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RZTU

Rechenzentrum der
Technischen Universität Hamburg-Harburg

Einführung
in
LATEX

Dokumentationsschlüssel: AWS.TXT 3

Version D
4. Auage, Mai 1996
Herausgeber : Technische Universität Hamburg-Harburg
 Rechenzentrum 
Denickestr. 17
21073 Hamburg
Autor : Dirk Husung u.a.
eMail: husung@tu-harburg.d400.de
Tel.: 2943
Inhaltsverzeichnis
Sinn dieser Anleitung 1
1 Das Konzept von LATEX 2
1.1 Was ist LATEX ? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2
1.2 Was kann LATEX ? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2
1.3 Was kann LATEX nicht ? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3
1.4 LATEX-Versionen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3
2 Ein kleiner LATEX-Kurs 4
2.1 Werden Sie mit Ihrem Computer vertraut . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4
2.2 Ein typischer LATEX-Lauf . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6
2.3 Ausgabemöglichkeiten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6
2.4 Kopieren Sie die Beispieltexte in Ihr Verzeichnis . . . . . . . . . . . . . . . . 7
2.5 Sehen Sie sich die Datei latex1.tex an . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7
2.6 Starten Sie LATEX . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8
2.7 Sehen Sie sich die LATEX-Ausgabe auf dem Bildschirm an . . . . . . . . . . . 8
2.8 Drucken Sie den Text latex1.dvi aus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9
2.9 Bearbeiten Sie das zweite LATEX-Beispiel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9
2.10 Schreiben Sie Ihren ersten LATEX-Text . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9
2.11 Fehlermeldungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10
2.12 Tabelle der verwendeten Befehle . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10
3 Dokumentklassen und Pakete 11
4 Textsatz 16
4.1 Längeneinheiten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16
ii INHALTSVERZEICHNIS

4.2 Seitenformat . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17
4.3 Absätze, Einrückungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18
4.4 Zeilen-, Seitenumbruch, Trennhilfen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18
4.5 Schriftarten, Schriftgröÿen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19
4.6 Listen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20
4.7 Tabellen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23
4.8 Fuÿnoten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24
4.9 Randnotizen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24
4.10 Querverweise . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 25
4.11 Zwischenraum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 25
4.12 Verzeichnisse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26
4.12.1 Inhaltsverzeichnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26
4.12.2 Abbildungsverzeichnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 27
4.12.3 Tabellenverzeichnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 27

5 Mathematische Formeln 28
5.1 Darstellungsmöglichkeiten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 28
5.2 Häug auftretende Formelkomponenten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30

6 Sonderzeichen 33
6.1 Deutsche Umlaute und ÿ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 33
6.2 Buchstaben anderer Sprachen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 34
6.3 Griechische Buchstaben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 34
6.4 Kalligraphische Buchstaben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 35
6.5 Verschiedene häug benötigte Zeichen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 35
6.6 Mathematische Zeichen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 36
6.6.1 Mathematische Operatoren (ohne Relationen) . . . . . . . . . . . . . 36
6.6.2 Relationen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 37
6.6.3 Betrag, Norm, Ableitungen, mathematische Akzente . . . . . . . . . . 37
6.6.4 Funktionen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 38
6.6.5 Pfeile . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 38
6.6.6 Klammern . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 39
INHALTSVERZEICHNIS iii

6.6.7 Sonstige Symbole . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 39


6.6.8 Mehrfach denierte Symbole . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 39
7 LATEX an der TUHH 40
7.1 LATEX auf den UNIX-Systemen der CIP-Pools 2b und 3ac . . . . . . . . . . 40
7.2 Fehlerbehandlung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40
7.2.1 Was tun, wenn LATEX einen Zeichensatz nicht ndet ? . . . . . . . . . 40
7.2.2 Was tun, wenn LATEX eine bestimmte Datei nicht ndet ? . . . . . . . 41
7.2.3 Was tun, wenn der LATEX-Lauf abgebrochen werden soll ? . . . . . . . 41
8 LATEX und PostScript 42
8.1 PostScript . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 42
8.2 Konvertierung von LATEX nach PostScript mit dvips . . . . . . . . . . . . . 44
8.3 Drehung von Textelementen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 45
8.4 Textausgabe im Querformat . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 46
8.5 Einbinden von PostScript-Graken . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 46
8.5.1 Einbinden einer PostScript-Grak durch den \includegraphics-Befehl 47
8.5.2 Einbinden einer PostScript-Grak durch epsf-Makros . . . . . . . . . 50
8.5.3 Einbinden einer PostScript-Grak durch psfig-Makros . . . . . . . . 50
8.5.4 Einbinden einer PostScript-Grak durch \special-Befehle . . . . . . 52
8.6 Verwendung von PostScript-Zeichensätzen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 53
9 LATEX und MAPLE 54
9.1 Ein einführendes Beispiel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 54
9.2 Weitere Beispiele . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 55
Literaturverzeichnis 57
A LATEX-Beispieltexte 58
A.1 Beispieltext latex1.tex . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 59
A.2 Beispieltext latex2.tex . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 62
Sinn dieser Anleitung
ist die Erläuterung des LATEX-Schriftsatzprogramms, wie es u.a. im PC-Pool 1 und auf den
UNIX-Systemen der CIP-Pools 2b und 3ac der TUHH zur Verfügung steht.
Diese Schrift wendet sich sowohl an Anfängerinnen und Anfänger als auch an Fortgeschrit-
tene.
Kapitel 1 umreiÿt das Konzept von LATEX, seine Vor- und Nachteile.
Kapitel 2 soll in kurzer Zeit einen ersten Einstieg in LATEX ermöglichen.
Die folgenden zwei Kapitel enthalten eine Beschreibung der wichtigsten LATEX-Befehle. Dar-
an anschlieÿend sind nahezu alle in LATEX verfügbaren Sonderzeichen in Listen abgedruckt,
so daÿ sich einzelne Zeichen schnell aunden lassen sollten.
Kapitel 7 geht auf Besonderheiten der LATEX-Installationen an der TUHH ein und nennt
einige Möglichkeiten der Fehlerbehandlung.
Kapitel 8 beschreibt die Möglichkeiten der Verbindung von LATEX und PostScript, die Kon-
vertierung einer LATEX-Ausgabe nach PostScript und das Einbinden von PostScript-Graken
in LATEX-Dokumente.
Kapitel 9 zeigt an einigen Beispielen auf, wie sich das Computeralgebrasystem MAPLE bei
der Erstellung mathematischer Formeln in LATEX einsetzen läÿt.
Der Anhang schlieÿlich enthält eine Sammlung von LATEX-Beispielen einschlieÿlich der Quell-
texte.

Viel Spaÿ beim Layouten !


Kapitel 1
Das Konzept von LATEX
1.1 Was ist LATEX ?
LATEX (sprich: Lah-Tech) wurde Anfang der 80er Jahre von Leslie Lamport entwickelt. Es
stellt, kurz gesagt, ein leistungsfähiges Schriftsatzsystem zur Erstellung wissenschaftlicher
Dokumentationen in druckreifer Qualität dar.
LATEX bildet eine komfortable Oberäche zu dem Layoutprogramm TEX (sprich: Tech) von
Donald E. Knuth, das aufgrund seiner überragenden Möglichkeiten der Makroprogrammie-
rung sehr exibel, aber auch entsprechend schwieriger zu benutzen ist.
Tatsächlich ist LATEX ein TEX-Makropaket, mit vordenierten Dokumentklassen und mäch-
tigen Befehlen, die es erlauben, sich mehr auf das Schreiben eines Textes zu konzentrieren,
weniger auf seine Formatierung.
Dessen ungeachtet stehen aus LATEX heraus weiterhin TEX-Befehle für spezielle Zwecke zur
Verfügung (siehe hierzu die TEX-Literatur).

1.2 Was kann LATEX ?


Die Stärken von LATEX liegen eindeutig im Bereich des mathematisch-naturwissenschaft-
lichen Textsatzes, insbesondere der Fähigkeit, wie kaum ein anderes System Formeln in
ausgezeichneter Qualität zu setzen. Erfahrungsgemäÿ geht die dazu nötige Texteingabe nach
kurzer Zeit schneller von der Hand als die menügeführte Formelerstellung einiger Desktop-
Publishing-Programme.
Darüber hinaus bietet LATEX u.a. eine komfortable Tabellengestaltung, Fuÿnoten, Randno-
tizen, symbolische Querverweise, die automatische Erzeugung eines Inhaltsverzeichnisses; es
unterstützt die Erstellung von Index und Bibliographie.
1.3 Was kann LATEX nicht ? 3

1.3 Was kann LATEX nicht ?


LATEX ist weder ein Textverabeitungssystem wie etwa Word noch ein Desktop-Publishing-
System wie etwa FrameMaker. Dementsprechend eingeschränkt sind die WYSIWYG1-Eigen-
schaften von LATEX.
Graken lassen sich in LATEX selbst nur mit einigem Aufwand und in rudimentärer Form
erstellen. Abhilfe schat hier jedoch die Möglichkeit, mittels geeigneter Hilfsprogramme
Graken unterschiedlichster Formate in LATEX-Dokumente einbinden zu können.
Da LATEX-Dokumente zum endgültigen Druck in der Regel in PostScript umgewandelt wer-
den, bietet sich insbesondere dieses Format zur Grakeinbindung an, zumal die allermeisten
Graksysteme ihrerseits PostScript-Ausgaben erzeugen können.
Auÿerdem stehen Konvertierungsprogramme wie hp2ps oder pnmtops bereit, mit denen sich
Graken im HPGL-Format oder einem Bitmap-Format nach PostScript übersetzen lassen.
Das Einfügen von Graken mit Schere und Klebsto wird auf diese Weise in der Regel über-
üssig, die Versendung von Dokumenten mit Graken auf elektronischem Wege überhaupt
erst möglich. Mehr hierzu im Kapitel 8.

1.4 LATEX-Versionen
Da die Entwicklung eines LaTeX 3 voraussichtlich noch geraume Zeit in Anspruch nehmen
würde, entschloÿ; sich das LaTeX 3-Team, zunächst eine verbesserte Version des bisherigen
LaTeX 2.09 zu entwickeln. Ende '93 wurde eine Testversion dieses LaTeX2e verfügbar, das
nach einigen Korrekturen seit Anfang Juni '94 nunmehr die ozielle LaTeX-Version bildet.
Damit wird zum einen der Vielfalt inkompatibler LaTeX-Versionen, Standard-LaTeX, ILa-
TeX (International LaTeX), LaTeX+NFSS (Basis für AMS-LATEX), LaTeX+NFSS2, SliTeX,
FoilTeX, : : : , ein Ende gesetzt, zum anderen ein klar deniertes Verfahren für die Wartung
von LaTeX eingeführt:
Zweimal im Jahr wird über die CTAN (Comprehensive TeX Archive Network)-Server2 ei-
ne neue LaTeX-Version herausgegeben. Die Vorgehensweise für die Meldung von LaTeX-
Problemen ist eindeutig geregelt.
Gegenüber LaTeX 2.09 beinhaltet LaTeX2e standardmäÿig das New Font Selection Scheme
Version 2 (NFSS2), ein Klassen- und Paket-Konzept sowie eine kleine Zahl oft gewünschter
Erweiterungen.

1w hat you see is what you get, d.h., der Bildschirm zeigt stets die endgültige Form eines Dokuments.
2einer der weltweit ursprünglich drei, sich spiegelnden Server ist ftp.dante.de
Kapitel 2
Ein kleiner LATEX-Kurs
Dieses Kapitel stellt einen kleinen Leitfaden dar, mit dessen Hilfe es innerhalb etwa eines
halben Tages möglich sein sollte, einen einfachen ersten LATEX-Text selbständig zu erstellen
und zu drucken.

2.1 Werden Sie mit Ihrem Computer vertraut


Voraussetzungen für das Arbeiten mit LATEX sind:
 Sie müssen in der Lage sein, auf Ihrem Computer eine Textdatei zu erzeugen und zu
bearbeiten.
 Auf Ihrem Rechner müssen TEX und LATEX installiert sein; auÿerdem werden ein
Drucker und ein entsprechender Treiber benötigt. Diese Bedingungen sind an der
TUHH in folgenden Rechner-Pools bzw. auf folgenden Systemen gegeben:
 PCs:
 PC-Pool 1 (DE17 Raum 3038):
25 Siemens-Nixdorf Pentium PCs
 UNIX-Rechner:
 CIP-Pool 2b (HS20):
7 IBM-Risc RS6000 Power PC 25T,
8 SUN Sparc10/40
 CIP-Pool 3a (über der Mensa, DE22 Raum 0051):
6 HP 9000/715
 CIP-Pool 3b/c (über der Mensa, DE22 Raum 0053/0054):
24 HP 9000/712
 HP-Meta-Cluster
2.1 Werden Sie mit Ihrem Computer vertraut 5

 Für das Arbeiten auf den PCs und UNIX-Rechnern der TUHH ist eine
Benutzernummer erforderlich; entsprechende Antragsformulare liegen im
Rechenzentrum DE17 Raum 3023 aus.
Zwischen PCs und UNIX-Rechnern können Daten ausgetauscht werden:
Beispielsweise kann ein Text zunächst auf einem PC erfaÿt, auf einen UNIX-Rechner über-
tragen, dort mit LATEX weiterbearbeitet, ggf. korrigiert und schlieÿlich auf einem der ange-
schlossenen Laserdrucker ausgegeben werden.
Steht Ihnen ein Rechner mit LATEX zur Verfügung, können Sie Ihren Text damit auch voll-
ständig bearbeiten und erst zum endgültigen Ausdruck die LATEX-Ausgabe (mit der Endung
.dvi) bzw. eine entsprechende PostScript-Datei (mit der Endung .ps) auf einen der UNIX-
Rechner überspielen.
Für PCs ist mit emTEX eine leistungsfähige LATEX-Implementierung als Public-Domain-
Software verfügbar, ebenso dvips zu Konvertierung nach PostScript und gs bzw. gsview zur
Anzeige von PostScript-Dateien auf dem Bildschirm und deren Ausgabe auf verschiedensten
Druckern.
Sollten Sie mit der Bedienung der UNIX-Rechner noch nicht vertraut sein  das Rechen-
zentrum bietet auch dazu Kurse und Schriften an.
In jedem Fall sollten Sie mit einem Editor einen Text erzeugen und abspeichern können,
auÿerdem das Kopieren und Löschen von Dateien beherrschen, sowie das Anzeigen, Wechseln
und Anlegen von Verzeichnissen.
Alles klar? Dann kann's schon weiter gehen.
6 Ein kleiner LATEX-Kurs

2.2 Ein typischer LATEX-Lauf


sieht prinzipiell folgendermaÿen aus:
-
?
emacs

?
bild.eps
PPPPqtext.tex
?
latex - text.log
) ?PPPq

? ? PPPq
text.dvi text.aux : : :

dvips xdvi
?
text.ps
;;

ghostview

J^Ausdruck

Nach dem Erstellen des Quelltextes (z.B. text.tex)  einschlieÿlich benötigter Steuerbe-
fehle  wird, wie beim Übersetzen eines Programmes, latex aufgerufen. Dadurch wird aus
der Texteingabe neben einigen Hilfsdateien eine geräteunabhängige Grakdatei erstellt (hier
text.dvi), die man sich auf dem Bildschirm ansehen oder auf einen Drucker ausgeben lassen
kann.
Auch Graken (hier bild.eps) können eingefügt werden.
Sollten während des LATEX-Laufs Fehler aufgetreten sein, so hält LATEX an der betreenden
Stelle an und gibt eine Meldung aus mit einem Hinweis auf Fehlerstelle und -art.

