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T1 Mitschrift, Dienstag, 30.10.

2018, 10-12 Uhr


3. Sitzung

Organisatorisches:
- Klausur 2. Termin Änderung: 12.03.2018 im Hörsaal 1 auf Steintor-Campus

Los geht's... Gründung der frazösischen Soziologie (Durkheim, Mauss)

- Vordenker: Saint-Simon, Comte


- Marx vorher: Gesellschaft beeinflusst durch Wirtschaft, Gesellschaft in Stratifikation (in
verschiedenen Klassen)
- Durkheim: anders als Marx: Wurzel der Gesellschaft nicht Wirtschaft, sondern Religion
- Comte gründet Soziologie in Frankreich als Wort
- Saint-Simon und Comte: Soziologie = Organisation der Gesellschaft

- Industrielle Revolution wirft Frage der Arbeit auf: Geburt der Großproduktion,
Kettenarbeit, Massenproduktion
- Saint-Simon:
- Gesellschaft muss Fortschritt der Wirtschaft unterstützen. Fortschitt in Wirtschaft =
Fortschritt in Gesellschaft
- auch rationale Entwicklung der gesellschaftlichen Organisation
- also: 2 Themen: Organsiation, Arbeit + verbunden mit 3. Thema: Ordnung
- soziale Ordnung durch industriellen Staat
- Staat ist notwendig in Gesellschaften als Stabilisierungsfaktor

- Comte: Staat ist Resultat der entwickelten Gesellschaft ; wissenschaftliches Projekt


(Soziologie als praktische Wissenschaft in Hochschulen) ; positivistische Soziologie:
man erkennt genau, was man untersuchen muss / empirische Arbeit verbunden mit
Theorie
- Saint-Simon: Staat eher als Grundsäule für gesellschaftliche Ordnung ; politisches
Projekt

- Problem positivistische Soziologie: Sind die beobachtbaren Phänomene und die


persönliche Interpretation auch Realität?
- Comte gründet Hochschule für Soziologie und soziologische Zeitschrift

Durkheim
- soziale Ordnung zerbrechlich, verwundbar, nicht gewährleistet, nicht von Grund auf
gegeben
- soziale Ordnung als Folge des Forschritts
- hier aber: negativer Fortschritt (im Sinne von Rückgang)
- Revolution schafft neue Welt: aber neue Welt muss nicht besser sein als alte Welt:
deshalb negativer Fortschritt
- wir gehen von einer Gesellschaft der Geburt zu einer Gesellschaft des Vertrags
- Gesellschaft der Geburt: Millieu, in das man hineingeboren wird, bestimmt unsere
Chancen und Möglichkeiten, keine Mobilität innerhalb der Gesellschaft (Wechseln
zwischen Schichten)
- Gesellschaft des Vertrags: mobilere Gesellschaft (Klassenwechsel durch z.B.
Ausbildung), Institutionen tragen zum Fortschritt bei: z.B. Kindergärten ; mobile
Gesellschaft bringt Akteure in Bedrängnis
- deshalb: Akteure auf Veränderung vorbereiten + beibringen, wie man sich an neue
Gesellschaft (des Vertrags) anpassen kann.
- Frage: welche strukturellen Faktoren bedrohen die Gesellschaft? Gesellschaft ist wie
ein Organismus: Pathologische Strukturen herausfinden
- Soziologie = hypothethisch detuktive Disziplin (Hypothesen ansstellen und detuktiv
beantworten)
- alles ist sozial
- soziale Tatsachen existieren sui-generis (= an sich)
- Soziale Tatsache kann nur durch das Soziale (/Gesellschaftliche) erklärt werden, z.B.
warum nimmt jemand Drogen? - Antwort durch gesellschaftliche Aspekte erklären
- Soziologie interessiert sich für Variationen der sozialen Ordnung: Regelmäßigkeiten in
den Variationen lässt erahnen, was die soziale Ordnung in einer bestimmten
Gesellschaft bedeutet
- Variationen, weil soziale Tatsachen sich wechselseitig beeinflussen (deshalb gibt es
Veränderungen in der sozialen Ordnung)
- soziale Tatsachen haben bestimmte Identität
- Solidarität erklärt, warum wir zusammenleben, obwohl wir so unterschiedlich
(unterschiedliche Akteure mit unterschiedlichen Interessen) sind
- negative + positive Solidarität
- positive S. vereint, negative S. trennt
- auch Krieg oder Trennungen sind Solidarität: hat immer irgendeinen Nutzen
- bestimmte Kraft bewirkt, dass Menschen nie einsam sein können, sondern immer mit
anderen Menschen zu tun haben
- Arbeitsteilung im Sinne von Aufgabenteilung (eine Gruppe geht jagen, die andere holt
Holz,...) bewirkt, dass man innerhalb seiner Gruppe bleibt
- Aufgabenteilung wird ersetzt durch echte Arbeitsteilung, denn mehr Menschen mit
mehr unterschiedlichen Bedürfnissen
- Arbeitsteilung durch organische Solidarität = Ende der Face-to-Face-Beziehung
(Arbeitsteilung mit Fremden)
- Was bedeutet mein Können noch, wenn viele das gleiche können, wie ich?
- Anomie (Abwesenheit von Norm): Empfindung / Gefühl der Unangepasstheit ( "Ich bin
hier nicht richtig., Was mache ich hier überhaupt?)

- Durkheim "Der Selbstmord"


- Selbstmord bis dahin als Krankheit
- Selbstmord durch anomische Gesellschaft - Veränderung der Ordnung produziert
Anomie
- Fortschritt bestimmt Rythmus der Gesellschaft: Rythmusproblem wird zu
Normproblem
- Anomie steigt in Wintermonaten: eine Ursache: Weihnachtsfest als soziales Fest:
Akteure, die sich neben dieser Norm sehen und befinden begehen Selbstmord
(entweder aus Verzweiflung oder weil die Begeisterung nicht ertragbar ist)
- bekräftigt auch die Idee, dass Fortschritte immer einen bestimmten Preis haben (im
Sinne von gesellschaftlichen Entkoppelungen)
- Entkoppelung muss korrigiert werden: durch Arbeit
- Arbeitsteilung muss verändert werden
- Vorschlag (ähnlich wie Comte): Staat ist verantwortlich für funktionierende
Arbeitsteilung (durch Ausbildung von Vermittlern) ; Arbeiter - Vermittlungsgruppen -
Staat

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