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IMC OnAir ...

Broadcasting show No. 66


– 21st December 2010 (Tuesday - 21:00-21:58 p.m.)
radio station: TideRadio 96.0 (www.tidenet.de)

Raga CDs des Monats:

„ Studies in Indian Classical Music -


part 1: Gharanas – Banis (Family tradition)”

- Moderationstext / DOKU v. 21.12.2010-1 -

! seit 1.8.2007 gibt’s IMC OnAir als echtes Internetradio !


LiveStream  http://radiostream.india-meets-classic.net

© 12/2010 – Verbundkonzept EUFLETZ (Stiftung i.G.) – Teilprojekt IMC – India meets Classic (Lothar J.R. Maier)
Hintergrund ...
IMC OnAir gliedert sich als Radiosendung (Kabel/Antenne + Internetstream/PodCast)
historisch u. hierarchisch in folgenden Aufbau. Die Struktur soll als konzeptionelle
Markenarchitektur für alle sozialen Projekte von IMC verstanden werden.
Projektbüro „Sinn-Macher.net“ – personalisierte Marke des
Ideengebers und Initiators Lothar J.R. Maier mit
Erstkonzeptionierung in 04/2003.
Die Inhalte dieser auf „Sinn“ fokussierten Website (www.sinn-
macher.net) befasst sich mit nahezu allen Aspekten rund um die
Begrifflichkeit “Sinn” – Und reflektiert das lebensphilosophische
Verständnis, aus dem alle Teilprojekte wie IMC
(www.india-meets-classic.net) entwickelt werden.
Die Teilprojekte von IMC sind Bestandteile des
Gesamtkonzeptes der EUFLEHTZ Stiftung i.G. (Europäisches
Forschungs-, Lehr-/Lern- u. Therapiezentrum für Life-Sciences)
– www.eufletz-stiftung.de .
IMC wurde gegründet zur Realisierung von
musiktherapeutischen Angeboten auf der Basis indisch
klassischer Musik, als Ergänzung zu dem segeltherapeutischen
Konzept „3iE“.
Unter IMC – India meets Classic subsumieren sich alle IMC-
Teilsegmente. Das Logo darf als Dachmarke aller Teilleistungen
und Sub-Brands verstanden werden.
„IMC OnAir“ steht für die Broadcasting-Plattform von IMC via
Radio (www.imcradio.net) und konvergenter Medien, wie das
PodCasting (RSS Feeds – Push-&Pull-Technologie) oder
PhoneCasting.

IMC-Förderinitiative „TablaPerformance – TablaGroup


Hamburg“, das erste der Öffentlichkeit vorgestellte Teilprojekt ...
unter der Themenüberschrift „Heimat – Individuum &
Gesellschaft“ wurde als Weltpremiere beim Festival der Kulturen
2005 das Textrezitativ (Deutschfassung) des englischen
Originalwerkes „Creative Unity“ (1922) von Rabindranath Tagore
interpretiert, Indien’s grösster Philosoph und erster
Nobelpreisträger für Literatur.
Culturebridge „Water is Life – Living with Water“ wurde im
Rahmen des Förderwettbewerbes der FHH in 4/2005 als
Konzept vorgestellt. Es legt den Focus auf Live-Performances
(„night of ragas“) u. Nachwuchsförderung (Schüleraustausch-
programm) mit dem Ziel des interkultureller Dialoges, für einen
KnowHow-Transfer von Indien nach Deutschland.
IMC – India meets Classic verfügt in seinem Gesamtansatz über
ein Konzept für musikpädagogische Arbeit an Schulen als
kleinere Teilleistung (6-wöchiger Workshop).
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(DOKU - Sendemoderation / 21122010-1)

Raga CDs des Monats:

Das Studium der indisch-klassischen Musik


- Teil 1: GHARANAS – BANIS (Familientraditionen).
Erstausstrahlung: 21.12.2010 (21:00-21:58 Uhr)
Wiederholungstermin: ---

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IMC OnAir/Raga CDs des Monats: Studies in Indian Classics (part 1) - 21.12.10 (21:00-21:58 /Sendeplatz: www.tidenet.de)

[0.] Jingle (Intro)

IMC - India meets Classic ... eine Sendung für indisch klassische Musik.

IMC bietet Ihnen ein monatliches Hör- und Leseangebot mit Werken indischer
Musikmeister, Raga-CDs, Festivalreports und Special Features.

Über die Website Ihres Radiosenders oder mit einem Besuch bei IMC im Internet
finden Sie in deutscher und englischer Sprache weitere Infos zu den
Musikmeistern, zu indischen Instrumenten, dem Musiksystem Indiens und
vorgestellten CD-Titeln.

