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AP2, Montag 20.05.

2019, 14-16 Uhr


7. Sitzung

Farbwahrnehmung
- Farbe wichtig, weil z.B. auch Emotionen beeinflusst

Funktionen Farbwahrnehmung:
1. Unterstützt Segmentierung von Objekten, Wahrnehmungsorganisation (z.B. Blumenwiese in schwarz
weiß: man kan unterschiedliche Blumenarten kaum unterscheiden, erst durch Farbwahrnehmung
möglich)
2. wichtig für Objektidentifikation
- Trichromaten (wie Menschen) können Kontraste zwischen 2 Farben verstärken (z.B. Grün vor Rot
unterscheiden: wichtig z.B. früher für Beeren-sammeln: Rote Beeren müssen sich vor grünem Laub
abheben)
- Szenerien können wir besser erkennen, wenn natürliche Farben auf Bild erhalten sind (z.B. Bild vom
Meer in natürlichen Farben vs. Farben bearbeitet mit rotem Himmel und grünem Wasser: bearbeitetes
Bild braucht länger zur Erkennung)
3. Signalwirkung (Ampel, Tierreich)

Eigenschaften von Farben:


- Farbe und Wellenlänge: Licht ist nichts anderes als eine elektromagnetische Strahlung (genauso wie
Infrarot, Radiowellen, Gamma-Strahlen, Röntgenstrahlen usw.)
- Farbwahrnehmung ist nur ein bestimmter Bereich innerhalb dieser elektromagnetischen Strahlung:
Wellenlänge zwischen 400-700 nm
- Sonnenlicht bezeichnen wir als weißes Licht ("durchsichtig"), weil alle spektralen Anteile nahezu zu
gleichen Anteilen vorhanden: Das sieht man, wenn Licht durch Prisma fällt und darin gebrochen wird (3
Rezeptoren: für kurzwellige, mittelwellige und langwelliges Licht)
- Farbkreis/Farbraum bestimmt durch...
1. Farbton (spektrale Zusammensetzung: sehe ich rot oder grün oder blau?)
2. Intensität, Helligkeit
3. Farbsättigung: Reinheit der Farbe, Grau-/Weißanteil, Brillianz
- Sättigung / Intensität sind nicht ganz unabhängig voneinander

- Achromatische Farben: Weiß, schwarz, grau


- Chromatische Farben: ALle anderen: Rot, gelb, Grün, blau als Grundfarben

- Menschen können 200 Farbtöne, 500 Helligkeitsabstufungen, 20 Sättigungswerte wahrnehmen: also ca.
2.000.000 verschiedene Farben wahrnehmen!

-Subtraktive Farbmischung: z.B. Kunstunterricht: blaue Malfarbe reflektiert nicht alle Bereiche der
Lichtstrahlen, sondern nur die mit der "blauen" Wellenlänge
- Additive Farbmischung: z.B. 3 Lampen/Projektor: 1 grünes, 1 rotes, 1 blaues Licht: an den Stellen, wo
sich das Licht überlappt, nehmen wir die entsrpechend überlappende/gemixte Farbe wahr: wenn sich
alle 3 Farb-Lichtquellen überlappen, sehen wir wieder weißes (durchsichtiges) Licht
-Additive Farbmischung auch in Kunst, indem viele kleine Ounkte von Grundfarben nebeneinander
gesetzt: aus der Entfernung wird Misch-Farbe wahrgenommen

Emissionsspektren:
- Leuchtigkeit eines Objektes entsteht einmal durch Lichtquelle (Sonnenlicht/künstliches Licht) sowie
Pigmente auf der Objektoberfläche
- z.B. Leuchtstoffröhren, die Licht in verschiedenen Wellenlängen aussenden (macht kaltes / warmes
Licht)
- beleuchteter Gegenstand reflektiert entsprechende Wellenlängen an unser Auge: z.B. weißes Papier
reflektiert alle Wellenlängen gleichmäßig hoch, schwarzes Papier reflektiert alle Wellenlängen
gleichmäßig niedrig, Tomate reflektiert mehr langwelliges ("rotes") Licht
- Gegenstände bestehen aus bestimmten Pigmenten und diese Pigmente reflektieren ausgewählte
Wellenlängen: Der Rest des Lichtes wird absorbiert

Dreifarbentheorie nach Helmholtz


- Hypothese: wir müssten 3 unterschiedliche Farbrezeptoren haben
- mit additiver Farbmischung (3 Lichtprojektor): VP sollten eine bestimmte Farbe herstellen (Farbscheibe
in Extra-Projektor eingelegt)
- Farbabgleich nur möglich, wenn alle 3 Wellenlängen vorhanden (kurzwellig, mittelwellig, langwelliges
Licht), mit 2 Wellenlängen nicht richtig möglich(z.B. Gelbgrün braucht 20 Teile rot, 24 Teile grün, 10 Teile
blau)
- Wir haben mind 3 Rezeptortypen zur Farbmischung/Farbwahrnehmung: definitiv nicht bloß 2 oder so:
auf kurzwelliges, mittelwelliges und auf langwelliges Licht empfindliche Rezeptoren = Trichromatische
Theorie: 3 verschiedene spektrale Empfindlichkeiten
- 3 Rezeptorarten überlappen sich in Wellenlängen: keine genauen Kanten
- z.B. blau: kurzwelliger Rezeptor reagiert stark, mittelwelliger Rezeptor reagiert etwas (weil
Überlappung), langwelliger Rezeptor reagiert nur noch wenig (aber ein trotzdem ein wenig, weil auch
Überlappung), z.B. weiß: alle 3 Rezeptoren gleichmäßig

Gegenfarbentheorie nach Hering:


- bestimmte Wahrnehmungsphänomene nicht mit Dreifarbentheorie erklärbar
- Probleme Dreifarbentheorie: Farbfehlsichtigkeit ; Beschreibung "bläuliches Rot" vs "grünliches Rot"
(Gegenfarben) schwerer vorstellbar als "gelbliches Rot" oder "grünliches Blau" ; 3 Primärfarben rot-grün-
blau (was ist mit gelb?!) ; Farbadaptionsexperimente

Zusammenfassung:
Funktionen Farbwahrnehmung
Eigenschaften von Farben: Wellenlänge, Farbkreis/Farbraum
Achromatische vs Chromatische Farben
Additive vs Subtraktive Farbmischung
Dreifarbentheorie nach Helmholtz + Probleme
Gegenfarbentheorie nach Hering