Sie sind auf Seite 1von 133

Deutsch Intensiv

II. Studienjahr

I. Teil

L. N. Subowa
T. W. Prichodko
Inhaltsverzeichnis

Der Infinitiv. Seine Formen und ihre zeitliche Bedeutung. Syntaktische Funktionen des
Infinitivs. Der Gebrauch der Partikel „zu“......................................................................3
Infinitiv als Subjekt..........................................................................................................7
Infinitiv als Teil des zusammengesetzten verbalen Prädikats.......................................13
Die Konstruktionen „haben“ oder „sein“ mit modaler Bedeutung................................18
Die Konstruktionen „scheinen / glauben + zu + Infinitiv“............................................23
Das Symbol der ganzen Welt........................................................................................27
Infinitiv als Objekt.........................................................................................................33
Infinitiv als Attribut.......................................................................................................40
Infinitiv als Adverbialbestimmung................................................................................46
Das Passiv: seine Bildung und Formen.........................................................................53
Zwei- und dreigliedriges Passiv.....................................................................................61
Das Stativ.......................................................................................................................69
Partizipien I und II. Ihre Bildung und Bedeutung. Das erweiterte Attribut..................74
Partizipien. Partizip I mit „zu“.......................................................................................83
Der Konjunktiv. Seine Bildung and Bedeutung............................................................89
Konjunktiv in den irrealen Wunschsätzen.....................................................................95
Konjunktiv im irrealen Konditionalsatz......................................................................100
Der Konjunktiv II zum Ausdruck der (un)erfüllbaren Möglichkeit, einer
unterbrochener Handlung und einer höflichen Aussage..............................................109
Der Konjunktiv in der indirekten Rede und in der indirekten Frage...........................116
Konjunktiv im irrealen Vergleichsatz..........................................................................123
Der potentiale Konjunktiv...........................................................................................127
Abkürzungen................................................................................................................134

2
Der Infinitiv. Seine Formen und ihre zeitliche Bedeutung. Syntaktische
Funktionen des Infinitivs. Der Gebrauch der Partikel „zu“

Guten Tag, liebe Freunde! Können Sie schon ein bißchen Deutsch? Und wozu
studieren Sie Deutsch, nur um sprechen zu können? Oder wollen Sie Deutschlehrer
werden? Ist es Ihr Wunsch, diesen Beruf zu ergreifen? Was tun Sie, um Ihr Ziel zu
erreichen?
Indem Sie diese Fragen beantworten, gebrauchen Sie den Infinitiv. So heißt
unser erstes Thema.
Formen des Infinitivs und ihre zeitliche Bedeutung
1. Der Infinitiv hat 4 Formen: 2 Formen im Aktiv und 2 Formen im Passiv. Sie
heißen:
Infinitiv I Aktiv - lesen, fahren
Infinitiv II Aktiv - gelesen haben, gefahren sein
Infinitiv I Passiv - gelesen werden
Infinitiv II Passiv - gelesen worden sein.
Transitive Verben (lesen) haben alle 4 Formen; intransitive Verben (gehen)
haben in der Regel nur die 2 aktiven Formen des Infinitivs.
2. Der zeitlichen Bedeutung nach unterscheidet man den Infinitiv I und den
Infinitiv II, sowohl im Aktiv als auch im Passiv. Dabei bezeichnet der Infinitiv I die
Gleichzeitigkeit und die Dauer der Handlung, z.B.:
Er behauptet (behauptete), alles gut zu verstehen, d.h. Er behauptet, dass er
alles gut versteht oder Er behauptete, dass er alles gut verstand.
Der Infinitiv II bezeichnet die Vorzeitigkeit und den Abschluß der Handlung,
z.B.:
Er behauptet (behauptete), alles gut verstanden zu haben, d.h. Er behauptete,
dass er alles verstanden hatte oder Er behauptet, dass er alles verstanden hat.
Syntaktische Funktionen des Infinitivs

3
Der Infinitiv kann im Satz die syntaktische Funktion aller Satzglieder erfüllen,
und zwar die
1. des Subjekts: Lesen ist wichtig. Es ist wichtig zu lesen.
2. des Prädikats: Er begann zu lesen.
3. des Objekts: a) Er ist froh, dich zu sehen. b) Er befiehlt (Akk.), ihn
wegzubringen.
4. des Attributs: Mein Wunsch, dich zu treffen, ging in Erfüllung.
5. der Adverbialbestimmung: Er geht fort, ohne ein Wort zu sagen.
Der Gebrauch der Partikel „zu“ vor dem Infinitiv
1. Die Partikel „zu“ fehlt im Satz immer nach:
a) den Modalverben und dem Verb „lassen“: Er kann schwimmen.
b) den Verben „haben, heißen, nennen“ in den Konstruktionen:
Du hast gut reden. Das nenne ich malen. Und das heißt gut lernen?
c) in der Konstruktion „accusativus cum infmitivo“: Ich höre ihn sprechen.
2. Der Gebrauch der Partikel „zu“ schwankt:
a) nach den Verben der Bewegung, z.B.: Er geht einkaufen. Er geht nach der
Arbeit Einkäufe /zu/ machen.
b) nach den Verben „helfen, lernen, lehren“, z.B.: Er lehrt den Sohn schwimmen
aber: Er lehrt den Sohn, im guten Tempo zu schwimmen.
c) nach den Verben „brauchen, heißen“, z.B.: Das brauche ich nicht zweimal
/zu/ sagen. Jetzt heißt es, sich schnell an die Arbeit /zu/ machen.
d) wenn der erweiterte Infinitiv als Subjekt an der ersten Stelle steht, z.B.:
Jeden Tag stundenlang /zu/ arbeiten ist schädlich.
3. In allen anderen Fällen ist „zu“ obligatorisch.

Aufgaben zum Thema


1. Bilden Sie den Infinitiv I und II Aktiv und Passiv, wo es möglich ist: kaufen,
schmücken, teilnehmen, abholen, grüßen, ankommen, begleiten, sich unterhalten,
loben, begegnen, treffen.
2. Erklären Sie den Gebrauch des Infinitivs I oder II.

4
1) Er scheint das grammatische Thema zu verstehen.
2) Er geht vorbei, ohne mich zu grüßen.
3) Sie wünscht, ihren Freund am Abend zu sehen.
4) Sie scheint nicht alles verstanden zu haben.
5) Sie bereut, ihren Freund gekränkt zu haben.
6) Er ging vorbei, ohne mich gegrüßt zu haben.
3. Wählen Sie den Infinitiv I oder II und erklären Sie diese Sätze: Sie verließ
das Warenhaus, ohne das Kleid.......(kaufen)
1) Ich bereue, diese Worte.........(sagen)
2) Ich hoffe, diesen Roman.........(lesen)
3) Er behauptet, bald gesund..........(sein)
4) Die Frau glaubt, gute Sängerin.........(sein)
5) Der Student meint, das Thema richtig.........(verstehen)
6) Die Mutter sieht ihr Kind...........(schwimmen)
4. Bestimmen Sie die syntaktische Funktion des Infinitivs!
1) Alle Gäste wünschten ihm, gesund zu sein.
2) Sein Wunsch, mehrere Länder zu besuchen, ging in Erfüllung.
3) Es war mein Wunsch, mehrere Länder zu besuchen.
4) Er wollte viele Länder besuchen.
5) Er studiert Fremdsprachen, um mehrere Länder zu besuchen.
6) Er bat mich, ihm zu helfen.
7) Seine Bitte, ihm zu helfen, wurde erfüllt.
8) Er bat darum, ihm zu helfen. Ich sollte ihm helfen.
9) Ich ging fort, ohne ihm geholfen zu haben.
5. Mit oder ohne „zu“?
1) Der Käufer läßt sich die Ware ... zeigen.
2) Du hast gut ... lachen.
3) Er fühlte sein Herz ... klopfen.
4) Der Student geht in die Bibliothek ... arbeiten.
5) Er geht in die Bibliothek, um ... arbeiten.

5
6) Das nenne ich Klavier ... spielen.
7) Ich kann diesen Text ohne Wörterbuch ... übersetzen.
8) Jetzt heißt es, schnell ... verschwinden.
9) Du musst jetzt schnell ... verschwinden.
10) Dieser Text ist ohne Wörterbuch … übersetzen.
11) Den Sonntag im Freien ... verbringen ist sehr angenehm.
12) Du brauchst das nicht … wiederholen.
13) Das Mädchen lehrt seinen Bruder ... tanzen.
14) Der Mann hilft einer alten Dame, die Straße ... überqueren.
15) Ich höre jemanden im Flur ... sprechen.
6. Lesen Sie den Text vor! Versuchen Sie ihn zu betiteln!
Nicht alle Kinder haben den ersten Schultag am ersten September wie in
Russland. Es ist in den verschiedenen deutschen Bundesländern unterschiedlich. Schon
seit dem vorigen Jahrhundert ist es üblich, den Schulanfängern (sie heißen „ABC-
Schützen“) am ersten Tag eine Schultüte, auch. Zuckertüte genannt, zu schenken.
Heute kann jeder deutsche Erwachsene behaupten, an seinem ersten Schultag eine
Zuckertüte bekommen zu haben. Die Tüte ist aus starker Pappe mit lustigen Bildern,
ca. (circa) 20 bis 30 Zentimeter groß. Man kann eine Tüte kaufen. Man kann sie selbst
basteln. Die Eltern und Verwandten füllen sie mit Süßigkeiten, Obst, Spielsachen und
anderen Geschenken.
Manche ABC-Schützen finden ihre Zuckertüte auf ihrem Platz im
Klassenzimmer, anderswo hängen die Schultüten auf einem Baum, oder die Eltern
warten mit der Schultüte vor der Schule. Jedenfalls hilft die Tüte den Kleinen, den
„Ernst des Lebens“ auf eine schöne Art zu versüßen. Der Schulanfang wird damit in
doppelter Weise zu einem großen Tag in ihrem jungen Leben.

Aufgaben zum Text


1. Beantworten Sie die folgenden Fragen zum Text!
1) Müssen alle Schulkinder Deutschlands am ersten September in die
Schule gehen? Warum?

6
2) Ist es in Deutschland üblich, den ABC-Schützen ein Geschenk zu
machen?
3) Was für ein?
4) Was kann heute jeder deutsche Erwachsene behaupten?
5) Kann man eine Tüte kaufen? Selbst basteln?
6) Was ziehen die Eltern vor: die Zuckertüten auf den Baum zu
hängen oder
7) damit vor der Schule zu warten?
8) Wobei hilft eine Schultüte?
2. Versuchen Sie, die folgenden Sätze aus dem Text ins Russische zu
übersetzen!
1) Die Tüte hilft den Kleinen, den „Ernst des Lebens“ auf eine schöne
Art zu versüßen.
2) Die Erwachsenen behaupten, am ersten Schultag eine Zuckertüte
bekommen zu haben.
3. Erzählen Sie den Text nach!

Infinitiv als Subjekt


Ein Interview
Vor kurzem haben wir die Studenten der Fakultät für Fremdsprachen interviewt.
Dabei haben wir ihnen nur eine Frage gestellt: Ist es möglich, eine Fremdsprache
perfekt sprechen zu lernen, ohne im Ausland studiert oder gelebt zu haben? Hier sind
die Antworten.
St. N.: Meiner Meinung nach ist es unmöglich, Deutsch so zu sprechen, wie es
die Deutschen können. Natürlich kann man geläufig und fehlerfrei sprechen, ich meine
in erster Linie die grammatische Seite der Rede. Aber um „echtes“ Deutsch zu
sprechen, ist es notwendig, eine Zeit lang in einem deutschsprachigen Land zu leben,
um die dortige Sprachatmosphäre zu „erfühlen“, also sein Sprachgefühl zu steigern.

7
St. A.: Ich teile die Meinung von N. nicht. Man kann auch in seinem Land
lernen, eine Fremdsprache einwandfrei zu sprechen, aber dabei ist es notwendig, an der
Sprache systematisch und viel zu arbeiten. Ich habe es versucht, und schon im ersten
Studienjahr ist es mir gelungen, meine Aussprache zu vervollkommen. Natürlich war
es schwer, nicht nur alle Laute richtig zu artikulieren, sondern auch die deutsche
Satzmelodie zu bewältigen.
St. M.: A. hat recht. Es ist in der Tat möglich, phonetisch richtig sprechen zu
lernen, aber dazu ist es notwendig, sein Ohr zu schulen und ein musikalisches Gehör
zu entwickeln. Nicht alle Studenten sind aber musikalisch begabt.
St. B.: Was mich anbetrifft, so ist es für mich nur ein Traum, eine Fremdsprache
perfekt zu beherrschen. Selbstverständlich ist es wünschenswert, ein gutes Gehör zu
haben und an der Sprache systematisch zu arbeiten, aber das sogenarmte Sprachgefühl
bekommt man nur beim Sprechen. Und wo und mit wem können wir sprechen? Nur
miteinander.
St. D.: Ich bin der Meinung, es ist wichtig und auch möglich, die Grundlagen
der Sprache hier an unserer Uni zu erhalten. Und nach dem 3. Studienjahr ist es
wünschenswert, sein Deutsch, Englisch oder Französisch im Ausland zu
vervollkommnen.
Und Sie, wie würden Sie diese Frage beantworten?

Aufgaben zum Text


1. Lesen Sie den Text mit verteilten Rollen!
2. Suchen Sie im Text die Sätze, wo der Infinitiv als Subjekt auftritt. Lesen Sie
diese Sätze vor!
3. Wessen Meinung sind Sie? Begründen Sie Ihre Meinung!

Theorie
1. Infinitiv als Subjekt antwortet immer auf die Frage „was?“, z.B. Leben heißt
lernen.

8
2. Steht der Infinitiv an der letzten Stelle, hat er immer die Partikel „zu“, z.B.
Es ist gesund, jeden Morgen zu turnen.
3. Steht der Infinitiv an der ersten Stelle ohne Erweiterung, hat er keine Partikel
„zu“, z.B. Turnen ist gesund.
4. Ist der Infinitiv an der ersten Stelle erweitert, kann der Gebrauch der Partikel
„zu“ schwanken, z.B. Viel (zu) essen ist schädlich.

Aufgaben zum Thema


l. Sagen Sie die Sätze anders nach dem Muster:
Es freut mich, dass ich dich sehe.
Es freut mich, dich zu sehen.
Es freut mich, dass ich dich hier treffe.
1) … dir helfen kann.
2) … dich gesund und munter sehe.
3) … dich getroffen habe.
4) … mit dir sprechen kann.
5) … mit dir darüber gesprochen habe.
6) … dich besuchen kann.
7) … dich besucht habe.
Variieren Sie dabei den Hauptsatz, indem Sie die folgenden Sätze gebrauchen:
Mich hat (es) immer gefreut,.......
Es ist für mich erfreulich,.......
Es ist mir eine Freude,.......
Es macht mir große Freude,.......
2. Ersetzen Sie „es“ an der ersten Stelle durch den Infinitiv nach dem Muster:
Es freut mich, dich zu sehen.
Dich zu sehen freut mich sehr. (Siehe die Sätze aus der Üb. l.)
3. Beantworten Sie die folgenden Fragen! Beginnen Sie Ihre Fragen mit dem
Infinitiv nach dem Muster:
Ist es gesund, zu baden? - Ja, baden ist gesund. / Viel zu baden ist ungesund.

9
1) Ist es gesund, zu rauchen? viel zu schlafen? früh aufzustehen? viel
zu arbeiten? im Bett zu lesen? systematisch Morgengymnastik zu
machen? vor dem Schlaf viel zu essen? Saft zu trinken?
2) Ist es schädlich, zu rauchen? Alkohol zu trinken? liegend zu essen?
3) Ist es höflich, ohne Erlaubnis zu rauchen? laut zu plaudern? in der
Stunde zu kauen?
4) Ist es angenehm, Kritik zu hören? gelobt zu werden? Vor dem
Schlaf ein Bad zu nehmen?
5) Ist es peinlich, kritisiert zu werden?
4. Erweitern Sie den Infinitiv durch andere Satzglieder nach dem Muster:
Turnen ist gesund.
Jeden Morgen zu turnen ist gesund.
Jeden Morgen vor dem geöffneten Fenster zu turnen ist gesund.
1) Rauchen ist verboten.
2) Schwimmen ist gesund.
3) Lesen ist nützlich.
4) Plaudern ist unhöflich.
5) Kauen ist unanständig.
6) Liegen ist angenehm.
7) Arbeiten ist lebenswichtig.
8) Tanzen ist angenehm.
9) Reisen ist interessant.
5. Was meinen Sie?
Was ist für Sie leicht / schwer? interessant / nicht interessant? wichtig / nicht
wichtig? komisch? langweilig? peinlich?
Was ist Ihr Wunsch? Ihre Pflicht? Ihre Absicht? für Sie Glück? Unglück?
Vergnügen? eine Überraschung? eine Gewohnheit?
Was ist erlaubt? verboten?
Was gelang Ihnen? / gelang Ihnen nicht? gefällt Ihnen? / gefällt Ihnen

10
nicht? ärgert Sie? fällt Ihnen ein? kommt Ihnen in den Sinn? fällt Ihnen leicht /
schwer?
Was lohnt sich? Was lohnt sich nicht?
Was ist anständig? Was ist unanständig? Was ist gerecht? Was ist ungerecht?
Was ist ehrlich? Was ist nicht ehrlich? Was ist klug? Was ist dumm? Egoistisch?
Frech?
6. Bestätigen Sie, dass es in der Tat notwendig ist, nach dem Muster:
Man muss alten Menschen immer helfen, nicht wahr?
Es stimmt. Es ist notwendig, alten Menschen zu helfen.
1) Man muss an der Sprache systematisch arbeiten.
2) Man muss die Regeln gründlich studieren.
3) Man muss zu jeder Regel ein paar Beispiele anführen.
4) Man muss der Erklärung des Lehrers aufmerksam zuhören.
5) Man muss jeden neuen Text aufmerksam lesen.
6) Man muss alle neuen Wörter aus dem Text herausschreiben und
übersetzen.
7) Man muss die neuen Wörter auswendig lernen.
8) Man muss den Text aus dem Deutschen ins Russische übersetzen.
9) Man muss die Übersetzung prüfen.
10) Man muss in der Stunde mehr Deutsch sprechen.
7. Sagen Sie, dass es nicht nur notwendig, sondern auch sehr wichtig ist. (Siehe
Üb.6)
8. Sagen Sie, dass es auch Ihr Wunsch ist, nach dem Muster:
- Ich will nach Moskau fahren, und du?
- Es ist auch mein Wunsch, nach Moskau zu fahren.
1) Ich will einmal Deutschland bereisen.
2) Ich will viele deutsche Städte besuchen.
3) Ich will verschiedene Sehenswürdigkeiten dort kenenlernen.
4) Ich will mit den Deutschen ihre Muttersprache sprechen.
5) Ich will einen guten Freund in Deutschland finden.

11
6) Ich will mit einem deutschen Partner im Briefwechsel stehen.
7) Ich will die Werke der deutschen Klassiker im Original lesen.
8) Ich will den Rhein herunterfahren.
9) Ich will auf den deutschen Autobahnen mit einem Auto fahren.
9. Bestimmen Sie, ob es auch interessant und möglich ist! (siehe Üb.8)
10. Was ist erlaubt / verboten?
Einem Schüler in der Schule? Einem Zuschauer im Theater? Einem Passanten
bei einem Spaziergang im Park? Einem Fahrer beim Autofahren? Den Kindern beim
Spielen im Hof? Dem Kranken im Krankenhaus? Dem Fußballanhänger während eines
Fußballspiels?
11. Wo kann man das lesen / hören? Was bedeutet das?
1) Aussteigen!
2) Drücken!
3) Ziehen!
4) Bitte mit beiden Händen nach unten ziehen!
5) Den Knopf drücken!
6) Ab 20 Uhr bitte vorne einsteigen!
7) Bitte die Tür ab 20 Uhr schließen!
8) Rauchen verboten.
9) Nicht baden!
12. Erzählen Sie über Ihr Studium an der Fakultät für Fremdsprachen! Bedenken
Sie dabei folgende Fragen!
1) War es Ihr Wunsch, Fremdsprachen zu studieren?
2) War es leicht / schwer, Student an dieser Fakultät zu werden?
3) Ist es interessant (leicht / schwer), an der Fakultät zu studieren?
4) Ist es langweilig, deutsche Grammatik zu studieren?
5) Ist es für Sie angenehm (interessant, nützlich), mit einem Ausländer
Deutsch zu sprechen?
6) Was ist beim Erlernen einer Fremdsprache wichtig? notwendig?
nützlich? wünschenswert? ratsam?

12
13. Inszenieren Sie eine Diskussion zum Thema des Interviews!
14. Erklären Sie die Bedeutung der folgenden Sprichwörter! Gebrauchen Sie sie
in kurzen Situationen!
Probieren geht über studieren.
Irren ist menschlich.
15. Ist es Ihrer Meinung nach wirklich so?
Leben heißt sich kennen, sich erfahren, nicht in sich eingeschlossen bleiben.
Leben heißt aus dem Dunkel heraustreten, das eigene Leben den anderen öffnen.
16. Witz zum Nacherzählen.
„Sie können also wirklich die Gedanken aller Menschen lesen?“ - „Das stimmt.“
„Ist Ihnen das nicht unangenehm, zu wissen, was jeder von Ihnen denkt?“

Infinitiv als Teil des zusammengesetzten verbalen Prädikats


Wolfgang Amadeus Mozart

Als Mozart drei Jahre alt war, hörte er einmal seine Schwester Klavier spielen.
Seit dieser Zeit wollte er auch am Klavier sitzen und schöne Musikstücke spielen. Er
bat seinen Vater, ihm dabei zu helfen. Sein Vater, Leopold Mozart, beschloß zum
Spaß, ihm einige leichte Übungen zu zeigen.
Ein Jahr war noch nicht vergangen, da verstand es Wolfgang schon, die
schwersten Stücke zu spielen, außerdem wußte er auch einige kleine Musikstücke
selbst zu komponieren. Der Junge schien ein großes Talent zu besitzen.
Die Familie Mozarts war arm, darum beschieß Leopold Mozart, das Talent
seines Sohnes in der ganzen Welt zu zeigen und seinen Namen berühmt zu machen.
Zusammen mit seinem Sohn und seiner Tochter machte er sich auf den Weg. Sie
hatten in einigen Ländern und in vielen Städten aufzutreten. Bald spielte Wolfgang
allein. Er verstand es, mit seinem Spiel das Publikum in Atem zu halten.
Sein Ruhm verbreitete sich durch ganz Europa, und überall fand der kleine
Mozart Anerkennung.

13
Aufgaben zum Text
1. Suchen Sie im Text Beispiele, wo der Infinitiv Teil des Prädikats ist!
2. Merken Sie sich den Gebrauch der Partikel „zu“ vor dem Infinitiv!
3. Sagen Sie die folgenden Sätze anders!
1) Er hörte seine Schwester Klavier spielen.
2) Er verstand es, schwere Musikstücke zu spielen.
3) Er wußte kleinere Musikstücke selbst zu komponieren.
4) Der Junge schien ein großes Talent zu haben.
5) Sie hatten in vielen Städten aufzutreten.
6) Er verstand es, das Publikum in Atem zu halten.
4. Beantworten Sie die folgenden Fragen!
1) In welchem Alter hörte Wolfgang seine Schwester Klavier spielen?
2) Worum bat Wolfgang seinen Vater?
3) Was beschließ Leopold Mozart aus Spaß zu machen?
4) In welchem Alter verstand Wolfgang kleinere Musikstücke zu
komponieren?
5) Hatte er ein großes Talent?
6) Warum beschloß der Vater, seinen Sohn berühmt zu machen?
7) Wo hatten die Geschwister aufzutreten?
8) Was verstand der kleine Mozart?
9) Wurde er schnell berühmt?

Theorie
In dieser Stunde betrachten wir den Infinitiv als Teil des zusammengesetzten
verbalen Prädikats. In dieser syntaktischen Funktion erscheint er
1. nach den Modalverben und dem Verb „lassen“, z.B.:
Ich kann nicht kommen.Sie läßt ihn kommen.
2. nach den Verben „wissen, verstehen, brauchen“ in der modalen
Bedeutung, z.B.:

14
Er versteht / weiß, diese schwere Arbeit zu machen = Er kann sie machen.
Er braucht diese Arbeit nicht zu machen = Er muss diese Arbeit nicht machen.
3. nach den Verben „scheinen“ und „glauben“, z.B.:
Er scheint /glaubt das Buch gelesen zu haben.
4. in den Konstruktionen „haben“ oder „sein“ + zu + Infinitiv in modaler
Bedeutung, z.B.:
Ich habe den Text zu übersetzen = Ich muss den Text übersetzen; Der Text ist zu
übersetzen = a) Man muss den Text übersetzen, b) Man kann den Text übersetzen.
5. nach den „Phasenverben“, die den Anfang, die Fortsetzung oder das Ende der
Handlung bezeichnen, u.Z.: beginnen = anfangen, aufhören, fortfahren, pflegen... z.B.:
Er pflegt, früh aufzustehen.
6. in den Konstruktionen mit den Verben „haben, nennen, heißen“, z.B.:
Du hast gut reden. Das nenne ich arbeiten! Und das heißt lernen?
7. in der Konstruktion „accusativus cum infinitivo“ nach den Verben der
Empfindung: hören, sehen, fühlen, spüren, z.B.:
Ich höre ihn singen.

Aufgaben zum Thema

1. Sagen Sie das anders! Beachten Sie den Gebrauch der Partikel „zu“!
1) Er kann mit den Kindern umgehen.
2) Er kann aus jeder Situation einen Ausweg finden.
3) Er kann Kuchen backen.
4) Er kann den Kranken pflegen.
5) Er kann dieses Rätsel lösen.
6) Er kann jedem Menschen mit Rat und Tat helfen.
7) Er kann diese mathematische Aufgabe lösen.
8) Er kann mit den Elektrogeräten umgehen.
9) Er kann schön schreiben.
2. Antworten Sie auf die Fragen!

15
1) Verstehen Sie, mit Axt und Säge umzugehen?
2) Verstehen Sie, mit Säuglingen umzugehen?'
3) Verstehen Sie, mit dem Kassettenrekorder umzugehen?
4) Verstehen Sie, mit dem Computer umzugehen?
5) Verstehen Sie, an einer Fremdsprache selbständig zu arbeiten?
6) Verstehen Sie, die Aussprache einiger Laute selbst zu korrigieren?
7) Verstehen Sie, Ihrem Freund beim Studium zu helfen?
8) Verstehen Sie, Ihrer Mutter beim Wäschewaschen zu helfen?
9) Verstehen Sie, Ihre Hauspflichten regelmäßig zu erfüllen?
10) Verstehen Sie, Ihrer Mutter im Haushalt zu helfen? / behilflich zu
sein?
3. Bilden Sie analoge Beispiele!
Du hast gut / leicht reden! (lachen, scherzen, kritisieren, schlafen....)
4. In welchen Situationen kann man das sagen? (siehe Üb.3)
5. Sagen Sie Ihrem Freund etwas, worauf Sie die folgenden Antworten
bekommen! (siehe Üb.3)
Muster:
- Wieder schreibst du Diktate mit so vielen Fehlern. Und deine Handschrift ist
unleserlich. Du musst mehr daran arbeiten.
- Du hast gut kritisieren. Du hast in der Schule gute Deutschlehrer gehabt.
6. Reagieren Sie auf die folgenden Aussagen
a) mit Bewunderung
Muster: - Sie hat eine wunderschöne Stimme, nicht war?
- Ja, das nenne ich singen!
1) Er hat eine sehr schöne Handschrift.
2) Er hat eine prachtvolle Villa.
3) Er spricht Deutsch sehr geläufig.
4) Er hat sein Referat an einem Tag geschrieben.
5) Er hat alles gehört, obwohl wir sehr leise gesprochen haben.
6) Er fährt mit einer Geschwindigkeit von 150 km pro Stunde.

16
7) Er war nach dem Training ganz müde.
8) Er schenkt diesem Mädchen jeden Tag Blumen.
9) Er kommt immer sehr pünktlich.
10) Er liest Gedichte sehr ausdrucksvoll vor.
b) mit Verwunderung
Muster:
- Hast du gehört, wie diese Frau singt?
- Ja, aber nennst du das singen? / Und das heißt singen?
1) Hast du gehört, wie dieser Student Deutsch spricht?
2) Hast du gehört, wie dieser Student Klavier spielt?
3) Hast du gesehen, wie dieser Mann malt?
4) Hast du gesehen, wie sie tanzt?
5) Hast du gesehen, wie er Auto fährt?
6) Hast du gesehen, wie mein Freund Fußball spielt?
7) Hast du gesehen, wie schön diese Frau aussieht?
8) Hast du gesehen, wie schnell ich schwimmen kann?
7. In welchem Fall können Sie sagen?
1) Das nenne ich glücklich sein!
2) Das nenne ich klug sein!
3) Das nenne ich Geduld haben!
4) Das nenne ich vorsichtig sein!
5) Das nenne ich einen guten Geschmack haben!
6) Das nenne ich ein gutes Gedächtnis haben!
7) Das nenne ich gut dolmetschen!
8. Ersetzen Sie den Nebensatz durch die Konstruktion „accusativus cum
infmitivo“!
1) Ich sehe, wie mein Freund mit jemandem durch die Straße geht.
2) Ich sehe, wie das Kind mit dem Hund spielt.
3) Ich sehe, wie der Mann Rad fährt.
4) Ich sehe, wie mein Vater das Haus verläßt.

