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Klassifikations- und Bauvorschriften

I Schiffstechnik

1 Seeschiffe
9 Ölfangschiffe

Ausgabe 1993
Diese Vorschriften treten am 01.09.1993 in Kraft.

Es gelten die "Allgemeinen (Geschäfts-)Bedingungen für die Klassifikation" in der jeweils gültigen Fassung
(siehe Klassifikations- und Bauvorschriften, I – Schiffstechnik, Teil 0 – Klassifikation und Besichtigungen)

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Verlag: Selbstverlag des Germanischen Lloyd Druck: Gebrüder Braasch, Hamburg


I - Teil 1 Inhaltsverzeichnis Kapitel 1
GL Seite 3

Inhaltsverzeichnis

Abschnitt 1 Allgemeines, Klassenzeichen, Prüfungsunterlagen, Besichtigungen


A. Allgemeines ................................................................................................................................ 1- 1
B. Klassenzeichen, Zertifikatseintragungen .................................................................................... 1- 1
C. Begriffsbestimmung ................................................................................................................... 1- 2
D. Prüfungsunterlagen ..................................................................................................................... 1- 2
E. Besichtigungen ........................................................................................................................... 1- 4

Abschnitt 2 Schiffseinteilung
A. Ladungsbereich .......................................................................................................................... 2- 1
B. Zugänge und Öffnungen ............................................................................................................. 2- 1
C. Gasschleusen .............................................................................................................................. 2- 1

Abschnitt 3 Maschinenbauliche Einrichtungen


A. Allgemeines ................................................................................................................................ 3- 1
B. Mechanische Lüftung ................................................................................................................. 3- 1
C. Gasspür- und Warnanlagen ........................................................................................................ 3- 1
D. Feuerlöscheinrichtungen ............................................................................................................. 3- 1
E. Geräte und Systeme in gefährdeten Bereichen ........................................................................... 3- 2

Abschnitt 4 Elektrische Anlagen


A. Bordnetz-Systeme ...................................................................................................................... 4- 1
B. Elektrische Betriebsmittel in gefährdeten Bereichen .................................................................. 4- 1

Abschnitt 5 Betriebsvorschriften
A. Betriebs- und Ausrüstungshandbuch .......................................................................................... 5- 1
B. Schutzmaßnahmen ..................................................................................................................... 5- 1
I - Teil 1 Inhaltsverzeichnis Kapitel 1
GL Seite 5
Kapitel 9 Abschnitt 1 Allgemeines, Klassenzeichen, Prüfungsunterlagen, Besichtigungen 1–1

Abschnitt 1

Allgemeines, Klassenzeichen, Prüfungsunterlagen, Besichtigungen

A. Allgemeines Hinweis

1. Diese Vorschriften gelten für stählerne See- Es wird davon ausgegangen, daß die Bestimmungen
und Binnenschiffe mit und ohne eigenen Antrieb, die der Anlage I des "Übereinkommens zur Verhütung der
bei Ölunfällen eingesetzt werden. Meeresverschmutzung durch Schiffe, 1973" ein-
schließlich des Protokolls von 1978 (MARPOL 73/78)
Der Einsatz kann im Zusammenhang mit Ölunfällen beachtet werden, soweit durch die Verwaltung gefor-
(z. B. zum Aufnehmen von auf dem Wasser schwim- dert.
mendem Öl) oder allgemein zur Beseitigung von Ver-
schmutzungen durch Öl erfolgen. Auf Antrag kann eine Bescheinigung ausgestellt wer-
den, in der die Übereinstimmung des Schiffes mit den
Für außergewöhnliche Einsatzbedingungen, z. B. Bestimmungen der MARPOL 73/78 bestätigt wird.
Leichtern von havarierten Öltankschiffen mit Austritt
von Ladegut, und für Schiffe besonderer Bauart kön-
nen über diese Richtlinien hinausgehende Maßnahmen
erforderlich werden.
Für eingeschränkte Einsatzzwecke können an Stelle B. Klassenzeichen, Zertifikatseintragungen
von Stahl auch andere geeignete Werkstoffe verwen-
det werden. 1. Schiffe, die diesen Vorschriften entsprechen
und Einrichtungen zum Aufnehmen von auf dem
2. Diese Vorschriften sind anzuwenden bei Öl, Wasser schwimmendem Öl sowie Tanks zum Lagern
dessen Flammpunkt im geschlossenen Tiegel 60 °C 1 des aufgenommenen Öls haben, erhalten hinter dem
und weniger beträgt und dessen Reid-Dampfdruck Klassenzeichen die Angabe: "Oil Recovery Vessel".
unter Atmosphärendruck liegt. Für Öl mit Flamm-
punkten über 60 °C 1 siehe B.4.
2. Schiffe, die 1. entsprechen, jedoch keine
Tanks zur Beförderung des aufgenommenen Öls ha-
3. Diese Vorschriften können sinngemäß auch ben, erhalten zusätzlich zur Klassenbezeichnung die
auf Ölfanggeräte, die nicht in den Bereich der Schiffs- Zertifikateintragung "Without cargo tanks".
klassifikation fallen, angewendet werden.

