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T1, Dienstag 18.12.

2018, 10-12 Uhr


10. Sitzung

Wdh.:
- 2 Soziologen hauptsächlich: Cooley und Thomas
- Pragmatismus: Anpassung. bedeutet Wahrheit, bedeutet Gerechtigkeit
- zur Bekämpfung der Armut, für Harmoniesierung der Gesellschaft
- Thomas: spricht auch von der Rückwirkung (wie beeinflussen soziale Situationen die Akteure?)
- Wir sind nicht nur mit Gegenständen verbunden, sondern eher mit Bedeutung von Gegenständen
(Symbolen): deshalb werden wir nie von der Gesellschaft (/von den Dingen) entkoppelt, weil wir mit den
Symbolen verbunden sind

Ökologischer Interaktionismus
- Eduard Ross: soziale Prozesse im Vordergrund der soziologischen Analyse
- ähnlich wie die 3 Begriffe nach Simmel: auch ein relationaler Ansatz
- Soziale Prozesse = soziale Regulation = soziale Kontrolle
- soziale Ordnung = dynamische Ordnung, ist ständig im Wandel (so wie die Gesellschaft im ständigen
Wandel ist)
- das Soziale herrscht über die Individuen (Individuen von Gesellschaft beherrscht)
- sozialer Prozess ist keine Interaktion
- Frage: wie herrscht die Gruppe über die Mitglieder? Warum so ein großer Einfluss?
- Antwort: durch die soziale Kontrolle: reguliert (regelt) die Reaktionen der Akteure auf die soziale
Ordnung (auf die zugehörige Gruppe)
- so weiß jeder, wo er in der Ordnung steht
- 2 Arten von Regeln:

· soziale Regeln:
- nicht schriftlich vorhanden
- informell: bedarf kein Verfahren zur Änderung
- können für eine Zeit verschwinden und irgendwann wieder aufgegriffen werden

· rechtliche (juristische) Regeln:


- meistens schriftlich vorhanden
- Änderungen der Regeln bedürfen Verfahren (z.B. Wahlen)

- Grenzen der sozialen Kontrolle:

· obere Grenze
- nicht zu viel institutionaliesieren
- muss keine rechtliche Kontrolle werden
- sonst: Akteure nicht genug Freiheit, um soziale Kontrolle mit zu gestalten
- denn: soziale Kontrolle MUSS von Akteuren mitgestaltet werden
· untere Grenze
- nicht nur informell, nicht zu wenig institutionalisiert
- es würde sonst keinen Sinn machen, dass soziale Kontrolle nur von einem Akteur ausgeübt
wird: es braucht mehrere Akteure (Institutionen)
- über die soziale Kontrolle kann verhandelt werden, kann neu definiert werden

- soziale Kontrolle Funktion: Selektion (Sortieren) im Sinne der Sozialpsychologie


- Selektion: eine Eigenschaft wird einem Aktuer zugeschrieben, durch diese Zuschreibung werden
Akteure in verschiedene Gruppen in der Gesellschaft eingeteilt
- Regulation nach Ross ist breiter angelegt, als nur politisch: wird von der Gesellschaft insgesamt
ausgeübt
- optimistische These: Selektion funktioniert für die Akteure optimal, so bekommen Akteure bessere
Chancen / Optionen um ihr Leben zu gestalten, hilft dabei Entscheidungen für das Leben zu treffen
- Entscheidungen: subjektiver Moment: können nur von den Akteurer getroffen werden (somit wird
Laufbahn bestimmt), das kann nicht von der Gesellschaft beeinflusst werden
- Das was die Akteure aus dem Ergebnis der Verteilung / Selektion machen, betrifft nur und NUR den
Akteur selbst
- subjektiver Moment bzw. Entscheidung ist allerdings eingeschränkt durch die soziale Kontrolle
- makrosoziologischer Ansatz
- Entscheidung: setzt bestimmte Rationalität voraus (nicht im Sinne von Vernunft, sondern im Sinne von
Weber: Planung, Kalkulierbarkeit, Organisation,...): Was ich entscheide, ist mir bewusst, jedoch sind mir
die Folgen meiner Entscheidung nicht bewusst. Eine Entscheidung kann nicht bis zum Ende gedacht
werden
- Folge:

· systemische Wirkung von Entscheidungen: Entscheidung wird etwas provozieren, wird etwas
hervorrufen, womit ich nicht gerechnet habe
- gilt für Individuen, aber auch für die Gruppen, zu denen der Akteur gehört

