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SO1, Donnerstag, 25.10.

2018, 10-12 Uhr


2. Sitzung

Wie viele Menschen leben in einer Gesellschaft? Faktoren:


- Fertilität (Prozess der Geburten / Geburtlichkeit)
- Mortalität (Prozess des Sterbens)
- Migration

Fertilität

- Robert Malthus: Geburten abhängig von ökonomischer (wirtschaftlicher) Lage

Geburtenrückgang im 20. Jh. trotz verbesserte wirtschaftlicher Lage, verschiedene


Forschungsrichtungen für Grund:
- Gary S. Becker: Verbesserung auf dem Arbeitsmarkt: Kalkulation, ob sich Kind lohnt: Lohnende
Alternativen zu Kindern sind mittlerweile auch Bildungsentscheidungen, Aufschub von Geburten
während Bildungsphase, "Schattenpreis" von Kindern: hohe Opportunitätskosten: Karrieremöglichkeiten
reduziert, deshalb wird Bildung dem Kinderkriegen vorweggenommen um später auf dem Arbeitsmarkt
Platz zu finden
- Value of children: Kinder keine Arbeitskraft mehr (je mehr desto besser), sondern emotionaler Nutzen ;
Wert von Kindern ist gesellschaftsabhängig
- Geschlechtergleichheit: erst Geburtenrückgang durch Ungleichheit (Frau als Alleinerzieherin), leichter
Geburtenanstieg nach gleichheitsorientierter Änderung (Kinderbetreuungsmöglichkeiten, beide
Elternteile als Erziehende,...) da mehr Möglichkeiten zur Fertilität entstanden

Zusammengefasste Geburtenziffer

Alterseffekt = jedes Alter hat bestimmte Effekte (z.B. Geschlechtsreife ab frühem Jugendalter, Verhalten
in verschiedenen Altersgruppen)

Periodeneffekt = von Gesellschaftszeit abhängig (in Kalenterjahren gerechnet) durch historische


Gesellschaftsveränderungen beeinflusst (z.B. Vorfall Tschernobyl führt in gesamter Gesellschaft zu
sinkender Fertilität)

Kohorteneffekt = Mischung aus Alterseffekt und Periodeneffekt (z.B. Geburtskohorte während des
Krieges mit hohem materiellem Sicherheitsbedürfnis)

- Nach Wende: Unterschiede im Alter der Fertilität: 20-24 Jährige fallen, 30-34 sowie 35-39 Jährige
steigen = Kohorteneffekt (Daten über Alter sowie Jahreszahlen)

CFR braucht länger Zeit, ist aber spezifischer

Fertilität meist in Familie


Okzidentale Familie:
Wurzel Feudalismus:
-Charisma des Erbes werden über Blutsbande weitergegeben
- Erbregeln haben Mentalitätsunterschiede bewirkt: wirkt sich bis heute aus
Wurzel Christentum:
- siehe Folie
- Familie nicht religiös bedeutsam (nur Individuum, Gemeinde)
West European Marriage Pattern:
- Heirat in Westeuropa = Gründung neuer Haushalt
- Kernfamilien: 2 Generationen leben unter einem Dach (wie heute), Entkopplung von Familienbesitz
(z.B. Haus ist häufig selbst / eigenständig erworben), dadurch späte Familiengründung

- Aries: seit 16. Jh. Intimität zwischen Familienmitgliedern wird immer stärker betont, Kinder nicht mehr
als "kleine Erwachsene" angesehen, sondern als Menschen in einem besonderen Lebensabschnitt
- Luhmann (1995): andere Beziehungsmuster, Liebe aus Passion, man kann eigenem Partner / engen
Familienmitgliedern alles erzählen: als gesamte Person angesehen und akzeptiert (anders als in anderen
Systemen: Dozent sieht einen nur als Student, Verkäufer sieht einen nur als Kunde,...)
- Bourdieu: Familie nicht mehr ökonimisches, sondern kulturelles Kapital

- Familie = auf Dauer angelegte Verbindung zwischen mindestens zwei Generationen, häufig Funktionen
der Sozialisation, Intimität und Transfer von Kapitalien

Heirat
siehe Folien

Pluralisierung von Lebensformen


- Heute: mehr Kinder innerhalb verheirateter Familie als ohne Ehe (70er Jahre noch andersherum)
- Zahl der Alleinerziehenden steigt

Fazit:

- Pluralisierung von Lebensformen (verschiedene Lebensgemeinschaften)


- mehr nicht-eheliche Lebensgemeinschaften
- spätere Heiraten
- 1/3 der Ehen werden geschieden
- 2/3 der Geschiedenen heiraten nochmals
- mehr Alleinerziehende
- weniger VIelkinderfamilien