3. Schiffe, die weder die notwendigen Einrich-


4. Über diese Vorschriften hinaus gelten die
tungen zum Aufnehmen von auf dem Wasser
jeweils zutreffenden Bauvorschriften für Seeschiffe
schwimmendem Öl noch Tanks zum Lagern des auf-
und ggf. für Binnenschiffe, Kapitel 1 –
genommenen Öls haben, im übrigen jedoch diesen
Schiffskörper, Kapitel 2 – Maschinenanlagen und
Vorschriften entsprechen und für den Einsatz in ölbe-
Kapitel 3, Elektrische Anlagen.
deckten Gewässern geeignet sind, erhalten zusätzlich
zu der betreffenden Klassenbezeichnung, z. B. "Tug",
5. Für den Bau von Schiffen, die uneinge- "Supply Vessel" usw., die Zertifikateintragung: "Sui-
schränkt in explosibler Atmosphäre und/oder auch zur table for use in oil-covered waters".
Bekämpfung von Chemikalienunfällen eingesetzt
werden sollen, gelten die "Richtlinien für den Bau von
Chemikalienunfall-Bekämpfungsschiffen". 4. Schiffe, die nur für Öl eingesetzt werden,
dessen Flammpunkt im geschlossenen Tiegel über
60 °C 1 beträgt, erhalten zusätzlich zum Klassenzei-
chen die Angabe "Oil Recovery Vessel" und die Zerti-
fikateintragung "Not suitable for products with a
flashpoint of 60 °C 1 and less".

Die nachfolgenden Vorschriften finden keine Anwen-


dung.

Es gelten die Bauvorschriften gemäß Kapitel 1, 2 und


–––––––––––––– 3 für Tankschiffe zur Beförderung von Flüssigkeiten
1 Für Binnenschiffe (ADNR) gilt 55 °C. mit Flammpunkten über 60 °C 1.
1–2 Abschnitt 1 Allgemeines, Klassenzeichen, Prüfungsunterlagen, Besichtigungen Kapitel 9

C. Begriffsbestimmung .8 Geschlossene oder halbgeschlossene Räume


mit Rohrleitungen, die zum Ladetanksystem
Zusätzlich zu den in diesem Absatz bestimmten Beg-
gehören.
riffen gelten die Begriffe gemäß den Bauvorschriften
für Seeschiffe, Kapitel 1 – Schiffskörper, Abschnitt
24, A.4.2. 1.3 Zone 2:

1. Gefährdete Bereiche
.1 Bereiche oberhalb der Zone 1 in voller Breite
Gefährdete Bereiche sind Bereiche, in denen eine und Länge des Schiffes bis zu einer Höhe von
Ansammlung brennbarer oder explosibler Gase oder mindestens 6 m oberhalb der Tiefladelinie.
Dämpfe in gefährlicher Konzentration zu erwarten ist.
Gefährdete Bereiche werden nach der Wahrschein- .2 Räume ohne Überdruckbelüftung, die von der
lichkeit des Auftretens gefährlicher explosibler Atmo- Zone 2 aus direkt (ohne Gasschleuse) betreten
sphäre in die Zonen 0, 1 und 2 eingeteilt 2. werden können oder Öffnungen zu dieser ha-
ben.
1.1 Zone 0:

.1 Ladetanks zur Aufnahme von Öl sowie das 2. Nicht gefährdete Bereiche


Innere von Rohrleitungen und Behältern, die
zum Ladetanksystem gehören. Nicht gefährdete Bereiche sind Bereiche, die nicht zu
einer der Zonen 0, 1 und 2 gehören.
.2 Bereiche bis zur Höhe von 1 m über der ölbe-
deckten Wasserfläche bzw. der Tiefladelinie.

