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AP1,

Montag 13.05.2019, 8-10 Uhr


6. Sitzung

- partial report: Signal zeigt vor Item-Präsentation, auf welchen relevanten Bereich man
sich konzentrieren soll und später repräsentieren soll, bei whole report: ohne relevante
Lokation/alles ist gleich wichtig
- Informationen bei partial report zerfallen schnell (noch während man reproduziert)
- im Buch falsch: Abb. ©2011 Cengage Learning: Person musste nicht mündlich sondern
schriftlich reproduzieren
- bei partial report bessere Repräsentation als bei whole report
- Averbach & Coriell mit anderer Technik: Matrix mit Reizen/Items (Buchstabenraster)
wieder gezeigt: nach verschwinden erscheint Markierung an einer Stelle: VP soll das
jeweilige Item am Platz der Markierung erinnern: Je weiter Verzögerung der Markierung
schlechtere Wiedergabe
- Resultat: visuelle Information zerfällt sehr schnellt (ca. 300ms)

- Sperlings Modell:
1. Licht gelangt in System: ist dort nur prä-kategoriell, schneller Zerfall nach ca.1s (oder
je nach Untersuchung 300ms)
2. Recognition buffer: Information wird kategoriell: Information wird Name zugeordnet,
auditiv (dadurch Verwechslungsfehler möglich durch ähnlichen Klang: z.B. E – I)
3. Rehearsal Prozess: um Items weiter zu erinnern
4. rehersal Prozess transportiert Items in auditiven Speicher
5. Wenn berichten (aussprechen) der Information nötig: Translation: Info wird aus
recognition buffer geholt und in motorische Kommandos übersetzt
- bei whole Report können nicht alle Items in der Zeit gescannt/erkannt werden:
deshalb schnellerer Zerfall als bei partial report
- das war iconic memory
- sensory memory: im Auditiven
- Kopfhörer: 4 verschiedene Mitteilungen werden aus 4 verschiedenen Richtungen
hören. Visueller Reiz gibt danach an, welche Mitteilung wiederholt werden soll. Partial
report besser, aber bei Verzögerung nicht mehr.
- echoic memory zerfällt weniger schnell als iconic memory
- auch im Taktilen: kleiner Vorteil für partial report
- Probleme Sperlings Modell: viele reine Blöcke vorhanden (viele mit partial report,
danach viele mit whole report, nicht zufällig gemischt): man weiß nicht, ob VP evtl
Strategien entwickelt um Aufgabe besser zu meistern
- also möglicherweise ist es nur ein Strategie-Effekt
- weiteres Problem: Information ist womöglich nicht prä-kategoriell: physikalische
Dimensionen können auseinander gehalten werden, jedoch auch Kategorien, wie
Nummern & Buchstaben auseinander halten möglich (entgegen Sperlings Behauptung)
- weiteres Problem: sinkende Leistung des partial Report mit steigendem cue delay:
nicht das iconic memory zerfällt so schnell, sondern die Lokationsinformation (weil
Menschen bei falsch-raten meist trotzdem Buchstaben nennen, die zumindest
präsentiert wurden, wenn auch nicht den richtigen von der gewünschten Lokation)

Short term memory
- Speicherdauer wenige Sekunden
- messbar durch das Präsentieren von chunks = sinnvolle Einheit, z.B. einzelne
Buchstaben, oder CVCs (Consonant-Vokal-Consonant-Wörter) oder Wörter: durch
immediate serial recall (gilt nur wenn Repräsentation komplett perfekt ist, also auch mit
Reihenfolge richtig)
- Brown-Peterson-Paradigma: Konsonanten-Trigramm (z.B. HLM), dann Zahl (z.B. 492),
dann in Dreier-Viererschritten rückwärts zählen, dann repräsentieren: nur 20%
- klappt nur bei Erinnerung von Worten sehr gut

zu Vergessen:
- 2 gegenstätzliche Theorien: Spurenzerfall vs. Interverenz
- Spurenzerfall: Informationen verblassen im Verlaufe der Zeit (wie Fußabdrücke am
Sandstrand)
- Interferenz: Idee, dass unterschiedliche Gedächtnisinhalte sich gegenseitig
beeinflussen und behindern, aber nur wenn sich Inhalte relativ ähnlich sind
- proaktive Interferenz: alte Lerninhalte behindern neue
- retroaktive Interferenz: neue Lerninhalte behindern alte
- wahrscheinlicher eher proaktive Interferenz: erste Inhalte werden meist gut behalten
und bleiben auch mit weiterem Lernen verschont
- wenn allerdings Pausen zwischen Durchgängen: kaum noch Behinderung: alles wird
gleichgut behalten, spricht gegen Interferenz generell
- Spuren-Diskriminations-Hypothese: man muss das letzte Item vom vorlesetzen und
vorvorletzten etc unterscheiden können, sonst schnellere Vergessensrate







Zusammenfassung:

Vom letzten Mal noch zu ergänzen:
Unterteilung Gedächtnis
Sensorisches Gedächtnis
partial report vs whole report

Von dieser Sitzung jetzt:
whole report vs partial report
Zerfall der visuellen Information
Sperlings Modell + Probleme
Short term memory (STM)
Brown-Peterson-Paradigma
Vergessen: Spurenzerfall vs proaktive/retroaktive Interferenz
Spuren-Diskriminations-Hypothese