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AP1, Montag 29.04.

2019, 8-10 Uhr


4. Sitzung

- primäre Verstärker: angeboren


- sekundäre Verstärker: müssen erlernt werden (z.B. Geld: für Erwachsene gute
Verstärker, für Baby egal), auch bei Tieren möglich (z.B. Chips in Automaten werfen
= Futter, Hebeldruck gibt Chip, Hebeldruck = sekundärer Verstärker)
- soziale Verstärker: Lob, Zuwendung, Lächeln (stark als primär oder auch
sekundär): z.B. Problemverhalten bei Kindern lösen: Aufmerksamkeit / Zuwendung
nur wenn positives Verhalten
- Wirksamkeit von sozialem Verstärker lässt sich prüfen, indem man soziale
Verstärker (Intervention bei entsprechendem Verhalten) wieder weglässt: wird altes
(problematisches) Verhalten wieder gezeigt (rückfällig) = Beweis, dass
Verhaltensänderung durch soziale Verstärker ausgelöst

- Verstärker auch möglich, wenn nicht jedes Verhalten verstärkt wird: reicht
gelegentlich (z.B. Futter nicht bei jedem Hebeldruck, sondern max 1x pro Minute)
- kontinuierliche Verstärkung: jedes Verhalten wird verstärkt
- partielle Verstärkung: ratio schedule vs interval schedule
- ratio schedule: nach einer gewissen Anzahl von Reaktionen erfolgt die Verstärkung
- Intervall schedule: nach einem gewissen Zeitintervall gibt es wieder die Möglichkeit
auf Verstärkung (z.B. frühestens nach 2 min ist Verstärkung möglich, aber nur wenn
erwünschtes Verhalten auch gezeigt wird, dann beginnt wieder der 2-min-Timer)
- partielle Verstärkung: fixed vs variable
- fixed ratio 30 / interval 30: Verstärkung jedes 30. Mal / alle 30 Minuten
- variable ratio 30 / intervall: im Mittel jede 30. Reaktion verstärkt (mal 10., mal 30.,
mal 50.) / mal nach 10sek, mal nach 50sek, mal nach 120sek)
- fixed: Verhalten wird nicht ganz kontinuierlich gezeigt, besonders nach Verstärker
kein / wenig erwünschtes Verhalten
- variable: Verhalten kontinuierlich gezeigtes Verhalten

- Löschung: durch weglassen des Verstärkers: Dauer der Löschung abhängig von
Verstärkerplan
- partielle Verstärkung: Löschung dauert länger: diejenigen, die immer verstärkt
wurden, beenden Verhalten zügig wenn keine Verstärkung mehr ; diejenigen die nur
manchmal verstärkt wurden, denken dass die nächste Verstärkung sicher noch
kommen wird
- partial reinforcement concept: partielle Verstärkung während Training erhöht
Auftretenswahrscheinlichkeit des Verhaltens während Löschung

- Motivation kann Performanz und Ausmaß des Lernens beeinflussen

- Bestrafung wirkt sich auch auf Verhalten aus: verringert unerwünschtes Verhalten
- positive Verstärkung / C+ (Tafel Schokolade bei gutem Verhalten), negative
Verstärkung / C- gestrichen (Unangenehmer Reiz eliminiert bei gutem Verhalten) /
positive Bestrafung / C- (unangenehmer Reiz bei schlechtem Verhalten), negative
Bestrafung / C+ gestrichen (angenehmen Reiz wegnehmen bei schlechtem
Verhalten)
- je heftiger Bestrafung, desto weniger wird ein Verhalten gezeigt: kann auch
Löschung eines vorher verstärkten Verhalten beschleunigen (wenn es auf einmal
nicht mehr verstärkt, sondern bestraft wird)
- wenn zuerst zu geringe Bestrafung um Verhalten zu eliminieren und wird langsam
erhöht, steigt die Schwelle immer mehr an, als wenn angemessen hohe Bestrafung
gleich die angemessene Verhaltensaufhebung bewirkt hätte (z.B. Elektroschock 80V
nötig: zuerst 60V, keine Verhaltensänderung da zu niedrig, muss schrittweise sogar
bis auf 300V erhöht werden bis Verhalten nicht mehr gezeigt wird)
- deshalb (aus lernpsychologischer Sicht): direkt mit heftiger Bestrafung arbeiten
- Bestrafung sollte sofort erfolgen (nicht erst wenn unerwünschtes Verhalten bereits
einige Zeit gezeigt wird)

Zusammenfassung:
primäre, sekundäre, soziale Verstärker
kontinuierliche vs. partielle Verstärkung
partielle: ratio vs interval, fixed vs variable
partial reinforcement concept
Motivation
Bestrafungs- / Verstärkungsarten (positive / negative)