1.2 Zone 1:
D. Prüfungsunterlagen
.1 Kofferdämme und andere Räume, die an Lade-
tanks angrenzen.
1. Außer den in den Bauvorschriften für See-
.2 Ladepumpenräume. schiffe, Kapitel 1 – Schiffskörper, Abschnitt 1, G.
bzw. für Binnenschiffe, Kapitel 1 – Schiffskörper,
.3 Geschlossene oder halbgeschlossene Räume Abschnitt 1, E. aufgeführten Prüfungsunterlagen sind
unmittelbar über Ladetanks oder mit Wänden folgende Unterlagen in dreifacher Ausfertigung einzu-
in einer Linie mit Ladetankschotten (Ecke an reichen.
Ecke).

.4 Stauräume für Ladeschläuche und für Geräte .1 Generalplan mit Angaben über die Anordnung
zur Bergung von Öl (Ölskimmer). der für den Ölfangeinsatz verwendeten Geräte.

.5 Bereiche auf dem offenen Deck einschließlich .2 Angaben über Zugänge (einschließlich Gas-
halbgeschlossener Räume innerhalb eines Ku- schleusen) und Öffnungen, die während des
gelhalbmessers von 3 m um Tanköffnungen Öleinsatzes betriebsmäßig benutzt werden,
und Öffnungen von Pumpenräumen oder Kof- bzw. nicht gasdicht verschlossen werden.
ferdämmen (z. B. Ladetankluken, Schaulöcher,
Lüftungsöffnungen und Zugänge).
.3 Angaben über Zugänge und Öffnungen, die
.6 Bereiche auf dem offenen Deck in voller Breite während des Öleinsatzes gasdicht verschlossen
und Länge des Schiffes bis zu einer Höhe von werden.
2,4 m über dem obersten durchlaufenden Deck.
Bei Schiffen, deren oberstes durchlaufendes
Deck in der Zone 0 liegt, erstreckt sich der Be- .4 Angaben über die Anordnung und das Fas-
reich der Zone 1 bis zu einer Höhe von 2,4 m sungsvermögen der Ladetanks sowie über die
über der Zone 0. zu befördernden Stoffe.

.7 Räume ohne Überdruckbelüftung, die von .5 Zeichnungen der Ladetanks mit Angaben über
einem gefährdeten Bereich der Zone 1 aus di- die vorgesehenen Werkstoffe.
rekt (ohne Gasschleuse) betreten werden kön-
nen oder Öffnungen zu diesen haben.
.6 Angaben über die Fundamente und die Befesti-
–––––––––––––– gung der Ladetanks, sofern vom Schiffskörper
2 gemäß IEC 79-10 (siehe Abb.1.1) unabhängige Tanks vorgesehen werden.
Kapitel 9
A

Abschnitt 1
Schnitt A - A
Abgas-und Luftaustritt Lufteintritt
Abb. 1.1 Gefährdete Bereiche (Beispiel, Seeschiff)

Allgemeines, Klassenzeichen, Prüfungsunterlagen, Besichtigungen


3m

3m
3m

6m
2,4m

1m
TWL Überdruckbelüftung TWL

oberstes durchlaufendes Deck Tank Einrichtungen zur Bergung von Öl (Ölskimmer)


Kofferdamm

Zone 0

Zone 1

Zone 2

nicht gefährdeter Bereich

1–3
1–4 Abschnitt 1 Allgemeines, Klassenzeichen, Prüfungsunterlagen, Besichtigungen Kapitel 9

