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SO1 Mitschrift, Donnerstag, 01.11.

2018, 10-12 Uhr


3. Sitzung

Davis / Moore:
- jede Struktur hat Funktion
- Funktion von Schichtung: Allokation (Positionszuordnung) und Motivation (zum Beitritt und zur
Leistung)
- Ungleichheit stellt sicher, dass wichtigste Positionen von fähigstens Personen gewissenhaft ausgeführt
werden (Wichtigkeit - Fähigkeit - Gewissenhaftigkeit)
- Positionsrang (Belohnung) nach Wichtigkeit und Knappheit
- Wichtigkeit von Positionen lässt sich nicht einfach bestimmen
- wichtige Positionen = einzigartige Funktion, birgt andere davon abhängige Positionen
- Beziehung zwischen Belohnung und Knappheit kann manchmal zufällig sein (z.B. hohes Gehalt im
Management, obwohl keine Knappheit)

- Knappe Güter werden verteilt


- Markt (Produkte), Hierarchie (z.B. Staat), Gesellschaft (z.B. Familie)
- idealtypisch: marktliche, staatliche, gesellschaftliche Umverteilung

Markt:
- standardisierte Produkte (z.B. Handtasche, Produkt)
- Anbieter, Preise, Einkommens- und Vermögensressourcen, Transaktionskosten

Staat:
- Gesetze, die Regeln oder Leistungen (Sozialstaatlich) bestimmen
- nicht alle Bürger sind gleichermaßen von Regeln betroffen: Deshalb Interessenskämpfe für die
Durchsetzung bestimmter Regeln
- sozialstaatliche Leistungen ebenfalls nach bestimmten Rechtsansprüchen (wenn bestimmte Aspekte
vorhanden, kann bestimmte Leistung gewährleistet werden)
- Leistungen über Versicherung entweder Äquivalenzprinzip (z.B. wie Rentenversicherung: wer viel
einzahlt, bekommt auch viel) oder Bedarfsprinzip (z.B. wie Krankenversicherung: solidarisch, jeder hat
gleiche Ansprüche)

Gemeinschaft:
- Kernfamilien mit bedarfskommunistischem Haushaltsverzehr (z.B. nur Mann erwerbstätig: Gehalt aber
je nach Bedarf auf ganze Familie verteilt)
- Professionsethiken von z.B. Ärzten im Sinne von Gemeinwohlorientierung (nur im Sinne des Patienten
Handeln, nicht um selbst Geld zu bekommen)
- Homogenisierung bei Partnerschaften (Gleich & Gleich)

- in Realität: lokale Verteilungen (in bestimmten Gebieten, örtlich gesehen) meist nich nur durch einen
Modus (Markt / Recht (Staat) / Gemeinschaft) gesteuert, sondern eher Mischformen
- Problem Mindestlohn bei marktförmiger Verteilung: Mindestlohn vernichtet Arbeitsplätze, Energie der
Akteure dann lieber auf anderen Bereichen (z.B. gemeinschaftlich) erbracht

- Legitimationen für Ordnungen nötig

Gerichtigkeit sozialphilosophisch

Aristoteles:
- Gerechtigkeit nicht nur abstrakt, sondern Resultat der Beziehungen konkreter Menschen
- Verteilungsgerechtigkeit: nach eigenen Diensten (hohe Verdienste je mehr Güter)
- Tauschgerechtigkeit

John Rawls:
- universalistischer Ansatz
- gerechte Regeln im Prinzip durch zufällige Verteilung (Menschen sollen unabhängig von deren Identität
behandelt werden)
- gleiches Recht für alle auf Grundfreiheiten
- soziale / wirtschaftliche Ungleichheiten zu jedermans VOrteil

Michael Walzer:
- alle Sozialgüter: autonome Verteilung

Gerechtigkeit empirisch

- meiste europäische Länder empfinden hohe soziale Ungleichheit im Land


- große Meinungsunterschiede, ob Staat durch Umverteilung dabei Abhilfe schaffen sollte oder kann
- verschiedene Arten von Wohlfahrtsstaaten, z.B. liberal, konservatit (Deutschland)