Sie sind auf Seite 1von 3

T1 Mitschrift, Montag, 23.10.

2018, 10-12 Uhr


Sitzung 2

4 Themen:
1. Sinn
2. Ordnung
3. Beziehung
4. Interkation

Entstehung
- Soziologie gab es immer, bereits in griechischer Philosophie, Mittelalter,...
- Soziologie als wissenschaftliche Disziplin seit 19. Jh. in Frankreich mit der französischen Revolution
- belgischer Astronom: erstmals Begriff "Soziologie", Belgien: soziale Physik: Nach welchen
Gesetzmäßigkeiten bewegen sich Atome (Menschen)? Metamensch = Durchschnittsmensch
- Buch: "Le Grand Organisateur" (Saint-Simon) mit Kernaussage: Hinter der Gesellschaft befindet sich ein
Geist, der Gesellschaft organisiert, "Die unsichtbare Hand"
- jeder tut die Dinge in seinem eigenen Stil (z.B. eigener Tanzstil, Redestil,...) - eigener Stil = ungewollt,
durch bisherige individuelle Erlebnisse verursacht: genauso Soziologie
- Soziologie = "neue Religion"
- 19. Jh.: viele verzweifelte Menschen, schwierige Lebensbedingungen, der Sinn dieser Sache wird
hinterfragt
- 1820/30 Kinderkriminalität, Migration vom Land in die Stadt
- Antwort auf existentielle Frage: "Was ist meine Bedeutung?"
- veränderte Menschenverhältnisse ("Wie finde ich eine Wohnung in der Stadt? Wie bekomme ich etwas
zu Essen?"
- Comte will Soziologie als Wissenschaft durchsetzen, da Soziologie Antworten bieten kann
- Saint-Simon bis Comte = erste Überlegungen der Soziologie als Wissenschaft

- Spencer: Darwinistischen Ansatz in Soziologie verarbeitet: Natürliche Selektion (stärkeres Tier überlebt,
schwächeres Tier stirbt / wird gefressen), in Soziologie genauso
- Gesellschaften können gegeneinander kämpfen oder Ressourcen (z.B. Waren, Wein, Seide,...)
austauschen und in Frieden miteinander leben
- Adam Smith: "Wirtschaft schafft Frieden" : Gesellschaften können sich verändern. Kampf überträgt sich
auf den Wirtschafts-Bereich
- Fortschritt kann auch Erschütterung (z.B. Kriminalität, Ausbildungsmangel) erschaffen
- nötig: starker demokratischer Wohlfahrtsstaat ; französische Gebote" Freiheit, Brüderlichkeit,
Gleichheit"
- Strömung: Organizismus (durch Protosoziologen)
- erster soziologisch wichtiger Ansatz: Funktionalismus (= Sammlung von Funktionen)
- Ausbildung funktioniert bis 1950 nirgendwo in Europa: reparaturbedürftige Funktion: Lösung:
öffentliche Schule
- Für öffentliche Schule braucht es Institutionen, die Regeln schaffen: Funktion erschaffen: Gesetze
- Ziel: Gesunde Gesellschaft durch Harmonie, in der Menschen funktionieren können
- Idee der Evolution: bestehende Funktionen können nicht zerstört, nur weiterentwickelt werden
- Aufgabe der Soziologie: Entwicklung der Gesellschaft planen und voraussagen

- Theorie Marx / Engels: Historischer Materialismus


- Entwicklung und Verbesserung als Ziel, Reichtum für alle Menschen vorausgesagt
- Realität: Ausbeutung der Arbeiter (90%), Bourgeosie erbt Vermögen
- Marx Idee: kapitalistisches System Abschaffen, Sozialistisches System einführen
- Soziale Differenzierung: Kapital wirft Frage auf: Wieso gibt es eine Differenz zwischen Akteuren?
- Kapital spaltet Menschen in verschiedene Klassen: Proletariat / Bourgeosie
- soziale Klasse = Menschengruppe, die nach gleichen sozioökonomischen Bedingungen leben ;
Klassenbewusstsein (= Bewusstsein, dass man Mitglied einer bestimmten Klasse ist )
- durch Klassenbewusstsein Marx' Vorhersage: Proletariat wird sich versammeln und gegen Differenz
kämpfen, denn Arbeiter nicht passiv : Revolution hin zu einer gleichberechtigten Welt
- Revolution nach Prinzip des Klassenkampfes
- Klassenkampf: Arbeiter zwar mittellos, aber mächtig ; Kapitalisten reich, aber zahlenmäßig unterlegen,
versuchen Kapital zu behalten
- internationale Anerkennung der Revolution durch Mobilisation / Bewegung unterschiedlicher
Arbeiterklassen - Revolution wird zu internationalem Phänomen
- Mobilisation durch soziale Arbeit (Demonstrationen,...)
- Folgen: Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeiterschaft (Kinderarbeitsverbot, hygienische
Verbesserung, sinkende Kriminatlität, verbesserte Wohnbedingungen)

- Profitrate (Marx) = Verhältnis des Mehrwert, drückt den Verwertungswert des angewandten Kapitals
aus (was produziert Mehrwert, was nicht?)
- Kapitalist will nicht einfach viel Geld haben ; Kapitalist will, dass Geld weiteres Geld produziert
- da Profitrate sinkt, versuchen Kapitalisten Arbeiter noch mehr auszubeuten (Bsp. Minijobs), Folge:
Vermehrung von kleinen Jobs um sinkende Profitrate zum Bremsen

- Warenfetischismus (Marx) = gekauften Waren werden bestimmte (menschliche) Eigenschaften


zugeordnet, verführen z.B. durch Werbung = Trick des Kapitalismus: Warenfetischismus lässt Menschen
vergessen, dass hinter der Ware ein menschlicher Hersteller steht (z.B. Apple Hersteller aus Pakistan in
armen Verhältnissen)
- Fetischismus (religiös) = menschliche Eigenschaften werden Gegenständen zugeschrieben
- Geld erlaubt, dass Kapital nur zu Kapital wandert
- Verhältnis zu Waren reguliert Menschen
- Steuern wir die Waren oder steuern die Waren uns?

- Marx Ziel: Sozialismus / Kommunismus


- G. Lucas: Kritik am Marxismus: Klassenbewusstsein funktioniert nicht
- 1920: Leben der Arbeiter hat sich verbessert, aber keine Revolution außer im weitesten Sinne in
Russland
- man geht davon aus, dass Klassenbewusstsein nicht funktioniert und keine Revolution stattfindet
- welche Alternativen Mittel gibt es um Fortschritt zu schaffen?
- man geht davon aus, dass es "Fortschritt" in dem Sinne nicht gibt: Gesellschaft ist immer in Bewegung,
Sachverhältnisse müssen ständig verbessert werden: Unendlichkeit des Fortschirtts
- Gesellschaft ist ein Naturprodukt (nichts besonders, nichts aus sich selbst heraus entstandenes)
- Problem der Arbeitsteilung