IMC - India meets Classic wird auch im Podcasting-Verfahren, im MPEG-Format


als Download angeboten. Stellen Sie sich Ihr ganz individuelles Radioprogramm
zur indisch klassischen Musik zusammen unter:

www.imcradio.net
(Englisch: uu-uu-uu_dot_aiemciereidio_dot_net)
imcradio.net
(Deutsch: i em Ce Radio Punkt Net)

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1.1 Begrüssung...
Sehr verehrte Zuhörerinnen und Zuhörer,
liebe Freunde der indisch-klassischen Musik!
Am Mikrophon begrüsst Sie Lothar J.R. Maier, mit einer neuen Sendung
zur indischen Musikkultur. IMC – India meets Classic präsentiert Ihnen
heute: „Das Studium der indisch-klassischen Musik, Teil 1“.
Wie in all unseren Sendungen „Raga CDs des Monats“ hören Sie dazu
Beispiele original indisch-klassischer Musik. – Beachten Sie auch die
Hinweise zu unserem Hörertelefon und Internetangebot im weiteren
Verlauf der Sendung.
_____________________

1.2. Einführung... West meets East...


Einen tiefergehenden Einblick haben wir in das Musiksystem der
indischen Klassik gegeben mit nahezu 70 Sendestunden und 50
Themen. Alle Sendungen können Sie in unserem Online-Archiv
nachhören.
Unsere heutige Sendung „Das Studium der indisch-klassischen
Musik, Teil 1“ wird den Begriff „Tradition“ beleuchten… und die
wesentliche Fragen beantworten können, worauf bei der Wahl eines
Lehrers, eines Guru-s zu achten ist. In den Sendefolgen werden die Vor-
und Nachteile unterschiedlicher Unterrichtsmethoden - entsprechend den
Besonderheiten im Instrumentalspiel und indischen Gesang - näher
betrachtet.
Der Geigenvirtuose Sir Yehudi Menuhin besuchte 1952 erstmals Indien.
Später nahm Yehudi Menuhin Unterricht bei dem legendären Sitarspieler
Ravi Shankar.
Das modale Konzept der indischen Ragas spiegelt sich auch in der
Musik des Jazz-Saxophonisten John Coltrane wieder. Coltrane benannte
sogar seinen Sohn Ravi nach dem gleichnamigen Sitarspieler. Coltrane
traf Ravi Shankar 1961. Coltrane’s Komposition “India” (aus dem
Jazzalbum „Live at the Village Vanguard“) stammt aus dem selben Jahre.
Coltrane studierte neben der indischen Klassik auch die indische Religion
und Philosophie.
Spätestens seit den musikalischen Entdeckungsreisen von Menuhin und
Coltrane wuchs im Westen das breitere Interesse für ein Studium der
indisch-klassischen Musik. Es ist bis heute ungebrochen; manche
Stimmen aus Indien prognostizieren sogar eine derartige Ernsthaftigkeit
westlicher Schüler, die das der Inder übertreffen möge und in 20-25
Jahren zu einem Reimport des musikalischen Wissens führen könnte.
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Indien als größte und jüngste Demokratie der Welt befindet sich im
Höhenrausch auf dem Weg in die Moderne. Da werden schon mal
indische Traditionen für das Nachahmen eines westlichen Lebensstils
geopfert. Das gilt auch für traditionelle Methoden in der Musikpädagogik.
Eines ist gewiss: um als Schüler das Wesen der indischen Klassik als
Improvisationskunst und ihre Komplexität wahrhaftig zu erfassen, bedarf
es eines lebenslangen Studiums. Mehr noch ist für unser westliches
Denken und Empfinden von Bedeutung: das Begreifen der indischen
Mentalität, die sich bis heute aus der indischen Philosophie der Antike,
der Vedanta erklärt. Es bedarf aber nicht des Wunsches nach
Erleuchtung und auch nicht einer verblendeten Heilssuche im
Hinduismus. Das Image eines nur spirituellen Indiens entspricht gänzlich
nicht der Realität des 21sten Jahrhunderts.
1.3. 1. Hörbsp. ... Regenraga Miyan Ki Malhar...
Nasir Aminuddin Dagar – Track 1: Raga Miyan Ki Malhar (10:02) - CD “Raga Miyan Ki Malhar” (2004, Saregama)

