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T1 Mitschrift, Dienstag 15.01.

2019, 10-12 Uhr


12. Sitzung

Wdh.:
- nach ersten Weltkrieg entwickelt sich Soziologie unterschiedlich (je nach Traditionen)
- Problem in Frankreich + Deutschland: viele Nachwuchswissenschaftlicher TOT!
- in Frankreich in Zwischenkriegszeit fast keine bedeutende soziologisch Arbeit mehr
- in Deutschland Leopold von Wiese + Max Scheler: müssen zusammen arbeiten, mögen sich aber nicht
- Max Scheler: Soziologie der Werte als große Makrotheorie
- 4 Werte sind wichtig, universal
- Soziologie ist nicht nur Wissenschaf der Gesellschaft, sondern auch Kulturwissenschaft: verstehen,
welche Werte in der Gesellschaft wichtig sind und damit kulturell wichtig sind
- Holismus: Gesellschaft und Kultur werden als etwas Allumfassendes betrachtet
- 4 Werte sind keine Apriori, sondern sind Empfindungen
- 4 Werte werden von Kultur / Gesellschaft beeinflusst
- Emotionen sind somit nicht nur subjektiv, sondern werden auch von Gesellschaft und Kultur bestimmt

weiter Max Scheler:


- wichtig: sich auch Erfahrungen konzentrieren, die von Akteuren gemacht werden
- Erfahrung der Akteure bedeutet als Erfahrung der Gesellschaft
- Soziologie = Wissenschaft von Erfahrungen
- Wert + Erfahrung sind wichtige Gegenstände: verbinden Mikro- und Makrologische Sicht miteinander
- wir bleiben trotzdem im Paradigma der Handlung (verstehende Soziologie): verstehen, wie Werte mit
Erfahrungen verbunden sind
- Max Webers Soziologie ist auch eine Wissenssoziologie, wie auch diese
- spezielle / Alltagserkenntnis: Je nach der Erfahrung der Akteure
- Erfahrung = Verhältnis zu einem Alltag und zu Routinen im Alltag
- Ausbildung / Sozialisierung fördert das über sich hinauswachsen
- erst so bildet sich eine Indetität, die sich ständig wandeln, entwickeln kann
- es gibt unterschiedliche Formen der Erkenntnis im Alltag
- Akteure entwickeln Erkenntnis durch den Kontext, dabei bestimmen sie durch die Erkenntnis den
Kontext neu: Wechselspiel zwischen Erkenntnisformen und Gesellschaft/Kultur
- Wechselspiel bestimmt die Veränderungen der Gesellschaft (gesellschaftlichen Wandel)
- Frage: wie kann man den sozialen Wandel verstehen?
- Wertsoziologie, Wissenssoziologie
- 4 Werte
- 3 Erkenntnismodi (sind auch universell)
1. Erkenntnis des sakralen (und des profanen): wird von sozialen Instanzen, z.B. Kirche, Religion gefördert
(Menschen können unterscheiden zwischen dem was erlaubt ist und was verboten ist: sakral muss
beschützt werden, darf nicht berührt werden ; profan ist nicht verboten)
2. Erkenntnis des Lebens: Distanz zwischen dem was wir Erfahren und was wir Erleben, durch
Bildungsinstanzen gefördert, dadurch erlangen wir Reflexivität
3. Erkenntnis der Macht: verstehen, wo die Macht steckt und was die Macht tut (horizontale und
vertikale Beziehungen erkennen, assymetrische Beziehungen erkennen)

- generationeller Ansatz (wie bei Comte im Positivismus): Verbindung zwischen Generationen: die
Gesellschaft ist nicht nur die Menschen, mit denen wir momentan leben, sondern Gesellschaft hat auch
Funktion der Verbindung zwischen Generationen: Demographie ist wichtig (Reproduktionsansatz: welche
Werte werden von der aktuellen Gesellschaft von der, die sie geboren hat, übernommen / reproduziert?,
wie geht man von der einen Gesellschaft zu einer anderen Gesellschaft?)
- warum brauchen wir diese Soziologie?
- um Wandel zu verstehen
- um zukünftigen Generationen einen Erkenntnisvorrat zu verschaffen um zukünftig Verbesserungen zu
erreichen
- Frage kann man etwas lernen in der Gesellschaft? Schelers Antwort = Ja, wenn man versucht, zu
verstehen! Deshalb Wissenssoziologie wichtig!
- durch die Entwicklung von Erkenntnisformen entwickelt sich auch die Gesellschaft selbst als Form der
Erkenntnis
- beantwortet die Frage: "Was ist die Gesellschaft?"
- die Gesellschaft ist die, die wir definiert haben und die wir durch unsere Erkenntnisse produzieren
(Tautologie)
- Werte setzen sich in Gesellschaft durch, weil bestimmte Werte durch Erkenntnisse zum Durchsetzen
ausgewählt werden
- Akteure bilden einen Mikrokosmos: Akteure personalisieren die Gesellschaft im Kleinen (sie sind nicht
nur Teile der Gesellschaft, sondern sie bilden die Gesellschaft)