2.3 Ausgabemöglichkeiten
Für die Ausgabe einer durch LATEX erzeugten Datei gibt es grundsätzlich mehrere Möglich-
keiten:
Mit einem entsprechenden Treiberprogramm kann die Datei auf dem Bildschirm angezeigt
werden, sie kann direkt auf einem Laser-, Tintenstrahl- oder Nadeldrucker ausgegeben wer-
den oder  nach Umwandlung in eine PostScript-Datei  auf einem PostScript-fähigen
Drucker in höchster Qualität.
Ersatzweise lassen sich PostScript-Dateien auch mit geeigneten Interpretern (etwa gs) auf
nicht PostScript-fähigen Laser- oder Tintenstrahldruckern in durchaus vergleichbarer Qua-
lität zu Papier bringen.
2.4 Kopieren Sie die Beispieltexte in Ihr Verzeichnis 7

2.4 Kopieren Sie die Beispieltexte in Ihr Verzeichnis


Diese benden sich auf den PCs im Verzeichnis h:\emtex\doc\beispiele, auf den UNIX-
Rechnern im Verzeichnis /tuhh/public/lib/texmf/doc/beispiele/ jeweils in den Dateien:
latex1.tex, latex2.tex und top.tex.

Es empehlt sich, für LATEX ein eigenes Verzeichnis (z.B. texte) zu erstellen und die Bei-
spieldateien in dieses Verzeichnis zu kopieren.

2.5 Sehen Sie sich die Datei latex1.tex an


Diese Datei (vgl. Anhang A.1) enthält das Grundgerüst einer LATEX-Eingabe. Sie zeigt im
wesentlichen die in LATEX vordenierten Schriftarten und -gröÿen.
Einige grundlegende Anmerkungen zum Aufbau einer LATEX-Datei:

 Auf ein Prozentzeichen folgender Text wird bis zum Zeilenende als Kommentar be-
trachtet und von LATEX ignoriert.
 LATEX-Steuerbefehle sind an einem führenden Backslash (\) zu erkennen.
 Die Anweisungen oberhalb der Zeile \begin{document} gelten für das gesamte Doku-
ment. Von Bedeutung sind dabei insbesondere \documentclass-, \usepackage- und
\setlength-Steuerbefehle.

 Die \documentclass-Anweisung, gewöhnlich der erste LATEX-Befehl eines Dokuments,


legt dessen Gesamtstil fest. Es stehen u.a. die Klassen letter, article, report und
book zur Verfügung. Die Dokumentklasse beeinuÿt u.a. Kopfzeilen und Kapitelnu-
merierung. Für Praktikumsberichte empehlt sich in der Regel der Dokumentklasse
article, für Studien- oder Diplomarbeiten article oder report. Weiterhin erlaubt
der \documentclass-Befehl Optionen, z.B. 11pt für 11 Punkte groÿe Schrift statt der
standardmäÿigen 10 Punkte groÿen.
 \usepackage bindet Erweiterungspakete ein, z.B. \usepackage[german]{babel} das
Paket babel zur Unterstützung mehrsprachiger Texte mit der Option german für
deutschsprachige Inhaltsverzeichnis- und Kapitelüberschriften, vereinfachte Schreib-
weise von Umlauten und deutsche Trennung.
 Mit \setlength werden Längenangaben festgelegt, zum Beispiel für die Gesamthöhe
des Textes, die Textbreite oder die Breite des linken Randes.
 Der eigentliche Text wird durch \begin{document} und \end{document} eingerahmt.
Text, der auf \end{document} folgt, wird ignoriert.
 Leerzeichen und Zeilenumbrüche sind in LATEX in aller Regel ohne Belang, Abschnitte
werden durch Leerzeilen getrennt.
8 Ein kleiner LATEX-Kurs

2.6 Starten Sie LATEX


Mit dem Befehl latex latex11 kann die Datei latex1.tex in eine druckfertige Form übersetzt
werden.
Bitte geben Sie diesen Befehl jetzt ein. Nach einiger Zeit erscheinen auf dem Bildschirm
diverse Meldungen, ähnlich den folgenden:
% latex latex1
This is TeX, Version 3.1415 (C version 6.1)
(latex1.tex
LaTeX2e <1995/06/01>
Hyphenation patterns for english, german, francais, italian, loaded.
(/usr/local/lib/texmf/tex/latex2e/base/article.cls
Document Class: article 1995/06/19 v1.3e Standard LaTeX document class
(/usr/local/lib/texmf/tex/latex2e/base/size11.clo))
(/usr/local/lib/texmf/tex/latex2e/packages/babel/babel.sty
(/usr/local/lib/texmf/tex/latex2e/packages/babel/germanb.sty
(/usr/local/lib/texmf/tex/latex2e/packages/babel/babel.def))) (latex1.aux)
[1] (latex1.aux) )
Output written on latex1.dvi (1 page, 3220 bytes).
Transcript written on latex1.log.

Was bedeutet dies alles ?


Nach der Meldung der Programmversion führt LATEX noch einmal Dokumentklasse und
-optionen der betreenden Datei auf (diejenigen Zeilen, die mit Document Style begin-
nen), zeigt den Fortschritt der Übersetzung an (zu Beginn der ersten Seite [1, an ihrem
Ende [1]) und meldet abschlieÿend den Namen, die Seitenzahl und Gröÿe der Ausgabedatei
(latex1.dvi (1 page, 3700 bytes)). Daneben werden noch eine Hilfsdatei (latex1.aux)
und eine Datei mit weiteren Informationen über den Übersetzungslauf (latex1.log) erzeugt.
Die Ausgabedatei kann nun auf dem Bildschirm angezeigt oder ausgedruckt werden.

2.7 Sehen Sie sich die LATEX-Ausgabe auf dem Bildschirm


an
Auf den UNIX-Rechnern geben Sie dazu bitte xdvi latex1 ein. Nach kurzer Zeit erscheint
die LATEX-Ausgabe auf dem Bildschirm, annähernd so, wie sie ein Ausdruck ergeben würde.

1t bedeutet ein Leerzeichen.


2.8 Drucken Sie den Text latex1.dvi aus 9

2.8 Drucken Sie den Text latex1.dvi aus


Dazu dient der Befehl dvips -f latex1 | lpr -Pqms1660, mit dem die Datei latex1.dvi
zunächst in eine PostScript-Datei umgewandelt und dann direkt zum Drucker qms1660 ge-
sendet wird. Den Text können Sie sich nach einiger Zeit am Drucker (DE22 Raum 0048)
abholen. Umfangreichere Dokumente sollten Sie auf dem Hochgeschwindigkeits-Laserdrucker
ps oder psd im Rechenzentrum, Denickestr. 17, Raum 3023, ausgeben. Dabei ist aus Gründen
der Papierersparnis die beidseitige Ausgabe (psd) vorzuzuiehen.
Mit lpq -Pqms1660 kann man erfahren, ob der Text gedruckt wurde oder noch in der War-
teschlange steht. Sollten Sie auf dem Bildschirm die Ausgabe work done at... oder eine
Liste mit Druckaufträgen entdecken, in der Ihr Name nicht vorhanden ist, so wurde der Text
bereits ausgedruckt.
Wenn Sie den Text jetzt am Drucker abholen, können Sie auf dem Blatt erkennen, welche
Schriftarten und -gröÿen es in LATEX gibt und wie diese im Ausdruck aussehen.

2.9 Bearbeiten Sie das zweite LATEX-Beispiel


Geben Sie dazu bitte zunächst wieder den LATEX-Befehl ein: latex latex2. Nachdem der
Text übersetzt ist, lassen Sie ihn sich bitte mit xdvi latex2 auf dem Bildschirm anzeigen.
Der Text, den Sie jetzt sehen, erklärt einige Beispiele für das Erstellen mathematischer
Formeln.
Der Ausdruck des Textes ist nun mit dvips und lpr, wie oben beschrieben, möglich:
dvips -f latex2 | lpr -Pqms1660.

2.10 Schreiben Sie Ihren ersten LATEX-Text


Dazu kopieren Sie bitte zunächst die Datei top.tex und geben ihr den gewünschten Namen;
z.B.: cp top.tex latex3.tex, wenn Ihr Text latex3.tex heiÿen soll. In der Datei top.tex
benden sich die gleichen Denitionen zum Seitenlayout wie auch in der Datei latex2.tex.
Diesen Text können Sie als Kopfteil jeder LATEX-Datei verwenden, um so das ständige Neu-
denieren von Seitenlängen und Dokumentklassen zu vermeiden.
Laden Sie die neue LATEX-Datei jetzt bitte in den Editor. Hinter der Zeile \begin{document}
können Sie mit Ihrem eigenen Text beginnen. Für den Anfang sind noch einige Kleinigkeiten
von Bedeutung:

 Mittels \usepackage[german]{babel} brauchen die Umlaute und das ÿ nicht mehr


mit drei Zeichen (z.B. \"a), sondern nur noch mit zweien eingegeben zu werden: ä
wird durch "a erzeugt, ÿ durch "s.
10 Ein kleiner LATEX-Kurs

Dieses Paket deniert auch den Befehl \selectlanguage{Sprache }, mit dem für fremd-
sprachige Textabschnitte die entsprechenden Trennregeln aktiviert werden können.
Einzelheiten hierzu in Abschnitt 3.
 Neue Absätze werden mit einer Leerzeile erzeugt.
 Die weiteren Möglichkeiten des Textsatzes mit LATEX entnehmen Sie bitte den Beispiel-
texten und den weiteren Kapiteln dieser Anleitung.
Wichtig: Auf jeden Fall den Text mit dem Befehl \end{document} beenden!

2.11 Fehlermeldungen
sind leider nicht immer zu vermeiden. Falls eine Fehlermeldung auftritt, empehlt es sich,
zunächst einmal h einzugeben, um sich einen mehr oder weniger ausführlichen Hilfetext
anzeigen zu lassen. Anschlieÿend kann der LATEX-Lauf mit x abgebrochen werden. Meist
zeigt LATEX die Zeile an, in der der Fehler aufgetreten ist. Gelegentlich kann der Fehler seine
Ursache aber auch in einer vorangehenden Zeile haben.
Die häugste Fehlerursache sind Schreibfehler in Befehlen, vergessene Klammern oder eine
falsche Reihenfolge von Befehlen.

2.12 Tabelle der verwendeten Befehle


Befehl Bedeutung
latex Dateiname wandelt eine LATEX-Datei in eine Datei mit
der Endung .dvi um.
xdvi Dateiname zeigt eine .dvi-Datei auf dem Bildschirm ei-
nes UNIX-Rechners an.
dvips -f Dateiname | lpr -Pqms1660 übersetzt eine Datei mit der Endung .dvi in
(Mit der Option -P wird der Druckerna- eine PostScript-Datei und gibt sie auf dem
me qms1660 angegeben.) Drucker aus.
Kapitel 3
Dokumentklassen und Pakete
Dokumentklassen legen das Grundlayout eines LATEX-Dokuments fest; demzufolge steht der
entsprechende Befehl
\documentclass[Optionen ]{Dokumentklasse }

am Beginn einer jeden LATEX-Textdatei. Mögliche Dokumentklassen sind:


article für Artikel in Zeitschriften, für Praktikums- und Laborberichte, Seminar-,
Studien- und Diplomarbeiten mit einer Unterteilung in numerierte Abschnit-
te.
report für Berichte, für Studien- und Diplomarbeiten mit einer Untergliederung in
Kapitel.
book für Bücher mit einer Aufteilung in Kapitel.
letter für Briefe.
proc für Berichte (Proceedings), basierend auf article (etwas breiter, zweispal-
tig).
Als Optionen können, ggf. durch Kommata getrennt, angegeben werden:
10pt für 10 Punkte hohe Schrift (Voreinstellung, üblich für Buchdruck).
11pt für 11 Punkte hohe Schrift.
12pt für 12 Punkte hohe Schrift (etwa Schreibmaschinenschriftgröÿe).
Mit diesen drei Optionen werden die Zeilenabstände voreingestellt.
fleqn für linksbündige mathematische Formeln (Voreinstellung: zentrierte Formeln).
leqno für links statt rechts von den Gleichungen stehende Gleichungsnummern.
titlepage für die Erzeugung einer gesonderten Titelseite in Verbindung mit der Doku-
mentklasse article (Voreinstellung bei report und book).
twocolumn für zweispaltigen statt einspaltigen Textsatz.
twoside für zweiseitige Kopien (unterschiedliche linke und rechte Seiten).
12 Dokumentklassen und Pakete

Möchte man zum Beispiel einen Artikel in zweispaltigem, doppelseitigem Satz unter Ver-
wendung einer 12 Punkte hohen Schrift erstellen, so würde die entsprechende \document-
class-Anweisung lauten:

\documentclass[twocolumn,twoside,12pt]{article}

Pakete erweitern die Funktionalität von LATEX auf vielfältige Weise. Ihre Angabe erfolgt i.a.
in mehreren Zeilen der Form
\usepackage[Optionen ]{Pakete }

noch vor \begin{document}. Eine Paketoption gilt dabei für alle Pakete des betreenden
\usepackage-Befehls, eine Option einer Dokumentklasse dagegen für alle Pakete. Jede Pa-
ketdatei wird nur einmal gelesen, wiederholte \usepackage-Anweisungen werden ignoriert,
bei widersprüchlichen oder fehlenden Optionen erfolgt eine Fehlermeldung.
Allein der LATEX-Begleiter [3] beschreibt mehr als 150 nützliche Pakete. Im folgenden eine
kleine Auswahl, entnommen aus LATEX 2" for authors :
Standardpakete, die zusammen mit LATEX ausgeliefert werden:
alltt stellt die alltt-Umgebung zur Verfügung (ähnlich der verbatim-Umgebung,
abgesehen davon, daÿ \, { und } ihre übliche Bedeutung behalten (s. [4]).
doc Basispaket zur Dokumentation von LATEX-Paketen (s. doc.dtx).
exscale skalierte Versionen des erweiterten mathematischen Zeichensatzes
(s. exscale.dtx und [3]).
fontenc Festlegung der Zeichensatz-Kodierung, die LATEXverwenden soll
(s. ltoutenc.dtx).
graphpap deniert den \graphpaper-Befehl für die picture-Umgebung
ifthen if ::: then do ::: otherwise do -Befehle (s. ifthen.dtx und [3]).
inputenc speziziert die Kodierung des LATEX-Eingabetextes (s. inputenc).
latexsym lädt den LATEX-Symbolzeichensatz (s. latexsym.dtx und [3]).
makeidx Befehle zur Index-Erstellung (s. [4] und [3]).
newlfont emuliert die Zeichensatz-Befehle von LATEX2.09+NFSS2 (s. [3]).
oldlfont emuliert die Zeichensatz-Befehle von LATEX2.09 (s. [3]).
showidx gibt das Argument eines jeden \index-Befehls auf der jeweiligen Seite aus (s.
[4]).
syntonly Syntaxprüfung ohne Ausgabe (s. syntonly.dtx und [3]).
Dokumentklassen und Pakete 13

tracefnt Auswahl der angezeigten Information beim Laden von Zeichensätzen (s. [3]).

