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Institut für Schweißtechnik und Fügetechnik

Pontstraße 49

52062 Aachen

Institutsleiter: Prof. Dr.-Ing. U. Reisgen

Fachprüfung

Sommersemester 2011

Schweißtechnische Fertigungsverfahren I

Fügetechnik für Konstrukteure

Fügetechnik I – Grundlagen

Sommersemester 2011

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Matrikelnummer:

Aufgabe 1: MSG-Schweißen [40 Punkte]

1.1 Aufbau MSG-Brenner

Skizzieren Sie den Aufbau des MSG-Brennerkopfes detailliert als Schnittzeichnung


inklusive der Elektrode und beschriften Sie die skizzierten Komponenten und
skizzieren Sie die Schutzgaszufuhr und Schweißstromzufuhr.

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Matrikelnummer:

1.2 Kennlinie

Zeichnen Sie die typische Kennlinie einer MSG-Quelle, beschriften Sie die Achsen und
tragen Sie die Lichtbogenkennlinie und den Arbeitspunkt ein.

1.3 Schweißfehler

Beim MSG-Schweißen können verschiedene Schweißfehler auftreten. Dazu zählen


z.B. eine ungünstige Nahtgeometrie, Spritzer, Endkrater, Risse, Bindefehler und Poren
in der Schweißnaht. Nennen Sie je 3 typische Ursachen für das Auftreten von
Bindefehlern und Poren beim MSG-Schweißen.

Schweißfehler Ursache

Bindefehler

Poren

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Matrikelnummer:

1.4 Digital geregelte Lichtbogenprozesse

Es existieren verschiedene Varianten von digital geregelten Lichtbogenprozessen, die


auf dem Kurzlichtbogen beruhen. Nennen Sie zwei dieser Prozesse und erklären Sie
kurz wie die Regelung bei dem jeweiligen Verfahren funktioniert.

Verfahren Funktionsweise der Regelung

1.5 Einsatzgebiet von geregelten Kurzlichtbogen-Verfahren

Nennen Sie zwei Einsatzgebiete für geregelte Kurzlichtbogen-Verfahren.

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1.6 MSG-Zweidrahtverfahren

Es existieren unterschiedliche MSG-Zweidrahtschweißverfahren. Nennen Sie zwei


Varianten und skizzieren Sie deren prinzipiellen Aufbau (Schweißquellen, elektrische
Kontaktierung, Gasdüsen, Schmelzbäder).

Variante 1 Variante 2

Skizzen:

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Matrikelnummer:

1.7 Vor- und Nachteile des MSG-Zweidrahtschweißens

Nennen Sie je drei Vorteile und drei Nachteile des MSG-Zweidrahtschweißens


gegenüber dem Eindrahtverfahren.

Vorteile Nachteile

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Matrikelnummer:

Aufgabe 2: Laserstrahlschweißen [40 Punkte]

2.1 Nennen Sie pro Kategorie jeweils 2 Vorteile und 2 Nachteile beim
Laserstrahlschweißen.

2.2 Nennen Sie die verschiedenen Lasertypen die fürs Schweißen eingesetzt werden und
geben Sie die zugehörigen Wellenlängen an. Falls ein Lasertyp mehr als eine
Wellenlänge besitzt geben Sie jeweils eine Ober- und ein Untergrenze an.

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Matrikelnummer:

2.3 Skizzieren Sie eine Laserstrahlschweißanlage zum Schweißen mit einem


Festkörperlaser und eine zum Schweißen mit einem CO2-Laser. Bennen Sie die
grundlegenden Bauteile.

2.4 Beim Laserstrahlschweißen unterscheidet man zwei unterschiedliche Prozesse.


Bennen Sie diese und fertigen Sie für jeden Prozess eine Skizze mit Beschriftung an.

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Matrikelnummer:

2.5 Sie sollen zwei Bleche aus Stahl mit einer Blechdicke von 2 mm mit einem Laserstrahl
einseitig mit einem Vollanschluss verschweißen.

Um große Sichtflächen in der Einhausung zu ermöglichen, sollen die Wände mit


Sichtfenstern aus Plexiglas versehen werden. Was für einen Laser wählen Sie aus?
Begründen Sie Ihre Antwort.

Der Laser den Sie verwenden möchten hat eine max. Strahlleistung von 2 kW. Wie
groß darf Ihr Fokusdurchmesser max. sein damit Sie die oben genannte Aufgabe
erfüllen können?

Der Rohstrahl ihres Lasers hat einen Durchmesser von 50 mm, die K-Zahl beträgt 0,7.
Um die Optik vor Spritzern zu schützen möchten Sie einen Fokusierspiegel mit einer
Brennweite von 300 mm einsetzten. Können Sie damit die oben genannte Aufgabe
erfüllen? Antwort mit Rechnung zur Begründung.

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Matrikelnummer:

Während des Prozesses können sich nun Spalte von 0 - 0,8 mm ergeben. Welche
Verfahrenskombination können Sie einsetzen um diese Aufgabe zu lösen? Nennen Sie
vier Vorteile dieser Verfahrenskombination.

