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H.Dv.

Sportvorſchrift
für das Heer

Vom 1. Oktober 1938

Verlag von E. S. Mittler & Sohn / Berlin


H.Dv.

Sportvorſchrift
für das Heer

Vom 1. Oktober 1938

Verlag von E. S. Mittler & Sohn / Berlin


Ich genehmige nachſtehende Sportvorſchrift für das
Heer. Sie tritt mit dem . . in Kraft.
Der Inſpekteur der Kriegsſchulen wird ermächtigt, Ve-
richtigungen nicht grundſätzlicher Art anzuordnen.
v. B r a u ch i t ſ ch.
Inhalt.
Seite
Ⅰ. Leitſätze. . . 9
Ⅱ. Leitung, Lehrkräfte und Lehrweiſe . . 10
Ⅲ. Ausbildungsgang . . . 15
Ⅳ. Die Übungen . . . 22
A. Körperſchule . . . 22
B. Leichtathletik . . . 78
C. Schwimmen . . . 92
D. Boxen . . . 106
E. Mannſchaftſpiele . . . 118
Ⅴ. Anhang . . . 123
Ⅰ. Leitſätze.
. Der Sport erhöht und erhält die körperliche Leiſtungsfähig-
keit des Soldaten, er ſtählt den Körper, verleiht ihm Kraft und
Ausdauer, Schnelligkeit und Gewandtheit. Der Sport iſt daher
die Grundlage der Gefechtsausbildung und ein untrennbarer Be-
ſtandteil des militäriſchen Dienſtes.
Der Sport weckt den Angriffsgeiſt, härtet den Willen, fördert
die Selbſtzucht und unterſtützt damit die Erziehung des Soldaten
zum einſatzbereiten Kämpfer.
Der Sport zwingt zur Unterordnung und ſtärkt den Zuſammenhalt
und Korpsgeist der Truppe. Daneben ſoll er dem Soldaten Ent-
ſpannung und Erholung gewähren und Freude bereiten.
Ⅱ. Leitung, Lehrkräfte und Lehrweiſe.
. Der Kompanie- uſw. Chef iſt für die ſportliche Ausbildung
ſeiner Untergebenen verantwortlich. Ohne gutes Lehrperſonal iſt
eine erfolgreiche körperliche Ausbildung nicht durchführbar. Der
Kompanie- uſw. Chef muß daher beſsondere Sorgfalt darauf ver-
wenden, daß die Offiziere und Unteroffiziere in ihrem Leiſtungsein-
ſatz vorbildlich ſind.
. Der junge Offizier iſt der Leiter der ſportlichen Ausbildung.
Seine perſönlichen Leiſtungen ſollen weſentlich über den Durch-
ſchnittsleiſtungen der Mannſchaften liegen. Er muß die ſportlichen
Übungen erklären und vormachen können. Sein Beiſpiel iſt beſtimmend
für den Erfolg ſeiner Erziehung. Seine Teilnahme an Wettkämpfen
iſt zu fordern.
Der Leitende trägt denſelben Anzug wie die übende Abteilung.
. Der Sportunteroffizier unterſtütz den Leitenden. Seine Befug-
niſſe regelt der Kompanie- uſw. Chef. Zu ſeinem Pflichten gehören
neben ſeiner Lehrtätigkeit: Vorbereiten der Sportſtunden durch Be-
reitſtellen des Geräts und Einteilen der Kompanie, Liſtenführen bei
Leiſtungsprüfungen, Kampfrichtertätigkeit bei Wettkämpfen, Be-
gleitung von Wettkampfmannſchaften als Führer oder Quartierma-
cher, ſoweit kein Offizier in Betracht kommt, Vermittlung von ſportli-
chen Wettkämpfen u. dgl. Dem Sportunteroffizier obliegt die ſach-
gemäße Pflege und Verwaltung der Sportgeräte der Kompanie.
– –
. Die Regts.- und Batls.- oder Abteilungskommandeure prüfen
durch Beſichtigungen, Leiſtungsprüfungen oder Wettkämpfe die
ſportliche Ausbildung der Truppe. Sie überzeugen ſich davon, daß
durch zweckmäßigen Aufbau die erforderliche Leiſtungsſteigerung
des einzelnen erreicht wird und der Sport damit der militäriſchen
Ausbildung nutzbar gemacht wird. Sie ordnen Sport-Lehrgänge
zur einheitlichen Ausbildung des Lehrperſonals an. Sie wachen dar-
über, daß vornehmlich die jungen Offiziere ſich ſelbst ſportlich betä-
tigen.
. Dem Batls.- uſw. Kommandeur zur Seite ſteht der Sportoffizier.
Er ſoll für den Sport beſondere Veranlagung und Reinung beſitzen,
praktiſche Erfahrungen geſammelt und möglichſt an einem Lehrgang
der Heeresſportſchule teilgenommen haben. Er muß als Schieds- und
Kampfrichter ausgebildet ſein und die Sicherheitsbeſtimmungen und
die Grundzüge der Geſundheitspflege beherrſchen. Darüber hinaus
ſoll der Sportoffizier die Geräte- und Platzverwaltung ſowie die
Einrichtungen des Deutſchen Reichsbundes für Leibesübungen in
ſeinem Standort kennen. Seine Tätigkeit wird durch den Kommandeur
geregelt.
Sie erſtreckt ſich auf:
a) Beratung des Kommandeurs und der Kompanie- uſw. Chefs
in organiſatoriſchen und techniſchen Fragen der Ausbildung
und der Sportanlagen (Sporthalle, Sportplatz, Schwimma-
nſtalt).
b) Bereitſtellung und Lagerung der Geräte, Anlage und
Pflege von Sportanlagen.
c) Leitung von Lehrgängen zur Ausbildung des Lehrperſo-
nals.
– –
d) Anlage und Durchführung von Sportfeſten.
e) Trainingsleitung von Wettkampfmannſchaften.
f) Führung der Heeresſportvereine.
g) Verbindung halten mit den Organiſationen des Deutſchen
Reichsbundes für Leibesübungen und den ihnen angeſchloſ-
ſenen Vereinen.
. Der Truppenarzt hat die Aufgabe, in enger Zuſammenarbeit mit
den für die Ausbildung im Sport verantwortlichen Führern den
Geſundheitszuſtand zu überwachen und Überanſtrengungen vorzu-
beugen. Er unterrichtet die Truppe über geſundheitliche und hygie-
niſche Fragen.
. Lehrweiſe. Bei der Ausbildung iſt auf dem vorhandenen Können
und der Veranlagung der Rekruten aufzubauen; an die ſportliche
Ausbildung, die der Soldat vor ſeinem Dienſtantritt erhalten hat,
iſt anzuknüpfen. Durch einfache, ungezwungene, jeden unnötigen Drill
vermeidende Handhabung des ſportlichen Dienſtes wird die Luft und
Liebe zum Sport geweckt und die Ausbildung gefördert. Von Beginn
der Ausbildung an find Übungen häufig wettkampfmäßig in Staf-
feln und Abteilungen durchzuführen, um die Sportſtunde zu beleben
und die Leiſtungen zu ſteigern.
Die Anforderungen an den Körper ſind, ſeinem Kräftezuſtand ent-
ſprechend, den vorausgegangenen Leiſtungen anzupaſſen, wobei ein
Ausgleich in der Art der Betätigung notwendig wird. Die Schulung
der Muskeln und der inneren Organe muß Hand in Hand gehen.
Es iſt falſch, die ſportliche Ausbildung auf ein oder zwei Wo-
chentage zuſammenzudrängen. Länger als – ½ Stunden ſoll im all-
gemeinen nicht zuſammenhängend geübt werden.
– –
Der Artz kann ſchonungsbedürftige Leute zeitweilig ganz oder teil-
weiſe vom Sport befreien.
. Der Sport iſt möglichſt im Freien zu betreiben. Bei kühler
Witterung muß die Sportſtunde mit Gymnaſtik in der Bewegung,
kurzen Läufen oder anderen Übungen, die eine allgemeine Erwär-
mung der Übenden herbeiführen, beginnen, um Erkältungen und
Muskelverletzungen vorzubeugen. Der normale Anzug iſt Sporthoſe
und Sportſchuhe. Der Witterung entſprechend können Sporthemd
und Sportſchutzanzug (Trainingsanzug) hinzukommen. Bei ſcharfem
Üben iſt letzterer auch bei kaltem Wetter abzulegen. Sport ohne
Sportſchuhe ſtärkt den Fuß und iſt bei günſtiger Witterung und
einwandfreier Bodenbeſchaffenheit zuläſſig. Beim Spiel (Handball
uſw.) muß die Fußbekleidung der Spielenden einheitlich ſein, um
Verletzungen vorzubeugen.
Geſchloſſene Räume ſind gut zu durchlüften und häufig gründlich
zu reinigen. Die Luft muß ſtaubfrei ſein. Es iſt verboten, Sport in
belegten Stallungen zu betreiben.
Der Wert der Übungsſtunden wächt, wenn anſchließend genügend
Zeit zum Ausruhen und Reinigen des Körpers gegeben wird. Nach
Geländeläufen iſt dies grundſätzlich zu fordern. Kurze warme Du-
ſchen unterſtützen die Entmüdung und beſeitigen die Muskelſteifheit.
. Die Körperſchule legt die Grundlage für die Leiſtung. Sie iſt
in der Regel Maſſenunterricht. Leichtathletik, Schwimmen, Boxen
und Mannſchaftsſpiele entwickeln die Leiſtungsfähigkeit des Soldaten
zu ſeiner vollen Höhe.
Zur Vermeidung militäriſch unerwünſchter Einſeitigkeit ſoll der
Soldat auf allen Gebieten des
– –
dienſtlichen Sportes gute Durchſchnittsleiſtungen aufweiſen (Mehr-
kämpfer). Daneben ſoll er auf einem oder mehreren Gebieten zu ſei-
ner perſönlichen Höchſtleiſtung gebracht werden.
Nach Abſchluß der Rekrutenausbildung iſt daher ein vermehrtes
Eingehen auf die Veranlagung des einzelnen Mannes notwendig.
Ein Üben in Leiſtungsabteilungen wird ſich häufig empfehlen, damit
die ſportlich gut veranlagten Soldaten nicht durch die Leiſtungs-
ſchwachen in ihrer Weiterbildung gehemmt werden. Leute mit beſon-
ders guten Leiſtungen, vor allem die Unteroffiziere, können durch
Weiterbildung in der freiwillig zu betreibenden Übungen eine För-
derung auf Sportgebieten erhalten, die ihrer Neigung und Veran-
lagung beſonders entſprechen. Soldaten, die ſich auf Wettkämpfe
vorbereiten, können auch im dienſtlichen Sport Trainingsmöglichkei-
ten erhalten.
. Frühſport. Regelmäßiger Frühſport iſt nur da geboten, wo
ſonſt – wie bei Kommandierten – keine Möglichkeit zu geordneten
Sportbetrieb beſteht. Sein Zweck iſt, den Körper zu durchbluten und
zu erfriſchen. Ein kurzer Lauf und wenige Minuten Übungen in der
Bewegung ſind hierzu beſonders geeignet. Der Frühſport kann nie
die auf Leiſtung zielende ſportliche Ausbildung erſetzen.
Ⅲ. Ausbildungsgang.
. Der Sport iſt ſo in den Ausbildungsgang einzugliedern, daß
er die fortſchreitende Ausbildung mit der Waffe unterſtützt und för-
dert. Das Jahr wird in zwei Ausbildungsabſchnitte eingeteilt.
Ⅰ. Abſchnitt: Bis zur Einzelbeſichtigung.
Ⅱ. Abſchnitt: Reſt des Ausbildungsjahres.
. . Dienſtjahr.
Ⅰ. Abſchnitt (Rekrutenausbildung).
Die Übungsgebiete ſind die Körperſchule und der Geländelauf,
der in planmäßiger Steigerung mindeſtens zweimal in Monat ſtatt-
zufinden hat, ferner Boxen. ( . Ausbildungsſtufe.)
Schwimmgelegenheit iſt in erſter Linie zur Fortbildung der Be-
rufsſoldaten und zur Ausbildung der Nichtſchwimmer auszunutzen.
Ⅱ. Abſchnitt:
a) Bis Ende April findet des Geländelauftraining mit den
Standortwettkämpfen ſeinen Abſchluß. Der Schwerpunkt
der Ausbildung liegt im Boxen, das bis zum freien Kampf
zu fördern iſt. ( . Ausbildungsſtufe.) Körperſchule und
Mannſchaftsſpiele können daneben betrieben werden.
Mit Sprung, Wurf und Laufſchule iſt zu beginnen. Kör-
perſchule, Mannſchaftsſpiele und Schwimmen können daneben
betrieben werden.
– –
b) In den Sommermonaten ſtehen Leichtathletik (außer Gelän-
delauf), Schwimmen und Mannſchaftsſpiele im Vordergrund.
Die Körperſchule iſt gelegentlich zu wiederholen, die Gym-
naſtik mit Gerät zu betonen.
. . Dienſtjahr.
Ⅰ. Abſchnitt: Als Kernpunkt der Winterausbildung iſt das Boxen
zu betreiben und bis zum freien Kampf von Runden zu je Mi-
nuten zu fördern. Die Körperſchule iſt zu wiederholen und zu ver-
beſſern; Spiele, beſonders Mannſchaftsſpiele, ergänzen weiterhin den
Übungsſtoff. Der Geländelauf iſt wie im . Dienſtjahr durchzufüh-
ren.
Ⅱ. Abſchnitt: Die im . Dienſtjahr erworbene Leiſtungsfähigkeit
auf dem Gebiete der Leichtathletik und des Schwimmens iſt weiterzu-
entwickeln. Die Technik der Übungen iſt zu verbeſſern. Der Erwerb
des Reichsſportabzeichens und der Scheine der Deutſchen Lebens-
rettung-Gemeinſchaft e.V. (D.L.R.G.) iſt anzuſtreben. Wettkämpfe
ſollen den Mann zum Einſatz ſeiner vollen körperlichen und ſeeliſchen
Kräfte zwingen. Die Hand- oder Fußballmannſchaften tragen inner-
halb der Bataillone uſw., Regimenter oder des Standortes Meiſ-
terſchaften aus (ſ. Ziff. ).
. Prüfen der Ausbildung.
a) Die Einzelbeſichtigung der Rekruten erſtreckt ſich auf alle
Zweige der Körperſchule und die Boxſchule ( . Ausbil-
dungsſtufe.)
Beſtimmte Kraft- und Geſchicklichkeitsübungen (z.B. Ge-
wichtwerfen, Klettern und Hangeln am Tau, wettkampfmä-
ßige Hindernisſtaffeln u. dgl., vermitteln meiſt einen beſſeren
Einblick in die Leiſtungsfähigkeit der Rekruten als die Prü-
fung der gymnaſtiſchen Ausbildung.
– –
Im . Dienſtjahr iſt vornehmlich der Boxkampf zu be-
ſichtigen. Der freie Kampf bis zu Runden von je Mi-
nuten iſt zu fordern.
Daneben ſollen Leiſtungsſteigerungen auf dem Gebiet
der Körperſchule erkennbar ſein.
Die Unteroffiziere ſind in allen Zweigen der Winteraus-
bildung zu beſichtigen.
b) Bis ſpäteſtens Ende April ſind die Standortwettkämpfe im
Geländelauf durchzuführen.
c) Einmal im Sommer ſind die Geſamtleiſtungen in der Leicht-
athletik und im Schwimmen zu überprüfen.
Hierfür ſind auch Wettkämpfe zwiſchen den Kompanien eines Batls.
oder Regts. geeignet.
Nachſtehende Mindeſtleiſtungen dienen als Anhalt:
Dienſtjahr
. .
100 m-Lauf . . 14,2 Sek. 13,4 Sek.
200 m-Lauf . . 32,0 Sek. 30,0 Sek.
400 m-Lauf . . 72,0 Sek. 68,0 Sek.
Weitſprung. . . 4,15 m 4,75 m
Hochſprung . . . 1,15 m 1,35 m
Kugelſtoßen. . 6,50 m 8,00 m
Handgranatenwurf . . 35,00 m 42,00 m
Schwimmen…………………………………………………………….. Frei- 100 m in
ſchwimmen Min.
Sek.,
m in
Min.
. Wettkampf und Training.
. Im Wettkampf lernt der Soldat ſeeliſch und körperlich das
Letzte herzugeben. Der Wettkampf iſt
Sportvorſchrift für das Heer
– –
ſomit eine vorzügliche Schule des Willens, der Härte und der
Selbſtzucht. Die im Wettkampf erreichten Spitzenleiſtungen beſon-
ders veranlagter Soldaten geben der Allgemeinheit den Anſporn
zu zielbewußter eigener Arbeit.
Die jungen Offiziere und alle Unteroffiziere nehmen an den
dienſtlichen Wettkämpfen teil. Erwünſcht iſt, daß jeder junge Offi-
zier auch außerdienſtlich einen Wettkampfſport betreibt. Gelegent-
lich können Wettkämpfe nach Altersſtufen und Dienſtzeit ausgetra-
gen werden, um auch weniger Veranlagten oder Anfängern einen
Erfolg im Wettkampf zu ermöglichen.
Wettkämpfe innerhalb der Kompanien uſw. bis einſchl. Regiment
ſind jährlich abzuhalten. Diviſions- und Korpsmeiſterſchaften wer-
den von den betreffenden Kommandoſtellen befohlen.
Meiſterſchaften des Heeres oder der Wehrmacht werden vom
Oberkommando des Heeres oder der Wehrmacht ausgeſchrieben.
Mit ihrer Durchführung kann eine Kommandoſtelle beauftragt wer-
den.
Bei allen Wettkämpfen auf Dauerleiſtungen muß ärztliche Hilfe
raſch verfügbar ſein.
Bei ſportlichen Schauvorführungen dürfen nur Übungen gezeigt
werden, die körperbildenden Wert haben.
. Sportliche Wettkämpfe werden als Einzel- und Mannſchafts-
kämpfe ausgetragen. Für die ſportlichen Wettkämpfe ſind die
Wettkampfbeſtimmungen des Deutſchen Reichsbundes für Leibes-
übungen maßgebend.
a) Einzelwettkämpfe bringen Höchſtleiſtungen auf einzelnen
ſportlichen Gebieten. Beſonders wert-
– –
voll ſind dabei Mehrkämpfe, die ſich aus verſchiedenen
Übungen z.B. Lauf, Sprung, Wurf und Schwimmen zuſam-
menſetzen.
b) Mannſchaftswettkämpfe fördern die Kameradſchaft und den
Korpsgeiſt. Sie ſollen bei Sportfeſten einen weiten Raum
einnehmen. Hierfür eignen ſich Komp.-Staffelläufe, Wett-
ſpiele, Mannſschaftsmehrkämpfe, Tauziehen uſw. Abhalten
von Großſtaffelläufen oder die Teilnahme daran ſind ein
wichtiges Werbemittel.
. g eh ö ren
ch en ſondern in das der militäriſchen Ausbildung. Sie