Neben den genannten Standardpaketen existieren eine Reihe weitverbreiteter Paket-Samm-


lungen. Um alle im LATEX-Handbuch [4] beschriebenen Pakete zur Verfügung zu haben,
sollten zumindest die graphics- und tools-Sammlung installiert sein. Das amsmath-Paket
(Teil von amslatex) und babel werden in diesem Buch gleichfalls zu den Standardpaketen
gezählt. In aller Kürze:

amslatex Pakete der American Mathematical Society mit wesentlichen Erweiterungen


zum Satz komplexerer mathematischer Formeln (s. [3]).
babel das babel-Paket mit einer Reihe zugehöriger Dateien zur Unterstützung mehr-
sprachiger Dokumente (s. [3]).
graphics beinhaltet u.a. die Pakete graphics und color zum Einbinden und Transfor-
mieren von Graken sowie zum farbigen und farbig hinterlegten Textsatz (s.
[4]).
mfnfss alles Nötige (mit Ausnahme der Zeichensätze selbst) zur Verwendung einer
Vielzahl von Bitmap- (METAFONT) Schriften.
psnfss alles Nötige (mit Ausnahme der Zeichensätze selbst) zur Verwendung einer
Vielzahl von PostScript-Schriften.
tools verschiedene Pakete des LATEX3-Projektteams:

Die tools-Sammlung umfaÿt folgende Pakete:

array erweiterte Versionen der Umgebungen array, tabular und tabular*.


dcolumn Ausrichtung bezogen auf einen Dezimalpunkt in Tabellen.
delarray groÿe Klammern um Arrays.
hhline Varianten horizontaler Linien in Tabellen.
longtable bzw. longtble ausgefeilte mehrseitige Tabellen.
tabularx Erstellung von Tabellen vorgegebener Breite ähnlich tabular*, aber mit An-
passung der Spaltenbreite statt des Spaltenzwischenraums.
afterpage Einfügen von Text nach der aktuellen Seite.
enumerate erweiterte Version der enumerate-Umgebung.
fontsmpl Testausgabe von Zeichensätzen.
ftnright Anordnung von Fuÿnoten in der rechten Spalte bei zweispaltigem Textsatz.
14 Dokumentklassen und Pakete

indentfirst Einrücken des ersten Absatz eines Abschnitts.


layout Testausgabe des Seitenlayouts der betreenden Dokumentklasse.
multicol mehrspaltiger Textsatz mit ausgeglichener Spaltenlänge.
rawfonts Laden von Zeichensätzen mit den internen Namen von LATEX2.09.
somedefs Auswahl von Paketoptionen.
showkeys markiert Schlüsselwörter in Verbindung mit \label, \ref, \cite usw. im
laufenden Text.
theorem exible Möglichkeiten der Denition theorem-ähnlicher Umgebungen.
varioref verbesserte Querverweise.
verbatim erweiterte Version der verbatim-Umgebung.
xr Querverweise zu externen Dokumenten.
xspace verbesserter Zwischenraumbefehl.
Grundsätzlich empfehlenswert ist die Verwendung der Pakete
fontenc zur Verwendung 8-bit-kodierter LATEX-Zeichensätze,
inputenc zur direkten Eingabe von Umlauten gemäÿ der unter Windows und Unix üblichen
iso-latin-1-Kodierung und
babel z.B. für einen deutschsprachigen Text mit einzelnen englischsprachigen Abschnit-
ten:
\usepackage[T1]{fontenc}
\usepackage[latin1]{inputenc}
\usepackage[english,german]{babel}

Ohne das fontenc-Paket zur Verwendung der T1-Kodierung erfolgt in aller Regel keine
automatische Trennung von Wörtern mit Umlauten.
Die Angabe der Kodierung des Eingabetextes ermöglicht es, dieselbe tex-Quelle mit direkt
eingegebenen Umlauten auf unterschiedlichen Systemen zu übersetzen. Folgende Kodierun-
gen werden unterstützt:
ascii ASCII-Kodierung für den Bereich 32127
cp850 IBM code page 850
cp437 IBM code page 437
cp437de IBM code page 437 (deutschsprachige Version)
latin1 ISO Latin-1-Kodierung
latin2 ISO Latin-2-Kodierung
applemac Macintosh-Kodierung
next Next-Kodierung
ansinew Windows 3.1 ANSI-Kodierung
Dokumentklassen und Pakete 15

Mit dem babel-Paket stehen folgende Erweiterungen zur Verfügung:


"a führt zu ä (analog für ö, ü, Ä, Ö, Ü).
"s führt zu ÿ.
Ohne die Dokumentklassen-Option german müÿte z.B. \"a für das
ä und "ss für das ÿ eingegeben werden.
"ck statt ck bewirkt bei Bedarf die korrekte Trennung k-k.
"` oder \glqq liefert die linken (unteren) Anführungszeichen ().
"' oder \grqq liefert die rechten (oberen) Anführungszeichen ().
"< liefert die linken Buchdruck-Anführungszeichen ().
"> liefert die rechten Buchdruck-Anführungszeichen ().
\selectlanguage{l } schaltet auf die Sprache l ; dabei kann für l \english, \francais,
\german oder \spanish gesetzt werden. Dies aktiviert die entspre-
chenden Trennregeln und paÿt das Datumsformat und die auto-
matisch erzeugten Überschriften an (z.B. Kapitel, Abbildungs-
verzeichnis). Die gewünschten Sprachen sind als Optionen des
babel-Pakets anzugeben. Die zuletzt aufgeführte Sprache wird
voreingestellt.
Kapitel 4
Textsatz
Die Bearbeitung von Texten erfolgt durch LATEX wechselweise in einem der folgenden drei
Modi:

 Absatzmodus
 LR-Modus
 Mathematischer Modus

Die Kenntnis dieser Modi ist deshalb von Bedeutung, weil einige der LATEX-Befehle nur in
bestimmten Modi zur Verfügung stehen und andere in verschiedenen Modi unterschiedliche
Wirkungen besitzen.
Bei dem Absatzmodus handelt es sich um den normalen Textmodus, in dem LATEX den
Eingabetext als Sequenz von Wörtern und Sätzen in Zeilen, Absätze und Seiten umbricht.
Der LR-Modus ähnelt dem Absatzmodus, jedoch läÿt der LR-Modus keinen Zeilenumbruch
in einer Folge von Wörtern zu. Spezielle Befehl wie \mbox{Text} setzen den angegebenen
Text im LR-Modus. Auf diese Weise kann eine automatische Trennung an unerwünschter
Stelle unterdrückt werden.
Durch bestimmte Zeichenfolgen wechselt LATEX in den mathematischen Modus und zurück in
den Absatzmodus. Im mathematischen Modus stehen eine Reihe zusätzlicher Sonderzeichen
zur Verfügung, es werden spezielle Formatierregeln wirksam. Beispielsweise bleiben Leerzei-
chen bei der Formatierung unberücksichtigt: Die Texteingaben is oder auch i s werden
gleichermaÿen als Produkt interpretiert und als is dargestellt.

4.1 Längeneinheiten
werden in LATEX für die meisten Abstandsdenitionen benötigt.
4.2 Seitenformat 17

Die wichtigsten sind:


pt typographischer Punkt (engl.-amerik.) (1 inch = 72,27 pt, 1 mm = 2,85 pt)
bp PostScript-Punkt (1 inch = 72 bp, 1 mm = 2,83 bp)
mm Millimeter
cm Zentimeter
ex Höhe des Buchstabens x im aktiven Zeichensatz
em Länge des Gedankenstrichs () im aktiven Zeichensatz

4.2 Seitenformat
Eine Reihe von Gröÿen beschreiben das Seitenformat in LATEX. Diesen Gröÿen kann durch
\setlength{Gröÿe }{Wert } z.B.: \setlength{\textwidth}{16.5cm}
ein neuer Wert zugewiesen werden, durch
\addtolength{Gröÿe }{Wert } z.B.: \addtolength{\topmargin}{-15mm}
kann ihr Wert verändert werden.
\oddsidemargin
\topmargin linker Rand für ungerade Seiten
?
6? \headheight \evensidemargin
linker Rand für gerade Seiten
6 ? \headsep
\topskip
\topmargin
oberer Rand bis zur Oberkante der
? erste Textzeile Kopfzeile
\headheight
Höhe der Kopfzeile
\headsep
Abstand der Unterkante der Kopfzeile
zur Oberkante des Seitentextes
\topskip
Abstand der Oberkante des Seiten-
\textheight
textes zur Grundlinie der ersten Text-
zeile
6-
\textheight


- Höhe des Seitentextes
\textwidth
? \oddsidemargin \textwidth

PPP \evensidemargin \footskip
Breite des Seitentextes
\footheight
6? \footheight ? Höhe der Fuÿzeile
\footskip
Abstand der Unterkante des Seiten-
textes zur Unterkante der Fuÿzeile
18 Textsatz

4.3 Absätze, Einrückungen


Absätze werden durch eine Leerzeile in der LATEX-Eingabedatei erzeugt. Standardmäÿig wird
ein Absatz in der Ausgabe durch Einrücken der ersten Zeile markiert.
Sollen Absätze stattdessen durch einen vergröÿerten Zeilenabstand gekennzeichnet werden,
sind die Befehle
\setlength{\parindent}{0pt} % keine Einrückung der ersten Zeile eines Absatzes
\setlength{\parskip}{1.5ex} % Zeilenabstand zwischen Absätzen

vor der Anweisung \begin{document} einzugeben.

4.4 Zeilen-, Seitenumbruch, Trennhilfen


Zeilen- und Seitenumbruch werden von LATEX grundsätzlich automatisch durchgeführt. Falls
erforderlich, versucht LATEX dabei, Wörter zu trennen. Gelingt dies nicht, können in der
Eingabe Trennhilfen gegeben werden, indem an entsprechender Stelle \- eingefügt wird;
z.B.: Ur\-instinkt.
Um einen Zeilenumbruch zu erzwingen, stehen folgende Möglichkeiten zur Verfügung:
\linebreak bricht im Blocksatz um, d.h. in der durch \linebreak beendeten Zeile wird
Leerraum eingefügt, so daÿ der Text links- und rechtsbündig erscheint.
\newline bricht ohne rechten Randausgleich um.
\\ wie \newline.
\\[Abstand ] erlaubt anzugeben, wie viel Abstand zwischen den Zeilen zusätzlich zum
üblichen Zeilenabstand gelassen werden soll; z.B.: \\[0.5ex]
\\*[Abstand ] wie \\[Abstand ], verhindert jedoch, daÿ nach dem Zeilen- ein Seitenumbruch
vor der nächsten Zeile erfolgen kann.
Diese Angaben können im laufenden Eingabetext erfolgen, müssen also nicht am Ende einer
Zeile stehen.
Zur Steuerung des Seitenumbruchs dienen folgende Anweisungen:
\pagebreak erzwingt einen Seitenumbruch; analog \linebreak wird Leerraum eingefügt,
so daÿ die durch \pagebreak abgeschlossene Seite kopf- und fuÿbündig er-
scheint.
\newpage bricht die Seite an der betreenden Stelle um und läÿt den Rest der Seite
leer.
4.5 Schriftarten, Schriftgröÿen 19

\clearpage ähnlich \newpage, mit dem Unterschied, daÿ denierte und noch nicht aus-
gegebene Tabellen und Abbildungen auf den Folgeseiten ohne weiteren Text
erscheinen.
Durch Klammerung mit
\begin{samepage}
Text
\end{samepage}

kann der Seitenumbruch innerhalb eines Textteiles vermieden, durch


\enlargethispage{size}

die Länge einer einzelnen Seite vergröÿert werden.

4.5 Schriftarten, Schriftgröÿen


LATEX kennt acht unterschiedliche Schriftarten (und zusätzlich 26 kalligraphische Buchsta-
ben) sowie zehn verschiedene Schriftgröÿen.
Die Auswahl einer Schriftgröÿe erfolgt über einen entsprechenden Befehl in Abhängigkeit von
der gewählten Dokumentklassen-Option (standardmäÿig 10pt, optional 11pt oder 12pt).
Aus der folgenden Tabelle kann die jeweils resultierende Zeichenhöhe in typographischen
Punkten (= 1=72; 27 inch) entnommen werden:

Befehl Zeichenhöhe
10pt 11pt 12pt
ntiny 5pt 6pt 6pt
nscriptsize 7pt 8pt 8pt
nfootnotesize 8pt 9pt 10pt
nsmall 9pt 10pt 11pt
nnormalsize 10pt 11pt 12pt
nlarge 12pt 12pt 14pt
nLarge 14pt 14pt 17pt
nLARGE 17pt 17pt 20pt
nhuge 20pt 20pt 25pt
nHuge 25pt 25pt 25pt

Die Verfügbarkeit der Schriftarten in den einzelnen Zeichenhöhen gibt die anchlieÿende Ta-
belle wieder.
20 Textsatz

Schriftart 5pt 6pt 7pt 8pt 9pt 10pt 11pt 12pt 14pt 17pt 20pt 25pt
\rm Roman            
\it Italic         + + + 
\bf Bold Face + + + +       + +
\sl Slanted    + +    + + + 
\sf Sans Serif    + +    + + + 
\sc Small Caps    + + + + + + + + 
\tt Typewriter    +     + + + 
\mit ;            
\cal CAL            
Darin bedeutet:
 Der Font ist nicht verfügbar.
+ Der Font wird bei Bedarf automatisch geladen.
 Der Font ist bereits fest installiert.

4.6 Listen
LATEX bietet drei spezielle Listenformen, die sich in der Kennzeichnung der Listenpunkte
unterscheiden:
 itemize-Listen mit Markierungen  , ,  und  ,
 enumerate-Listen mit Numerierungen 1. , (a), (i.) und A.
 description-Listen mit eigenständigen Listenpunkten in Fettschrift.

Alle Listen leiten sich von einer gemeinsamen Grundform ab; so kann jede Liste bis zu vier
Gliederungsebenen besitzen.
Nachfolgend sind Erscheinungsbild und Quelltext der in LATEX verfügbaren Listenformen
wiedergegeben:

itemize -Listen
 Dies ist ein Unterpunkt der ersten Ebene.
 Dies ist ein Unterpunkt der zweiten Ebene.
 Dies ist ein Unterpunkt der dritten Ebene.
 Dies ist ein Unterpunkt der vierten Ebene.

 Dies ist der zweite Unterpunkt der ersten Ebene.

Die vorstehende Liste wurde wie folgt erzeugt:


4.6 Listen 21

\begin{itemize}
\item Dies ist ein Unterpunkt der ersten Ebene.
\begin{itemize}
\item Dies ist ein Unterpunkt der zweiten Ebene.
\begin{itemize}
\item Dies ist ein Unterpunkt der dritten Ebene.
\begin{itemize}
\item Dies ist ein Unterpunkt der vierten Ebene.
\end{itemize}
\end{itemize}
\end{itemize}
\item Dies ist der zweite Unterpunkt der ersten Ebene.
\end{itemize}

enumerate -Listen
1. Dies ist ein Unterpunkt der ersten Ebene.
(a) Dies ist ein Unterpunkt der zweiten Ebene.
i. Dies ist ein Unterpunkt der dritten Ebene.
A. Dies ist ein Unterpunkt der vierten Ebene.
2. Dies ist der zweite Unterpunkt der ersten Ebene.

