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T1, Dienstag 08.01.

2019, 10-12 Uhr


11. Sitzung

Wdh. Interaktionismus
- Kommunikationsansatz
- Edward Ross, Mead
- Ross:
- sozialer Prozess als Regulationsmechanismus in der Gesellschaft (automatische Mechansimen
bestimmen Norm, selbst bei Konflikten geben Mechanismen Stabilität)

- Mead:
- Kommunikationsprozess in der Gesellschaft: Kommunikation zwischen Subjekten (intersubjektiv),
Kommunikation durch die Verwendung von Symbolen, wir sind mittelbar mit der Umwelt verbunden,
Kommunikation auch innerhalb von Subjekten (zwischen I und me),
- Theorie der Rolle: Personen spielen in der Öffentlichkeit eine Rolle und übernehmen entsprechende
Eigenschaften, durch Sozialisierung übernehmen wir Rollen
- Stabilisierung von Rollen gibt Stabilität in der Gesellschaft
- durch Rollen lassen sich unterschiedliche Tätigkeitsbereiche in der Gesellschaft erkennen

(Rollen genauso berühmt wie Max Weber: Idealtypen)

neu:

- Interaktionismus nach Robert Park:


- Interaktionen sind breiter und größer
- Interaktionen verbinden nicht nur Menschen miteinander, sondern auch Menschen mit Umwelt
- Interaktion des Prozesses: Interaktion ist ein Prozess
- Interaktion ist nicht nur Regulationsmittel, sondern auch zur Integration von Akteuren in die
Gesellschaft
- gründet 1. Chicago-Schule
- Integration (wenn integrativ): Akteure müssen einen Platz in der Gesellschaft finden (ähnlich wie
Simmel: wir haben einen bestimmten Platz in der Welt/Gesellschaft, Park hat auch bei Simmel studiert)
- generiert Platzproblem, bzw. hier: Raumproblem: daraus entsteht die Stadtsoziologie
- in Städten viele neue Migranten: müssen nicht nur aufgenommen, sondern auch integriert werden
(brauchen Wohnung, müssen arbeiten, in Gesellschaft leben,...), dadurch leben viele Menschen auf
einem engen Raum: soziale Konflikte entstehen
- Park will Konflikt lösen durch Interaktionismus und Stadtsoziologie
- wie kann man Integration durch Interaktion fördern?
- Progression (sozialer Fortschritt) soll für alle sozialen Gruppen erreicht werden
- Akteure auf unterschiedliche soziale Gruppen verteilt: Interaktion in den Gruppen muss untersucht
werden
- Gruppen (kleine Gemeinschaften) sind in der Gesellschaft wichtig, müssen von der Gesellschaft
anerkannt werden, da sie neue Akteure integrieren können
- also: man muss Minderheiten in Amerika anerkennen und pflegen (bei Integration helfen)
- durch die Gruppen haben wir ein Mittel um Integration zu schützen und zu bessern
- trotzdem Konflikte: konstituierte Gruppen bilden Identität aus (bildet sich selbst oder durch die
Zuschreibung/Identifizierung durch andere Gruppen von außen)
- Integration bedeutet deshalb nicht das Ende von Konflikten, sondern auch Konflikte (nur anderer Art)
- Raum = wichtige Rolle: Identität der Gruppen muss konkretisiert werden, z.B. durch die Räumlichkeit
- wenn sich eine Gruppe zu einem Raum zugehörig fühlt, können sich Gruppen besser in Gesellschaft
integrieren
- mit dem Raum löst man ein Problem: Gruppen können sich konkretisieren, werden eingegrenzt (z.B. in
Stadtviertel)
- schafft aber auch neues Problem: Konkurrenzproblem (z.B. einige Viertel werden mehr begehrt als
andere)
- Konkurrenz ist unvermeidlich: dadurch verschwindet Räumlichkeit praktisch, denn die Gruppen wollen
meist die gleichen Räume besetzen, dadurch verstärkte Konflikte:
- einige Gruppen werden eliminiert, andere Gruppen werden mächtiger und herrschen
- anhand der Räumlichkeit lassen sich soziale Ungleichheiten beobachten
- weitere soziale Fragen: benachteiligte Menschen in Stadtteilen werden noch mehr benachteiligt (arme
werden noch ärmer, Zugang zur Bildung wird noch geringer): wenig Chancen für diese Akteure, da raus
zu kommen
- Zyklus Race Relation = Vorschlag an die Politik/ Staat: Staat muss Räumlichkeiten so verteilen, dass
Konkurrenzsituation verhindert wird
- Politik hat die Macht und Verantwortung über die Verteilung der Menschen auf die Räumlichkeiten
- durch politische Macht akzeptieren die Akteure ihre Verteilung nach und nach
- durch diese Akzeptanz kommt Anerkennung ihrer Identität, sowie Anerkennung der Identität von
anderen Gruppen
- Voraussetzung: Politik muss benachteiligte Viertel in der Stadt unterstützen (z.B. finaziell) damit
weniger Ungleichheit (möglichst gleiche Infrastruktur, gleicher Zugang zur Bildung)
- sehr aktive Politik ist erforderlich
- Personen müssen zwischen Stadt und Vierteln interagieren
- nur so können Konflikte in Hintergrund gedrängt werden und Problem des Kommunotarismus gelöst
werden, nur so können Akteure sich aufeinander beziehen, Stärkung des Zugehörigkeitsefühls von
Akteuren in einer Gruppen und Stärkung der Identität von Gruppen in einer Räumlichkeit