17
5) Ich sehe, wie der Großvater im Garten arbeitet.
6) Ich sehe, wie mein Bruder Fußball spielt.
7) Ich sehe, wie der Nachbar sein Haus renoviert.
8) Ich höre, wie der Schüler antwortet.
9) Ich höre, wie der Lehrer die Regel erklärt.
10) Ich höre, wie jemand im Zimmer Klavier spielt.
11) Ich höre, wie sich mein Freund mit jemandem unterhält.
12) Ich höre, wie der Vater seinen Kollegen anruft.
13) Ich fühle, wie meine Wangen rot werden.
14) Ich fühle, wie mein Puls schlägt.
15) Ich fühle, wie meine Beine schwer werden.
16) Ich fühle, wie der Frost einsetzt.
17) Ich fühle, wie er nervös wird.
9. Hören / sehen Sie das? Wer kann das sein?
Muster:
Jemand spricht sehr laut.
Ja, ich höre jemanden laut sprechen. Es könnte unser Nachbar sein.
Jemand weint, spricht Englisch, schreit schrecklich, spielt Geige, telefoniert im
Büro, schimpft.
Jemand steht neben dem Zeitungskiosk, sitzt auf der Bank unter dem Baum,
steht vor dem Eingang ins Theater, fährt Motorrad, wartet auf dich, schläft auf dem
Sofa...
10. Sagen Sie, was Sie sehen, hören, fühlen / spüren?
11. Stimmt das?
Wer „brauchen“ ohne „zu“ gebraucht, braucht „brauchen“ überhaupt nicht zu
gebrauchen.
12. Betrachten Sie das Bild! Sagen Sie, wen / was Sie darauf sehen! Äußern Sie
Ihre Meinung über die Arbeit dieser Menschen!

18
Die Konstruktionen „haben“ oder „sein“ mit modaler Bedeutung
Hausaufgabe
Am Ende der Stunde bekommen die Schüler in der Regel ihre Hausaufgaben
auf. Nun läßt der Lehrer seine Schüler ihre Tagebücher zur Hand nehmen und diktiert
die Hausaufgaben:
Ihr habt den Text auf der Seite 10 durchzuarbeiten, d.h. zu lesen, alle
unbekannten Wörter herauszuschreiben und danach den Text zu übersetzen. Außerdem
sind zu jedem Satz 2-3 Fragen zu stellen und eine Gliederung zum Text zu schreiben.
Erst dann ist der Text nach dieser Gliederung nachzuerzählen. Merkt euch: ihr habt
eine mündliche Nacherzählung vorzubereiten. Ist die Hausaufgabe klar? Wer hat etwas
nicht verstanden? Also Nina sag(e), was ihr nach dem Text zu machen habt!
Nina wiederholt die Hausaufgabe. Sie hat alles richtig verstanden. Es läutet. Die
Stunde ist zu Ende.

Aufgaben zum Text

1. Lesen Sie aufmerksam die Hausaufgabe, die der Lehrer in der Klasse diktiert!
2. Suchen Sie darin:
a) die Konstruktion „haben + zu + Infinitiv“
b) die Konstruktion „sein + zu + Infinitiv“
3. Antworten Sie auf die Fragen zum Text!
1) Auf welcher Seite ist der neue Text zu finden?
2) Was haben die Schüler mit diesem Text zu machen?
3) Müssen die Kinder diesen Text übersetzen?
4) Haben die Schüler den Text nachzuerzählen?
5) Müssen die Schüler auch Fragen zu jedem Satz stellen?
6) Müssen die Kinder auch eine Textgliederung schreiben?
7) Wo ist die Textgliederung zu schreiben?
8) Haben die Schüler eine mündliche oder eine schriftliche Nacherzählung
vorzubereiten?

19
9) Wie meinen Sie, ist diese Hausaufgabe leicht zu machen oder schwer?
10) Können die Schüler diese Hausaufgabe schnell machen? Warum?

Theorie

l. Die Kostroktionen „haben“ oder „sein“ + zu + Infinitiv haben eine modale


Bedeutung. Sie bezeichnen eine Notwendigkeit oder eine Möglichkeit, z.B.
Der Brief ist zu beantworten = man muss / soll den Brief beantworten
(Notwendigkeit)
Er hat den Brief zu beantworten = er muss / soll den Brief beantworten
(Notwendigkeit)
2. Gibt es im Satz eine Verneinung oder eines der Modalwörter (kaum, leicht,
schwer), so drückt die Konstruktion „sein“ + zu + Infinitiv die Möglichkeit oder das
Verbot aus, z.B.:
Die Aufgabe ist leicht zu lösen.
Die Aufgabe ist nicht zu lösen
Diese Tür ist nicht vor 2 Uhr zu schließen.
3. In der Konstruktion „haben“ + zu + Infinitiv ist die Handlung immer aktiv,
d.h. sie geht vom Subjekt aus. In der Konstruktion „sein“ + zu + Infinitiv ist das
Subjekt der Handlung nicht genannt. Diese Konstruktion ist passiv, z.B.:
Er hat die Aufgabe zu lösen (aktiver Charakter der Handlung) = Er muss die
Aufgabe lösen.
Die Aufgabe ist zu lösen (passiver Charakter der Handlung; es fehlt der Täter) =
Man muss die Aufgabe lösen.

Aufgaben zum Thema

1. Sagen Sie die Sätze anders! Beachten Sie den Gebrauch der Partikel „zu“.
1) Du musst dein Bett selbst machen.
2) Du musst jeden Tag um 7 Uhr aufstehen.

20
3) Du musst jeden Morgen ein paar Minuten turnen.
4) Du musst dich mit kaltem Wasser waschen.
5) Du musst im Sommer oft baden.
6) Du musst vor dem Schlaf eine halbe Stunde Spazierengehen.
7) Du musst mehr an der frischen Luft sein.
8) Du musst dich mehr bewegen.
9) Du musst deine Gesundheit stärken.
2. Fragen Sie, ob das wirklich zu machen ist nach dem Muster:
- Das Gedicht muss man auswendig lernen.
- Ist das Gedicht wirklich auswendig zu lernen?
1) Die Regel muss man auswendig lernen.
2) Zu jeder Regel muss man Beispiele anfuhren.
3) Eine Übung muss man schriftlich machen.
4) Zwei Übungen muss man mündlich vorbereiten.
5) Diese Hausaufgabe muss man für morgen machen.
6) Man kann sie aber nicht so leicht machen.
7) Das Bild auf der Seite 13 muss man beschreiben.
8) Das Gedicht muss man ausdrucksvoll vorlesen.
9) Den Dialog muss man mit verteilten Rollen vorlesen.
10) Zur Kontrollarbeit muss man den ganzen grammatischen Stoff
gründlich wiederholen.
3. Sie sind Lehrer. Diktieren Sie Ihren Schülern die Hausaufgabe nach dem
Muster:
Kinder, ihr sollt zu Hause die Regel auswendig lernen.... (siehe Üb.2)
4. Nun müssen die Schüler die Hausaufgabe wiederholen nach dem Muster:
Also, die Regel ist auswendig zu lernen.... (Siehe Üb.2)
5. Da kommt der Schüler nach Hause, und die Eltern fragen ihn, was er auf hat.
Das Kind antwortet etwa so:
Ich habe die Regel auswendig zu lernen ....

21
6. Sie bereiten sich auf die Kontrollarbeit in der Grammatik vor. Bedenken Sie,
was Sie dabei machen! Schreiben Sie das auf ein Blatt Papier auf! Vergleichen Sie, ob
Ihr Banknachbar daselbe machen will!
7. Geben Sie Ihren Schülern Ratschläge, wie sie a) an einem Gedicht arbeiten
sollen, b) eine Fehlerkorrektur machen sollen, c) ein Bild beschreiben sollen, d) einen
Aufsatz schreiben sollen, e) an ihrer Aussprache arbeiten sollen.
8. Heute lernen Sie Kohlsuppe kochen. Wissen Sie, was man dazu braucht?
Stellen Sie die Liste der Lebensmittel zusammen, die für die Kohlsuppe notwendig
sind, z.B.:
Fleisch…
Kohl...
Prüfen Sie, ob alle Lebensmittel da sind, und was Sie nur noch zu kaufen
brauchen! Ihr Gesprächspartner soll bestimmen, ob Sie nichts vergessen haben.
9. Aber Lebensmittel allein machen noch keine Kohlsuppe. Überhaupt ist das
Kochen eine Kunst, die man noch erlernen muss.
Schreiben Sie auf ein Zettelchen, wie die Kohlsuppe zu kochen ist. Wir fangen
an:
- Kaltes Wasser ist in den Kochtopf zu gießen.
- Der Kochtopf ist auf die Flamme zu. setzen.....
10. Ist Ihr Zettelchen fertig? Lesen Sie das Aufgeschriebene Ihrem
Gesprächspartner vor! Haben Sie alles richtig gemacht oder..?
11. Stellen Sie sich vor: heute haben Sie Ihren Geburtstag, und wie immer haben
Sie Ihre Verwandten und Freunde eingeladen. Wer soll zu Ihnen kommen? An diesem
Tag haben Sie alle Hände voll zu tun, nicht war? Und was ist an diesem Tag zu
machen? Vielleicht ist die Wohnung aufzuräumen? Und was noch?
12. Genug, Freunde, es ist wirklich zu viel, und ein Mensch kann das kaum
allein machen. Laßt uns alle Pflichten verteilen! Was hat der Vater zu machen? Und
die Mutter?
13. Nun sind die Pflichten verteilt. Wiederholen Sie, was jeder zu machen hat!
Stimmt alles? Dann schnell an die Arbeit!

22
14. Sagen Sie, was zum Fest zu backen, zu kochen, zu braten ist! Wer hat das
alles zu machen? Wer kann eine Torte backen? Erzählen Sie, wie sie zu backen ist!
Und wer kann einen Gemüsesalat zubereiten? Wie machen Sie das?
15. Am 8. März hat Herr Müller alle Hände voll zu tun, denn er will seine Frau
angenehm überraschen. Womit? Was hat er dann zu machen? Betrachten Sie das Bild
und sprechen Sie darüber!
16. Lernen Sie die folgenden Sprichwörter! Gebrauchen Sie sie in den
entsprechenden Situationen!
Jeder hat sein Bündel zu tragen.
Wem nicht zu raten ist, dem ist auch nicht zu helfen.

Die Konstruktionen „scheinen / glauben + zu + Infinitiv“

2. Übersetzen Sie aus dem Russischen ins Deutsche! Merken Sie sich: im
Russischen ist das Wort «кажется» kein Satzglied sondern ein Schaltwort.
1) Кажется, он плохо слышит.
2) Кажется, она уже спит.
3) Кажется, ребенок плачет.
4) Кажется, погода хорошая.
5) Кажется, он абсолютно здоров.
6) Кажется, студентка не поняла вопроса.
7) Кажется, студентка не повторила правило.
8) Кажется, студентка не сделала домашнее задание.
9) Кажется, студентка пропустила много занятий.
10) Кажется, студентка не закрыла книгу.
11) Мне кажется, что я тебя понимаю / понял.
12) Мне кажется, что я видела этот фильм, этого человека.
13) Мне кажется, что я знаю / знала этого студента.
14) Мне кажется, что я уже отправила письма.
15) Мне кажется, что я всё повторила.

23
16) Ему кажется, что он её хорошо знает / знал.
17) Ему кажется, что он хорошо поёт / пел.
18) Ему кажется, что он ориентируется / ориентировался в этом
городе.
19) Ему кажется, что он всё видит и слышит / всё видел и слышал.
3. Sagen Sie anders!
1) Es scheint, dass er dich schlecht versteht.
2) Er glaubt, dass er dich richtig verstanden hat.
3) Sie glaubt, dass sie diese schwere Arbeit allein machen kann.
4) Ich glaube, dass ich das Referat rechtzeitig abgebe.
5) Es scheint, dass sich diese Studentin auch heute verspätet hat.
6) Einige Studenten glaubten, dass sie das Versäumte schnell
nachholen.
7) Alle glauben, dass sie sich auf die Kontrollarbeit gut vorbereitet
haben.
8) Dieser Student meint, dass er die Kontrollarbeit gut geschrieben
hat.
4. Beenden Sie die Aussagen! Erklären Sie den Unterschied!
1) Der Student glaubt / scheint.....
2) Die Mutter glaubt / scheint.....
3) Das Kind glaubt / scheint.....
4) Der Arzt glaubte / schien.....
5) Der Polizist glaubte / schien.....
6) Der Professor glaubte / schien.....
7) Die Bibliothekarin glaubte / schien.....
8) Der Mann glaubte / schien.....
9) Der Dekan glaubte / schien.....
5. „Scheinen“ oder „glauben“?
1) Dieses Haus … im vorigen Jahr gebaut worden zu sein.
2) Dieser Park ... vor kurzem angelegt worden zu sein.

24
3) Dieses Warenhaus ... in diesem Jahr eröffnet worden zu sein.
4) Ich ... ihm irgendwo begegnet zu sein.
5) Die Geschwister ... einander sehr ähnlich zu sein.
6) Das Kind .... eingeschlafen zu sein.
7) Wir ... schon gut Deutsch sprechen zu können.
8) Er ... diese Regel vergessen zu haben.
9) Der Polizist ... uns nicht bemerkt zu haben.
10) Der Fremde ... die Frage überhört zu haben.
11) Du ... gut schwimmen zu können.
5. Beantworten Sie die Fragen nach dem a) Muster:
Kennt sie diesen Kollegen nicht?
Sie scheint /glaubt ihn gut zu kennen.
Sie scheint /glaubt ihn früher gekannt zu haben.
1) Versteht sie die Deutschen gut?
2) Haben Sie mich richtig verstanden?
3) Versteht Ihre Freundin klassische Musik gut?
4) Haben Sie diese Oper schon einmal gehört?
5) Sind Sie, immer so lustig?
6) Und Ihre Freundin, ist sie immer lustig?
7) Wartet der Mann auf jemandes Anruf?
8) Haben sich die Studenten an das Studium schon gewöhnt?
9) Haben die Studenten den Aufsatz gut geschrieben?
b) Muster:
Finden Sie nicht, dass dieser Mantel gebraucht ist?
Sie haben recht. Dieser Mantel scheint gebraucht zu sein.
1) Finden Sie nicht, dass Ihr Freund schlecht aussieht?
2) Finden Sie nicht, dass dieser Student den Text nicht vorbereitet
hat?
3) Finden Sie nicht, dass das Thema sehr kompliziert ist?
4) Finden Sie nicht, dass der Schüler diese Frage nicht verstanden hat?

25
5) Finden Sie nicht, dass dieses Kind sehr begabt ist?
6) Finden Sie nicht, dass diese Studentin sehr faul ist?
7) Finden, Sie nicht, dass die Mutter sehr streng zu ihrem Sohn ist?
8) Finden Sie nicht, dass er den Roman nicht gelesen hat?
9) Finden Sie nicht, dass der Kollege nicht aufmerksam zugehört hat?
10) Finden Sie nicht, dass das Auto sehr schnell gefahren ist?
7. Suchen Sie entsprechende Beweise nach dem Muster.
- Dein Freund strahlt über das ganze Gesicht. Er scheint glücklich zu sein. Was
ist los?
- Er glaubt, die richtige Lebensgefährtin gefunden zu haben.
1) Ihr Freund scheint traurig zu sein. Was ist los?
2) Das Kind scheint krank zu sein, nicht wahr?
3) Diese Studentin scheint sehr froh zu sein, warum?
4) Dein Freund scheint ein guter Sportler zu sein, stimmt das?
5) Der Kleine scheint ein großes Talent zu haben, oder?
6) Ihre Freundin scheint guter / schlechter Laune zu sein, warum?
7) Die Mutter scheint in der letzten Zeit zerstreut zu sein. Ist das so?
8) Unser Freund hat ein Gesicht wie 10 Tage Regenwetter, warum?
9) Die Studenten dieser Gruppe scheinen alle Prüfungen gut abgelegt
zu haben, nicht wahr?
8. Gebrauchen Sie die folgenden Satzpaare in den entsprechenden
Situationen!
1) Er scheint / glaubt hohes Fieber zu haben.
2) Er scheint / glaubt das Diktat fehlerfrei geschrieben zu haben.
3) Er scheint / glaubt nicht zu hören.
4) Sie schien / glaubte ihn nicht erkannt zu haben.
5) Sie schien / glaubte zu träumen.
6) Sie schien / glaubte geträumt zu haben.
9. Text zum Nacherzählen
Das merkt man sofort

26
In einer vollen Straßenbahn bietet ein Mann einer Frau seinen Platz an. Die Frau
setzt sich und wendet sich an den Mann mit folgenden Worten: „Sie scheinen aus
Sachsen zu sein, nicht wahr? Das merkt man sofort. In Sachsen ist man so höflich.“
„Das stimmt“, antwortet der Mann, „und Sie sind doch wohl aus Berlin.“ „Wie
haben Sie das denn gemerkt?“ „Sie haben vergessen, „danke“ zu sagen.“

Das Symbol der ganzen Welt

Die Insel, auf der die Helden in Jules Vernes Roman „Die geheimnisvolle Insel“
lebten, ist wunderbar. Sie scheint geradezu für die Kolonisten geschaffen zu sein. Nach
Jules Verne sollen hier die verschiedensten Tiere hausen und die mannigfaltigsten
Pflanzen wachsen.
Einige Kritiker wollten die Entdeckung gemacht haben, dass der Schriftsteller
einen wissenschaftlichen Fehler beging, indem er auf einer Insel im Stillen Ozean
Tiere hausen und Pflanzen vegetieren ließ, die hier in Wirklichkeit nicht zu finden
sind. Diese Tiere und Pflanzen bilden ein buntes Durcheinander, dass es kaum
irgendwo auf der Erde geben mag, behaupteten die Kritiker.
Aber Jules Verne wird natürlich gewußt haben, dass seine Insel phantastisch
wirken sollte. Er muss das absichtlich gemacht haben. Für ihn mag die Insel das
Symbol der ganzen Welt gewesen sein, die freie Menschen bewohnen und bezwingen.
Aufgaben zum Text
1. Lesen Sie den Text und übersetzen Sie die Sätze mit den Modalverben ins
Russische!
2. Beantworten Sie die folgenden Fragen zum Text:
1) Warum schien die geheimnisvolle Insel geradezu für die Kolonisten
geschaffen zu sein?
2) Was behaupteten einige Kritiker?
3) Was für Tiere ließ Jules Verne auf seiner Insel hausen?

27
4) Gibt es so ein buntes Durcheinander von Tieren und Pflanzen auf
der Erde?
5) Wie sollte Jules Vernes Insel auf die Leser wirken?
6) Hat Jules Verne wirklich einen Fehler begangen?
7) Wofür mag seine Insel das Symbol gewesen sein?
3. Erzählen Sie die Geschichte nach! Phantasieren Sie, welche Tiere, Vögel und
Pflanzen auf dieser Insel zu treffen sind!
4. Geben Sie die unterstrichenen Sätze mit einer anderen, grammatischen
Variante wieder!

Theorie
Die deutschen Modalverben haben außer ihrer Hauptbedeutung auch
Nebenbedeutungen. In Verbindung mit dem Infinitiv II (seltener auch mit dem
Infinitiv I) können sie eine, Behauptung oder Vermutung ausdrücken.
a) müssen + Infinitiv II bedeutet begründete sichere Annahme, die an
Überzeugung grenzt und andere Möglichkeiten ausschließt, z.B.:
Er muss das Buch gelesen haben = Höchstwahrscheinlich hat er das Buch
gelesen.
b) sollen + Infinitiv bedeutet eine Annahme, die sich auf fremde Meinung, auf
Aussage anderer Menschen gründet, z.B.:
Er soll das Buch gelesen haben = Man sagt (Es geht das Gerächt), dass er das
Buch gelesen hat.
c) können + Infinitiv II bedeutet eine Annahme aus der Reihe der möglichen,
z.B.:
Er kann das Buch gelesen haben = Vielleicht hat er das Buch gelesen.
d) wollen + Infinitiv II meint immer die Person, die an der Glaubwürdigkeit der
Information zweifelt, z.B.:
Er will das Buch gelesen haben = Er behauptet, dass er das Buch gelesen hat.
e) können, werden, mögen + Infinitiv (meistens II) bedeutet eine vage
Armahme ohne jede Begründung, z.B.:

28
Wann könnte es denn gewesen sein?

Aufgaben zum Thema


l . Beachten Sie den Unterschied in der Bedeutung der folgenden Sätze und
übersetzen Sie sie ins Russische!
1) Sie will das gesehen haben.
2) Sie muss das gesehen haben.
3) Sie soll das gesehen haben.
4) Sie kann das gesehen haben.
5) Sie mag das gesehen haben.
2. Stellen Sie nach dem verschiedenen Grad der Vermutung die Reihenfolge der
Modalverben fest! Das erste Verb soll den höchsten Grad zum Ausdruck bringen!
3. Sagen Sie das anders!
1) Er muss / soll / kann /mag im Ausland gewesen sein.
2) Es muss / soll / kann gestern geregnet haben.
3) Sie soll / will / muss / kann Pianistin sein.
4) Sie will / kann / mag diesen Schriftsteller gekannt haben.
5) Sie will / soll / kann / muss / mag diesen Film gesehen haben.
4. Gebrauchen Sie jeden Satz aus der Üb.2 in der entsprechenden Situation!
5. Beantworten Sie die folgenden Fragen! Drücken Sie verschiedene
Schattierungen der Vermutung aus!
1) Paul scheint müde zu sein, Hat er in der letzten Zeit viel gearbeitet?
2) Dieser Student fehlt niemals, aber heute ist er abwesend. Ist etwas
passiert?
3) Ihre Freundin ist braungebrannt. Hat sie ihre Ferien am Meer
verbracht?
4) Die Frau macht die Tür zu. Hat sie draußen Schritte gehört?
5) Ihr Freud packt seinen Koffer aus. Ist er aus Deutschland
zurückgekehrt?
6) Dieser Mann hat eine wunderschöne Stimme. Ist er Sänger?

29
7) Das Mädchen spielt so gut Klavier. Hat es in der Musikschule
gelernt?
8) Dieser Junge spricht so geläufig Deutsch. Hat er in Deutschland
studiert?
6. Bringen Sie durch Ihre Frage Ihre Unschlüssigkeit zum Ausdruck!
Muster:
Die Stimme dieses Sängers ist Ihnen bekannt, nicht wahr?
Ja, aber wo mag / kann ich diese Stmme schon einmal gehört haben?
1) Das Gesicht dieses Menschen ist Ihnen bekannt, stimmt es?
2) Sie können sich nicht orientieren, wie spät es ist.
3) Sie können sich nicht entsinnen, wo Sie den Schlüssel hingesteckt
haben.
4) Ihre Eltern sind nicht zu Hause. Wo sind sie hingegangen?
5) Sie wissen nicht, wo die Kinder so lange stecken.
6) Sie wissen nicht, was an der Ecke passiert ist.
7) Sie möchten wissen, was aus Ihrem alten Freund geworden ist.
8) Alle Straßen sind naß.
9) Die Frau sieht sehr jung aus.
7. Sagen Sie den anderen Menschen das, was Sie nur vom Hören wissen!
Muster:
- Sie haben gehört, dass dieser Professor 35 Jahre alt ist.
- Der Professor soll 35 Jahre alt sein.
1) Sie haben über diesen Professor gehört, dass er verheiratet ist.
2) Sie haben über diesen Professor gehört, dass er zwei Kinder hat.
3) Sie haben über diesen Professor gehört, dass er als Kind schon
begabt war.
4) Sie haben über diesen Professor gehört, dass er Deutsch perfekt
spricht.
5) Sie haben über diesen Professor gehört, dass er mit 25 promoviert
hat.

30
6) Sie haben über diesen Professor gehört, dass er an einem
interessanten Thema arbeitet.
7) Sie haben über diesen Professor gehört, dass er viele
wissenschaftliche Artikel veröffentlicht hat.
8) Sie haben über diesen Professor gehört, dass er an vielen
Konferenzen teilgenommen hat.
8. Eine neue Studentin erscheint in Ihrer Gruppe. Was sagt man von ihr?
9. Ihr Gesprächspartner sagt etwas, was Sie bezweifeln, etwa so:
- Ich habe diesen Sommer in Moskau verbracht.
- Mein Freund will diesen Sommer in Moskau verbracht haben, aber ich habe
ihn in Chabarowsk gesehen.
10. Antworten Sie auf die Fragen vermutend! Begründen Sie Ihre Vermutung!
1) Wo ist Ehre Schwester?
2) Wo ist Ihr Dekan?
3) Wo ist Ihr Freund?
4) Wo ist Ihr Hund?
5) Wo ist Ihr Mantel?
6) Wo ist Ihre Tasche?
7) Wo ist Ihr Buch?
8) Wo ist Ihre Gruppe?
9) Wo ist Ihr Gast?
10) Wo ist Ihr Füller?
11) Was macht Ihre Schwester?
12) Was macht Ihr Dekan?
11. Spielen wir „Detektiv“! Bestimmen Sie, wo jemand ist, und begründen
Sie Ihre Meinung!
1) Auf dem Tisch liegt ein geöffnetes Buch, und im Zimmer ist
niemand zu
2) sehen.
3) Vor dem Haus sitzt ein Hund, aber sein Herr ist nicht zu sehen.

31
4) Auf der Bank im Park sitzt ein kleines Kind, es ist ganz allein.
5) Auf dem Sessel liegen ein Buch und eine Brille, aber dort sitzt
niemand.
6) Jemand hat Sie angerufen, aber sich nicht gemeldet.
7) Im Übungsraum stehen und liegen viele Taschen und Mappen, aber
der Raum ist leer.
8) Auf dem Tisch steht eine Tasse Tee, aber am Tisch sitzt niemand.
9) Jemand hat das Heft ohne Überschrift abgegeben.
12. Beenden Sie die folgenden Situationen logisch!
a) Es ist Morgen. Sie stehen auf und sehen zum Fenster hinaus. Die Straßen, die
Dächer der Häuser und die Bäume sind naß, warum?
b) Ihr Freund hat viele Stunden versäumt. Endlich kommt er zum Unterricht,
aber wie sieht er aus? Sein Gesicht ist blaß, die Wangen sind eingefallen, und unter
den Augen hat er dunkle Schatten.
c) Ihr Vater arbeitet bis 17 Uhr. Es ist schon 18 Uhr, aber er ist noch nicht zu
Hause.
d) In der letzten Zeit steht die Tochter sehr lange vor dem Spiegel, sie legt das
Make-up auf, zieht sich modisch an, verläßt oft das Haus.
e) Ein junger Mann besucht oft Konzerte. Er liest viele Bücher über berühmte
Komponisten, sammelt Schalplatten, die er sich sehr gern anhört. Warum? Und was
behauptet er selbst?
f) Der Mann hat eine Glatze und Runzeln im Gesicht. Sein Bart ist grau. Seine
Hände zittern manchmal.
g) In der Stunde antwortete der Student schlecht. Er verstand die Fragen des
Dozenten nicht und machte viele Sprachfehler. Warum? Und wie erklärt er das selbst?
h) Nicht weit von der Uni ist ein schöner Park angelegt. Wissen Sie, wer das
gemacht hat? Und wann ist der Park angelegt worden?
i) Dieser Student spricht einwandfrei Deutsch, obwohl er erst im ersten
Studienjahr ist. Wissen Sie, warum? Und wie erklärt er das selbst?
13. Bilden Sie ähnliche Dialoge!

32
a)- Was gibt es heute Interessantes im Fernsehen?
- „Karneval“.
- Diesen Film habe ich schon zweimal gesehen.
- Nur zweimal? Und Peter will ihn schon zehnmal gesehen haben.
- Was du nicht sagst! Hat er es dir selbst gesagt?
b)- Hast du bemerkt, wie fließend dieser junge Mann Deutsch spricht?
- Er soll vier Jahre lang in Deutschland studiert haben.
- Wer hat dir das gesagt?
- Sein Freund. Ich kenne ihn.
c)- Wo ist Monika? Ich vermisse sie den ganzen Tag. Wo kann sie sein?
- Sei ruhig! Sie kann mit ihrem Freund irgendwohin gegangen sein. Sie mag
Oma besucht haben.
- Kaum zu glauben! Morgen hat sie doch eine Prüfung.
- Ach so? Das habe ich ganz vergessen. Dann muss sie in der Bibliothek
arbeiten. Du weiß ja, unsere Monika ist so fleißig.

Infinitiv als Objekt


Wie heißen Sie eigentlich?
(nach R.A.Stemmle)
Der bekannte Sänger Jan Kiepura ist nach langer Abwesenheit wieder nach
Deutschland zurüchgekehrt. Er hofft, in seiner Heimat ebenso populär zu sein wie
früher.
Im Restaurant setzt er sich zu einem sehr freundlichen Herrn an den Tisch. „Ich
fühle mich sehr geehrt, Ihre Bekanntschaft machen zu dürfen“, sagt der freundliche
Herr.
Der Tenor lächelt geschmeichelt. „Ja“, sagt er, „ich bin sehr glücklich, wieder
hier zu sein. Die Menschen hier sind anders als im Ausland. Sie haben mehr
Kunstverständnis. Stellen Sie sich vor, auf einer Gesellschaft gebildeter Leute in New

33
York hat mich jemand gefragt, wie ich heiße. Mich! Mich hat man gefragt, wie ich
heiße! Ich habe nur kurz gesagt: „Kiepura“ und bin fortgegangen.“
„Hahaha, großartig!“ Der freundliche Herr amüsiert sich köstlich. „Und wie
heißen Sie wirklich?“

Aufgaben zum Text


1. Hat Ihnen diese Geschichte gefallen? Dann antworten Sie auf die folgenden
Fragen:
1) Ist Jan Kiepura froh, wieder in Deutschland zu sein? Worauf hofft
er?
2) Sein Tischnachbar im Restaurant scheint ein freundlicher Herr zu
sein, nicht wahr?
3) Er fühlt sich geehrt, die Bekanntschaft von J.Kiepura machen zu
dürfen, stimmt das?
4) Ist der Sänger glücklich, erkannt zu werden?
5) In New York war er aber enttäuscht zu erfahren, dass sein Name
unbekannt ist, nicht wahr?
6) Ist der freundliche Herr froh, diese lustige Geschichte gehört zu
haben?
7) Und Herr Kiepura, bereut er, diese Geschichte erzählt zu haben?
2. Suchen Sie im Text Sätze mit Infinitiv. Stellen Sie die Fragen zum Infinitiv!
3. Versuchen Sie, die syntaktische Funktion des Infinitivs zu bestimmen!

Theorie

1. Der Infinitiv als Objekt antwortet auf die Fragen, die mit der Rektion des
Verbs verbunden sind, z.B.:
Er bittet mich, zu ihm zu kommen. - Worum bittet er mich?
Er ist froh, mich zu sehen. - Worüber ist er froh?
2. Der Infinitiv als Objekt steht nach

34
a) allen transitiven Verben, z.B.: wünschen, behaupten, vorhaben....
b) einigen intransitiven Verben, z.B.: zögern, drohen, sich erinnern....
c) den Adjektiven und Partizipien, z.B.: bereit, froh, erstaunt, entzückt....
d) den Verben „helfen, lehren, lernen“, z.B.: Ich helfe ihm, diese Arbeit (zu)
machen.
e) in der Konstruktion mit „haben“: etwas stehen / liegen / hängen haben.