2.6 Zwei fertigbearbeitete Aluminiumbauteile sollen miteinander verschweißt werden. Die


Wanddicke beträgt 0,5 mm, nach dem Schweißvorgang wird das Bauteil nicht mehr
nachbearbeitet, daher ist der Verzug zu minimieren. Welchen Lasertyp wählen Sie
aus? Begründen Sie warum die anderen beiden nicht in Frage kommen.

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Matrikelnummer:

Aufgabe 3: Löten [40 Punkte]

3.1 Definieren Sie die Begriffe:

Benetzungswinkel

Kapillarität

Arbeitstemperatur

Eutektikum

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Matrikelnummer:

3.2 Warum ist es für Lotwerkstoffe günstig eine eutektische Zusammensetzung


aufzuweisen?

3.3 Wichtige Größen beim Löten sind die Kapillarkräfte und der Benetzungswinkel.

In welcher Größenordnung sollte der Spalt beim Löten mit Flussmittel im Bereich des
automatisierten im Vergleich zum manuellen Löten liegen?

Der Benetzungswinkel ist entscheidend für die Anbindung des Lotes. Betrachten Sie
die nachfolgenden Benetzungswinkel αn und entscheiden Sie, ob gute, teilweise oder
gar keine Betzung vorliegt.

α1 = 75° _________________________

α2 = 60° _________________________

α3 = 25° _________________________

α4 = 180° _________________________

α5 = 30° _________________________

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Matrikelnummer:

3.4 Das Aktivlöten dient dem Verbinden von metallischen mit keramischen Komponenten.

Welche Verfahrensvarianten kennen Sie?

Normalerweise benetzen Metalle Keramiken nicht ausreichend. Warum kommt es beim


Aktivlöten dennoch zu einer guten Benetzung auf der Keramikseite?

3.5 Durch MIG-Löten lassen sich Stahl- und Aluminiumbauteile miteinander verbinden,
indem auf der Aluminiumseite geschweißt und auf der Stahlseite gelötet wird.

Stahl und Aluminium bilden intermetallische Phasen. Wie können Sie die Bildung
dieser Phasen verhindern? Welche Elemente sind hierzu besonders geeignet und wie
müssen sie vorliegen?

Was sind intermetallische Phasen?

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Matrikelnummer:

Warum ist die Bildung intermetallischer Phasen nicht erwünscht?

Betrachten Sie das Phasendiagramm von Silber und Kupfer.

Handelt es sich um ein vollständig mischbares System?

Markieren Sie das Eutektikum

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Aufgabe 4: Sensorik/Automatisierung [40 Punkte]

Eine komplexe Schweißkonstruktion soll automatisiert gefertigt werden. Als


Verbindungsverfahren wurde hierfür das MSG-Schweißen ausgewählt. Fertigungstoleranzen
der Einzelteile und thermischer Verzug während der Fertigung fordern den Einsatz eines
Sensorsystems. Erörtern Sie anhand der folgenden Punkte die Möglichkeiten verschiedener
Sensorprinzipien.

4.1 Erläutern Sie das Funktionsprinzip des Lichtbogensensors zur Detektion des
Abstandes anhand des Überfahrens der unten dargestellten Stufe. Skizzieren Sie die
Änderungen des freien Drahtendes und des Lichtbogens und nutzen Sie das
untenstehende U-I – Diagramm um die Verlagerung des Arbeitspunktes des MSG-
Prozesses deutlich zu machen. Ordnen Sie die unterschiedlichen Arbeitspunkte den
skizzierten Phasen eindeutig zu. Welche Größe wird für die Höhesteuerung mit dem
Lichtbogensensor verwendet? Warum?

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Matrikelnummer:

4.2 Nennen Sie jeweils vier Vor- und Nachteile des Lichtbogensensors für die
Nahtverfolgung.

4.3 Erläutern Sie die Funktionsweise des Gasdüsensensors zur Bestimmung des
Nahtfußpunktes bei einer Kehlnaht. Skizzieren Sie darüber hinaus einen Suchvorgang
anhand einer Kehlnaht, die aufgrund von Wärmeverzug keinen 90° Öffnungswinkel
aufweist. Bei welchen Nahtvorbereitungen kann dieses Verfahren genutzt werden? Bei
welchen nicht?

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Matrikelnummer:

4.4 Mit Hilfe der Lichtbogensensorik soll für eine Kehlnaht eine Nahtverfolgung während
des Schweißvorgangs realisiert werden.

Skizzieren Sie hierzu den Einsatz und Funktion des Lichtbogensensors in der Kehle.
Nutzen Sie bitte das U/I-Diagramm zur Verdeutlichung des Prinzips. Wie erfolgt hierbei
die Signalauswertung für die Seiten- und Höhenkorrektur?

Seitenkorrektur Höhenkorrektur

4.5 Die beim MSG-Schweissen genutzten optischen Sensoren basieren auf dem Prinzip
der Triangulation. Bitte erläutern Sie das Triangulationsmessverfahren sowie die zwei
Erweiterungen zur Erfassung von zweidimensionalen Geometrieinformationen der
Schweißfuge. Skizzieren Sie bitte hierzu das zugrunde liegende Triangulationsprinzip
und die zwei Möglichkeiten dieses auch für die Gewinnung von 2D-Informationen zu
nutzen.

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Matrikelnummer:

4.6 Nennen Sie jeweils vier Vor- und Nachteile der optischen Sensoren.

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