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AP2 Mitschrift, Montag 03.06.

2019, 12-14 Uhr


9. Sitzung

Motivationspsychologie
4 Theorien:
- Motivationstheorie nach Freud
- Triebtheorie nach Clark Hull
- Erwartungs x Werttheorien (Leistungsmotivation Atkinson)
- Soziale Attributionstheorien

Sigmund Freud Motivationstheorie

- Mechanistische Konzept / Konzepr der Energie: jede psychologische Arbeit erfordert Energie: Mensch
ist geschlossenes Energiesystem
- jeder von uns hat eine begrenzte Menge von (Libido-)Energie
- Gebundene (kinetische) vs freie Energie
- Kathexis: Besetzen: mann kann Teile von der Energie auf bestimmte Objekte besetzen
- z.B. wenn Partner (Person, zu der man Bindung und Zuneigung hat) über einen Zeitraum fort ist, nimmt
diese Person einiges an Energieeinheiten mit: das merkt man, wenn man vom alltäglichen Leben
abgelenkt ist, weil man in Gedanken bei dieser Person ist: man kann die zur Verfügung stehenden
Energieeinheiten nicht komplett für alltägliche Aufgaben nutzen, weil einige Energieeinheiten an der
Person behaftet sind
(Katharsis ist was anderes = Ausleben innerer Begierden)

- Konzept der Homeostase: Mensch strebt auf psychologischem Gebiet immer stabiles inneres
Gleichgewicht an, das führt automatisch zu Handlungen (kalt - zittern, heiß - schwitzen)
- Konzept des Hedonismus: Lustprinzip: wenn Homeostase ist Lust das Resultat: danach (also nach Lust)
streben wir um ein erfülltes Leben zu haben
- Lust ist Gleichgewicht, also Abwesenheit von Ungleichgewicht, Abwesenheit von Bedürfnissen (nicht
Stimulation)
- Extremsituationen von Bedürfnislosigkeit: im Mutterleib & Tod
- deshalb dürfte es neben dem Lebenstrieb auch einen Todestrieb geben: denn Tod = keine Bedürfnisse

- Triebe: zeigen auf seelischer Ebene physiologische Bedürfnisse


- verletzen Homeostase (Gleichgewicht)
- Spannung vor der man nicht flüchten kann
- zyklisch: nach Zielerreichung nimmt Intensität ab, steigt danach langsam wieder an
- verschiedene Arten:
Lebenstrieb vs Todestrieb
- Eigenschaften:
1. Triebe haben Quellen (Bedürfnisse des Körpers)
2. Triebe haben Drang (abhängig von Zeitdauer, wir können uns dem nicht entziehen)
3. Triebe haben ein Ziel: Aufhebung des inneren Reizzustandes, Streben nach Homeostase,
Triebreduktionshypothese, Ziel den Drang zu erfüllen
4. führen auf Objekte/Handlungen, durch die Triebe befriedigt werden

also: Handlungsdynamik
- Triebe haben bestimmte Energie
- Energie für jede psychologische Arbeit nötig
- Energie um Triebe zu befriedigen
- Triebe sind zyklisch, müssen vom Organismus beantwortet werden, da sonst Spannung / Disequilibrium
- Psyche versucht, Equilibrium herzustellen: durch Handlungen, die Triebe befriedigen
- Equilibrium macht Lust, setzt Energie frei

3 Komponenten der Persönlichkeit


- Es - Über-Ich - Ich
- ES: angeborene Triebe, strebt nach sofortiger Befriedigung, meist unbewusst, operiert nach Lustprinzip,
keine Unterscheidung von Realität/Irrealität (zeigt sich z.B. in Träumen, Wunschvorstellungen), kann
dadurch das Bedürfnis durch Vorstellung temporär befriedigen
- ICH: generiert aus dem ES, operiert nach Realitätsprinzip, logisch, zeitbezogen, besitzt Gedächtnis- und
Aufmerksamkeitsstrukturen, kontrolliert motorische Aktivitäten, unterscheidet zwischen Realität und
Irrealität, erlaubt Aufschub der Bedürfnisse, ist unterschiedlich gut entwickelt bei Menschen (delay of
gratification), plant Handlungen zur Bedürfnisbefriedigung
- Gedächtnis als Vorbewusster Anteil vom ICH: nicht unmittelbar bewusste Dinge, können aber ins
Bewusst geholt werden
- Abwehrmechanismen als unbewusster Anteil des ICH: bewahren vor psychischem Schmerz
(Rationalisierung, Sublimierung, Verdängung, Projektion, Regression, Verschiebung)
- realitätsbewusstes ICH kontrolliert triebgesteuertes ES
- wenn Erlangung des Objektes mehr Unlust als Lust erzielt, dann Gegen-Kathexis: Abwehrmechanismen
- z.B. man weiß, dass die Bedürfnisbefriedigung "Liebesbeziehung mit Mutter zu führen" (Ödipus-
Komplex) zu mehr Unlust als Lust führen würde (Vater wäre verärgert), deshalb ist Gegen-Kathexis durch
Abwehrmechanismus nötig, damit das nicht passiert
- oder z.B. man hat Hunger auf Schokolade, aber mit der Zeit merkt man, dass das zu mehr Unlust als
Lust führt (fett werden): Gegen-Kathexis nötig, damit man Apfel statt Schokolade isst
- Über-ICH: Gewissen, menschliche Konventionen, Gesetze,...

Motivationsmodelle:
1. ICH nicht involviert:
- primäres Handlungsmodell: ES - Aktivität - Befriedigung (reflex-ähnlich)
- primäres Denkmodell: ES - Objekt nicht anwesend - Halluzination - Befriedigung (Fantasie-Verhalten)
2. ICH involviert:
- sekundäres Handlungsmodell: ES - ICH - Verzögerung des Verhaltens - Befriedigung durch Ersatzaktivität
(ICH verhindert sofortige Befriedigung)
- sekundäres Denkmodell: ES - ICH - Pläne - Befriedigung (Kognitionen zur Zielerreichung)
Zusammenfassung:
Freud
Mechanistisches Konzept: gebundene vs freie Energie, Kathexis
Homeostase, Hedonismus
Triebe, Eigenschaften
(Handlungsdynamik zum besseren Verständnis)
Komponenten der Persönlichkeit, Abwehrmechanismen, Kathexis - Gegen-Kathexis
Motivationsmodelle