Aufgaben zum Thema


1. Transformieren Sie die Sätze mit direkter Rede in solche mit
Infinitivgruppen!
Muster: Er sagt: „Laßt uns aufs Land fahren!"
Er schlägt vor, aufs Land zufahren.
(behaupten, vorschlagen, raten, bitten, bereuen, meinen, hoffen, versprechen,
versichern, auf etwas bestehen, bedauern...)
1) Er sagt: „Gehen wir heute ins Kino!“
2) Er sagt: „Laßt uns unseren kranken Freund besuchen!“
3) Er sagt: „Gehen wir am Abend ins Konzert!“
4) Er sagt: „Kaufe bitte die Eintrittskarten!“
5) Er sagt: „Hole heute die Kinder aus dem Kindergarten!“
6) Er sagt: „Verspäte dich nicht zum Unterricht!“
7) Er sagt: „Bringe mir bitte dieses Buch!“
8) Er sagt: „Schade, dass ich diesen Film nicht gesehen habe.“
9) Er sagt: „Schade, dass ich dieses Buch nicht gelesen habe.“
10) Er sagt: „Schade, dass ich nicht nach Berlin gefahren bin.“
11) Er sagt: „Schade, dass ich das Konzert nicht besucht habe.“
12) Er sagt: „Schade, dass ich die Karten nicht im voraus besorgt
habe.“
13) Er sagt: „Hoffentlich sehe ich ihn heute.“
14) Er sagt: „Hoffentlich bin ich bald wieder gesund.“
15) Er sagt: „Hoffentlich kann ich sie einmal besuchen.“

35
16) Er sagt: „Hoffentlich lege ich-die Prüfungen gut ab.“
17) Er sagt: „Hoffentlich bekomme ich auch eine Einladung.“
18) Er sagt: „Ich komme pünktlich zu dir. Mein Ehrenwort!“
19) Er sagt: „Ich vergesse es nicht.“
20) Er sagt: „Ich besorge die Theaterkarten für alle, koste es, was es
wolle.“
21) Er sagt: „Ich besuche unseren kranken Freund um jeden Preis.“
22) Er sagt: „Ich bringe dir morgen das Buch, mein Ehrenwort!“
2. Sagen Sie das grammatisch anders!
Muster:
Ich freue mich, dass ich dich sehe = Ich freue mich, dich zu sehen.
1) Wir freuen uns, dass wir endlich nach Deutschland fahren.
2) Wir freuen uns, dass wir dort Deutsch studieren können.
3) Wir freuen uns, dass wir alle Prüfungen schon abgelegt haben.
4) Wir freuen uns, dass wir dieses Konzert besuchen können.
5) Wir freuen uns, dass wir den Auftritt dieses Schauspielers
bewundern können.
6) Wir freuen uns, dass wir an dieser Konferenz teilnehmen können.
7) Wir freuen uns, dass wir an dieser Konferenz teilgenommen haben.
8) Wir freuen uns, dass wir bald Ferien haben.
9) Wir freuen uns, dass wir eine Nachricht von dir bekommen haben.
10) Wir freuen uns, dass wir an der Universität studieren können.
3. Verbinden Sie zwei Sätze zu einem Satz mit Infinitiv! Beachten Sie dabei den
Gebrauch der Partikel „zu“!
Muster:
Du übersetzt den Artikel, und ich helfe dir - Ich helfe dir /,/ den Artikel /zu/
übersetzen.
1) Du prüfst deinen Aufsatz, und ich helfe dir.
2) Du schließt das Fenster, und ich helfe dir.
3) Sie ziehen Ihren Mantel an, und ich helfe Ihnen.

36
4) Die alte Frau trägt eine schwere Tasche, und der junge Mann hilft
ihr.
5) Die Mutter räumt das Zimmer auf, und ihre Tochter hilft ihr dabei.
6) Sie decken den Tisch, und ich helfe Ihnen.
7) Ihre Freundin kauft ein Kleid, und Sie helfen ihr.
4. Beenden Sie die folgenden Sätze!
1) Ich bin erfreut, ...
2) Ich bin verärgert, ...
3) Ich bin verwundert, ...
4) Ich bin gekränkt / verletzt, ...
5) Ich bin gezwungen, ...
6) Ich bin froh, ...
7) Ich bin glücklich, ...
8) Ich bin stolz, ...
9) Ich bin traurig, ...
10) Ich bin überzeugt, ...
11) Ich bin überrascht, ...
12) Ich bin erstaunt, ...
7. Was kann man behaupten? befürchten? bereuen? bedauern? Woran kann man
sich erinnern? zweifeln? Worüber kann man sich wundern? sich freuen?
Worauf kann man sich freuen? hoffen?
6. Sagen Sie, dass Sie
a) etwas bedauern.
Muster:
Finden Sie nicht, dass Sie das Vertrauen verloren haben?
Ich bedauere, das Vertrauen verloren zu haben.
1) Finden Sie nicht, dass Sie sich damals schlecht benommen haben?
2) Finden Sie nicht, dass Sie unrecht hatten?
3) Finden Sie nicht, dass Sie gestern sehr grob mit ihm gesprochen
haben?

37
4) Finden Sie nicht, dass Sie ihm sehr viel versprochen haben?
5) Finden Sie nicht, dass Sie mich gekränkt haben?
6) Finden Sie nicht, dass Sie zu ihm sehr unfreundlich waren?
7) Finden Sie nicht, dass Sie sehr mißtrauisch waren?
b) es nicht bereuen.
1) Bereuen Sie (es), dass Sie diesen Film nicht gesehen haben?
2) Bereuen Sie (es), dass Sie den Roman nicht gelesen haben?
3) Bereuen Sie (es), dass Sie das Konzert nicht besucht haben?
4) Bereuen Sie (es), dass Sie die Wahrheit nicht gesagt haben?
5) Bereuen Sie (es), dass Sie das Studium aufgegeben haben?
6) Bereuen Sie (es), dass Sie den Beruf gewechselt haben?
7) Bereuen Sie (es), dass Sie Ihr Wort nicht gehalten haben?
8) Bereuen Sie (es), dass Sie unserem Rat nicht gefolgt sind?
c) sich darüber selbst wundern.
1) Sie haben in so kurzer Zeit viel gelesen.
2) Sie haben in so kurzer Zeit viel geschrieben.
3) Sie haben in so kurzer Zeit viel gemacht.
4) Sie haben in so kurzer Zeit viel die Wohnung in Ordnung gebracht.
5) Sie haben in so kurzer Zeit viel alle Probleme gelöst.
6) Sie haben in so kurzer Zeit viel Wäsche gewaschen.
7) Sie haben in so kurzer Zeit viel einen großen Text aus dem
Russischen ins Deutsche übersetzt.
8) Sie haben in so kurzer Zeit viel Auto fahren gelernt.
9) Sie haben in so kurzer Zeit viel Ihrem Freund geholfen.
7. Sind Sie jetzt froh? stolz? zufrieden? enttäuscht?
1) Sie haben Ihrem Freund geholfen.
2) Sie können jetzt gut Deutsch sprechen.
3) Sie haben England besucht.
4) Sie haben die Tretjakow-Galerie besichtigt.
5) Sie haben die Oper „Eugen Onegin“ gehört.

38
6) Sie haben einen jungen Mann kennengelemt.
7) Sie haben das Referat beendet.
8) Sie haben alle Vorprüfungen vorfristig abgelegt.
9) Sie haben den neuen amerikanischen Film gesehen.
8. Subjekt oder Objekt?
Analysieren Sie die Sätze durch die Fragen und bestimmen Sie die Satzglieder
nach dem Muster:
a) Er wünscht, nach Berlin zufahren.
Wer wünscht etwas? - Et (das ist das Subjekt des Satzes).
Was macht er? - Er wünscht (das ist das Prädikat des Satzes).
Was wünscht er? - Nach Berlin zufahren (das ist das Objekt des Satzes).
b) Es ist sein Wunsch, nach Berlin zufahren.
Was ist sein Wunsch? - Nach Berlin zu fahren (das ist das Subjekt des Satzes).
1) Es ist sein Traum, einmal diesen Schriftsteller keimenzulernen.
2) Er träumt davon, diesen Schriftsteller einmal kennenzulemen.
3) Es ist ihre Absicht, im Sommer zu arbeiten.
4) Sie beabsichtigt, im Sommer zu arbeiten.
5) Es ist sein Plan, ein Auto zu kaufen.
6) Er plant, ein Auto zu kaufen.
7) Wir streben danach, gute Lehrer zu werden.
8) Es ist unsere Hoffnung, einmal die Dresdner Gemälde-Galerie zu
besuchen.
9) Wir hoffen darauf, einmal die Dresdner Gemälde-Galerie zu
besuchen.
9. Texte zum Nacherzählen
Mark Twain mit seinem Koffer
Als Mark Twain in einem Städtchen in England ankam, ging er direkt ins Hotel.
Dort bat man den Schriftsteller, seinen Namen ins Gästebuch einzutragen. Er schlug es
auf und stellte fest, dass vor ihm ein bedeutender Gast angekommen war, der folgendes
hineingeschrieben hatte: „Herzog von Butford mit seinem Lakaien.“

39
Mark Twain schrieb darunter: „Mark Twain mit seinem Koffer.“
Das Gedicht schreibe ich selbst
Ein junger Dichter schickte einmal an den deutschen Schriftsteller und
Redakteur Theodor Fontäne (1819 - 1898) seine Gedichte. Im Begleitbrief schrieb der
Autor: „Ich stelle prinzipiell keine Kommas. Meiner Meinung nach sind sie unnützlich.
Ich bitte Sie, selbst die Kommas zu stellen, wo Sie diese für nötig halten.“
Fontäne schickte die Gedichte dem Autor zurück. Im Begleitbrief schrieb er:
„Ich bitte Sie, das nächste Mal nur Kommas an die Redaktion zu schicken. Die
Gedichte werde ich selbst schreiben.“
Ein Gespräch
Tante: „Kann Ihre Kleine schon sprechen?“
Mutter: „O ja, jetzt bringen wir ihr bei zu schweigen.“

Infinitiv als Attribut

Der Kaffee nach Tisch


Als Heinrich Heine in München war, befand sich am bayerischen Hof eine
Prinzessin. Diese Prinzessin liebte es sehr, berühmte Namen um sich zu scharen.
Einst versammelte sich im königlichen Palast eine große Gesellschaft, und bei
Tisch sprach man viel über den jungen hervorragenden Dichter Heine. Nach dem
Essen äußerte einer der Gäste den Wunsch, den Dichter kennenzulernen. Die
Prinzessin antwortete: „Es ist leicht, diesen Wunsch zu erfüllen. Ich weiß, in welchen
Künstlerkreisen man den Dichter finden kann.“ Sie sandte sofort den Kammerdiener.
Der Kammerdiener bekam den Befehl, Herrn Heinrich Heine zum Kaffee ins Palais
der Prinzessin einzuladen.
Als der Dichter aber diese Einladung erhielt, sagte er zum Kammerdiener:
„Melden Sie Ihrer königlichen Hoheit meinen tiefsten Respekt und sagen Sie bitte der
Prinzessin, dass ich gewohnt bin, da meinen Kaffee zu trinken, wo ich zu Mittag
gegessen habe.“

40
Aufgaben zum Text
1. Suchen Sie im Text Infinitivsätze und bestimmen Sie durch Fragen die
syntaktische Funktion des Infinitivs in diesen Sätzen.
2. Analysieren Sie die Sätze syntaktisch!
1) Der Kamerdiener bekam den Befehl, Herrn Heine zum Kaffee ...
einzuladen.
2) Es war leicht, diesen Wunsch zu erfüllen.
3) Diese Prinzessin liebte es sehr, berühmte Namen um sich zu
scharen.
4) Nach dem Essen äußerte einer der Gäste den Wunsch, den Dichter
kennenzulernen.
5) Ich bin gewohnt, da meinen Kaffee zu trinken, wo ich. zu Mittag
gegessen habe.
3. Stellen Sie Fragen zum Text und beantworten Sie diese Fragen!

Theorie
1. Als Attribut bezieht sich der Infinitiv immer auf das Substantiv, das er
konkretisiert, z.B.:
Meine Absicht, ans Meer zu fahren, fiel ins Wasser.
2. In dieser Funktion ist der hifmitiv immer mit „zu“ zu gebrauchen.

Aufgaben zum Thema


l. Bestimmen Sie die syntaktische Funktion des Infinitivs durch Fragen!
1) Es war eine große Freude, dich zu sehen.
2) Seine Freude, dich zu sehen, war sehr groß.
3) Er freute sich, dich zu sehen.
4) Es ist ein großes Glück, die Bücher dieses Schriftstellers kaufen zu
können.
5) Er hatte Glück, diese Bücher kaufen zu können.

41
6) Er war glücklich, diese Bücher gekauft zu haben.
7) Es war seine Absicht, im Sommer nach Moskau zu fahren.
8) Er beabsichtigte, diesen Sommer in Moskau zu verbringen.
9) Seine Absicht, die Ferien in Moskau zu verbringen, ist unerfüllbar.
2. Antworten Sie auf die folgenden Fragen!
1) Haben Sie den Wunsch, Sport zu treiben?
2) Haben Sie den Wunsch, ein Referat zu diesem Thema zu
schreiben?
3) Haben Sie den Wunsch, sich alle neuen Filme anzusehen?
4) Haben Sie den Wunsch, das Theater regelmäßig zu besuchen?
5) Haben Sie den Wunsch, täglich zu kochen?
6) Haben Sie den Wunsch, englische Bücher im Original zu lesen?
7) Haben Sie den Wunsch, Ihrem kleinen Bruder zu helfen?
8) Haben Sie den Wunsch, diese Arbeit schon heute zu beenden?
3. Verbinden Sie zwei Sätze zu einem! Beachten Sie dabei den Gebrauch der
Partikel „zu“!
Muster:
Du wartest auf deinen Freund. Hast du Zeit dazu?
Hast du Zeit, auf deinen Freund zu warten?
1) Ich helfe unserem Freund. Und du, hast du Lust dazu?
2) Ich arbeite in der Biblothek. Und du, hast du auch die Möglichkeit
dazu?
3) Ich besuche heute das Museum. Und du, hast du Interesse dafür?
4) Ich fahre diesen Sommer in die Schweiz. Und du, machst du dir
auch Hoffnungen darauf?
5) Ich will mit dir Schach spielen. Hast du Zeit dazu?
6) Ich kann alle Schwierigkeiten überwinden. Und du, hast du Kraft
dazu?
7) Ich kann jede Regel sofort behalten. Und du, hast du auch die
Fähigkeit dazu?

42
8) Ich gehe in die Mensa. Und du, hast du Zeit dazu? Den Wunsch?
9) Ich fahre aufs Land. Hast du auch Lust dazu? Zeit? Möglichkeit?
4. Sagen Sie, dass Sie auch Lust haben, das zu tun!
Muster: Ich möchte heute eine Torte backen.
Ich habe auch Lust, eine Torte zu backen.
1) Ich möchte den Roman „Drei Kameraden“ im Original lesen.
2) Ich möchte den Urlaub am Meer verbringen.
3) Ich möchte in den Winterferien Ski kaufen.
4) Ich möchte am Abend durch die Stadt bummeln.
5) Ich möchte mir einen guten Film ansehen.
6) Ich möchte an dieser Konferenz teilnehmen.
7) Ich möchte der Diskussion beiwohnen.
8) Ich möchte für meine Mutter Rosen kaufen.
9) Ich möchte meinem Freund ein gutes Geschenk machen.
5. Beantworten Sie die Fragen verneinend!
Muster:
Wollen Sie nach Moskau fahren?
Nein, ich habe nicht den Wunsch, nach Moskau zu fahren.
1) Wollen Sie im Sommer in Ihrem Schrebergarten arbeiten?
2) Wollen Sie einen historischen Roman lesen?
3) Wollen Sie etwas über diesen Film erzählen?
4) Wollen Sie das Gespräch fortsetzen?
5) Wollen Sie ein Referat in der Psychologie schreiben?
6) Wollen Sie nach dem Unterricht noch in der Uni bleiben?
7) Wollen Sie dieses Gedicht auswendig lernen?
6. Ersetzen Sie die Verben durch substantivierte Gruppen und beenden Sie die Sätze!
Gebrauchen Sie dabei die unten angegebenen Wendungen!
Muster:
Er ist gewohnt, ....
Er hat Gewohnheit, früh aufzustehen.

43
1) Sie ist gewohnt, ...
2) Die Mutter träumt, ...
3) Der Freund rät mir, ...
4) Ich wünsche, ...
5) Der Arzt versuchte, ...
6) Mein Vater meint, ...
7) Jeder muss endlich sich entschließen, ...
8) Wir hoffen, ...
9) Meine Verwandten beabsichtigen ...
10) Der Architekt plant, ...
11) Der Student ist beauftragt ...
(den Entschluß fassen, die Meinung vertreten, den Versuch unternehmen /
wagen, den Wunsch haben / äußern, den Ratschlag geben, den Traum haben, den
Auftrag haben, den Plan haben, die Absicht haben, die Hoffnung hegen / haben, sich
Hoffnungen machen).
7. Erklären Sie, warum so was geschehen ist!
Muster:
- Sie haben diesen Mantel nicht gekauft. Hatten Sie nicht genug Geld?
- Ja, ich. hatte nicht genug Geld, mir diesen Mantel zu kaufen.
1) Die Hausaufgabe ist nicht gemacht. Hatten Sie keine Zeit dazu?
2) Ihre Volleyballmannschaft hat das Spiel verloren. Hatte sie keine Kraft
mehr?
3) Der Dozent erklärt den Stoff sehr langsam. War es seine Absicht?
4) Sie haben die Kinokarten für die Gruppe nicht besorgt. Hatten Sie nicht
genug Geld?
5) Die Ausstellung ist schon geschlossen, aber Sie haben sie nicht besucht.
Hatten Sie keine Zeit oder keine Lust dazu?
6) Sie haben das Referat nicht bis zu Ende geschrieben. Haben Sie schon die
Hoffnung verloren?
7) Sie haben Ihrer Mutter die Wahrheit nicht gesagt. Haben Sie Angst?

44
8) Der junge Mann hat seine Freundin nicht zum Geburtstag seiner Mutter
eingeladen. Fehlt ihm der Mut dazu?
8. Sagen Sie, was für eine Hoffnung /einen Traum Sie hatten und ob diese
Hoffnung / dieser Traum in Erfüllung ging!
Muster:
Ich hatte immer gehofft /geträumt, nach Deutschland zu fahren, und endlich
ging meine Hoffnung / mein Traum nach Deutschland zu fahren, in Erfüllung.
9. Was würden Sie in diesem Fall sagen?
Sie haben eine Kinokarte übrig und begegnen plötzlich Ihrem Freund. Das
Wetter ist sehr gut für einen Ausflug, und Sie rufen Ihre Freundin an. Ihr Kommilitone
versäumt oft den Unterricht.
Sie haben mit Ihrem Freund verabredet, gemeinsam ins Kino zu gehen, und er
kommt nicht. / ist nicht gekommen.
10. Texte zum Nacherzählen.
Von links nach rechts
Auf einem Bankett saß der bekannte amerikanische Schriftsteller Ernest
Hemingway neben einem lässigen Mann, der sich bemühte, mit ihm ein Gespräch
anzuknüpfen.
„Welche ist eigentlich die beste Art zu schreiben?“ fragte er den
Schriftsteller.
„Von links nach rechts“, brummte Hemingway.
Um 8 bei dir!
- Hast du Lust, morgen mit mir Abendbrot zu essen, Elsi?
- Gewiß, gern!
- Dann sagen wir: um 8 bei dir!
Machen Sie es einmal umgekehrt
Den bekannten deutschen Maler Adolph Menzel (1815-1905) besuchte eines
Tages ein anderer Maler. Dieser klagte: „Ich habe große Schwierigkeiten, meine Bilder
zu verkaufen, und weiß nicht, woran es liegt. Ich kann an einem Tage ein Bild malen,
aber zum Verkaufen brauche ich ein ganzes Jahr.“

45
„Machen Sie es doch einmal umgekehrt, mein Lieber!“ erwiderte Menzel.
.Arbeiten Sie einmal an einem Bild ein ganzes Jahr, dann werden Sie es bestimmt an
einem Tag verkaufen.“
Es fehlt noch etwas
Eine Berliner Dame fragte den alten Heim (Ludwig Heim 1777-1834, berühmter
deutscher Arzt), was sie gegen ihre Kopfschmerzen tun sollte und fügte hinzu, eine
Bauersfrau hätte ihr den Rat gegeben, den Kopf mit Sauerkraut zu bedecken. „Ganz
ausgezeichnet“, rief Heim, „aber vergessen Sie nicht, auch Bratwurst darauf zu legen.“
Das Schwierigste
Die Gattin eines Berliner Bankiers besuchte Max Liebermann in seinem Atelier
und äußerte den Wunsch, ein Gemälde für ihr neuerbautes Haus zu kaufen.
Nach zwei Stunden hatte sie sich noch immer nicht entschlosen, quälte den
Maler mit den unsinnigsten Fragen, so dass Liebermann nur mit Mühe seine
Höflichkeit bewahrte.
„Was ist für einen Maler das Schwierigste?“ fragte sie schließlich.
Da holte Liebermann tief Luft und antwortete: „Seine Bilder zu verkaufen.“

Infinitiv als Adverbialbestimmung


Ein Erlebnis in Russland
Einmal besuchte der französische Schriftsteller Alexander Dumas Petersburg. Es
war Winter. Die ersten Tage waren nicht viel kälter als in Paris, und Dumas fühlte sich
gut. Als er eines Morgens seinen Spaziergang machen wollte, war es frostig geworden.
Er wollte trotzdem seinen Spaziergang fortsetzen, um die Sehenswürdigkeiten der
Stadt zu besichtigen. Er zog sich sehr warm an. Nur die Nasenspitze war zu sehen. So
lief Dumas durch die Straßen und bewunderte die Schönheit der Stadt.
Plötzlich schrie ihn ein Passant an: „Nos! Nos!“ Dumas verstand es nicht und
ging weiter. Ein Kutscher, der im Galopp vorbeifuhr, rief ihm auch zu: „Nos!“ Ohne
den Zuruf zu beachten, ging der Schriftsteller weiter.

46
Zwei Minuten später fiel ein junger Mann über ihn her und begann sein Gesicht
und besonders seine Nase mit Schnee zu bearbeiten.
Dumas erschrak zuerst, dann versuchte er, sich zu verteidigen, und gab dem
Jungen einen Schlag. Aber da eilten noch zwei Männer herbei. Statt ihm zu helfen,
rieben auch sie ihm mit aller Kraft seine Nase. Der Schriftsteller rief um Hilfe. Ein
Offizier eilte herbei und fragte auf Französisch: „Was ist los?“ Dumas antwortete:
„Helfen Sie mir doch! Das ist ein schlechter Witz!“
Da erklärte der Offizier Dumas, dass die Leute mit ihm keine Witze machen
sondern ihm helfen wollten, damit seine Nase nicht erfriere.
Jetzt verstand der Schriftsteller alles.

Aufgaben zum Text


1. Suchen Sie im Text alle Infinitive und Infinitivgruppen und bestimmen Sie
durch Fragen ihre syntaktischen Funktionen!
2. Beachten Sie drei Infinitivgruppen mit „um+zu“, „ohne+zu“ und
„statt+zu“ und übersetzen Sie sie ins Russische.
3. Merken Sie sich! Die Infinitivgruppe „ohne+zu“ entspricht im Russischen
einem Satz mit der Negation „не“.
4. Stellen Sie Fragen zum Text und erzählen Sie ihn nach!
Theorie
1. Der Infinitiv als Adverbialbestimmung erscheint im Satz in den
Infinitivgruppen „um+zu“, „ohne+zu“ und „statt+zu“, z.B.:
Die Studenten stehen auf, um den Dozenten zu begrüßen. Er steht auf, ohne ein
Wort zu sagen. Statt dem Freund zu helfen, geht er fort.
2. Nach dem Verb „sich legen“ steht der Infinitiv ohne „zu“, z.B.:
Er legt sich schlafen.
3. Nach den Verben der Bewegung schwankt der Gebrauch der Partikel „zu“,
z.B.:
Er geht einkaufen. / Er geht, nach der Arbeit Einkäufe zu machen.

47
Aufgaben zum Thema
1. Verbinden Sie zwei Sätze zu einem Satz mit „um+zu“!
Muster:
Ich komme. Ich will mit dir sprechen.
Ich komme, um mit dir zu sprechen.
1) Sie beeilt sich.
2) Sie will nicht zu spät kommen.
3) Wir fragen den Dozenten.
4) Wir wollen alles verstehen.
5) Er schreibt langsam.
6) Er will keinen Fehler machen.
7) Wir brauchen ein Wörterbuch.
8) Wir wollen diesen Text übersetzen.
9) Sie blieb im Lesesaal.
10) Sie wollte das Buch bis zum Ende lesen.
11) Die Kinder gehen in den Wald.
12) Sie wollen Pilze und Beeren sammeln.
13) Die Studenten gehen in die Bibliothek.
14) Sie wollen die nötigen Lehrbücher ausleihen.
15) Er wiederholt das Material gründlich.
16) Er will seine Prüfung gut ablegen.
2. Sagen Sie das anders! Beachten Sie den Gebrauch der Partikel „zu“!
1) Er geht ins Geschäft einkaufen.
2) Sie fährt ins Sanatorium sich erholen.
3) Die Freundin fährt ins Dorf ihre Großeltern besuchen.
4) Der Junge läuft in den Zeitungskiosk eine Zeitschrift kaufen.
5) Sie geht zum Fluß baden.
6) Die Mutter geht an die Theaterkasse die Karten besorgen.
3. Antworten Sie auf die Fragen!
1) Wozu lernen Sie Deutsch?

48
2) Wozu gehen Sie in die Bibliothek?
3) Wozu kaufen Sie Blumen?
4) Wozu arbeiten Sie im Schrebergarten?
5) Wozu laufen die Studenten in die Mensa?
6) Wozu kaufen die Menschen Bücher?
7) Wozu besucht Ihre Freundin die Disko?
4. a) Formulieren Sie anhand der Beispiele die Regel zum Gebrauch der
Konstraktion „um+zu“ oder der „damit-Sätze“!
Die Studenten lernen die drei Grundformen der Verben auswendig, um sie
fehlerfrei gebrauchen zu können.
Der Lehrer erklärt das Thema sehr gründlich, damit die Schüler, es verstehen.
Mein Freund ruft mich an, damit ich ihm das versprochene Buch bringe.
Die Mutter las das Kochrezept noch einmal durch, damit sie den Kuchen nach
allen Regeln der Kochkunst backen konnte.
Die Mutter las das Kochrezept noch einmal durch, um den Kuchen nach allen
Regeln der Kochkunst backen zu können.
b) „um+zu“ oder „damit“?
1) Die Schwester gießt die Blumen,....
2) Das Kind lernt das ABC.....
3) Der Sohn kauft schöne Rosen,....
4) Die Eltern schenken dem Kind ein Buch,....
5) Ich rufe meinen Freund an,....
6) Ich warte am Eingang auf meinen Freund, ....
7) Beeilen Siesich,....
8) Warte auf mich,....
9) Kaufe eine Theaterkarte für mich,
10) Ich kaufe ein neues Kostüm, ....
5. Erweitem Sie die Sätze, so gut Sie können!
Muster: Sie ging essen.
Sie ging zu Mittag essen.

49
Sie ging nach dem Unterricht zu Mittag essen.
Sie ging nach dem Unterricht in die Mensa zu Mittag essen.
Sie ging nach dem Unterricht mit ihrer Freundin in die Mensa zu Mittag essen.
1) Sie gingen tanzen.
2) Er ging schlafen.
3) Sie geht lesen.
4) Die Kinder gehen spazieren.
5) Die Jungen laufen Fußball spielen.
6) Er geht arbeiten.
6. Formen Sie die Nebensätze um!
Muster:
Er fährt Auto, ohne dass er einen Führerschein hat.
Er fährt Auto, ohne einen Führerschein zu haben.
1) Der Student beginnt mit der Textanalyse, ohne dass er den Text
übersetzt hat.
2) Kurt kaufte nur zwei Kinokarten, ohne dass er an seine Eltern
gedacht hat.
3) Der junge Mann fährt ohne Fahrkarte /schwarz/, ohne dass er sich
dabei schämt.
4) Der Vater ging zu Bett, ohne dass er das Licht ausgeschaltet hatte.
5) Die Damen plaudern, ohne dass sie die anderen Gäste
berücksichtigen.
6) Das Kind wiederholt das Wort, ohne dass es dieses Wort versteht.
7) Die Erwachsenen fahren aufs Land, ohne dass sie ihre Kinder
mitnehmen.
8) Der Hund bellt den Fremden an, ohne dass er ihn beißt.
7. Beantworten Sie die folgenden Fragen! Beachten Sie den Gebrauch des
Infinitivs I oder II!
Muster:
- Die Freundin empfiehlt Ihnen dieses Buch. Hat sie es schon gelesen?

