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T1, Dienstag 20.11.

2018, 10-12 Uhr


6. Sitzung

Wdh. Simmel Formalsoziologie

- Wechselwirkung, Vergesselschaftung, Tausch = bedeutende Begriffe


- soziale Formen = Formen der Vergesellschaftung: starke Sozialisationsansatz
- Soziologie der Moderne
- Begriff des Typus definiert = Personen, die bestimmten Stil zeigen (z.B. Großstadtstil)
- Apriori der Soziologie = Relation, Rolle in der Gesellschaft, Individualität (jeder hat einen einzigen Platz
in der Welt und in der Gesellschaft)
- Verbindung der subjektiven Kultur (Individuen) und objektiven Kultur (Gesellschaft) wiederholt (wie bei
Lazarus / Steinthal)
- nicht nur die Frage Subjekt - Objekt, sondern auch die Frage nach der Relation zwischen Subjekt und
Objekt
- wir interessieren uns für die Verbindung zwischen den Menschen, nicht nur für die Menschen und die
Objekte in der Umgebung allgemein
- Pluralisierung
- seit der Moderne mehr soziale Mobilität
- wir leben innerhalb unseres Lebens in verschiedenen sozialen Kreisen: Wir werden nach und nach
spezieller, besonders: Singularität

Max Weber: Rationalismus (05)

- Objektivitätsaufsatz über Ärgernis in der Sozialwissenschaften


- Legitimität des Wissens
- Koppelung zwischen der Entwicklung / Entstehung des Kapitalismus und der Rationalisierung in der
Gesellschaft
- Kapitalismus ist möglich geworden, weil Religion dies verursacht hat
- historische Soziologie, versucht bestimmte Genese zu rekonstruieren
- Ursachen von Phänomen nur in Geschichte erkennbar
- Frage: Warum leben wir in einer Gesellschaft, die so ist wie sie ist?
- Gesellschaft = kollektiver Begriff, nicht greifbar, nicht wirklich definierbar
- Begriff der Handlung: Gegenstand der Soziologie ist die soziale Handlung
- soziale Handlung hat einen Sinn, weil sie sozial ist. soziale Handlung ist sozial, weil sie immer in
Anwesenheit eines anderen Akteurs geschieht
- Begriff des Sinns hat eine wichtige Rolle ; Sinn = Apriori
- Fragestellung der Rationalisierung: wir leben in einer Gesellschaft, in der die ehemalige Ordnung weg
ist und eine neue Ordnung wird aufgebaut: während des Aufbaus viel Zweifel ; Frage: Wie kann trotzdem
Sinn erhalten werden? ; Antwort: durch Rationalisierung = bewahrt Sinn
- Rationalisierung ist keine Kritik an die Gesellschaft, sondern nur eine Erklärung, wie sich die Akteure
Sinn schaffen um zu Handeln
- verstehende Soziologie: man will etwas verstehen und erklären
- neutrale Axiologie = der Soziologe muss neutral gegenüber den Werten bleiben, nicht beurteilen,
Distanz zum Gegenstand muss behalten werden
- um Gegenstände zu verstehen und erklären, muss ich eigene Analyse auch erklären (erklären: warum
ist diese Erklärung glaubhaft?)
- bestimmte herangehensweise zu den Objekten nach der Deutung / Interpretation: man muss die
Gegenstände deuten
- demzufolge hat man am Ende nur eine Deutung, von dem was man beobachtet hat
- Deutung kann mehr oder weniger abstrakt sein
- Deutung in Form einer Beschreibung (ich sehe ein Schwein, einen Stock,...)
- Beschreiben ist bereits interpretieren, denn es gibt keine neutrale Beschreibung, da Menschen als
Beobachter selektrieren (gleiche Landschaft wird von verschiedenen Menschen verschieden
beschrieben)
- abstrakter: Ebene der sozialen Handlung
- noch abstrakter: Ebene der sozialen Beziehung
- am abstraktesten: Ebene der legitimen Ordnungen (Organisationen, Institutionen: sind sehr komplex
und brauchen deshalb am meisten Deutung)

- Typologie der sozialen Handlung


- einige Handlungen sind zu abstrakt um sie zu interpretieren (Handlungen nach Affekten, Emotionen):
kann von der Soziologie nicht berücksichtigt werden
- einige sind aber interpretierbar da nicht zu abstrakt: Zweckrationale Handlungen und Wertrationale
Handlungen (rational nach den Zwecken oder rational nach der Werten)
- Zweckrational z.B. ich benutze den Löffel um den Joghurt zu essen ; welches Transportmittel benutze
ich am besten um von Halle nach Leipzig zu fahren?
- Zweckrational: Mittel und Zweck ist erkennbar, instrumentell: man setzt etwas um, egal in welcher Welt
von Werten ich lebe
- Wertrational: Werte bestimmen die Handlung , z.B. jeden Sonntag gehe ich in die Kirche: man
unterstützt bestimmte Werte, die uns wichtig sind