ſetzen volle körperliche Durchbildung voraus. Die Wertung erfolgt
nach ſportlichen Geſichtspunkten.
. Training. Soldaten, die an Wettkämpfen teilnehmen, müſſen
genügend vorbereitet ſein, da ſonſt geſundheitliche Schädigungen
eintreten können. Jeder Soldat, der ſich zu Einzelwettkämpfen mel-
det, iſt für ſeine Vorbereitung ſelbſt verantwortlich. Er muß in ſei-
nem Training von einem erfahrenen Offizier oder Sportunteroffi-
zier in Verbindung mit dem Arzt beraten und überwacht werden.
Die Vorbereitung zum Wettkampf verſpricht nur dann Erfolg,
wenn ſie ſich auf guter Körperausbildung, voller Geſundheit und ei-
ner vorbildlichen Lebensweiſe aufbaut.
Die Hauptregeln dieſer Lebensweiſe ſind: Regelmäßiger Schlaf
von mindestens Stunden, ſorgfältige Ernährung und Meiden
von Genußmitteln. Ausſchweifungen ſchädigt den Kräftezuſtand.
Geſchlechtlichte Enthaltſamkeit iſt nicht geſundheitsſchäd-
*
– –
lich. Sportmaſſage iſt im Training beſonders wertvoll.
Um eine Überanſtrengung von Wettkämpfern in der Vorberei-
tungszeit zu vermeiden, muß ihre gelegentliche Befreiung von an-
derem Dienſt in Kauf genommen werden.
. Außerdienſtlicher Sport, Spitzenkönner, Heeresſportvereine.
Freiwillige außerdienſtliche Betätigung der Soldaten iſt durch das
perſönliche Beiſpiel aller Dienſtgrade anzuregen und zu fördern,
weil dadurch der jeder Jugend innerwohnende Drang zur Betäti-
gung in richtige Bahnen gelenkt wird. Der Soldat kann in ſeiner
freien Zeit jeden Sport, der ihm beſonders zuſagt, betreiben.
Der außerdienſtliche Sport gilt als Dienſt im Sinne der Dienſt-
beſchädigung, wenn er im Intereſſe der Ausbildung genehmigt war.
Spitzenkönner von nationaler Bedeutung, die vom O.K.H. namhaft
gemacht werden, ſollen die im Intereſſe des deutſchen Sports ge-
botene Förderung finden. Ihnen find daher, ſoweit es der Dienſt
geſtattet, nach ihrer Rekrutenzeit Training und Wettkämpfe auf ih-
rem Sondergebiet zu ermöglichen. Gleiche Fürſorge kommt für ein-
zelne Hand- und Fußballmannſchaften der Ligaklaſſe in Betracht.
Es kann den Sportgeiſt und Sportbetrieb einer Truppe ſehr för-
dern, wenn die ſportbegeiſterten Soldaten, die auf Grund ihrer Fä-
higkeiten den Ruf ihres Truppenteils wahren und erhöhen können,
in einem Heeresſportverein zuſammengeſchloſſen werden. In erſter
Linie wird der Heeresſportverein die beſten Hand- oder Fußball-
ſpieler eines Bataillons uſw. zu einer Mannſchaft zuſammenfaſſen.
Für die Beteiligung dieſer Mannſchaft an den Wett-
– –
kämpfen und Serienſpielen des Deutſchen Reichsbundes für Lei-
besübungen iſt die Mitgliedſchaft des Vereins bei dieſem Bunde
notwendig.
Nur ein rühriger Führer kann den Heeresſportverein zur Blüte
bringen.
Bei jedem Auftreten in der Öffentlichkeit muß der Heeresſport-
verein beſonderen Wert darauf legen, durch militäriſches und
ſportliches Verhalten ſeiner Mitglieder ſich Achtung und Anſehen
zu erwerben.
Der freiwillig betriebene Sport gilt als Wehrdienſt, wenn er im
Intereſſe der Ausbildung vom zuſtändigen Diſziplinarvorgeſetzen
genehmigt war. Ein hierbei erlittener Körperſchaden iſt Wehr-
dienſtbeſchädigung nach § des Wehrmachtfürſorge- und -verſor-
gungsgeſetzes.
Ⅳ. Die Übungen.
Vorbemerkung
. Die Sportvorſchrift enthält:
a) Die von jedem Soldaten zu fordernden Pflichtübungen,
b) Übungen, die darüber hinaus freigeſtellt ſind und beſonders
für die Weiterbildung der Offiziere, Unteroffiziere und be-
ſonders veranlagten Soldaten wertvoll ſind. Dieſe Übun-
gen ſind im Kleindruck den einzelnen Übungsgebieten hin-
zugefügt, ohne beſchrieben zu ſein.
c) In beſonderen Fällen kann der Bataillons- uſw. Komman-
deur bei Mangel an Ausbildungsmöglichkeiten (Fehlen
von Geräten, Schwimmgelegenheit u.ä.) für ſeinem Befehls-
bereich auf einen Teil der Pflichtübungen, ausgenommen in
der Leichtathletik, verzichten. Andererſeits können dieſe
Kommandeure, falls die Eigenart ihrer Truppengattung o-
der ſonſtige Verhältniſſe eine Erweiterung des Stoffgebie-
tes notwendig machen, freigeſtellte Übungen für ihren Be-
fehlsbereich als Pflichtübungen beſtimmen.
A. Körperſchule
. Die körperliche Grundausbildung erfolgt in der Körper-
ſchule. Sie umfaßt Bewegungsſpiele, Gymnaſtik und Übungen an
den Turngeräten.
– –
. Bewegegungsſpiele. Leichte Spiele in Form von Lauf-,
Zieh-, Wurf-, Ball- und Parteiſpielen find das einfachſte Mittel,
den ungeübten Rekruten gewandt und geſchmeidig zu machen. Da-
bei wecken und fördern ſie in beſonderem Maße die Freude an der
körperlichen Betätigung. Das Tummeln im Spiel gehört daher an
den Anfang der geſamten Ausbildung. Weiter dienen die Spiele
dem Ausgleich und der Entſpannung nach ſchwerem Dienſt und ſind
deshalb das ganze Jahr hindurch weiterzubetreiben.
Die aufgeführten Spiele können vom Ausbildenden beliebig aus-
geſucht oder durch weiter ergänzt werden.
Beispiele für Spiele:
a) Hindernis-Laufſpiel (nur Anhalt). Hinter einer Mallinie
ſtehen mehrere Reihen bis zu Spielern, davon in m
Entfernung Spieler mit je Schritt Abſtand als Hin-
derniſſe hintereinander, der erſte kniend, der zweite in Seit-
grätſchſtellung, der dritte als Bock, der vierte in Ruheſtel-
lung. Auf „Los!“ läuft der erſte Spieler jeder Reihe auf
die Hinderniſſe zu; das erſte iſt frei zu überſpringen, das
zweite zu durchkriechen, das dritte zu überſpringen, das
vierte als Wendemarke zu umlaufen. Dann läuft der Spieler
zu ſeiner Reihe zurück, wo der nächſte nach einem Schlag
auf die Hand von der Mallinie ſtartet. Das Spiel iſt been-
det, wenn jeder der Reihe gelaufen iſt.
b) Kampf gegen die Reihe. Etwa Spieler ſtehen in Reihe,
jeder hält ſich an den Hüften ſeines Vordermannes feſt, der
vordere Mann hat die Arme ausgebreitet; dieſem gegenüber
ſteht
– –
ein einzelner Spieler als Angreifer, deſſen Aufgabe es iſt,
die ſich aneinander feſthaltenden Spieler der Reihe an ir-
gendeiner Stelle zu trennen. Der . Reihenſpieler darf den
Angreifer mit ausgebreiteten Armen ſperren, ohne ihn je-
doch feſtzuhalten. Die letzten Reihenſpieler ſchwenken
zweckmäßig, wenn der Angreifer von der linken Seite kommt,
nach rechts bzw. umgekehrt. Hat der Angreifer die Reihe
an einer Stelle geſprengt, ſo wird derart gewechſelt, daß
der Angreifer an die letzte Stelle der Reihe tritt und der
bisherige . Spieler der neue Angreifer wird.
c) Tauziehen.
d) Medizinballſtaffel. Die Staffeln (bis zu je Teilnehmer)
ſtehen in Reihe mit etwa m Abſtand genau auf Border-
mann mit weit gegrätſchten Beinen, der erſte und letzte
Spieler an einer Marke. Auf das Kommando „Los!“ wird
der Ball von dem erſten jeder Staffel durch die gegrätſch-
ten Beine gerollt. Jeder Spieler verſucht, den rollenden
Ball durch Schlag mit der offenen Hand zu beſchleunigen.
Der letzte jeder Staffel empfängt den Ball kniend und
läuft an der rechten Seite der Staffel vorbei auf den Platz
des erſten. Während des Vorlaufens rückt jeder Spieler
auf den Platz des Hintermannes. Läuft der Ball, bevor er
zum Schlußmann kommt, links oder rechts heraus, dann muß
er von der Stelle, wo er herauslief, weitergeſpielt werden.
Sieger iſt die Staffel, deren Anſpieler zuerſt mit dem Ball
an ſeinen Ausgangspunkt kommt. In derſelben Aufſtellung
kann man den Ball abwechſelnd über den Kopf und durch
die Beine ſpielen laſſen.
Die Staffel gewinnt an Schnelligkeit, wenn ſie mit oder
Bällen geſpielt wird. Die Bälle wer-
– –
den im Abſtand von etwa m jeweils auf das Kommando „Los!“
angeſpielt. Jeder Staffelteilnehmer bringt aber nur einen Ball
zum Weiterſpielen nach vorn, nur der letzte Spieler muß zum
Schluß alle im Spiel befindlichen Bälle aufnehmen und zurück-
bringen. Diejenige Staffel, deren Bälle zuerſt an der Abſpielſtelle
ſind, hat gewonnen. Weitere Übungsmöglichkeiten ſind freigeſtellt.
e) Ball über die Schnur. In einem abgegrenzten Rechteck
von – m Länge und – m Breite, das durch eine
m hohe Leine in zwei gleich große Felder geteilt iſt, neh-
men Parteien von je – Mann Aufſtellung. Die Spieler
jeder Partei teilen ſich zweckmäßig in Vorder- und Hinter-
ſpieler. Der Ball wird über die Leine geworfen und muß
ſtets gefangen werden. Der Ball muß von dort geworfen
werden, wo er gefangen oder angehalten iſt bzw. wo er die
Spielfeldumgrenzung ſchneidet. Jede Berührung mit dem
Boden innerhalb des Spielfeldes auf der einen Seite bringt
der Partei auf der anderen Seite einen Punkt. Ein Punkt-
gewinn wird ferner erzielt
. wenn der Ball die Leine berührt oder unter der Leine
durchgeſpielt wird,
. wenn der Ball außerhalb des Spielfeldes den Boden be-
rührt (die Partei dieſer Seite erhält Punkt.)
Würfe, die berührt werden, bevor ſie ausgehen, gelten
als angenommen.
Die Linien gehören zum Spielfeld.
. wenn der Gegner beim Wurf mit den Händen über die
Leine greift. Sieger iſt, wer zuerſt Punkte erreicht hat,
nach Punkten werden die Seiten gewechſelt.
– –
f) Stoßballſtaffel mit dem Medizinball. Die Staffeln von –
Mann ſtehen in Reihe aufgeſchloſſen. Nr. als Anſpieler
ſteht mit dem Ball ſeiner Staffel mit ungefähr m Ab-
ſtand gegenüber. Auf das Kommando „Los!“ ſtößt der An-
spieler den Ball zu Nr. , dieſer ſtößt den Ball zurück und
ſetzt ſich hin. Dann erhält Nr. den Ball vom Anſpieler zu-
geſtoßen, ſtößt ihn ebenſo zurück und ſetzt ſich hin uſw. Der
letzte Spieler der Staffel läuft, ſobald er den Ball erhalten
hat, auf den Platz des Anſpielers, der ſich an die Spitze
ſeiner Reihe ſtellt. Alle Teilnehmer ſind während des Vor-
laufens aufgeſtanden und haben den Platz des Hinterman-
nes eingenommen. Das Spiel beginnt von neuem. Sieger iſt
die Staffel, deren Anſpieler zuerſt mit dem Ball an An-
ſpielplatz ankommt.
g) Reiterſtaffel. Hinter einer Mallinie ſtehen die Spieler in
Reihe (jede Reihe bis zu Mann ſtark). In – m
Entfernung von der Mallinie iſt vor jeder Reihe ein Ziel
markiert. Auf das Kommando „Los!“ ſpringt der zweite je-
der Reihe dem erſten auf den Rücken und wird von dieſem
bis zum Ziel getragen. Hier ſpringt Nr. ab, läuft zur
Reihe zurück und holt Nr. . Am Ziel bleibt jetzt Nr.
ſtehen und Nr. läuft zurück und holt Nr. und ſo fort,
bis alle Spieler am Ziel ſind.
h) Ball unter der Schnur. In einem abgegrenzten Rechteck
von m Länge und m Breite, das durch eine cm
hohe Leine in zwei gleich große Felder geteilt iſt, nehmen
Parteien zu je Spielern Aufſtellung. Geſpielt wird mit
Medizinbällen, die unter der Leine hindurchgerollt wer-
den. Anlauf im eigenen Felde iſt geſtattet.
Jeder Ball, der die hintere Spielfeldbegrenzung be-
rührt, die am beſten durch Balken oder Hallen-
– –
wand dargeſtellt wird, gilt als Punkt. Der ſeitlich ausge-
hende ball wird nicht gewertet. Ein Punktgewinn wird fer-
ner erzielt:
. wenn ein Ball oder Spieler die Leine berührt,
. wenn ein Ball über die Leine geworfen wird. Sieger iſt
die Partei, die in Minuten die höchſte Punktzahl er-
reicht. Für jede Seite iſt Schiedsrichter erforderlich.
i) Völkerball. In einem Spielfeld von ungefähr m Länge
und m Breite, das durch eine Mittellinie in zwei gleich
große Felder geteilt wird, ſtehen ſich zwei gleichſtarke
Parteien, jede bis zu Spielern, gegenüber. Mit einem
Handball verſuchen ſich beide Parteien abzuwerfen. Bei
Beginn des Spieles befindet ſich je ein Spieler der beiden
Parteien hinter dem gegneriſchen Spielfeld. Er beteiligt
ſich am Abwerfen oder verſucht, ſeiner Partei den Ball ſo
zuzuſpielen, daß ein Abwerfen eines Gegners möglich
wird. Jeder Getroffene muß das Spielfeld verlaſſen. Alle
Abgeworfenen umgeben die Spielgrenzen des Gegners
und beteiligen ſich durch Zuſpiel oder Abwurf weiter am
Spiel. Sieger iſt diejenige Partei, die den Gegner zuerſt
aufgerieben hat. Bei Spielbeginn wird der Ball vom
Schiedsrichter auf der Mallinie hochgeworfen. Die Partei,
die ihn fängt, beginnt ſofort mit dem Spiel. Das Spiel wird
ſchwieriger, wenn man mit Bällen ſpielt, oder wenn es er-
laubt iſt, den Ball zu fangen oder mit der Hand abzuweh-
ren.
j) Raufball mit dem Hand-, Rugby- oder Medizinball kann
auf einem Spielfeld in beliebiger Größe mit einer beliebi-
gen Anzahl von Spielern geſpielt werden. Kies oder hart
gefrorener Boden eignet ſich nicht als Spielfläche. Um zu
ſtarke Zuſammen-
– –
ballungen von Spielern und damit Verletzungsgefahren zu
vermeiden, empfiehlt es ſich jedoch, das Spiel in einem
Felde von nur m Länge und m Breite mit Spielern
auf jeder Seite zu betreiben. Die Tore werden durch je zwei
m auseinanderliegende Medizinbälle dargeſtellt. Sie lie-
gen m vor den hinteren Grenzlinien des Spielfeldes.
Spielweiſe: Die Spieler, aufgeteilt in Stürmer, Läufer
und Verteidiger, verſuchen im Zuſammenſpiel den Ball auf die
gegneriſche Torlinie zu legen. Zum Spielbeginn und nach jedem
Torerfolg ſteht jede Mannſchaft auf ihrer Torlinie. Der Ball wird
auf Pfiff in die Spielfeldmitte eingeworfen. Der Ball darf mit den
Händen geworfen und geſtoßen oder beliebig viel Schritte getra-
gen werden. Der Ball kann dem Gegner aus der Hand genommen
werden. Der jeweilige Ballbeſitzer darf, ſolange er den Ball hält,
vom Gegner um die Hüfte unterhalb der Arme feſtgehalten wer-
den. Der ſo gehaltene Gegner muß innerhalb von Sekunden den
Ball abſpielen. Es kann hinter dem Tor geſpielt, ein Tor jedoch nur
von vorn gelegt werden. Das Mal darf von hinten nicht durchlau-
fen werden.
Ein Freiwurf wird verhängt:
a) bei abſichtlichen Stoßen oder Treiben des Balles mit dem
Fuß,
b) bei falſchem Halten des Gegners,
c) wenn der gehaltene Spieler den Ball nicht innerhalb Se-
kunden abſpielt,
d) bei grobem und gefährlichen Spiel.
Überſchreitet der Ball die Spielfeldgrenzen, ſo wird der Ball wie-
der durch Einwurf in das Spielfeld gebracht.
Begehen zwei Spieler gleichzeitig einen Fehler, ſo wird ein
Schiedsrichterwurf gegeben.
– –
Die Spieldauer kann beliebig feſtgeſetzt werden. Es empfiehlt ſich,
etwa mal Minuten zu ſpielen.
1) Beiſpiele für weitere Spiele: Flugball, Jägerball, Neck-
ball, Zieh- und Schiebeſpiele über einen Strich oder aus
einem Kreis als Wettkampf uſw.
. Gymnastik. Die Gymnastik ſoll planmäßig die Muskeln lo-
ckern, dehnen und kräftigen und dadurch den Körper für ſportliche
Leiſtungen vorbereiten. Sie beſteht
. aus der Gymnastik ohne Gerät,
. der Gymnastik mit Gerät.
. Gymnastik ohne Gerät.
Die Ausgangsſtellungen für die Übungen unter a–c find: Ruhe-
ſtellung (Abb. ), Seitgrätſchſtellung (Abb. ), Laufſtellung