50
- Nein, sie empfiehlt mir dieses Buch, ohne es gelesen zu haben.
1) Er geht an dem Lehrer vorbei. Grüßt er ihn?
2) Sie antwortet auf die Fragen. Bedenkt sie dabei diese Fragen?
3) Sie übersetzen den Text. Benutzen Sie dabei das Wörterbuch?
4) Sie arbeiten schon drei Stunden. Haben Sie eine Pause gemacht?
5) Die Studentin gibt die Kontrollarbeit ab. Hat sie ihre Arbeit
geprüft?
6) Ihr Freund ist gestern abgereist. Hat er sich von Ihnen
verabschiedet?
7) Die Studentin schreibt ein Wörterdiktat. Hat sie alle Wörter
wiederholt?
8) Er betrat das Zimmer. Hat er seinen Mantel abgelegt?
9) Sie betrat das Zimmer. Hat sie die Anwesenden begrüßt?
10) Sie lesen einen neuen Text. Schreiben Sie dabei alle unbekannten
heraus?
11) Der Mann überquert die Straße. Beachtet er dabei die
Verkehrsregeln?
8. Gebrauchen Sie den zweiten Satz als Infinitivgruppe mit „statt+zu“!
Muster:
Sie wählt die Rosen. Sie kauft keine Gladiolen.
Sie wählt die Rosen, statt Gladiolen zu kaufen.
1) Sie plaudern in der Stunde. Sie arbeiten nicht.
2) Er schickt ein Telegramm. Er besucht seine Eltern nicht.
3) Er schickt einen Brief. Er ruft Sie nicht an.
4) Die Tochter geht spazieren. Sie bereitet das Essen nicht zu.
5) Das Mädchen liest ein Buch. Es wäscht das Geschirr nicht ab.
6) Der Sohn fährt Rad. Er hilft seinen Eltern nicht im Schrebergarten.
7) Sie näht das Kleid selbst. Sie kauft es nicht.
9. Geben Sie Ihrer Freundin einen anderen Rat!
Muster:

51
Ihre Freundin will einen neuen Hut kaufen.
- Statt einen Hut zu kaufen, kaufe lieber ein Geschenk für deine
Mutter!
1) Ihre Freundin schickt ihren Eltern ein Telegramm.
2) Ihre Freundin will die Kinokarten morgen besorgen.
3) Ihre Freundin will am Abend tanzen gehen.
4) Ihre Freundin will im Sommer nach Moskau fahren.
5) Ihre Freundin will einen Regenmantel mitnehmen.
6) Ihre Freundin will Sie am Eingang erwarten.
7) Ihre Freundin will der Oma eine Kette schenken.
8) Ihre Freundin will heute einen Kuchen backen.
10. Erklären Sie den Unterschied zwischen:
1) Er geht vorbei, ohne zu grüßen - ohne gegrüßt zu haben.
2) Er geht vorbei, ohne mich zu bemerken - ohne mich bemerkt zu
haben.
3) Er geht vorbei, ohne sich umzusehen - ohne sich'umgesehen zu
haben.
4) Er geht vorbei, ohne sich zu verabschieden - ohne sich
verabschiedet zu haben.
5) Sie verläßt das Zimmer, ohne etwas zu sagen - ohne etwas gesagt
zu haben.
6) Sie nimmt das Geschenk, ohne „Danke“ zu sagen - ohne „Danke“
gesagt zu haben.
7) Sie kritisiert Sie, ohne Ihnen zu helfen - ohne Ihnen geholfen zu
haben.
11. Bedenken Sie das Gesagte! Erklären Sie, wie Sie das verstehen!
a) Schutz geben,
ohne zu erdrücken,
Wärme ausstrahlen,
ohne zu verbrennen.

52
b) Platz lassen, Platz machen, Platz sein, für andere, Schwächere, Kleinere.
Ohne nach dem Nutzen zu fragen. Nur so.
12. Texte zum Nacherzählen
Drei Brillen
- Wozu brauchen Sie drei Brillen, Herr Professor?
- Das ist doch ganz logisch, mein lieber junger Freund. Ich brauche eine Brille,
um fern zu sehen, die zweite, um nah zu sehen, und die dritte, um die beiden anderen
zu suchen.
Die Wirkung des Weins
Frau Schmidt macht eine Reise nach Wien und sieht sich alle
Sehenswürdigkeiten der Stadt an. Dann geht sie ins Restaurant, um Mittag zu essen.
Ihr gegenüber sitzt ein Wiener. Er prostet ihr zu und sagt: „Der Wein,
Gnädigste, macht Sie wunderschön!“
Frau Schmidt meint darauf erstaunt: „Aber ich habe noch keinen Tropfen
getrunken.“
„Darauf aber ich“, antwortet der Wiener lächelnd.

Das Passiv: seine Bildung und Formen


Die Leipziger Messe
Wenn von Leipzig gesprochen wird, so wird häufig an erster Stelle die Leipziger
Messe genannt. Schon im 12. Jahrhundert wurden in der Stadt Leipzig Messen
durchgeführt. Wichtig für die Entwicklung der Leipziger Messe war die Lage der Stadt
an der Kreuzung wichtiger Handelsstraßen.
Hier in Leipzig trafen sich Kaufleute sowohl aus Europa als auch aus dem
Orient. Auf großen Pferdewagen brachten sie ihre Waren mit, die hier entweder
verkauft oder gegen andere Waren getauscht wurden. Die Fürsten unterstützten diese
Messen, denn sie waren für sie eine reiche Geldquelle.
Nachdem im 19. Jahrhundert die ersten Eisenbahnenverbindungen gebaut
worden waren, wurde der Austausch der Waren wesentlich erleichtert.

53
Im Herbst 1918 wurde in Leipzig die erste Technische Messe veranstaltet. Da
sich die Messegebäude für die großen und schweren Stücke nicht eigneten, wurden
mehrere riesige Hallen gebaut.
Im 2. Weltkrieg wurden viele Messehallen zerstört oder schwer beschädigt.
Trotzdem wurde die erste Messe nach dem Krieg schon wieder im Mai 1946
durchgeführt, und nach und nach wurden auch die Schäden beseitigt
Heute ist die Messe größer und bedeutender als vor dem 2. Weltkrieg, und
Leipzig zählt neben den westdeutschen Städten Frankfurt a.M., Stuttgart und Hamburg
zu den bedeutendsten Messeplätzen in Deutschland.

Aufgaben zum Text


1. Lesen Sie den Text und achten Sie auf die unterstrichenen Formen der
Verben!
2. Übersetzen Sie die Sätze mit den unterstrichenen Verben ins Russische!
3. Antworten Sie auf die Fragen!
1) Wann und wo wurden die ersten Messen in Deutschland
durchgeführt?
2) Aus welchen Erdteilen wurden die Waren nach Leipzig gebracht?
3) Wurden die Waren zuerst nur verkauft?
4) Wann und warum wurde der Austausch der Waren erleichtert?
5) In welchem Jahr wurde in Leipzig die erste Technische Messe
veranstaltet?
6) Warum wurden in Leipzig neue Hallen für die Technische Messe
gebaut?
7) Was ist mit der Leipziger Messe während des 2. Weltkrieges
geschehen?
8) Wann wurde die erste Nachkriegsmesse in Leipzig durchgeführt?
9) Wozu ist Leipzig von heute geworden?
4. Versuchen Sie, die Zeitformen der unterstrichenen Verben zu bestimmen!

54
5. Merken Sie sich! Die Form „worden“ statt „geworden“ ist eine Kurzform
(ohne „ge“) im dreiteiligen Perfekt Passiv!
6. Was meinen Sie, ist die zu analysierende Form synthetisch oder
analytisch, d.h. besteht sie aus einem Verb oder aus mehreren Verben?
Sie haben recht! Das ist eine analytische Form, weil sie aus dem Hilfsverb
„werden“ und aus dem Partizip II des Vollverbes besteht. Diese Form heißt...

Das Passiv
Es gibt im Deutschen 3 Genera: das Aktiv, das Passiv und das Stativ. Oft das
letzte oft „das Zustandspassiv" genannt wird, wird es zusammen mit dem Passiv
betrachtet.
Vergleichen Sie:
Die Kaufleute verkaufen ihre Waren (Aktiv: die Handlung geht vom Subjekt aus
und ist auf das Objekt gerichtet).
Die Waren werden von den Kaufleuten verkauft (Passiv: die Handlung ist auf
das Subjekt gerichtet).
Die Waren sind ausverkauft (Stativ: Zustand des Subjekts).
Das Passiv hat dieselben Zeitformen wie das Aktiv, und zwar:
Präsens: er wird geprüft.
Präteritum: er wurde geprüft.
Perfekt: er ist geprüft worden (Part. II ohne „ge“)
Plusquamperfekt: er war geprüft worden
Futur I: er wird geprüft werden
Futur II: er wird geprüft worden sein
Außerdem gehören zum Passiv zwei Infinitivformen:
Infinitiv I Passiv: geprüft werden
Infinitiv II Passiv: geprüft worden sein
Das Passiv wird von den transitiven Verben gebildet, die „passivfähige“ Verben
genannt werden. Die Ausnahme bilden die Verben:
a) des Erhaltens: erhalten, bekommen, kriegen, erfahren;

55
b) des Besltzens: besitzen, haben, behalten;
c) des Wissens: wissen, kennen;
d) unpersönliche Verben und Wortgruppen: es gibt, es friert, wundert … mich
Intransitive Verben sind passivunfahig. Sie bilden nur subjektlose Passivsätze
(das unpersönliche Passiv), z.B.: Es wird gelacht, gearbeitet, getanzt…
Man unterscheidet:
das eingliedrige Passiv: es wird gelacht (Handlung)
das zweigliedrige Passiv: der Aufsatz wird geschrieben (Objekt der Handlung -
Handlung)
das dreigliedrige Passiv: der Aufsatz wird von den Schülern geschrieben (Objekt
der Handlung - Täter / Agens - Handlung)
Merken Sie sich!
a) Im eingliedrigen Passiv werden nur die Verben der menschlichen Handlung
gebraucht.
b) Bei der direkten Wortfolge beginnt der eingliedrige Passivsatz mit „es“, bei
der invertierten Wortfolge fehlt „es“: Es wird hier gesungen. / Hier wird gesungen.
Thema
1. Gruppieren Sie folgende Verben nach dem Merkmal: „passivfähig –
passivunfähig“ und begründen Sie Ihre Meinung!
Lernen, studieren, fahren, lesen, operieren, schwimmen, sprechen, loben,
verstehen, stehen, schreiben, kritisieren, malen, baden, kriegen, regnen, sich
unterhalten, wissen, hören, eintreten, erhalten, behalten, singen.
2. Bilden Sie alle Zeitformen des Passivs und den Infinitiv Passiv von den
Verben: anrufen, abholen, loben, kritisieren.
3. Erweitern Sie das unpersönliche Passiv durch a) Subjekte, b) präpositionale
Objekte nach dem Muster:
Es wird gelöst.
Die Aufgabe wird gelöst.
Die Aufgabe wird von dem Schüler gelöst.
Es wurde geprüft, besprochen, befreit, gefunden, angerufen.

56
4. Verändern Sie die Wortfolge im Satz nach dem Muster:
Es wird heute gesungen - Heute wird gesungen.
1) Es wurde in der Konferenz viel diskutiert, kritisiert, geredet,
bewiesen, besprochen.
2) Es wird am Abend gelesen, femgesehen, ausgeruht, gestrickt,
genäht.
3) Es wird in der Schule gerechnet, gelesen, geschrieben, analysiert.
4) Es wird im Klub getanzt, gesungen, geprobt.
5) Es wird im Kaufhaus gewählt, anprobiert, und auch gekauft.
5. Beantworten Sie folgende Fragen!
1) Wo wird am Abend getanzt? – Und wo kann noch getanzt werden?
2) Was wird zu Mittag gegessen? – Und was noch zu Mittag gegessen
werden? Und wann wird zu Mittag gegessen?
3) Was wird in der Schule gemacht? – Und was kann noch in der Schule
gemacht werden?
4) Was wird in der Deutschstunde gemacht? – Und was kann da noch
gemacht
5) werden?
6) Darf in der Deutschstunde Russisch gesprochen werden? Und warum?
7) Was wird im Lesesaal gemacht? – Und was kann dort noch gemacht
werden?
8) Darf im Lesesaal geraucht werden? laut gesprochen werden? Warum?
9) Wo muss dem Kranken geholfen werden?
6. Formulieren Sie die Sätze im Passiv! Beachten Sie die Zeitformen!
Muster:
Er hat diesen Text schnell übersetzt.
Dieser Text ist von ihm schnell übersetzt worden.
1) Diese Studentin hat das beste Referat geschrieben.
2) Die Stadtbewohner besuchen die Bibliothek regelmäßig.
3) Der Blitz traf das Haus.

57
4) Nächste Woche wird der Chirurg den Kranken operieren.
5) In der Disko tanzt und singt man jeden Abend.
6) Nachdem die Studenten den Roman gelesen hatten, besprachen sie
ihn.
7) Der Text ist zu lesen und zu übersetzen.
8) Die Mutter weckt die Kinder jeden Morgen.
9) Ins Bett gehen, sofort!
10) Deine Frage ist schwer zu beantworten.
7. Transformieren Sie folgende Fragen in Passivsätze und beantworten Sie sie
nach dem Muster:
- Wie studiert man Deutsch an Ihrer Hochschule, intensiv? Wird Deutsch an
Ihrer Hochschule intensiv studiert?
- Ja, Deutsch wird bei uns intensiv studiert.
1) Welche Fremdsprachen studiert man an Ihrer Hochschule?
2) Wie lange hat man am Thema „Infinitiv“ gearbeitet?
3) Wie oft schreibt man Kontrollarbeiten?
4) Singt man oft in der Stunde?
5) Und wann hat man in der Stunde das letzte Mal gespielt?
6) Kann man diesen Text ohne Wörterbuch übersetzen?
7) Arbeitet man an der Aussprache gründlich?
8) Welche Studenten lobt man in der Stunde?
9) Und welche Studenten kritisiert man?
8. Stellen Sie eine Liste zusammen, was alles am Sonntag gemacht werden muss
/ soll, etwa so:
Am Sonntag muss gewaschen werden....
9. Prüfen Sie Ihre Liste und sagen Sie, ob alles erfüllt worden ist: Am Sonntag
ist gewaschen worden / wurde gewaschen...
10. Präzisieren Sie, was um diese Zeit gewöhnlich gemacht wird!
7:00 – 7:30 Uhr
7:30 – 8:00 Uhr

58
13:00 – 17:00 Uhr
19:00 – l9:30 Uhr
19:30 – 20:00 Uhr
20:00 – 23:00 Uhr
11. Sie haben etwas Wichtiges versäumt. Erfragen Sie bei Ihrem
Gesprächspartner, was dort gemacht worden ist!
a) in der Versammlung;
b) im Seminar für Psychologie;
c) in der Ausstellung;
d) in der Sprechstunde;
e) in der Deutschstunde.
12. Wo kann man das sehen / hören und was bedeutet das?
Hier wird nicht geraucht.
Hier wird nicht gebadet.
Hier wird laut nicht gesprochen.
Jetzt wird geschlafen.
13. Wissen Sie das?
1) Welche Kaufhäuser werden in Berlin besonders gern besucht?
2) Wann werden die Kaufhäuser geöffnet? geschlossen?
3) Wras wird im Kaufhof am Alex den Kunden angeboten: im
Erdgeschoß, im 2. Stock?
4) Warum werden die Waren während des Schlußverkaufs schnell
ausverkauft?
5) Was wird im Second-Hand-Shop verkauft?
14. Stellen Sie eine Modeprognose für diesen Sommer zusammen!
1) Werden in diesem Sommer kurze oder lange Röcke getragen?
2) Welche Farben werden bevorzugt?
3) Wird der sportliche Stil großgeschrieben?
4) Werden Shorts / Hosen getragen?
5) Was wird zur Hose angezogen?

59
6) Aus welchen Stoffen werden die Kleider genäht werden?
15. Kombinieren Sie!
Eine moderne Frau kauft gewöhnlich die Sachen, die sich variieren,
kombinieren lassen, nicht wahr?
Sie haben z.B. eine Kostümjacke, einen Rock, eine Hose, eine Weste, die
farblich zueinander passen, und einige Hemden und Blusen. Wie werden sie
kombiniert?
Womit kann ein weißer Rock kombiniert werden?
16. Erzählen Sie in der logischen Reihenfolge, wie ein Kleid / ein Mantel aus
der Konfektion gekauft wird!
a. die Boutique (den Shop) besuchen;
b. das Kleid einpacken;
c. ein Kleid loben / kritisieren;
d. viele Kleider betrachten;
e. ihre / seine Wahl treffen;
f. das Kleid an- / ausziehen;
g. ein Kleid wählen;
h. das Kleid in der Ankleidekabine anprobieren;
i. das Kaufhaus verlassen;
j. das gewählte Kleid zur Ausgabe tragen;
k. die gekaufte Ware an der Kasse bezahlen;
l. den Einkauf in die Einkaufstasche legen.
17. Stellen sie aneinander Fragen anhand des Textes über das Abendbrot und die
Vesper in Deutschland! Gebrauchen Sie dabei Passivsätze!
a) Das Abendbrot in Deutschland gibt es in vielen Familien (besonders auf dem
Land) zeitig, d.h. zwischen 18-19 Uhr. In Haushalten ohne Kinder und in den Städten
wird aber auch öfters noch bis 20 Uhr zu Abend gegessen. Gewöhnlich ißt man abends
kalt, und es ist eine Ausnahme, wenn man warm ißt. Man ißt meist Wurst und Käse.
Ungewohnt für die Ausländer ist ein Gericht, das jedem Deutschen gut schmeckt. Das
ist frisches Schweine- oder Rindfleisch, in gehackter Form (Schweinemett,

60
Schweinehack). Es ist üblich, auch Eier zu essen (ein gekochtes Ei, Spiegelei oder
Rührei). Man trinkt Tee, Limonade oder Bier. Es ist auch üblich, abends Schwarzbrot
zu essen, b) Am Nachmittag gibt es in Deutschland oft eine vierte Brotzeit: das
Kaffeetrinken oder in Süd-Deutschland die Vesper. Sie gehört zu den festen
Traditionen der Deutschen. Gegen 16 Uhr bekommt man Appetit und möchte entweder
'in einer Gaststätte oder zu Hause eine Tasse Kaffee (oder Tee), trinken. Kaffeezeit ist
gegen 16 Uhr.
In Deutschland ist es üblich, dass man nachmittags frischen Bohnenkaffee trinkt.
Das gilt aber nur für Erwachsene oder für Kinder ab 14 Jahren. Kleine Kinder trinken
meistens Milch oder Kakao.
Kaffeetrinken bedeutet, dass man zu einer Tasse Kaffee Marmeladenbrötchen
oder ein Butterbrot ißt. Man kann auch Gebäck essen: ein Stück Kuchen oder Torte,
meistens mit Schlagsahne. Kaffee mit Kuchen ist besonders am Wochenende, wenn
die Leute Zeit haben, in vielen Familien „eine heilige Sache“. Samstags und sonntags,
besonders an Feiertagen, gehört auch der Familienausflug in ein gemütliches Cafe zu
den festen Sitten der Deutschen. Am typischsten sind die Cafe-Häuser in Wien. Eine
Tasse Kaffee und ein Stück Kuchen kostet leider oft schon 7,- bis 8,- DM pro Person.
Kaffee trinken kann man aber auch in einem Eiscafe, besonders im Sommer. Das
Eiscafe erkennt man daran, dass neben der Eingangstür eine Fahne hängt, die weiß ist.
Darauf steht „Eis" mit blauen Buchstaben geschrieben. Das ist die sogenannte
Eisfahne. Immer, wenn man eine Eisfahne erblickt, weiß man, dass man dort Eis und
Kaffee bekommen kann. Wenn es ein größerer Raum ist, bekommt man dort auch
einen Kuchen. Man ißt Kuchen mit der Kuchengabel.
18. Bereiten Sie zu Hause die Information darüber vor, wie das Abendbrot / die
Vesper bei den Russen ist! Gebrauchen Sie dabei die Sätze im Passiv!

Zwei- und dreigliedriges Passiv


In dieser Stunde konzentrieren wir uns auf das zwei- und dreigliedrige Passiv.
Dabei ist folgendes zu beachten:

61
Im zweigliedrigen Passiv werden die Handlung und das Objekt der Handlung
genannt:
Die Schule wird gebaut.
Die Tür wurde geöffnet.
Inhaltlich entsprechen diese Sätze:
a) den „man“-Sätzen:
Die Schule wird gebaut. - Man baut die Schule.
b) dem Verb mit dem Reflexivpronomen „sich“:
Die Tasche wurde gefunden. - Die Tasche fand sich.
c) der Konstruktion „lassen + sich + Infinitiv“ (synonym unter Hinzufügung
eines Modalverbs):
Die Tür kann leicht geöffnet werden. - Die Tür läßt sich leicht öffnen.
d) Nach den Modalverben wird der Infinitiv Passiv gebraucht:
Die Aufgabe kann (muss, soll) schnell gemacht werden.
Dieser Passivsatz kann durch die Konstraktion „sein + zu + Infinitiv“ ersetzt
werden:
Die Aufgabe kann schnell gemacht werden. = Die Aufgabe isl schnell zu
machen.
Im dreigliedrigen Passiv wird außer der Handlung und dem Objekt der
Handlung auch der Täter (Akteur, Agens) genannt. Im Satz steht dieses Nomen mit der
Präposition „von“ + Dat. oder „durch“ + Akk.: Die Schule wurde von den
Gastarbeitern gebaut. Die Tür wird durch den Luftzug geöffnet.
Merken Sie sich: Die Fügung „durch“ + Akk. drückt den Vermittler, das Mittel
oder die Ursache der Handlung aus:
Die Nachricht wurde durch einen Boten befördert. (Vermittler)
Durch die Explosion wurde großer Schaden angerichtet. (Mittel)
Er wurde durch ein Geräusch aus seinem Grübeln gerissen. (Ursache)

Übungen zum Thema


l. Führen Sie Gespräche miteinander nach dem Muster:

62
a) Muster: - Der neue Stoff wird heute erklärt.
Ist der neue Stoff noch nicht erklärt worden? Nein, noch nicht.
b)Muster: - Der neue Stoff wird heute erklärt
Du irrst dich. Der neue Stoff wird viel später erklärt werden.
1) Der Roman wird übersetzt.
2) Das Kaufhaus wird eröffnet.
3) Die Klausur wird geschrieben.
4) Einkäufe werden gemacht.
5) Die Kinder werden abgeholt.
6) Der Brief wird abgeschickt.
7) Das Denkmal wird errichtet.
8) Des Auto wird repariert.
9) Das Geschenk wird gekauft.
10) Die Gäste werden eingeladen.
l2. Präzisieren Sie, von wem es gemacht wird:
Muster:
- Heute wird der neue Lehrstoff erklärt.
-Von wem wird er erklärt?
- Von dem Lehrer.
(Siehe Sätze aus der Üb. l!)
2. Beantworten Sie folgende Fragen bejahend!
1) Dieses Kaufhaus wird um 10 Uhr geöffnet, nicht wahr?
2) Und geschlossen wird es um 19 Uhr, nicht wahr?
3) Die Blumen werden in einem Blumenkiosk verkauft, nicht wahr?
4) Und die Zeitungen werden in einem Zeitungskiosk verkauft, nicht
wahr?
5) Die Theaterkarten .werden an der Theaterkasse gekauft, nicht
wahr?
6) Und die Kinokarten werden gewöhnlich an der Kinokasse ver-
und gekauft, nicht wahr?

63
7) Werden Sie oft ins Theater eingeladen? Und ins Kino? Und zur
Disko?
8) Werden die Zimmer oft gelüftet? Wird das Schlafzimmer öfter
gelüftet?
9) Werden die Mäntel in Konfektion hergestellt? Und die Kleider?
3. Bestätigen Sie das Gesagte! Gebrauchen Sie dabei Passivsätze!
Muster:
Man verschreibt dem Kranken eine Arznei.
Ja, die Arznei wird dem Kranken verschrieben.
1) Man spielt Volleyball auf dem Sportplatz.
2) Man liest gern Zeitungen.
3) Man übersetzt komplizierte Texte mit dem Wörterbuch.
4) Am Morgen trinkt man gewöhnlich schwarzen Kaffee.
5) Man spricht diesen Vokal lang aus.
6) Man unterbricht das Gespräch plötzlich.
7) Man besucht diese Vorlesungen regelmäßig.
8) Man versäumt niemals die Stunden zur Sprachpraxis.
9) Man benutzt den Bus sehr selten.
10) Briefmarken kauft man auf der Post.
5. Sagen Sie, dass es von einer anderen Person gemacht wird / worden ist!
Muster:
- Sie werden von Ihrer Mutter oft ins Theater eingeladen.
- Nicht von der Mutter, sondern von meinem Freund werde ich eingeladen.
1) Die Wohnung wird von der Mutter aufgeräumt.
2) Die Teppiche werden vom Vater abgesaugt.
3) Die Blumen werden von der Oma begossen.
4) Frische Blumen sind vom Bruder gekauft worden.
5) Und das schöne Bild ist von Ihnen an die Wand gehängt worden.
6) Der Staub ist von der kleinen Schwester nbgcwiadil worden.
7) Die Fenster sind von Oma geputzt worden.

64
8) Das Essen ist von der Tante / übereilet worden.
9) Tee wird immer vom Vater gebrüht.
6. Wissen Sie das?
1) Von wem ist die Oper „Pique Dame“ komponiert worden? Und „Eugen
Onegin“?
2) Von wem wurde das Gemälde „Aljonuschka“ gemalt? Und „Drei
Recken“?
3) Von wem ist der Roman „Krieg und Frieden“ geschrieben worden? Und
4) „Anna Karenina“?
5) Von wem ist das Drama „Faust“ geschrieben worden? Und „Emilie
Galotti“?
6) Von wem ist das Balett „Nussknacker“ komponiert? Und
„Schwanensee“?
7. Konkretisieren Sie, von wem oder womit das gemacht wird!
1) Die Tür wird immer geöffnet.
2) Der Kranke wurde operiert.
3) Die Torte wird gegessen.
4) Die Stadt wurde völlig zerstört.
5) Der Brief ist mir geschickt worden.
6) Die Bühne wurde betrachtet.
7) Die Angaben werden schnell bearbeitet.
8) Ich wurde plötzlich geweckt.
9) Das Zimmer wurde beleuchtet.
10) Die Wohnung wird systematisch gelüftet.
8. Betrachten Sie das Bild und sagen Sie, was alles in der Küche gemacht
wird! Nennen Sie die Küchengeräte und bestimmen Sie, was mit ihrer Hilfe
gemacht wird!
9. Raten Sie mal!
1) Das ist ein Küchengerät, mit dem Schnee, Schaum geschlagen
wird.

65
2) Das ist ein Küchengerät, mit dem Fleisch zerkleinert wird.
3) Das ist ein Küchengerät aus Metall oder Plastik mit durchlöcherter,
rauher
4) Oberfläche, mit dem Obst oder Gemüse zermahlt und zerkleinert
werden.
5) Das ist ein Küchengerät, dessen Boden mit zahlreichen Löchern
versehen ist.
6) Das ist ein Küchengerät, durch das Mehl gesiebt wird.
10. Was kann gebraten, gekocht, gebacken, gegrillt oder geschmort werden?
Fleisch, Schnitzel, Hühnchen, Wurst, Bier, Brot, Brötchen, Kuchen, Torte, Makkaroni,
Gemüse, Kartoffeln.
11. Ordnen Sie den gegebenen Begriffen das richtige Verb zu!
Gemüse abschmecken
Geschirr auspressen
Kaffee backen
Tee klopfen
Kartoffeln mahlen
Kuchen putzen
Sahne schälen
Schnitzel schlagen
Speisen spülen
Teig brühen
Zitronen schmoren
Torte kochen
12. Lesen Sie den Text! Äußern Sie Ihre Meinung über das Gelesene!
Komponieren geht über Studieren
„…Sodann, wenn Tränen auch ein Übel,
zerstückelt sie und mengt die Zwiebel
mit Öl und Salz zu einer Brühe,
dass der Salat sie an sich ziehe.

66
Um diesen femer herzustellen,
Hat sie Kartoffeln abzupellen.
Da heißt es fix die Finger brauchen,
den Mund zu spitzen und zu hauchen,
denn heiß geschnitten nur allein
kann der Salat geschmeidig sein.“
Ohne Zweifel beschreibt W. Busch hier eine Variante des allseits beliebten
Kartoffelsalates, gegen den nichts einzuwenden ist, wenn er in Maßen serviert wird
und nicht als alleiniger Vertreter der Salatfamilie angesehen wird. Denn die Familie ist
ungeheuer umfangreich, läßt sich aber auf zwei typische Vertreter zurückfuhren.
Das sind jene zarten Salate aus frischen Blättern, Obst oder jungem Gemüse,
deren „Bestandteile“ sorgfältig gewaschen, getrocknet, zerkleinert und dann am Tisch
angerichtet werden.
Die anderen Mitglieder der Salatfamilie aus Fleisch und Fisch, Teigwaren,
Kartoffeln, Eiern oder Käse wollen rechtzeitig zubereitet sein, um mindestens eine
halbe Stunde „durchziehen“ zu können.
Obst und Gemüse, das an keiner Ihrer Kompositionen fehlen sollte, liefert auch
schöne Salatschüsseln: Obstsalat in einer ausgehöhlten.Melone oder Geflügelsalat in
halbierten Pfirsichen oder Rindfleischsalat im Kohlkopf erfreuen immer das Auge.
13. Erzählen Sie, wie folgende Salate zubereitet werden.
Ungarischer Tomatensalat
Die Tomaten waschen, in feine Scheiben sneiden, entkernte Paprikafrüchte und
Zwiebel in Würfel schneiden. Eine Soße aus Öl, Essig oder Zitronensaft,
Tomatenketchup, Rotwein, Salz und Pfeffer bereiten und darübergießen. Den Salat 20
Minuten durchziehen lassen und kühl servieren.
Weißkrautsalat
Das gehobelte Weißkraut salzen, säuern, mürbe stampfen, mit Apfel- und
Tomatenwürfeln und den übrigen Zutaten vermengen. Anstelle von Öl läßt sich
Mayonnaise verwenden.
Russischer Rübensalat

67
Rote Bete und Äpfel reiben, mit zerstampften Walnußkemen und geriebenen
Knoblauchzehe vermengen. Mit Zitronensaft, Salz, Pfeffer und Zucker abschmecken.
Mit Maionnaise binden und mit gehacktem Dill bestreuen.
14. Und hier bekommen Sie die Information über das Mittagessen in
Deutschland. Lesen Sie den Text und stellen Sie aneinander Fragen, wo das Verb im
Passiv gebraucht wird.
Das Mittagessen wird im Allgemeinen zwischen 12 und 13 Uhr eingenommen.
Es ist eine warme Mahlzeit. Wochentags gibt es zu Mittag oft nur einen Gang,
d.h. es wird nur eine Speise zu sich genommen - das Hauptgericht.
Ein Hauptgericht besteht aus Fleisch mit Beilage. Die Beilage ist also ein
Bestandteil des Hauptgerichtes. Die Beilage zu einem Fleischgericht besteht
gewöhnlich aus mehreren Gemüsearten. Man verwendet als Gemüsebeilagen:
Kartoffeln, Mohren. Erbsen, grüne Bohnen, Kohlrabi, Blumenkohl, Rosenkohl,
Rotkohl. Statt Kartoffeln kann man Makkaroni, Reis oder Nudeln zum Fleisch essen.
Das Hauptgericht kann auch ein Fischgericht sein, aber Fisch ißt man vielleicht
einmal im Monat, in manchen Regionen einmal in der Woche am Freitag. Zu Mittag
ißt man kein Brot.
Nach dem Hauptgericht gibt es manchmal eine Nachspeise. Als Nachspeise ißt
man Pudding, Quark oder Kompott.
Zu den typischen Hauptgerichten in Deutschland gehört die Bockwurst.
Bockwurst ißt man mit Senf oder mit Ketchup. Deutscher Senf ist viel milder als
unserer. Oft ißt man als Beilage zu Bockwurst Kartoffelsalat, d.h. gekochte Kartoffeln
mit Mayonnaise und Zwiebel.
Bockwurst mit Kartoffelsalat bekommt man fast an jeder Ecke in einer
Großstadt zu kaufen. Man kauft sie an einem Imbiß, einer Frittenbude und speziellen
Verkaufsständen in den Straßen der Stadt, auf Plätzen und Märkten. Da nimmt man die
Bockwurst einfach in die Hand und ißt im Stehen. Oft verkauft man die Bock- oder
Bratwürste mit einem Brötchen, wobei die Wurst mit Senf zwischen den beiden
Brötchenhälften liegt.

