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AP2 Mitschrift, Montag 17.06.

2019, 14-16 Uhr


10. Sitzung

- Beziehung ES - ICH: Ich kontrolliert ES, hierarchiegebunden


- Kathexis: Besetzung: Energie kann auf Objekte besetzt werden
- Gegen-Kathexis durch Abwehrmechanismen: Wenn Besetzung des Objekts eher zu Unlust als zu Lust
führt
- ÜBER-ICH: Ideale, Gewissen, menschliche Konventionen

- Freuds formale Motivationsmodelle:


1. ICH nicht involviert:
a) primäres Handlungsmodell: ES ->Aktivität -> Befriedigung (reflex-ähnlich)
b) primäres Denkmodell: ES -> Objekt abwesend -> Halluzination -> Befriedigung (durch Fantasie-
Verhalten), Katharsis
2. ICH involviert:
a) sekundäres Handlungsmodell: ES -> ICH -> Verzögerung von Verhalten -> Befriedigung durch
Ersatzaktivität (ICH verhindert sofortige Befriedigung)
b) sekundäres Denkmodell: ES -> ICH -> Pläne -> Befriedigung (Kognitionen zur Zielreichung): z.B. ICH
berechnet, wie viel man arbeiten muss um Ferrari kaufen zu können

ALSO:
- Individuum mit 40 EInheiten Energie
- zuerst keine unbefriedigten Bedürfnisse
- dann biologische, zyklische Wandlung: Entstehung von Trieben (z.B. Hunger)
- wenn Objekt zur Befriedigung existiert: Kathexis (bindet 5 Energieeinheiten)
- Befriedigung des Triebes durch reflex-ähnliche Aktionen oder Fantasien -> Kathexis verschwindet (40
Einheiten frei, z.B. Schokoriegel essen oder Vorstellung)
- wenn Befriedigung des Triebes durch Objekt zu mehr Unlust als Lust führt -> Gegen-Kathexis durch ICH
in Form von Abwehrmechanismen (verbraucht 5 Energieeinheiten, z.B. Wissen dass Schokoriegel fett
macht)
- Konflikt zwischen Kathexis-Gegenkathexix bindet weitere 10 Energieeinheiten
- starkes ICH: Abwehrmechanismus adäquat
- schwaches ICH. Potential für neurotisches Verhalten, weil inadäquate Methode selektiert wird (z.B.
Mann bekommt vom begehrten Objekt einen Korb: wenn Abwehrmechanismen für diese Situation nicht
adäquat: neurotisches Verhalten)
- Summe von Kathexis und Gegen-Kathexis muss gleich sein

Kritik Freud:
- fragliche Ideen: Individuum als geschlossenes Energiesystem, Kathexis reduziert Energie, Zielreichung
setzt Energie frei
- Tests zur Katharsis-Idee (Fantasien können Wünsche befriedigen): reduziert die Beobachtung von
Zielreichung den Wunsch? Bei Sport, sexuellen Wünsche, Machtstreben, Agression? Sehr
durchwachsene Ergebnisse: funktioniert oft nicht

Triebtheorie Clark Hull

Mechanistische Lerntheorie (vor Clark Hull entstanden, zum besseren Verständnis)


- Behavioristisch
- Problemkäfig und Problemlöseverhalten von Katzen: Käfig öffnet wenn am Faden gezogen wird: zuerst
Katzen wollen sich durch Gitterstäbe zwängen, miauen, kratzen, Faden ziehen nur zufällig ; mit der Zeit:
Faden ziehen wird zum dominierenden Verhalten
- law of effect (Thurndike): wenn Stimulus-Response-Verbindung mit befriedigendem Zustand belohnt
wird -> Verstärkung der Verbindung, bei Strafe -> Schwächung der Verbindung
- Verhalten / Response auf Stimulus nicht, wenn Tier nicht motiviert ist (z.B. kein Hunger)
- Hull will Motivationsregeln aufstellen

Konzept des "Drive"


- äußere Einflüsse (z.B. Futter-Deprivation) bewirken physiologisches Bedürfnis (Hunger)
- physiologisches Bedürfnis (Disequilibrium) erzeigt Trieb
- Trieb generiert Energie, die für jeweiliges Verhalten notwendig
- Trieb = unspezifische Energiequelle für Verhalten: Energie mehrerer gleichzeitig aktiver Triebe wird
zusammengefasst
- es gibt 7 Typen von physiologischen Bedürfnissen (z.B. Ausscheidung, Schlaf, körperliche
Unversehrtheit, ...): kein sexuelles Bedürfnis einbezogen: denn physiologische Bedürfnisse sind nur
solche, wenn sie für das Überleben des Individuums notwendig sind

Verhaltensgleichung
- Verhalten (Stärke, Intensität, Dauer) = Trieb (Drive) x Gewohnheitsstärke (Habit) (E = D x H)
- Stimulus-Response-Verbindung beinflusst Richtung des Verhaltens (Anzahl verstärkter Durchgänge):
Trieb energetisiert Verhalten
- D = Antriebsniveau : gemessen durch t (Deprivationszeit)
- H = Antriebsniveau: gemessen durch n (Anzahl vorausgegangener Verstärkungen)
- E = Reaktionspotential / Wahrscheinlichkeit Verhalten zu zeigen: gemessen durch verschiedene
Reaktionen (z.B. durch Gitterstäbe zwängen, miauen, am Faden ziehen)
- multiplikative Verknüpfung: also kein Verhalten, wenn Trieb oder Habit = 0: also je höher Habit desto
höher Verhalten, je höher Trieb (z.B. Deprivationslevel) desto höher Verhalten

- Problem: Verhalten von Menschen nicht nur durch Primäre Bedürfnisse, sondern auch sekundäre
Triebe (z.B. materielle Anreize, Geld)
Zusammenfassung:
Beziehung ES-ICH
Kathexis, Gegen-Kathexis
Über-ICH
formale Motivationsmodelle: ICH integriert vs ICH nicht integriert
Freud Kritik
Clark Hull
mechanistische Lerntheorie allgemein
Konzept des Drive
Verhaltensgleichung