(Abb. ), Schrittſtellung (Abb. ), Streckſitz (Abb. ), Knieſtand


(Abb. ),
– –

Liegeſtütz vorl. (Abb. ), Bauchlage (Abb. ), Rückenlage (Abb. ).


– –
Aufſtellung.
Auf das Kommando „Zur Gymnastik nach links (r.) geöffnet Marſch
(Marſch, Marſch)“, öffnet die Abteilung ſo, daß das vordere Glied
vom rechten (l.) Flügelmann aus von Mann zu Mann Schritt Zwi-
ſchenraum nimmt und die hinteren Glieder mit Schritt Abſtand
auf Lücke des vor ihnen ſtehenden Gliedes treten. Auf dem Platz
angekommen, nimmt jeder Mann die Ruheſtellung ein. Auf das Kom-
mando „Rechts (l.) abgeſchloſſen – Marſch! (Marſch, Marſch)“
wird die erſte Aufſtellung auf dem kürzeſten Wege wieder einge-
nommen und gerührt.

Übungsweiſe der Gymnaſtik.


Die Übungen ſind im Wechſel von Arm-, Rumpf- und Beinübun-
gen durchzunehmen. Die Übungsgruppe beginnt mit Lockerungsü-
bungen, danach folgen Dehn- und Kräftigungsübungen. Nach
mehreren anſtrengenden Übungen folgt zweckmäßig eine Locke-
rungsübung. Zeitlich ſoll die Gymnaſtik ohne Gerät nicht länger
als Minuten dauern. Die Übungen werden angeſagt und vorge-
macht. Bei Kenntnis der Übung kann das Vormachen wegfallen.
Jede Übung beginnt und endet auf das Kommando „Anfangen“ bzw.
„Aufhören“ in der Ruheſtellung. Bei Übungen im Streckſitz, Knie-
ſtand, Liegeſtütz vorl. ſowie in der Bauch- und Rückenlage wird
die Ruheſtellung nach dem Kommando „Aufſtehen“ eingenommen.
Gelegentlich können auch hierfür geeignete Übungen nach Zählen o-
der auf Kommando des Leitenden einheitlich durchgeführt werden.
– –
a) Lockerungsübungen
. Laufſtellung, Schlußhüpfen (Abb. ):
Beim Hüpfen müſſen Arme und Schultern locker gehalten
werden.
. Seitgrätſchſtellung, Schwingen der Arme (Abbildung ):

Die Arme werden locker in die flüchtige Schräghochhalte ge-


ſchwungen und anſchließend durch die Tiefhalte kreuzend vor die
Bruſt gebracht. Dieſelbe Übung kann mit Kniewippen oder Schluß-
hüpfen ſowie mit Vorhoch- und Tiefſchwingen der Arme ausge-
führt werden.
– –
. Schrittſtellung, Beinſchwingen (Abb. ):
Das zurückgeſtellte Bein wird vor- und zurückgeſchwungen, wo-
bei Knie und Fußgelenk des Schwungbeins locker ſein müſſen.

. Seitgrätſchſtellung, Mühlkreiſen (Abb. ):


Mit Hochhalte eines Armes kreiſen beide Arme hintereinander
dicht am Körper zunächſt vorwärts und dann auf Kommando rück-
wärts. Der Rumpf darf beim Kreiſen der Arme nicht mitgedreht
werden.
Sportvorſchrift für das Heer.
– –
. Seitgrätſchſtellung, Rumpfkreiſen (Abb. ):
Das Kreiſen des Rumpfes erfolgt bei durchgedrückten Knien ab-
wechſelnd links und rechts herum im Wechſel. Die Arme ſchwingen
durch die Hochhalte mit oder hängen locker herab.

. Seitgrätſchſtellung, Kreiſen beider Arme (Abbildung ):


Aus der Hochhalte werden beide Arme ſchwunghaft zuerſt vor-
wärts und anſchließend rückwärts gekreiſt. Dieſelbe Übung mit
Kniewippen oder Schlußhüpfen.
. Schrittſtellung, Kreisbogenſchwingen eines Beines (Abb. ):
Das zurückgeſtellte Bein wird ſchwunghaft vorwärts und dann
seitwärts im Bogen zurück in die Ausgangsſtellung geſchwungen.
Das Standbein hebt ſich hierbei in den Zehenſtand.
– –

. Laufſtellung Rumpfbeugeſchwung vorwärts (Abb. ): *


– –
Aus der Hochhalte ſchwingen beide Arme vorwärts durch die
Tiefhalte nach rückwärts-aufwärts unter gleichzeitigen Rumpfbeu-
gen vorwärts mit Kniebeugen und -ſtrecken.
. Seitgrätſchſtellung, Rumpfdrehen (Abb. ):
Aus der Seithalte wird der Rumpf abwechſelnd nach links und
rechts ſchwunghaft gedreht, wobei der jeweils hintere Arm geſtreckt

bleibt, während der vordere Arm locker zur Bruſt geſchwungen


wird. Die Beine ſind durchgedrückt.
b) Dehnübungen.
. Seitgrätſchſtellung, Rumpfbeugen vorwärts (Abb. ):
Bei durchgedrückten Beinen wird der Rumpf ſo weit vorge-
beugt, daß die Hände den Boden
– –
berühren. Dieſelbe Übung kann mit ein- bis zweimaligem Nachfe-
dern oder mit gefalteten Händen ſchwunghaft aus der Hochhalte
durch die Beine ausgeführt werden (Hackübung).
. Seitgrätſchſtellung, Rumpfbeugen rückwärts (Abb. ):

Unter leichtem Vorſchieben der Knie und Hochdrücken der Hüften


wird der Rumpf rückwärts gebeugt. Die Füße müſſen mit der gan-
zen Sohle am Boden bleiben, die Arme hängen zwanglos herab.
. Seitgrätſchſtellung, Rumpfbeugen ſeitwärts (Abb. ):
Mit Hochhalte beider Arme wird der Rumpf abwechſelnd nach
links und rechts mit ein- bis zweimaligen ſchwunghaft gebeugt.
– –
. Seitgrätſchſtellung, Fallen in die tiefe Kniebeuge (Abb. ):

Unter Borſchwingen der Arme werden die Knie schnell gebeugt,


wobei der Körper auf der ganzen Sohle ruht. Der Rumpf iſt dabei
gekrümmt, der Kopf eingezogen.

. Laufſtellung, Beinſpreizen ſeitwärts (Abb. ):


Abwechſelnd wird ein Bein ſchwunghaft ſeit-
– –

wärts geſpreizt, wobei das Standbein in den Zehenſtand geht.


. Schrittſtellung, hohes Vorſpreizen (Abb. ):

Das hintere Bein wird möglichſt hoch vorwärts-aufwärts ge-


ſchwungen, wobei ſich das Standbein in den Zehenſtand hebt.
. Laufſtellung, Beinſpreizen rückwärts (Abb. ):
– –
Nach Vorheben des Beines wird der Oberſchenkel bei locker
Knie- und Fußgelenk ſcharf zurückgeſchwungen. Das Standbein
hebt ſich in den Zehenſtand, die Arme ſchwingen in die flüchtige
Seithalte.
. Seitgrätſchſtellung und Einnehmen der erweiterten Seitgrätſch-
ſtellung (Abb. ):

Die Übung ſoll nicht auf glattem Boden ausgeführt werden.


. Laufſtellung, tiefe Hockſtellung mit Knieſtrecken und -beugen
(Abb. ):
In der tiefen Hockſtellung iſt der Rumpf leicht gebeugt, die Fer-
ſen ſind gehoben, die Hände ſtützen am Boden. Nach einmaligem
Wippen werden die Beine geſtreckt, wobei die Hände am Boden
bleiben.
. Knieſtand, Rumpfbeugen rückwärts (Abb. ):
Die Knie ſind eine Handbreite auseinandergenommen, der Körper
iſt aufgerichtet. Das Rückbeugen erfolgt zügig bei hochgedrückten
Hüften ohne und mit Hochhalte der Arme.
– –

. Knieſtand, Rumpfbeugen ſeitwärts (Abb. ):


Ein Bein wird geſtreckt ſeitwärts geſtellt. Das Beugen erfolgt
mit Hochhalte beider Arme ſowie mit ein- bis zweimaligem Nach-
federn.
– –
. Seitgrätſchſtellung und Einnehmen der erweiterten Schrittſtel-
lung (Abb. ):
Die Übung ſoll nicht auf glattem Boden ausgeführt werden.

. Streckſitz, Rumpfbeugen vorwärts (Abb. ):


Das Vorbeugen geſchieht ſo, daß die Hände bei durchgedrückten
Knien die Fußſpitzen berühren. Der Kopf iſt eingezogen.