Stimmen wir uns nun ein auf das Thema der musikalischen Tradition
mit dem ältesten Gesangsstil der nordindischen Klassik, dem Dhrupad.
Der Vokalist Nasir Aminuddin Dagar lebte von 1923 bis 2000. Nasir
Aminuddin Dagar war ein Mitglied des Dagar-Klans (und Dagar-Vani-
Stiles). Nasir Aminuddin bildete mit seinem älteren Bruder Nasir
Moinuddin Dagar das berühmte Duett „Senior Dagar Brothers“. Von Nasir
Aminuddin Dagar hören wir den mysthischen Regenraga Miyan Ki
Malhar, mit dem der Monsoon nach heissen Sommermonaten
herbeigesehnt wird. Die Aufnahme findet sich auf der gleichnamigen CD
„Miyan Ki Malhar“, von dem indischen Label Saregama in 2004
veröffentlicht.
2.1. Gharanas (1)... Allgemein (Begriffl. Definition)...
Orientieren wir uns mit zwei westlichen Begriffen für die Annäherung an
die musikalische Ausbildung in der indisch klassischen Musik. Als da
wären: Musikschulen und die Musikwissenschaft.
Dazu begegnet uns in dem mehr als 2000 Jahre alten System der
indisch-klassischen Musik Nord- und Südindiens analog der Begriff
Gharana. Die Gharana-s sind eine Art Musikschulen, weniger im
westlichen Sinne. Gharana ist eine Bezeichnung für eine über viele
Generationen weitervererbte, musikalische Tradition. Gharana leitet sich
aus dem Hinduwort „Ghar“ ab, das heisst Familie oder Haus. Die
Unterrichtsform der indischen Klassik ist oral. Das Regelwerk der Ragas
wird mündlich überliefert, vom Lehrer, vom Guru an den Schüler, dem
Shishya. Eine detailgenaue, kompositorische Notationsschrift wie in der
westlichen Musik gibt es nicht. Die Lehrer-Schüler-Beziehung – Guru-
Shishya-Parampara – ist traditionell eine Lebenslange, ähnlich einer
Vater-Sohn-Beziehung. Der Schüler wird vom Lehrer ausgewählt, nicht
umgekehrt. Nach einer strengen Begutachtung des musikalischen
Talentes und seiner Charaktereigenschaften entscheidet sich der Guru
für einen Schüler, oder auch nicht. So die traditionelle Methode.

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Es gibt Gharana-s für den Gesang, das Instrumentalspiel, für das


indische Perkussionsinstrument Tabla, für den indischen Tanz und einige
Blas- u. Saiteninstrumente. Es sind weit mehr als 30 Gharana-s. Der
Schüler hat die Qual der Wahl, bei einem qualifizierten Repräsentanten
vorstellig zu werden. Das Ziel einer musikalischen Ausbildung ist nicht
das Erlernen von Techniken ‚per se’. Der Lehrer, selbst immer auch aktiv
vor Publikum spielender oder singender Musiker, führt den Schüler
individuell zu seinem eigenen Ton, zu seiner eigenen Ausdrucksform -
unter Beachtung eines strengen Regelwerks, das einer
Ragaperformance zugrunde liegt. Der emotionale Ausdruck Bhava steht
bei einer Ragainterpretation im Vordergrund. Gharana-s sind im
musikwissenschaftlichen Sinne traditionelles Überlieferungswissen. Es
sind Musikstile, die eng an die Persönlichkeit des Künstlers und sein
musikalisches Verständnis gekoppelt sind.
2.1.2. Hörbsp. ... Spätnachtraga Raga Jog…
Uday Bhawalkar - Track 5: Raga Jog – Dhrupad (12:11) - CD “A Dhrupad Recital” (2010, Navras Records)

Eine solche Persönlichkeit ist der nordindische Dhrupadsänger Uday


Bhawalkar. Von den Dagarbrüdern Zia Mohiuddin und Zia Fariduddin
wurde Uday Bhawalkar im Dhrupadgesang ausgebildet. 1987 stand Uday
Bhawalkar erstmals auf der Bühne. Auch für einige Filme steuerte
Bhawalkar seinen Gesang bei. Raga Jog ist für den indischen Film sehr
populär. So hören wir nun den Spätnachtraga Jog, aus der CD „A
Dhrupad Recital“. Sie ist in 2010 beim Label Navras Records erschienen.
...