· Wir wissen nicht, wie viele Wahlmöglichkeiten wir haben: Akteure aus strengen sozialen Milieus
sehen nur die bereits bekannten Optionen und probieren nichts neues aus
z.B. nach dem Abi studieren und danach direkt arbeiten vs. nach der Schule "nichts
machen", reisen, irgendwann studieren, noch mal reisen, irgendwann arbeiten

- getroffene Entscheidungen sind wichtig: stabilisiert Erwartungen


- eine schlechte Entscheidung ist besser als keine Entscheidung

- George Herbert Mead: sozialer Behaviorismus


- I und Me
- Behaviorismus: Verhalten der Person gibt mir Informationen darüber, was in der Person gerade
geschieht
- kritisiert den Behaviorismus von Watson: Verhalten von Personen ist kein "Reflex", sondern aufgrund
von einer kommunikativen Handlung
- Bedürfnisse, Triebe, Tendenzen, Reize, Wahrnehmungen usw. sind schon grundsätzlich sozial, weil sie
sich in sozialen Situationen (sozialen Beziehungen zwischen Akteur und Akteur / Akteur und Umwelt)
entwickeln, nur so können die Tendenzen befriedigt werden
- deshalb: Beziehung zwischen Menschen sehr wichtig: dadurch wird ein Akteur von seinem Körper /
Bewusstsein / Affekten / Handlungen bewusst
- sich bewusst werden: wird produziert durch die Wirkung von außen
- wir bilden uns auf Grundlage der Reaktionen von außen eine Identität / ein Bewusstsein
- das führt zu einer Entwicklung: Orgsansiation von sozialen Handlungen: Routine von Handlungen
entsteht (soziale Gewohnheiten)
- durch soziale Gewohnheiten können wir uns einer bestimmten Gruppe von Merkmalen / Relationen
(Beziehungen) zuteilen: wir gehören nicht nur zu einer Gruppe von Menschen, sondern zu mehreren
Gruppen
- wir suchen uns Gruppen aus, je nach dem welche Art und Weise der Kommunikation der Gruppen uns
anspricht
- Def. Gesellschaft nach Mead:

· - Gesellschaft ist das, was aus sozialen Gewohnheiten entsteht


- Gesellschaft ist ein strukturelles Prinzip, das die sozialen Handlungen bestimmt
- Symbole: können mehrdeutig sein: Mehrdeutigkeit und Akzeptanz der Mehrdeutigkeit in der
Gesellschaft: deshalb größere Reichweite in der Gesellschaft
- Symbole unterscheiden sich von Zeichen und Metaphern
- Symbole unterstützen die Interaktion in der Gesellschaft: Interaktion kann nur durch einen
Symbolisierungsprozess geschehen
- der Körper spielt dabei eine wesentliche Rolle: durch Gesten, Mimiken, Körperhaltung: kann
Symbole aussenden
- kann über Integration oder Exklusion bestimmen, sehr große soziale Wirkung
- z.B. Wirkung von Frauen im Rock
- Kommunikation wir konkret durch Symbole: dadurch entwickelt sich die Gesellschaft, aber auch
unser Selbst und unsere Kreativität
- jeder ist in seiner intimen Identität kreativ: jeder ist eigenartig, je vielfältiger desto mehr
Ansprechungskraft: Pluralismus = Grundbedingung für die Integration von Menschen in die
Gesellschaft (wir brauchen Pluralität um das Plurale zu integrieren)
- Identitätsfrage: I und me
- I = Intimität, psychologische Identität (I am someone)
- me = soziale Identität, soziale Eigenschaften des Selbst (soziale Rolle/-n, die eine Person spielt)
- durch diese Spaltung der Identität hat man die Möglichkeit, sich von einen anderen Standpunkt
aus zu betrachten, oder sich an eine andere Stelle stellen
- anderer Standpunkt: Empathie, Sympathie z.B. ich freue mich mit dir, ich kann dich verstehen
(ich bin mit mir verbunden, deshalb kann ich die Situationen anderer verstehen): man betrachtet
sich von einem abstrakten I: diese Fiktion benötigen wir, um uns selbst betrachten zu können:
"Verallgemeinerte Andere" (generalized others): so können wir über die Regeln der Gesellschaft
reflektieren
- um eine Rolle übernehmen zu können, muss ich dazu fähig sein mich an der Stelle anderer
positionieren um mich beobachten zu können: ich schaue als me auf das I: "role taking" (Rolle
übernehmen) und "role setting" (ich kann unterschiedliche Rollen übernehmen) und "statues
setting" (da ich unterschiedliche Rollen übernehme, übernehme ich auch die jeweiligen damit
verbundenen Status)

nehmen wir an, ich wäre eine Frau, nehmen für an, isch wäre 'übsch, nehmen wir an - ich weiß, das ist
schrecklich - ich trage einen Minirock