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T1, Dienstag 13.11.

2018, 10-12 Uhr


5. Sitzung

So, wir fangen an...


- Wdh.:
- Mauss mit Gabe als Verlängerung dessen, was Durkheim vorgeschlagen hat
- nach Mauss: wir leben in einer Gesellschaft, in der soziale Ordnung eine totale Ordnung ist: soziale
Ordnung ist nicht nur sozial, sondern auch politische, ökonomische,... Eigenschaften
- Holistischer Ansatz: Realität als Ganzes verstehen, in diesem Ganzen gibt es unterschiedliche
Eigenschaften
- Lazarus / Steinthal: Völkerkultur = Kulturwissenschaft

Formalismus in der deutschen Soziologie (04)

- Georg Simmel
- Soziale Form = Grundeinheit: nimmt Inhalte auf
- Vergesellschaftung = Sozialisation: dadurch entstehen soziale Formen
- Gesellschaft = Summe von Formen der Sozialisation
- Ursprung von Sozialisation in Wechselwirkungen
- Wechselwirkungen = hin und zurück von Sachen, Wechselbeziehungen
- Menschen leben im Bereich von Attraktion und Repulsion: Dadurch entstehen Wechselwirkungen:
bestimmte Kraft zieht Menschen einander an, oder stößt sie voneinander ab, dabei ist trotzdem jeder
Individuell
- def. Gesellschaft = Summe von Wechselwirkungen
- Tausch ist allgemeiner als die Wechselwirkung
- Durkheim: wir sind nicht nur von außen beeinflussbar, sondern auch von innen
- Simmel: ähnliche Idee: doppelter Determinismus: soziale Formen beeinflussen uns, wir projizieren
Inhalte in die Formen
- Verhältnis zwischen objektiver und subjektiver Kultur
- subjektive Kultur = Kultur der Akteure (als Individuum)
- objektive Kultur = Kultur der sozialen Formen (z.B. soziale Konventionen, alles was in unserer
Gesellschaft als selbstverständlich gilt, aber auch erst einverleibt werden muss)
- Simmels Ansatz nicht weit von Durkheim entfernt
- Wechselwirkungen sehr abstrakt: sind Möglichkeiten, nicht alle davon werden konkretisiert, nur einige
- Durkheim: Erwartungen werden von der Kraft der Gesellschaft erfüllt
- Simmel: Erwartungen werden in der Beschäftigung mit sozialen Formen gebildet (Diskussion,
Verhandlungen,... über die Regeln) = soziale Arbeit, die von den Akteuren zuerst geleistet werden muss,
um soziale Formen zu bilden
- Sozialisation = Aneignung von sozialen Gütern in der Gesellschaft
- 3 Aprioris:
1. Relation (als Beziehung, Wechselwirkung, Tausch)
2. Idee der sozialen Rolle (wir übernehmen Rollen in der Gesellschaft)
3. Idee der eigene Position (individuelles Gesetz: jeder hat eine eigene, einzige Position in der Welt und
der Gesellschaft, persönliche Identität kann man nicht mit anderen Akteuren Tauschen, persönliche
Identität ist für Akteure schwer begreifbar, man bleibt sich selbst fremd, deshalb bleibt auch ein Teil der
Gesellschaft gegenüber fremd)
- Menschen sind sozial bis zu einer gewissen Grenze: soziale Eigenschaft ist nicht unsere einzige
Eigenschaft
- Trennung der Gesellschaft in "Das Soziale" und "Der Mensch"
- Negativität des sozialen: Das Soziale kann uns und die Gesellschaft nicht komplett durchdringen
- Soziologie ist eine Wissenschaft der Grenzen: versucht zu verstehen, wie Grenzen in der Gesellschaft
funktionieren, gezogen werden,...
- Typusbegriff: bezeichnet keine Person, sondern Prozesse / Wechselwikrungen /
Vergesellschaftungsformen innerhalb der Gesellschaft: Grenzeproblem wird damit behandelt
- Typus bedeutet: welche sind die Routinen in einer bestimmten Gesellschaft?
- Bsp. an Künstlern: was bedeutet die Kunst von Rodin?
-> Vergesellschaftsformen, die Künstler ausdrücken
- oder Typen innerhalb einer Großstadt
- soziale Formen erneuern sich schnell (z.B. Mode) Wechselbeziehung zwischen Akteur und seiner
Umgebung
- Armut ist auch eine subjektive Armut (sozial, kulturell,...): kein Zugang zu sozialen Gütern, weil man es
nicht will, versteht,...
- Soziologie des Lebensstil / Lebensstilforschung: Warum entscheiden sich Menschen für bestimmte
Lebensstile. Einfluss durch Makrophänomene oder Mikrophänomene?
- Philosophie des Geldes: Grenzen werden mit Geld (etwas unpersönlichem) gezogen: Unpersönliches
Mittel macht das Leben auch unpersönlich
- Tragödie: tragisches Schicksal von sozialen Akteuren: Das, was Akteure erreichen wollen, können sie
nicht vollständig erreichen
- Geld als soziale Form nicht nur als Zahlungsmittel, Geld hat Relation und ist auch Relation: Ersetzt auch
Beziehungen zwischen Menschen
- Bsp. Protitution: Liebe setzt soziale Voraussetzungen etc voraus, Protitution ermöglicht eine Ebene der
Liebe mit Geld bezahlbar zu machen
- Geld kann Grenzen in der Gesellschaft ziehen, die schwer abzubauen sind
- Geld ist deswegen eine reine Form: man kann nichts weiter hineinprojizieren
- Aber Geld kurbelt auch Phantasien an: Geld erlaubt Neuerzeugung der Welt, mit Geld kann man sich
von sozialen Formen befreien
- Besitz von Geld: Bildung einer kleinen Gesellschaft möglich (Mini-Gesellschaft in der Gesellschaft),
anhand der man sich von der großen Gesellschaft abkoppeln kann
- Leute mit wenig Geld finden deshalb keinen Sinn im Leben

- Unterschied Normen / Werte:


- Normen entstehen an Arbeit mit sozialen Formen, die wir mit anderen Akteuren der Gesellschaft
zusammen leisten
- Werte betreffen das Verhältnis von dem was wir in unserem Alltag machen und dem was in der
Gesellschaft passiert
- nicht nur wichtig zu verstehen, wie Leute handeln, sondern auch ob eine Handlung Bedeutung hat:
müsste in Gesellschaft integriert werden
- in Gesellschaft integrierte Handlungen = Werte
- wir leben in unterschiedlichen sozialen Kriesen im Laufe unseres Lebens
- Moderne vermehrt gesellschaftliche Kreise
-Mobilität in Gesellschaft
- soziale Laufbahn heute vielfältiger: Vermehrung von Bildungsinstitutionen, dadurch Vermehrung von
sozialen Kreisen, dadurch Vermehrung von Werten
- Soziologie stellt Frage: Wie werden Werte konkretisiert? (sodass sie nicht nur abstrakt bleiben)
- Antwort: politische Kultur im Sinne von der Bewahrung der Pluralität und der Demokratie durch die
Kultur
- nicht veränderbare Werte verursachen sonst Gefährdung der Pluralität und der Demokratie
- Kultur des Kompromisses als Macht fördern:
- Macht = Kompromissfähigkeit
- nicht nur wirtschaftliche, sondern auch kulturelle Bedeutung der Gesellschaft