68
15. Vergleichen Sie anhand des Gelesenen die Mahlzeiten in Deutschland und in
Russland!
16. Als Hausaufgabe notieren Sie das Rezept einer Speise, die Ihre
Lieblingsspeise ist.
17. Behalten Sie die folgenden Sprichwörter! Gebrauchen Sie sie in den
entsprechenden Situationen!
Ehen werden im Himmel geschlossen.
Liebe wird mit Liebe bezahlt.
Beim Trinken und Essen wird Kummer vergessen.
Im Spaß gesagt, im Ernst gemacht.
Besser beneidet als bemitleidet.
18.Zum Lesen und Lachen
In der Nacht
Lehrer: Wann wurde Rom gebaut?
Schüler: In der Nacht.
L.: Wer hat dir das gesagt?
S.: Sie, Herr Lehrer! Sie sagten: Rom wurde nicht an einem Tage gebaut.

Das Stativ
Blick durchs Fenster
Das kleinste Haus von Wernigerode steht in der Kochstraße Nr.43. Es gehört zu
den vielen Gebäuden der „bunten Stadt am Harz“, die in den letzten Jähren rekonstriert
wurden.
Heute wohnt in Nr.43 niemand mehr. Der einzige Raum im Erdgeschoß ist mit
historischem Hausrat ausgestattet und kann durch die kleinen Fenster besichtigt
werden.
Das Fachwerkhaus ist älter als 400 Jahre.

Aufgaben zum Text

69
1. Übersetzen Sie den Satz mit den unterstrichenen Verben ins Russische!
2. Antworten Sie auf die Fragen.
1) Sind viele Gebäude in Wernigerode schon restauriert?
2) Werden viele Gebäude dieser Stadt auch heute restauriert?
3) Und wie ist der einzige Raum im Haus Nr.43 ausgestattet?
4) Wie kann dieser einzige Raum des Hauses besichtigt werden?
3. Versuchen Sie anhand Ihrer Antworten den Unterschied zwischen den Sätzen
„Viele Gebäude sind hier restauriert“ und „Viele Gebäude werden hier rekonstruiert“
zu erklären.
Wir sprechen heute über
das Stativ
Als Genus hat es verschiedene Benennungen: das Zustandspassiv, Konstruktion
„sein+Partizip II“, das „sein-Passiv“ usw.
Das Stativ bezeichnet den Zustand des Subjekts, das Resultat seiner
abgeschlossenen Handlung, z.B.:
Die Tür ist geschlossen = jemand hat die Tür geschlossen, und nun ist sie zu.
Das Stativ hat 6 Zeitformen, von denen nur 2 gebräuchlich sind, u.Z.:
Präsens: die Tür ist geschlossen
Präteritum: die Tür war geschlossen
Die gebräuchlichste Form des Stativs ist das zweigliedrige Stativ, d.h. etwas ist /
war gemacht.
Das grammatische Synonym des Stativs ist Perfekt / Plusquamperfekt Passiv:
Die Tür ist geschlossen. = Die Tür ist geschlossen worden.

Aufgaben zum Thema


l. Erklären Sie den Unterschied zwischen den Sätzen!
1) Das Fenster wird oft geöffnet. - Das Fenster ist 2 Stunden geöffnet
2) Das Zimmer wird gelüftet. - Das Zimmer ist gelüftet.
3) Die Bücher werden verkauft. - Die Bücher sind ausverkauft.
4) Der Wagen wird gewaschen. - Der Wagen ist gewaschen.

70
5) Die Wohnung wird renoviert. - Die Wohnung ist renoviert.
6) Das Diktat wird geschrieben. - Das Diktat ist geschrieben.
2. Beantworten Sie die Fragen bejahend!
Muster:
Hast du die Hausaufgabe schon gemacht?
Ja, sie ist schon gemacht.
1) Hast du die Blumen gekauft?
2) Wäsche gewaschen?
3) den Fußboden gekehrt?
4) die Fenster geputzt?
5) die Kinokarten besorgt?
6) die Gäste eingeladen?
7) die Torte gebacken?
8) den Tisch gedeckt?
9) die Wohnung renoviert?
10) das Zimmer im Hotel reserviert?
3. „sein“ oder „werden“?
1) Das Museum ... um 9 Uhr geöffnet.
2) Das Museum … den ganzen Tag geöffnet.
3) Du kannst die Suppe essen, sie … schon gekocht.
4) Du kannst die Suppe nicht essen, denn sie … noch gekocht.
5) In diesem Kaufhaus ... moderne Femsehegeräte verkauft.
6) Dieses Fernsehegerät können Sie nicht kaufen, denn es ... schon
verkauft.
7) Wie oft … der Fußboden gewaschen?
8) Der Fußboden ... gewaschen, du brauchst es nicht zu machen.
9) Zu jedem Fest ... die Straßen der Stadt geschmeckt.
10) Die Dokumente … nur vom Direktor unterschrieben.
11) Ihre Dokumente ... schon unterschrieben.
4. Sagen Sie es anders!

71
1) Das Haus ist fertig.
2) Die Suppe ist fertig.
3) Der Aufsatz ist fertig.
4) Der Rornan ist fertig.
5) Das Essen ist fertig.
6) Der Kuchen ist fertig.
7) Der Film ist fertig.
8) Der Mantel ist fertig.
9) Die Schuhe sind fertig.
5. Was hat man um diese Zeit gesehen?
Muster:
- Die Kinder schmückten die Aula zum Fest von 10 bis 12 Uhr.
- Was hat man um 11 Uhr gesehen?
- Um 11 Uhr wurde die Aula noch geschmückt.
- Und um 12 Uhr?
- Und um 12 Uhr war sie schon geschmückt.
1) Man baute diese Brücke in den Jahren 1993-1998. Was hat man
im Jahre 1995 gesehen? Und 1998?
2) Man renovierte die Wohnung im Juni. Was hat man Anfang Juni
gesehen? Und Ende Juni?
3) Man öffnete den Laden um 8 Uhr. Was hat man um 8 Uhr
gesehen? Und um 9 Uhr?
4) Man erneuerte die Straße im Sommer. Was hat man im Sommer
gesehen? Und im Herbst?
5) Man verkaufte die Theaterkarten von 14 Uhr bis 19.30 Uhr. Was
hat man um 16 Uhr gesehen? Und um 19.30 Uhr?
6) Man legte von Mai bis Oktober einen neuen Stadtpark an. Was
hat man im August gesehen? Und im Oktober?
6. Gebrauchen Sie folgende Satzpaare in einem entsprechenden
Zusammenhang!

72
1) Das Zimmer wird gelüftet. - Das Zimmer ist gelüftet.
2) Der Text wird übersetzt. - Der Text ist übersetzt.
3) Die Aufgabe wird erfüllt. - Die Aufgabe ist erfüllt.
4) Die Wände wurden blau angestrichen. - Die Wände sind blau
angestrichen.
5) Die Felder wurden bearbeitet. - Die Felder waren bearbeitet.
6) Der Lesesaal wurde geschlossen. - Der Lesesaal war geschlossen.
7) Die Wohnung wurde renoviert. - Die Wohnung war renoviert.
8) Er wurde verwundet. - Er war verwundet.
9) Der Vortrag wurde vorbereitet. - Der Vortrag war vorbereitet.
7. a) Beweisen Sie, dass...
...das Geschirr schon abgewaschen ist, der Koffer schon gepackt ist, der Aufatz
schon korrigiert ist, die Wäsche schon „schrankfertig“ ist, die Wohnung schon
aufgeräumt ist, die Wohnung schon renoviert ist, der Kranke schon operiert ist, der
Garten schon angelegt ist, alles zum Fest vorbereitet ist.
b) Sagen Sie, dass es nicht gemacht ist und noch gemacht werden muss.
8. Wo kann man das lesen / sehen, und was bedeutet es?
1) Baden verboten.
2) Zimmer belegt.
3) Alles reserviert.
4) Geschlossen.
5) Ausverkauft.
6) Empfang gestört.
7) Parken verboten.
8) Reinigungskran gesucht.
9) Wegen Inventur erst ab morgen geöffnet.
10) Einfährt verboten. Frisch gestrichen.
9. Als Dolmetscher arbeiten Sie mit einer Touristengrupe aus Deutschland und
schreiben einen Merkzettel, um nichts zu vergessen. Also,
Bus für 10 Uhr bestellen;

73
Gruppe über den Tagesplan informieren;
Die Uni über den Besuch informieren;
Fotos verteilen;
Geschenk für ein „Geburtstagskind“ kaufen;
Haus der Freundschaft zeigen;
Gesellschaft für RDF benachrichtigen und einladen.
Gestalten Sie nun ein Gespräch mit Ihrem Gesprächspartner darüber, ob alles so
gemacht wurde, wie es geplant war. Vorher markieren Sie mit einem Pluszeichen, was
Sie gemacht haben!
10. Jeder von Ihnen kann den Tisch decken, nicht wahr? Erzählen Sie, in
welcher Reihenfolge das gemacht wird! Hier einiges zur Orientierung.
1) Man deckt die Messer rechts und die Gabeln links.
2) Man bedeckt den Tisch mit einem Tischtuch.
3) Man stellt die Gläser für Bier, Limonade oder Saft auf den Tisch.
4) Man stellt Eßteller vor jeden Sitzplatz.
5) Man legt über die Eßteller den Dessertlöffel.
6) Man stellt die Vase mit Blumen in die Mitte des Tisches.
7) Man legt die Papierserviette auf den leeren Teller.
8) Man stellt dann eine Schüssel mit dem Hauptgericht in die Mitte
des Tisches für Fleisch, Beilage.
11. Ist der Tisch endlich gedeckt? Beweisen Sie das!
12. Lernen Sie die folgenden Sprüche und Sprichwörter! Gebrauchen Sie sie in
den entsprechenden Situationen!
Der Brei wird nicht so heiß gegessen, wie er gekocht ist.
Was nicht verboten ist, ist erlaubt. (Fr.Schiller)

Partizipien I und II. Ihre Bildung und Bedeutung. Das erweiterte Attribut
Der hilflose Knabe

74
Herr K. Sprach über eine Untat, ein erlittenes Unrecht, stillschweigend und in
sich selbst versunken, erzählte folgende Geschichte:
Einen vor sich hin weinenden Jungen fragte ein Vorübergehender nach dem
Grund seines Kummers.
„Ich hatte zwei Groschen für das Kino beisammen“, sagte der Weinende, „aber
da kam ein Junge und riß mir einen Groschen aus der Hand“, und er zeigte auf einen
Jungen, der nicht weit entfernt zu sehen war.
„Hast du denn nicht um Hilfe geschrien?“ fragte der Mann interessiert.
„Doch,“ sagte der Junge und schluchzte ein wenig stärker.
„Hat dich niemand gehört?“ fragte der Mann weiter, ihn liebevoll streichelnd.
„Nein“, antwortete der Junge schluchzend.
„Kannst du denn nicht lauter schreien?“ fragte der Mann,
„Nein“, sagte der Junge und blickte ihn mit neuer Hoffnung an, denn der Mann
lächelte.
„Dann gib auch den zweiten her“, sagte der Mann, nahm ihm den letzten
Groschen aus der Hand und ging unbekümmert weiter.“

Aufgaben zum Text


3. Lesen Sie den Text und übersetzen Sie die unterstrichenen Wörter und
Wortgruppen ins Russische!
2. Erklären Sie die unterstrichenen Wörter und Wortgruppen.
3. Bilden Sie Substantive von folgenden Wörtern! Weinen, vorbeigehen,
streicheln, fragen, schluchzen. Erklären Sie diese Substantive.
4. Deklinieren Sie folgende Substantive!
Nom. der Weinende ein Weinender einige Weinende alle Weinenden
Gen.
Dat.
Akk.

Wir sind mitten im Thema. Es heißt Partizipien.

75
Theorie
Bildung der Partizipien
Man unterscheidet im Deutschen das Partizip I und das Partizip II. Das Partizip I
wird vom Infinitiv des Verbes mit Hilfe des Suffixes -d gebildet:
fragen – fragend
schreiben – schreibend
Das Partizip I bilden alle Verben außer den Modalverben und dem Hilfsverb
„sein“.
Das Partizip II hat verschiedene Formen bei den schwachen Verben:
fragen – gefragt
und bei den starken Verben:
schreiben – geschrieben.
Die Bedeutung der Partizipien
Beide Partizipien haben adjektivische und verbale Eigenschaften. Ihre
adjektivischen Eigenschaften bestehen in der Möglichkeit, als Attribut gebraucht zu
werden und dekliniert zu sein: der fragende Mann – der gefragte Mann.
Ihre verbalen Eigenschaften sind folgende: 1) die Bedeutung des Genus Partizip
I hat die aktive Bedeutung: der fragende Mann = der Mann, der fragt
Partizip II der transitiven Verben hat eine passive Bedeutung: der gefragte
Mann = der Mann, der gefragt wird.
Partizip II der intransitiven Verben / passivunfähigen Verbell / hat eine aktive
Bedeutung: der abgefahrene Zug = der Zug, der abgefaren ist
2) die Bedeutung der Aktionsart:
Partizip I bezeichnet eine (noch) andauernde Handlung: der abfahrende Zug =
der Zug, der abfährt
Partizip II der intransitiven Verben bezeichnet eine abgeschlossene Handlung:
der abgefahrene Zug = der Zug, der abgefahren ist
Dieselbe Bedeutung hat auch Part. II von transitiven Verben, die
grenzbezogen sind: die gefundene Mappe ~ die Mappe, die gefunen worden ist.
Merken Sie sich:

76
a) reflexive nichtgrenzbezogene Verben werden nicht als Partizip II
gebraucht: sich kämmen, sich waschen, sich anziehen u.s.w.
b) reflexive grenzbezogene Verben werden als Partizip II ohne „sich“ gebraucht:
sich verlieben - verliebt, sich verloben - verlobt, sich erkälten - erkältet, z.B. der
verliebte Mann.
Im Partizip I behält das Verb das Reflexivpronomen „sich“, z.B. das sich
kämmende Kind.
c) als Attribut können beide Partizipien durch andere Satzglieder
erweitert werden: dann bilden sie eine erweiterte Attributsgruppe, z.B. der in meine
Freundin verliebte Mann.

Wir üben das Thema


1. Bilden Sie das Partizip I und II von den Verben:
erklären, prüfen, verbessern, schenken, wählen, öffnen, anrufen, kritisieren,
malen, übersetzen, aufgehen.
2. Verbinden Sie die gebildeten Partizipien (Üb. 1) mit folgenden
Substantiven, wo es logisch ist!
der Lehrer, der Roman, die Frau, der Aufsatz, der Freund, das Heft, der Mantel,
das Kind, der Satz, der Fehler,
3. Erklären Sie die gebildeten Wortgruppen nach dem Muster:
der erklärende Lehrer - der Lehrer, der etwas erklärt das erklärte Thema = das
Thema, das erklärt worden ist.
4. Erweitern Sie die Sätze (Üb.3) durch andere Satzglieder nach dem Muster:
Ein Lehrer, der in der Stunde einen neuen Stoff erklärt, ist ein in der Stunde
einen neuen Stoff erklärender Lehrer.
Ein Thema, das in der Stunde vom Lehrer behandelt worden ist, ist ein in der
Stunde von dem Lehrer behandeltes Thema.
5. Erklären Sie den Unterschied zwischen den Wortgruppen:
1) der prüfende Professor - der geprüfte Student
2) die das Kind lobende Mutter - das von der Mutter gelobte Kind

77
3) die aufgehende Sonne - die aufgegangene Sonne
4) das malende Kind - das gemalte Bild
5) der untersuchende Arzt - der untersuchte Patient
6) der aktiv schreibende Schriftsteller - der geschriebene Roman
7) der prüfende Lehrer - das geprüfte Heft
8) der lesende Schüler - die gelesene Erzählung
9) der vortragende Schauspieler - das vorgetragene Gedicht
10) der das Mädchen abholende Freund - das vom Freund abgeholte
Mädchen.
6. Gebrauchen Sie eines der aufgezählten Verben als Präzision!
Muster:
Er ging und sang vor sich hin.
Er ging singend vor sich hin.
1) Er lag und las.
2) Er las und saß.
3) Er stand und aß.
4) Er schlief und atmete ruhig.
5) Er las und träumte.
6) Sie sang und tanzte.
7) Die Frau sang und spielte Klavier.
8) Er wandte sich an die Frau und flüsterte etwas.
9) Die Besucher standen und betrachteten das Bild.
10) Der Schüler erzählte den Text nach und guckte dabei ins Buch.
7. Beantworten Sie folgende Fragen nach dem Muster:
- Im Hof spielen die Kinder. Sehen Sie sie?
- Ja, ich sehe die im Hof spielenden Kinder.
1) Im Phonosaal hören die Studenten Texte vom Tonband ab. Kennen
Sie sie?
2) Im Lesesaal arbeitet ein Student an seinem Referat. Ist er ein guter
Student?

78
3) Ein Mädchen sitzt am Klavier und spielt „Mondsonate“ von
Beethoven. Ist es Ihre Freundin?
4) Am Gasherd steht eine Frau und kocht etwas. Ist es Ihre Mutter?
5) Auf dem Sportplatz spielen die Jungen Fußball. Sind es Ihre
Schüler?
6) Auf der Bank sitzt eine alte Frau. Ist es Ihre Nachbarin?
7) Auf dem Blumenbeet wachsen viele schöne Blumen. Sind es
Rosen?
8) Die Schüler lernen intensiv Deutsch und zeigen gute Resultate.
Fahren sie dann nach Deutschland?
9) Am Fenster steht ein Mann und ist in Gedanken versunken. Denkt
er an seine Arbeit?
10) Im Herbst ziehen viele Vögel nach dem Süden. Kehren sie dann
zurück?
11) Am Eingang wartet auf Sie ein Junge. Ist er Ihr Bekannter?
8. Mit oder ohne „sich“?
Die /sich erholen/ Mutter, das /sich kämmen/ Kind, der /sich verspäten/ Student,
die /sich unterhalten/ Freunde, das /sich schämen/ Mädchen, der /sich anziehen/ Junge,
die /sich waschen/ Katze, der /sich rasieren/ Mann, die /sich umsehen/ Gäste, der /sich
für Romane interessieren/ Leser.
9. Gebrauchen Sie folgende Wortgruppen in den entsprechenden Situationen!
1) die sich im Sanatorium erholende Frau – die erholte Frau
2) die sich verspätenden Zuschauer – die verspäteten Zuschauer
3) das sich vor dem Spiegel kämmende Mädchen – das gekämmte
Mädchen
4) das sich oft erkältende Kind – das erkältete Kind
5) der sich rasierende Mann – der rasierte Mann
10. Was bedeuten diese Substantivierungen?
1) der Lesende – die Lesende – das Gelesene
2) der Schreibende – die Schreibende – das Geschriebene

79
3) der Diktierende – die Diktierende – das Diktierte
4) der Heimkehrende – die Heimkehrenden – die Heimgekehrten
5) der Schenkende – die Schenkenden – das Geschenkte
6) der Malende – die Malenden – das Gemalte – die Gemalten
7) der Wählende – die Wählenden – das Gewählte – der Gewählte –
die Gewählten
8) der Schmückende – die Schmückende – das Geschmückte – der
Geschmückte – die Geschmückte
11. Bilden Sie analoge Beispielsätze:
a) Dieser Mann arbeitet. - Das ist ein arbeitender Mann.
1) Dieses Kind fragt.
2) Dieser Professor prüft.
3) Diese Arbeiter erholen sich.
4) Diese Kinder spielen.
5) Die Jungen und Mädchen tanzen.
6) Der Fremde erzählt.
7) Die Katze gähnt.
8) Der Hund bellt.
9) Dieser Hund läuft.
10) Die Rose duftet.
b) Dieser Mann arbeitet in einem chemischen Werk. – Das ist ein in einem
chemischen Werk arbeitender Mann.
1) Die Mutter deckt den Tisch zum Abendbrot.
2) Das Kind zeigt der Mutter sein Spielzeug.
3) Die Studentin legt die Prüfungen glänzend ab.
4) Mein Freund interessiert sich von Kindheit an für Technik.
5) Der Zug fährt an uns mit großer Geschwindigkeit vorbei.
6) Die Freunde holen mich Punkt 7 Uhr ab.
7) Meine Tante brüht in der Küche Tee auf.
8) Dieser Schriftsteller schreibt Erzählungen und Kriminalromane.

80
9) Der Chirurg operiert den Kranken.
12. Übersetzen Sie folgende Wortgrappen schriftlich ins Russische! Merken Sie
sich: Bei der Übersetzung haben die Partizipien im Russischen temporale Varianten,
z.B. das malende Kind = а) рисующий ребёнок, b) рисовавший ребёнок.
Die Fußball spielenden Jungen, die die Wohnung aufräumende Frau, der
Anektoden erzählende Mann, die den Text übersetzenden Studenten, der das Gedicht
aufsagende Schüler, die den Schüler lobende Lehrerin, die einen Kranken
untersuchende Krankenschwester, die das Diktat schreibenden Studenten, die die
Fragen des Lehrers beantwortenden Schüler.
13. Machen Sie die Rückübersetzung der geschriebenen Wortgruppen aus
Üb.12!
14. Einige Partizipiengruppen wurden zu Phraseologismen, d.h. sie sind in ihrem
Gebrauch erstarrt, z.B.:
1) die gemolkene Kuh
2) eine melkende Kuh
3) die fahrende Habe
4) das kommende Jahr
5) mit spielender Leichtigkeit
6) in schwindelnder Höhe
7) die alleinstehende Dame
8) ein ungekrönter König
9) die gekränkte / beleidigte Leberwurst spielen
10) ein wandelndes Lexikon
11) das Land der aufgehenden Sonne
12) das Land der unbegrenzten Möglichkeiten
13) auf dem Laufenden sein / halten
14) wir sind geschiedene Leute
15) wie ein geprügelter Hund
16) aus dem Leben gegriffen
Gebrauchen Sie die angeführten Wortgruppen in den Sätzen!

81
15. Texte zum Nacherzählen
Ein modernes Bild
Ein Künstler zeigte den Besuchern ein von ihm eben gemaltes Bild. Man sah nur
die leere Leinwand im Rahmen.
„Hier, meine Herrschaften“, erklärte er, „sehen Sie eine auf der Wiese weidende
Kuh.“
„Wo ist denn das Gras?“ fragten die Zuhörer.
„Die Kuh hat es aufgefressen“, war die Antwort.
„Und wo ist die Kuh?“
„Sie ist fortgelaufen. Was soll sie noch auf der Wiese, wenn nichts mehr zu
fressen da ist!“
Der betrogene Dieb
Bei Balzac wurde einmal eingebrochen. Der durch einen plötzlichen Lärm
aufgeweckte Dichter überraschte einen Dieb bei dem Versuch, seinen Schreibtisch
nach Geld zu durchsuchen. Balzac beobachtete den Dieb einige Zeit und begann dann
plötzlich laut zu lachen.
Der Dieb erschrak und rief wütend: „Warum lachen Sie?“
„Oh, ich lache nur“, erklärte der Dichter, „weil Sie dort mit falschem Schlüssel
in der Nacht etwas suchen, was ich sogar am Tage mit dem richtigen nicht finde!“
Wie?
Gerda sitzt vor dem Fernsehapparat, strickt etwas und sieht sich ein Fußballspiel
auf dem Bildschirm an. Plötzlich klirrt eine zerbrochene Scheibe. Gerda sieht die
zerbrochene Bildschirmscheibe und einen über den Fußboden rollenden Fußball.
„Wie bekomme ich ihn bloß wieder rein?“ sagt sie verwirrt.
Am Alexanderplatz
Am Alexanderplatz ruft ein leicht angeheiterter Ausländer ein Taxi herbei, steigt
ein und wendet sich an den Fahrer: „Zum Alexanderplatz, aber schnell, bitte!“
„Wir sind schon auf dem Alexanderplatz, mein Herr“, sagt der Fahrer.
Der Ausländer greift in die Tasche, gibt dem fahrer Geld und meint mit dem
Finger drohend: „Teufelskerl! Aber das nächste Mal fahren Sie nicht so schnell!“

82
Partizipien. Partizip I mit „zu“

Neu in dieser Stunde ist der Gebrauch der Partikel „zu“ vor dem Partizip I. Mit
dieser Partikel bekommt das attributive Partizip I die Bedeutung des passiven Genus
und die modale Bedeutung der Möglichkeit oder der Notwendigkeit, z.B.:
a) die zu lösende Aufgabe = die Aufgabe, die gelöst werden kann / soll = die zu
lösen ist;
b) das zu achtende Gesetz = das Gesetz, das geachtet werden muss

Wir setzen die Arbeit am Thema fort


1. Was / wer kann so sein?
1) spannend – gespannt
2) überraschend – überrascht
3) aufregend – aufgeregt
4) empörend – empört
5) erschreckend – erschrocken
2. Gebrauchen Sie folgende Wortgruppen in den entsprechenden Situationen
und beachten Sie dabei die passive Bedeutung der Partizipien!
1) die liebende Mutter – die geliebte Muter
2) der kritisierende Student – der kritisierte Student
3) der wälilende Bürger – der gewählte Bürger
4) der weckende Vater – der geweckte Vater
5) die abholende Freundin – die abgeholte Freundin
6) die lobende Oma – die gelobte Oma
7) der anrufende Mann – der angerufene Mann
3. Versuchen Sie in den Wortgruppen (Üb.2) die Partikel „zu“ zu gebrauchen,
wo es möglich ist! Erklären Sie diese Wortgruppen und bilden Sie Beispielsätze damit!

83
4. Zeigen sie durch Beispielsituationen den temporalen Unterschied in der
Bedeutung folgender Wortgruppen:
1) die ankommende Delegation – die angekommene Delegation
2) die zurückkehrenden Eltern – die zurückgekehrten Eltern
3) die fortfliegenden Vögel – die fortgeflogenen Vögel
4) das einschlafende Kind – das eingeschlafene Kind
5) der früh aufstehende Vater – der aufgestandene Vater
6) der abfahrende Bus – der abgefahrene Bus
7) die Vorübergehenden – die Vorübergegangenen
5. Sagen Sie die Sätze grammatisch anders!
1) Das zu deklinierende Substantiv ist nicht bekannt.
2) Das zu konjugierende Verb ist stark.
3) Die zu wiederholenden Themen sind wichtig.
4) Der zu analysierende Satz ist ein Fragesatz.
5) Die zu erfüllenden Übungen sind auf der Seite 35.
6) Die zu besprechenden Fragen sind von Bedeutung.
7) Die zu beantwortenden Briefe liegen auf meinem Schreibtisch.
8) Den zu lesenden.
9) Roman kann man in der Seminarbibliothek leihen / lesen.
10) Die einzuladenen Gäste sind meine Freunde.
11) Die zu korrigierenden Fehler sind sehr grob.
6. Übersetzen Sie ins Russische!
1) Der zu untersuchende Kranke liegt auf dem
Operationstisch.
2) Die aufzuräumende Wohnung ist sehr groß.
3) Das auswendig zu lernende Gedicht gefällt mir sehr.
4) Die zu wiederholenden Vokabeln sind aus dem Hauslesen.
5) Die zu schenkenden Blumen kann man auf dem Markt kaufen.
6) Die Mutter stellte die zu begießenden Blumen auf den Balkon.
7) Der anzurufende Freund ist im Krankenhaus.

84
8) Die abzulegenden Prüfungen sind ziemlich leicht.
9) Der um 12 Uhr abzuholende Freund wartet schon.
7. Nennen Sie Antonyme mit der temporalen Bedeutung nach dem Muster:
die gemachte Arbeit – die zu machende Arbeit
Der geschriebene Aufsatz, die gemessene Temperatur, die eingenommene
Aj/nei, die verbesserten Fehler, die abgegebenen Referate, die wiederholte Kegel, die
gelösten Probleme, die überwundenen Schwierigkeiten, das genühte Kleid, die
besichtigte Ausstellung, das vorgetragene Gedicht.
8. Viele Partizipien sind substantiviert, so dass wir nicht mehr bemerken, dass
die Ableitungen von Verbalpartizipien sind, z.B.:
der Mehrte, der Angestellte, der Verwandte, der Bekannte, der Anwesende, der
Abwesende, der Gefangene, der Verletzte = der Verwundete, der Verstorbene
Gebrauchen Sie diese Substantive in den Sätzen und beachten Sie dabei die Arl
der Deklination.
9. Viele Partizipien dienen zur Charakterisierung der Menschen. Was bedeuten,
z.B. folgende Wörter? Nennen Sie positive und negative Charakterzüge!
Entschlossen, zögernd, aufbrausend, zurückhaltend, zuvorkommend,
unerschrocken, eingebildet, zerstreut, unbeherrscht, verlogen, verschlossen,
zielbewußt, aufgeregt.
10. Oft wird ein Partizip II in kurzen Antworten gebraucht, z.B.: Abgemacht!
Einverstanden! Umgekehrt!
Sagen Sie Ihrem Gesprächspartner etwas, um diese Sätze als Antwort zu
bekommen.
11. Lernen Sie folgende Sprichwörter auswendig und erzählen Sie zu einem von
ihnen eine passende Situation, ohne das Sprichwort dabei zu gebrauchen.
1) Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.
2) Gesagt - getan.
3) Leicht gesagt – schwer getan.
4) Hin ist hin, verloren ist verloren.
5) Frisch gewagt ist halb gewonnen.

