellt sich folgendes Resu- und um der jüngern Schwester, die weit schöner und beachtuugswer-
mS heraui: Obgleich die Symphonie viel Interessante« bot, ther auftrat, auch ihrem Inneren einen Fond tüchtiger Kräfte ent
so

in

ermüden die vielen Breiten der Ähnlichkeit der Namen


in

und Längen die Zuhörer. Hinsichtlich der wickelte, irgendwie zu schaden fand er
,

Ausführung der musikalischen Gedanken wendet der Komponist zu viele einen Grund diese zu verdächtigen die Behörde ging auf diese In-
;
,

Rosalien an: Überreiche — zu übermäßige Jnstrumentirung. Welcher timation ein und anstatt „Neue Berliner Musikzeitung" muß nun zur
Gegensatz bei der Ouvertüre „Anaereon", welche weise Ökonomie der größeren Unterscheidung
— — die letzterschienene„Neue musikali
?

den Posaunen — aber wenn sche Zeitung für Berlin"!


sie

Lauter Pausen umgetauft werden, wird indeß un


in

Blechinstrumente.
erhaben und mächtig. —
sie

»auch einsetzen, wirken ihrem ehrenwerthen Streben, trotz einer anderen


in

verändert fortfahren
Die akademischen Konzerte erfreuten sich abermals außerordent Firma ein würdige« Organ für die Interessen der Kunst zu bleiben.
2

licher Theilnahme. Indem 2. wurde zum Schluß «ine neue „Eantatine"


von Otto Prechtler Nr. 2« acl». 25. März
in

(Kricgerchor) für Männergesang mit Begleitung des Orchesters von ,^rriegerch«r"


*)

und unter dessenpersönlicher Direktion das erstemal aufge !«,«. VI. Jahrgang.
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Ernst
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führt. Den Text hat Hr. raus Ihrer verehrten Musikzeirung ent ") Sieh« Musikzeitung Nr. 133 vom 5. November Iltt«.
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MechitdarilteN'Vuchdruckerei.