2.2. Gharanas (2)... Dhrupad Gharanas (im Besonderen)...


In der historischen Betrachtung können Gharanas die Fortführung von
traditionellen Werten verkörpern oder das rebellische Aufbegehren und
Abwenden gegenüber dem Bestehenden. Die ältesten Gharanas können
mehrere Jahrhunderte zurückverfolgt werden, wie die Benaras Gharana
aus dem 13. Jahrhundert oder die Gwalior-Gharana aus dem 16.
Jahrhundert. Wir beschränken uns aus den mehr als 30 existierenden
Gharanas in Teil 1 unseres Themas „Das Studium der indisch-
klassischen Musik“ auf die älteste Gesangsform der nordindischen
Klassik. Es ist der Dhrupad.
Der Dhrupad-Gesang entwickelte sich aus der Klassik des indischen
Mittelalters. Der Dhrupad war die vorherrschende Interpretationsform bis
ins 18. Jahrhundert. Seine Entstehung datiert man zurück auf die Zeit
des Moghulherrschers Akbar. Akbar lebte von 1542 bis 1605. Aus dem
Dhrupad entwickelte sich in der ersten Hälfte des
18. Jahrhunderts der Khayal. Der Khayal ist eine moderne Gesangsform,
deren Interpreten wir in unseren Sendungen schon des öfteren gespielt
haben.
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Die älteste Musikschule des Dhrupad ist die Dagar-Gharana. Ihr
Namensgeber, die Dagar-Familie bestimmt bis heute ungebrochen seit
mehr als 20 Generationen die Entwicklung des Dhrupads. Im östlich
gelegenen Bundesstaat Bhiar wird die Darbhanga-Tradition nach dem
Tod von Ram Chatur Mallik von dem Senior Bidur Mallik fortgeführt. Die
Darbhanga-Gharana wurde im 18. Jahrhundert von Hofmusikern im
gleichnamigen Staat des nordöstlichen Indiens gegründet.
Ein jüngerer Sproß des Dhrupads ist die Bettiah-Gharana nahe der
nepalesischen Grenze. Ihre Hochzeit erlebte die Bettiah-Gharana am
nepalesischen Königshof im 19. Jahrhundert. Die Bettiah-Tradition wird
von Indrakishore Mitra und Falguni Mitra noch heute am Leben erhalten.
Indrakishore und Falguni sind Nachkommen des Hofmusikers Shivdayal
Mishra. Falguni Mitra hatten wir bereits präsentiert mit dem Raga
Jaijaiwanthi in der Sendung Alankaras – Ragaornamentik. Diese
Sendung können Sie in unserem Online-Archiv nachhören.
Auch Gharanas können aus der Mode kommen und aussterben. Die
Bishnupur-Gharana aus Westbengalen hat den Dhrupad-Gesang
aufgegeben. Ähnliches Schicksal erfuhr die Talwandi-Gharana. Ihre
Familientradition war im Punjab lebendig bis in die 30er Jahre des letzten
Jahrhunderts. Der Punjab ist ein Grenzgebiet zwischen Pakistan und
Indien. Die Talwandi-Gharana kann bis in’s 15. Jahrhundert
zurückverfolgt werden.

2.2.2 Hörbsp. ... Spätnachmittagsraga Bhimpalasi...


Faiyaz Wasifuddin Dagar - Track 2: Raga Bhimpalasi - Composition + Layakari - Kunjan Mein Rachyo Raas
(Chautaal, 12 Beat) (18:35) - CD Dagar - The Pathway (2009, Navras Records)

Kommen wir aber zurück auf die führende Gharana im Dhrupadgesang,


die Dagar-Gharana. Der zweitjüngste Vertreter der Dagar-Familie ist
Faiyaz Wasifuddin Dagar, 1969 geboren. Wasifuddin Dagar wurde von
einer Vielzahl seiner berühmten Onkels ausgebildet: von Ustad N.
Rahimuddin Dagar, von Aminuddin Dagar aus unserem ersten
Hörbeispiel. oder Syeeduddin Dagar, den wir später noch hören werden.
Meist tritt Wasifuddin Dagar als Solist auf. Den Spätnachmittagsraga
Bhimpalasi hören wir in einem 12-er Beat, Chautaal aus Wasifuddin’s CD
„Dagar – The Pathway“. Von Navras Records wurde sie in 2009 auf den
Markt gebracht.
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3.1.1 DagarVani... 4 Banis (Familien der Tradition) – Definition u. geschichtl.