- Problem: physische Distanz zwischen Stadtvierteln und zwischen Gruppen in einem Stadtviertel
- physische Distanz ist nicht vereinbar mit der sozialen Distanz zwischen den Gruppen
- soziale Distanz muss mit physischer Distanz harmonieren (sollen nicht gegeneinander kämpfen)
- neues Feld in Soziologie eröffnet: Stadtsoziologie und damit auch Unterthemen der Soziologie (z.B.
Architektursoziologie)
- wir beachten nicht genug die Wirkung sozialer Räumlichkeit auf uns
- Probleme: Exklusion (Ausschluss) und Segregation (man hat nicht in jeder Stadt den gleichen Zugang zu
sozialen Gütern)
- Bsp. Segregation: Alle Menschen haben Internet abonniert und zahlen das gleiche, aber Empfang an
unterschiedlichen Orten besser oder schlechter
- deshalb Feldforschung
- Stufe 1: Theorie
- Stufe 2: Empirie
- Stufe 3: Abduktion
- Wechseln zwischen Theorie und Empirie bis soziologische Forschung erschöpft ist
- Theorie kann man falsifizieren
- bis 1940 wird nach Prinzip der kommulativen Wissenschaft in Amerika geführt (viele Daten werden
gesammelt)
- deshalb auch in Amerika Mediensoziologie und Kommunikationssoziologie entwickelt
- in Europa übernommen um 1970

Soziologie nach dem 1. WK


- ab 1918
- 3 Traditionen: nordamerikanische (wie oben beschrieben), deutsche, französische
- Durkheim-Schule schwer durch 1. WK beeinflusst, viele Schüler von Durkheim sterben
- kaum noch französische Soziologie, da Nachwuchs gestorben
- Wirtschafts-Soziologie weiterentwickelt (bis ca. 1930)
- besonders aber Moralphilosophie: hat wenig mit Soziologie zu tun
- Durkheim-Schule noch gut anerkannt, Mauss (als sein Schüler) wird bekannt
- Franzosen haben Problem mit der Internationalisierung mit der Soziologie (wollen das nicht teilen),
Probleme in Kooperation mit Amerikanern

- in Deutschland ähnliche Situation wie in Frankreich: viele Soziologen sind gestorben


- aber dafür gibt es auch noch einige, die eben leben
- Max Scheler, von Wiese, wollen Austausch mit Amerika
- Max Scheler und Leopold von Wiese streiten sich: Scheler bietet Soziologie (Soziologie der Werte) an,
die immernoch davon ausgeht, dass es zwei Welten gibt (Welt der deutschen = richtige Welt, die Welt
der anderen Länder = falsche Welt)
- Scheler: nur wenn wir die Werte erkennen können, können wir was über die Gesellschaft sagen
- antinaturalistische Soziologie: ist nicht mit Darwinismus verbunden, geht davon aus, dass Werte in
Emotionen verankert sind (Emotionen als Grundlage von idealen Werten): ist gegen Georg Simmel (hat
keine Methode angeboten und hat sich nicht für die "reinen Werte der Menschen" interessiert, hat nur
eine Lebensphilosophie angeboten
- Scheler: konsenzorientierte Soziologie: wir müssen uns über Werte einigen
- da die Grundlage der Werte Emotionen sind: wenn wir Emotionen zeigen, zeigen wir unsere Werte
- 4 grundsätzliche Werte:
1. sensitive Werten (sind mit Körper verbunden: Was ist uns Körperlich angenehm / unangenehm?)
Körperdimension
2. vitalen Werten (sozial wichtig: erlauben, dass man sich in Gesellschaft positionieren kann: was ist
vulgär, was ist adelig? Was entspricht unserem Geschmack?) Sozialdimension
3. geistigen Werten (verbinden Akteure mit der Wirklichkeit, was ist richtig / falsch, wichtig /
unwichtig,...) Sachdimension
4. sakralen / heiligen Werten (sakral = verboten, profan = erlaubt) Spiritualitätsdimension

Max Scheler meint, die franzosen verstehen sowieso nichts, die machen nur so sachen mit liebe, frauen,
tanzen, konzerte... die haben keine ahnung!