. Seitgrätſchſtellung, Rückwärts-Aufwärtsſchwingen der Arme


(Abb. ):
Die Arme werden geſtreckt rückwärts-aufwärts geſchwungen und
anſchließend locker durch die Tiefhalte kreuzend vor die Bruſt ge-
bracht. Die Ferſen werden beim Rückſchwingen der Arme gehoben
und beim Tiefſchwingen der Arme geſenkt.
– –
. Bauchlage, ſchnelles Rumpfheben (Abb. ):
Mit ſcharfen Abdrücken der Hände vom Boden richtet ſich der

Rumpf bis zur Möglichkeitsgrenze auf. Die Arme unterſtützen das


Rumpfheben durch kräftiges Seitſchlagen.

. Tiefkriechſtellung mit Nachfedern (Abb. ):


Die Hände werden in der Bank ſo weit und vorn geſchoben, daß
in der Tiefkriechſtellung die Oberſchenkel ſenkrecht ſtehen.
– –
. Grätſchſitz, Rumpfdrehbeugen (Abb. ):
Aus dem Grätſchſitz mit Seithalte wird der Rumpf abwechſelnd
gedreht und über das linke und rechte Bein gebeugt, wobei die
Handfläche die jeweils entgegengeſetzte Fußſpitze berührt.

. Bauchlage, Rückenhalte, ſchnelles Rumpf- und Beinheben


(Abb. ):

. Grätſchſitz, Rumpfbeugen vorwärts als Partnerübung


(Abb. ):
Aus dem Grätſchſitz mit gegeneinander geſtellten Füßen und ge-
genſeitigem Handfaſſen erfolgt abwechſelnd durch Ziehen ein Vor-
und Rückbeugen des Rumpfes.
– –

e) Kräftigungsübungen.
. Liegeſtütz vorlings, Anhocken und Strecken der Beine (Abb. ):

Die Beine werden bei geſchloſſenen Knien fortgeſetzt angehockt


und geſtreckt. Dieſelbe Übung kann mit wechſelſeitigem Anhocken ei-
nes Beines ſowie mit einmaligem Nachfedern ausgeführt werden.
– –
. Rückenlage, Beinkreiſen (Abb. ):
Aus der Rückenlage mit Seithalte werden die Beine zuerſt ge-
hoben und anſchließend ohne Berühren des Bodens fortgeſetzt

gekreiſt. Das Kreiſen kann mit geſchloſſenen Beinen ſowie mit Grät-
ſchen, Senken und Schließen der Beine ausgeführt werden.
– –
. Rückenlage, ſc h n e l l e s - u n d )
R u m p f ſo gehoben, daß die
Hände die Füße berühren.
. Rückenlage, Rumpfheben und -ſenken (Abb. ):
Das Rumpfheben wird anfangs mit gebeugtem und ſpäter mit ge-
ſtrecktem Körper ausgeführt, beim Heben mit geſtreckten Körper

hält eine Hilfeſtellung die Füße des Übenden feſt.


. Liegeſtütz vorlings, Armbeugen und -ſtrecken (Abb. ):

Das Beugen der Arme wird langſam, das Strecken ſchnell aus-
geführt.
– –
. )
Z w ei ſtehen ſich mit Handfaſſen gegenüber und führen
gleichzeitig ein tiefes Kniebeugen, der eine links und der andere

rechts aus. Beim Beugen links wird das rechte Bein vorgeſpreizt.
. Streckſitz und Beinkreiſen als Partnerübung (Abb. ):

Zwei Übende, der eine mit gegrätſchten, der andere mit geſchloſ-
ſenen Beinen, ſitzen ſich ge-
– –
g e n ü b e r .ſchloſſenen Beine liegen zwiſchen den gegrätſchen.
Beide Übende führen fortgeſetzt ein Beinheben, Grätſchen, Senken
und Schließen der Beine aus. Beim Schließen der Beine darf der
Boden nicht berührt werden. Dieſelbe Übung kann auch mit ge-
ſchloſſenen Beinen ausgeführt werden.

. Schlußhüpfen mit Anhocken (Abb. ), Seitgrätſchen (Abb. )


oder kräftigem Rückſchlagen der Beine (Abb. ):
d) Übungen in der Bewegung:
Zweck und Übungsweiſe:
Geh-, Lauf- und Sprungübungen ſollen die Muskulatur beſon-
ders zu Beginn der Sportſtunden beweglich machen und anwärmen.
Sie ſind vorzüglich geeignet für den Frühſport ſowie für Sport-
ſtunden
Sportvorſchrift für das Heer
– –
b ei b is Ü b e n d e
g e ſich
n in einem Kreiſe mit je drei Schritt Abſtand.
. Gehen und Laufen im Wechſel.
. Laufen im Wechſel mit ſprungartigen, großen Laufſchritten
(Abb. ):
. Laufen im Wechſel mit Hochſpringen (Abb. ):
Nach je Laufſchritten wird abwechſelnd links und rechts hoch-
geſprungen.

. Schnelles Gehen (Abb. ):


Beim Schnellgehen ſetzt der Fuß bei faſt geſtrecktem Bein mit
der Ferſe auf und rollt
– –
ü b er ſchwingen wie beim
Laufen kräftig mit. Jeder geht, ſo ſchnell er kann. Das Schnellgehen
kann im Wechſel mit Gehen, Laufen und auch im Wettkampf ausge-
führt werden.

. Gehen mit hohem Vorſpreizen eines Beines (Abb. ):


Bei jedem . Schritt wird abwechſelnd das rechte oder linke
Bein zum Kopf geſchwungen. Die Arme ſchwingen unter Vorbeu-
gen des Rumpfes vorwärts-aufwärts. Das Standbein hebt ſich in
den Zehenſtand.
*
– –
. ſc h r i t t e n )
B ei ſchritten find die Ferſen
gehoben, der Rumpf aufgerichtet.

. Laufen im Wechſel mit Ober- und Unterſchenkelheben:


Beim Laufen mit Oberſchenkelheben werden die Oberſchenkel
ſcharf hochgeriſſen, beim Laufen mit Unterſchenkelheben werden die
Unterſchenkel locker zurückgeſchlagen.
. Gymnaſtik mit Gerät.
Die Gymnaſtik mit Gerät beſteht vorwiegend aus Kräftigungsü-
bungen, da das Gerät den zum Muskelzuwachs notwendigen Wi-
derſtand gibt. Die Übungen mit den Rundgewichten und Hanteln
machen, im Übermaß ausgeführt, langſam. Beſonders wertvoll ſind
als Gegengewicht die Schnellkraft fördernden Medizinballübungen
und die Wurfübungen mit dem Wurfgewicht.
Sicherheitsmaßnahmen: Der Leitende hat für genügende Ab-
ſtände und Zwiſchenräume der Übenden
– –
z uſorgen. Der Übende muß auf den Mitübenden und das Gerät
achten.
a) Übungen mit dem Medizinball: Aufſtellung in gegenüberſte-
henden Gliedern. Der Ball wird bei allen Übungen vom Partner
mit dem Oberarm und mit der entſprechenden Bruſtſeite aufgefan-
gen, wobei die andere Hand zugreift.

. Schrittſtellung, Wurf vorwärts als Hochwurf (Abb. ):


Unter leichtem Rückbeugen wird der Ball in die Hochhalte ge-
ſchwungen und vorwärts in hohem Bogen in Richtung auf den
Mitübenden geworfen.
– –
. ſt e l l u n g , )
A u s h a lte ſchwunghaftem Vorbeu-
gen des Rumpfes in Hüfthöhe des Mitübenden geworfen.

. Seitgrätſchſtellung, Wurf rückwärts über den Kopf (Abb. ):


Der Ball wird unter Rumpfbeugen vorwärts vortief geſschwun-
gen und anſchließend unter Streckung des Körpes in den Zehen-
ſtand – rückwärts über den Kopf geworfen.
. ſc hſt e l l u n g , r ü c k w ä r t s ſc h t e n
B e in e )
A u s ſchneller Rumpfbeuge
vorwärts durch die gegrätſchten Beine zum Mitübenden geworfen.
– –
– –

. Schrittſtellung, gerader Stoß rechts und links (Abb. ):


Unter ſchnellem Vorbringen der Stoßſchulter und Strecken des
Stoßarmes wird der Ball in Schulterhöhe des Mitübenden geſto-
ßen, die
– –
Wirkung iſt durch Tempo und Wucht der Stöße zu ſteigern. Die-
ſelbe Übung iſt auch als Weitſtoß auszuführen, wobei die Aus-
gangsſtellung wie zum Kugelſtoßen eingenommen wird
. Schrittſtellung, Schleuderwurf rechts und links (Abb. ):
. Die Übungen , und können auch im Sitzen ausgefuhrt wer-
den.

b) Übungen mit dem Rundgewicht: Aufſtellung wie bei der Gym-


naſtik ohne Gerät.
. Vortiefſchwingen (Abb. ):
Das Rundgewicht wird mit geſtreckten Armen zuerſt vorhoch- und
anſchl. unter Rumpf- und Kniebeugen durch die gegrätſchen Beine
geſchwungen. Dieſelbe Übung mit einem Arm abwechſelnd links und
rechts (Abb. ).
– –
. Seitſchwingen (Abb. ):
Das Rundgewicht wird vor dem Körper mit einem Arm abwech-
ſelnd nach rechts und links in die flüchtige Seithalte geſchwungen.

. Kreiſen mit einem Arm (Abb. ):


Nach vorhergehendem Anſchwingen ſeitwärts wird das Rundge-
wicht abwechſelnd links und rechts vor dem Körper gekreiſt.
– –
. Kreiſen mit beiden Armen (Abb. ):
Nach dem Anſchwingen ſeitwärts wird das Rundgewicht abwech-
ſelnd links und rechts um den Kopf gekreiſt. Über dem Kopf ſind die
Arme leicht gebeugt, vor dem Körper geſtreckt.

. Freies Umſetzen (Abb. ):


Das Rundgewicht wird zuerſt mit einem Arm durch die gegrätſch-
ten Beine geſchwungen. Am Ende des folgenden Hochſchwingens
wird der Griff gelöſt und das Gerät unter Beugung des Armes und
der Knie über der Schulter mit offener Hand aufgefangen.
. Salto vorwärts (Abb. ):
Nach vorhergehendem Schwingen mit einem Arm durch die ge-
grätſchten Beine wird beim Aufrichten des Rumpfes das Rundge-
wicht ge-
– –
löſt und nach einer ganzen Drehung wieder aufgefangen.

e) Übungen mit dem Wurfgewicht:


Die Übungen ſind als Wurfübungen häufig wettkampfmäßig zu
betreiben. Hierbei iſt ſcharf auf freies Wurffeld, genügende Zwi-
ſchenräume und Abſtände der Übenden zu achten.
Ausgangsſtellung: Der Werfer ſteht in leichter Seitgrätſchſtel-
lung mit gebeugten Knien ſo vor dem am Boden liegenden Ge-
wicht, daß er es mit geſtreckten Armen mit Obergriff faſſen kann
(Abb. ).
. Schwungwurf vorwärts durch die gegrätſchten Beine (Abb. ).
. Schwungwurf rückwärts über den Kopf (Abb. ).
. Kreiſen des Gewichtes (Abb. ).
– –
– –
Aus der Ausgangsſtellung wird das Gewicht durch die geöffne-
ten Beine nach hinten geſchwungen, wieder vorgeſchwungen, rechts
ſeitlich angeſchwungen und nach links um den Kopf gekreiſt. Das

Gewicht kreiſt rechts-hinten tief und vorn-links hoch; vor dem Kör-
per ſind die Arme geſtreckt, über dem Kopf gebeugt.
. Wurf auf dem Stand.
Nach ein- bis zweimaligen Kreiſen wird das Gewicht mit ge-
ſtreckten Armen über die linke Schulter nach hinter abgeworfen
(Bild ).
– –
d) Übungen mit der Scheibenhantel (Abb. u. ).
Beim Üben muß zu beiden Seiten des Übenden Hilfeſtellung ſte-
hen, um ein Rückwärtsfallen der Hantel zu verhüten.
. Stoßen ein- und beidarmig.
. Reißen ein- und beidarmig.

e) Übungen mit der Kugel ( und ¼ kg).


Hochſtoßen der Kugel links und rechts, Auffangen mit derſelben
oder der anderen Hand. Werfen rechts über die linke Schulter und
fangen links und umgekehrt.
. Übungen an den Turngeräten.
Die Turngeräte werden zu Kräftigungsübungen und zum Hin-
dernisturnen ausgenutzt. Turneriſche Haltung iſt nicht zu fordern.
– –
Sicherheitsmaßnahmen:
Zur Verhinderung von Unfällen muß Hilfe gegeben werden. Hil-
feſtellung iſt namentlich bei den Sprüngen über Turngeräte ſowie
bei Abgängen von Reck und Barren erforderlich. Sie wird zuerſt
vom Lehrer, ſpäter von den darin unterwieſenen Leuten gegeben.
Der Niederſprung am Gerät muß durch Matten oder eine tiefge-
harkte Sandgrube hergerichtet ſein.

a) Neck.
. Klimmziehen am griffhohen Gerät. Es iſt mit Kamm- und Riſtgriff
zu üben, das Kinn muß über die Reckſtange gehoben werden.
. Aufſchwung aus dem Stand
. Wende links und rechts (Abb. ) } am k o p f h o h e n
G erä t

. Hocke
. Ungleicharmiges Aufſtemmen (Abb. ).
b) Barren hüft- bis bruſthoch:
. Armbeugen und -ſtrecken im Stütz (Abb. ).
– –

Sportvorſchrift für das Heer.


– –
. Überklettern (Abb. ).
. Aus dem Seitſtand mit Anlauf Wende über beide Holme
(Abb. ).

c) Barren mit ungleichgeſtellten Holmen:


. Aufhocken eines Fußes auf den niedrigen Holm und Flanke oder
Wende über den höheren Holm (Abb. ).