Streifzug
Der Begriff Gharana, wie vorgestellt, ist selbst gar nicht so alt wie die
Familientraditionen. Ihre gesellschaftliche Bedeutung wurde für die
stilistische Zuordnung eines Künstlers im Instrumentalspiel oder Gesang
erst Mitte des 19. Jahrhunderts ausgeprägt. Um die Gharanas ranken
sich viele, geheimsnisvolle Mythen, in konkreten Parametern sind sie oft
nur schwer fassbar. Auch in Indien gibt es Kritiken an diesem System der
Musikschulen. Die Gharanas wurden oft genug in einem kulturpolitischen
u. soziokulturellen Kontext missbraucht - auch für den Machterhalt von
Musikerdynastien im Sinne eines Geburtsrechts. Ein musikalischer
Nachwuchs unbekannter Herkunft hat es in dem bevölkerungsreichen
Indien nicht einfach, auf sich aufmerksam zu machen und zu etablieren.
Die Gharanas des Dhrupadgesangs haben eine lange Vorgeschichte.
Alle Gharanas gehen auf nur vier (4) Abstimmungslinien zurück, die
sogenannen Bani-s oder Vani-s. Bani bedeutet „Wort“. Es leitet sich aus
dem Sanskrit „Vani“ ab, d.h. „Stimme“.
Die vier (4) Banis werden auf vier herausragende Musiker am Hofe
Akbars zurückgeführt. Akbar regierte in der zweiten Hälfte des 16.
Jahrhunderts.
Die Bani-s sind Stilkonzepte. Es sind: Gaudhari Vani, auch Gohar oder
Gauri Vani genannt, sie steht in der Tradition des berühmten
Hofmusikers Tansen, dann Khandari Vani von Samokhana Simbha
(Naubad Khan), Nauhari Vani in der Tradition von Shrichanda und
Dangari oder Dagar Vani von Vrija Chanda.
Nachfolgende Musikergenerationen haben sich zunächst auf eine der
vier Bani-s spezialisiert. Man trifft gelegentlich auch Interpreten an, die
sich zweier Banis bedienen. Aus den Banis haben sich über
Generationen hinweg die Gharanas als Musikschulen ausgeprägt. Die
berühmte Dagar-Familie im Dhrupadgesang verweist in ihrem Namen
direkt auf die Dagar Bani. Es ist die einzige überlebende Bani.
(Hinweis: In ihrer Metamorphose zu den Gharanas hat die Nauhari Bani im
Khayalgesang überlebt. Die Agra Gharana des modernen Khayals leitet sich
aus der Nauhari Bani ab.)

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3.1.2 4. Hörbsp. ... Aan Sunai Bansuri Kana Kana (Dhrupad)...


Gundecha Brothers - Track 5: Aan Sunai Bansuri Kana Kana - Dhrupad (Sooltaal, 10 beats) (7:14) - CD
Darshan (2002, SWM)

In der Tradition des Dagar Bani-Stiles wurden auch die Brüder Umakant
und Ramakant Gundecha ausgebildet. Sie sind herausragende Sänger
im Drupadgesang. Ihre Lehrer waren die Senior Dagar Brothers: Zia
Mohiuddin und Zia Fariddudin Dagar. Neben ihrer traditionellen
Gesangsausbildung besitzen Umakant und Ramakant Gundecha auch
Studienabschlüsse in Musik und Ökonomie. Für die Pflege und
Weiterentwicklung der Drupadtradition sind in Indien die Gundecha-
Brüder zusammen mit der Dagar-Familie die treibende Kraft. Die
Gundecha-Brüder haben ein Dhrupad-Institut in der Nähe von Bhopal
gegründet. Bhopal ist bekannt als die Stadt der Seen (Lake of Cities) und
die Landeshauptstadt des indischen Bundesstaates Madhya Pradesh. Im
Dhrupad-Institut der Gundecha-Brüder treffen wir Musikstudenten aus
aller Welt. Sie werden ganz in der Tradition der Guru-Shishya-
Parampara, einer engen Lehrer-Schüler-Beziehung ausgebildet.
Aus der CD Darshan aus dem Jahre 2002 hören wir Aan Sunai Bansuri
Kana Kana, eine Dhrupadkomposition zur Lobpreisung des Flötenspiels
von Lord Krishna. Der Text handelt von Krishna’s Anziehungskraft, die er
mit seinem Musizieren auf seine weiblichen Anhänger, die Gopis ausübt.
...
3.2. Vier Vani-s – 7 Gitis... Musiktheorie (Rückblick)
Blickt man in der Musikgeschichte Indiens weiter zurück, entdeckt man
zu den Banis eine Verbindung aus dem 7. Jahrhundert. Die vier Bani-s
des Dhrupads haben sich aus sieben (7) bzw. im Kern fünf (5)
Gesangsstilen entwickelt, den Geetis.
Die Geetis sind: Suddha, Bhinna, Gauri, Vegswara und Sadharani. Gaudi
Geeti ist nicht weiter mehr im Gebrauch.
Eine Charakterisierung der Bani-s ist aus der Überlieferung des
traditionellen Wissens über viele Lehrer-Schüler-Generationen noch
heute möglich:
Gaudhari Vani vermittelt ein friedvolles Gefühl, in langsamen Tempo mit
fliessenden Übergängen.
Khandari Vani dagegen wird in schnellem Tempo gesungen, ist
ausdrucksstark, majestätisch und gestaltungsreich.
Nauhari Vani sind schnelle, sprunghafte Wechsel, die den Hörer mit einer
Vielzahl von Ausschmückungen überraschen.
Und Dagar Vani wird im mittelschnellen, fast meditativen Tempo
gesungen o. gespielt, in einer ausgeprägten, verständlichen Struktur
ohne überfrachtetem Zierrat. Die gesamte Ausführung ist einfach und
von äußerst exakter Intonation.

