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AP2, Montag 06.05.

2019, 10-12 Uhr


5. Sitzung

Objektkonstanz:
- erlaubt Erkennen von Objekten aus unterschiedlichen Perspektiven
- Ansichtsunabhängige vs Ansichtsabhängige Theorien
- Objektzentrierte Repräsentation, David Marr, Ervin Biederman = Ansichtsunabhängig
- Aber: Problem Ansichtsunabhängig: wir erkennen bestimmte Objekte nicht/schwieriger in bestimmten
Perspektiven, bevorzugte Perspektive von Gegenständen um sie zu erkennen (z.B. stehendes Pferd von
oben = schwierig zu erkennen, Mexikaner auf dem Fahrrad)
- Erklärung Biederman: Objekte in ungewöhnlicher Ansicht evtl schwieriger erkennbar, da weniger der
führ ihre Erkennung besonders relevanten Merkmale (z.B. Geons) identifiziert werden können bzw.
Symmetrieachsen zu kurz sind
- Erklärung Marr: Wir müssen zylindrische Strukturen erkennen und müssen dazu Längsachse sehen

- Agnosien:
aperzeptiv: Betroffene können das gleiche Objekt aus verschiedenen Perspektiven nicht als das gleiche
erkennen
semantisch: können zwar Objekte in verschiedenen Perspektiven wahrnehmen, aber nicht mehr
sinngemäß erkennen (können nicht sagen, was es für Objekt ist und wozu es dient)

Ansichtsabhängige Modelle
- Wir bekommen nur eine 2D-Repräsentation aus bestimmter Perspektive, wir haben jedoch eine
bevorzugte kanonische 3D-Repräsentation, wir machen um jedes Objekt eine mentale Rotation
drumherum bis wir bevorzugte Position mental repräsentiert haben
- bekannte Objekte können auch in multiplen Ansichten gespeichert werden

Gesichter
- Gedächtnisleistung für Gesichter besser als für ander Reize (z.B. als für Namen)
- Prosoagnosie
- auch andersherum: Erkennen von Gesichtern intakt, jedoch Wahrnehmung anderer Objekte Probleme
- Nancy Kamwisher: Gesichtsverarbeitung als eigenständiges System mit eigenen
Verarbeitungscharakteristika und separaten neuronalen Strukturen
- erklärt auch Fehlwahrnehmung invertierter Gesichter
- Marta Farah mit Alternativannahme: Objekte variieren hinsichtlich ihrer Verarbeitung auf einem
analytisch/holistischem Kontinuum (analytisch: kleinteilige Objekte mit Details wie Buchstaben ;
holistisch: ganzheitliche und hochüberlernte Verarbeitung von komplexen Objekten wie Gesichtern):
Verarbeitung aufrecht dargebotener Gesichter befindet sich am "holistischen Extrempol"
- Evidenz (Beweis) Marta Farah: Wiedererkennen isolierter Einzelteile von Gesichtern (z.B. Nase einer
Person einzeln dargeboten) schwieriger als Einzelteile anderer Objekte (z.B. eine Tür eines bekannten
Hauses wiedererkennen)

Tiefenhinweise: sagen uns, was weiter weg und näher dran ist
monokulare: Informationen über relative Entfernung von Objekten, die auch beim Sehen mit nur einem
Auge zur Verfügung stehen
- Akkomodation: Stärkere Krümmung der Linsa zum Scharfsehen naher Objekte
- Verdeckung: Was verdeckt ist, ist weiter hinten
- Relative Größe: Tennisbälle sind gleich groß: wenn ein Tennisball kleiner ist, muss er weiter hinten sein
- Gewohnte Größe: 2 Euro größer als 2 Cent, wenn beides gleich groß, ist 2 Cent näher als 2 Euro
- Höhe im Gesichtsfeld: wenn auf Feld eine Person "höher"/näher an der Horizontlinie steht, ist sie
weiter weg
- Schatten: wir gehen davon aus, dass Licht von oben kommt
- Linearperpektive (Fluchtpunkte: Straße ist vorne breit und sieht weit weg schmaler aus)
- Atmosphärische Perspektive / Farbsättigung: weiter entfernte Objekte unschärfer, nebliger (durch
Wasserpartikel in der Luft: Rottöne werden herausgefiltert)
- Texturgradient
- Bewegungsparallaxe / Optischer Fluss

binokulare: ausschließlich durch beidäugiges Sehen


- Konvergenzwinkel
- Retinale Querdisparation

Zusammenfassung:
Objektkonstanz
Ansichtsabhängige vs. Ansichtsunabhängige Theorien
bevorzugte Perspektiven + Erklärungen
Agnosien
Gesichterkennung: Nancy Kamwisher Annahmen , Marta Farah Annahmen