85
6) Verbotene Früchte schmecken am besten.
7) Gebranntes Kind scheut das Wasser.
8) Mitgegangen, mitgefangen, mitgehangen.
9) Nach getaner Arbeit ist gui ruhen.
10) Einem geschenkten Gaul sieht man nicht ins Maul.
11) Da liegt der Hund begraben.
12) Geteilter Schmerz ist halber Schmerz, geteilte Freude ist doppelte
Freude.
13) Schlecht gefahren ist besser als gut gelaufen.
14) Ein getroffener Hund bellt.
15) Besser den Magen verrenkt als dem Wirt was geschenkt.
12. Wie verstehen Sie die folgenden Vergleiche?
wie angenagelt / angewurzelt stehenbleiben, wie angegossen sitzen, wie
angezogen reden, wie bestellt und nicht abgeholt, wie ausgewechselt sein, wie aus dem
Boden gewachsen, wie vom Donner gerührt, wie aufglühenden Kohlen sitzen.
13. Lesen Sie und übersetzen Sie!
Der Hackepeter ist rohes, gehacktes und gewürztes Fleisch vom Schwein, das
roh gegessen wird.
Das Tatar ist rohes gehacktes Rindfleisch mit Gewürzen und rohem Ei.
Das Kompott ist gekochtes Obst, das kalt als Nachtisch gegessen wird.
Der Teig ist aus verschiedenen Zutaten bereitete knetbare Masse zum Backen,
Kochen oder Braten.
Der Salat ist ein appetitanregendes, kalt serviertes Gericht oder eine Beilage
verschiedenster Zusammensetzung, besonders aus kleingeschnittenem, gewürztem
Gemüse oder Obst, Fleisch oder Fisch.
Der Saft ist eine Flüssigkeit, die aus reifen Früchten, Gemüsen oder Krautern
gewonnen / gepreßt wird.
Der Schinken ist die gegöckelte imd geräucherte Hinterkeule besonders vom
Schwein.
Das Schnitzel ist eine dünne gebratene Scheibe Fleisch ohne Knochen.

86
Der Braten ist ein gebratenes großes Stück Fleisch, das erst nach der
Zubereitung geschnitten wird.
Die Brühe ist eine würzige, meist heiß getrunkene Flüssigkeit, die dadurch
gewonnen wird, dass man Nahrungsmittel, besonders Fleisch, Knochen, Gemüse,
längere Zeit im Wasser kochen läßt.
Der Coctail ist ein gekühltes Mischgetränk aus verschiedenen Spirituosen und
Frachtsäften.
Die Soße ist eine aus dem Bratensaft oder einer anderen Grundlage hergestellte
würzige, meist gebundene, flüssige Beigabe zu einem festen Gericht.
b) Bilden Sie Zusammensetzungen mit einigen unterstrichenen Wörtern und
definieren Sie sie nach dem
Muster 1: die Brühe: Fisch-, Fleisch-, Geflügel-, Gemüse-, Hühner-, Krauter-,
Pilz-, Wurstbrülle.
Muster 2: das Kalbsschnitzel ist eine dünne gebratene Scheibe Kalbfleisch ohne
Knochen.
14. Texte zum Nacherzählen
Ein schwerer Fall
Es war nun schon das vierte Mal in diesem Jahr, dass Doktor Knoch mitten in
der Nacht zu einem wohlhabenden, aber reichlich eingebildeten Kranken gerufen
wurde.
„Nun“, fragte der Arzt den im Bett liegenden Patienten etwas ungnädig, „wo
fehlt's denn heute wieder?“
,Ich weiß es nicht“, stönte der Mann, „aber ich fühle mich elend! Ich kann nicht
schlafen, weil ich dauernd an meine Schmerzen denken muß. Ich glaube, Herr Doktor,
ich bin sehr schwer krank!“
Der Arzt untersuchte den noch immer über Schmerzen klagenden Patienten und
fragte dann ernst: „Haben Sie schon Dir Testament gemacht?“
„Um Gottes willen! Steht es so schlimm?“ fragte der weinerlich und fügte hinzu:
„Nein, ich habe es noch nicht gemacht.“
,,Dann lassen Sie sofort Ihren Rechtsanwalt kommen!“

87
„Oh...“
„Lassen Sie auch Ihre Kinder und die nächsten Verwandten kommen! Sofort!
Noch in dieser Nacht!“
Kreidebleich und am ganzen Körper zitternd, bat der Patient per Telefon seinen
Anwalt und seine Söhne zu kommen. Kraftlos ließ er sich hernach ins Bett
zurückfallen. Der Arzt ging im Zimmer auf und ab und wartete auf die vom Vater
dringend zu informierenden Söhne.
„Besteht denn gar keine Hoffnung mehr, Herr Doktor? Muss ich wirklich
sterben?“ fragte der Patient und wartete mit gespannter Aufmerksamkeit, was der Arzt
sagen wird.
„Keine Spur,“ sagte der Arzt und lächelte zufrieden, aber ich will nicht der
einzige Esel sein, den Sie mitten in der Nacht und ohne jede Ursache aus dem Bett
geholt haben.“
Genau beschrieben
Der fünfjährige Heinz hat im Gedränge seine Mutter verloren und fragt weinend
einen Erwachsenen:
„Haben Sie nicht eine Frau gesehen, ohne einen kleinen Jungen, die genauso
aussieht wie ich?“
Das Geschenk
Der alte Mann feierte seinen 80. Geburtstag. Die Bewohner des Dorfes wollten
ihm ein Geschenk machen.
„Wir schenken ihm eine Faß Wein“, rief einer, „Wein stärkt einen alten Mann.“
„Jeder Bewohner des Dorfes soll einen Liter Wein in das Faß geben“ sagte ein
zweiter.
Ein großes Faß wurde von Haus zu Haus geschickt. Jeder goß einen Liter Wein
hinein. Das Faß war voll und wurde verschlossen.
Michel freute sich und sagte: „Jch danke euch, liebe Mitbürger! Ich danke euch
vielmals! Ihr seid zu gütig! Ich kann soviel Wein nicht allein trinken. Kommt morgen
und leistet mir Gesellschaft! Ein Gläschen Wein muss jeder von euch mit mir trinken.“

88
Alle Bewohner des Dorfes nahmen die Einladung an. Das Faß wurde in die
Stube gerollt und geöffnet. Einer nach dem anderen kostete. Es war Wasser! Wie war
das möglich? Das Geheimnis ist leicht zu erklären.
Ein Bauer hatte gedacht: „Ein einziger Liter Wasser macht in einem so großen
Faß nichts aus. Ich gieße Wasser statt Wein hinein.“ Aber alle Bewohner des Dorfes
hatten dasselbe gedacht. Und so war es gekommen, daß reines Wasser im Faß war.
Der alte Mann lachte. Er kannte seine Mirbürger schon 80 Jahre!

Der Konjunktiv. Seine Bildung and Bedeutung


Eine seltsame Hochzeit
(nach Erich Kästner)
Die seltsamste Hochzeit, an die ich mich erinnere, hat sich mir deswegen
eingeprägt, weil sie überhaupt nicht stattfand. Und das lag nicht daran, dass der
Bräutigam vom Altar ,.Nein“ gesagt hätte, oder aus der Kirche geflüchtet wäre. Es lag
daran, dass es keinen Bräutigam gab! Das beste wird sein, wenn ich die Geschichte der
Reihe nach erzähle.
Eines Tages erschien bei uns ein älteres Fräulein namens Strempel, erzählte,
dass sie am kommenden Sonnabend in der St.Pauli-Kirche getraut werden würde, und
bestellte meine Mutter für acht Uhr morgens in die Oppelstraße 27, zwei Treppen
links. Sie bat die Mutter, sie möge zehn Köpfe festlich frisieren. Die Brautkutsche und
fünf Droschken seien bestellt. Das Essen liefere das Hotel „Bellevue“ mit einer
Eisbombe zum Nachtisch und einem Servierkellner im Frack. Fräulein Strempel
machte verklärte Augen und strahlte, als wäre sie ein Backfisch. Wir gratulierten ihr zu
ihrem Glück, und als sie gegangen war, gratulierten wir uns. Aber gratulierten zu früh.
Als ich am Sonnabendmittag aus der Schule kam, saß meine Mutter
niedergeschlagen in der Küche und hatte rote Augen, als ob sie geweint habe. Sie hatte
Punkt acht Uhr im Hause Oppelstraße 27, zwei Treppen links geläutet, war verblüfft
angegriffen und ärgerlich abgewiesen worden. Hier wohne kein Fräulein Strempel und
habe nie gewohnt und niemand denke daran, mittags in der St. Pauli-Kirche zu
heiraten. Meine Mutter wäre beinahe vor fremden Leuten in Tränen ausgebrochen.
89
Nun saßen wir also in der Küche und wunderten uns. Dass wir angeführt worden
waren, hatten wir begriffen. Wenn wir aber damals gewußt hätten, warum uns die
Person beschwindelt hatte!

Aufgaben zum Text


1. Lesen Sie und übersetzen Sie den Text ins Russische!
2. Stellen Sie die Liste mit den Namen der handelnden Personen zusammen!
Wer waren diese Menschen? Zeigen Sie das anhand des Textes!
3. Prüfen Sie durch die folgenden Fragen, ob Sie den Inhalt richtig verstanden
haben.
1) Woran lag es, dass die Hochzeit nicht stattfand?
2) Hat der Bräutigam vorm Altar „Nein“ gesagt?
3) Ist der Bräutigam aus der Kirche geflüchtet?
4) Was erzählte Fräulein Strempel, die sogenarmte Braut, über ihre
Trauung?
5) Worum bat sie die Mutter?
6) War die Brautkutsche schon bestellt? Und fünf Droschken?
7) Und das Essen?
8) Wie strahlte Frau Strempel? War sie wirklich ein Backfisch?
9) Die Mutter hatte rote Augen. Hat sie geweint?
10) Was hat der Besitzer der Wohnung in der Oppelstraße, 27 gesagt?
11) Ist die Mutter in Trännen ausgebrochen?
12) Haben Mutter und Sohn erfahren, warum Frau Strempel sie
beschwindelt hat?
4. Lesen Sie noch einmal die unterstrichenen Satzteile! Suchen Sie dort die
Verben und bestimmen Sie ihre Zeitformen!
5. Wollen wir nun einige Momente aus dieser Geschichte besprechen!
- Bestimmen Sie, was im ersten Absatz nicht der Wirklichkeit entspricht!
Warum ist diese Aussage falsch?

90
- Lesen Sie aufmerksam den 2. Absatz und finden Sie die Aussagen, die nicht
real sind. Begründen Sie Ihre Meinung!
- Prüfen Sie, ob im 3. und 4. Absatz alles in der Tat so ist, wie man das meint
oder will!
6. Erinnern wir uns noch einmal an die Erzählung von Tr. Strempel! Frau
Strempel sagte der Mutter,...
a) ...sie möge zehn Köpfe festlich frisieren
b) ...die Brautkutsche und fünf Droschken seien bestellt
c) .. .das Essen liefere das Hotel „Bellevue“.
Diese Worte gibt der Sohn wieder! Das ist also keine direkte Rede, sondern die
indirekte Rede.
Und nun versuchen wir, die Worte dieser Dame direkt zu formulieren!
7. Wie meinen Sie: glaubt der Junge dieser Dame oder nicht? Hat er einen
Grund, dieser Dame nicht zu vertrauen? - Noch nicht. Also, alles, was dieses Fräulein
erzählt hat, kann wahr sein, es ist möglich.
8. Noch eine Stelle im Text ist interessant und wichtig. Bestimmen Sie, wer das
gesagt hat und warum?
„Hier wohne kein Fräulein Strempel und habe nie gewohnt.“ Wem wurden diese
Worte gesagt? Glaubt die Mutter diesen Leuten? Hat sie einen Grund, die Richtigkeit
dieser Worte zu bezweifeln? - Also, ist das Gesagte möglich.
9. Und nun füllen Sie zwei Spalten aus!
A. Möglich B. Ausgeschlossen
-Sie möge 10 Köpfe festlich frisieren... - Und das lag nicht daran, dass...

10. Bestimmen Sie anhand der Analyse der Sätze in beiden Spalten was sie
ausdrücken: eine Bitte, einen Wunsch, einen Vergleich, jemandes Worte!
11. Merken Sie sich! Die Verben in den unterstrichenen Satzteilen stehen nicht
im Indikativ, sondern in einem anderen Modus, und dieser Modus heißt:
der Konjunktiv.
Bildung der Zeitformen des Konjunktivs

91
Der Konjunktiv hat 6 Zeitformen wie der Indikativ, u.z. Präsens, Präteritum,
Perfekt, Plusquamperfekt, Futur I und Futur II.
Der Konjunktiv Präsens wird vom Stamm des Verbs im Infinitiv gebildet, plus
das Suffix „e“ als Merkmal des Konjunktivs, plus Personalendungen.
Merken Sie sich! In der 1. und 3. Person Singular hat das Verb im Konjunktiv
Präsens keine Personalendungen.
fahren haben sein werden wollen können
ich fahre habe sei werde wolle könne
du fahrest habest seiest werdest wollest könnest
er fahre habe sei werde wolle könne
wir fahren haben seien werden wollen können
ihr fahret habet seiet werdet wollet könnet
sie fahren haben seien werden wollen können

Der Konjunktiv Präteritum der starken Verben wird vom Stamm des Verbs im
Präteritum Indikativ gebildet, plus das Suffix „e“ als Merkmal des Konjunktivs, plus
Personalendungen (außer der l. und 3. Person Singular). Dabei bekommen die Vokale
„ä - o – u“ den Umlaut.
lesen fahren verlieren sein haben werden
ich läse führe verlöre wäre hätte würde
du läsest führest verlörest wärest hättest würdest
er läse führe verlöre wäre hätte würde
wir läsen führen verlören wären hätten würden
ihr läset führet verlöret wäret hättet würdet
Sie läsen führen verlören wären hätten würden

Bei den schwachen Verben fallen die Formen des Konjunktivs Präteritum mit
denen des Indikativs Präteritum zusammen. Die Modalverben „können, mögen, dürfen,
müssen“ bekommen den Umlaut.
ich sagen können mögen dürfen müssen wollen
du sagte könnte möchte dürfte müsste wollte
er sagtest könntest möchtest dürftest müsstest wolltest
wir sagte könnte möchte dürfte müsste wollte
ihr sagten könnten möchten dürften müssten wollten
sie sagtet könntet möchtet dürftet müsstet wolltet
92
sagten könnten möchten dürften müssten wollten

Iт Konjunktiv Perfekt setzt sich zusammen aus den Konjunktiv Präsens- Formen
der Verben „haben“ oder „sein“ plus Partizip II des Vollverbs: er habe gesagt, er sei
gefahren.
D,r Konjunktiv Plusquamperfekt setzt sich zusammen aus den Konjunktiv
Piüteritum-Formen der Verben „haben“ und „sein“ plus Partizip II des Vollverbs: er
hätte gesagt, wäre gefahren.
Der Konjunktiv Futur I wird vom Verb „werden“ im Konjunktiv Präsens plus
Infinitiv gebildet: er werde sagen, kommen.
Der Konjunktiv Futur II wird vom Verb „werden“ im Konjunktiv Präsens plus
Infinitiv II gebildet: er werde gesagt haben, er werde gefahren sein.
Außer diesen Zeitformen hat der Konjunktiv noch zwei spezifische Formen u.z.
Konditionalis I und Konditionalis II.
Konditionalis I wird vom Verb „werden“ im Konjunktiv Präteritum plus
Infinitiv I gebildet: er würde sagen, er würde kommen.
Konditionalis II wird vom Verb „werden“ im Konjunktiv Präteritum plus
Infinitiv II gebildet: er würde gesagt haben, er würde gekommen sein.
Die Bedeutung des Konjunktivs
Der Konjunktiv hat zwei Bedeutungen: eine temporale und eine modale.
Entsprechend der modalen Bedeutung unterscheidet man zwei Arten des Konjunktivs:
a) Konjunktiv I und b) Konjunktiv II.
a) Der Konjunktiv I drückt die Möglichkeit aus. Dazu gehören die
präsentischen Formen des Konjunktivs, u.z.:
Präsens – er lese
Perfekt – er habe gelesen
Futur I, II – er werde lesen, gelesen haben
b) Der Konjunktiv II drückt die Irrealität aus. Dazu gehören präteritale Formen
des Konjunktivs, u.z.:
Präteritum – er läse

93
Plusquamperfekt – er hätte gelesen
Konditionalis I, II – er würde lesen, gelesen haben
Merken Sie sich!
Im Russischen hat „условное наклонение“ nur eine Form vom Verb in der
Vergangenheit plus Partikel „бы“, z.B.:
Не было бы дождя! (сегодня, вчера, завтра)
Dieser russische Modus kennt keinen Unterschied in der modalen Bedeutung
und fast keinen Unterschied in der temporalen Bedeutung.
Im Deutschen gehört der Konjunktiv zu den Streitproblemen (theoretisch
gesehen).
Aufgaben zum Thema
1. Bilden Sie alle Zeitformen des Konjunktivs von den Verben: laufen, nehmen,
sehen, ziehen, fliegen.
2. Gruppieren Sie verschiedene Zeitformen der Verben (Üb.l) in a)
präsentische Formen, b) präteritale Formen.
3. a) Nennen Sie alle möglichen Formen der Konjunktivsätze zu den russischen
Sätzen:
Если бы он пришел!
Если бы он не заболел!
Был бы он осторожней!
b) Konkretisieren Sie die Zeit der Handlung mit Hilfe der Wörter: damals,
morgen, jetzt.
4. Übersetzen Sie ins Russische!
1) Mit Rolf im Tor hätten wir das Spiel nicht verloren.
2) An deiner Stelle wäre ich nicht gekommen.
3) An deiner Stelle würde ich noch kommen.
4) Hätte ich Zeit gehabt, so wäre ich ins Theater mitgegangen.
5) Hätte ich Zeit, ginge ich mit ins Theater.
6) Er tat, als hätte er mich niemals gesehen.
7) Er tat, als sehe er midi zum ersten Mal.

94
8) Wäre er gesund!
9) Wäre er gesund gewesen!
10) Sie sagt, sie habe diesen Roman gelesen.
11) Ich wäre fast gefallen.
5. Konkretisieren Sie die Zeit der Handlung (Üb.4) durch das entsprechende
Wort!
Gestern, voriges Mal, überhaupt, immer
6. Beenden Sie die Sätze!
1) Wäre es jetzt....!
2) Wäre sie....! Sie sagt, sie....
3) Er tut, als.....
4) Ich frage ihn, ob.....

Konjunktiv in den irrealen Wunschsätzen

Zuerst formulieren Sie die Rgel zum Konjunktiv im irrealen Wunschsatz,


indem Sie folgende Fragen beantworten!
- Was für ein Konjunktiv wird in den Sätzen gebraucht, die den irrealen Wunsch
zum Ausdruck bringen, Konjunktiv I oder II?
- Welche Zeitformen des Konjunktivs gebraucht man, wenn sich der Wunsch
auf a) die Gegenwart, b) die Vergangenheit, c) die Zukunft bezieht?
Merken Sie sich!
Irreale Wunschsätze sind selbständige Sätze, haben aber die Form eines
Nebensatzes mit der Konjunktion „wenn“, z.B.: Wenn er doch käme!
Der irreale Wunschsatz hat auch eine konjunktionslose Variante. In diesem Fall
steht das konjugierte Verb an der Satzspitze. Am Ende des Wunschsatzes steht ein
Ausrufezeichen, z.B.: Käme er doch!
Wir üben das Thema
1. a) Übersetzen sie ins Russische!
1) Wenn das Wetter doch morgen besser wäre!
95
2) Wenn der vorige Winter nicht so kalt gewesen wäre!
3) Weim das Kind doch damals nicht so krank gewesen wäre!
4) Ach, wenn das Kind doch nicht so krank wäre!
5) Wenn der Zug morgen pünktlich ankäme!
6) Wenn der Zug rechtzeitig angekommen wäre!
7) Wenn ich die Theaterkarten im voraus gekauft hätte!
8) Wenn ich doch die Eintrittskarten ins Konzert kaufen könnte!
9) Wenn wir die Möglichkeit hätten, Berlin zu besuchen!
10) Wenn die Studenten damals die Möglichkeit gehabt hätten, die
Hauptstadt Deutschlands zu besuchen!
b) Verwandeln Sie die „wenn-Sätze" in die konjunktionslosen Sätze!
Beachten Sie die Wortfolge!
c) Gebrauchen Sie jeden Satz in der ensprechenden Situation!
2. Drücken Sie den irrealen Wunsch aus!
Meine Hand tut mir weh. Der Unterricht beginnt so früh. Die Sonne scheint
nicht hell. Der Fahrer fährt so langsam. Du bist so faul. Wir sitzen so weit von der
Bühne. Der Wind ist so stark und durchdringend. Das Wasser im Fluß ist noch so kalt.
Ich habe nicht genug Geld, um dieses Kleid zu kaufen. Der Alte sieht und hört schon
schlecht.
Unsere Mannschaft.hat das Spiel verloren. Wir sind heute zu spät nach Hause
gekommen. Das Mädchen hat seiner Mutter nicht geholfen. Leider habe ich nichts
davon gehört. Du hast das Kleid nicht einmal anprobiert. Meine Freundin hat davon
nichts gewußt. Leider hat die Schülerin die Regel nicht verstanden. Leider haben wir
diese Stunde versäumt. Leider habe ich meine Freundin nicht angerufen / nicht
abgeholt.
3. Gebrauchen Sie den Konjunktiv in folgenden Passivsätzen nach dem Muster:
Ich wurde nicht angerufen. – Wenn ich doch angerufen worden wäre!
1) Der Freund wurde nicht abgeholt.
2) Der Kranke wurde nicht operiert.
3) Dein Vorschlag wurde leider abgelehnt.

96
4) Die Briefe wurden nicht geschickt.
5) Der Brief wurde nicht genug frankiert.
6) Ich wurde nicht zum Fest eingeladen.
7) Die Fahrkarten wurden nicht gekauft.
8) Die Kinokarten wurden nicht im voraus bestellt.
9) Der Roman wurde nicht rechtzeitig gelesen.
4. Beachten Sie die Formen der Modalverben im Konjunktiv II der
Vergangenheit. Bilden Sie diese Form nach dem Muster:
Hätte ich ihn doch damals abgeholt! – Hätte ich ihn doch damals abholen
können!
Wenn ich ihn doch damals abgeholt hätte! – Wenn ich ihn doch damals hätte
abholen können!
1) Hätte er mir doch damals die Wahrheit gesagt!
2) Hätte ich ihm doch damals geholfen!
3) Hätte ich es doch früher gewußt!
4) Wäre der Zug doch damals pünktlich angekommen!
5) Hätte sie doch damals diesen Ausflug mitgemacht!
6) Wäre ich ihm doch damals begegnet!
7) Hätten wir doch diese Ausstellung besucht!
8) Hätte ich den Roman doch bis zum Ende gelesen!
9) Hätte der Student diese Frage doch beantwortet!
5. Sie haben etwas vergessen und bereuen es jetzt.
1) Ich habe vergessen, meinen Freund anzurufen.
2) Ich habe vergessen, den Regenschirm mitzunehmen.
3) Ich habe vergessen, mir den Stundenplan anzusehen.
4) Ich habe vergessen, meiner Oma ein Glückwunschtelegramm zu
schicken.
5) Ich habe vergessen, den Brief in den Briefkasten einzuwerfen.
6) Ich habe vergessen, der Freundin zum Geburtstag zu gratulieren.
7) Ich habe vergessen, die Tante zur Hochzeit einzuladen.

97
8) Ich habe vergessen, die heurige Zeitung zu kaufen.
9) Ich habe vergessen, das Referat abzugeben.
10) Ich habe vergessen, mich von den Gästen zu verabschieden.
6. Viele Menschen klagen über alles, ohne sich Mühe zu geben, es zu
verbessern.
1) Sie sagen, dass sie nicht genug Geld haben.
2) Sie sagen, dass sie kein Auto haben.
3) Sie sagen, dass sie keinen Schrebergarten oder keine Datscha
haben.
4) Sie sagen, dass sie keine freie Zeit haben.
5) Sie sagen, dass sie nicht nähen oder stricken können.
6) Sie sagen, dass ihre erwachsenen Kinder sie selten besuchen.
7) Sie sagen, dass ihre kleinen Kinder nicht höflich sind.
8) Sie sagen, dass sich ihre Kinder nicht richtig benehmen können.
9) Sie sagen, dass ihre Kinder nicht arbeitsam sind.
Wovon träumen solche Menschen?
7. Erzählen Sie die folgenden Situationen nach und beenden Sie sie logisch mit
einem irrealen Wunschsatz!
a) Heute ist ein schöner, warmer Tag. Die Sonne scheint. Der Himmel ist
wolkenlos. Sie sitzen aber zu Hause, denn morgen haben Sie eine Vorprüfung. Sie
denken...
b) Ihr Freund ist in der Prüfung durchgefallen, denn er war nicht immer fleißig
und versäumte oft den Unterricht. Jetzt sitzt er und denkt...
c) Ihr Freund reist heute ab und hat viel Gepäck mit. Sie wollen ihn zum
Bahnhof begleiten, aber Sie haben heute keine Zeit.
d) Ihr Opa hat morgen seinen Geburtstag. Sie wollen ihm zum Fest gratulieren.
Sie haben aber keine Möglichkeit, auf das Postamt zu gehen, um ihm ein Telegramm
zu schicken, und Sie denken...
e) Gestern war zwar Ihr Vater auf dem Postamt und konnte für Sie das
Telegramm aufgeben, aber leider hat er vergessen, das zu tun.

98
f) Es gibt noch eine Möglichkeit, Ihrem Opa zum Geburtstag zu gratulieren,
z.B. per Telefon. Sie können ein Ferngespräch anmelden, aber nur wenn die Leitung
frei ist.
8. In welchem Fall könnten Sie das sagen?
1) Wäre es jetzt doch Sommer!
2) Könnten wir diese Prüfimg bloß vorfristig ablegen!
3) Wenn wir einige Tage in Dresden hätten verbringen können!
4) Wenn es uns doch gelänge, in diesem Sommer nach Deutschland
zu fahren!
5) Wenn meine Freundin doch diese Reise auch hätte mitmachen
können!
6) Hätten wir doch gestern den Arzt bestellt!
7) Hätte es doch nicht geregnet!
8) Wenn sie doch gestern nicht gebadet hätte!
9) Hätten wir uns doch auf das Seminar besser vorbereitet!
10) Hätte er doch die Theaterkarten im voraus kaufen können!
9. Texte zum Nacherzählen
Ein Cowboyleben
„Ich wäre so gern Cowboy geworden und hätte gern das wilde, freie Leben
geführt, so wie man's im Kino sieht!" sagte der junge Mann aus New York. „Ich auch",
seufzte der andere. Er war wirklich Cowboy.
Glückliche Reise
Wir fuhren mit viel Gepäck in die Ferien. Da sagte der Vater: „Ach, hätten wir
auch unseren Schreibtisch mitgenommen!" „Wieso? Wie kommst du darauf?" „Weil
imsere Fahrkarten darauf Hegen."
10. Beenden Sie logisch den folgenden Dialog!
- Ich habe gestern Examen gehabt.
- Hattest du dich denn gut auf das Examen vorbereitet?
- Meinst du, ob ich gut gelernt hatte?
- Nein, ich denke daran, was du angehabt hast.

99
- Das blaue Kleid mit dem Ausschnitt.
- Prima! Was für eine Zensur hast du bekommen? Eine Eins wie immer?
- Nein, leider nur eine Vier.
- Eine Vier? Wie ist es denn das möglich?
- Der Professor war eine Frau.

Konjunktiv im irrealen Konditionalsatz

Knüpflied auf eine Unruhestifterin


(von Paul Wiens)
Wenn die Neugier nicht wär'
müsste ich nicht mehr wandern,
hätt' endlich die Ruh
und ganze Schuh', wenn die Neugier nicht wär'...
Wenn die Neugier nicht wär',
müsste ich nicht mehr wandern,
kein Kolumbus führ mehr
von der Küste zur ändern,
und die Tante Nanett
trüge dann keine Brille...
Wozu brauchte man noch –
das Schlüsselloch, wenn die Neugier nicht wär'?
Wenn die Neugier nicht wär',
müsste ich nicht mehr wandern,
kein Kolumbus führ mehr
von 'ner Küste zur anderen,
und die Tante Nanett
trüge dann keine Brille,
und die Mädchen im Bett
lägen traumlos und stille,
100
wären fast ohne Sund- und ohne Kind, wenn die Neugier nicht wär'
Wenn die Neugier nicht wär',
wollt' ich gar nicht mehr leben...
Dank dem wogenden Meer,
Dank der Tante Nanett,
Dank dem Mädchen im Bett-holdrio!
soll 's die Neugier doch geben!
1. Dieses Scherzlied ist voll von Konjunktivsätzen. Suchen Sie danach und
erklären Sie ihre Bedeutung!
2. Bestimmen Sie, in welcher Zeitform die Verben im Konjunktiv stehen und
begründen Sie die Wahl dieser Zeitformen! Merken Sie sich!
a) In den irrealen Konditionalsätzen werden dieselben Zeitformen gebraucht wie
in den irrealen Wunschsätzen.
b) Da aber der irreale Bedingungssatz ein Satzgefüge ist, so können sich die
Handlungen im Haupt- und Nebensatz auf verschiedene reale Zeiten beziehen, z.B.:
Hätte ich die Regel wiederholt, so könnte ich jetzt diese Frage beantworten,
d.h.: Ich habe die Regel nicht wiederholt (früher, gestern), darum kann ich diese Frage
nicht beantworten (jetzt).
Wir üben das Thema
l. Erklären Sie den Inhalt folgender Aussagen!
1) Hätte ich mehr Zeit, ginge ich öfter ins Theater.
2) Ich wäre gestern gern ins Theater gegangen, wenn ich frei gewesen
wäre.
3) Ich würde mich sehr freuen, wenn du mich am Sonntag besuchen
könntest.
4) Wäre er vorsichtiger, hätte er sich nicht erkältet.
5) Wäre er vorsichtiger gewesen, hätte er sich nicht erkältet.
6) Hättest du mich angerufen, könnte ich zu dir kommen.
7) Ich würde gern aufs Land fahren, wenn du mich einladen würdest.
8) Hättest du mich eingeladen, würde ich gern aufs Land mitfahren.