2. Außer den in den Bauvorschriften für See- .4 Lüftungsplan der mit Überdruck belüfteten
schiffe, Kapitel 2 – Maschinenanlagen, Abschnitt 15, Räume mit Anordnung der Gasschleusen.
A.3. bzw. für Binnenschiffe, Kapitel 2 – Ma-
.5 Verschlußplan für den Öleinsatz (soweit erfor-
schinenanlagen, Abschnitt 1, B. aufgeführten Prü-
derlich).
fungsunterlagen sind folgende Unterlagen in dreifa-
cher Ausfertigung einzureichen:
3. Die in den Bauvorschriften für Seeschiffe,
.1 Betriebs- und Ausrüstungshandbuch für den Kapitel 3 – Elektrische Anlagen, Abschnitt 1, C.
Öleinsatz. bzw. für Binnenschiffe, Kapitel 3 – Elektrische An-
.2 Schematische Darstellungen der mit dem Schiff lagen, Abschnitt 1, B. aufgeführten Prüfungsunterla-
während des Ölfangeinsatzes verbundenen gen sind in dreifacher Ausfertigung einzureichen.
Rohrleitungssysteme einschließlich Pumpen.
.3 Zeichnungen, aus denen die Aufstellung und
Anordnung der während des Ölfangeinsatzes
mit dem Schiff verbundenen sowie der lose E. Besichtigungen
mitgeführten Ölfanggeräte hervorgehen, mit al- Die entsprechenden Anforderungen sind in den Vor-
len technischen Angaben und Werkstoffspezi- schriften für Klassifikation und Besichtigungen, Ab-
fikationen. schnitt 4, D. enthalten.
Kapitel 9 Abschnitt 2 Schiffseinteilung 2–1

Abschnitt 2

Schiffseinteilung

A. Ladungsbereich 2. Zugänge von einem gefährdeten Bereich zu


den in 1. genannten nicht gefährdeten Räumen sind so
1. Hinsichtlich der Trennung der Tanks für auszuführen, daß keine gefährlichen Gase eindringen
aufzunehmendes Öl von allen Räumen außerhalb des können, z. B. durch Anordnung von Gasschleusen
Ladungsbereiches gelten die Bauvorschriften für See- gemäß C. Öffnungen in diesem Bereich müssen wäh-
schiffe, Kapitel 1 – Schiffskörper, Abschnitt 24, A.4., rend des Öleinsatzes geschlossen sein. (Überdruck-
bzw. für Binnenschiffe, Kapitel 1, Schiffskörper, belüftung siehe Abschnitt 3, B.3.)
Abschnitt 17.
3. Räume mit Öffnungen oder Zugängen, die
2. Die Vorschriften gemäß 1. gelten auch für
innerhalb gefährdeter Bereiche angeordnet sind und
Tanks, die nur zum Zwischenlagern des aufgenomme-
nicht den Vorschriften gemäß 2. entsprechen, sind als
nen Öls bestimmt sind oder nur als Setztanks verwen-
gefährdet anzusehen.
det werden.

4. Für besondere Einsatzzwecke können Höhen


B. Zugänge und Öffnungen gefordert werden, die über die in 1. genannten 6 m
hinausgehen.
1. Zugänge, Lüftungsöffnungen (Ein- und Aus-
tritte) und andere Öffnungen zu nicht gefährdeten
Bereichen wie Unterkunftsräumen, Wirtschafts- und
Maschinenräumen, Kontrollstationen und zur Brücke,
die während des Öleinsatzes betriebsmäßig benutzt C. Gasschleusen
werden bzw. nicht gasdicht verschlossen werden,
müssen außerhalb gefährdeter Bereiche angeordnet
1. Eine Gasschleuse muß aus zwei gasdichten
werden.
Stahltüren bestehen, deren Abstand voneinander nicht
Wenn nicht anders vereinbart, beträgt die Mindesthö- kleiner als 1,5 m sein sollte. Die Türen müssen selbst-
he 6 m oberhalb der Tiefladelinie. schließend sein und dürfen keine Feststelleinrichtun-
Geringere Höhen können durch den GL zugelassen gen haben. Die Süllhöhe der Türen muß mindestens
werden, wenn zusätzliche sicherheitstechnische Maß- 300 mm betragen. Darüber hinausgehende Vorschrif-
nahmen getroffen werden, die im Einzelfall festzule- ten der zuständigen Behörde sind zu beachten.
gen sind.
Außerdem sind die Bauvorschriften für Seeschiffe,
Kapitel 1 – Schiffskörper, Abschnitt 24, A.4.4 bzw. 2. Gasschleusen sind so auszuführen, daß sie
von innen nach außen mit Luft durchgespült werden,
für Binnenschiffe, Kapitel 1 – Schiffskörper, Ab- um beim Schleusungsvorgang eingebrachte Gase/
schnitt 17 zu beachten. Dämpfe hinauszutransportieren.
Kapitel 9 Abschnitt 3 Maschinenbauliche Einrichtungen 3–1