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3.3. 5. Hörbsp. ... Spätmorgenraga Todi (Rudra Veena)...


Bahauddin Dagar - Track 2: Ragini Todi (Jod, & Jhala) (14:59) - CD Dhrupad (2005, SWM –
SenseWorldMusic)

Diese Klarheit in einer Dhrupadinterpretation, die dem ungewohnten Ohr


eines westlichen Hörers entgegenkommt, präsentiert uns Baha’du’din
aus der Dagar-Familie, die seit 20 Generationen als Musiker tätig ist. Das
Wirken des Dagar-Clans kann lückenlos bis ins 16. Jahrhundert
zurückverfolgt werden kann. Haridas Dagar war Lehrer des berühmten
Miyan Tansen, Musiker am Hofe des Moghulherrschers Akbar.
Nicht alle Mitglieder der Dagar-Familie haben sich immer für den
Dhrupadgesang entschieden. Baha’du’din Mohiuddin Dagar ist
Instrumentalist und jüngster Spross; er wurde 1970 geboren. Zunächst
wurde Bahaduddin von seiner Mutter auf der Sitar ausgebildet. Wegen
der Anatomie seiner Finger entschied sich Bahaduddin aber für das
Lautenspiel wie sein legendärer Vater Zia Mohiuddin Dagar. Sein
Instrument, die Rudhra Veena ist eine indische Laute, die durch zwei
kürbisgroße Resonatoren und einem tiefen, sonoren Sound
unverkennbar ist. Diese Laute in der Länge zwischen 1,30 und 1,60
Metern ist ein schwierig zu spielendes Instrument des antiken Indiens.
Die Interpretation des Dhrupads auf der Veena im Dagarbani-Stile führt
zu einer neuen Bezeichnung des Instruments: Dagar Vina. Bahauddin
Dagar spielt uns auf der Dagar Vina den Spätmorgenraga Todi, in einem
mittelschnellen Tempo. Die Aufnahme stammt aus der CD Dhrupad aus
dem Jahre 2005. Sie wurde von dem Label SenseWorldMusic (SWM)
veröffentlicht.
...

4.1.1 Frühe Ragaformen... Grama Ragas (9./13. Jhdt.)


Die Bani-s entwickelten sich aus den Geeti-s, den Gesangsstilen des
7. Jahrhunderts, wie bereits gehört. Aus dieser Historie ist auch für die
Banis die Melodie das herausragend musikalische Element. Für moderne
Ragaformen unserer Zeit eher ungewöhnlich. Den Ragas liegt zwar ein
Handlungsrahmen mit einem festgelegten Regelwerk zugrunde,
innerhalb dessen kann sich der Instrumentalist oder Vokalist aber frei
bewegen, improvisatorisch mit dem vorgegebenen Notenmaterial.
Die frühen Formen der Ragas, die s.g. Gramaragas wurden nach
melodischen Stilen klassifiziert. Das finden wir dokumentiert in
musikwissenschaftlichen Abhandlungen des 9. und 13. Jahrhunderts,
noch bevor die Banis, die Gharanas und der Dhrupad als der älteste,
noch heute existierende Gesangsstil ab dem 16. Jahrhundert entwickelt
wurden.

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4.1.2 6. Hörbsp. ... antike Spätnachtraga Darbari Kanada…


Ritwik Sanyal - Track 4: Raga Darbari Kanada - Celestials (11:29) - CD “INDIA Dancing to the Flute” (1997,
Celestial Harmonies)

