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10 AP1 Übung

WDH.:
Evidenz zu Unterscheidung LTM & STM:
1. Primacy & Recency-Effekt: 2-Komponenten-Aufgabe
2. Art der Enkodierung: STM vornehmlich phonologisch, LTM vornehmlich semantisch: ABER: in jedem
Gedächtnis können alle Arten der Codierung vorhanden sein (visual, Auditorisch, semantisch):
Experiment von Wickens: semantische proactive Interferenz
- Exp. semantische proactive Interferenz: Früchte-Gruppe: Lernen in 4 trials je 3 Früchte ; Berufe-Gruppe:
Lernen 3 trials je 3 Berufsnamen, im 4. trial 3 Früchte: Obst-Gruppe anfangs hohe Leistung, nimmt aber
immer mehr ab ; Berufe-Gruppe erinnert letzten trial (mit Obst) viel besser
3. Gedächtniskapazität: LTM sehr groß, STM 7+/-2 chunks
4. Neuropsychologische Evidenz der doppelten Dissoziation: Patient H.M. vs Patient K.F.
- H.M.: STM intakt, LTM beeinträchtigt
- K.F.: umgekehrtes Störungsbild von H.M.: LTM unbeeinträchtigt, ABER STM mit Gedächtnisspannte von
nur 2-3 Items
- wenn man nur Patient H.M. HÄTTE könnte man von einfacher Dissoziation ausgehen: ist aber doppelt,
weil man Gegenbeispielt hat
- bei H.M. auch procedurales Gedächtnis besser: Stern gespiegelt aufmalen: H.M. macht Aufgabe immer
besser, aber kann sich nicht mehr daran erinnern, dass er die Aufgabe schon mal gemacht hat

- semantisches vs deklaratives Gedächtnis

Evidenzen semantisch vs episodisches Gedächtnis:


1. Neuropsychologische Doppeldissoziationen: Patienten mit gutem semantischem und schlechtem
episodischem Gedächtnis und andersherum
2. Entwicklung von episodischem/semantischem Gedächtnis über Lebensspanne: episodisches
Gedächtnis nimmt ab 60 rapide ab, semantisches nur geringere Abnahme: semantisches Gedächtnis ist
im Alter dominierend

Interaktionen episodisches - semantisches Gedächtnis:


1. Autobiographisches Gedächtnis beinhaltet semantische und episodische Komponenten
"Als ich Paul gestern traf, saßen wir in meinem Lieblingscafe links an unserem Stammtisch, der zu dieser
Zeit oft reserviert ist. Er war aufgeregt und trug eine neue Jacke.
2. Semantisierung von episodischen Erinnerungen über Zeit: man abstrahiert von Raum-Zeit-
Dimensionen und das semantische Wissen bleibt (man weiß z.B. nicht mehr, wo, wann und bei wem man
etwas gelernt hat, aber man weiß die Inhalte/Fakten noch)

Gedächtnisleistung als Interaktion von 3 Prozessen: Encoding (Encodierung) - Storage (Speicherung) -


Retrieval (Abruf)
Evidenzen:
1. Primacy-Effect mit 2-Komponentenaufgabe (siehe bereits oben)
2.Korrelationshäufigkeit von Abrufwahrscheinlichkeit und Rehearsalhäufigkeit:
cattle: "cattle cattle cattle" rehearsen ; tribute: " tribute cattle tribute cattle" usw.
- je häufiger ein Wort/Item rehearselt wird, desto wahrscheinlicher ist es, dass es erinnert wird
- ABER: dieses rehearsal ist nicht besonders effektiv: ist nur maintenance rehearsal: sobald wir mit
rehearsal aufhört, verschwinden die Items aus Arbeitsgedächtnis und gehen verloren
- besseres rehersal: elaboratives rehearsal: Items kodieren, damit wir sie langfristig erinnern können:
Items z.B. mit Vorwissen verbinden, Items testen, usw.
- Gegenevidenz: K.F. hat intaktes LTM: eigentlich sollten aber keine neuen Informationen mehr ins LTM
gelangen: das ist komisch

Encodierphänomene:
- Kreative Verbindungen:
a) Items mit BIld in Verbingung bringen
b) Items mit sich selbst in Verbindung bringen: Self-reference-Effect
- Anwenden aktiver Lernformen:
a) generation-effect (nicht volle Information darbieten, sondern nur Teile: Tisch-Stuhl lernen, Tisch - Stu
bei Kontrolle)
b) test-effect: man kontrolliert das, was man bisher gelernt hat: Re-Studier-Gruppe lernt 4 mal gleiche
Liste, Test-Gruppe lernt 2xgleiche Liste und 2x frei erinnern: Restudiergruppe bei Kontrolle nach 5min
besser als Testgruppe: nach 2 Wochen ist Test-Gruppe im Vorteil, weil Re-Studiergruppe stark
nachgelassen hat
- Organisation: semantisch-clusterbares Material rufen wir beim Abruf gemeinsam ab