Abschnitt 3

Maschinenbauliche Einrichtungen

A. Allgemeines

Abgasleitungen von Dieselmotoren, Kesseln und Ein-


richtungen, die Zündquellen enthalten, sowie Entlüf- C. Gasspür- und Warnanlagen
tungen der Kurbelgehäuse von Dieselmotoren sind bis
in den nicht gefährdeten Bereich gemäß Abschnitt 2,
B.1. zu führen. 1. Im Hinblick auf den Explosionsschutz sind
die Schiffe mit fest installierten Gasspüranlagen aus-
Funkenfänger siehe Bauvorschriften für Seeschiffe, zurüsten, die beim Überschreiten von 30 % 1 der unte-
Kapitel 2 – Maschinenanlagen, Abschnitt 15, B.9. ren Explosionsgrenze (UEG) einen akustischen und
bzw. für Binnenschiffe, Kapitel 2 – Maschinen- einen optischen Alarm auslösen.
anlagen, Abschnitt 14, B.9. Die Meßstellen sind wie folgt anzuordnen:
− in der Nähe der Lüftungseinlässe gemäß B.2.
und B.3.
B. Mechanische Lüftung − in Gasschleusen ⎫
⎬ (an tiefliegender Stelle)
− auf dem Hauptdeck ⎭
1. Hinsichtlich Auslegung, Bauart und Ausfüh-
Weitere Meßstellen können im Hinblick auf besondere
rung mechanischer Lüftungsanlagen gelten die Bau-
bauliche Gegebenheiten und Einsatzbedingungen
vorschriften für Seeschiffe, Kapitel 2 – Maschinen-
erforderlich sein.
anlagen, Abschnitt 15, B.5. bzw. für Binnenschiffe,
Kapitel 2 – Maschinenanlagen, Abschnitt 14, B.5.
2. Die Anlagen müssen durch den Germani-
schen Lloyd baumustergeprüft sein.
2. Räume mit Zugängen und Öffnungen zu
gefährdeten Bereichen der Zone 2, die betriebsmäßig 3. Zusätzlich ist ein tragbares Meßgerät zur
ständig genutzt werden, müssen mechanisch aus dem Feststellung explosibler Atmosphäre vorzusehen. Ggf.
nicht gefährdeten Bereich gemäß Abschnitt 2, B.1. darüber hinausgehende Vorschriften der zuständigen
belüftet werden. Es ist mindestens 6facher Luftwech- Behörde sind zu beachten.
sel vorzusehen.

Wenn die Einrichtungen in diesen Räumen nicht der


Schutzart der Zone 2 entsprechen, ist eine Belüftung
gemäß 3. vorzusehen. D. Feuerlöscheinrichtungen