- Werkzeug: Idealtypus
- Idealtypus erlaubt, wichtige Merkmale von Gegenständen zusammenfassen: Zusammenfassung kann
genutzt werden um weitere Gegenstände zu analysieren: z.B. kriminelle Personen oft mit kleiner Stirn
und großen Händen: Raster um Phänomene zu erklären
- klappt manchmal gut, manchmal nicht so gut
- Kontruktion Zwischenrealität: Realität des Idealtypus und Realität die wir nutzen um etwas über
Gesellschaft zu sagen
- Soziologie = indirekte Wissenschaft, mittelbare Perspektive, gefiltert

- Simmel: man kann den Raum als sozialen Raum begreifen: z.B. Protestantische Länder sind reicher und
produktiver als katholische Länder
- Weber mit Rationalisierung: protestantische Ethik
- Das Leben der Menschen hat sich durch Verbreitung von Protestantismus säkularisiert (ist
pragmatischer geworden): im Sinne der Zweckrationalität
- arbeiten ist nicht nur arbeiten, sondern arbeiten bedeutet jetzt auch Verwirklichung von dem Selbst,
denn: durch die Arbeit zeige ich Gott, dass ich "in den Himmel komme" wenn ich gestorben bin, Leistung
von Gott ; Gott ist jetzt "Mein Gott": Aneignung von Gott, Gott ist in mir, Gott ist mein Besitz
- durch diesen Wandel von der Idee von Gott entfällt Transzendenz
- dadurch entwickelt sich Individualismus, der sich besonders in der Arbeit zeigt: effizientes Arbeiten
wird wichtiger
- Nachahmungseffekt lässt sich beobachten: Protestanten die erfolgreich und reich wurden, wurden
nachgeahmt und Konkurrenz entsteht
- wirtschaftliche Welt entsteht
- Entzauberung der Welt: praktikable aber graue Welt wirft Frage auf: Gibt es noch Sinn?
- man bekämpft das Problem des Sinns um Sinn durch Rationalisierung zu erzeugen: nötig dafür ist
bürokratische Instituion
- bürokratische Institution funktioniert durch Regeln und durch Personen, die die Regeln vermitteln
(Beamte)
- Bürokratie setzt spezielle Ausbildung von Akteure voraus
- weitere Voraussetzung: jeder Akteur muss seine Rolle spielen und keine Grenzen überschreiten
- Ehrenkodex von Bürokratie: Regeln, die produziert werden damit die Bürokratie als Apparat
funktionieren kann
- Sinn wird geschaffen
- schafft Vertrauen und Erwartung innerhalb des Gesellschaft
- Sinn erschöpft sich nicht, es gibt eine ständige Suche nach dem Sinn
- Rationalisierung schafft Sinn und die Suche nach dem SInn gleichzeitig
- Problem: Entzauberung der Welt (das was produziert wird man Sinn, der in der Gesellschaft und durch
die Bürokratie anerkannt wird, jedoch ist Leben planbar und eingeschränkt, Regeln erzwingen das
Verhalten der Akteure: wer nicht plant, steht schnell außerhalb der Gesellschaft)
- Maßnahmen zur Regluation, Ranking, soziale und rechtliche Kontrolle der Bevölkerung
- ohne die Bürokratie als Institution kann die moderne Gesellschaft nicht leben, haben keinen Sinn in
ihrem Leben
- Bürokratie als stahlhartes Gehäuse, Gefängnis aber auch Schutz vor Gefahren
- wir verlieren den Traum und Möglichkeiten, werden eingeschränkt, beeinflusst, eingeordnet und
gef+hrt
- aber: wir gewinnen Sinn, Planbarkeit, Projekte zu machen, Kalkulierbarkeit, Erwartungen
- Wir glauben weniger an das, was wir sehen, wir sind rationalisiert geworden, Glaube ist nicht mehr so
wichtig, wir sind zynischer geworden, wir verstehen dass die Gesellschaft unser Leben so produziert wie
es ist
- deshalb lohnt es sich, die Motivationen von sozialen Handlungen zu analysieren (warum lohnt es sich
für die Menschen, etwas zu tun?)
- Kapitalismus nicht mehr nach marxistischen Ansatz, sondern religiöser Ansatz
- Kapitalismus wäre nicht ohne Idee entstanden, dass die bessere Art und Weise zu leben nicht
zusammen zu leben ist: jeder realisiert und gewinnt sich selbst, nur dann macht eine Beziehung zu
anderen Sinn