Einen antiken Raga aus dieser Zeit ist der Spätnachtraga Darbari
Kanada, oder einfach nur Raga Darbari. Ihn singt uns nun Professer
Ritwik Sanyal. Ritwik Sanyal ist auch Komponist, Musikwissenschaftler,
Philosoph und Leiter der musikalischen Abteilung der Fakultät für
Darstellende Künste an der Banaras Hindu Universität. Ritwik Sanyal
wurde in Mumbai, im ehemaligen Bombai ausgebildet, im Dhrupad-
Gesang von den Senior Dagar Brüdern, Zia Mohiuddin Dagar und Zia
Fariddudin Dagar. Die Tradition des Dagarvani-Stiles hat Ritwik Sanyal
um einen individuellen Interpretationsstil erweitert. Wir hören nun
Celestials in der Ragaform Darbari. Das Label Celestial Harmonies hat
die CD “INDIA Dancing to the Flute – Music & Dance in Indian Art” im
Jahre 1997 veröffentlicht.
...
4.2.1 Dhrupad als Brücke zw. Mittelalter und 19. Jahrhundert...
Zwischen dem 16. bis 19. Jahrhundert dominierte der Dhrupad die
indisch-klassische Musik. Der Dhrupad galt als die Meisterklasse des
indischen Gesangs. Über die Hälfte der Zeit einer muslimischen
Regentschaft, der Nordindien unterworfen war, herrschte auch der
Dhrupad vor. Wo auch immer die Hauptstadt hin verlegt wurde, nach
Delhi, Agra oder Lahore, die Prunkpaläste der Moghulherrscher erhielten
ihren letzten Glanz durch die musikalische Form des Dhrupad. Auch das
Höfische Leben in den Provinzen ahmte ihre Vorbilder nach und liess
Dhrupadsänger auftreten.
Über die Vielzahl der Gesangsvirtuosen gibt es kaum Aufzeichnungen.
Wenn auch ihr innovatives Musizieren zu jener Zeit gebührend
wahrgenommen wurde, die Hofschreiber hatten vorrangig die
Fortentwicklung der Höfe zu dokumentieren.
Im 19ten Jahrhundert kam der Dhrupad dann ziemlich ausser Mode. Eine
Überlebenschance selbst unter Musikliebhabern schien kaum realistisch.
Der Khayal als moderner Gesangsstil wurde bevorzugt. Der Verfall der
Moghulherrschaft und damit einhergehend weniger Vorschriften für ein
sittsames, streng geregeltes Lebens schafften Raum für einen mehr
experimentierfreudigen Stile wie den Khayal.
Dass sich heute der Dhrupad wieder größerer Beliebtheit erfreut, ist einer
mutigen Traditionspflege durch die Dagarfamilie im 20sten Jahrhundert
und einer intellektuellen Elite in Indien zu verdanken. Diese Erneuerung
begann aber nicht in Indien, sondern in Paris. Hier gründeten
ausländische Musikliebhaber unter Mitwirken des französischen
Musikwissenschaftlers und Indologen Alain Danielou eine Dhrupad-
Gesellschaft, um Virtuosen aus aller Welt einzuladen. Diese Gelegenheit
wurde auch von den indischen Gesangsmeistern ergriffen. Das Interesse
aus dem Ausland fand später auch in Indien ein positives Echo.

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4.2.2 7. Hörbsp. ... Morgenraga Bhairav...


Sayeeduddin Dagar - Track 3: Raga Bhairav - Dhrupad (Sadara, 10 Beats) (8:13) - CD “Lineage of Dhrupad”
(2004, SWM)

Mit Paris ist bis heute ein Mitglied der Dagar-Familie verbunden.
Sayeeduddin Dagar unterrichtet in Paris ca. 15-20 Studenten, neben
Lehrtätigkeiten in Holland und Belgien. Sayeeduddin Dagar wurde 1939
im Bundesstaat Rajasthan geboren. Zunächst wurde Sayeeduddin von
seinem Vater Hussainuddin (1906-1963) ausgebildet. Dieser verstarb
1963 und so wurde der Unterricht von Syeeduddin’s Onkel Rahimuddin
Khan Dagar fortgeführt. Der nun folgende Morgenraga Bhairav in einem
10er Beat findet sich auf der CD „Lineage of Dhrupad“ aus dem Jahre
2004.
...

5.1. Dhrupadperformance heute… Banis – Aalap & 10 svara laksana-s


Die Besonderheit des Dhrupadgesangs im Stile von DagarVani liegt
begründet in der technischen Entwicklung (Merukhand) des
Einführungsteils, dem Aalap.
Die Ausführungen im Aalap werden nach zehn definierten Rafinessen,
also Gesangstechniken gestaltet, den s.g. svara laksana-s (akar, dagar,
dhuran, muran, kampita, andolita, lahak, gamak und sphurti). Eine
Ausführung des Alaps kann darum bis zu einer Stunde oder länger
dauern.
Die svara laksana-s beschreiben die Behandlung einzelner Noten,
Abfolgen von Noten in der aufsteigenden und absteigenden Skala,
Melodiegestaltung und Phrasierungen, Klangfärbung, Geschwindigkeit
und rhythmische Variationen.
Im langsamen Tempo unterliegt der Aalap keiner festen
Rhythmusstruktur. Der Gesangsinterpret stellt das Notenmaterial einzeln
vor, beginnend mit dem Grundton in der aufsteigenden Skala. Mit
zunehmendem Tempo werden die einzelnen Noten zu melodischen
Phrasierungen verbunden: in Gruppen von zwei im mittleren Tempo und
in Gruppen von vier im schnellen Tempo.
Unter den Fachexperten gehen die Meinungen auseinander, ob sich
auch die Bani-s vorrangig auf den Aalap beziehen oder auf die gesamte
kompositorische Form eines Dhrupad, oder sich gar nur auf die textuelle
Charakteristik beziehen mögen, entsprechend der ursprünglichen
Wortbedeutung im Sanskrit. Wir wollen diese Frage heute nicht zu einem
Streitpunkt unserer Sendung machen.

