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AP2 Mitschrift, Montag 24.06.

2019, 14-16 Uhr


11. Sitzung

Triebkonzept Clark Hull:


- primäre Triebe: Verhalten auf Triebbefriedigung ausgerichtet, wenn Deprivation eines Triebes
- Trieb energetisiert Verhalten
- E = D x H: Also multiplikative Beziehung zwischen Deprivation und Habit-Stärke (nicht additiv!)
- nach Clark Hull sind Triebe auch austauschbar: Durst-deprivierte Ratten drücken auch Hebel, bei
Aussicht auf Fressen

Aggregation der Triebe


- Triebe addieren einander: wenn man hungrig + durstig ist, beeilt man sich noch mehr mit seinem
Vortrag
- Deprivation wirkt Reaktionsverstärkend: Ratten furchtkonditioniert, dann Futterdepriviert, Intensität
der Schreckreaktion verstärkt sich noch mehr mit Hunger
- Verhalten von Menschen nicht nur durch primäre Triebe bestimmt: auch sekundäre Triebe (z.B. Geld)
- daher Ergänzung von Hulls Erklärungen:
a) Neil Miller: es gibt sekundäre, erlernte Triebe: Exp.: Furcht als erworbener Antrieb
b) Crespi: Anreiz des Zielobjektes ist auch wichtig

- Miller Exp.: Furcht als erworbener Antrieb


1. weiße + schwarze Kammer: Tiere präferieren keine der Kammern, ist egal
2. Tiere in Weiße Kammer gesetzt: 10 Elektroschocks: wenn Tier in schwarze Kammer läuft: Tür schließt
sich, keine Schocks mehr: FLuchtreaktionen
3. dann Tiere in weißer Kammer, aber keine Schocks mehr: wenn sich Tier der schwarzen Kammer
nähert, geht Tür automatisch auf: Vermeidungsverhalten
4. dann Tiere in weißer Kammer, keine Schocks mehr: Tür zur schwarzen Kammer öffnet sich nicht mehr
automatisch, müssen stattdessen am Rad drehen: Drang/Trieb zur Türöffnung besteht trotzdem, Ratten
lernen also am Rad zu drehen um zu Vermeiden
- Miller sagt: dieses letzte Verhalten (4. und eig auch schon 3.) ist eigentlich nicht nötig: es gibt keinen
primären Reiz mehr: nur noch sekundärer Reiz (weiße Kammer an sich wird als Gefahr gesehen)
- also sekundärer Reiz (weiße Kammer) bedingt Verhalten (hier Vermeidung)
- Kritik: Menschen verhalten sich nicht nur durch Vermeidung auf bestimmte Art und Weise, sondern
auch um positive Reize zu erhalten ; dieses Experiment funktioniert jedoch nicht, wenn man es ohne
Angst/Vermeidung sondern mit Belohnung/Futter als Anreiz (aber: vllt liegt das auch daran, dass Schock
sofort und sehr intensiv da ist und sofortiges Fluchtverhalten bedingt, während Hunger sich schleichend
einstellt)
- Besonders an diesem Exp: Verhalten (nach Hull) ohne Drive gezeigt

Crespi Exp.:
- Laufgeschwindigkeit von Ratten in Abhängigkeit vom Belohnungswert (Konstrasteffekt bei Wechsel der
Belohnungsmenge): 2 Phasen Preshift und Postshift
- Preshift: 3 Gruppen Ratten mit viel - mittel - wenig Futter
- Postshift: Futtergabe ändert sich: weniger - gleich viel - mehr Futter: Rennen unterschiedlich schnell als
im Preshift

Hull neue Theorie (1951):


- Verhalten = Trieb x Anreiz x Habit
- Trieb = "Stroßkraft" auf etwas hin (physiologisches Körperbedürfnis)
- Anreiz = "Zugkraft" eines Objektes (Wert eines Objektes)

Hull vs Freud
- beide: Verhalten von energetisierten (ES, Trieb) und strukturellen (Ich-Funktionen, Habit) Komponenten
bestimmt ; Verhalten zur Befriedigung unerfüllter Bedürfnisse ; Bedürfnisbefriedigung wirkt
triebreduzierend
- Hull: Organsimus als offenes System ; mechanistisches Modell einer ernergiebetriebenen Maschine ;
Tiere als Versuchsobjekte ; experimentelle Forschung
- Freud: geschlossenes Energiesystem ; Triebenergie beeinflusst psychische Prozesse ; Menschen als
Versuchsobjekte ; klinische Kasuistik

Hull in menschlicher Motivationsforschung:


- Motivsysteme: Angst - Konfliktverhalten - Frustration

- Angst: erworbener Trieb (nach Miller und somit auch Hull): extremer Stimulus energetisiert Verhalten
(- Angst nach Freud entsteht auch, wenn Triebe über langen Zeitraum nicht befriedigt werden)
- Exp. Lidschlagreflex = Vermeidung von unangenehmen Luftstoß (würde sonst Auge austrocknen):
Kondituinoerung Ton (NS) mit Luftstoß (US)
- Verhalten = Drive x Habit (also Stärke des Luftstoßes x Funktion des Luftdrucks)
- Verhalten = Funktion des individuellen Furchttriebs (wie ängstlich ist das Individuum?): hochängstliche
Personen lernen schneller als niedrigänstliche Personen (jedoch nur mit leichtem Lernmaterial)

- Konflikt: Annäherungs-Vermeidungs-Konflikt (approach-avoidance), Miller:


- das gleiche Objekt kann Annäherung sowie Vermeidung beinhalten (Schokolade ist gut, aber macht
auch dick. Hochzeit ist romantisch aber bedeutet auch Bindung. Schwimmen macht Spaß aber ist auch
gefährlich)
- Ratte bekommt in einem Bereich Futter + Schock: rennt erst Los, bleibt kurz vor Ziel stehen, läuft
unentschlossen hin und her: ambivalentes Verhalten
- Annäherungstendenz höher, je mehr man sich Ziel annähert
- Vermeidungstendenz stärker, je näher man sich gefürchteten Reiz annähert
- Vermeidungsgradient (Linie) ist steiler als Annäherungsgradient: kreuzen sich also: auf der Kreuzung ist
ambivalentes Verhalten
- Wenn 2 miteinander unvereinbare Reaktionen im Konflikt: die stärkere setzt sich durch
- wenn Tier weiter weg Annäherungstendenz stärker als Vermeidungstendenz, Kreuzung ambivalenz,
wenn näher am Objekt dann Vermeidungstendenz stärker
- Annäherungstendenz: Triebstärke (Hunger) bleibt immer gleich. Habitstärke (Annäherung) steigt mit
Annäherung immer mehr
- Vermeidungstendenz: Triebstärke (Furcht) und auch Habitstärke (Vermeidung) steigt mit der
Annäherung: Triebstärke x Habit = größerer Wert als bei Annäherungstendenz
(- falls nicht verstanden, siehe auch Folie 19)
- MUSS MAN ERKLÄREN KÖNNEN!
- Freud erklärt eher mit Verschiebung

Zusammenfassung:
multiplikative Beziehung Deprivation - Habit-Stärke
Aggregation der Triebe
Miller Exp: Furcht als erworbener Antrieb + Kritik
Crespi Exp.
Hulls neue Theorie 1951
Hull vs Freud
Hull Motivsysteme in menschlicher Motivationsforschung
Angst + Exp.
Konflikt + Exp. WICHTIG