Die vorstehende Liste wurde erzeugt mit den Befehlen:


\begin{enumerate}
\item Dies ist ein Unterpunkt der ersten Ebene.
\begin{enumerate}
\item Dies ist ein Unterpunkt der zweiten Ebene.
\begin{enumerate}
\item Dies ist ein Unterpunkt der dritten Ebene.
\begin{enumerate}
\item Dies ist ein Unterpunkt der vierten Ebene.
\end{enumerate}
\end{enumerate}
\end{enumerate}
\item Dies ist der zweite Unterpunkt der ersten Ebene.
\end{enumerate}

description -Listen
Punkt 1 Dies ist ein Unterpunkt der ersten Ebene.
Punkt 2 Dies ist der zweite Unterpunkt.
Die vorstehende Liste wurde erzeugt durch:
22 Textsatz

\begin{description}
\item[Punkt 1] Dies ist ein Unterpunkt der ersten Ebene.
\item[Punkt 2] Dies ist der zweite Unterpunkt.
\end{description}

Natürlich kann auch eine description-Liste mit bis zu vier Gliederungsebenen erstellt wer-
den.

Allgemeine Listen
Das Erscheinungsbild allgemeiner Listen zeigt folgendes Schema:

Vorangehender Text
6\topsep + \parskip [+ \partosep ]
\labelsep
- ?
Marke
 - Punkt 1, Absatz 1
\labelwidth
6\parsep
 - ?
 \leftmargin - \listparindent Punkt 1, Absatz 2 \rightmargin
-
6\itemsep + \parsep
- Marke - ?
\itemindent \itemindent
Punkt 2
6\topsep + \parskip [+ \partosep ]
?
Nachfolgender Text

Die allgemeine Listenform lautet:


\begin{list}{Standardmarke}{Listenerklärung}
Listenpunkte
\end{list}

Linksseitig um 10mm eingerückter Text läÿt sich damit beispielsweise auf folgende Weise
erreichen:
\begin{list}{}{\leftmargin10mm}\item[]
einzurückender Text
\end{list}

(\rightmargin besitzt standardmäÿig den Wert 0pt.)


4.7 Tabellen 23

4.7 Tabellen
Mit \begin{tabular}{...} und \end{tabular} kann eine Tabelle mit Unterteilungen durch
senkrechte und waagerechte Linien erstellt werden. Dazu sind in der zweiten Klammer der
Anweisung \begin{tabular}{...} für jede vorgesehene Spalte Argumente anzugeben, die
die Formatierung der Tabelle steuern:
c bewirkt, daÿ Einträge in der betreenden Spalte zen-
triert werden.
l richtet Einträge in der betreenden Spalte linksbündig
aus,
r richtet sie rechtsbündig aus.
p{width } erzeugt eine Spalte der Breite width ; betreende Einträ-
ge werden im Blocksatz ausgegeben.
| steht für einen senkrechten Strich über die gesamte Höhe
der Tabelle.
@{text } bewirkt anstelle eines senkrechten Striches, daÿ der an-
gegebene text als Spaltentrenner erscheint. Auch wenn
kein senkrechter Strich angegeben wird, reserviert LATEX
entsprechend viel Platz. Durch ein einleitendes @{} kann
eine Tabelle linksbündig zu dem umgebenden Text ge-
setzt werden.
Die Tabellenspalten sind durch & zu trennen, die Zeilen mit Ausnahme der letzten durch \\
abzuschlieÿen.
Der Befehl \multicolumn{...}{...}{...} erzeugt einen Eintrag, der mehrere Spalten um-
faÿt. In der ersten Klammer ist die Anzahl der zu überbrückenden Spalten, in der zweiten die
Positionierungsangabe, also c, l oder r, und in der dritten Klammer der Text einzutragen.
Der Befehl \hline bewirkt eine waagerechte Trennlinie über die gesamte Tabellenbreite.
\cline{...} ermöglicht zusätzlich, die erste und letzte Spalte anzugeben, über die sich eine
waagerechte Trennlinie erstrecken soll.
Ein Beispiel:
24 Textsatz

1. Zeile Eintrag über 2 Spalten, zentriert


2. Zeile linksbündig
3. Zeile rechtsbündig
Erzeugt wurde die Tabelle mit den Befehlen:
\begin{tabular}{|c||l|r}
\hline
1. Zeile & \multicolumn{2}{|c|}{Eintrag über 2 Spalten, zentriert} \\
\hline\hline
2. Zeile & linksbündig & \\
\cline{2-3}
3. Zeile & & rechtsbündig \\
\hline
\end{tabular}

Bei groÿen Tabellen gerät man jedoch in Schwierigkeiten, da mit tabular kein Seitenumbruch
in der Tabelle möglich ist. Als Ausweg stehen zwei Pakete zur Verfügung: supertabular
und longtable.
Tabellen vorgegebener Breite ermöglicht das Paket tabularx. Im Gegensatz zu tabular*
wird bei tabularx nicht die Breite des Spaltenzwischenraums sondern die Spaltenbreite
selbst angepaÿt.

4.8 Fuÿnoten
werden mit dem Befehl \footnote{Fuÿnotentext} erzeugt. Dieser Befehl steht genau an der
Stelle, an der das Fuÿnotensymbol später erscheinen soll.1 In der Eingabe sieht dies so aus:
Dieser Befehl steht genau an der Stelle, an der das Fuÿnotensymbol
später erscheinen soll.\footnote{An dieser Stelle steht eine Fuÿnote.}

Der Befehl bewirkt die automatische Durchnumerierung der Fuÿnoten sowie einen Eintrag
des Fuÿnotentextes auf der aktuellen Seite oder, sollte der Platz dafür nicht mehr ausreichen,
auf der folgenden Seite.

4.9 Randnotizen
lassen sich erreichen durch den Befehl
\marginpar{Randnotiz }

=) Dabei wird standardmäÿig von einer rechtsseitigen Randnotiz am äuÿeren Rand ausgegan-
gen. Ein Pfeil, der als Randnotiz auf eine Textstelle weisen soll, muÿ auf einer linken Seite
1 An dieser Stelle steht eine Fuÿnote.
4.10 Querverweise 25

jedoch entgegengesetzt orientiert sein. Dem trägt folgende, allgemeinere Form für Randno-
tizen Rechnung:
\marginpar[linksseitige Randnotiz ]{rechtsseitige Randnotiz }

In obigem Fall also etwa:


\marginpar[\hfill$\Longrightarrow$]{$\Longleftarrow$}

In diesem Zusammenhang bewirkt \hfill, daÿ der Pfeil an den Text herangerückt wird.

4.10 Querverweise
Zunächst ist die Stelle, auf die Bezug genommen werden soll, mit \label{Name} zu markie-
ren. An anderer Stelle im Text kann dann mit \ref{Name} die Nummer des betreenden
Kapitels bzw. Abschnitts, mit \pageref{Name} die Nummer der betreenden Seite einge-
fügt werden.
Soll auf die Nummer einer mathematischen Formel Bezug genommen werden, so ist der Befehl
\label{Name} lediglich zwischen \begin{equation} und \end{equation} einzufügen.

Auch die Nummern von eqnarray, enumerate (mit der Nummer des Unterpunktes), figure
oder table werden automatisch mit den beiden Befehlen \label{ : : : } und \ref{ : : : }
erzeugt.

4.11 Zwischenraum
in horizontaler Richtung kann wie folgt geschaen werden:

\quad 1 em Zwischenraum
\qquad 2 em Zwischenraum
\/ italic -Korrektur
\, 3/18 em Zwischenraum
\: 4/18 em Zwischenraum
\; 5/18 em Zwischenraum
\! -3/18 em Zwischenraum

Zwischenraum in vertikaler Richtung wird mit dem Befehl \vspace{n mm} erzeugt; darin
ist für n der gewünschte Wert einzusetzen. Soll Freiraum auch nach einem Seitenumbruch
gelassen werden, lautet der Befehl \vspace*{n mm}. Im allgemeinen ist es zu empfehlen, die
*-Form zu verwenden.
26 Textsatz

Der nächste Absatz ist mit dem Befehl \vspace*{10mm} um 10 mm tiefer gesetzt worden:2

Für einen horizontalen Freiraum steht analog der Befehl \hspace*{n mm} zur Verfügung,
der ab der aktuellen Position z.B. 40 mm Platz läÿt. Vorangehen-
de und nachfolgende Leerzeichen in der LTEX-Eingabe werden als jeweils ein Zeichen mit
A
berücksichtigt.
Statt der Einheit mm kann natürlich auch eine der anderen verfügbaren Längeneinheiten
benutzt werden (siehe Abschnitt 4.1).

4.12 Verzeichnisse
sind sehr einfach mit LATEX zu erzeugen. Mit einem einzigen Befehl werden Inhalts- und
Literaturverzeichnisse erstellt.
Zu beachten ist dabei, daÿ für ein fehlerfreies Inhalts- oder Literaturverzeichnis sowie für
korrekte Querverweise stets zwei fehlerfreie LATEX-Läufe erforderlich sind.3 Näheres dazu in
den nächsten Unterabschnitten.

4.12.1 Inhaltsverzeichnis
Um mit LATEX ein Inhaltsverzeichnis zu erstellen, genügt es, an der Stelle, an der das Ver-
zeichnis erscheinen soll, den Befehl \tableofcontents anzugeben. LATEX wertet daraufhin
die Argumente der Befehle \chapter{ : : : }, \section{ : : : }, \subsection{ : : : }, : : :
standardmäÿig bis zur 3. Stufe aus und erstellt eine Hilfsdatei mit der Endung .toc. An-
hand dieser Datei wird im darauolgenden Lauf das Inhaltsverzeichnis eingefügt.
Dies erklärt, warum nach einem fehlerfreien LATEX-Lauf noch ein weiterer Lauf erforder-
lich ist, um das korrekte Inhaltsverzeichnis zu erhalten. (Nach einem Lauf, in dem Fehler
aufgetreten sind, ist die Datei mit der Endung .toc möglicherweise noch unvollständig.
Beim darauolgenden Lauf übernimmt LATEX den Inhalt dieser Datei und erstellt damit ein
entsprechend unvollständiges Inhaltsverzeichnis, selbst wenn der Lauf ohne Fehlermeldung
erfolgt.)

Diese Schrift wurde nachträglich um den Faktor 0,707 verkleinert, so daÿ sich im Ausdruck entsprechend
2
kleinere Abstände ergeben.
3 Ändert sich durch ein langes Inhaltsverzeichnis die Seitennumerierung, ist u.U. noch ein dritter Lauf
nötig.
4.12 Verzeichnisse 27

4.12.2 Abbildungsverzeichnis
Mit dem Befehl \listoffigures erzeugt LATEX ein Verzeichnis aller Bilder, die im Text mit
\begin{figure}, der Bildunterschrift \caption{ : : : } und \end{figure} gekennzeichnet
sind.

4.12.3 Tabellenverzeichnis
Entsprechend \listoffigures erstellt \listoftables ein Verzeichnis aller Tabellen, die im
Text mit \begin{table}, der Unterschrift \caption{ : : : } und \end{table} gekennzeich-
net sind.
Kapitel 5
Mathematische Formeln
Ihre Darstellung ist die eigentliche Stärke von LATEX. Dies geht so weit, daÿ andere Pro-
gramme, z.B. das Computeralgebrasystem MAPLE, Möglichkeiten zur Ein- und Ausgabe
von Formeln in LATEX-Notation bieten (siehe Kapitel 9).
Formeln werden in LATEX nicht zeichenweise gesetzt, vielmehr wird, schrittweise verfeinernd,
die Beziehung der Formelkomponenten zueinander beschrieben.
Ausgehend von dieser Beschreibung besorgt LATEX den eigentlichen Formelsatz in einem
speziellen mathematischen Bearbeitungsmodus; dabei werden z.B. Klammern auf äuÿerer
Ebene automatisch vergröÿert, hoch- und tiefgestellter Text automatisch in kleinerer Schrift
dargestellt.
Möglichkeiten der Einuÿnahme auf die Darstellung mathematischer Formeln und einige
häug auftretende Formelkomponenten sind Gegenstand der folgenden Abschnitte.

5.1 Darstellungsmöglichkeiten
Wie schon im zweiten Beispieltext gezeigt, lassen sich Formeln innerhalb einer Textzeile
oder, vom Text abgesetzt, in einer gesonderten Zeile darstellen.
Eine abgesetzte Formel kann automatisch numeriert werden, die Numerierung ist dabei wahl-
weise am rechten oder linken Rand möglich. Abgesetzte Formeln können zentriert gesetzt
werden oder auch so, daÿ beispielsweise die Gleichheitszeichen aufeinanderfolgender Glei-
chungen untereinander stehen.
Im einzelnen ist zu unterscheiden zwischen Voreinstellungen durch Optionen und Steuerbe-
fehlen im laufenden Text:
fleqn Option. Richtet Formeln am linken Textrand aus, anstatt sie zu zentrieren.
leqno Option. Numeriert Formeln einer equation- und eqnarray-Umgebung am lin-
ken statt am rechten Rand (siehe unten).
5.1 Darstellungsmöglichkeiten 29

$Formel $ Stellt eine mathematische Formel innerhalb einer Textzeile dar.


\(Formel \) wie $Formel $ .

$$Formel $$ Stellt eine mathematische Formel in einer gesonderten Zeile standardmäÿig


zentriert dar (TEX-Befehl, arbeitet nicht immer korrekt).
\[Formel \] LATEX-Befehl, ersetzt $$Formel $$ .

\begin{equation} Formel \end{equation}


Wie \[Formel \]. Zusätzlich wird die Formel numeriert, standardmäÿig am
rechten Rand. Mit der Option leqno läÿt sich die Numerierung am linken
Rand erreichen.
\begin{eqnarray} Formel \end{eqnarray}
Stellt aufeinanderfolgende Formeln in drei Spalten dar. Damit lassen sich bei-
spielsweise Gleichheitszeichen mehrerer Formeln untereinander setzen:

(a + b) = a + 2ab + b
2 2 2
(5.1)
(a + b) = a + 2a b + ab
3 3 2 2
(5.2)
+ a b + 2ab + b
2 2 3

= a + 3a b + 3ab + b
3 2 2 3

Diese Gleichungen wurden erzeugt mit:


\begin{eqnarray}
(a+b)^2 & = & a^2 + 2ab + b^2 \\
(a+b)^3 & = & a^3 + 2a^2b + \phantom{2}ab^2 \\ \nonumber
& & \phantom{a^3}%
+ \phantom{2}a^2b + 2ab^2 + b^3 \\ \nonumber
& = & a^3 + 3a^2b + 3ab^2 + b^3
\end{eqnarray}

Darin reserviert \phantom{Text } den Platz, den die Ausgabe von Text belegen
würde, ohne jedoch Text tatsächlich auszugeben.
\nonumber unterdrückt die Numerierung der nachfolgenden Zeile.

\begin{eqnarray*} Formel \end{eqnarray*}


wie \eqnarray, jedoch ohne Numerierung.
$$\fbox{$\displaystyle Formel $}$$
Stellt eine Formel mit Rahmen dar; z.B.:

m
X @F
pi (t ) = p ci ;   ; i = 1; : : : ; n mit p  0 :
1 0


=1
@xi t t 0

1 =

Diese Formel wurde mit folgenden Befehlen erstellt:


30 Mathematische Formeln

$$
\fbox{$\displaystyle
\left.
p_i(t_1) = p_0c_i-\sum_{\alpha = 1}^m
\lambda_\alpha \cdot \frac{\partial F_\alpha}{\partial x_i}
\right|_{t = t_1},\ i = 1,\ldots,n \mbox{~mit~} p_0 \leq 0$
}\ .
$$

Im mathematischen Modus werden Buchstaben in der Regel schräg gestellt. Möchte man
innerhalb einer Formel die sonst übliche Schreibweise verwenden, so gelingt dies mit der
Schreibweise \mbox{Text }.
Zu beachten ist, daÿ im mathematischen Modus, anders als sonst, Leerzeilen (d.h. mehrere
Absätze) nicht zulässig sind.

