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AP1, Montag 20.05.

2019, 8-10 Uhr


7. Sitzung

- gegensätzliche Theorien zum Vergessen: Spurenzerfall vs Interferenz


- Spuren-Diskriminations-Hypothese: mehrfach getestet
- z.B. Gardiner, Craik & Birtwisle: Blumennamen: Kategoriewechsel Wildpflanzen –
Kulturpflanzen, 3 Gruppen: uninformiert, informiert, nachträglich informiert über den
Wechsel
- uninformiert: kein Release von PI (proactive Interference): haben Wechsel nicht
registriert ; informiert: Release von PI ; nachträglich informiert (nach Präsentation,
aber vor Abruf): Release von PI

Kodierung im Kurzzeitgedächtnis:
- phonologische, visuelle, semantische Kodierung
- phonologisch dominant
- phonological similarity effect: immediate serial recall von Buchstaben:
Buchstabenreihen wo Buchstaben ähnlich klingen (D, C, G, B, P, T) schwieriger als
unterschiedlich klingende Buchstaben in Reihen: phonologisch ähnliche Items haben
ähnliche Codes, recall erfordert Diskrimination zwischen Codes, Diskrimination
schwieriger wenn Codes ähnlicher
- klangähnliche Wörter sind schwieriger zu erinnern
- semantisch ähnliche Worte haben keinen Einfluss: einfach, solange nicht
Klangähnlich
- visuelle Kodierung: Gitter mit verschiedenen ausgemalten Kästchen zeigen, danach
alle Kästchen wieder weiß: Person soll ausgemalte Kästchen erinnern
- semantische Kodierung: PI wird gezeigt, wenn Kategoriewechsel vorgenommen
wird

Funktion Short-time-Memory: temporäres Arbeitsgedächtnis wichtig für


unterschiedliche kognitive Aufgaben
- Working memory: 2 Aufgaben gleichzeitig: 1. Gedächtnisspanne (0-8 Ziffern
erinnern) + 2. Satzverifikation (entscheiden: ist Satz richtig oder falsch?
- Leistung Satzverifikation nimmt nur wenig ab, je höher Leistung der
Gedächtnisspanne
- also: Working memory besteht aus mehreren Teilgebieten: central executive,
phonological loop, visuo-spatial sketch pad, episodic buffer

Phonological loop: aus a) phonological store, b) articulatory control process


a) phonological store: speichert sprach-basierte (phonologische) Infos, Spurenzerfall
1,5-2s
b) articulatory control process: auslesen aus und zurückschreiben in phonological
store (inner speech), Konvertierung von geschriebenem Material in phonologischen
Code und Speicherung in phonological store
- phonological similarity effect gilt als Beleg für Phonological loop
- auch unattended speech effect: immediate serial recall von Ziffern, bei Wiedergabe
wird Fremdsprache (oder Nonsense-Silben oder Vokal-Musik) abgespielt: das
erschwert den recall, wenn jedoch Rauschen abgespielt dann keine Störung, also:
unbeachtetes Material dringt in phonologischen Speicher ein: dadurch Interferenz
- word length effect: Gedächtnisspanne abhängig von Sprechdauert der zu
merkenden Wörter: je größer Sprechdauer umso geringer Behaltensleistung:
Gedächtnisspur zerfällt nach 2s im phonological store, deshalb muss articulatory
control process Items auffrischen, je kürzer Artikulationsdauer, desto mehr Items
können in gleicher Zeit aufgefrischt werden
- deshalb: walisische Kinder mit immediate serial recall von Zahlen: schlechter als
englisch-sprachige Kindern, weil Zahlenaussprache im Walisischen länger

Visuo-spatial sketch pad


- für visuelle Vorstellung (visual imagery)
- analog-artige mentale Repräsentation von bildhaftem Material
- Shephard & Metzler: zwei 3-Dimensionale Objekte verschieden gedreht gezeigt: VP
Entscheidung ob gleiches Objekt oder nicht: je größer Drehungswinkel (je mehr man
vor geistigem Auge Objekt rotieren muss), desto längere Zeit für Entscheidung

Central executive
- Aufmerksamkeit steuerndes System
- schwache Befundlage
- schwierig für VP: random generation „zufällig sein“: VP haben die Neigung zu
wenige Wiederholungen zu produzieren
- 2 Aufgaben gleichzeitig: 1. Groot-Aufgabe bei Schach (Stellung wieder nachbauen),
2. Control (nix) ODER articulatory supression / phonological loop ODER räumliche
Aufgabe (visuo-spatial-sketch-pad) ODER random generation
- Ergebnis: control und articulatory supression Aufgabe gut gemacht, andere schlecht
- also: Schachaufgabe mit starken visuell-räumlichen und zentralen Merkmalen,
keine phonologischen

Episodic buffer
- wurde working-memory Modell nachträglich hinzugefügt, weil mehrere Probleme
noch bestehen:
- weil keine Erklärung für recall bei articulatory suppression: episodic buffer als back-
up store
- weil keine Erklärung wie Working memory mit Langzeitgedächtnis verbunden: alle
Subsysteme haben Verbindungen zum LTM
- Gedächtnisspanne nur ca 7+/-2
- Episodic buffer irgendwie doof, weil er alles erklärt und deshalb lässt sich Modell
nicht mehr großartig empirisch prüfen

Zusammenfassung:
Spuren-Diskriminations-Hypothese
Kodierung Kurzzeitgedächtnis
phonological similarity effect
visuelle Kodierung
semantische Kodierung
Funktion Short-Time-Memory: Working memory
phonological loop, unattended speech effect, word length effect
visuo-spatial sketch pad
central executive
episodic buffer + Probleme des working-memory Modells