1. Schiffe mit der Klassenbezeichnung "Oil


3. Räume mit Zugängen und Öffnungen zu Recovery Vessel" gemäß Abschnitt 1, B.1 müssen
gefährdeten Bereichen der Zone 1, die betriebsmäßig zusätzlich zu den gemäß Bauvorschriften für Seeschif-
ständig genutzt werden, müssen mechanisch aus dem fe, Kapitel 2 – Maschinenanlagen, Abschnitt 12 bzw.
nicht gefährdeten Bereich gemäß Abschnitt 2, B.1. für Binnenschiffe, Kapitel 2 – Maschinenanlagen,
belüftet und unter Überdruck gehalten werden. Der Abschnitt 11 geforderten allgemeinen Feuerlösch- und
Überdruck in den Räumen soll ca. 0,5 – 1 mbar betra- Brandschutzeinrichtungen mit einer Schaumfeuer-
gen und ist zu überwachen. löschanlage ausgerüstet sein. Auslegung und Ausfüh-
rung gemäß Bauvorschriften für Seeschiffe, Kapitel
2 – Maschinenanlagen, Abschnitt 12, K.
4. Räume innerhalb der Zonen 0 und 1, die
betriebsmäßig nicht ständig genutzt werden, dürfen
nicht aus gefährdeten Bereichen der Zone 0 und 1 2. Für Schiffe mit der Klassenbezeichnung "Oil
belüftet werden, auch wenn deren Einrichtungen ent- Recovery Vessel", "Without cargo tanks" gemäß
sprechend explosionsgeschützt ausgeführt sind. Räu- Abschnitt 1, B.2 kann eine Schaumfeuerlöschanlage
me, die aus sicherheitstechnischen Gründen jederzeit
begehbar sein müssen, wie z. B. der Rudermaschinen- ––––––––––––––
raum, sind mit einer Sauglüftung für mindestens 1 Wenn keine anderen Angaben vorliegen, darf auf Propan
sechsfachen Luftwechsel auszurüsten. bezogen werden.
3–2 Abschnitt 3 Maschinenbauliche Einrichtungen Kapitel 9

gefordert werden, wenn sich während des Ölfangein- 2. Schläuche müssen ausreichend elektrisch
satzes Einrichtungen zum Aufnehmen des Öls oder leitfähig sein, siehe Bauvorschriften für Seeschiffe,
Teile davon (Pumpen, Rohrleitungen, Schläuche usw.) Kapitel 2 – Maschinenanlagen, Abschnitt 15, B.9.
an Bord befinden.

3. Durch Auswahl geeigneter Werkstoffe und


E. Geräte und Systeme in gefährdeten Berei- durch entsprechende Schutzmaßnahmen ist sicherzu-
chen stellen, daß beim Einsatz von Ölfanggeräten keine
zündfähigen Funken entstehen können. Vergl. auch
Bauvorschriften für Seeschiffe, Kapitel 2 – Ma-
1. Für Ölfanggeräte sind die in Abschnitt 1, A.4 schinenanlagen, Abschnitt 15, B.9.
genannten Vorschriften, soweit zutreffend, anzuwen-
den. Diese Geräte müssen für den vorgesehenen Ein-
satz geeignet und mit dem Schiffskörper elektrisch
leitend verbunden sein. 4. Geräte und Einrichtungen dürfen keine Ober-
flächentemperaturen über 200 °C annehmen.
Kapitel 9 Abschnitt 4 Elektrische Anlagen 4–1

Abschnitt 4

Elektrische Anlagen

A. Bordnetz-Systeme
Für Schiffe mit Ladetanks gemäß Abschnitt 1, B.1
1. Für Schiffe ohne eigene Ladetanks nach müssen hinsichtlich der Begrenzung des Einsatzes von
Abschnitt 1, B.2. und für Schiffe gemäß Abschnitt 1, Betriebsmitteln im gefährdeten Bereich die Bauvor-
B.3 und B.4 sind Systeme entsprechend den Bauvor- schriften für Seeschiffe, Kapitel 3 – Elektrische An-
schriften für Seeschiffe, Kapitel 3 – Elektrische An- lagen, Abschnitt 13 bzw. für Binnenschiffe, Kapitel
lagen, Abschnitt 1, G. bzw. für Binnenschiffe, Kapitel 3 – Elektrische Anlagen, Abschnitt 2, C beachtet
3 – Elektrische Anlagen, Abschnitt 1, C. zulässig. werden.

2. Für Schiffe mit der Klassenbezeichnung "Oil 2.3 In Zone 2 sind zulässig:
Recovery Ship" gemäß Abschnitt 1, B.1 sind nur Sys-
teme entsprechend den Bauvorschriften für Seeschiffe, .1 Explosionsgeschützte Betriebsmittel für die
Kapitel 3 – Elektrische Anlagen, Abschnitt 13, C. Zonen 0 und 1
bzw. für Binnenschiffe, Kapitel 3 – Elektrische An-
lagen, Abschnitt 2, A. zulässig. .2 Betriebsmittel in der Zündschutzart EEx n

.3 Betriebsmittel, die keine Temperaturen über


B. Elektrische Betriebsmittel in gefährdeten 200 °C annehmen können und bei denen be-
Bereichen triebsmäßig keine Zündquellen auftreten.