5.2 Häug auftretende Formelkomponenten


hochgestellter Text ^{Text }
Ist lediglich ein einzelnes Zeichen hochzustellen, kann die Klam-
merung entfallen; Beispiel:
20
2^0
210
2^{10}

tiefgestellter Text _{Text }


Ist lediglich ein einzelnes Zeichen tiefzustellen, kann die Klamme-
rung entfallen; Beispiel:
HO 2 H$_2$O
C 12 C$_{12}$

Brüche mit Schrägstrich: Zähler/Nenner


mit waagerechtem Bruchstrich: frac{Zähler}{Nenner}
Beispiel:
(x ; a)
(x ; b)(x + c) \frac{(x-a)}{(x-b)(x+c)}

Oder innerhalb einer Textzeile: x;a


( )
.
(x;b x c)( + )

Wurzeln \sqrt[Wurzelexponent ]{Radikand } .


Beispiel:
p
p3 9 \sqrt{9}
8 \sqrt[3]{8}
5.2 Häug auftretende Formelkomponenten 31

Grenzwerte \lim_{Text } Text


Beispiel:
lim f (x)
x! 0
\lim_{x\to 0} f(x)

Summen \sum_{untere Grenze}^{obere Grenze} Text


Beispiel:
X
1 i
x
\sum_{i = 0}^{\infty}\frac{x^i}{i!}
i!
i=0

alternativ:
X1 xi
\sum\nolimits_{i = 0}^{\infty}\frac{x^i}{i!}
i =0 i!
Diese Form der Darstellung
P1 xverwendet L TEX innerhalb einer Text-
A
zeile standardmäÿig: i i .=0
i

Integrale \int_{untere Grenze}^{obere Grenze}


Beispiel:
Zz
'(x) dx \int\limits_{0}^{z}\varphi(x)\,\mbox{d}x
0

Zz alternativ:
'(x) dx \int_{0}^{z}\varphi(x)\,\mbox{d}x
0

Diese Form der Darstellung


Rz verwendet LATEX innerhalb einer Text-
zeile standardmäÿig: '(x) dx .
0

groÿe Klammern \leftKlammer Text \rightKlammer


Jeder \left-Befehl muÿ mit einem \right-Befehl abgeschlossen
werden. Die Art der Klammer ist dabei beliebig: Auch die rechte
Klammer kann eine önende Klammer sein (zu Klammersymbolen
siehe Abschnitt 6.6.6). Ein Punkt als Klammersymbol erzeugt eine
unsichtbare Klammer.
Beispiel:
8 -1
< für x < 0 \mbox{sign}(x) :=
\left\{
sign(x) := : 0 für x = 0 \begin{array}{rl}
1 für x > 0 \mbox{-1} & \mbox{für \,} x < 0 \\
\mbox{ 0} & \mbox{für \,} x = 0 \\
\mbox{ 1} & \mbox{für \,} x > 0
\end{array}
\right.

Hinweis: Mit \mbox{...} kann innerhalb des Mathematikmodus


auf den normalen Zeichensatz umgeschaltet werden.
32 Mathematische Formeln

Felder \begin{array}{ : : : } Text \end{array}


Beispiel:
01 0
1 \left(
B@ ... CA \begin{array}{ccc}
1 & & 0 \\
0 1 & \ddots & \\
0 & & 1
\end{array}
\right)

Binomialkoezienten AMS-LATEX: \binom{oberer Wert }{unterer Wert }


Beispiel:
3
\binom{3}{5}
5
Entsprechend läÿt sich Text ohne Klammerung übereinander stel-
len, wenn \choose durch \atop ersetzt wird.
Kapitel 6
Sonderzeichen
LATEX bietet ab der Version 3.0 eine Erweiterung auf 8-Bit-Zeichensätze, doch sind die
entsprechenden Zeichen insbesondere auf Workstations mit US-Tastaturen nur umständlich
zu erreichen.
Um die benötigten Sonderzeichen auch mit dem üblichen 7-Bit-Zeichenvorrat eingeben zu
können, unterstützt LATEX zusammengesetzte Zeichen, bestehend aus mehreren Einzelzei-
chen.

6.1 Deutsche Umlaute und ÿ


Für Umlaute und ÿ existiert neben der Standardschreibweise eine vereinfachte Form, wenn
die Dokumentklassen-Option german benutzt wird:
Zeichen Eingabe Eingabe mit \usepackage[german]{babel}
ä \"a "a
Ä \"A "A
ö \"o "o
Ö \"O "O
ü \"u "u
Ü \"U "U
ÿ \ss "s
34 Sonderzeichen

6.2 Buchstaben anderer Sprachen


lassen sich ebenfalls als Kombination mehrerer Eingabezeichen erreichen:
Zeichen Eingabe Zeichen Eingabe Zeichen Eingabe
à \`a a \H{a} å {\aa}
á \'a aa \t{aa} Å {\AA}
â \^a a \c{a} ø {\o}
ä \"a a. \d{a} Ø {\O}
ã \~a a \b{a} ª {\l}
a \=a
æ {\ae} Š {\L}
a
\.a Æ {\AE} < <
  \u{a} ÷ {\oe} > >
a \v{a} × {\OE}

6.3 Griechische Buchstaben


sind im mathematischen Modus, geklammert durch voran- und nachgestelltes $-Zeichen,
wie folgt einzugeben:
Zeichen Eingabe Zeichen Eingabe Zeichen Eingabe
\alpha  \xi ; \Gamma
\beta o o  \Delta
\gamma  \pi  \Theta
 \delta $ \varpi  \Lambda
 \epsilon  \rho  \Xi
" \varepsilon % \varrho  \Pi
 \zeta  \sigma  \Sigma
 \eta & \varsigma  \Upsilon
 \theta  \tau  \Phi
# \vartheta  \upsilon \Psi
 \iota  \phi
\Omega
 \kappa ' \varphi
 \lambda  \chi
 \mu \psi
 \nu ! \omega
6.4 Kalligraphische Buchstaben 35

6.4 Kalligraphische Buchstaben


stehen im mathematischen Modus in folgendem Umfang zur Verfügung:
Zeichen Eingabe Zeichen Eingabe
A \cal A N \cal N
B \cal B O \cal O
C \cal C P \cal P
D \cal D Q \cal Q
E \cal E R \cal R
F \cal F S \cal S
G \cal G T \cal T
H \cal H U \cal U
I \cal I V \cal V
J \cal J W \cal W
K \cal K X \cal X
L \cal L Y \cal Y
M \cal M Z \cal Z

6.5 Verschiedene häug benötigte Zeichen


LATEX verwendet einige direkt über die Tastatur zugängliche Zeichen als Steuerzeichen; ihnen
muÿ deshalb im Text ein Backslash (\) vorangestellt werden. Andere Zeichen sind nur im
mathematischen Modus darstellbar, geklammert durch ein vorangehendes und ein nachfol-
gendes $-Zeichen. Schlieÿlich gibt es für einige Zeichen gesonderte Befehle:
Zeichen Eingabe Zeichen Eingabe Zeichen Eingabe
$ \$ < $<$ Ÿ \S
& \& > $>$ { \P
% \% [ $[$ y \dag
# \# ] $]$ z \ddag
{ \{ j $|$ c \copyright
} \} @ $@$ ¿ \pounds
_ \_  $\ast$ \verb*+ +
 \~{} ^ $\hat{}$
 \"{}  $\cdots$ ::: \ldots
" "{} ... $\ddots$
... \vdots

Komma, Semikolon, Punkt, Doppelpunkt, Ausrufezeichen und Fragezeichen können ganz


normal eingegeben werden. Zu beachten ist jedoch, daÿ die Eingabe eines Punktes auto-
matisch einen gröÿeren Abstand zum darauolgenden Wort bewirkt. Dies läÿt sich durch
einen nachgestellten Backslash (\) oder den Befehl \frenchspacing verhindern.
36 Sonderzeichen

6.6 Mathematische Zeichen


lassen sich nur im mathematischen Modus darstellen. Sollen sie im laufenden Text
erscheinen, ist der mathematische Modus durch ein einleitendes und abschlieÿendes $-Zeichen
vorübergehend zu aktivieren.1

6.6.1 Mathematische Operatoren (ohne Relationen)

Zeichen Eingabe Zeichen Eingabe Zeichen


T
Eingabe
+ + \ \cap
S \bigcap
; - [ \cup
U \bigcup
 \pm ] \uplus \biguplus
 \mp u \sqcap
F
 * t \sqcup
V \bigsqcup
 \ast ^ \wedge
W \bigwedge
? \star _ \vee \bigvee
 \times 4 \bigtriangleup
 \cdot 5 \bigtriangledown
= / / \triangleleft

P
\div . \triangleright
\sum
Q
\prod
`
\coprod
q
R \amalg  \diamond
H \int  \circ \bigcirc
\oint  \bullet
L
@ \partial  \oplus \bigoplus
r \nabla \ominus
N
: \neg
\otimes \bigotimes
n \setminus \oslash
J
o \wr \odot \bigodot

1 Näheres zum mathematischen Modus enthält Kapitel 5.


6.6 Mathematische Zeichen 37

6.6.2 Relationen
Zeichen Eingabe Zeichen Eingabe Zeichen Eingabe
< < 2 \in j \mid
 \leq 3 \ni k \parallel
 \ll  \subset > \top
> >  \supset ? \bot
 \geq  \supseteq ` \vdash
 \gg v \sqsubseteq a \dashv
= =  \prec j= \models
 \equiv  \preceq =: \doteq
 \sim  \succ  \asymp
' \simeq  \succeq _ \frown
 \approx ^ \smile
=
 \cong ./ \bowtie
/ \propto

Negierte Relationen werden durch vorgestelltes \not erzeugt, z.B. 6< durch \not<, 6= durch
\not= (oder auch \ne oder \neq).

6.6.3 Betrag, Norm, Ableitungen, mathematische Akzente


Zeichen Eingabe
jaj \mid a\mid
jaj |a|
kak \|a\|
a0 a'
a00 a''
a0 a\prime
a00 a\prime\prime
a_ \dot{a}
a \ddot{a}
a_ \hspace*{-.12ex}\ddot{\,a}\hspace*{-.22ex}\dot{}
a \hspace*{-.12ex}\ddot{\:a}\hspace*{-.09ex}\ddot{}
a \bar{a}
a^ \hat{a}
a \breve{a}
a \check{a}
a~ \tilde{a}
~a \vec{a}
38 Sonderzeichen

6.6.4 Funktionen
Für die übliche, nicht kursive Schreibweise von Funktionen sind in LATEX folgende Befehle
erklärt:

Zeichen Eingabe Zeichen Eingabe Zeichen Eingabe


arccos \arccos exp \exp max \max
arcsin \arcsin gcd \gcd min \min
arctan \arctan hom \hom mod \bmod
arg \arg inf \inf (mod ) \pmod
cos \cos ker \ker Pr \Pr
cosh \cosh lg \lg sec \sec
cot \cot lim \lim sin \sin
coth \coth lim inf \liminf sinh \sinh
csc \csc lim sup \limsup sup \sup
deg \deg ln \ln tan \tan
det \det log \log tanh \tanh
dim \dim

6.6.5 Pfeile

Zeichen Eingabe Zeichen Eingabe


\leftarrow ; \longleftarrow
( \Leftarrow (= \Longleftarrow
! \rightarrow ;! \longrightarrow
) \Rightarrow =) \Longrightarrow
$ \leftrightarrow ! \longleftrightarrow
, \Leftrightarrow () \Longleftrightarrow
7 ! \mapsto 7;! \longmapsto
( \leftharpoonup " \uparrow
) \leftharpoondown * \Uparrow
* \rightharpoonup # \downarrow
+ \rightharpoondown + \Downarrow
*
) \rightleftharpoons l \updownarrow
- \hookleftarrow m \Updownarrow
,! \hookrightarrow
- \nwarrow % \nearrow
. \swarrow & \searrow
6.6 Mathematische Zeichen 39

6.6.6 Klammern
Zeichen Eingabe Zeichen Eingabe
( ( [ [
) ) ] ]
f \{ d \lceil
g \} e \rceil
h \langle b \lfloor
i \rangle c \rfloor

6.6.7 Sonstige Symbole


Zeichen Eingabe Zeichen Eingabe Zeichen Eingabe
@ \aleph 8 \forall y \dagger
h \hbar 9 \exists z \ddagger
{ \imath ; \emptyset \ \natural
| \jmath 1 \infty ] \sharp
` \ell 0p \prime [ \flat
} \wp \surd } \diamondsuit
< \Re 6 \angle ~ \heartsuit
= \Im 4 \triangle  \spadesuit
n \backslash | \clubsuit

6.6.8 Mehrfach denierte Symbole


Zeichen Eingabe Zeichen Eingabe
 \le oder \leq ^ \land oder \wedge
 \ge oder \geq _ \lor oder \vee
6= \ne oder \neq oder
\not= : \lnot oder \neg
f \{ oder \lbrace 3 \owns oder \ni
g \} oder \rbrace j | oder \vert
! \to oder \rightarrow k \| oder \Vert
\gets oder \leftarrow
Kapitel 7
LATEX an der TUHH
7.1 LATEX auf den UNIX-Systemen der CIP-Pools 2b und
3ac
Wie aus der nachfolgenden Befehlsliste zu entnehmen ist, benötigt man nur wenige Befehle,
um von der Betriebssystemebene aus mit LATEX zu arbeiten.

Befehl Bedeutung
latex Dateiname wandelt eine LATEX-Datei in eine Datei mit
der Endung .dvi um.
xdvi Dateiname zeigt eine .dvi-Datei auf dem Bildschirm an.
dvips -f Dateiname | lpr -Pqms1660 übersetzt eine Datei mit der Endung .dvi in
(Mit der Option -P wird der Druckerna- eine PostScript-Datei und gibt sie auf dem
me qms1660 angegeben.) Drucker aus.

7.2 Fehlerbehandlung
7.2.1 Was tun, wenn LATEX einen Zeichensatz nicht ndet?
Fehlende Zeichensätze können mit dem Programm METAFONT erzeugt werden. Dies ge-
schieht automatisch, wenn eine .dvi-Datei z.B. mit dvipm (OS/2), dviwin (Windows) oder
xdvi (Unix) auf dem Bildschirm betrachtet oder mit dvips nach PostScript gewandelt wird.

Schlägt die Generierung eines Zeichensatzes fehl, so wird dieser Zeichensatz normalerweise
automatisch durch einen anderen ersetzt.
Für die UNIX-Rechner der CIP-Pools 2b und 3ac sowie des Convex/HP-Meta-Clusters gilt
dabei folgende Besonderheit:
7.2 Fehlerbehandlung 41

Die LATEX-Zeichensätze benden sich in Systemverzeichnissen. Aus Sicherheitsgründen und


um zu verhindern, daÿ viele nur ausnahmsweise benötigte Zeichensätze die Festplatte füllen,
ist bei Bedarf ein lokales Verzeichnis anzugeben, in dem neu erzeugte Zeichensätze abgelegt
werden sollen. Dazu sind zwei Umgebungsvariablen wie folgt zu setzen:
setenv MFFONTS ~/texfonts/pk
setenv TEXPKS $MFFONTS//:/usr/local/lib/texmf/fonts//pk//

Für texfonts kann dabei ein beliebiges existierendes Benutzerverzeichnis eingetragen werden.
Die Angabe von // am Pfadende bewirkt, daÿ auch alle Unterverzeichnisse durchsucht wer-
den. Im Innern eines Pfades dient // als Platzhalter für beliebige Zwischenstücke.
dvips sucht benötigte Zeichensätze nun zunächst in den hinter TEXPKS aufgelisteten Ver-
zeichnissen. Wird ein Zeichensatz dort nicht gefunden, so ruft dvips via MakeTeXPK das
Programm METAFONT auf. Nachdem METAFONT den Zeichensatz in dem Verzeichnis
~/texfonts/pk erzeugt hat1 , setzt dvips die Programmausführung in gewohnter Weise fort.