. Überklettern zunächſt des niedrigen und dann des hohen Holms


und umgekehrt (Abb. a, b, c).
– –

*
– –
– –

. Sprung in den Stütz auf den hohen Holm und


Wende über beide Holme (Abb. ).
. Unterſchwung über den niedrigen Holm
(Abb. ).
– –
d) Pferd, quer ohne Pauſchen.
. Flanke links und rechts (Abb. ).
. Aufhocken mit beiden Füßen und
Niederſprung vorwärts
(Abb. ).
– –

. Hocke (Abb. ).
. Freies Aufſpringen und Niederſprung vorwärts (Abb. ).
– –
. Freiſprung bis zur Pferdhöhe von 1,10 m (Abb. ).
e) Pferd oder Kaſten lang:
. Aufhocken mit einem Fuß und Laufen über
den Rücken des Geräts mit Niederſprung vorwärts
oder Überſpringen eines vorgeſtellten Hinderniſſes
(Abb. ).
– –
. Aufhocken mit beiden Füßen, Fallen in den Liegeſtütz vorlings
und Grätſche.
. Rieſengrätſche-
f) Tau und Stange:
Klettern und Hangeln ſind beſonders kraftgebende Übungen.
Beim Klettern iſt auf richtigen Kletterſchluß zu achten. Hangeln
kann auch am Doppeltau geübt werden.
g) Hindernisſtaffeln:
Bei den Hindernisſtaffeln werden die Turngeräte als Hinderniſſe
betrachtet. Durch entſprechende Zuſammenſtellung von Geräten uſw.
werden Hindernisbahnen aufgeſtellt, die möglichſt ſchnell im Wett-
kampf überwunden werden. Sie werden überſprungen, überklettert,
unterkrochen und überſtiegen. Bei ſchwierigen Übungen ist Hilfe-
ſtellung zu geben.
Staffelbeiſpiele einfachſter art:
. Überklettern des hüfthohen Barrens und Flanke über das Pferd.
. Bockſpringen über einen Mann, Aufhocken oder freies Aufſprin-
gen auf ein langgeſtelltes Pferd mit Laufen über den Rücken des
Pferdes und Sprung über ein vorgeſtelltes Hindernis wie
Sprunglatte oder hohes Pferd.
. Überklettern des ungleichgeſtellten Barrens, Hocke über ein
Pferd und Laufſprung über eine Sprunglatte.
. Flanke über ein Pferd, Wende über einen Barren und Auf-
ſchwung am Reck. Wende ab.
. Unterkriechen einer Bank oder anderer Hinderniſſe, Freiſprung
über ein quergeſtelltes Pferd und Klettern oder Hangeln am Tau.
– –
. Bodenturnen.
Die Bodenübungen machen den Körper geſchmeidig. Sie ſollen
nur auf weicher Unterlage ausgeführt werden. Schwierige Boden-
übungen, wie Überſchläge vorwärts ſowie freie Überschläge (Sal-
tos) dürfen nur von Leuten, welche die notwendige körperliche
Vorbereitung und Eignung beſitzen, betrieben werden.
. Rolle vorwärts (Abb. ):
Übungsmöglichkeiten:
a) Rolle vorwärts aus dem Angehen und Anlaufen,

b) Rolle vorwärts mehrere Male hintereinander,


c) Bockſpringen und anſchließend Rolle vorwärts in den
Stand,
d) Kopfſtand und Handſtand mit anſchließender Rolle vor-
wärts.
. Schützenwechſel.
. Rolle rückwärts (Abb. 89 a, b, c).
Übungsmöglichkeiten:
a) Rolle rückwärts aus dem Streckſitz in den Knieſtand.
b) Rolle rückwärts aus dem Streckſitz in den Stand.
c) Rolle rückwärts aus dem Grätſchſtand in den Stand.
d) Rolle rückwärts mit geſchloſſenen und geſtreckten Beinen.
e) Rolle rückwärts in den flüchtigen Handſtand.
– –
– –
. Hechtrolle (Abb. ):
Die neben dem Übenden kniende Hilfeleiſtung kann durch leichten
Druck auf den Hinterkopf „das Kopf-auf-die-Bruſt-nehmen“ des
Anfängers erleichtern, ohne es ſo weit zu übertreiben, daß der
Übende auf den Rücken fällt.

Übungsmöglichkeiten:
a) Hechtrolle aus dem Angehen (Abſprung mit beiden Füßen).
b) Hechtrolle aus dem Anlaufen (Abſprung mit beiden Füßen).
c) Hechtrolle über bis nebeneinanderliegende Leute (Bretter).
d) Hechtrolle über bis nebeneinanderkniende Leute (Bänke).
. Handſtand.
Die Hilfeleiſtung hält den Übenden feſt.
. Überſchlag vorwärts,
zunächſt zu erlernen mit Stütz der Hände vor, dann auf der Bank,
ſchließlich ohne Bank.
. Überſchlag ſeitwärts (Radſchlagen).
. Der freie Überſchlag vorwärts (Salto).
– –
. Übungen an der Sproſſenwand.
Die Übungen an der Sproſſenwand ſind vorwiegend Dehnübungen.

1. Stand vorlings auf der vierten Sproſſe, Griff in Hüfthöhe,


Rumpfbeugen mit ein- bis zweimaligem Nachfedern.
2. Stand vorlings auf der vierten Sproſſe mit gegrätſchten
Beinen, Griff in Hüfthöhe, Fallen in die tiefe Kniebeuge
mit Nachfedern.
3. Hang vorlings oder rücklings an der zweitoberſten Sproſſe,
Schwingen der Beine aus der Hüfte abwechſelnd links und
rechts.
4. Sitz rücklings mit gegrätſchten Beinen dicht an der Sproſ-
ſenwand, Griff in Reichhöhe, Herausheben zur flüchtigen
Spannbeuge. Dieſelbe Übung mit geſchloſſenen Beinen und
Herausheben bis in den Zehenſtand.
5. Stand ſeitlings auf der vierten Sproſſe, Griff in Schulter-
höhe, Seitſenken und Seitſpreizen.
6. Stand rücklings auf der vierten Sproſſe, Griff in Hüft-
höhe, Vorſenken mit Vorſpreizen eines Beines.
7. Hang rücklings an der zweitoberſten Sproſſe, Beinheben
und -ſenken.
8. Stand vorlings mit waagerechtem Aufſpreizen eines Bei-
nes, Rumpfbeugen vorwärts mit Nachfedern.
9. Stand ſeitlings mit waagerechtem Auflegen eines Knies,
Rumpfbeugen vorwärts mit Nachfedern.
10. Stand rücklings, dicht an der Sproſſenwand, Rumpfbeu-
gen vorwärts und Erfaſſen der zweiten Sproſſe, Armbeu-
gen und -ſtrecken bei durchgedrückten Knien.
11. Liegeſtütz vorlings mit Griff der Hände auf der dritten
Sproſſe, wechſelſeitiges Armbeugen und -ſtrecken.
12. Spannbeuge als Partnerübung
– –

B. Leichtathletik
. Durch die Übungen der Leichtathletik lernt der Soldat die
natürlichen Bewegungen des Laufens, Springens und Werfens
zweckmäßig und kraftſparend auszuführen und dadurch ſeine Leiſ-
tungsfähigkeit auf allen Gebieten des militäriſchen Dienſtes zu ſtei-
gern.
Anzuſtreben iſt eine vielſeitige Schulung möglichſt unter Hinzu-
nahme von freiwillig zu betreibenden Übungen. Durch Wettkämpfe
und Leiſtungsmeſſungen in den Übungsſtunden ſoll der Ehrgeiz des
Soldaten in geſunder Weiſe gefördert und ſein freiwilliger Einſatz
bis zur Aufbietung der letzten Kräfte erreicht werden.
. Der Lauf.
a) Allgemeines: Der Lauf iſt die wertvollſte Übung. Durch ihn
werden Ausdauer und Schnelligkeit erworben und die inneren Or-
gane (Herz, Lunge, Blutkreislauf) beſonders angeregt und entwickelt.
Beim Laufen iſt eine lockere und ſchwungvolle Bewegung anzuſtre-
ben und jede unnötige Spannung oder Verkrampfung der Muskulatur
zu vermeiden. Beſonders iſt auf ein volles Ausſchwingen der Beine
nach vorn zu achten (Abb. ). Je ſchneller der Lauf iſt, um ſo mehr
ſcheibt ſich der Oberkörper nach vorn, um ſo kräftiger werden die
Beine beim Abſtoß geſtreckt und um ſo kräftiger ſchwingen die Arme
(Abb. ). Bei langſamem Lauf iſt der Oberkörper aufrecht, Arme
und Beine ſchwingen leicht und locker. Die Füße zeigen in Laufrich-
tung. Bei ſchnellſtem Lauf ſetzt der Fuß federnd mit dem Ballen
auf, bei mittelſchnellem und langſamem Lauf wird der Fuß mit der
ganzen Sohle aufgeſetzt und nach vorne
– –
abgerollt. Die Atmung erfolgt durch Mund und Naſe. Auf gründ-
liche Ausatmung iſt zu achten.
b) Lehrweiſe: Der richtige Laufſtil wird durch folgende Laufübungen
erworben:
1. Ungezwungenes Laufen in langſamem Tempo auf der Lauf-
bahn (jeder ebene Platz iſt geeignet).
2. Laufen mit kurzen, lockeren Schritten auf den Fußballen
(Fußballenlauf), um die erforderliche Lockerheit der Bein-

und Armarbeit zu erzielen.


3. Steigerungsläufe über 100 bis 400 m zur Ausbildung des
Laufſtiles. Die Geſchwindigkeit des Laufes wird bei Steige-
rungsläufen allmählich geſteigert.
4. Läufe mit Tempowechſel. Der Läufer tritt wiederholt, an-
fangs aus mittelſchnellem, dann
– –
aus langſamem Lauf mit höchſter Kraft an und geht dann
wieder ins Anfangstempo über.
c) Der Geländelauf iſt die beſte Schulung der Ausdauer. Der
Soldat lernt dabei, ſich den Schwierigkeiten des Geländes
in ſeiner Laufweiſe anzupaſſen. Die Schulung der Ausdauer
hängt von der Länge der Strecke und vom Tempo ab. Kür-
zere Läufe (2–3 km) in lebhaften Tempo ſchulen die Aus-
dauer ebenſo wie längere Läufe (bis zu 10 km) in langſamem
Tempo. Die Ausbildung beginnt mit langſamem Läufen im
leichten Gelände (feſter Boden) über 2–3 km, die im Anfang
durch Schrittpauſen unterbrochen werden. Die Länge der
Strecke, die Schnelligkeit des Laufes und die Schwierigkei-
ten des Geländes ſind allmählich zu ſteigern.
d) Der Schnellauf. Der Schnellauf wird über die Strecken von
100, 200 und 400 m durchgeführt (Kurzſtreckenlauf). Star-
tübungen, Steigerungsläufe, Läufe mit Tempowechſel ſind
notwendige Vorübungen, um eine Leiſtung im Kurzſtrecken-
lauf zu erzielen. Wiederholte kurze Läufe über 60 bis
100 m, gelegentlich über 200 bis 300 m, für die beſonders
ſchwere und wichtige 400 m-Strecke auch über 500 bis
600 m, geben die nötige Ausdauer, um dieſe Strecke in
ſcharfem Tempo durchlaufen zu können. Jeder Kurzſtrecken-
läufer ſoll auch im Start- und Staffelwechſel ausgebildet
ſein. Die gebräuchlichſten Staffeln gehen über 4 mal 100 m
und 4 mal 400 m.
e) Der Start. Mit dem Sprungbein wird eine Fußlänge hinter
der Startlinie aufgeſetzt und auf dem anderen Bein ſo nie-
dergekniet, daß die Knie ſich in Knöchelhöhe des Sprung-
beines befindet, die Fußſpitze wird dabei angezogen. Die ſo
ermittelten
– –
Startlöcher werden ſorgfältig und tief mit feſten Rückwänden ge-
graben.
Auf das Kommando „Auf die Plätze“ ſetzt der Läufer die Füße in
die Startlöcher, kniet nieder und ſetzt die Hände auf die Startlinie,
ſo daß die Finger mit abgeſpreizten nach innen zeigenden Daumen
den Boden berühren und die Arme ſchulterbreit auseinanderſtehen
(Bild ).
Auf das Kommando „Fertig“ hebt der Läufer das Knie des hinte-
ren Beines ſo weit vom Boden, daß das Bein im Knie einen
Winkel von über ° bildet, ſchiebt den Oberkörper nach vorn,
überträgt das Körpergewicht auf die geſtreckten Arme und atmet

tief ein. Der Blick iſt ſchräg vorwärts zu Boden gerichtet


(Bild ). Auf das Ablaufkommando „Los“ (Schuß) drückt ſich der
Läufer mit beiden Beinen aus den Startlöchern ab. Die erſten
Laufſchritte ſind kurz, ſchnell und locker, die Arme ſchwingen ſcharf
angewinkelt entgegengeſetzt wie die Beine. Der Läufer richtet ſich
erſt allmählich zur natürlichen
Sportvorſchrift für das Heer.
– –
Laufhaltung auf. Nach dem Start ſind ſtets 20 bis 30 m zu durch-
laufen.
Lehrweiſe:
1. Üben der einzelnen Stellungen.
2. Leichte Starts, dabei beachten, daß die Armarbeit vom erſ-
ten Schritt ab richtig iſt.
3. Start über 20 bis 30 m in voller Geſchwindigkeit.
4. Vorgabeſtarts und Vorgabeläufe (ſchlechtere Läufer erhal-
ten eine Vorgabe) bis zu 60 m. Sie ſind als Anreiz bei
ungleichen Läufern häufig zu üben.
f) Der Stabwechſel beim Staffellauf. Der Stabwechſel iſt die
techniſche Vorausſetzung für den Mannſchaftskampf im
Kurzſtreckenlauf.
D edr e n b e r am Anfang des 20 m-
Lä u f ſteht
Wechſelraumes und erwartet den mit dem Stab in der linken Hand
im ſchnellſten Tempo herankommenden Läufer. Sobald dieſer eine 6–
8 m vor dem Anfang des Wechſelraumes bezeichnete Marke er-
reicht hat (die Entfernung richtet ſich nach der Schnelligkeit beider
Läufer), geht der Empfänger in ſchärfſtem Lauf mit voller Armar-
beit ab. Kurz bevor ihn der Bringer eingeholt hat, ſtreckt er den
rechten Arm nach hinten aus (Daumen zum Körper abgeſpreizt),
der Bringer ſchiebt gleichzeitig mit vorgeſtrecktem linken Arm den
Stab von unten in die Hand des Empfängers (Bild ). Hierauf
nimmt der Empfänger den Stab ſofort in die linke Hand.
– –
Lehrweiſe:
1. Üben des Staffelwechſels im Gehen, im langſamen und
ſchnellen Laufen.

2. Staffelwechſel im 20 m-Raum mit Hilfsmarkenbeſtimmung.


Zur ſicheren Beſtimmung der Hilfsmarken iſt das Durchlau-
fen der vollen Strecke in der Wettkampfreihenfolge der
Läufer notwendig.
3. Übungswettkämpfe in verſchiedenen Staffeln.

30. Weitere Laufſtrecken ſind:


Mittelſtreckenläufe über 800 m, 1000 m, 1500 m.
Langſtreckenläufe über 3000 m, 5000 m, 10 000 m, 25 km, 42,2 km
(Marathonlauf).
Hürdenläufe über 100 m, 200 m, 400 m.
Hindernisläufe über 3000 m.

*
– –
. Der Sprung.
Der Sprung iſt ſeiner Ausführung nach ein Schrittſprung,
Hoch- oder Weitſprung.
a) Der S ch r i t t ſ p r u n g. Der Schrittſprung erfolgt über
niedrige Hinderniſſe bis etwa 90 cm Höhe aus dem Lauf

heraus und ſoll die Laufbewegung möglichſt wenig ſtören.


Der Läufer landet auf dem Schwungbein und läuft ſofort
weiter. Das Sprungbein wird wie beim Laufen nachgezo-
gen. Bei Hinderniſſen, die über 70 cm hoch ſind, wird es
ſeitlich nachgezogen (Abb. ).
b) Der Hochſprung. Der Hochſprung wird als Hockſprung o-
der als ſchottiſcher Sprung ausgeführt.
c) – –
– –
Beim Hockſprung wird von vorn angelaufen, beide Beine wer-
den in der Luft angehockt, der Springer landet auf beiden Füßen
(Bild ).

Beim ſchottiſcher Sprung wird halb von der Seite ſo angelau-


fen, daß das Schwungbein der Latte zugekehrt iſt. Die Beine wer-
den nacheinander hinübergeſchwungen, der Springer landet auf
dem Schwungbein (Abb. ).

