Sie sind auf Seite 1von 2

AP2, Montag 15.05.

2019, 14-16 Uhr


3. Sitzung

- Wdh.: simple cells mit jeweiligen rezeptiven Feldern, die bei bestimmten Ausrichtungen feuern (bzw.
bei Ausrichtungen, die zumindest ähnlich sind): deshalb orientierungsselektiv mit Tuningbreite von +/-20
Grad
- complex cells: orientierungsselektiv + zusätzlich selektiv für bestimmte Bewegungsrichtung
- Hypercomplex cells oder Endstopped cells: endinhibierte Zelle: für Kanten: feuern desto stärker ein
bestimmtes Feld beleuchtet wird

- auf 1mm auf der Hirnrinde sind sämtliche Ausrichtungen enthalten: wie eine Säule (gehen in die Tiefe)
= 2cm aus 60cm Sichtweite
- Säulenorganistation nach 3 Merkmalen: 1. Position (die repräsentiert wird), 2. Orientierung, 3.
Augendominanz (rechtes oder linkes Auge?)

Läsionen:
-

Extrastriäre Areale
- Sehen ist nicht nur verbunden mit der Repräsentation im Hirnarreal V1, sondern mit ganz vielen
Hirnarrealen, die über den visuellen Kortex hinausgehen
- Dorsaler Pfad (mit magnozellulärer Information) & ventraler Pfad (mit parvozellulärer Information)
- dorsal: örtliche Repräsentation von Dingen: Wo findet es statt?
- ventral: Objektinformation: Was sehe ich?
- untersucht mit Affen: ventrale oder dorsale Gehirnarreale weggeschnitten und untersucht, ob Affen
danach noch örtliche Infortmationen oder Objektinformationen verarbeiten können
- MT = Mediotemporales Areal, gehört zum dorsalen Pfad: für Bewegung zuständig: bei Läsion:
Bewegungen werden nicht mehr wahrgenommen: sieht keine fließenden Übergänge zwischen den
Bildern, nur stufenförmig: statisches Bild ca. alle 2 Sekunden
- posteriorer Parietalcortex: gehört zum dorsalen Pfad: Läsion: Störungen der gerichteten
Aufmerksamkeit / Neglekt (auf kontralateralen Seite: wenn Läsion rechts, dann linksseitiger Neglekt)
- Areal V4: Farbareal: ventraler Pfad: für Farbsehen und Farbverarbeitung, Läsion = kortikal-farbenblind =
Wissen, dass eine Banane gelb ist, kann es jedoch nicht mehr von einer blauen Banane unterscheiden:
Farben können nicht unterschieden werden, obwohl Retina und Zäpfchen intakt sind (sehen in
Graustufen)
- IT = Inferotemporale Areale: ventraler Pfad: zum Formwahrnehmen: Neurona in diesem Arela sind
empfindlich für spezielle und komplexe Formen: Läsionen: Agnosie (Unfähigkeit, Objekte zu erkennen)
oder Prosopagnosie (Defizite Gesichtserkennung)

Prinzipien kortikaler Verarbeitung:


- Topographische Organisation: Retonotopie in frühen Arealen
- Funktionelle Spezifität: z.B. Orientierungskolumnen, Blobs,...
- Modularität: anatomisch getrennte Hirnareale mit unterschiedlichen FUnktionen
- Parallele Verarbeitung: trotzdem gleichzeitige Verarbeitung verschiedener Aspekte in getrennten
Modulen
- Hierarchische Organisation: höhere Areale verarbeiten zunehmend... (siehe Folie)

nächste Vorlesungsfolien...
Organisationsprinzipien der Wahrnehmung
- z.B. eine korrekte Gruppierung von scheinbar zufälligen Fleckenmustern machen in unserer
Wahrnehmung eine bedeutungsvolle Szenerie
- nach welchen Prinzipien folgen Wahrnehmungsprozesse?

Gestaltpsychologie
- Wahrnehmung von Scheinbewegung wenn z.B. erst links Licht, dann dunkel, dann rechts Licht:
Wahrnehmung von wanderndem Licht
- Scheinkonturen: z.B. Kaniserdreieck
- 6 wichtigste Gestaltgesetze: sind eher beschreibende Gesetze, keine kausalen Gesetze
1. Prägnanz oder gute Gestalt: resultierende Struktur soll "so einfach wie möglich sein" z.B. Olympische
Ringe (überlappen sich): wir sehen sich überlappende Ringe, nicht die Einzelteile (siehe Folie 11)
2. Gesetz der Ähnlichkeit: ähnliche Dinge werden in zusammengehörigen Gruppen geordnet: z.B. aus
vielen Punkten eine Zahl legen: Zahl wird wahgenommen
3. Gestaltgerechte Linienfortsetzung: abrupte Richtungswechsel werden tendenziell weniger
wahrgenommen, eher Linienrichtungen fortgesetzt: z.B. sich überschneidende Linien, Rohre die sie
überlappen: werden in Gedanken weiter fortgesetzt und wird zusammenhängend wahrgenommen, auch
wenn es durch ein Rohr unterbrochen wurde

Zusammenfassung:
Säulenorganisation
Dorsaler + ventraler Pfad
MT
Posteriorer Parietalkortex
Areal V4
IT
Prinzipien kortikaler Verarbeitung
neues Thema:
6 wichtigste Gestaltgesetze