MakeTeXPK schickt gleichzeitig eine Nachricht an den Systemverwalter, der dann entscheiden
kann, ob der betreende Zeichensatz in das LATEX-Systemverzeichnis aufgenommen werden
soll.
In aller Regel sollten benötigte Zeichensätze bereits vorhanden sein. Im übrigen werden
Zeichensätze nur bei ihrer ersten Verwendung erzeugt und stehen dann ebenso unmittelbar
zur Verfügung.

7.2.2 Was tun, wenn LATEX eine bestimmte Datei nicht ndet?
Findet LATEX eine .tex-Datei nicht, kann man sie in einem anderen Fenster suchen und
anschlieÿend den entsprechenden Pfadnamen angeben. Notfalls kann mit der Eingabe null
die Datei null.tex aus dem Standardeingabeverzeichnis von LATEX geladen werden. Even-
tuell ist noch mehrmals ein x einzugeben bis ein reguläres Ende des Übersetzungsvorgangs
erreicht ist.

7.2.3 Was tun, wenn der LATEX-Lauf abgebrochen werden soll?


Wenn noch noch keine Fehlermeldung aufgetreten ist, läÿt sich der LATEX-Lauf wie auch
sonst üblich mit <CTRL>-C abbrechen. Ist dies nicht möglich, kann folgendermaÿen verfahren
werden:
1. LATEX mit <CTRL>-Z stoppen.
2. Die Nummern der Prozesse latex und virtex mit ps -ax bestimmen.
3. Die Prozesse latex und virtex mit kill Prozeÿnummer löschen.
1 In einer Auösung von 300 dpi belegt ein einzelner Zeichensatz etwa 5 KByte.
Kapitel 8
LATEX und PostScript
8.1 PostScript
PostScript ist eine einfache Programmiersprache zur geräteunabhängigen Beschreibung einer
Druckseite, die aus Text, Grak und Rasterbildern bestehen kann.
PostScript kennt verschiedene Datentypen (boolean, integer, real, name) und Datenstruk-
turen (array, string, dictionary), Kontrollstrukturen (if, ifelse, for, repeat, loop,
exit) und ein Unterprogrammkonzept. Dabei ist PostScript durchgängig stackorientiert; es
wird stets Postx-Notation verwendet.
PostScript-Seitenbeschreibungen werden durch ein PostScript-Programm dargestellt, das zur
endgültigen Ausgabe auf einem Raster-Ausgabegerät interpretiert wird unter Berücksichti-
gung der jeweiligen Geräteauösung. Dieselbe PostScript-Datei kann so  einen geeigne-
ten PostScript-Interpreter vorausgesetzt  auf dem Bildschirm angezeigt und auf Druckern
unterschiedlichster Güte ausgegeben werden.
Der auf darstellbare 7-Bit-ASCII-Zeichen1 beschränkte PostScript-Zeichenvorrat vereinfacht
zudem die Übertragung von PostScript-Dateien zwischen verschiedenen Systemen.
Auch wenn PostScript-Programme in der Regel durch Textsatz-, Grak- oder CAD-Pro-
gramme generiert werden, so bleiben sie doch nachträglich änderbar und können durchaus
auch vollständig selbst geschrieben werden.
Zur Integration verschiedener PostScript-Quellen in ein Dokument deniert PostScript eine
Reihe von Konventionen, die Document Structuring Conventions (DSC), und darauf auf-
bauend das Encapsulated PostScript (EPS) File-Format.
Die Verbindung zwischen LATEX und PostScript stellen Treiberprogramme wie dvips her,
das eine LATEX-Ausgabedatei mit der Endung .dvi in eine PostScript-Datei mit der Endung
.ps übersetzt. Gleichzeitig ermöglicht dvips, Graken in ein LATEX-Dokument einzufügen,
die im EPS-File-Format vorliegen: Die Arbeit mit Schere und Klebsto kann so entfallen,
1 Control-D dient zusätzlich als Dateiendekennung und zur Reinitialisierung.
8.1 PostScript 43

Dokumente lassen sich vollständig in elektronischer Form versenden.


Der Rest dieses Abschnitts soll einen üchtigen Eindruck von PostScript vermitteln, bevor
in den anschlieÿenden Abschnitten näher auf die Konvertierung von LATEX-Ausgaben in
PostScript-Dateien und die Integration von Graken eingegangen wird.
PostScript geht von einem kartesischen Koordinatensystem aus mit dem Ursprung in der
linken unteren Ecke einer Seite. Als Einheiten in x- und y-Richtung werden standardmäÿig
Punkte zu 1/72 Zoll2 verwandt.
Alle Zeichenoperationen beziehen sich auf das aktuelle Koordinatensystem. Durch Skalie-
rung, Drehung oder Verschiebung dieses Koordinatensystems läÿt sich die gesamte Grak
auf einfache Weise entsprechend ändern.
Nachfolgend sind einige wenige grundlegende PostScript-Befehle aufgeführt:

Befehl Bedeutung
% Kommentar Kommentar bis zum Zeilenende.
tx ty translate Verschiebt den Ursprung um (tx; ty ).
w rotate Rotiert das aktuelle Koordinatensystem um den Winkel w in
Grad im mathematisch positiven Drehsinn (gegen den Uhrzei-
gersinn).
sx syscale Skaliert das aktuelle Koordinatensystem mit sx, sy .
newpath Erönet einen neuen Pfad.
closepath Schlieÿt einen Pfad, durch eine gerade Linie vom aktuellen Punkt
zum Anfangspunkt des Pfades.
x y moveto Verschiebt den aktuellen Punkt nach (x; y).
x y lineto Fügt eine gerade Linie vom aktuellen Punkt zum Punkt (x; y) an
den aktuellen Pfad an.
stroke Zeichnet den aktuellen Pfad.
showpage Gibt die aktuelle Seite aus.
/Routine {Befehle }def Deniert Routine als Abkürzung für Befehle .

Ein einfaches PostScript-Programm, das lediglich zu Testzwecken ein Dreieck zeichnet, kann
damit folgendermaÿen aussehen:
%!PS-Adobe-1.0
%%BoundingBox: 100 100 300 250
newpath
100 100 moveto
300 100 lineto
250 250 lineto
closepath stroke
showpage

2 1 Zoll = 25.4 mm
44 LATEX und PostScript

Die erste Zeile einer PostScript-Datei beginnt konventionsgemäÿ mit %!, gefolgt von der
PostScript-Version. Mit %%BoundingBox: werden x- und y-Wert der linken unteren und
rechten oberen Ecke eines Rechtecks beschrieben, das die anschlieÿende PostScript-Grak
enthält. Beide Angaben sind Bestandteilteil des EPS-File-Formats und werden, obwohl der
Form nach Kommentar, von einigen Programmen erwartet.
Durch folgendes Programmfragment läÿt sich eine Grak im DIN-A3-Querformat auf eine
DIN-A4-Seite transformieren:3
/mm{25.4 div 72 mul}def
210 mm 0 mm translate
90 rotate
0.707 0.707 scale

Näher auf PostScript einzugehen, würde den Rahmen dieser Anleitung sprengen; hier muÿ
auf die PostScript-Literatur verwiesen werden.

8.2 Konvertierung von LATEX nach PostScript mit dvips


Die Übersetzung einer .dvi-Datei in eine PostScript-Datei mit dvips erönet einige neue
Möglichkeiten für den Schriftsatz mit LATEX :4
 Drehung und Skalierung von Textelementen,
 Textausgabe im Querformat,
 Einbinden von PostScript-Graken,
 Verwendung druckerresidenter PostScript-Zeichensätze,
 automatische Erzeugung fehlender Zeichensätze.
Nach Aufruf des Programms dvips in der Form
dvips Datei

liest dvips zunächst einige Vorspanntexte, danach die LATEX-Ausgabe Datei .dvi sowie ggf.
einzufügende PostScript-Graken und schreibt schlieÿlich die PostScript-Ausgabe Datei .ps.
Soll die Ausgabe nicht in eine Datei, sondern direkt auf den Drucker qms1660 erfolgen, so
lautet der Befehl:
dvips -f Datei | lpr -Pqms1660

In der folgenden Tabelle sind die wichtigsten Optionen des dvips-Befehls zusammengestellt:
3Die angegebenen Zeilen sind dazu vor Beginn der eigentlichen Zeichenoperationen am Anfang der be-
treenden Seite einzufügen.
4 Die genannten Verfahren sind treiberspezisch. Benutzt man einen anderen dvi-nach-PostScript-Wandler
als dvips, so führen die im folgenden genannten Optionen in der Regel zu unerwarteten Ergebnissen!
8.3 Drehung von Textelementen 45

Option Bedeutung
[-c Anzahl ] Erzeugt Anzahl Kopien einer jeden Seite.
[-f] Aufruf als Filter: Die Ausgabe kann an ein anderes Programm wei-
tergereicht werden.
[-h Vorspann ] Fügt die Datei Vorspann als zusätzlichen Vorspann ein.
[-l Seite ] Gibt die erste Seite mit der Nummer Seite im LATEX-Dokument
als letzte Seite aus. Stattdessen kann durch -l=Seite die laufende
Seitennummer der PostScript-Ausgabe angegeben werden.
[-n Anzahl ] Gibt Anzahl Seiten aus.
[-o Datei ] Schreibt die Ausgabe in die Datei Datei.
[-p Seite ] Gibt die erste Seite mit der Nummer Seite im LATEX-Dokument
als erste Seite aus. Stattdessen kann durch -p=Seite die laufende
Seitennummer der PostScript-Ausgabe angegeben werden.
[-r] Gibt die Seiten in umgekehrter Reihenfolge aus.
[-x Gröÿe ] Setzt die Vergröÿerung auf Gröÿe /1000.
[-C Anzahl ] Liefert Anzahl Kopien des gesamten Dokuments (langsamer als -c,
schneller als eine vollständig neue Ausgabe).
[-M] Unterdrückt die automatische Erzeugung eines fehlenden Zeichen-
satzes.
[-Z] Packt die LATEX-Zeichensätze, verkleinert die PostScript-Ausgabe-
datei, verlangsamt die PostScript-Ausgabe.

8.3 Drehung von Textelementen


Das Paket rotating bietet einfache Möglichkeiten, Text und Grak zu rotieren. Im einzel-
nen:
Beispiel Wirkung Bedeutung
Anfang Ende Dreht Text um 45 im mathema-
xt

Anfang \begin{rotate}{45}
Te

Text tisch positiven Drehsinn.


\end{rotate}Ende
Anfang \begin{turn}{-45} Anfang Ende ähnlich rotate, reserviert Platz
Text für das gedrehte Textelement.
Te
xt

\end{turn}Ende
Text

Anfang \begin{sideways} Anfang Ende wie \begin{turn}{-90}Text


Text \end{turn}.
\end{sideways}Ende
46 LATEX und PostScript

Damit lassen sich insbesondere auch Tabellenüberschriften schräg ausrichten:


S p lt e 1
S p lt e 2
e3
alt
a
a
Sp

\begin{tabular}{rrr}
1 2 3 \rule{0pt}{15mm}% vertikaler Abstand
4 5 6 \begin{rotate}{45}Spalte 1\end{rotate} &
7 8 9 \begin{rotate}{45}Spalte 2\end{rotate} &
\begin{rotate}{45}Spalte 3\end{rotate} \\
\hline
1 & 2 & 3 \\
4 & 5 & 6 \\
7 & 8 & 9 \\
\hline
\end{tabular}

8.4 Textausgabe im Querformat


Um ein Dokument im Querformat auszugeben, ist im LATEX-Text an beliebiger Stelle auf der
ersten Seite der Befehl
\special{landscape}

einzufügen. Auÿerdem sind die Angaben für die Seitenbreite und -länge anzupassen.

8.5 Einbinden von PostScript-Graken


PostScript-Graken lassen sich auf unterschiedliche Weise in LATEX-Dokumente einbinden:
 durch den \includegraphics-Befehl,
aus Kompatibilitätsgründen
 durch epsf- und psfig-Makros,
in besonderen Fällen
 durch \special-Befehle.
8.5 Einbinden von PostScript-Graken 47

8.5.1 Einbinden einer PostScript-Grak durch den \includegraphics-


Befehl
Eine komfortable Möglichkeit, Graken einzubinden, bieten die neueren Pakete graphics
und graphicx. Sie lassen sich wie folgt in ein LATEX-Dokument aufnehmen:

\documentclass{article}
...
\usepackage[dvips]{graphics}

bzw.

\documentclass{article}
..
.
\usepackage[dvips]{graphicx}

Beide Pakete stellen die gleiche Funktionalität bereit, sie unterscheiden sich nicht in Befehls-
namen und obligatorischen Argumenten. Gegenüber dem Standardpaket graphics erweitert
graphicx jedoch die Möglichkeiten zur Angabe optionaler Argumente.

Im einzelnen:
graphics: \includegraphics*[x1,y1][x2,y2]{Datei}
graphicx: \includegraphics*[key val list]{Datei}

Im einfachsten Fall genügt

\includegraphics{bild}

um die Grak einer EPS-Datei bild.eps in ein LATEX-Dokument einzufügen.


Die *-Form beschneidet die betreende Grak entsprechend der angegebenen BoundingBox.
Wird eine BoundingBox nicht explizit angegeben ((x , y ) beschreibt die linke untere, (x ,
1 1 2

y ) die rechte obere Ecke), so wird sie einer externen Datei entnommen, standardmässig der
2

Grakdatei selbst.
Die graphicx-Version unterstützt folgende Optionen (durch Kommata getrennt aufgelistet):
Option Bedeutung
bb = x y x y1 1 2 2 x- und y-Werte der linken unteren bzw. rechten oberen Ecke
der BoundingBox.
bbllx=x ,bblly=y ,
1 entspricht bb = x y x y , aus Kompatibilitätsgründen
1 1 1 2 2

bburx=x ,bbury=y2 zu älteren Paketen enthalten.


2
48 LATEX und PostScript

Option Bedeutung
natwidth=x, natheight=y entspricht bb = 0 0 x y
viewport=x y x y
1 1 beschreibt einen Ausschnitt bezogen auf die linke untere
2 2

Ecke der BoundingBox.


trim=dx dy dx dy
1 1 2 legt die Breite der Ränder fest, um die der BoundingBox-
2

Ausschnitt zusätzlich beschnitten werden soll.


angle=Winkel Winkel in Grad, um den die Grak im mathematisch posi-
tiven Drehsinn (gegen den Uhrzeigersinn) gedreht werden
soll.
origin=c Bezugspunkt für eine Drehung. Als Argument können ei-
ner oder zwei der folgenden Buchstaben angegeben wer-
den: lrctbB (left, right, center, top, bottom, baseline (die
Grundline einer Zeile)), z.B. bedeutet tr eine Drehung die
rechte obere Ecke.
width=Breite Breite, auf die die Grak skaliert werden soll.
height=Höhe Höhe, auf die die Grak skaliert werden soll.
totalheight=Gesamthöhe Summe aus Höhe und Unterlänge, auf die die Grak ska-
liert werden soll. (Nach einer Drehung um -90 besitzt die
Grak die Höhe 0, jedoch ein Unterlänge entsprechend ih-
rer ursprünglichen Breite.)
keepaspectratio Falls zusammen mit width und height angegeben, wird
die Grak nicht verzerrt, sondern so skaliert, daÿ die ge-
wünschte Breite und Höhe nicht überschritten werden.
scale=Faktor Skalierungsfaktor
clip Falls angegeben, wird die Grak entsprechend der angege-
benen BoundingBox beschnitten.
draft Falls angegeben, wird die Grak durch einen Rahmen ent-
sprechender Gröÿe mit dem Namen der Grakdatei ersetzt.
type=Graktyp, Vermeidet die Analyse des Dateinamens, die Datei sollte
ext=Dateiendung ohne Endung angegeben werden.
read=BoundingBox-Datei Datei, aus der die BoundingBox gelesen werden soll.
command=`zcat #1 Befehl, der auf die Grakdatei angewandt und dessen Aus-
gabe eingebunden werden soll (z.B. Entpacken einer kom-
primierten Grakdatei).