101
9) Wäre er ein ehrlicher Mensch, hätte er das nicht gemacht.
10) Wäre er ein ehrlicher Mensch, würde er das nicht gemacht haben.
11) Wäre er nicht so faul, hätte er das Diktat besser schreiben können.
2. Beantworten Sie folgende Fragen:
1) Was würden Sie tun, wenn Sie heute abend frei wären?
2) Was würden Sie tun, wenn Sie den Unterricht versäumt hätten?
3) Was würden Sie tun, wenn Sie einen Geldbeutel gefunden hätten?
4) Was würden Sie tun, wenn am Wochenende schönes Wetter wäre?
5) Was würden Sie tun, wenn das Wetter schlecht wäre?
6) Was würden Sie tun, wenn Sie sich schlecht fühlen würden?
7) Was würden Sie tun, wenn Ihre Freundin Sie zu ihrem Geburtstag
eingeladen hätte?
3. Beenden Sie die folgenden Situationen logisch!
1) Ihr Freund ist krank und muss einige Tage das Bett hüten, aber
wenn er gesund wäre...
2) Sie sind ein großer Bücherfreund und interessieren sich für
historische Romane. Leider haben Sie nicht immer Zeit, um neue
Bücher zu lesen, aber...
3) Morgen findet ein interessantes Konzert statt, Sie haben es aber erst
heute erfahren, aber…
4) Ihr Freund hat einen Brief aus England bekommen, er kann aber
Englisch nicht lesen...
5) Sie haben Petersburg besucht und wollten dort die Ermitage
besichtigen, leider war sie geschlossen, aber...
4. Zum Ausdruck der irrealen Bedingung in einfachen Sätzen dienen
verschiedene Präpositionalgrappen: an deiner Stelle, unter anderen Umständen,
ohne dich / ohne deine Hilfe, Unterstützung/, bei gutem Wetter # schlechtem Wetter,
bei guter Gesundheit, bei genauer Untersuchung, an einem anderen Tag usw., z.B.:
An deiner Stelle würde ich mich nicht so auffallend kleiden. An deiner Stelle
hätte ich dieses Kostüm schon längst gekauft - würde gekauft haben.

102
Sagen Sie, was Sie an der Stelle einer anderen Person machen würdengemacht
haben würden.
1) Du gibst dir beim Studium wenig Mühe.
2) Du besuchst das Theater sehr selten.
3) Du treibst wenig Sport.
4) Du bist selten in der frischen Luft.
5) Du hast den Mantel nicht einmal anprobiert.
6) Du hast dich im Sommer nicht einmal erholt.
7) Du hast das Lehrbuch nicht einmal aufgemacht.
8) Du bist so unvorsichtig.
9) Du warst so unsicher.
5. Sagen sie, was Sie unter günstigeren Umständen tun würden – getan hätten!
1) Wir waren alle gestern im Konzert. Warum sind Sie nicht
mitgegangen?
2) Warum haben Sie wenig gebadet und in der Sonne gelegen?
3) Man hat Sie eingeladen. Warum sind Sie nicht gekommen?
4) Meinen Sie, dass Sie richtig / falsch gehandelt haben?
5) Sie waren am Meer. Warum sind Sie nicht braungebrannt?
6) Warum haben Sie Ihr Referat nicht beendet?
7) Warum haben Sie Ihrer Freundin nicht geholfen?
8) Warum willst du deine Schwester nicht anrufen?
6. Beenden sie folgende Sätze!
1) Ohne Ihre Hilfe...
2) Ohne seine Unterstützung.
3) Ohne Ihre kritischen Bemerkungen...
4) Mit deiner Hilfe.
5) Beim besten Willen...
6) An einem anderen Tag...
7) An Ihrer Stelle...
8) Unter solchen Umständen…

103
7. Warum können Sie diesen Vorschlag nicht annehmen?
Muster:
Fahren Sie mit mir nach Berlin!
Ich würde mit Ihnen gern nach Berlin fahren, wenn ich eine Einladung hätte.
1) Gehen Sie mit uns in die Bibliothek!
2) Singen Sie mit uns dieses deutsche Lied!
3) Hören sie jeden Morgen den Wetterbericht!
4) Lesen Sie täglich deutsche Zeitungen!
5) Schreiben Sie öfter Briefe an Ihre Eltern!
6) Bereiten Sie sich auf jede Stunde gründlich vor!
7) Übersetzen Sie immer alle unbekannten Wörter!
8) Gehen Sie einmal im Monat zum Friseur!
8. Gebrauchen Sie den Konjunktiv in folgenden Sätzen!
Muster:
Es ist besser, im Bett zu bleiben.
Es wäre besser, wenn Sie im Bett bleiben würden / bleiben.
1) Es ist besser, die Regel sofort zu lernen.
2) Es ist besser, am Abend eine Stunde spazierenzugehen.
3) Es ist besser, ein Tonbandgerät zu Hause zu haben.
4) Es ist besser, den Unterricht nicht zu versäumen.
5) Es ist besser, die Ausstellung zu besichtigen.
6) Es ist besser, am Abend telefonisch zurückzurufen.
7) Es ist besser, ihm ein Blitztelegramm zu schicken.
9. Machen wir ein Gedankenspiel! Stellen Sie eine Kette von Aussagen
zusammen, die logisch miteinander verbunden wären, nach dem Muster:
- Wenn ich Geld hätte, würde ich mir einen Anzug kaufen.
- Wenn ich einen neuen Anzug hätte, würde ich ein neues Hemd kaufen.
- Wenn ich einen neuen Anzug und ein neues Hemd hätte, würde ich mir dazu
auch eine Krawatte kaufen.

104
- Wenn ich einen neuen Anzug, ein neues Hemd und eine neue Krawatte hätte,
würde ich mir dazu ...
10. Viele Menschen träumen oft, z.B.:
- Ich denke oft: wenn ich eine gute Stimme hätte, so könnte ich eine berühmte
Sängerin werden.
- Wenn ich eine berühmte Sängerin wäre, würde ich in vielen Städten der Welt
auftreten.
- Wenn ich in vielen Städten der Welt auftreten würde, hätte ich viele Freunde
im Ausland...
Und Sie, wovon träumen Sie?
11. Texte zum Lesen, Nacherzählen und Diskutieren
Was wäre, wenn...
... alle Kinder vom Staat Geld bekämen? Gleich viel! Ohne Ausnahme!
... dann wäre das sehr gerecht, denn dann könnten sich alle Kinder gleich viel
Eis und Lutscher und Kaugummi und Micky-Maus-Hefte kaufen
... aber dann würden manche Kinder von ihren Eltern noch etwas dazu kriegen
und manche nicht, und dann wäre wieder alles ungerecht!
... dann müßte тан eben ein Gesetz machen, welches verbietet, dass die Eltern
etwas drauflegen. Eltern rücken ohnehin nicht gern raus. Wenn es verboten wäre,
würden sie sich garantiert daran halten!
... aber manche Kinder sind sparsam und manche nicht. Die einen würden ihr
Staats-Taschengeld gleich am Morgen ausgeben, und die anderen würden es ins
Sparschwein stecken, und nach ein paar Monaten wären diese Kinder im Vergleich zu
den anderen wieder reich!
… dann müsste eben noch ein Gesetz gemacht werden! Eines, das bestimmt,
dass dieses Geld am Ende letzten Tags des Jahres seinen Wert verliert. Darin um ersten
Tag des neuen Jahres alle fetten Sparschweine keinen löchrigen Heller wert!
… unds sogar meine geizige Schwester würde in der letzten Woche des Jahres
Illilii ini'hi geizig sein und gar nicht so empört aufschreien, dass ich ihr endlich die
geborgten 10 Pfennig zurückgeben soll!

105
Was wäre, wenn....
… nicht alle Lehrer den Kindern, sondern die Kinder den Lehrern Noten geben
würden?
… dann würde es Lehrer mit Einsen geben und Lehrer mit einem
„Durchschnittszeugnis“ und Lehrer mit Fünfen!
… und dann konnten die Kinder, wem ein Lehrer etwas schlecht erklärt, sagen:
„Das war nun wirklich unter jeder Kritik! Nächsten Monat lernen Sie das ordentlich!“
… und die Kinder könnten zum Lehrer dann auch sagen: „Nehmen Sie sich ein
Vorbild am Lehrer der 3D. Der ist ein braver Lehrer!“
… und dann hätten manche Lehrer von der Schule genausoviel Angst wie
manche Schüler.
… und dann würden manche Lehrer Nachhilfeunterricht nehmen, damit sie
bessere Leistungen zeigen.
... und wer könnte dann – logischerweise – einem Lehrer Nachhilfeunterricht
geben? Natürlich, ein Kind!
… und weil ich genau Bescheid weiß, wie ein guter Lehrer sein sollte, könnte
ich mir dann mit Nachhilfestundengeben mein Taschengeld aufbessern! Un bei dem,
was wir in der Schule an Lehrern so haben, könnte ich auch noch meiner Mutier einen
neuen Wintermantel kaufen!

Was ist ein Amt?


Ein Amt ist, wenn acht Leute für das bezahlt werden, was vier billiger tun
konnten, wenn sie zu zweit wären und einer davon krank wäre.

Ein Zwiegespräch im Abteil


Ein Herr in mittlerem Alter wurde in einem Eisenbahnabteil von einem
sympatischen jungen Mann angesprochen. „Entschuldigen Sie bitte, könnten Sie mir
sagen, wie spät es ist?“
„Nein!“
„Aber warum denn nicht?“ fragte der junge Mann bestürzt.

106
„Da gibt es kein Aber und kein Warum. Sehen Sie, wenn ich Ihnen jetzt sagen
würde, wie spät es ist, würden Sie sich bei mir bedanken. Eine Weile später würden
Sie mich zu einer Tasse Kaffee in den Speisewagen einladen. Weil Sie ein netter Mann
sind, müsste ich Sie wiederum einladen, uns gelegentlich einmal zu besuchen. Zu
Hause bliebe mir dann nichts anderes übrig, als meine jüngste Tochter vorzustellen. Da
sie hübsch ist und Sie nett sind, würden Sie sich miteinander verlieben, und Sie
würden um ihre Hand anhalten.“
„Ja, wäre es dann so schlimm, wenn das alles wirklich passiert?“ fragte der
junge Mann.
„Und ob das schlimm wäre!“ Der ältere Herr war sichtlich entrüstet. „Sie
werden doch nicht etwa glauben, dass ich meine Tochter einem Mann zur Frau gebe,
der nicht einmal eine Uhr besitzt!“

Der Adler
Man fragte den Adler: „Warum erziehst du deine Jungen so hoch in der Luft?“
Der Adler antwortete: „Würden Sie sich erwachsen so nahe zur Sonne wagen, wenn
ich sie tief an der Erde erzöge?“

Der Grund des Weinens


Frau: Warum weinst du, Kind?
Kind: Ich habe,eine Mark verloren.
Frau: Ach, das macht nichts. Hier hast du eine Mark.
Der Junge nimmt die Mark, die ihm die Frau schenkt, und weint noch lauter.
Frau: Warum hörst du mit dem Weinen nicht auf?
Kind: Oh, wenn ich meine Mark nicht verloren hätte, hätte ich jetzt zwei Mark.

Ein nützliches Buch


Eine Zeitschrift ließ ihre Leser auf folgende Frage antworten: „Welches Buch
würden Sie mitnehmen, wenn Sie auf einer unbewohnten Insel wohnen sollten?“
Es gab verschiedene Antworten, man nannte Shakespeare, Swift u.a.

107
Als man diese Frage an Chesterton (1874-1936, englischer Schriftsteller) stellte,
gab er zur Antwort: „Das beste Buch wäre in diesem Falle eine Anweisung für
Bootsbau.“
11. Lesen Sie die Texte und erzählen Sie sie nach! Versuchen Sie auch logische
Beweise für die Notwendigkeit einiger Berufe zu bringen!
Bäcker
Gäbe es keine Bäcker, so hätte auch Niemand sein Brot; hätte Niemand sein
Brot, so könnte niemand Steuern zahlen; könnte niemand Steuern zahlen, so hätten wir
auch keine Fürsten; hätten wir keine Fürsten, so würden die meisten Deutschen
verzweifeln; die meisten Deutschen sollen aber nicht verzweifeln, ergo muss es auch
Bäcker geben.
Handschuhmacher
Gäbe es keine Handschuhmacher, so hätten wir Alle raube Hände; hätten Wir
Alle rauhe Hände, so hätten wir Alle grobe Fäuste; hätten wir Alle grobe Ffluste, so
würden wir unangenehm; unangenehm sollen wir aber nicht werden, ergo muss es
auch Handschuhmacher geben.
Gärtner
Gäbe es keine Gärtner, so hätten wir auch keine Orangerie; hätten wir keine
Orangerie, so verlören die Schlösser und Palais ihren schönsten Schmuck; verlören die
Schlösser und Palais ihren schönsten Schmuck, so hätten wir Deutschen einen neuen
Grund zur Klage; wir Deutschen brauchen aber keinen neuen Grund zur Klage, ergo
muss es auch Gärtner geben.
Brunnenmacher
Gäbe es keine Brunnenmacher, so gäbe es auch kein Wasser; gäbe es kein
Wasser, so hörte Alles auf; hörte Alles auf, so wären alle Conservativen verrückt;
wären alle Conservativen verrückt, so wäre auch Mancher, kein berühmter
Staatsmann; Mancher ist aber ein berühmter Staatsmann, ergo muss es auch
Brurmenmacher geben.
(Aus: „Komischer Volkskalender für 1847“)

108
Der Konjunktiv II zum Ausdruck der (un)erfüllbaren Möglichkeit, einer
unterbrochener Handlung und einer höflichen Aussage

Er könnte es selbst sagen. (Möglichkeit)


lieinahe wäre ich gefallen. (eine unterbrochene Handlung)
Würden sie bitte auf mich warten! (Höflichkeit)
Merken sie sich!
a) Bei der (un)erfüllbaren Möglichkeit wird der Konjunktiv II so gebraucht, wie
bei den irrealen Bedingungssätzen, z.B.:
Er könnte es für mich machen. (erfüllbar)
Er hätte es für mich machen können. (unerfüllbar)
b) In der Bedeutung einer unterbrochenen Handlung wird ausschließlich der
Konjunktiv Plusquamperfekt gebraucht, dabei erscheinen die Begleitungswörter „fast,
um ein Haar, beinahe“: Beinahe hätte ich mich verspätet.
c) Bei der höflichen Aussage wählt man den Konjunktiv Präteritum: Ich würde
es nicht sagen.

Aufgaben zum Thema


1. Formulieren Sie die Regeln zum Gebrauch des Konjunktivs a) in den Sätzen
mit der erfüllbaren Möglichkeit, b) in den Sätzen mit unterbrochener Handlung und c)
in den höflichen Aussagen.
2. Übersetzen Sie den Text ins Russische!
1) Ich wußte nicht, dass du krank bist, sonst wäre ich früher zu dir
gekommen.
2) Ich hätte dann alles Nötige für dich gekauft und auch in die
Apotheke gehen können.
3) Ich hätte dir etwas zum Lesen gebracht.
4) Leider wissen unsere Freunde nicht, dass du krank bist.

109
5) Sie würden dich auch gern besuchen und bei dir gerne einige
Stunden verbringen.
6) Dann würdest du dich nicht langweilen und dich nicht einsam
fühlen.
3. Formulieren Sie die folgenden Fragen noch eine Stufe höflicher!
1) Können Sie mir sagen, wie spät es ist?
2) Seien Sie so lieb und zeigen Sie mir auf dem Stadtplan, wo das
Hotel „Astoria“ liegt!
3) Wann darf ich Sie anrufen?
4) Darf ich Sie um eine Tasse Tee bitten?
5) Können Sie mir helfen, das Formular auszufüllen?
6) Darf ich Sie um einen Rat bitten?
7) Können Sie mich bis zum Bahnhof begleiten?
8) Darf ich diesen Mantel anprobieren?
9) Können Sie mir sagen, wann der Film beginnt?
10) Seien Sie so freundlich und erklären Sie mir den Weg zum
Postamt!
11) Können Sie mir Ihre Adresse geben?
12) Haben Sie mal Feuer für mich?
4. Sagen Sie, dass es hätte geschehen können!
Wir sind nicht am Institut vorbeigegangen, aber wir wären beinahe am
Institut vorbeigegangen.
1) Ich hätte mich nicht erkältet, aber ich...
2) Mein Freund verpaßte den Zug nicht, aber er..
3) Obwohl es draußen Eisglatt war, fiel ich nicht, aber ich...
4) Der Vater hat nicht vergessen, das Kind aus dem Kindergarten
abzuholen, aber er...
5) Oma hat ihre Tasche nicht verloren, aber sie...
6) Ich bin im Zug nicht eingeschlafen, aber ich...
7) Ich habe dieses Kostüm nicht gekauft, aber ich…

110
8) Ich habe meine Uhr nicht fallen lassen, aber ich...
9) Die Mutter hat das Rezept nicht vergessen, aber sie...
10) Wir stiegen nicht in eine falsche Straßenbahn ein, aber wir...
11) Die Gruppe hat sich zum Unterricht nicht verspätet, aber sie...
12) Ich bin nicht ausgerutscht, aber ich...
5. Erzählen Sie kurue Situation zu folgenden Sätzen:
1) Ich wäre fast in Ohnmacht gefallen.
2) Die Geschwister hätten sich beinahe gezankt.
3) Die Tasse wäre um ein Haar zerbrochen.
4) Ich hätte meinen Freund beinahe gekränkt.
5) Die Touristen hätten sich in dieser Stadt um ein Haar verlaufen.
6) Ich wäre fast gefallen.
7) Ich wäre an meiner Haltestelle beinahe vorbeigegangen.
8) Gestern hätte meine Freundin beinahe ein Kostüm, in Schwarz
gekauft.
9) Die Studenten wären um ein Haar zu spät ins Theater gekommen.
6. Beenden Sie den Satz, indem Sie eine der folgenden Wortgruppen
gebrauchen!
Wie wäre es mit...?
Dieser Hut, eine Tasse Kaffee, ein Theaterbesuch, ein Ausflug ins Grüne, eine
Reise nach Deutschland, eine Portion Eis, dieses Paar Schuhe, das Bolschoi-Theater,
ein Stadtrundgang, eine Stadtrundfährt.
In welchem konkreten Fall könnte man so fragen?
7. Was würden Sie tun, wenn alles erlaubt wäre?
Ich für meinen Teil würde durch die ganze Welt reisen...
8. Konkretisieren Sie die Handlung durch eine bestimmte Zeitangabe! (gestern,
heute, vorige Woche, dieses Jahr, morgen, voriges Jahr)
1) Wir könnten Sie mit dem Auto abholen.
2) Wir hätten uns sehr gut erholen können.
3) Ich hätte ankommen können.

111
4) Ich würde diesen Roman gern lesen.
5) Mein Freund ist sehr beschäftigt, sonst riefe er mich an.
6) Der Freund könnte uns besuchen.
7) Mit dem Flugzeug hätten wir Berlin schneller erreicht.
8) Du hättest eine Postkarte an deine Eltern schicken können.
9) Ihr hättet die Antwort sofort geben können.
9. Wenden Sie sich an Ihren Gesprächspartner! Als Antwort soll er sagen:
1) Das würde ich nicht sagen.
2) So was würde ich nicht behaupten.
3) Ich würde es nicht bereuen.
4) Ich würde es nicht machen.
5) Ich würde deswegen nicht streiten.
10. Sagen Sie Ihrem Gesprächspartner, dass er das früher hätte machen sollen!
(Eine nicht/mehr/erfüllbare Aufforderung).
früher daran denken, sich alles überlegen, nicht so voreilig handeln,, sich nicht
in fremde Angelegenheiten einmischen, sich nicht so auffällig benehmen, schon längst
das Rauchen aufgeben, nicht so viel Zeit umsonst verbringen / vertrödeln,
aufmerksamer beim Schreiben sein.
11. Lesen Sie den Text
Nicht Bach, Meer sollte er heißen
(aus Trommel 9/1985)
Der Komponist, Organist, Dirigent, Kapellmeister, Thomaskautor J.S. Bach
konnte auch Geige, Bratsche und Cembalo spielen. Als Organist war er berühmt durch
seine hohe Spieltechnik.
Über sieben Generationen hatte der Name Bach einen guten Klang.
Die Bachen, wie sie in ihrer thüringischen Heimat genannt wurden, heirateten in
Organisten- oder Hormusikerfamilien, besetzten Organistenposten, arbeiteten als
Kantoren, waren Hofrnusiker und Stadtmusikanten, erfreuten ihre Mitbürger bei
Hochzeiten, Kindtaufen und geselligem Beisamensein. Auch mancher Komponist war
unter ihnen.

112
J.S. Bach wurde am 21. März 1685 als Sohn des Hof- und Stadtmusikers in
Eisenach geboren. Mit neun Jahren verlor er die Mutter, mit zehn den Vater. Sein
ältester Bruder, Organist in Ohrdruf, nahm ihn auf und lehrte ihn das Klavierspielen.
In kurzer Zeit beherrschte er alle Stücke, die ihm der Bruder freiwillig zum
Lernen aufgegeben hatte. Es gab ein Buch voller Klavierstücke, das der Junge trotz
allen Bittens nicht in die Hand bekam. Das Buch lag in einem verschlossenen Schrank,
und weil Sebastian mit seinen kleinen Händen durch die Gittertür langen konnte, kam
er auf eine Idee.
Nachts, wenn alles schlief, holte er sich das Buch heraus. Er schrieb es ab, und
weil er kein Licht hatte, tat er das bei Mondschein. Nach sechs Monaten hatte er das
geschafft. Er versuchte, die Noten heimlich zu benutzen, doch sein Bruder kam
dahinter und nahm sie ihm ab.
Das aber hielt Bachs Weg nicht auf.
Als Organist wirkte Bach zunächat in Arnstadt und Mühlhausen, dann als
Hofkonzertmeister in Weimar. 1717 ging er als Hofkapellmeister nach Köthen und
sechs Jahre später als Thomaskantor nach Leipzig.
Das Amt des Thomaskantors und städtischen Musikdirektors galt schon zu
Bachs Zeiten seit 200 Jahren als eines der vornehmsten Ämter, nach denen ein
deutscher Musiker streben könnte. Die Aufforderungen waren hoch. Wöchentlich hatte
der Kantor eine Kantate zu komponieren und mit dem Thomanerchor einzustudieren
und aufzuführen. Zu kirchlichen Festtagen, vor allem zu Weihnachten und Ostern,
wurden größere Werke, Oratorien und Passionen dargeboten. Daneben blieb in der
Familie Zeit für Hausmusik, und Bach spielte auch in Leipziger Kaffeehäusern.
Als er Organist in Amstadt, Mühlhausen und Weimar war, komponierte er
Orgelmusik und Kirchenkantaten. Seine geniale musikalische Begabung und sein Fleiß
haben ein Werk hinterlassen, das ihn zu den größten Komponisten der
Musikgeschichte macht.
12. Nun bilden Sie zu den angegebenen Situationen Satzreihen mit einem
irrealen „sonst“-Satz nach dem Muster:

113
Allem Anschein nach war Christoph Bach kein guter Pädagoge. Er ließ seinen
Bruder mehrere Tage immer dasselbe spielen.
Allem Anschein nach war Christoph Bach kein guter Pädagoge, sonst hätte er
seinen Bruder nicht mehrere Tage immer dasselbe spielen lassen.
Ohne Zweifel war J.S. Bach ein genialer Musiker. Er war ja Komponist,
Organist, Dirigent, Kapellmeister und Thomaskantor.
Die Bachen pflegten musikalische Traditionen. Sie heirateten in Organistenoder
Hofmusikfamilien, besetzten Organistenposten, arbeiteten als Kantoren...
Die Bachen waren in ganz Deutschland seit vielen Jahrzehnten bekannt. Über
sieben Generationen hatte dieser Name einen guten Klang.
Sehr früh blieb Bach ohne Eltern. Sein ältester Bruder nahm ihn auf. Mit viel
Fleiß übte der Junge Klavierstücke. Er beherrschte sie alle in kurzer Zeit.
Sebastian gefiel auch die moderne Musik. Er schrieb sie aus dem verbotenen
Buch ab.
Beim Abschreiben der Noten im Dunkel musste der Junge seine Augen
anstrengen. Er verdarb sie für sein ganzes Leben.
Beim Anblick der abgeschriebenen Noten geriet Christoph in Zorn. Er
verbrannte sie.
Mit Erfolg wirkte Bach als Organist in Arnstadt und Mühlhausen. 1717 ging er
als Thomaskantor nach Leipzig.
Das Amt des Thomaskantors galt als eines der vornehmsten Ämter in
Deutschland. Viele deutsche Musiker strebten danach.
Musik war Bachs Leben. Er verbrachte sehr viel Zeit mit dem Thomanerchor,
spielte in Leipziger Kaffeehäusern und machte Hausmusik.
Seine geniale musikalische Begabung war überall bekannt. Seine Werke haben
ihn zu den größten Komponisten der Musikgeschichte gemacht.
13. Texte zum Nacherzählen
Beinahe hätte ich meine Uhr verloren
Auf dem Wege nach Hause sagte Otto: „Du, Hugo, beinahe hätte ich meine Uhr
verloren...“

114
„Wieso beinahe?“
„Na ja, die Uhr ist stehengeblieben, und ich bin weitergegangen.“
Eine Schlange
„Unlängst wäre ich vor Schreck fast gestorben! Stellen Sie sich vor, ich gehe
durch den Wald spazieren und plötzlich sehe ich eine Schlange.“
„Na und?“
„Nichts. Ich sehe genauer hin und bemerke, dass es bloß ein Stock ist.“
„Warum sind Sie dann so erschrocken?“
„Weil der Stock, den ich packte, um die Schlange totzuschlagen, sich als eine
Schlange erwies.“
Die Macht der Gewohnheit
„Keine Arznei kann Ihnen helfen“, sagt der Arzt seinem Patienten.
„Was Sie brauchen, ist eine Veränderung der Lebensweise. Fahren Sie
irgendwohin weit fort in ein ruhiges Dorf für einen Monat. Gehen Sie früher zu Bett,
essen Sie mehr Gemüse, trinken Sie Milch und rauchen Sie nur eine Zigarette am
Tag.“
Einen Monat später kommt der Patient wieder zum Arzt. Auf die Frage des
Arztes, ob ihm diese neue Methode geholfen hat, sagt der Patient: „Ja, Herr Doktor. Ihr
Rat half mir außerordentlich gut. Ich ging früh schlafen, und machte andere Dinge, die
Sie mir empfohlen haben. Aber ich muss Ihnen sagen, Herr Doktor, dass eine Zigarette
am Tage mich zuerst beinahe getötet hätte. Es ist kein Spaß, sich in meinem Alter an
das Rauchen zu gewöhnen.“

Der Konjunktiv in der indirekten Rede und in der indirekten Frage

Die rasende Luftratte oder wie der Mäusemotor erfunden wurde

Stephans Geschichte begann mit einem Ärger. Er wurde ständig von den
Erwachsenen gefragt, was er denn einmal werden wolle, wenn er die Schule hinter sich
gebracht haben würde. An seinem neunten Geburtstag antwortete er seinem Onkel, er
115
werde Erfinder. Nachdem sich das Lachen des Onkels, seiner Frau und der anderen
herumstehenden Verwandten gelegt hatte, fugte er noch hinzu, dass er einen neuen
Motor erfinden wolle, der ohne Gestank und Abgase arbeitet. Nun lachten die
herumstehenden Verwandten, während der Onkel die Lippen zu einem Fragezeichen
verzog. Er vermutete nämlich, dass die Bemerkung gegen sein stinkendes Auto
gerichtet war, mit dem er seit dreißig Jahren zu allen Geburtstagen und ähnlichen
Feiern aufkreuzte.
„Erfinder, soso“, wiederholte der Onkel. „Ich wollte auch einmal die Welt
umschiffen.“ Er lachte über den eigenen Witz, von dem er dachte, dass er einer wäre.
Die anderen Verwandten lachten nicht. Sie mochten den alten, Isegrimm nicht. Zum
Beispiel behauptete er, dass die Welt bald untergehe. Dass es keinen Sinn habe, sich
anzustrengen. Außerdem liebte er Kinder nicht. Weil er immer Rosinen im Kopf
hätten. Darüber war seine Frau traurig. Sie wollte gern einen Jungen wie Stephan. „Du
wirst schon sehen“, sagte Stephan.
Die Tante, also die Frau des Onkels, nickte beifällig. „Gib ihm Saures!“
Erfindungen lassen sich bekanntlich auf sich warten. Schon fürchtete Stephan, er
könnte seinen zehnten Geburtstag nicht als Erfinder eines Motors feiern. Da geschah
es...
Eines Tages brachte Stephans Vater eine weiße Maus nach Hause. Sein Freund,
ein Verkehrspolizist, hatte sie ihm geschenkt...
Sie bewohnte einen viereckigen Glasbehälter. Karottchen durften auf
Sägespänen und Zeitungsschnipseln herumliegen. Das Faulenzen aber gefiel ihr nicht
lange. Sie versuchte, an den Wänden hinaufzuklettern und auf den Hinterbeinen zu
tanzen. Stephan konnte nicht einschlafen, wenn er hörte, wie die Maus radierte. Eines
Tages war ihm, als hätte jemand mit der Hand auf den Fußboden geschlagen. Er
machte Licht und erschrack. Karottchen war verschwunden. Wo war sie? Stephan sah
unters Bett. Dort saß sie. Als er zugreifen wollte, sprang sie in den Pantoffel. Von dort
unter den Schrank und so weiter. Eingefangen wurde die Maus schließlich mit Hilfe
der ganzen Familie.