Leopold von Wiese


- formale Soziologie, aber gegen Simmel
- gegen Max Scheler: das ist alles Unfug!
- Werte und Erfahrung sind ihm zu vage als Begriffe
- will französische Soziologie mit amerikanischen Soziologie verbinden
- bildet Kölner Zeitschrift für Soziologie
- zurück zum Formalismus
- gegen Simmel: gut: soziale Formen sind wichtig (um zu verstehen, was Gesellschaft bedeutet), jedoch
zu unsystematisch, zu literarisch und philosophisch
- neue Sichtweise auf Formalismus:
- Beziehungslehre
- Soziolige = Wissenschaft der (sozialen) Beziehungen und der Gesellschaft
- Wechselwirkung und Tausch sind wichtige Begriffe (von Simmel übernommen)
- Formen (durch Wechselwirkungen) müssen untersucht werden um Gesetze im gesellschaftlichen
Zusammenleben formulieren zu können
- formalistische Beschreibung von begriffen:
- (individueller) Mensch: M = I * E
- also: Mensch ist Produkt aus Individualität (i) und aus Erfahrung (e)
- Begriff des (sozialen) Prozesses: (übernommen von amerikanischer Soziologie, besonders Eduard Ross)
- 2 Formen von sozialem Prozess:
1. das Auseinandersein (Trennung zwischen Akteuren)
2. das Zueinandersein (Attraktion zu anderen Akteueren, Begegnung der Akteure=
- soziales Leben = ein Wechselspiel zwischen dem Miteinandersein (wir leben mit Menschen zusammen)
und dem Ohneinenadersein (wir leben ohne andere Menschen zusammen, allein)
- Positivismus und Rationalismus wird von von Wiese rezipiert
- Prozess = Produkt von individuellem Mensch und seiner sozialen Umgebung
- soziale Umgebung = Produkt von einer Umgebung und einem Verhalten der Menschen in Bezug auf
diese Umgebung
- soziale Ordnung in der Gesellschaft: soziale Ordnung hat 2 Stufen:
1. Erste Komplexitätsordnung: das, was wir feststellen in unserem Leben (unmittelbares Verhältnis zur
Realität)
2. Zweite Komplexitätsordnung: das, was wir beobachten in der Gesellschaft: wir beobachten, wie wir
und die Akteure sich auf Sachverhalte beziehen (Reflexivität)
- zwei Verhältnisse zu der Gesellschaft
- erste systemische Soziologie
- Idee: soziale Beziehung ist die Grundkategorie und sozialer Prozess ist untergeordnete Kategorie
- beide Begriffe produzieren soziale Gebilde (soziale Kontruktionen, die Notwendig sind um Beziehungen
in der Wirklichkeit zu verändern)
- soziale Kontruktionen/Gebilde beweisen, dass soziale Beziehungen stattgefunden haben: z.B. Kunst
- also: von sozialen Prozessen zu sozialen Gebilden: Funktionale Differenzierung: Differenzierung von 3
Ordnungen
- Gesellschaft entwickelt sich auf...
1. Ebene des Handelns
2. Ebene der Reflexivität
3. Ebene des sozialen Gedächtnis (Akteure können Erfahrungen zeitlich und räumlich verbinden, man
kann sich in Raum und Zeit entwickeln)
- Funktionale Differenzierung und Komplexität: Dadurch Spezialisierung der Akteure
- Hierarchisierung in der Komplexitiät

- Leopold von Wiese hatte Glück so, denn der Max Scheler ist relativ früh gestorben... und manchmal
muss man Glück haben und das hatte er, denn er konnte dann das Institut alleine leiten.
- die Kölner Zeitschrift zeigt und immer so ein bisschen "Was ist trendy in der Soziologie?"

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