Beispiel: Eine MAPLE-Grak, die normalerweise eingerahmt im DIN-A4-Querformat vor-


liegt, läÿt sich ohne ihren Rahmen, um 90 im Uhrzeigersinn gedreht und auf eine Breite
von 100mm skaliert, wie folgt einbinden:
\includegraphics*[bb=173 117 438 675, angle=-90, width=100mm]{maple.ps}

Die BoundingBox von MAPLE V Release 3 ist dabei tunlichst zu ersetzen.5


Auf einfache Weise läÿt sich eine passende BoundingBox mit ghostview bestimmen: ghostview zeigt
5
stets die aktuelle Position des Bildschirmcursors in Punkten zu 1/72 Zoll an, bezogen auf den Nullpunkt des
Koordinatensystems der PostScript-Grak.
8.5 Einbinden von PostScript-Graken 49

Drehungen beliebiger Textelemente lassen sich mittels rotatebox erreichen:


graphics: \rotatebox{Winkel}{Text}
graphicx: \rotatebox[key val list{Winkel}{Text}
Die graphics-Version dreht stets um den standardmäÿigen Bezugspunkt des Textelements,
die graphicx-Version unterstützt folgende Optionen:
Option Bedeutung
origin = c Als Argument können einer oder zwei der folgenden Buch-
staben angegeben werden: lrctbB (left, right, center, top,
bottom, baseline (die Grundline einer Zeile)), z.B. bedeutet
tr eine Drehung die rechte obere Ecke.
x = 2mm, y = 5mm Bezugspunkt für die Drehung relativ zum standardmäÿigen
Bezugspunkt.
units = -360 Anzahl Einheiten für eine Umdrehung im mathematisch
positiven Drehsinn. units = -360 erlaubt die Angabe des
Drehwinkels im Uhrzeigersinn.

Skalierungen um feste Faktoren bewirkt


\scalebox{sx}[sy ]{Text}

Wird sy nicht angegeben, so wird sy = sx gesetzt. Für sx = -1, sy = 1 und sx = 1, sy = -1


ergeben sich Spiegelungen an einer vertikalen bzw. horizontalen Achse.
Skalierungen auf gegebene Breite bzw. Höhe liefert
\resizebox*{Breite}{Höhe}{Text}

Wird als Argument für die Breite oder die Höhe ! angegeben, so erfolgt eine verzerrungs-
freie Skalierung. Im Gegensatz zu der Standardform beschreibt Höhe in der *-Form die
Gesamthöhe einschlieÿlich einer etwaigen Unterlänge.
50 LATEX und PostScript

8.5.2 Einbinden einer PostScript-Grak durch epsf-Makros


Um die epsf-Makros zu verwenden, ist in LATEX-Dokumenten das Paket epsfig mit der
Option dvips hinzuzufügen; z.B.:
\documentclass{article}
\usepackage[dvips]{epsfig}

Dort, wo die Grak eingebunden werden soll, ist der Befehl


\epsffile{Datei }

anzugeben. Durch
\setlength{\epsfxsize}{Breite} oder \setlength{\epsfysize}{Höhe}

läÿt sich die Grak noch vergröÿern oder verkleinern. Breite und Höhe stehen dabei für in
LATEX mögliche Längenangaben, z.B. 120mm. Es ist nur eine der beiden Angaben erforderlich,
die andere Dimension wird dann entsprechend skaliert.
Enthält die PostScript-Datei am Anfang oder Ende die Angabe einer BoundingBox, wird
automatisch ein entsprechender Freiraum für die Grak im LATEX-Dokument reserviert. An-
dernfalls können x- und y-Wert der linken unteren und rechten oberen Ecke der BoundingBox
in einer erweiterten Form angegeben werden:
\epsffile[x1 y x y ]{Datei }
1 2 2

Schlieÿlich lassen sich durch


\epsfclipon

Teile der Grak auÿerhalb der BoundingBox abschneiden.


Beispiel:
\begin{turn}{-90}
\epsfclipon
\setlength{\epsfysize}{100mm}
\epsffile[173 117 438 675]{maple.ps}
\end{turn}

8.5.3 Einbinden einer PostScript-Grak durch psfig-Makros


Als Obermenge der früheren Pakete epsf und psfig stellt das epsfig-Paket auÿerdem
folgende Makros zur Verfügung:
8.5 Einbinden von PostScript-Graken 51

Befehl Bedeutung
\psdraft Stellt im folgenden Graken ersatzweise durch einen
Rahmen dar (nützlich für .dvi-Previewer).
\psfull Bindet Graken im Gegensatz zu \psdraft tatsächlich
ein (Standardeinstellung).
\psscalefirst Bezieht im folgenden height- und width-Angaben auf
die Gröÿe einer Grak vor einer eventuellen Rotation.
\psrotatefirst Bezieht im folgenden height- und width-Angaben auf
die Gröÿe einer Grak nach einer eventuellen Rotation
(Standardeinstellung).
\psfigurepath{Verzeichnis } Setzt den Pfad, in dem nach Grakdateien gesucht wird.
\psfig{figure=Datei } Bindet eine Grak an der betreenden Stelle ein.

In seiner allgemeinen Form lautet der \psfig-Befehl:


\psfig{Option =Argument , Option =Argument , : : : }

Die dabei verfügbaren Optionen sind in folgender Tabelle zusammengefaÿt:


Option Bedeutung
figure=Datei Name der ein einzufügenden Grakdatei. Wenn nicht
anders angegeben, wird die Datei zunächst in dem aktu-
ellen Verzeichnis und dann in dem Verzeichnis gesucht,
das durch \psfigurepath gesetzt wurde.
file=Datei wie figure
width=Breite Breite und Höhe werden standardmäÿig der Bounding-
height=Höhe Box entnommen. Durch Angabe von Breite oder Höhe
wird die Grak in beiden Dimensionen gleichermaÿen
skaliert. Werden Breite und Höhe angegeben, läÿt sich
die Grak verzerren.
bbllx=x1 x- und y -Wert der linken unteren bzw. rechten oberen
bblly=y1 Ecke der BoundingBox.
bburx=x2
bbury=y2
rwidth=reserv. Breite Breite und Höhe, die LATEX für die einzubindende Grak
rheight=reserv. Höhe reserviert. Standardwerte sind width und height.
clip= (ohne Argument) Ermöglicht die Darstellung von Grakausschnitten, in-
dem Bereiche auÿerhalb der BoundingBox ausgeblendet
werden.
angle=Winkel Winkel in Grad, um den die Grak im mathematisch po-
sitiven Sinn (gegen den Uhrzeigersinn) gedreht werden
soll.
silent= (ohne Argument) Unterbindet Meldungen durch psg während des LATEX-
Übersetzungslaufs.
52 LATEX und PostScript

Beispiel:
\psfig{figure=maple.ps,%
bbllx=173bp,bblly=117bp,bburx=438bp,bbury=675bp,%
height=100mm,angle=-90,clip=}

8.5.4 Einbinden einer PostScript-Grak durch \special-Befehle


Zu diesem Zweck ist an der entsprechenden Stelle in der LATEX-Datei der Befehl
\special{psfile=Datei }

anzugeben. Dabei gilt es zu beachten, daÿ die Grak rechts oberhalb der betreenden Stelle
eingefügt wird. Um vorangehenden Text nicht zu überdecken, ist mit \vspace*{n mm} vor
dem \special-Befehl ausreichend Freiraum für die Grak zu schaen.
Wird nun LATEX aufgerufen, geschieht zunächst noch nichts Sichtbares. Erst dvips bindet
die Grakdatei ein.
Der \special-Befehl zum Einfügen einer Grak erlaubt zusätzlich Positionierung und Ska-
lierung der Grak; im einzelnen sind die möglichen Optionen in folgender Tabelle aufgeführt.
Dabei sind Längenangaben stets als Vielfache von 1/72 Zoll zu verstehen.
Option Bedeutung
psfile=Datei Name der einzufügenden PostScript-Datei.
hsize=Breite Breite und Höhe der Grak, bezogen auf den Null-
vsize=Höhe punkt des Koordinatensystems in der PostScript-Datei.
Eventuell darüber hinausreichende Teile der Grak wer-
den nicht dargestellt. (Unbeeinuÿt durch hoffset,
voffset, hscale und vscale.)
hoffset=horiz. Abstand Verschiebung in x- und y -Richtung, bezogen auf den
voffset=vert. Abstand Punkt, an dem der \special-Befehl in der LATEX-Datei
steht. (Unbeeinuÿt durch hscale und vscale.)
hscale=Faktor Maÿstabsfaktoren in x- und y-Richtung in %.
vscale=Faktor
angle=Winkel Drehwinkel in Grad im mathematisch positiven Dreh-
sinn (entgegen dem Uhrzeigersinn), bezogen auf den
Nullpunkt des Koordinatensystems in der PostScript-
Datei.
Beispiel:
\special{psfile=diagramm.ps hoffset=100 hscale=80 vscale=80}

fügt die in der Datei diagramm.ps beschriebene Grak um 100/72 Zoll nach rechts verscho-
ben und um den Faktor 0.8 vergröÿert (also verkleinert) ein.
8.6 Verwendung von PostScript-Zeichensätzen 53

8.6 Verwendung von PostScript-Zeichensätzen


PostScript-Zeichensätze können benutzt werden, indem eines der folgenden Pakete einge-
bunden wird:
Paket PostScript-Grundschrift
avant AvantGarde-Book
bookman Bookman-Light
courier Courier
helvet Helvetica
newcent NewCenturySchlbk-Roman
palatino Palatino-Roman
times Times-Roman
chancery ZapfChancery-MediumItalic

\rm, \it, \sl, \bf, \sc, \tt und \sf werden dann jeweils in geeignete PostScript-Zeichensätze
umgesetzt.
Kapitel 9
LATEX und MAPLE
MAPLE, ein umfangreiches Computeralgebrasystem, erlaubt über die analytische Auswer-
tung mathematischer Ausdrücke hinaus auch deren Darstellung in LATEX-Notation.
Im folgenden soll anhand einiger Beispiele das Arbeiten mit MAPLE in Verbindung mit
LATEX dargestellt werden. Für eine intensivere Beschäftigung mit MAPLE wird an dieser
Stelle auf die vom Rechenzentrum angebotenen Einführungsschriften verwiesen.1

9.1 Ein einführendes Beispiel


Angenommen, es soll das Integral
Z
x cos(x)dx
3

gelöst werden. Gleichzeitig sollen sowohl die Formel als auch die Lösung im Text erscheinen.
Mit Hilfe von MAPLE ist die Vorgehensweise folgende:
1. MAPLE aufrufen: maple eingeben.
Es erscheinen folgende Zeilen:
|\^/| Maple V Release 3 (Technische Universitaet Hamburg-Harburg)
._|\| |/|_. Copyright (c) 1981-1994 by Waterloo Maple Software and the
\ MAPLE / University of Waterloo. All rights reserved. Maple and Maple V
<____ ____> are registered trademarks of Waterloo Maple Software.
| Type ? for help.
>

2. Formel eingeben: latex('int(x^3*cos(x),x)');


Bitte beachten: Eingabezeilen in MAPLE müssen grundsätzlich mit einem Semikolon
abgeschlossen werden.
1 Bei Rückfragen zu MAPLE wenden Sie sich bitte an Dr. Thomas Schramm.
9.2 Weitere Beispiele 55

Auf dem Bildschirm erscheint jetzt die LATEX-Version des Integrals:


\int \!{x}^{3}\cos(x){dx}

3. In der zuletzt eingegebene Zeile die beiden einzelnen Anführungsstriche vor und hinter
der Formel löschen:
latex(int(x^3*cos(x),x));

und die Zeile mit <RETURN> abschlieÿen. Nach einigen Sekunden erscheint die Lösung
des Integrals in der LATEX-Form:
{x}^{3}\sin(x)+3\,{x}^{2}\cos(x)-6\,\cos(x)-6\,x\sin(x)

4. Formeln in eine LATEX-Datei einfügen: Mit gedrückter linker Maustaste können jetzt
die jeweiligen Zeilen markiert und in einem Editorfenster mit der mittleren Maustaste
in den LATEX-Text eingefügt werden. In der LATEX-Datei müssen die Formeln natürlich
innerhalb des Mathematikmodus stehen.
5. Falls die von MAPLE erzeugte Formel über das Ende einer Textzeile hinausgeht, kann
die Formel zur Erhöhung der Lesbarkeit in der LATEX-Eingabedatei wieder zu einer
Zeile zusammengefügt werden und an einer sinnvollen Stelle, zum Beispiel zwischen
zwei Klammern, getrennt werden. Dies hat jedoch keinen Einuÿ auf die Ausgabe der
Formel.
6. Bei Bedarf die Formeln noch einmal modizieren, um zum Beispiel bei Integralen die
Integrationsgrenzen unter- und oberhalb des Integralsymbols darzustellen (dazu genügt
es, hinter \int den Befehl \limits einzufügen).
7. MAPLE verlassen: quit eingeben.
8. Das Ergebnis:
Z
x cos(x)dx = x sin(x) + 3 x cos(x) ; 6 cos(x) ; 6 x sin(x)
3 3 2

9.2 Weitere Beispiele


Es soll die Gleichung
Z 1
; ;1 
1+x 2

2 dx =
0

dargestellt werden. Mit Hilfe von MAPLE wird zuerst die Formel auf der linken Seite erzeugt
und anschlieÿend die Lösung errechnet:
> latex('int(1/(1+x^2),x=0..infinity)');
\int _{0}^{\infty }\!\left (1+x^{2}\right )^{-1}{dx}
> latex(int(1/(1+x^2),x=0..infinity));
{\frac {\pi }{2}}
56 LATEX und MAPLE

Im nächsten Fall soll die Summe


n
X
i2

i=1

sowie deren Lösung


(n + 1) ; (n + 1) + n + 1=6
3 2

3 2 6
dargestellt werden:
> latex('sum(i^2,i=1..n)');
\sum _{i=1}^{n}i^{2}
> latex(sum(i^2,i=1..n));
{\frac {\left (n+1\right )^{3}}{3}}-{\frac {\left (n+1\right )^{2}}{2}
}+{\frac {n}{6}}+1/6$

Natürlich ist auch die Darstellung der Matrix


2 3
4 1+ x2
4 x
sin( )2 + x2 5
; 3
px y 3
+( +1)
;1 n
kein Problem für MAPLE:
> latex(array([[4,(x**2+1)/(sin(x)**2+x**2)],
> [3/(sqrt(x)+1/(y+1)),binomial(3,n)]]));
\left [\begin {array}{cc} 4&{\frac {1+x^{2}}{\sin(x)^{2}+x^{2}}}
\\\noalign{\medskip}{\frac {3}{\sqrt {x}+\left (y+1\right )^{-1}}}&{3
\choose n}\end {array}\right ]
Literaturverzeichnis
[1] Kopka, Helmut: LATEX  Band 1: Einführung. (Neuausgabe)
Addison-Wesley Deutschland. 1. Auage, 1994. ISBN 3-89319-664-1.
(Beschreibt lediglich LATEX209; dennoch für die praktische Arbeit sehr empfehlenswert.)
[2] Kopka, Helmut: LATEX  Band 2: Ergänzungen. (Neuausgabe)
Addison-Wesley Deutschland. 1. Auage, 1995. ISBN 3-89319-665-X.
(Berücksichtigt LATEX2". Beschreibt eine Reihe von Erweiterungspaketen u.a. ergänzende Zei-
chensätze (auch PostScript) sowie das Einbinden von Graken.)
[3] Goossens, M.; Mittelbach, F.; Samarin, A.: Der LATEXBegleiter.
Addison-Wesley Deutschland, 1995. ISBN 3-89319-646-3.
(Konzipiert als Begleitband zu dem früheren LATEX-Buch von Leslie Lamport, stellt der LATEX-
Begleiter die denitive Referenz zu dem neuen Standard LATEX2" dar. Sehr nützlich als ergän-
zende LATEX-Dokumentation.)
[4] Lampert, Leslie: LATEX  Das LATEX-Handbuch. (Neuausgabe)
Addison-Wesley Deutschland, 1995. ISBN 3-89319-826-1.
(Das Standardwerk zu LATEX, aktualisiert für LATEX2")

[5] Schwarz, Norbert: Einführung in TEX.