Der Anlauf beim Hochſprung iſt ein lockerer Lauf, bei dem die
letzten drei bis vier Schritte kraftvoll ausgeführt werden.
– –
c) Der Weitſprung. Der Weitſprung iſt ein Hockſprung, bei
dem zum Landen die Unterſchenkel vorgeworfen werden.
Um nicht zurückzufallen, ſchwingt der Springer beim Her-
unterkommen die Arme nach vorn und ſchiebt die Knie nach
vorn durch (Abb. , Abb. ).
Der Anlauf beim Weitſprung iſt ein Steigerungslauf,

bei dem die Höchſtgeſchwindigkeit mehrere Schritte vor


dem Abſprung erreicht ſein muß. Schnelligkeit des Anlau-
fes und Höhe des Sprunges bringen die Weite.
d) Lehrweiſe des Springens:
. Sprünge aus dem Stand zur Stärkung der Sprungkraft und
zum Erlernen der erforderlichen Streckung beim Abſprung.
– –
a) Weitſprung aus dem Stand.
b) Dreiſprünge aus dem Stand in verſchiedenen Formen (auf
beiden Beinen, auf einem Bein, Schrittſprünge, ſportlicher
Dreiſprung, Hupf, Schritt, Sprung).
c) Hochſprung aus dem Stand als Hockſprung.
. Sprünge mit leichtem Anlauf.
a) Abſprung mit beiden Beinen, Hoch- und Weitſprünge.
b) Abſprung mit dem Sprungbein und lockere, aber hohere
Weitſprünge.
. Sprünge mit Anlauf als Weit- und Hochſprünge.
. Bei den Geländeläufen werden Sprünge über Gräben, Hecken,
in Sandgruben hinein uſw. ausgeführt.
Veranlagte Springer behalten beim Hoch- und Weitſprung ih-
ren Sprungſtil bei, ſofern es zweckmäßig iſt.
. Weitere Sprungübungen ſind:
Weitſprung als Laufſprung (dazu Anlauftechnik).
Hochſprünge in verſchiedener Technik (Scherkehrtſprung, Roller).
Stabhochſprung.
Dreiſprung mit Anlauf.

. Der Wurf.
Bei allen Würfen iſt das Zurückwerfen des Gerätes zum Üben-
den verboten. Das Wurffeld iſt vorn und an den Seiten von Üben-
den freizuhalten.
a) Der Handgranatenwurf. Der Handgranatenwurf wird als
Weit- und Zielwurf geübt.
W ua ruf s d g r a n a t eſt, aber nicht
krampfhaft in der Wurfhand gehalten. Das Körpergewicht ruht
auf dem rechten Bein, der Oberkörper iſt leicht vorgeneigt und in
– –
der Hüfte abgebeugt. Der Wurfarm iſt faſt geſtreckt zurückgenommen
(Abb. ).
Beim Abwurf wird zunächſt das linke Bein gehoben und
dadurch der Körper weit aus der Wurfrichtung zurückbewegt. Mit
dem Wiederaufſetzen des linken Beines wird das rechte geſtreckt,

die rechte Hüfte und Schulter nach vorn geworfen und der Wurf-
arm ſchlagartig an der rechten Seite des Kopfes vorbei nach vorn
geriſſen (Abb. ).
Wurf mit Anlauf: Der Anlauf beträgt 15–20 m. Er iſt ein
Steigerungslauf, bei dem die letzten bis Schritte ſo ausgeführt
werden, daß das rechte Bein über das linke ſetzt (Kreuzſchritt) und
der Werfer auf dieſe Weiſe in die Abwurfſtellung gelangt. Beim
Anlauf wird die Handgranate vor dem Körper getragen. Zur Ver-
meidung von Schulter- und Ellenbogenverletzungen ſind zu An-
fang nur leichte Würfe, erſt ſpäter Leiſtungswürfe auszuführen.
– –
Lehrweiſe des Handgranatenwurfes:
1. Vorbereitende, leichte Würfe aus dem Stand zur Erler-
nung der Körper- und Armarbeit.
2. Wurf aus dem Angehen, Üben des Kreuzſchrittes.
3. Wurf aus leichtem Anlauf, Üben des Kreuzſchrittes.
4. Der ganze Wurf mit Anlauf, Feſtlegung einer Zwiſchen-
marke beim Beginn des Kreuzſchrittes.
5. Handgranatenzielwürfe.
b) Das Kugelſtoßen. Der Werfer ſteht mit der linken Seite zur
Wurfrichtung. Die Kugel liegt auf den Fingerwurzeln, der Dau-
men iſt abgeſpreizt.

Das rechte Bein iſt gebeugt, der Oberkörper leicht vorgeneigt, die
Kugel liegt an der rechten Schulter (Abb. ). Beim Abwurf
hebt ſich das linke Bein und faßt etwas links der Wurfrichtung am
vorderen Kreisrand Boden. Der Stoß erfolgt durch ſtarkes
– –
Strecken des rechten Beines, durch Vorhochbringen der ganzen
rechten Wurfſeite über das geſtreckte, ſtemmende linke Bein
(Abb. ) und durch gerades Ausſtoßen des Wurfarmes im Win-

kel von ° über den Kreisrand hinaus (Abb. ). Das rechte


Bein darf die Fühlung mit dem Boden nicht verlieren, bevor die
Kugel die Hand verlaſſen hat.
Lehrweiſe:
1. Kurzes Üben der Ausgangsſtellung und des Ablaufs der
Bewegung ohne Gerät.
2. Stoß aus dem Stand mit der 5 kg-Kugel. Üben von Teil-
bewegungen iſt zu vermeiden.
3. Stoß aus dem Stand mit der 7¼kg-Kugel.
b) Das Steinſtoßen. Das Steinſtoßen erfordert beim Stoß
aus dem Stand dieſelbe Technik wie das Kugelſtoßen
(Abb. , ). Beim Wurf mit An-
– –
lauf wird der Stein einhändig vor der Bruſt getragen (Abb. ).
Durch Überſetzen des rechten
– –
Beines über das Linke (Kreuzſchritt) gelangt der Werfer aus dem
Lauf in die Abwurfſtellung.
Lehrweiſe:
1. Stoß aus dem Stand rechts und links.
2. Laufen mit dem Stein und Erlernen des Kreuzſchrittes.
3. Stoß mit vollem Anlauf von 15 bis 20 m Länge rechts
und links.
. Weitere Wurfübungen ſind:
Kugelſtoßen mit Anſprung,
Diskuswerfen,
Speerwurf,
Hammerwurf.

C. Schwimmen
. Aufſicht und Einteilung. Beim Schwimmunterricht iſt ein Of-
fizier- oder ein als Schwimmlehrer ausgebildeter Unteroffizier als
Aufſichthabender zu beſtimmen. Er trägt die Verantwortung und
veranlaßt die Durchführung der notwendigen Sicherheitsmaßnah-
men.
. Sicherheitsmaßnahmen. Der Aufſichthabende und das Lehr-
perſonal haben folgende Vorſchriften zu beachten:
a) Ohren-, Augen- und Hautkranke dürfen ohne ärztliche Ge-
nehmigung nicht ins Waſſer gehen;
b) Leute, die krank geweſen ſind, müſſen beſonders beobachtet
werden;
– –
c) die Leute dürfen nicht mit vollem Magen oder erhitzt ins
Waſſer gehen;
d) nach großen Anſtrengungen (Marſch) oder wenigen Schlaf
(Wache) müſſen Anſtrengungen beim Schwimmen vermieden
werden;
e) bei niedriger Waſſertemperatur dürfer Bäder im Freien
nicht zu lange dauern. Bei Dauerſchwimmen iſt zur Vermin-
derung der Wärmeentziehung die Haut vorher einzufetten.
Die Standortälteſten geben Sicherheitsbeſtimmungen entſprrechend
den örtlichen Verhältniſſen heraus. Der Aufſichthabende hat ent-
ſprechend den allgemeinen Sicherheitsbeſtimmungen die Einteilung
der Truppe, die Verteilung auf das Freiſchwimmer- und Nicht-
ſchwimmerbecken, den Wechſel der Abteilungen, die Einteilung des
Lehrperſonals und des Rettungsdienſtes (letzteres, wenn nötig, im
Benehmen mit dem Bademeiſter) anzuordnen. Die Sicherheitsbe-
ſtimmungen ſind für Hallenbäder dann ſinngemäß abzufaſſen, wenn der
Zivilbademeiſter nicht die Aufſicht führt.
Beſondere Maßnahmen ſind beim Schwimmen außerhalb der An-
ſtalt zu treffen. Rettungsſchwimmer, die neben den Schülern ſchwim-
men, ſind zweckmäßig durch helle Kappen kenntlich zu machen. Ein
Rettungsboot (breiter Holzkahn) muß vorhanden ſein. Kanus und
Faltboote eignen ſich nicht als Rettungsboote. Bei tiefem und un-
durchſichtigem Waſſer iſt es zweckmäßig, Schwimmſchüler, die be-
reits ohne Leine ſchwimmen, durch Korken oder Blaſen wie beim
Tauchen zu ſichern. Bei Sprüngen
– –
ins Waſſer mit unbekannter Tiefe iſt Vorſicht geboten. In jeder An-
ſtalt ſind auszuhängen:
a) die Sicherheitsbeſtimmungen für die betreffende Anſtalt,
b) die Tafeln der D.L.R.G. für die Wiederbelebung Ertrin-
kender.
Nichtſchwimmunterricht.
. Das Ziel der Ausbildung iſt das Erlernen des Bruſtſchwim-
mens und des volkstümlichen Rückenſchwimmens.
Lehrweiſe: Der Unterricht wird in ſeichtem Waſſer ohne Gerät
erteilt. Die geräteloſe Ausbildung hat den Vorzug der Natürlich-
keit und die Möglichkeit der Maſſenausbildung. Sie ſteigert das
Sicherheitsgefühl des Schülers. Zuerſt iſt den Schülern durch
Waſſergewöhnung mit Ruhe und Geduld über körperliche und ſee-
liſche Hemmungen wegzuhelfen. Trockenſchwimmübungen haben ſchnel-
ler beizubringen. Die einzelnen Übungen ſind zuerſt auf dem Lande
und anſchließend im Waſſer vorzunehmen.
. Übungen zur Gewöhnung ans Waſſer. Der Schüler muß er-
kennen, daß ſein Körper faſt ohne Bewegung der Arme und Beine
an der Oberfläche bleibt, ſobald die Lungen mit Luft gefüllt ſind.
Ruhiges und richtiges Atmen iſt hierbei die erſte Vorbedingung.
Folgende Übungen dienen als Anhalt:
a) Stehen und Gehen im ſchultertiefen Waſſer, tiefes Ein-
und Ausatmen.
– –
b) Tauchen:
1. Kurzes Eintauchen des Kopfes unter Waſſer, ſofortiges
Auftauchen.
2. Einatmen, Untertauchen, einige Sekunden unter Waſſer
bleiben, Ausatmen unter Waſſer.
3. Beim Tauchen Augen öffnen, Suchen nach Tellern uſw.

c) Erprobung der Tragfähigkeit des Waſſers bei tiefer At-


mung, zuerſt mit, dann ohne Hilfe, durch Anziehen der
Beine Kugel- oder Paketform bilden. Ausſtrecken des
Körpers in Bruſt- und Rückenlage mit Hilfeſtellung. Trei-
ben in ausgeſtreckter Bruſt- und Rückenlage, zuerſt mit
Ziehen durch einen Schüler, dann durch Abſtoßen vom
Grund oder Rand des Beckens.
. Schwimmbewegungen in der Bruſtlage:
a) Beinbewegung: Die Beine werden mit weitgeöffneten
Knien angehockt, ſeitwärts gegrätſcht und dann geſchloſſen.
Übungsweiſe: In ſeichtem Waſſer ſtützen die Hände den Körper
auf dem Grund oder halten ihn am Beckenrand feſt.
b) Armbewegung: Aus der Hochhalte werden die Arme bis
Stirnhöhe ſeitwärts geführt, dann die Arme und Hände un-
ter der Bruſt angewinkelt und mit der Handfläche nach un-
ten locker vorgeführt.
Übungsweiſe: In ſeichtem Waſſer liegt der Schüler ausgeſtreckt
auf dem Arm des Helfers.
c) Atmung: Beim Seitführen der Arme wird ſchnell durch
den Mund eingeatmet, beim Vorführen langſam durch
Naſe und Mund ausgeatmet.
– –
d) Zuſammenarbeit der Bewegung (Abb. bis ):

Tempo „ “: Seitführen der Arme mit Einatmung.

Tempo „und“: Anwinkeln der Arme und Hände unter der Bruſt,
gleichzeitig Anhocken der Beine mit geöffneten Knien.
– –
Tempo „ “: Seitgrätſchen und Schließen der Beine, gleichzeitig
Vorführen der Hände mit Ausatmung.

Übungsweiſe: Der Schüler liegt ausgeſtreckt auf dem Arm des


Helfers. Nach jedem Schwimmzug muß der Schüler eine Pause ma-
chen und den Körper lang ausgeſtreckt ausgleiten laſſen.
Beherrſcht der Schüler die Zuſammenarbeit der Bewegungen, ſo
ſtößt er ſich vom Grund oder Beckenrand in die Schwimmanlage ab
und verſucht, den Schwimmzug mehrmals auszuführen. Die zurück-
zulegende Strecke iſt allmählich zu ſteigern.
. Schwimmbewegungen in der Rückenlage. Beim volkstümli-
chen Rückenſchwimmen werden die Hände im Waſſer unter Anwin-
keln der Arme im Ellenbogengelenk bis Hüfthöhe ſeitwärts geführt
Sportvorſchrift für das Heer.
– –
und dann unter Streckung der Arme an die Oberſchenkel geſchlagen.
Gleichzeitig erfolgt der Beinſchlag wie beim Bruſtſchwimmen. Die
Körperlage iſt geſtreckt, der Kopf liegt bis zur Ohrenlinie im Waſ-

ſer. Die Einatmung geſchieht beim Seitwärtsführen der Arme


ſchnell durch den Mund, die Ausatmung beim Armſchlag gegen die
Oberſchenkel ganz langſam, tief durch Naſe und Mund. Der Kör-

per muß nach der Ausführung der Schwimmbewegungen langge-


ſtreckt mit angelegten Armen austreiben. Lage, Bewegung und At-
mung ſind in der Rückenlage leichter zu erlernen als in der Bruſt-
lage, der Schüler wird
– –
hierbei noch ſchneller mit dem Waſſer vertraut (Abb. , ).
. Schwimmen im tiefen Waſſer. Beim Übergang zum Schwimmen
im tiefen Waſſer kann zunächſt ein Korkgürtel angelegt werden. Mit
zunehmender Sicherheit ſchwimmt der Schüler an der Leine, die vom
Steg oder Boot aus gehalten wird. Später ſchwimmt der Schüler

ohne Leine neben dem Boot bzw. in der Anſtalt neben einem Frei-
ſchwimmer (möglichſt Rettungsſchwimmer). Gleichzeitig iſt der Sprung
(Fußſprung oder Paketſprung) (Abbildung ) (nicht Kopfſprung)
an der Leine von der Treppe, vom Beckenrand und 1 m-Brett zu
üben. Sprünge von höheren Brettern ſind vor Ablegen der Frei-
ſchwimmerprüfung verboten.
. Freiſchwimmerprüfung. Wenn der Schüler mehrmals Minu-
ten ohne Unterbrechung geſchwommen iſt, legt er die Freiſchwimmer-
prüfung
*
– –
ab. Sie wird von einem Offizier abgenommen und beſteht aus
Minuten Dauerſchwimmen in Bruſt- und volkstümlichen Rücken-
ſchwimmen, das mit einem beliebigen Sprung aus 1 m Höhe beginnt.
Freiſchwimmenunterricht.
. Schwimmarten. Die Sicherheit im Bruſt- und Rückenſchwim-
men wird durch ſtändige Übung (Streckenſchwimmen, 100–300 m)
erhöht, gleichzeitig wird dadurch Schnelligkeit erworben. Schwimm-
ſchüler, die weitere Schwimmarten beherrſchen, werden beim Stre-
ckenſchwimmen in Stil und Technik dieſer Schwimmarten verbeſſert.