116
In diesem Augenblick sagte Stephan seinen in der ganzen Welt und darüber
hinaus bekannten Satz: „Hier muss ein Rad sein...“

Aufgaben zum Text


1. Finden Sie im Text Sätze, wo die Verben im Konjunktiv stehen! Bestimmen
Sie die Zeitformen dieser Verben!
2. Erklären Sie den Gebrauch des Indikativs und verschiedener Zeitformen des
Konjunktivs in den Textsätzen!
Formulieren Sie die Regel über den Gebrauch der Zeitformen des
Konjunktivs in der indirekten Frage oder Rede!
3. Merken Sie sich!
a) Der Konjunktiv Präsens wird mehr in der literarischen (Schrift-)Sprache
gebraucht, während der Konjunktiv Präteritum mehr häufig in der gesprochenen
Sprache anzutreffen ist.
b) Zur Wiedergabe der indirekten Rede dienen auch andere Mittel, u.z. direkte
Rede, Indikativ in der indirekten Rede und Paraphrasen:
Peter behauptet, er hätte mir mehrmals geschrieben.
Peter behauptet, dass er mir mehrmals geschrieben hat.
Peter will mir mehrmals geschrieben haben.
Peter gibt vor, mir mehrmals geschrieben zu haben.
Peter hat mir angeblich mehrmals geschrieben.
Nach seinen eigenen Angaben hat Peter mir mehrmals geschrieben.
Wie Peter sagt, hat er mir mehrmals geschrieben.

Aufgaben zum Thema


1. Ersetzen Sie die direkte Rede durch die indirekte mit dem a) Indikativ, b)
Konjunktiv!
Monika sagt: „Mein Freund kommt heute in Moskau an.“
Monika sagt, dass ihr Freund heute in Moskau ankommt.
Monika sagt, ihr Freund komme heute in Moskau an.

117
1) Der Professor erzählte den Studenten: „Leben existiert nicht nur auf
der Erde.“
2) Die Studenten fragten: „Haben die russischen Gelehrten an diesem
Problem gearbeitet?“
3) Meine Mutter sagte mir am Morgen: „Ich fühle mich heute krank.“
4) Der Arzt sagte: „Ich verschreibe Ihnen eine Arznei.“
5) Der Sohn sagt: „Diese Aufgabe ist sehr leicht. Ich kann sie sehr
schnell lösen.“
6) Die Eltern sagen: „Wir sind mit unserem Sohn zufrieden. Wir
können auch nichts schlechtes über die Tochter sagen.“
7) Meine Freundin versprach mir: „Ich werde dir oft schreiben. Und
im Sommer werden wir uns wieder sehen.“
8) Meine Schwester erzählte mir vor kurzem: „Ich bekomme bald eine
Einzimmerwohnung. Das Zimmer ist groß genug. Die Küche ist
modern eingerichtet. Ich brauche einen Fernsehapparat. Ich möchte
auch ein neues Sofa und eine moderne Anrichte kaufen.“
9) Eine Studentin ist in der Prüfung durchgefallen. Sie weint: „Ich bin
selbst daran schuld. Ich habe die Regeln nicht gelernt. Ich bin zu
viel spazierengegangen und habe das Studium nicht ernst
genommen.“
10) Ein Tourist sagte einem Passanten: „Ich bin hier fremd und habe
mich wahrscheinlich verirrt. Ich suche ein Hotel. Es soll irgendwo
in der Nähe sein.“
2. Ersetzen Sie die direkte Frage durch indirekte im a) Indikativ, b)
Konjunktiv!
Muster:
Man fragt mich: „Liest jeder Student täglich deutsch?"
Man fragt mich, ob jeder Student täglich deutsch liest.
Man fragt mich, ob jeder Student täglich deutsch lese.
1) Der Lehrer fragte den Studenten: „Haben Sie alles verstanden?“

118
2) Der Lehrer fragte den Studenten: „Können Sie diesen Satz
übersetzen?“
3) Der Lehrer fragte den Studenten: „Sehen Sie Ihren Fehler?“
4) Der Innrer fragte den Studenten: „Sind Sie mit Ihrer Antwort
zufrieden?“
5) Der Lehrer fragte den Studenten: „Wieviel Prüfungen haben Sie?“
6) Der Lehrer fragte den Studenten: „Warum haben Sie den Text
nicht gelesen?“
7) Der Lehrer fragte den Studenten: „Was verstehen Sie nicht?“
8) Der Lehrer fragte den Studenten: „Brauchen Sie eine
Konsultation?“
9) Der Lehrer fragte den Studenten: „Warum fehlt heute Ihr Freund?“
10) Der Lehrer fragte den Studenten: „Was ist Ihr Hobby?“
3. Verwandeln Sie die Imperativsätze in die indirekte Rede mit dem Konjunktiv
nach dem Muster:
Die Mutter bittet ihre Tochter: „Hole deinen Bruder aus dem Kindergarten."
Die Mutter bittet ihre Tochter, sie möge ihren Bruder aus dem Kindergarten
abholen.
Die Mutter sagt ihrer Tochter, sie solle ihren Bruder aus dem Kindergarten
abholen.
1) Die Mutter bittet ihre Tochter: „Räume die Wohnung auf!“
2) Die Mutter bittet ihre Tochter: „Hole zwei Tassen aus der Küche!“
3) Die Mutter bittet ihre Tochter: „Kaufe heute Brot und Butter
zum Frühstück!“
4) Die Mutter bittet ihre Tochter: „Bringe deine Haare in Ordnung!“
5) Die Mutter bittet ihre Tochter: „Mach' das Klappfenster auf!“
6) Die Mutter bittet ihre Tochter: „Schalte das Radio ein!“
7) Die Mutter bittet ihre Tochter: „Beeile dich!“
8) Die Mutter bittet ihre Tochter: „Sei aufmerksam!“
9) Die Mutter bittet ihre Tochter: „Zieh dich warm an!“

119
10) Die Mutter bittet ihre Tochter: „Wasche deine Hände!“
4. Wenden Sie sich an Ihren Gesprächspartner mit einer Frage, Bitte oder
Mitteilung! Ihr Gesprächspartner soll sie in die indirekte Rede verwandeln.
5. Schreiben Sie einen Brief an Ihren Freund, in dem Sie ihm über a) Ihr
Studium, b) ein Fest, c) einen Ausflug erzählen.
Ist Ihr Brief fertig, dann geben Sie ihn Ihrem Freund, der den Inhalt des Briefes
in der indirekten Rede wiedergeben soll, etwa so: Meine Freundin heißt Monika. Sie
ist Lehrerin und schreibt mir, sie arbeite in der Schule. Die Schule sei groß und hell.
Mit der Arbeit sei sie sehr zufrieden. Ihrer Mutter gehe es ganz gut. Im Sommer wolle
sie nach Russland fahren, wenn nichts dazwischen komme.
6. Übersetzen Sie den folgenden Bericht ins Russische! Bestimmen Sie die
Textsorte und den hier vorherrschenden Modus! Welche Zeitformen werden in solchen
Texten bevorzugt und warum?

Eine ausgewogene Berichterstattung...


(Nicht ganz ernst zu nehmen.)
In der Diskussion meinte der Wortführer der Opposition, in dieser Frage gebe es
keine Kompromisse, denn wer wolle bestreiten - das sei klar-wenn es dazu komme,
und das könne doch niemand behaupten. Dies* müsse nun einmal in aller Deutlichkeit
gesagt werden, denn wer habe denn in den letzten Jahren, imd das stehe auch nicht im
Widersprach dazu, wie jedermann wisse. Außerdem solle man bedenken, wer denn
hier die Unwahrheit säge, man werde ja sehen, wohin man mit diesen Methoden
komme, die ja hinreichend bekannt seien. Hier liege doch das Hauptproblem, da gebe
es keinen Zweifel. Trotz alledem, er bleibe dabei, wenn überhaupt, so doch hier und
heute, er wolle dies noch einmal unterstreichen.
Darauf entgegnete der Regierungssprecher, man solle doch vor der eigenen
Türe kehren, schließlich und endlich sei das eine böswillige Unterstellung. Er räumte
ein, es gehe nicht an, was auch immer geschehen sei - aber niemand wolle ernsthaft
behaupten, was außer Frage stehe. Man solle vielmehr bedenken, hier seien alle
aufgerufen, draußen im Lande, man denke auch an die Brüder imd Schwestern im

120
anderen Teil Deutschlands. Er bekräftigte, seine Partei setze sich dafür ein,
dementsprechende Maßnahmen und zwar sofort an Ort und Stelle gemäß den
politischen Erfordernissen, und das habe man ja schon immergesagt.
7. Lesen Sie ein Interview. Merken Sie sich die Textsorte und die in diesem Text
gebräuchlichsten Zeitformen der Verben! Machen Sie die schriftliche
Zusammenfassung des Interviews!
Stefani ist fast 19. Sie geht noch ins Gymnasium und wohnt zu Hause bei den
Eltern. Dort hat sie ihr eigenes Zimmer.
Reporter: Stefani, wie ist es bei dir? Würdest du gerne von zu Hause
wegziehen?
Stefani: Ja, ich würde gern von zu Hause ausziehen, wenn ich könnte. Aber ich
kann nicht, weil ich nicht genügend Geld dafür habe.
R.: Was würden dann deine Eltern sagen, wenn du ausziehen würdest?
S.: Ach, ich glaub', jetzt würden Sie nichts mehr dagegen sagen. Jetzt bin ich alt
genug dafür.
R.: Denkst du, dass du Schwierigkeiten bekommen hättest, wenn du, sagen wir
mal, mit 17 hättest ausziehen wollen.
S.: Ich glaub', ich hätte Schwierigkeiten bekommen.
R.: Und warum?
S.: Hm.. Ich glaub', meine Eltern hätten dann gesagt, dass ich noch zu jung bin,
um schon allein eine Wohnung zu haben. Und vielleicht, dass ich lieber zu Hause
bleiben soll. Und... Also, dann glaub' ich, dass viele Konflikte zwischen den Eltern und
Kindern vermieden werden könnten, wenn die Eltern und ihre Kinder viel mehr
miteinander reden würden.
8. Erzählen Sie folgende Witze nach und gebrauchen Sie die indirekte Rede!
Vaters Hilfe
„Fritz, hast du deinen Aufsatz wirklich allein gemacht?“
„Ja, Herr Lehrer. Nur bei der Ermordung Wallensteins hat mir mein Vater
geholfen.“
Macht nichts

121
„Ich habe schmutzige Füße und möchte deshalb nicht in die Wohnung
kommen“, sagt Herr Müller seiner Nachbarin.
„Aber das macht nichts, Herr Müller. Sie können ja die Schuhe anbehalten.“
Die Lebensdauer der Mäuse
„Wie lange leben die Mäuse?“
„Das hängt von der Katze ab.“
Belesen
Der Lehrer fragt die Schüler: „Habt ihr schon vom Barbier von Sevilla gehört?“
Alfred antwortet darauf: „Ich nicht, Herr Lehrer, mein Vater rasiert sich selbst.“
Er hat sich geirrt
„Warum weinst du, Fritzchen?“
„Ich habe aus Versehen meine Bonbons aufgefressen.“
„Aber das ist doch kein Grund zum Weinen.“
„Ich habe doch gedacht, es wären Karlchens.“
Das Kennzeichen
„Woran erkennst du eigentlich, ob ein Huhn alt oder jung ist?“
„An den Zähnen.“
„Unsinn. Hühner haben doch keine Zähne.“
„Aber ich!“

„Wie alt ist Ihre Kuh, Herr Meier?“


„Zwei Jahre alt.“
„Woran erkennt man das?“
„An den Hörnern.“
„Ach, natürlich. Sie hat zwei Hörner.“
Er hat nichts gesehen
Mutter: „Ich habe heute früh zwei Stück Kuchen in den Schrank gelegt,
Karlchen, und jetzt ist nur ein Stück da. Wie kannst du das erklären?“
Karlchen: „Das kann ich nicht sagen. Es war dort so dunkel, dass ich das andere
Stück gar nicht gesehen habe.“

122
Logik
„Junge, dein verflixter Hund hat mein Huhn gefressen.“
„Danke für die Information. Heute bekommt er schon nichts mehr zu fressen.“
Nie gesehen
Ein Artist bereitete einen neuen Trick vor. Er bat seinen kleinen Sohn, ihm zu
helfen.
„Wenn ich einen kleinen Jungen auf die Arena zu kommen bitte, sollst du sofort
kommen. Aber du sollst dem Publikum nicht zeigen, dass du mich kennst.“
Der Junge sagte, dass er alles verstanden habe, und als der Artist um Hilfe bat,
kam er schnell nach vorn und erschien sofort auf der Arena.
„Komm mal her, Junge. Sag, du hast mich doch früher nie gesehen, nicht wahr?“
„Nein, Vati“, antwortete der Junge.

Konjunktiv im irrealen Vergleichsatz

Das Kind sieht so aus, als ob es krank sei / wäre.


Das Kind sieht so aus, als ob es krank gewesen sei / gewesen wäre.
Das Kind sieht so aus, als ob es in Tränen ausbrechen werde / würde.
Merken Sre sich! Man gebraucht den Konjunktiv in den irrealen
Vergleichssätzen so, wie in der indirekten Rede.

Aufgaben zum Thema


1. Formulieren Sie die Regel über den Gebrauch des Konjunktivs in den irrealen
Komparativsätzen.
2. Übersetzen Sie ins Russische!
1) Sie singt so schön, als ob sie Sängerin wäre / sei.
2) Sie singt so schön, als ob sie Sängerin gewesen sei / gewesen wäre.
3) Im Nebenzimmer ist es so still, als ob dort niemand wohnen würde.
4) Dein Gesicht ist so braun, als ob du eben aus dem Süden
zurückgekehrt wärest.
123
5) Sie tut so, als ob sie mich nicht kennen würde.
6) Es war so warm, als ob es schon Sommer wäre.
7) Die Studentin erteilt ihre Stunde so, als ob sie eine erfahrene
Lehrerin wäre.
8) Sie sieht mich so an, als ob sie meine Frage nicht verstanden habe /
verstanden hätte.
3. Transformieren Sie die Sätze mit der Konjunktion „als ob“ oder mit
der Konjunktion „als“ nach dem Muster:
Sie singt so, als ob sie Sängerin sei.
Sie singt so, als sei sie Sängerin.
Sie singt so, als ob sie Sängerin gewesen sei.
Sie singt so, als sei sie Sängerin gewesen.
(Sieh Beispiele aus der Üb.2!)
4. Beenden Sie die folgenden Aussagen!
1) Draußen ist es so dunkel, als ob...
2) Meine Freundin ist so glücklich, als...
3) Der Vater sieht so aus, ais...
4) Ich bin so aufgeregt, als ob...
5) Nie spricht deutsch so gut, als.
6) Das Kind kann so schön malen, als ob...
7) Die Freunde fallen einander um den Hals, als ob...
8) Warum sprichst du so leise, als ob...
9) Hs ist im Zimmer so schwül, als ob...
5. Verneinen Sie die Frage nach dem Muster:
Versteht sie denn das nicht? - Ach wo! Sie tut nur so, als ob sie das nicht
verstände/verstünde (alt) /verstehen würde.
1) Ist sie wirklich so sehr beschäftigt?
2) Hat sie denn unsere Verabredung vergessen?
3) Kann sie wirklich nicht singen?
4) Weißt du detm nichts davon?

124
5) Kennt er sie nicht?
6) Hat sie ihn denn nicht erkannt?
7) Versteht sie meine Frage nicht?
8) Hat sie meine Frage denn nicht gehört?
9) Kann das Kind noch nicht lesen?
10) Muss sie unbedingt dorthin?
6. Bezweifeln Sie das Gefragte nach dem Muster:
Sind Sie mit diesem Menschen schon längst bekannt?
Ich bin nicht sicher, aber es ist mir, als sei ich mit ihm bekannt.
1) Warst du hier schon einmal?
2) Siehst du es zum ersten Mal?
3) Tut dir etwas weh?
4) Hat sie alle Prüfungen gut bestanden?
5) Fühlt sie sich schon besser?
6) Hört er jemandes Stimme?
7) Hat sie einen Schatten bemerkt?
8) Hat sie geträumt?
9) Hat sich deine Freundin erholt?
10) Kann dieser Student das Gedicht fehlerfrei aufsagen?
11) Kommt er absichtlich zu spät?
7. Beantworten Sie folgende Fragen!
1) Wie spricht dieser Student Deutsch? Und Englisch?
2) Wie sieht Dir Freund aus?
3) Sie wissen, dass Ihre Schwester nur zu Hause Klavierspielen
gelernt hat. Wie spielt sie aber Klavier?
4) Sie wissen, dass diese Studentin den Roman „Drei Kameraden“
nicht gelesenhat. Wie bespricht sie aber den Inhalt?
5) Ihr Bruder hat die neue Ausstellung nicht besucht Wie spricht er
doch über diese Ausstellung?
6) Wie tanzt dieses Mädchen?

125
7) Der Schüler hat die Hausaufgabe nicht vorbereitet. Wie antwortet
er aber in der Stunde?
8) Dieser Junge ist kein Sportler. Wie läuft er aber Ski?
8. Verbinden Sie zwei Sätze zu einem Komparativsatz mit dem Konjunktiv!
1) Alle Menschen waren aufgeregt. War etwas passiert?
2) Das Kind weinte. Hat man es beleidigt?
3) Es war mir so: ich höre Musik.
4) Das Gesicht zuckte. Wollte die Mutter weinen?
5) Wir sprechen leise. Schläft jemand?
6) Die Studentin ist sehr glücklich. Hat sie alle Prüfungen gut
abgelegt?
7) Sie sehen blaß aus. Haben sie Zahnschmerzen?
8) Erika betrachtet das Bild aufmerksam. Sieht sie es zum ersten Mal?
9) Sie sind überrascht. Hören Sie es zum ersten Mal?
9. Äußern Sie Ihre Vermutung, warum es so ist!
1) Es ist heute so kalt draußen.
2) Sie hat ein Gesicht wie zehn Tage Regenwetter.
3) Er strahlt über das ganze Gesicht.
4) Sie sehen traurig aus.
5) Es wurde plötzlich dunkel im Zimmer.
6) Er blieb wie angewurzelt stehen.
7) Sie machte große Augen.
8) Sie schüttelte den Kopf.
9) Sie nickte mit dem Kopf.
10) Sie verzog den Mund.
10. Formulieren Sie die folgenden Vergleiche anders!
Wie bestellt und nicht abgeholt; es geht wie geschmiert; wie aus dem Boden
gewachsen sein; wie die Pilze nach dem warmen Regen; wie ein Blitz aus heiterem
Himmel; sich wie im siebenten Himmel fühlen; wie vom Donner gerührt; wie im
Himmel leben; wie vom Himmel gefallen; wie aus allen Wolken gefallen; wie vor den

126
Kopf geschlagen; wie Gott in Frankreich leben; wie ein junger Gott tanzen / spielen;
wie ein Grab schweigen; sich fühlen wie ein Fisch im Wasser; sich aufblasen wie ein
Frosch; aussehen wie ein lebendiges Fragezeichen; matt sein wie eine Fliege; passen
wie der Esel zum Lautenschlagen.
11. Zum Nacherzählen
Wie zu Hause
Willy saß im Cafe. Nach dem Moka wollte er seine Pfeife anstecken und fragte
die Dame an seinem Tisch: „Erlauben Sie, dass ich rauche?“
„Bitte“, lächelte sie freundlich. „Tun Sie nur so, als wären Sie zu Hause!“
„Schade“, sagte Willy und legte seine Pfeife wieder in die Tasche.

Der potentiale Konjunktiv

In diesem Bereich wird der Konjunktiv Präsens gebraucht, der eine


iPttliMcrbare Annahme, einen erfüllbaren Wunsch, eine Anweisung oder eine Absicht
ausdrücken kann.
Die Bedeutung einer realisierbaren Annahme ist oft im wissenschaftlichen Stil
zu treffen: ABC sei ein gleichschenkliges Dreieck.
Die Bedeutung einer Anweisung ist in den Rezepten (vor allem älterer
Kochbücher) zu finden: Man nehme 100 Gr. Mehl...
Die Bedeutung eines erfüllbaren Wunsches ist oft in Losungen
anzutreffen und ist der Bedeutung des Imperativs nah: Es lebe unser Vaterland! Möge
der Friede in jedem Haus sein!
Die Bedeutung einer Absicht ist dem Wunsch nah: Der Schüler hebt die Hand,
damit der Lehrer ihn sehe. Sie sorgt dafür, dass das Kind richtig lese.
In den Konzessivsätzen realisiert sich die Bedeutung der Einschränkung: Jeder
Mensch, so durchschnittlich er auch sei, hat seine Würde.

Aufgaben zum Thema

127
1. Übersetzen sie den Text ins Russische! Bestimmen Sie die Bedeutung des
Konjunktivs!
Russischer Kuchen
Man bilde mit 250 gramm Mehl eine Scheibe, in die Mitte fülle man 40 Gr.
Butter, 20 Gr. Zucker, 50 Gr. Schokolade, ein Glas Milch, etwas Salz, einen Teelöffel
Natron, ein Ei.
Man mische alles durcheinander. Dann schneide man alles ein mit Butter,
schneide aus dem Teig kleine Scheiben aus und lege sie auf ein mit Butter bestrichenes
Backblech und backe sie einige Minuten. Man nehme sie dann heraus, beschmiere sie
mit Konfitüre und lege je zwei aufeinander.
2. Schreiben Sie folgende Kochrezepte, indem Sie den Konjunktiv
gebrauchen!
a) Milchsuppe
l ¼ Milch, 3 bis 4 Eßl. Zucker, Salz
1 Päckchen Vanillinzucker
2 Eßl. Stärkemehl, 2 Eigelb, l Ei
Milch, Zucker und Gewürze aufkochen und mit dem in wenig kaltem Wasser
angerührten Stärkemehl binden. Die Suppe vom Feuer nehmen und mit dem Eigelb
abziehen. Durch einen Stich Butter läßt sich die Suppe verfeinem.
Kinder essen die Suppe lieber, wenn ein Schuß Fruchtsirup darübergegossen
wird.
b) Ungewohnt für dir Ausländer ist ein Gericht, das die Deutschen gern essen: es
ist durch den Fleischwolf gedrehtes rohes Schweinefleisch oder Rindfleisch. Ins
Fleisch tut man je nach Geschmack Salz, Pfeffer, Zwiebel und Knoblauch. Das mengt
man mit einer Gabel kräftig durch. Dann ißt man es mit Brot.
Rohes Schweinefleisch nennt man Hackpeter und rohes Rindfleisch heißt Tatar.
3. Drücken Sie einen Wunsch aus, der erfüllbar ist!
Muster:
Ich brauche ein Buch, das nur deine Freundin hat. Kann sie es mir bringen?
Möge deine Freundin mir dieses Buch bringen!

128
1) Die neue Regel ist schwer, und der Dozent soll sie wohl einige
Male wiederholen.
2) Die Studenten haben diese schwere Aufgabe gemacht. Die neue
Aufgabe könnte leichter sein.
3) Ihre Freundin hat vor kurzem einen Ingenieur grheiratet. Ihr Leben
kann glücklich sein.
4) Vor kurzem ist dieser Professor aus Deutschland zurückgekehrt. Er
kann über seine Reise erzählen.
5) Von Kindheit an träumte sie davon, Deutschlehrerin zu werden.
Jetzt kann ihr Wunsch in Erfüllung gehen.
6) Bald kommt das Neujahr, und Sie wünschen Ihren Freunden
Frieden und Glück in ihrem Haus.
7) Am Wochenende unternehmen Sie einen Ausflug und wollen, dass
das Wetter gut ist.
8) Sie wollen, dass Dir deutscher Freund diesen Sommer Sie besucht.
4. Sagen Sie, dass Sie es um jeden Preis machen.
Muster:
Sie kommen heute, koste es, was es wolle.
1) Sie nehmen an dieser Konferenz teil,...
2) Sie besorgen die Theaterkarten, ...
3) Sie lesen heute diesen Roman bis zum Ende,...
4) Sie holen Ihre Freundin ab,...
5) Sie rufen Ihre Eltern am Abend an,...
6) Sie schicken Ihren Eltern einen Brief,..
7) Sie machen diese schwere Aufgabe,...
8) Sie lösen dieses Rätsel,...
9) Sie finden dafür Zeit,.
5. Beenden Sie die Sätze!
1) Es sei bemerkt, dass...
2) Es sei betont, dass...

129
3) Es sei gesagt, dass...
4) Es sei erwähnt, dass...
5) Es sei hervorgehoben, dass...
6. Lesen sie den Text! Bereiten sie anhand des Gelesenen einen kurzen Bericht
über die Resultate der Prüfungen in Ihrer Gruppe vor! Gebrauchen Sie dabei die
Satzteile aus der Üb.5!
Die Prüfungszeit ist zu Ende, und nun können wir die Ergebnisse der Prüfungen
bedenken und analysieren.
Die Prüfungszeit war sehr anstrengend, denn die Studenten hatten in /wei
Wochen 5 Prüfungen abzulegen.
Die meisten Studenten haben im Laufe des ganzen Semesters sehr nichtig und
gewissenshaft gearbeitet, darum sind ihre Leistungen ziemlich Hut. Vier Studenten
sind nur „ausgezeichnet“ benotet worden. Zwei Studenten sind neben „ausgezeichnet“
auch mit „gut“ bewertet worden.
Eine Studentin, ist in der Prüfung durchgefallen, und das war kein Zufall. Dieses
Mädchen hat viele Stunden ohne trifftigen Grund versäumt. Im Semester kam sie oft
unvorbereitet zum Unterricht.
Leider hat eine Studentin eine Drei in der Psychologie bekommen. Sie ist keine
Faulenzerin, aber in der letzten Zeit war sie oft krank und konnte das Versäumte erst
vor den Prüfungen nachholen.
Im großen und ganzen zeugen die Resultate davon, dass alle Studenten unserer
Gruppe imstande sind, sehr gute Leistungen zu zeigen.
7. Übersetzen Sie ins Russische! Bilden Sie analoge Sätze!
1) Jeder Lehrer, sei er auch noch so erfahren, sollte immer
schöpferisch arbeiten.
2) Jeder Mensch, sei er auch noch so berühmt, sollte bescheiden sein.
3) Jeder Mensch, sei er auch noch so jung, sollte ein Ziel im Leben
haben.
4) Jeder Gelehrte, habe er auch noch so große Erfahrung, sollte viel in
seinem Bereich lesen.

130
5) Jeder Mensch, sei er auch noch so klug, muss die Meinung seines
Opponenten respektieren.
8. Aus diesen Texten erfahren Sie, was zum guten Ton gehört. Gebrauchen Sie
beim Nacherzählen dieser Texte mindestens zweimal Einräumungssätze!
a) Allgemein ist es üblich, dass man bei festlichen Gelegenheiten im Restaurant
oder bei großen Familienfeiern zu Hause oder auch vielfach an festlich gedeckten
Tischen in der Familie das Besteck gesondert hinlegt. Und zwar legt man, wenn man
eine kleine Pause beim Essen macht, Messer und Gabel kreuzweise auf den Teller. Das
ist ein Zeichen für diejenigen, die die Gäste bedienen, sei es der Kellner oder die
Hausfrau, dass der Gast oder das Familienmitglied mit dem Essen noch nicht fertig ist.
Das heißt, dass der Teller noch nicht abgeräumt werden soll und dass man nur eine
kleine Pause macht. Ist man mit dem Essen fertig, so legt man das Besteck parallel
zueinander auf den Teller. Das ist das Zeichen für Keimer oder Hausfrau., dass sie das
Geschirr abräumen können.
Es ist nicht üblich, dass ein Gast seinen Teller dem Abräumenden gibt, um seine
Arbeit zu erleichtern. Auch in der Gaststätte wartet man, bis der Kellner selbst
abräumt.
b) Wissen Sie, wie man in Deutschland frühstückt?
Man nimmt oft eine Scheibe Brot mit der Hand und legt sie auf den Teller. Dann
bestreicht man dieses Stück Brot mit Butter, legt darauf einige Wurstscheiben,
zerschneidet es mit Hilfe des Messers und der Gabel und ißt es mit der Gabel. Im
Familienkreis beißt man auch von der Scheibe ab. Bei einem festlichen Essen macht
man das meist nicht. Oft wird nach Wurst, Käse und gekochtem Ei etwas Süßes
gegessen. Es ist üblich, die Brötchen in zwei Teile zu zerschneiden und die beiden
Teile der Reihe nach mit Butter und Marmelade oder Honig zu bestreichen. Man ißt sie
wie Wurst und Ei zum Kaffee, aber immer mit der Hand.
c) Es ist üblich, in der Familie oder wenn man Gäste hat, dass alle gemeinsam
(auch die Hausfrau) zu essen beginnen. Als Zeichen des Beginns zum Essen hört man
gewöhnlich die Worte der Hausfrau „Guten Appetit!“. Die Gäste antworten „Danke,
gleichfalls!“ oder sie können sagen: „Danke, ebenfalls!“ oder auch: „Guten Appetit!“

131
9. Wo kann man das sehen / hören? Was bedeutet das?
1) Es lebe der Frieden in der ganzen Welt!
2) Immer scheine die Sonne, immer lebe die Mutter!
3) Es lebe unsere Freundschaft!
4) Möge Ihr Wunsch in Erfüllung geben!
10. Texte zum Kommentar
Zu Neujahr
(W. Busch)
Will das Glück nach seinem Sinn
Dir was Gutes schenken,
Sage Dank und nimm es hin,
Ohne viel Bedenken.
Jede Gabe sei begrüßt,
Doch vor allen Dingen:
Das, worum du dich bemühst,
Möge dir gelingen.

K.Tucholski
Man fülle guten, alten Whisky in eine nicht zu flache Suppenterrine, rühre gut
um und genieße das erfrischende Getränk soweit angängig, nüchtern. Ein Zusatz von
Mineralwässern empfiehlt sich nicht, da selbe oft künstliche Kohlensäure enthalten,
daher gesundheitsschädlich sind.
Anmerkung: Der Whisky muss von Zeit zu Zeit erneuert werden.

132
Abkürzungen

ca. – cirka
d.h. – das heißt
s.d. – so dass
u.a. – und andere
u.s.w. – und so weiter
u.z. – und zwar
z.B. – zum Beispiel

133