© 12/2010 – Verbundkonzept EUFLETZ (Stiftung i.G.) – Teilprojekt IMC – India meets Classic (Lothar J.R. Maier)
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(DOKU - Sendemoderation / 21122010-1)

IMC OnAir/Raga CDs des Monats: Studies in Indian Classics (part 1) - 21.12.10 (21:00-21:58 /Sendeplatz: www.tidenet.de)

Im Ganzen kann sich eine Dhrupadkomposition in vier Teile gliedern:


(Aa)Sthai... das ist ein kurzes, erstes Thema in der mittleren Oktavlage
vgl. dem Refrain in der westlichen Musik ohne Improvisation,
Antara... auf der höher liegende Oktave als zweites Thema, Abhog... als
dreiteiliges Thema, das meist in alten Dhrupad- und Dhammar-Formen
verwendet wird und Sanchari... ein vierteiliges Thema. Auch Sanchari ist
typisch für alte Dhrupadstile.

5.2. 8. Hörbsp. ... Raga Gangeyabushan o. Mangeyabushan (Rudra Veena) ...


Zia Mohiuddin Dagar - T1: Raga Gangeyabushan (Alap) (19:39) - CD Raga Gangeyabushan (2001 (Original: 1968),
Amigo)

In der Dagar-Familie interpretiert man den Dhrupad nicht nur vokal, wie
wir bereits mit Bahauddin Dagar auf einem Instrument, der Rudhra
Veena hören konnten. Unser letztes Hörbeispiel - wieder auf der Rudhra
Veena - soll die Besonderheiten des Dhrupads nochmals ohne
Sprachbarrieren deutlich machen. Kein geringerer als der
Dhrupadsänger und Instrumentalist Zia Mohiuddin Dagar spielt uns den
Raga Gangeyabushan. Zia Mohiuddin Dagar hatte die indische Laute
des antiken Indiens, die Rudhra Veena wiederbelebt und als
Soloinstrument etablieren können. Zia Mohiuddin Dagar lebte von 1929
bis 1990. Der Vater von Mohiuddin war Hofmusiker des Maharajs von
Udaipur. Nach der Unabhängigkeit Indiens verlor die Dagarfamilie ihre
Anstellung am Hofe. Man hielt sich über Wasser mit Werkstattarbeiten,
Brotverkauf und Musikuntermalungen von Spielfilmen. Für die
Traditionspflege des Dhrupads und das Veenaspiel wurde man von der
indischen Bevölkerung verspöttet und ausgelacht. Zia Mohiuddin Dagar
konnte sich aber durchsetzen, und wurde besonders bekannt für sein
langsames Spiel in dem Einführungsteil, im Aalap. Einen Aalap in der
Ragaform Gangeyabushan hören wir nun aus der gleichnamigen CD.
Das Original dieser Aufnahme mit Zia Mohiuddin Dagar stammt aus dem
Jahre 1968. Sie wurde von dem Label Amigo in 2001
wiederveröffentlicht.
...
6.1. Verabschiedung…
Dies war unsere Sendung IMC – India meets Classic mit dem Thema
„Das Studium der indisch-klassischen Musik, Teil 1“. Für die
musikalischen Familientraditionen, die Banis, betrachteten wir den
Dhrupadgesang.
Es spielten auf der Rudra Veena: Zia Mohiuddin und Bahaudin Dagar. Im
Weiteren präsentierten wir aus der Dagar-Familie die Drupadsänger:
Nasir Aminuddin, Sayeeduddin und Wasifuddin. Als Schüler dieser
Dynastie des DagarVani hörten Sie die Sänger Uday Bhawalkar, Ritwik
Sanyal und die Gundecha-Brüder.
Vielen Dank fürs Zuhören. - Am Mikrophon verabschiedet sich sich
Lothar J.R. Maier. - Und vielleicht bis zum nächsten Mal. – Namaste.

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6.2 Abspann...

Hinweise zu kommenden Sendeterminen entnehmen Sie dem Internetangebot Ihres


Radiosenders.

- Oder besuchen direkt die Website von IMC - India meets Classic:

www.imcradio.net
(Englisch: uu-uu-uu_dot_aiemciereidio_dot_net)
imcradio.net
(Deutsch: i em Ce Radio Punkt Net)
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Sie hörten die Sendung "IMC - India meets Classic" mit der Reihe "Raga CDs des
Monats".

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(Deutsch: i em Ce Radio Punkt Net).

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Lothar J.R. Maier (Endfassung)

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