. Startſprung und Wende. Start und Wende ſind die Vor-


bedingungen für jeden geregelten Schwimmbetrieb.
– –
a) Startſprung vom Beckenrand oder Startblock: Die Füße
ſtehen handbreit auseinander, die Zehen greifen einwärts
gedreht über den Beckenrand oder Startblock, die Knie
ſind leicht gebeugt, der Kopf iſt etwas zurückgenommen,
Arme und Ellenbogen ſind gebeugt, der Oberkörper iſt
vorgeſenkt (Abb. ). Die Stellung wird auf das Kom-
mando „Auf die Plätze!“ eingenommen. Auf „Los!“ ſpringt
der Schwimmer ab, die Arme ſtoßen vor. Der Körper ſoll
geſtreckt flach ins Waſſer gleiten, der Kopf liegt in natürli-
cher Haltung zwiſchen den Armen (Abb. ), die Einat-

mung erfolgt beim Sprung, die Ausatmung beim Austrei-


benlaſſen.
b) Wende: Die Hände faſſen geſchloſſen an den Beckenrand o-
der an die Stange. Der Körper wird an die Wand heran-

gezogen, aber nicht herausgehoben; dabei wird eingeatmet.


Nach
– –
Anhocken der Knie wird der Körper unter Loslaſſen der Hände
gedreht. Die Arme werden vorgeſtreckt, der Kopf befindet ſich

im Waſſer zwiſchen den Armen. Der Abſtoß durch Strecken


der Beine wird erſt ausgeführt, nachdem beide Füße an der
Wand Fuß gefaßt haben. Nach dem Abſtoß von der Wand

muß der Schwimmer weit austreiben (Abb. bis ).


. Tauchen: Tauchen erhöht die Sicherheit des Schwimmers
und baut auf den zu Beginn der Schwimmausbildung gegebenen
Vorübungen auf. Die Augen ſind unter Waſſer geöffnet. Die
Leiſtungen
– –
ſind langſam zu ſteigern, Übertreibungen können zu Schädigun-
gen führen.
Folgende Leiſtungen dürfen nicht überſchritten werden:
Tieftauchen 3 m.
Streckentauchen 27 m (keine Zeitleiſtung) (Leiſtungsſchein).
Bei undurchſichtigem Waſſer iſt ein an der Oberfläche mittrei-
bender Schwimmkörper (Kork, Blaſe) mit etwa 5 m langer
Schnur am Leib des Schwimmers zu befeſtigen (Vorſicht bei
Stegen, Flößen und Kähnen).
a) Tieftauchen nach Gegenſtänden erfolgt fuß- oder kopfwärts
durch Sprung vom Ufer, vom Sprungbrett oder aus der
Schwimmlage.
b) Streckentauchen. Das Schwimmen unter Waſſer wird in der
Bruſtlage durchgeführt. Die Arme werden über die Seithalte
geſtreckt bis an die Oberſchenkel durchgezogen. Der Auftrieb
des Waſſers iſt durch Anziehen des Kopfes nach unten zu
überwinden. Die Luft, die im Abſprung eingeatmet iſt, wird
während des Tauchens langſam ausgeatmet. Das Geradeaus-
ſchwimmen unter Waſſer wird durch Übung und langſame
Schwimmbewegungen nur bei geöffneten Augen erlernt. Beim
Hochtauchen muß vollkommen ausgeatmet ſein. Die günſtigſte
Tauchtiefe iſt ½– m (nicht am Grund entlang tauchen).
. p r i n gSe ni c. h e r h e i t s m a ß n a h m e n .
a u f A ſtand
b zwiſchen den Sprüngen achten. Abfaller
aus Stand vorlings und rücklings mit Armen in Hochhalte oder
angelegten Armen ſind wegen der Häufigkeit von
– –
Verletzungen durch Aufſtoßen auf den Grund verboten.
a) Fußſprung ohne und mit Anlauf als Schrittſprung oder
Schlußſprung. Er kann vom -, - und, wo vorhanden, vom

m-Brett verlangt werden. Sprünge über m Höhe ſind


nur ſicheren Turmſpringern zu geſtatten.
b) Paket- oder Hockſprung ohne oder mit Anlauf. Die Beine
werden in der Luft angehockt, der Springer fällt fußwärts
zuſammengehockt ins Waſſer. Praktiſche Anwendung bei un-

bekannter oder ungenügender Wassertiefe. Der Sprung


darf nur vom m-Brett ausgeführt werden.
c) Abrenner vom und m-Brett. Mit voller Geſchwindigkeit
wird vom Brettende ange-
– –
laufen, der Abdruck erfolgt an der Spitze des Brettes mit ei-
nem Bein (Abb. ), der Körper ſtreckt ſich, die Arme werden
zur Hochhalte vorgeſtoßen, Kopf liegt zwiſchen den Armen, der
Körper taucht vollkommen geſtreckt im ſpitzen Winkel (Abb. )
ein und treibt flach unter Waſſer aus (Vorbereitung Start-
ſprung).
. Weitere Schwimmarten ſind:
Hand-über-Hand-Schwimmen,
Kraulen,
Rückengleichſchlag,
Rückenkraulen.

. Weitere Sprünge vom und m-Brett ſind aus der Sprungta-


belle des Fachamtes Schwimmen zu erſehen. Die wichtigſten ſind: der
Kopfſprung, der Salto vorwärts und rückwärts, der Kopfſprung rück-
wärts, der Auerbachſalto, der ½-Salto vorwärts.

. Die Ausbildung vieler ſicherer Schwimmer zu Rettungsſchwimmern


iſt anzuſtreben. Bei der Abnahme der Prüfung der Deutſchen Lebens-
Rettungs-Gemeinſchaft iſt ein ſtrenger Maßſtab anzulegen. Der Prüf-
ling muß die Bedingungen einwandfrei heim erſten Verſuch erfüllen.
Der Rettungsſchwimmer muß lernen: Kleiderſchwimmen, Transport-
ſchwimmen, Befreiungsgriffe, Rettungsgriffe, Wiederbelebung, Verhal-
ten bei Unglücksfällen.

Schriftverkehr zwiſchen Wehrmacht und der Deutſchen Le-


bens-Rettungs-Gemeinſchaft e.V.
Der Schriftverkehr zwiſchen Wehrmacht und D.L.R.G. erfolgt
unmittelbar zwiſchen Regimentern, ſelbſt. Abt., Schulen uſw. und
der D.L.R.G. (Zentrale der D.L.R.G. e.V., Berlin, Bülowſtr.
Ⅲ).
– –

D. Boxen
. Der Boxkampf dient der militäriſchen Ausbildung und Er-
ziehung, indem er den Willen und die Fähigkeit zum Kampf mit
dem Gegner entwickelt. Durch das Boxen wird die geiſtige und
körperliche Regſamkeit, das Selbſtvertrauen, die Härte, die
Schnelligkeit und die Gewandtheit gefördert. Der im Boxen aus-
gebildete Soldat verfügt über ſo viel geiſtige und körperliche
Kräfte, daß er für den Nahkampf mit der Waffe gut vorgebildet
iſt.
. Die . Ausbildungsſtufe umfaßt alle Übungen der Boxſchule,
die ohne Handſchuhe ausgeführt werden können. In dieſer Ausbil-
dungsſtufe bildet das Boxen eine wichtige Ergänzung der Körper-
ſchule und iſt Hand in Hand mit dieſer zu betreiben.
. Die Boxſtellung iſt die Ausgangsſtellung für Angriff und
Verteidigung. Das rechte Bein ſteht etwa eine Schrittlänge rechts-
rückwärts des linken Beines, wobei das linke Bein auf der vollen
Sohle, das rechte bei gehobener Ferſe auf dem Ballen ruht, die
Fußſpitzen zeigen nach vorn, die Knie ſind locker und wenig ge-
beugt, das Gewicht iſt gleichmäßig auf beide Beine verteilt
(Abb. ), der Oberkörper ſteht beinahe aufrecht, die linke Schul-
ter ſteht wenig vor der rechten. Der linke Arm als Angriffsarm iſt
faſt rechtwinklig geſtellt. Die Hand iſt in Höhe der linken Bruſt-
warze vorgeſchoben. Die Rechte ſteht deckend vor dem Körper,
dicht unterhalb des Kinns. Beide Fäuſte ſind geballt, der Daumen
liegt außen an Zeige- und Mittelfinger an (Abb. ).
. Die Beinarbeit: Eine ſchnelle Arbeit der Beine iſt das uner-
läßliche Mittel des Boxers entweder zum Angriff überzugehen o-
der ſich dem Angreifer zu entziehen. Die Beine befinden ſich in
– –
ſtändiger Bewegung, ein Kreuzen der Beine oder Aneinanderzie-
hen der Füße iſt falſch. Man unterſcheidet folgende Trittbewegun-
gen:
. Schritt rückwärts: der hintere Fuß weicht einen Schritt
rückwärts, der vordere ſetzt nach.
Schritt vorwärts: umgekehrt.
Schritt nach rechts ſeitwärts: der rechte Fuß beginnt.

Schritt nach links ſeitwärts: der linke Fuß beginnt.


. Sprungbewegungen vorwärts, rückwärts, ſeitwärts: beide Beine
machen gleichzeitig einen kleinen flachen Sprung.
. Die Schrittbewegungen oder erweiterte Schrittbewegungen
(Dreiſchritt) wie z.B. ein Links-rechts-links-Schritt oder ein
Rechts-links-rechts-Schritt werden unter leicher Gewichtsverlage-
rung von einem Bein auf das andere aneinandergereiht.
– –
. Eine gute Vorübung für die Beinarbeit iſt das Seilſpringen.
a) Springen auf beiden Beinen mit Zwiſchenſprung,
b) Springen abwechſelnd links und rechts mit Zwiſchen-
ſprung,
c) Springen auf beiden Beinen ohne Zwiſchenſprung,
d) Springen abwechſelnd links und rechts ohne Zwiſchen-
ſprung.
Alle Sprünge werden flach unter leichtem Beugen des Kniegelenkes
ausgeführt.
Mit fortſchreitendem Können iſt beſonders die letzte Übung durchzufüh-
ren. Man ſpringt zunächſt nur eine Minute, ſpäter bis zu Minuten.

. Der gerade Stoß: Der Arm geht unter ſtarkem Druck der
Schulter auf das Ziel (Kopf oder Körper). Die Fauſt trifft mit
voller Knöchelpartie und wird im letzten Augenblick ſo gedreht,

daß der Handrücken nach oben zeigt (Abb. ). Beim Rechtsſtoß


geht die linke Hand deckend zurück. Iſt der gerade Stoß bei größe-
rer Entfernung nicht an-
– –
zubringen, ſo macht der Boxer zunächſt einen kleinen Ausfall mit
dem linken Fuß, um ſo eine günſtige Entfernung zum Gegner zu
erhalten.
Übungsweiſe: Der gerade Stoß wird zunächſt ohne und mit
Ausfall nach Zählen geübt, dann auch aus der Beinarbeit.
. Verteidigung gegen den geraden Stoß (Partneraufſtellung):
1. A. (Angreifer) ſchlägt linken Geraden – V. (Verteidiger)
macht Rückſchritt.
2. A. ſchlägt rechten Geradnen – V. macht Rückſchritt.
3. A. ſchlägt linken Geraden – V. macht Seitſchritt rechts.
4. A. ſchlägt rechten Geraden – V. macht Seitſchritt rechts.

5. A. ſchlägt linken Geraden – V. deckt durch Auffangen des


Stoßes mit der rechten Hand (Abb. ).
– –
6. A. ſchlägt rechten Geraden – V. deckt durch Auffangen des
Stoßes mit der rechten Hand.
7. A. ſchlägt linken Geraden – V. deckt durch Ablenken des
Stoßes mit der rechten Hand (Abb. ).

8. A. ſchlägt linken Geraden nach dem Körper – V. deckt mit


dem Handrücken der rechten Hand.
9. A. ſchlägt rechten Geraden nach dem Körper – V. deckt
mit dem Handrücken der linken Hand.
D i ee r t e i d i g u n g ſt aus feſter Boxſtellung geübt,
dann aus der Beinarbeit.
. Der Haken: Der Haken trifft Kopf oder Körper von der
Seite. Die Fauſt befindet ſich beim Auftreffen des Hakens in glei-
cher Stellung wie beim Anſatz zum Schlag (Daumen nach oben)
(Abb. ). Der Arm iſt je nach der Entfernung zum Gegner mehr
oder weniger gebeugt. Ein Ausholen zum Schlag iſt zu vermeiden.
Beim Rechtshaken liegt die linke Hand deckend vor dem Kinn.
– –
Übungsweiſe: Der Haken links oder rechts wird wie der gerade
Stoß zunächſt ohne Ausfall, dann mit Ausfall, dann aus der Bein-
arbeit geübt.

. Verteidigung gegen den Haken (Partneraufſtellung): Die


Verteidigung kann durch Rückſchritt geſchehen. Weiter iſt mit Part-
ner zu über:

1. A. ſchlägt linken Haken – V. duckt ab (Abb. ). Abdu-


cken iſt ein Ausweichen nach
– –
unten. Kopf, Rumpf und Beine werden leicht gebeugt. Der
Schlag geht darüber hinweg. Beim Aufrichten Vorſicht vor
Treffern.
2. A. ſchlägt rechten Haken – V. duckt ab.
3. A. ſchlägt linken Haken – V. deckt mit dem rechten Hand-
rücken nahe am Kopf (Abb. ).

4. A. ſchlägt rechten Haken – V. deckt mit dem linken Hand-


rücken.
5. A. ſchlägt linken Körperhaken – V. deckt mit der rechten
Hand oder dem Unterarm (Abbildung ).
6. A. ſchlägt rechten Körperhaken – V. deckt mit der linken
Hand oder dem Unterarm.
. Der Aufwärtshaken kommt von unten.
Im Augenblick des Treffens (Rumpf, Kinn) zeigt der Handrücken
zum Gegner. Der Arm iſt gebeugt. Die Wirkung des Schlages
wird durch kräftiges Strecken der Beine verſtärkt. Beim Rechtsha-
ken liegt die linke Hand in Deckung.
Übungsweiſe: Der Aufwärtshaken wird wie der Haken und der
gerade Stoß geübt.
– –

. Verteidigung gegen den Aufwärtshalten (Partneraufſtel-


lung): Die Verteidigung kann durch Rücktritt geſchehen. Weiter iſt
zu üben:
1. A. ſchlägt linken (rechten) Aufwärtshaken nach dem Kinn –
V. deckt mit geöffneter Hand (Abb. ).