1. Nicht explosionsgeschützte Einrichtungen in .4 Betriebsmittel mit einem Gehäuse der Mindest-


gefährdeten Bereichen müssen während des Einsatzes schutzart IP55, deren Oberflächentemperatur
an der Haupteinspeisung an einer zentralen Stelle 200 °C nicht übersteigt.
abgeschaltet werden können. Diese Schalter sind ge-
gen unbeabsichtigtes Wiedereinschalten zu sichern
2.4 Temperaturklasse/Explosionsgruppe
und entsprechend zu markieren.
Explosionsgeschützte elektrische Betriebsmittel müs-
2. In gefährdeten Bereichen dürfen nur die Be- sen mindestens folgende Bedingungen erfüllen:
triebsmittel eingesetzt werden, die für den Betrieb – Temperaturklasse T3
unbedingt erforderlich sind.
– Explosionsgruppe IIA.
2.1 In Zone 0 sind zulässig:
.1 Eigensicherheit EEx ia oder für Zone 0 be-
scheinigte eigensichere Betriebsmittel/Strom-
kreise.
.2 Andere explosionsgeschützte Betriebsmittel
mit besonderer Genehmigung des GL in der
Kombination von zwei Zündschutzarten, wie
z. B. EEx d + EEx e, wenn ihr Einsatz in die-
sem Bereich zwingend erforderlich ist.
2.2 In Zone 1 sind zulässig:
.1 Druckfeste Kapselung EEx d
.2 Überdruckkapselung EEx p
.3 Erhöhte Sicherheit EEx e
.4 Sandkapselung EEx q
.5 Vergußkapselung EEx m
.6 Eigensicherheit EEx i.
Kapitel 9 Abschnitt 5 Betriebsvorschriften 5–1

Abschnitt 5

Betriebsvorschriften

A. Betriebs- und Ausrüstungshandbuch 6. Pläne, aus denen die Anordnung und Aufstel-
lung der im Ölfangeinsatz verwendeten Geräte
Ein Betriebs- und Ausrüstungshandbuch ist dem Ger- und Ausrüstungen hervorgehen.
manischen Lloyd zur Genehmigung vorzulegen.
7. Liste aller elektrischen Verbraucher, die für den
Es muß eine Beschreibung der notwendigen Sicher- Öleinsatz abzuschalten sind.
heitsmaßnahmen enthalten, die zur Vorbereitung und
8. Prüfliste für die durchzuführenden Maßnahmen
Durchführung des Öleinsatzes erforderlich sind.
zur Vorbereitung auf den Öleinsatz.
Hierzu gehören z. B.:
1. Maßnahmen zur Herstellung des Verschluß-
zustandes im Hinblick auf Personen- und Explo-
sionsschutz (siehe Abschnitt 2, B.2.) B. Schutzmaßnahmen 1

2. Plan der mit Überdruck belüfteten Räume mit Bereiche, in denen Dämpfe in gesundheitsgefährden-
der Konzentration auftreten, sollen nur mit umluft-
Anordnung der Gasschleusen
unabhängigem Atemschutzgerät und voller Schutzbe-
3. Maßnahmen zur Inbetriebnahme der Über- kleidung betreten werden.
druckbelüftung und der Gasspüranlage
Schutzkleidung und zugelassene umluftunabhängige
4. Abschaltung aller nicht explosionsgeschützten Atemschutzgeräte müssen vorgesehen werden. Die
Verbraucher im gefährdeten Bereich gemäß Funktionsfähigkeit von Atemschutzgeräten und Gas-
Abschnitt 4, B.1 spürgeräten ist durch regelmäßige Überprüfung si-
cherzustellen.
5. Auflistung der für den Ölfangeinsatz vorgesehe-
nen Geräte und Ausrüstungen, Anweisung für Für die Bergung und Rettung der eingesetzten Perso-
ihre Installation und Bedienung. nen ist Vorsorge zu treffen.

––––––––––––––
1 Nicht Bestandteil der Klassifikation, Auflagen der zuständigen
Verwaltung sind zu beachten.