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AP2 Mitschrift, Montag 01.07.

2019, 14-16 Uhr


12. Sitzung

Wdh.
- Hull Motivsysteme: Angst, Konflikt, Frustration
- zu Konfliktmodell: Annäherungs-Vermeidungs-Konflikt
- bei Freud eher Konflikt als Verschiebung
- Clark Hull würde nicht zustimmen, dass sich Annäherungstendenz erhöht, wenn man die Triebstärke
durch Verstärkung erhöht (z.B. Futterdeprivation), denn Trieb ist unspezifisch: lange Futterdeprivation
würde auch Furcht als Triebstärke und somit Vermeidungstendenz verstärken

- Motivation durch Frustration: Frustration als Trieb: Brown-Faber-Modell:


- Frustration entsteht wenn zielgerichtetes Verhalten unterbrochen wird (z.B. platter Reifen vor
Konzertbesuch)
- Frustration hat Drive-Eigenschaften und multipliziert sich mit situativer Habit-Stärke
- Exp. Haner & Brown:
- Kinder sollen Murmeln in Löcher legen: werden auf unterschiedlichem Fortschritt unterbrochen (nach
25%, 50%, 75%,...): je weiter fortgeschritten, desto höher Frustration
- Frustration Messung = Stärke, mit der man Knopf drückt, der den nächsten Durchgang einleitet
- Exp. Amsel & Roussel:
- Frustration entsteht wenn verstärktes Verhalten nicht mehr länger verstärkt wird (wenn Erwartung auf
Belohnung nicht erfüllt): je häufiger Verhalten vorher verstärkt, desto höher Frustration
- Frustration hat Drive Eigenschaften, ist aversiv, wird auf ähnliche Situationen generalisiert

Leistungsmotivation
Kritik Hull:
- Annahme Triebreduktion = treibende Kraft für Verhalten
- Aktivität des Organismus im Zentrum (keine Aktivität des Individuums)
- Fokus auf Entscheidungen

Daraus entsteht: Erwartung x Trieb Theorien Allgemein:


- Rationales Verhalten = Konsequenz rationaler Entscheidungen (rationale Entscheidungen durch
Kosten/Nutzen, positive/negative Emotionen)
- gesteuert vom Geist, nicht vom Trieb
- Entscheidung treffen nach Verhalten und Werten
- Verhaltensoptionen abhängig von: a) Erwartung/Wahrscheinlichkeit dass Ziel erreicht wird + b)
subjektiven Wert des Zieles
- Verhalten = Erwartungsscore x Wertscore

Murray Leistungsmotivation
- need for achievement: Bestreben, etwas Schwieriges zustande zu bringen, Objekte/Menschen/Ideen
beherrschen/manipulieren/organisieren, Hindernisse zu überwinden & hohen Leistungsstandard zu
erreichen
- Thematischer Apperzeptionstest (TAT): mehrdeutige Bilder sozialer Situationen: Fragen: Was geschieht?
Was führte zur Situation? Was denken die Personen? Wie geht es weiter?: es gibt Punkte für
Leistungsbezogene Aussagen
- Kritik: dargestellte Szenen veraltet, keine Richtlinien der Bilder, Problem der Übereinstimmung
zwischen Testperson + abgebildeter Person, Retestreliablität niedrig

Atkinson Erwartung x Wert Modell


- Leistungsmotivation entsteht aus emotionalem Konflikt: Hoffnung auf Erfolg (würde Stolz bedeuten) vs
Angst vor Scheitern/Misserfolg (würde Scham bedeuten)
- ähnlich wie Annäherungs-Vermeidungs-Konflikt
- Hoffnung auf Erfolg: Te = Me x We x Ae ; Ae = 1 - We
- berechnet das Annäherungstendenz für Hoffnung auf Erfolg
- Te = Tendenz (Erfolg anzustreben), Me = Leistungsmotiv (zeitlich stabil), We = subjektive
Erfolgswahrscheinlichkeit, Ae = subjektiver Anreiz des Erfolgs (Stolz) (e steht für Erfolg, m für Misserfolg)
- z.B. wenn We 90% ist (hohe Wahrscheinlichkeit des Erfolgs), dann Ae = 10%, also niedriger Anreiz,
niedriger Stolz
- Furcht vor Misserfolg: Tm = Mm x Wm x Am ; Am = -(1-Wm)
- Tm = Tendenz (Misserfolg zu vermeiden), Mm = Motiv (Misserfolg zu vermeiden), Am = negativer Anreiz
für des Misserfolgs (Scham)
- z.B. wenn We = 90%, dann Wm = 10%: -(1-10%) = -90% = große Scham

Atkinson Risikowahl-Modell:
- Tr = Te + Tm (Tr = resultierende Tendenz): wenn >0: Zuwendung zur Leistungsaufgabe, wenn <0
Vermeidung der Leistungsaufgabe
- daraus resultieren 2 Typen:
1. Erfolgsmotivierte (Me>Mm) sollten Aufgaben im mittleren subjektiven Schwierigkeitsbereich wählen
2. Misserfolgsorientierte (Mm>Me) sollten leistungsbezogene Aufgaben vermeiden, Aufgaben mittlerer
Schwierigkeit vermeiden (minimiert negative Affekte)

Atkinsons Befunde in 3 Bereichen untersucht:


1. Anspruchsniveau, 2. Ausdauer/Persistenz, 3. Aufgabenwahl

Zusammenfassung:
Hull Motivsysteme
Annäherungs-Vermeidungs-Konflikt
Motivation durch Frustration: Exp. Haner & Brown, Exp. Amsel & Roussel
Leistungsmotivation
Kritik Hull
Erwartung x Trieb Theorien
Murray need for achievement
TAT
Atkinson Erwartung x Wert Modell
Atkinson Risikowahl-Modell