Addison-Wesley Publishing Company. 4. überarb. Auage, 1992. ISBN 3-89319-345-6.
(Empfehlenswerte deutschsprachige TEX-Einführung.)
[6] Knuth, Donald E.: The TEXbook.
Addison-Wesley Publishing Company, 1993. ISBN 0-201-13448-9.
(Das Standardwerk zu TEX.)
[7] Knuth, Donald E.: The METAFONTbook.
Addison-Wesley Publishing Company. 7. überarb. Auage, 1992. ISBN 0-201-13444-6.
(Das Standardwerk zu METAFONT.)
[8] Adobe Systems Inc.: PostScript Language Reference Manual.
Addison-Wesley Publishing Company, 1993. ISBN 0-201-18127-4.
(Die denitive Referenz zu PostScript Level 2.)
Anhang A
LATEX-Beispieltexte
Hier folgen nun einige Beispieltexte, die beim Einstieg in LATEX hilfreich sein können.
Die Texte sind jeweils zuerst in der Ausgabeversion abgedruckt, daran anschlieÿend ist die
LATEX-Eingabe wiedergegeben. Diese und weitere LATEX-Beispielquellen benden sich auÿer-
dem im Verzeichnis /tuhh/public/lib/texmf/doc/beispiele .
A.1 Beispieltext latex1.tex 59

A.1 Beispieltext latex1.tex

Datei: /tuhh/public/lib/texmf/doc/beispiele/latex1.tex Harburg, den 31. Juli 1996

1 Dies ist die berschrift des 1. Abschnitts


Diese Zeile ist in fetter Schrift dargestellt. (\textbf{...})
Diese Zeile ist in kursiver Schrift dargestellt. (\textit{...})

Diese Zeile ist in geneigter Schrift dargestellt. (\textsl{...})


Diese Zeile ist in serifenloser Schrift dargestellt.(\textsf{...})
Dieser Text ist unterstrichen. (\underline{...})
({\tiny ...})
Dies ist die Schriftgre tiny.

Dies ist die Schriftgre scriptsize. ({\scriptsize ...})


Dies ist die Schriftgre footnotesize ({\footnotesize ...})
.

Dies ist die Schriftgre small ({\small ...})


.

Dies ist die Schriftgre normalsize. ({\normalsize ...}


Dies ist die Schriftgre large. ({\large ...})

Dies ist die Schriftgre Large. ({\Large ...})

Dies ist die Schriftgre LARGE. ({\LARGE ...})

Dies ist die Schriftgre huge. ({\huge ...})


Dies ist die Schriftgre Huge. ({\Huge ...})

2 Dies ist die berschrift des 2. Abschnitts


Diese zwei Zeilen erscheinen
genauso wie in der Eingabedatei.

Diese zwei Zeilen

sind zentriert.

Es folgen zwei Linien


im Abstand von 2 mm.
Grundstzlich knnen Leerzeichen und Zeilenumbrche in der LATEX-Eingabe beliebig eingefgt werden.
Fr die Ausgabe nimmt LATEX den Zeilenumbruch eigenstndig vor, falls erforderlich auch einschlielich
einer Worttrennung.
60 LATEX-Beispieltexte

% -
% Dies ist der LaTeX-Quelltext für Beispiel latex1
% -

\documentclass[11pt]{article}
\usepackage[german]{babel}

\setlength{\textwidth}{16.5cm} % Breite des Textes


\setlength{\textheight}{24.0cm} % Höhe des Textes
\setlength{\evensidemargin}{0.1cm} % Breite des linken Randes gerader
% Seiten
\setlength{\oddsidemargin}{0.1cm} % Breite des rechten Randes ungerader
% Seiten
\addtolength{\topmargin}{-1.5cm} % Korrektur des oberen Randes
\renewcommand{\baselinestretch}{1.15} % Zeilenabstand 1.15fach

\setlength{\parindent}{0pt} % keine Einrückung am Absatzanfang


\setlength{\parskip}{1.5ex} % Absatzabstand 1.5*Höhe von x

\begin{document}
\pagestyle{empty} % keine Seitennummern

%\tableofcontents % Inhaltsverzeichnis
%\newpage % neue Seite

Datei: /tuhh/public/lib/texmf/doc/beispiele/latex1.tex \hfill


Harburg, den \today

% -
\section{Dies ist die Überschrift des 1.\,Abschnitts}
% -

\textbf{Diese Zeile ist in fetter Schrift dargestellt.}


(\verb*+\textbf{...}+)

\textit{Diese Zeile ist in kursiver Schrift dargestellt.}


(\verb*+\textit{...}+)

\textsl{Diese Zeile ist in geneigter Schrift dargestellt.}


(\verb*+\textsl{...}+)

\textsf{Diese Zeile ist in serifenloser Schrift dargestellt.}


(\verb*+\textsf{...}+)

\underline{Dieser Text ist unterstrichen.} (\verb*+\underline{...}+)

{\tiny Dies ist die Schriftgröÿe tiny.}


(\verb*+{\tiny ...}+)

{\scriptsize Dies ist die Schriftgröÿe \verb+scriptsize+.}


(\verb*+{\scriptsize ...}+)
A.1 Beispieltext latex1.tex 61

{\footnotesize Dies ist die Schriftgröÿe \verb+footnotesize+.}


(\verb*+{\footnotesize ...}+)

{\small Dies ist die Schriftgröÿe \verb+small+.}


(\verb*+{\small ...}+)

{\normalsize Dies ist die Schriftgröÿe \verb+normalsize+.}


(\verb*+{\normalsize ...}+

{\large Dies ist die Schriftgröÿe \verb+large+.}


(\verb*+{\large ...}+)

{\Large Dies ist die Schriftgröÿe \verb+Large+.}


(\verb*+{\Large ...}+)

{\LARGE Dies ist die Schriftgröÿe \verb+LARGE+.}


(\verb*+{\LARGE ...}+)

{\huge Dies ist die Schriftgröÿe \verb+huge+.}


(\verb*+{\huge ...}+)

{\Huge Dies ist die Schriftgröÿe Huge.}


(\verb*+{\Huge ...}+)

% -
\section{Dies ist die Überschrift des 2.\,Abschnitts}
% -

\begin{verbatim}
Diese zwei Zeilen erscheinen
genauso wie in der Eingabedatei.
\end{verbatim}

{\large
\begin{center}
Diese zwei Zeilen\\
sind zentriert.
\end{center}
}

Es folgen zwei Linien


\hrule
\vspace*{2 mm}
\hrule
im Abstand von 2 mm.

Grundsätzlich können Leerzeichen und Zeilenumbrüche in der \LaTeX-Eingabe


beliebig eingefügt werden. Für die Ausgabe nimmt \LaTeX\ den Zeilenumbruch
eigenständig vor, falls erforderlich auch einschlieÿlich einer Worttrennung.

\end{document}
62 LATEX-Beispieltexte

A.2 Beispieltext latex2.tex

Datei: /tuhh/public/lib/texmf/doc/beispiele/latex2.tex Harburg, den 31. Juli 1996

Sehr geehrte LATEX-Benutzerin !


Sehr geehrter LATEX-Benutzer !
Mathematische Formeln mit LATEX
Angenommen, Sie wollen mathematische Formeln in einem wissenschaftlichen Text erzeugen. Dazu
gengt es, den Mathematikmodus mit dem Zeichen $ einzuschalten, die Formeln einzugeben und
P
den Mathematikmodus wieder mit $ zu verlassen. So wird zum Beispiel F = m  a in LATEX
i i

als $\sum F_i = m_i\cdot a$ geschrieben. Wollen Sie eine Formel in einer gesonderten Zeile
darstellen, ist ein zweiter Mathematikmodus zu benutzen, der mit $$ ein- und ausgeschaltet wird.
Nehmen wir zum Beispiel die De nition der partiellen Integration, wie sie im Bronstein im Abschnitt
3.1.7.4. dargestellt ist:
Haben u(x) und v(x) in einem Intervall I eine stetige Ableitung, so gilt
Z Z
5. Partielle Integration:

u(x)v (x)dx = u(x)v(x) ; u (x)v(x)d x :


0 0

In der LATEX-Eingabedatei sieht dies so aus:


{\sl 5. Partielle Integration:} Haben $u(x)$ und $v(x)$ in einem
Intervall {\bf I} eine stetige Ableitung, so gilt
$$
\int u(x)v'(x)\mbox{d}x =
u(x)v(x) - \int u'(x)v(x)\mbox{d}x$\ .
$$

Ein weiteres Beispiel: Im folgenden ist der Punkt 28 in Kapitel 4.4.1.2. (Fourierreihen) in LATEX
dargestellt:
X cos kx = Z dz Z ln (2 sin t ) dt + X 1 ; 0  x  2
1
x z
1

3 3
k=1 k 0 0
2 =1 k
k

Die Befehlsfolge erscheint auf den ersten Blick verwirrend, aber mit einiger bung kann man sehr
schnell auch die kompliziertesten mathematischen Formeln in ausgezeichneter Form zu Papier brin-
gen, da LATEX selbst die korrekten Abstnde setzt. Hier nun die Befehlsfolge fr die obige Zeile:
$$
\fbox{$\displaystyle
\sum_{k=1}^{\infty} \frac{\cos kx}{k^3} =
\int\limits_{0}^{x} \mbox{d}z
\int\limits_{0}^{z} \ln\,(2 \sin\frac{t}{2})\,\mbox{d}t +
\sum_{k=1}^{\infty} \frac{1}{k^{3}}, \;0\le x\le 2\pi$
}
$$

1
A.2 Beispieltext latex2.tex 63

% -
% Dies ist der LaTeX-Quelltext für Beispiel latex2
% -

\documentclass[11pt]{article}
\usepackage[german]{babel}

\selectlanguage{german}
\setlength{\textwidth}{16.5cm} % Breite des Textes
\setlength{\textheight}{24.0cm} % Höhe des Textes
\setlength{\evensidemargin}{0.1cm} % Breite des linken Randes gerader
% Seiten
\setlength{\oddsidemargin}{0.1cm} % Breite des rechten Randes ungerader
% Seiten
\addtolength{\topmargin}{-1.5cm} % Korrektur des oberen Randes
\renewcommand{\baselinestretch}{1.15} % Zeilenabstand 1.15fach

\setlength{\parindent}{0pt} % keine Einrückung am Absatzanfang


\setlength{\parskip}{1.5ex} % Absatzabstand 1.5*Höhe von x

\newenvironment{example}%
{\begin{quote}\renewcommand{\baselinestretch}{0.9}}%
{\end{quote}}

\begin{document}
Datei: /tuhh/public/lib/texmf/doc/beispiele/latex2.tex \hfill
Harburg, den \today

% -
\section*{%
Sehr geehrte \LaTeX-Benutzerin\,!\\
Sehr geehrter \LaTeX-Benutzer\,!}
% -

\section*{Mathematische Formeln mit \LaTeX}


Angenommen, Sie wollen mathematische Formeln in einem wissenschaftlichen
Text erzeugen. Dazu genügt es, den Mathematikmodus mit dem Zeichen
\verb"$" einzuschalten, die Formeln einzugeben und den Mathematikmodus
wieder mit \verb"$" zu verlassen. So wird zum Beispiel
$\sum F_i = m_i\cdot a$ in \LaTeX\ als \verb"$\sum F_i = m_i\cdot a$"
geschrieben. Wollen Sie eine Formel in einer gesonderten Zeile darstellen,
ist ein zweiter Mathematikmodus zu benutzen, der mit \verb"$$" ein- und
ausgeschaltet wird.

Nehmen wir zum Beispiel die Definition der partiellen Integration,


wie sie im Bronstein im Abschnitt 3.1.7.4. dargestellt ist:

{\sl 5. Partielle Integration:} Haben $u(x)$ und $v(x)$ in einem


Intervall {\bf I} eine stetige Ableitung, so gilt
$$
\int u(x)v'(x)\mbox{d}x =
u(x)v(x) - \int u'(x)v(x)\mbox{d}x\ .
64 LATEX-Beispieltexte

$$

In der \LaTeX-Eingabedatei sieht dies so aus:


\begin{example}
\begin{verbatim}
{\sl 5. Partielle Integration:} Haben $u(x)$ und $v(x)$ in einem
Intervall {\bf I} eine stetige Ableitung, so gilt
$$
\int u(x)v'(x)\mbox{d}x =
u(x)v(x) - \int u'(x)v(x)\mbox{d}x$\ .
$$
\end{verbatim}
\end{example}

Ein weiteres Beispiel: Im folgenden ist der Punkt 28


in Kapitel 4.4.1.2. (Fourierreihen) in \LaTeX\ dargestellt:
$$
\fbox{$\displaystyle
\sum_{k=1}^{\infty} \frac{\cos kx}{k^3} =
\int\limits_{0}^{x} \mbox{d}z
\int\limits_{0}^{z} \ln\,(2 \sin\frac{t}{2})\,\mbox{d}t +
\sum_{k=1}^{\infty} \frac{1}{k^{3}}, \;0\le x\le 2\pi$
}
$$

Die Befehlsfolge erscheint auf den ersten Blick verwirrend, aber


mit einiger Übung kann man sehr schnell auch die kompliziertesten
mathematischen Formeln in ausgezeichneter Form zu Papier bringen,
da \LaTeX\ selbst die korrekten Abstände setzt. Hier nun die
Befehlsfolge für die obige Zeile:
\begin{example}
\begin{verbatim}
$$
\fbox{$\displaystyle
\sum_{k=1}^{\infty} \frac{\cos kx}{k^3} =
\int\limits_{0}^{x} \mbox{d}z
\int\limits_{0}^{z} \ln\,(2 \sin\frac{t}{2})\,\mbox{d}t +
\sum_{k=1}^{\infty} \frac{1}{k^{3}}, \;0\le x\le 2\pi$
}
$$
\end{verbatim}
\end{example}

\end{document}