Sp o r tſcv ho rr i frt
– –
2. A. ſchlägt linken Aufwärtshaken nach dem Körper – V.
deckt mit dem rechten Handrücken oder Unterarm.
3. A. ſchlägt rechten Aufwärtshaken nach dem Körper – V.
deckt mit dem linken Handrücken oder Unterarm.
. D o pſcphe llä Eg ei n: ſeitiger, wenn die
Schläge nicht nur einzeln angewandt werden. Deshalb empfiehlt
es ſich häufig, mehrere Schläge nacheinander in Form von Dop-
pelſchlägen anzubringen. Sie werden aus dem Stand und aus der
Beinarbeit heraus geübt:
1. Linker Gerader nach dem Körper, links Gerader nach dem
Kopf.
2. Linker Haken nach dem Körper, linker Haken nach dem
Kopf.
3. Linker Gerader nach dem Kopf, rechter Gerader nach dem
Kopf.
4. Linker Gerader nach dem Körper, rechter Gerader nach
dem Kopf.
5. Linker Haken nach dem Körper, rechter Haken nach dem
Kopf.
6. Linker Haken nach dem Kopf, rechter Haken nach dem
Kopf.
7. Linker Haken nach dem Kopf, rechter Aufwärtshaken nach
dem Körper.
. Schattenboxen (Scheinkampf). Der Schüler wiederholt hier alles, was er
bisher erlernt hat; in zwangloſer, ſelbſtgewählter Folge, wobei der Lehrer auf
flüſſige Beinarbeit und ſaubere Schlagtechnik achtet.

. Boxen an Boxgeräten. Die wichtigſten Boxgeräte ſind Wandpolſter,


Doppelendball, Maisbirne, Sandſack, Plattformball, Punktball. Wandpolſter,
Sandſack und Maisbirne laſſen ſich leicht behelfsmäßig herſtellen.
– –
An den Geräten ſind zunächſt Stöße und Schläge ſchulmäßig zu
üben, danach folgt Kampf am Gerät nach Art des Schattenboxens.
. Die . Ausbildungsſtufe umfaßt die Kampfausbildung. Die
Boxhandſchuhe im Gewicht von 12–14 Unzen ſind jetzt auch beim
ſchulmäßigen Einüben der Schläge und Deckungen ſtets anzulegen.
Zum freien Kampf iſt erſt überzugehen, wenn die Stöße und Deckun-
gen ſchulmäßig beherrſcht werden. Der Kampf darf nicht zur Prü-
gelei ausarten. Ein Ausbildender darf daher nicht mehr als bis
Paare gleichzeitig kämpfen laſſen, damit er die Kämpfenden überſe-
hen und fehlerhafte oder unſportliche Kampfesweiſe ſofort unterbin-
den kann. Insbeſondere muß der Ausbildende darauf achten, daß nur
gleichſtarke Gegner miteinander kämpfen. Die vom Fachamt Boxen
laut Wettkampfbeſtimmungen veranlaßten Sicherheitsmaßnahmen
ſind einzuhalten.
. Die Links-Ausbildung: Zunächſt wird die ungeſchickte linke
Hand schul- und kampfmäßig ausgebildet.
Partneraufſtellung: Mit- und Nachſchlagen (Stoppen und Kon-
tern) auf Linksſchläge: Angriff und Gegenangriff entſtehen dadurch,
daß der Verteidiger einen Schlag des Angreifers meidet oder deckt,
um entweder in demſelben Augenblick mitzuſchlagen oder nach einer
kleinen Pauſe nachzuſchlagen.
Stoppſtoß links:
1. A. ſchlägt linken Geraden nach dem Kopf – V. fängt unter
gleichzeitigem Vorſtrecken des eigenen linken Armes den
Stoß mit der rechten Hand auf. A. deckt ebenſo.
*
– –
2. A. ſchlägt linken Geraden nach dem Kopf – V. duckt
ſchräg nach rechts ab und ſtoppt gleichzeitig links gerade
am Körper des Angreifers. A. deckt.
Nachſtoßen und Nachſchlagen:
3. A. ſchlägt linken Geraden nach dem Kopf – V. geht zurück
und ſchlägt im Vorgehen Geraden nach.
4. A. ſchlägt linken Geraden (Haken) nach dem Kopf – V.
deckt und ſchlägt linken Haken nach Kopf oder Körper
nach. A. deckt.
5. A. ſchlägt linken Geraden (Haken) nach dem Kopf – V. deckt
und ſchlägt linken Aufwärtshaken nach dem Körper nach.
. er ( ka m p f)
A u s e r i g e n g s wſe entwickelt
ei ſich der freie Kampf mit der
linken Hand, wenn beide Gegner die erlernten Schläge in beliebiger Folge
im Angriff oder aus der Verteidigung heraus anbringen. Vielſeitiger
wird der Linkskampf, wenn die Schläge in Form von Doppelſchlägen
kommen, wobei Angreifer oder Verteidiger verſuchen, entweder gerade
Linke oder linke Haken anzubringen.
Der Linkskampf geht zunächſt über Runden zu Minute, mit fort-
ſchreitender Entwicklung der Ausdauer bis zu Runden zu Minuten.
. Die Ausbildung zum freien Kampf.
Verteidigung gegen Doppenſchläge links-rechts:
Gegen die geraden Stöße links-rechts geht der Verteidiger rück-
wärts, gegen Haken links-rechts und Aufwärtshaken erfolgt die
entſprechende Deckung.
Mit- und Nachſchlagen auf Doppelſchläge: Meiſtens folgt im
Boxen auf einen Linksſchlag ein Linksſchlag und auf einen Rechts-
ſchlag ein Rechtsſchlag. Wenn
– –
alſo der Angreifer links-rechts ſchlägt, deckt der Verteidiger beide
Schläge und verſucht mit der rechten Hand nachzuſchlagen, der ein
Linker folgen kann.
Es iſt zu üben:
1. A. ſchlägt linken-rechten Geraden nach dem Kopf – V.
weicht rückwärts oder ſeitwärts aus und ſchlägt rechts-
links Geraden nach.
2. A. ſchlägt linken-rechten Geraden – V. deckt und ſchlägt
einen rechten Geraden mit oder nach. Ein linker Gerader
kann dieſem folgen.
3. A. ſchlägt links-rechts Haken – V. deckt und ſchlägt rechts-
links ab.
4. A. ſchlägt links-rechts Haken – V. deckt und ſchlägt rechten
Aufwärtshaken nach, dem ein linker Haken folgen kann.
K a m p f ſc h l ä gAe nu :s g ſechilderten Übungsweiſe
ergibt ſich ein Kampf mit Doppelſtößen oder -ſchlägen, bei dem der
jeweils Angreifende meiſt links-rechts, der Nachſchlagende meiſt
rechts oder rechts-links ſchlägt. Bei den erſten Übungen iſt der
Einſatz der rechten Hand noch nicht mit voller Kraft durchzufüh-
ren. Kampfdauer zunächſt Runden zu je einer Minute.
. Der freie Kampf: Aus der Verbindung Linkskampf und
Kampf mit Doppelſchlägen ergibt ſich der freie Kampf auf Reich-
weite. Die ſchulmäßig geübten Beiſpiele werden hier nicht mehr
nur allein angewandt, ſondern der kämpfende Mann soll aus ſich
heraus im Weſen des Kampfes liegende Möglichkeiten finden und
geſchickt anwenden lernen. Eine gewiſſe Vielſeitigkeit in der An-
wendung der Schläge iſt anzuſtreben. Eine Loslöſung vom ſchul-
mäßig Erlernten iſt manchmal notwendig, da der Kampf Aufgaben
ſtellt, die die Boxſchule nicht geben kann. Mit
[ 118 und 119 fehlend ] – –
Tippen des Balles während des Laufes links- und rechtshändig.
Umſpielen eines Gegners durch
1. Vorbeidrehen,
2. Täuſchen durch Ausfallſchritt,
3. Täuſchen durch Abgabeandeutung,
4. Überſpielen.
Torſchußtraining aus dem Lauf und Zuſpiel. Aufſetzer.
Ball- und Laufſchulung durch Parteiballſpiel: Auf begrenztem
Raum ſpielen ſich Parteien von – Spielern den Ball unterei-
nander zu. Die jeweiligen Ballbeſitzer verſuchen ſich den Ball
möglichſt oft gegenſeitig abzugeben. Beim Wettſpiel zählt jedes
gelungene Zuſpiel innerhalb einer Partei einen Punkt. Ein Spiel iſt
mit Punkten gewonnen.
Platzwechſelübungen mit Stürmern und Deckungsſpielern,
mit Mannſchaften ohne Mittelſtürmer
und Mittelläufer.
b) Taktik.
Erklärung der Spielaufgaben der Spieler.
Formen der Deckung.
Erklärung des Flügelangriffs, Platzhalten, Platzwechſel.
Abwehr beim Platzwechſel, Läufer als . Stürmer, Sperrtaktik.
Aufſtellung bei Spielanwurf, Torabwurf, Freiwurf in Tornähe,
Strafecke, lange Ecke.
– –
. Lehrweiſe für Fußball:
Ⅰ. Stöße.
a) Technik. Ballſchule.
Stoß (Paß) mit Innenſeite des Fußes,
Stoß (Paß) mit Außenſeite des Fußes,
Spannſtoß,
Stoß mit dem Kopf (Stirnſtoß).

Die Übungen werden:


1. aus dem Stand gegen den ruhig liegenden Ball,
2. aus der Bewegung gegen den rollenden und ſprin-
genden Ball (direkte Stöße) ausgeführt.
Ⅱ. Stöße.
a) am Boden
mit Innerſeite,
Außerſeite,
Sohle,
Unterſchenkel;
b) aus der Luft wie a), dazu
mit Spann,
Oberſchenkel, Bauch, Bruſt.

Die Übungen werden:


1. aus dem Stand mit Zuwurf des Balles durch ei-
nen Partner,
2. aus dem Zuſpiel ausgeführt.
– –
Ⅲ. Dribbeln.
Mit Innenſeite links und rechts,
mit Außenſeite links und rechts.
b) Taktik.
Zickzack-Paß zu zweit.
Übungen des Freiſtellens durch
Dreierſpiel gegen einen,
Zweierſpiel gegen einen,
mit gleichſtarkten Parteien.
Deckung, Anſpiel, Ecke, Freiſtoß.
Die weitere taktiſche Ausbildung richtet ſich nach der Spielſtärke
der Mannſchaft.
Ⅴ. Anhang.
Standordwettkämpfe im Geländelauf.
Als Abſchluß der ſportlichen Winterausbildung ſind bis Ende
April in allen Standorten Standortwettkämpfe im Geländelauf
durchzuführen.
Hierzu treten ſämtliche Komp. uſw., die Batls-, Abtlgs.-, und
Regimentsſtäbe, Reiterzüge, Nachrichtenſtaffeln bzw. -züge uſw.
aller Truppenteile (ausgenommen Erg. Tr. Teile) am gleichen Tage
oder unter möglichſt gleichen Bedingungen an.
. Teilnehmen müſſen:
Alle Oberleutnante und Leutnante, ſoweit ſie nicht krank oder
außerhalb des Standortes kommandiert ſind,
% der Iſtſtärke der Unteroffiziere und
% der Iſtſtärke der Mannſchaften jeder Einheit.
Bei der Feſtſetzung der Iſtſtärke dürfen abgeſetzt werden:
a) Soldaten, die das . Lebensjahr übeſchritten haben,
b) Soldaten, die ſich im Unterricht für Ausſcheidende (letztes
Schuljahr) befinden,
c) und alle außerhalb des Standortes Kommandieten.
Alle übrigen Unteroffiziere und Mannſchaften – Kranke, Beur-
laubte uſw. – ſind auf die vom Lauf befreiten % anzurechnen.
Offiziere, die krank oder außerhalb des Standortes kommandiert
ſind, werden abgeſetzt und nicht gewertet. Beurlaubte
– –
Offiziere holen den Lauf nach oder laufen vor Antritt ihres Ur-
laubs und ſind mitzuwerten.
Offiziere, Unteroffiziere und Mannſchaften, die am Tag des Laufs
dienſtlich nicht abkömmlich ſind, müſſen den Lauf kurz vor oder nach
dem eigentlichen Standortwettkampf durchführen und ſind mitzu-
werten.
Über die Iſtſtärke hinaus dürfen alle Soldaten an dem Lauf teil-
nehmen. Ihre Leiſtungen werden bewertet, wenn ſie die Geſamtleiſ-
tung ihrer Einheit verbeſſern, d.h. es werden ohne Rückſicht auf
die Geſamtzahl der Läufer einer Einheit nur die beſten % der
beſtimmungsgemäß zu ſtellenden Iſtſtärke gewertet.
Offiziere, Unteroffiziere und Mannſchaften dürfer nur Läufer der
gleichen Rangklaſſe erſetzen.
. Der Standortwettkampf im Geländelauf ſetzt eine planmäßige
Ausbildung im Geländelauf voraus. Als Anhalt diene, daß jeder
Läufer mindeſtens Übungsläufe in der Zeit von November bis
zum Standortwettkampf gelaufen haben muß. Mindeſtens einmal
müſſen dabei 5000 m ohne Pauſe durchlaufen ſein.
Am Tage des Wettkampfes meldet jede Einheit zu Beginn des
Laufes dem leitenden Offizier ſchriflich die Namen der teilnehmen-
den Läufer, die nicht mindeſtens an Übungsläufen teilgenommen
haben. Dieſe Läufer ſind am Tage des Wettkampfes vom Lauf
auszuſchließen. Sie holen die fehlenden Übungsläufe (nicht mehr
als Läufe in der Woche) nach. Der Standortälteſte ſetzt den Tag,
an dem ſie den Lauf durchzuführen haben, feſt.
. Die Länge der Laufſtrecke – in wechſelndem Gelände mit nur
geringen Höhenunterſchieden ſoll 5000 m betragen. Die Startlinie
muß mindeſtens
– –
30 m breit ſein. Start und Ziel liegen zweckmäßig auf gleicher
Höhe und nahe zuſammen.
Die Standortälteſten legen bis zum . . jedes Jahres die Wett-
laufſtrecke feſt und geben ſie den Truppenteilen bekannt und zu
Übungsläufen frei.
Die Standortälteſten beſtimmen ferner die auf der Strecke beim
Wettkampf zu laufende Mindeſtzeit.
Als Anhalt für dieſe Mindeſtzeit in einem Gelände ohne beſon-
dere Schwierigkeiten ſind Min. Sek. für 5000 m zugrunde
zu legen.
. Wertung.
a) Läufer, die in der gleichen Zeitſpanne von jeweils Sekun-
den einlaufen, erhalten die gleiche Punktzahl.
b) Läufer, die in der Mindeſtzeit einlaufen, erhalten
Punkte. (Beiſpiel: Bei einer angenommenen Mindeſtzeit von
Min. Sek. erhalten alle Läufer, die in der Zeit von
Min. , Sek. bis Min. Sek. einlaufen,
Punkte.)
c) Läufer, die bis zu Min. ſchneller als die geforderte Min-
deſtzeit laufen, erhalten Gutpunkte, und zwar für je
Sek. Punkt, d.h. bei einer angenommen Mindeſtzeit von
Min. Sek. erhalten z.B. diejenigen Läufer, die zwi-
schen Min. , Sek. bis Min. Sek. einlaufen,
Gutpunkte.
Läufer, die über Min. ſchneller als Mindeſtzeit laufen,
erhalten für eine jeweils um Sekunden ſchnellere Zeit
Gutpunkte.
d) Läufer, die langſamer als die geforderte Mindeſtzeit lau-
fen, erhalten Minuspunkte, und zwar für je Sek.
Punkte, bis zur Höchſtzahl von Minuspunkten.
Minus-
[ 126 und folgende fehlend ]